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Full text of "Centralblatt Für Bakteriologie, Parasitenkunde Und Infektionskrankheiten. 2. Abt. Band 42.1915"

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OF CALIFORNIA 
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CENTRALBLATT 

fur 

Bakteriolcgie, Parasitenkunde und 
Infektionskrankheiten 


Zweite Abteilung. 42. Band 


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CENTRALBLATT 

fur 

Bakteriologie, Parasitenkunde 
und Infektionskrankheiten 


Zweite Abteilung: 

Allgemeine, landwirtscfaaftlidi - tedmologisdie Bakteriologie, 

Girungsphgsiologie, 

Pflanzenpathologie und Pfianzensdiutz 


In Verbindung mit 

Prof. Dr. Ada met z in Wien, Geh. Reg.-Rat Dr. O. Appel, Biologische An- 
stalt zu Berlin-Dahlem, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. I. Behrens, Direktor der 
biologischen Anstalt zu Berlin-Dahlem, Prof. Dr. M. W. Beijerinck in 
Delft, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Delbruck in Berlin, Alb. Klocker, extr. 
Vorsteher, Carlsberg-Laboratorium in Kopenhagen, Prof. Dr. Lindau in 
Berlin, Prof. Dr. Lindner in Berlin, Prof. Dr.Muller-Thurgau in Wadens- 
wil, Prof. Dr.M. C. Potter, Durham College of Science, New-Castle-upon- 
Tyne, Prof. Dr. Samuel C. Prescott in Boston, Dr. Rommel in Berlin, 
Dr. Erwin F. Smith in Washington, D. C., U. S. A., Prof. Dr.Stutzer in 
Konigsberg i. Pr., Prof, van Laer in Gand, Prof. Dr. C. Wehmer in 
Hannover, Prof. Dr. Weigmann in Kiel und Prof. Dr. Winogradsky 

in Petersburg 


Geh. Reg.-Rat 

Prof. Dr. Oscar Uhlworm 

in Beilin 


herausgegeben von 


und 


Prof. Dr. F. Lohnis 

in Washington D. C. 


42. Band 

Mit 5 Tafeln und 84 Figuren im Texte 



Jena 

Verlag von Gustav Fischer 

1915 


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COLLEGE Ol ACRICULTUR* 


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Centralllatt for Bakt etc. 1L AM. Bd. 42. No. 1|4. 

Ausgegeben am 5. September 1914. 


Nackdruek vtrboten. 

Die Stellung von Azotobacter im System. 

[Aus dem Bakteriologischen Laboratorium des Landwirtschaftlichen Instituts 

der Universitat Leipzig.] 

Von Dr. F. Lohnis, Washington D. C. (Ref.) und Prof. J. Hanzawa, Sapporo. 

Mit 2 Tafeln. 

Uber die Stellung von Azotobacter im System gingen bisher 
die Ansichten sehr weit auseinander. Man vermutete einerseits verwandt- 
schaftliche Beziehungen zu gewissen Algen 1 ), andererseits zu den Aktino- 
myceten 2 ). Bei den ziemlich ausgedehnten Untersuchungen, die der 
Referent vor einigen Jahren in Leipzig mit dem jetzigen Direktor des Agri¬ 
cultural Department von Travancore, Herrn Dr. N. K. P i 11 a i, sowie 
mit Herm Prof. T. Westermann aus Kopenhagen iiber verschiedene 
Stickstoff fixierende Organismen, insbesondere auch iiber 21 Azoto- 
b a c t e r- Stamme verschiedener Herkunft durchzufuhren Gelegenheit hatte 8 ), 
ergaben sich sowohl in morphologischer wie in kultureller Hinsicht maneherlei 
interessante Parallelismen zwischen Azotobacter und verschiedenen 
Sporenbildnem der Mesentericus - Gruppe (Bac. malabarensis 
und danicus). Endosporen waren aber in den Azotobacter- 
Kulturen niemals zu entdecken. Der einzige, der bisher von positiven Be- 
funden in dieser Richtung Mitteilung machte, war E. M e n c l 4 ). Indessen 
lassen die betreffenden Darlegungen manchem Zweifel Raum. Die Hitze- 
bestandigkeit der fraglichen Gebilde wurde nicht festgestellt; ebenso fehlen 
Angaben liber deren Auskeimen. Da sie zudem zu mehreren in einer Zelle 
gebildet worden sein sollen, diirfte es sich wohl eher um das gehandelt haben, 
was Prazmowski 5 ) als Regenerationsformen beschrieben hat. Die aus- 
gezeichneten Azotobacter -Studien dieses Forschers haben mit Sicher- 
heit erwiesen, daB tatsachlich Sporen gebildet werden, die aber den Cha- 
rakter von Arthrosporen tragen. Die den Bazillen eigentiimlichen typischen 
Endosporen wurden dagegen auch in diesem Falle vermiBt. Die Arbeiten 
Arthur Meyers und seiner Schuler haben jedoch gezeigt, daB gerade 
bei den Bazillen neben der Bildung von Endosporen auch die von Arthro- 
sporen-artigen Zellformen recht haufig ist. Und G. B r e d e m a n n 8 ) hat 
dann bei seinen iiberaus griindlichen Untersuchungen iiber Bac. amvlo- 
b a c t e r aerobe, kokken- und sarcina-artige, sporenfreie Wuchsformen 

*) Beijerinck, Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 7. 1901. p. 577; W. Be- 
necke u. Keutner, Ber. d. deutsch. bot. Gesellsch. Bd. 21. 1903. p. 333; K. 
B. Lehmann, GmndriB der Bakteriologie, 5. Aufl. 1912. p. 89. 

2 ) P e k 1 o , Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 27. 1910. p. 506. 

3 ) L5 h n i b n. Pillai, Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 19. p. 87; Lohnis 
n. Westermann, ebenda. Bd. 22. 1908. p. 234. 

«) Arch. f. Protistenk. Bd. 22. 1911. p. 13 ff. 

5 ) An z. d. Akad. Krakau. Mathem.-naturw. Kl. fB.] 1911. p. 739; 1912. p. 87 
u. 855. 

•) Centralbl. f. Bakt, Abt, II. Bd. 23. 1909. p. 385. 

Zwelt* Abt. Bd. 42 . 1 


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F. L 6 h n i s und J. H a n z a w a, 


dieser von Raus aus anaeroben, sporenbildenden Bazillenart erhalten, die 
wiederum sehr an Azotobacter erinnerten. 

Eine ganze Reihe von Anhaltspunkten lag somit vor, die zu der Ver- 
mutung hinleiteten, es bestehe eine Verwandtschaft zwischen Azoto¬ 
bacter und gewissen sporenbildenden Bazillen. Trotzdem war die Uber- 
raschung nicht gering, als sich im Jahre 1911 bei der Priifung der von friiher 
her fortgeziichteten Azotobacter -Stammkulturen, von denen Herr 
Prof. Prazmowski Abimpfungen erbeten hatte, herausstellte, daB 
2 dieser Glaschen schlanke, sporenbildende Bazillen enthielten. Die Annahme, 
dab es sich hierbei um Verunreinigungen handelte, die im Laufe der Zeit 
die Originalkulturen tiberwuchert hatten, war naturlich nicht von der Hand 
zu weisen. Immerhin schien es mit Rucksicht auf jene anderen Beobachtungen 
zweckmaBig zu sein, auch diese Kulturen fortzuziichten, um sie gelegentlich 
genauer priifen zu konnen. Ein paar Monate spater waren wenigstens einige 
Versuche in dieser Richtung moglich, die u. a. zu dem interessanten Ergebnis 
ftihrten, daB die fraglichen Kulturen dann sehr bald in die fur Azoto¬ 
bacter typische, groBe, sporenfreie Wuchsform iibergingen, wenn sie 
zusammen mit Bact. Radiobacter (dem standigen Begleiter des 
Azotobacter im Erdboden) in Mannit-Erdextrakt eingeimpft wurden. 
Im gleichen Substrat waren friiher die Azotobacter -artigen Wuchs- 
formen des Bac. malabarensis und des Bac. danicus beob- 
achtet worden 1 ). Da es dem Berichterstatter an der notigen Zeit zur Fort- 
setzung dieser Studien fehlte, hatte Herr Dr. A m b r o £ in Prag die Freund- 
lichkeit, sich zu einer eingehenderen Bearbeitung der Frage bereit zu erklaren. 
Leider scheinen sich indessen auch hier Hindernisse eingestellt zu haben; 
es war wenigstens nicht moglich, durch briefliche Anfrage etwas iiber den 
Fortgang der Untersuchungen in Erfahrung zu bringen. Um so willkom- 
mener war es, daB sich Herr Prof. H a n z a w a der fiir ihn als Botaniker 
besonders naheliegenden Angelegenheit annahm und sie wah^end seines Auf- 
enthalts in Leipzig (im Wintersemester 1913/14) wenigstens bis zu einem 
gewissen AbschluB brachte. Es steht jetzt fest, daB in der Tat die groBen, 
sporenfreien Azotobacter - Zellen Wuchsformen eines schlanken, Endo- 
sporen bildenden Bacillus sind. Bacillus Azotobacter ist demnach 
die korrekte Bezeichnung fiir diese Art. 

Prazmowski hat sich dahin ausgesprochen, daB vielleicht bis auf 
Azotobacter vitreum -alle weiB, gelb, griin, braun oder schwarz 
wachsenden Stamme als Varietaten einer Art zu betrachten seien. Die 
auBerordentlich groBe Variationsbreite des Azotobacter niacht es in 
der Tat sehr wahrscheinlich, daB diese Ansicht das Richtige trifft. Aus den 
weiteren Darlegungen wird iiberdies zu ersehen sein, daB Azotobacter 
vitreum ebenfalls zur Bildung von deutlichen Stabc-henformen und von 
Endosporen zu bringen ist. Die bisherigen Artennamen wiirden somit in Zu- 
kunft zur Kennzeichnung der verschiedenen Varietaten der Spezies Ba¬ 
cillus Azotobacter zu verwenden sein. 

Wie gesagt, haben sich sclion friiher manclierlei Eigentiimlichkeiten 
hcrausgestellt, die auch in der Mesenteric us - Gruppe zu finden sind. 
Ncben farblosen kommen hier gleichfalls gelbe, schwarze und griin-fluores- 
zierende Formen vor. Es ist durch aus nicht unwahrscheinlich, daB 
sich bei noch eingehenderer Priifung vielleicht diese oder jene A z o t o - 

J ) Vgl. die betr. Abbildungen auf den den zit. Arbeiten beigegebenen Tafeln: 
L (i ii n i s u. P i i 1 a i , Fig. 3; L. u. \\ ester in a n n , J'ig. 2 . 


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Die Stellung von Azotobacter im System. 


3 


b a c t e r - Kultur als identisch mit einer schon immer als sporenbildend 
bekannten Art erweisen wird. Die Befahigung zur Stickstoffbindung ist be- 
kanntlich unter den hier in Betracht kommenden Bazillen ebenfalls recht 
verbreitet. 


Hoffentlich finden diese Untersuchungen von anderer Seite bald die 
erwiinschte weitere Ausgestaltung, die wir ihnen anderer Aufgaben wegen 
selbst nicht geben konnen. 

Folgende 11 Azotobacter - Kulturen wurden geprlift: 


1. Azotobacter ohroococcum, Stamm Ohio (14), 


2 . 

3. 

4. 

5. 

6 . 

7. 

8 . 
9. 

10 . 

11 . 


aus einer sporenbilden- 
den Kultur regeneriert, 
Beijerinckii (18), typische Form, 

„ sporenbildende Kultur von 1909, 

„ „ „ von 1912, 

„ sporenfreie Stabchenform von 1912, 

Vinelandii, Stamm New Jersey (16), 
v i t r e u m , Stamm Leipzig 1904 (20), 

„ Stamm Leipzig 1907 (21), 
chroococcum, Stamm Krakau, weiB, 

„ „ „ schwarz. 


Bis auf die beiden an letzter Stelle aufgefuhrten Kulturen, die wir der 
Freundlichkeit des Herm Prof. Prazmowski zu verdanken haben, 
handelt es sich in alien Fallen um Nachzuchten der im Jahre 1908 eingehend 
untersuchten Azotobacter -Stamme. Die in Klammern beigefiigten 
Zahlen entsprechen denjenigen in der damals publizierten Arbeit 1 ). Mit 
den unter No. 3—6 aufgefuhrten Stammen hat es folgende Bewandtnis. 
Die Nachzucht des Azotobacter Beijerinckii von 1908 lieferte 
im Jahre 1912 fast nur schlanke Stabchenformen, von denen eine Kolonie 
mit unregelmaBigem Rande reichliche Sporen bildete (No. 5), wahrend eine 
andere, deren Rand ziemlich glatt war, dies nicht tat (No. 6). Gliicklicher- 
weise war eine im Jahre 1909 angelegte Kultur in einem luftdicht verschlos- 
senen Glase in der Sammlung vorhanden, die seinerzeit mit anderen Kulturen 
auf einer Ausstellung vorgefiihrt worden war, sich aber auch noch im Jahre 
1912 voll lebensfahig erwies. Gleich die erste GuBkultur lieferte eine iiber- 
raschend groBe Zahl ganz normaler Azotobacter - Kolonien (No. 3), 
auBerdem aber vereinzelt auch solche Kolonien (No. 4), wie sie die Nachzucht 
von 1912 ausschlieBlich entstehen lieB. 

Gleichzeitig mit den verschiedenen Azotobacter - Kulturen wurden 
auch die Nachzuchten des Bac. malabarensis (von 1907), des B a c. 
d a n i c u s (von 1908), sowie der beiden 1910 von dem leider allzu friih 
verstorbcnen Prof. Sliigehiro Suzuki 2 ) in dem Leipziger Labora- 
torium des Berichterstatters isolierten Stamme A und B der zuletzt ge- 
nannten Art einer entsprechenden Nachpriifung unterzogen. 

Neben Mannit-Erdextrakt, Mannit-Erdextrakt-Agar, Fleischagar, Fleisch- 
gelatine, Bouillon, Milch und Kartoffel verwendeten wir (zu den Versuehen 
iiber Pigmentbildung) auch das von 0 m e 1 i a n s k i 3 ) in Vorschlag ge- 
brachte Dextrin-Kreide-Agar, sowie (zu den Umwandlungsversuchen) Mannit- 
Erdextrakt in sehr flacher Schicht, dem eine grofiere Menge sterilisierter Erde 


1 ) Lohnis u. Westermann, 1. c. p. 234. Die Kulturen haben wir an 
K r 4 1 s Bakteriologisches Museum in Wien abgegeben. 

2 ) Lohnis u. Suzuki, Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 30. 1911. p. 647. 
*) Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 29. 1911. p. 643. Statt Leinextrakt benutzten 

wir auch fur dieses Agar Erdextrakt. 

1 * 


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F. L 6 h n i 8 und J. H a n z a w a , 


beigegeben war 1 ). Der Nachweis, dafi echte Endosporen vorlagen, wurde so- 
wohl auf mikroskopischem Wege durch Farbung 2 ) und durch die Feststellung 
des Auskeimens wie auch durch Anwendung des Erhitzungsverfahrens er- 
bracht. 

Die wichtigsten der bei unseren Untersuchungen erlangten Einzelbefunde 
sind etwa die folgenden. 

1. Azotobacter chroococcum, Stamm Ohio, Nachzucht 
von 1908. Die Kultur wurde seit 1908 ungefahr alle 4 Monate auf Mannitf Erdextrakt- 
Agar libergeimpft. 1912 erwies sie sich als zum groBten Teile aus ovalen Zwergformen 
und vereinzelt als aus schlanken sporenbildenden Stabchen bestehend. Die letzteren 
lieferten die Kultur 2, wahrend Kultur 1 aus einer nur Zwergformen enthaltenden 
Kolonie herriihrt. 

Form und GroBe. 1908 waren die Doppelkokken und Kurzstabchen gewohn- 
lich 1—2 [l breit und 1,5—3 p. lang, mitunter fanden sich Faden bis 50 pi Lange. 1914 
war (ebenso wie 1912) die Form zwar unverandert, die GroBe aber auf 0,7 pi in der Breite 
und 1,2 pi in der Lange zuriickgegangen (Taf. I, Fig. 1). In Mannit-Erdextrakt nahm 
zwar die GroBe, namentlich bei Anwesenheit von B. Radiobacter etwas zu, doch 
ging sie auch dann nicht liber 1 pi in der Breite und 1,8 pi in der Lange (der einzelnen 
Zellen) hinaus. Auf der Kartoffel entstanden lange, diinne Faden. 

Sporenbildung war nicht zu beobachten. 

Form und Struktur der Kolonien auf Mannitagar waren typisch, 
doch trat Gelbfarbung ein. 

Ebenso war z. T. sehr intensive Qelbfarbung zu beobachten, auf Fleisch- 
agar und besonders auf Kartoffel. Die nortnale Braun- oder Schwarzfarbung konnte 
auch nicht durch 10-mal wiederholte t)berimpfung auf Dextrin-Kreide-Agar wieder- 
hergestellt werden. 

Auf Gelatine blieb die Entwicklung gering; Verfliissigung trat (im Gegen- 
satz zu 1908) nicht ein. Ebenso wurde die Milch jetzt nicht aufgehellt. Die B o u i 1 - 
1 o n blieb klar. 

2. Azotobacter chroococcum, Stamm Ohio, 1912 regene - 
r i e r t. 1912 als schlanke, sporenbildende Stabchfeti von Kultur 1 abgezweigt und durch 
Kultur in Mannit-Erdextrakt in die friihere Wuchsform zuriickverwandelt. Doch 
kam es seither nicht wieder zur Ansbildung des schwarzen Pigmentes. 

Form und GroBe auf Mannitnahrboden, kurze dicke Stabchenformen 
1—2,4 pi breit, 2—7 pi lang (Taf. I, Fig. 4), auf Fleischagar in jungen Kulturen sehr 
diinne lange Stabchen (Taf. I, Fig. 3), die spa ter teils zu sehr langen diinnen Faden (von 
0,6 pL Breite und mehr als 100 pi Lange), teils zu groBen (bis 2,2 pi dicken), nicht gut farb- 
baren Gebilden heranwachsen. In Mannit-Erdextrakt waren Streptokokken-artige 
Verbande haufig. 

Sporenbildung war 1912 sehr deutlich zu konstatieren (Taf. I, Fig. 2). 
Die Keimung erfolgte meist polar, mitunter schriig. 

Form und Struktur der Kolonien auf Mannitagar waren typisch, 
doch blieb hier wie in alien anderen Fallen jede Pigmentbildung aus. Auch fortgesetzte 
Kultur auf Dextrin-Kreide-Agar rief sie nicht wieder hervor. 

Auf Fleischagar entstanden grauweiBe, glanzende, erhabene Beliige mit 
unebenem Rande. Im Kondenswasser war die Entwicklung besonders kriiftig. 

1m Gelatinestich trat geringes komiges Wachstum ein, die Auflage blieb 
klein; die Gelatine wurde sehr langsam verflussigt. 

Die Bouillon blieb klar. An der Oberfliiche bildeten sich an der Glaswandung 
kleine Ansammlungen, die leicht zu Boden sanken. 

Auf der Kartoffel waren die Beliige zunachst gelblichweiB, mattglanzcnd, 
etwas erhaben, schleimig, sptiter wurden sie schmutzig rotlich-grauweiB, eiterahnlich, 
fadenziehend. Faltenbildung blieb aus. 

Die Milch wurde allmahlich aufgehellt und zeigte alkalische Reaktion. 

3. Azotobacter Beijerinckii, typische Form. Bis auf 2 
Ausnahmen stimmt das Verhalten, das dieser Stamm im Winter 1913/14 zeigte, 
durchaus mit dem iiberein, das wir im Sommer 1908 beschrieben haben. Abweichend 


J ) Wegen der Bereitung des Erdextraktes und der betr. Mannitnahrboden vgh 
die Angaben in meinem „Landw'.-bakt. Praktikura fct . 

2 ) Hanzawa, Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 34. 1912. p. 172. 


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Die Stellung yon Azotob&cter im System. 


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war zunachst daa Wachstnm auf der Kartoffel, auf der jetzt stark falten- 
bildende Belage auftraten, die von weiB uber gelblichweiB in dunkelbraun iibergingen. 
Und ferner zeigte auch dieser Stamm jetzt deutliche Sporenbildung, von der 
1912 noch nichts wahrzunehmen war. 

Fig. 5 auf Taf. I zeigt die typischen Azotobacter - Formen von Mannit- 
agar, Fig. 6 das gewohnliche Bild einer Gelatinekultur, und Fig. 7 die einseitig zuge- 
spitzten Riibenformen (von Kartoffel), die allerdings vereinzelt auch sohon in Fig. 5 zu 
sehen sind. Von dem bisher Bekannten abweichend ist dagegen Fig. 8, die schlanke 
Stabchen und zahireiche Sporen (von 1—1,8, meist 1,5 pi Breite und 1,5—2,4 pi, meist 
2 pi Lange) zur Darstellung bringt. Sowohl von Mannitagar und Mannitlosung, wie von 
Fleischagar und Kartoffeln wurden reichliche Sporenmengen erhalten. Sie iiberatehen 
2—4 Minuten langes Erhitzen auf 98° C und keimen in der Regel polar, selten schrag 
zur Langsrichtung aus. 

4. Azotobacter Beijerinckii, sporenbildende Kultur von 
1909. Dieser 1912 aus Kultur 3 isolierte Stamm, der damals im mikroskopischen Bilde 
genau so erschien wie Fig. 8 dies jetzt fur jene Kultur zeigt, wurde seinerzeit gleichzeitig 
mit Kultur 2 in Mannit-Erdextrakt regeneriert. 

In bezug auf sein Verhalten auf den verschiedenen Nahrboden steht er der Kultur 2 
sehr nahe, dagegen zeichnet er sich unter dem Mikroskop durch gedrungene, dicke For¬ 
men aus, die mitunter (infolge Polfarbung) ganz wie Streptokokken erscheinen 
(vgl. Taf. I, Fig. 9 u. 10). AuBerdem hat er die Neigung zur Sporenbildung 
beibehalien (vgl. Fig. 12 u. 2). Die MaBe und die Thermoresistenz der Sporen ist die 
gleiche wie in Kultur 3. 

Die Kolonien erhalten, besonders wenn sie alter werden, einen unregel- 
maBig gezackten, teilweise mit Auslaufem versehenen Rand. 

Abimpfungen von einer durch schwache Braunung auf der Platte sich auszeich- 
nenden Kolonie lieferten morphologisch gleiche Kulturen, die aber etwas weniger schlei- 
mig wuchsen und infolgedessen auf Agar und Kartoffeln kraftig gefaltete, 
Mesentericus - artige Belage entstehen lieBen. Hier kam es auch nicht nur zur 
Aufhellung, sondem zuvor zu deutlicher Koagulierung der Milch. 

5. Azotobacter Beijerinckii, sporenbildende Kultur 
von 1912. Diese nunmehr 3 oder 4 Jahre in Stabchenform wachsende Kultur konnte 
vor 2 Jahren, wie bereits gesagt wurde, noch relativ leicht wieder in die typische dicke 
Form umgewandelt werden, wie dies die (nach einem alten und schon ziemlich verblaBten 
Praparat von 1912 angefertigte) Fig. 13 auf Taf. I noch einigermaBen erkennen laBt. 
Neuerdings sind wir iiber die Form, wie sie Fig. 14 wiedergibt, nicht mehr hinausgekommen. 
Leider konnten Versuche mit R a d i o b a c t e r, die bei Kultur 6 die Riickverwandlung 
auBerordentlich begiinstigten, nicht mehr zur Ausfiihrung gebracht werden. 

Wie ebenfalls schon erwahnt worden ist, zeigten die Kolonien dieses Stammes 
unregelmaBig gezackte Rander. Die Milch wurde erst koaguliert und danach aufge- 
hellt. Das W a c h 8 t u m war auf alien Substraten ziemlich kiimmerlich. Eine gewisse 
Neigung zu anaerober Lebensweise trat unverkennbar hervor. 

Die schlanken Stabchen sind 1 pi breit und 1,8—2,4 pi lang, die dickeren Formen 
erreichen 1,4 pi Breite und 3,6 pi Lange; Faden werden bis zu 18 pi lang. Die MaBe fur die 
Sporen sind 1 pi: 1,2—1,5 pi. 

6. Azotobacter Beijerinckii, sporenfreie Stabchenform 
von 1912. Dieser Stamm zeigte 1912 ebenfalls deutliche Stabchenform, aber Sporen 
waren damals nicht zu sehen und die Kolonien wiesen das fur Azotobacter charakteristische 
Aussehen auf, speziell war der Rand glatt, nicht unregelmaBig gezackt wie bei den Kolonien 
der Kultur 6. 

Neuerdings waren jedoch ebenfalls Sporen vorhanden und der Rand der K o - 
1 o n i e n ist jetzt unregelmaBiger als 1912. Wie damals waren auch jetzt die Stabchen 
im allgemeinen schlanker als die der Kultur 5 (vgl. Fig. 16 und 17 gegeniiber Fig. 15). 
Die BreitenmaBe sind 0,6—1 pi, die LangenmaBe 1,2—7,2 pi. Die Sporen messen 1—1,2 p. 
; 1,2—1,8 pu 

Das Wachstnm war ahnlich dem Stamm 5 auf alien Substraten sehr kiimmer- 
lich. Die Milch wurde ohne Koagulierung aufgehellt. 

In Mannit-Erdextrakt blieb die Stabchenform, solange sie in Rein- 
kultur gepriift wurde dauernd konstant (Fig. 17). Als aber in Erinnerung an die friiheren 
Beobachtungen Radiobacter beigegeben wurde, anderte sich das Bild in kiirzester 
Zeit. Fig. 18 zeigt, wie sich beim Zusammenleben mit den kleinen Radiobacterzellen 
die schlanken Stabchen in die charakteristische groBe Azotobact er - Form um- 
wandelten* Die MaBe waren hier in der Regel 1,2—2,4 pi : 1,5—3 pi, doch erreiehten 
die dickeren Wuchsformen 2—4,8 pi Breite und 3,6—7,2 pi Lange. 


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F. L 6 h n i s und J. Hanzawa, 


Bei der erneuten Reinziichtung verringerten sich die GroBendimensionen ziemlich 
rasch. Fig. 19 zeigt die schon wieder etwas schlanker gewordene Form aus einer Kolonie 
von der Mannit-Agar-Platte. In den Abimpfungen dominierte bald wieder die schlanke 
Stabchenform. 

7. Azotobacter Vinelandii, Stamm New Jersey. Sowohl 
morphologisch wie kulturell zeigte dieser Stamm fast noch genau die Eigenschoften, 
die wir vor 6 Jahren an ihm beobachtet hatten. An Material von Mannit-Agar oder Mannit- 
Losung wurden als GroBenverhaltnisse 2—2,4 ^ : 2,4—4,8 [k festgestellt, an den Stabchen 
von Fleischagar oder Kartoffeln 1—1,2 [t. : 1,8—3 (&. (Taf. II, Fig. 20 und 21.) 

Auf der Kartoffel waren zugespitzte, Clostridium - artige Gebilde 
nicht selten. Ebenso waren auf diesem Substrat (in alten Kulturen) nicht selten Zell- 
einschlusse zu sehen, die wohl fur Sporen gehalten werden konnten. Doch kam es 
in abgekochten Kulturen nicht zu einer deutlichen Weiterentwicklung. 

8. und 9. Azotobacter vitreum, Stamme Leipzig 1904 
und 1907. Auch diese beiden Kulturen haben sich nunmehr 10 resp. 7 Jahre hindurch 
so gut wie vollkommen konstant erhalten. Namentlich war die charakteristische, stets 
runde Form ausnahmslos erhalten gebiieben (Taf. II, Fig. 22). Aber auch sie ist ver- 
anderungsfahig. Fig. 23 zeigt neben den runden Zellen, dicke lange Stabchen aus 
einer Kartoffel kultur, und auBerdem an 2 durch Pfeile markierten Stellen Gebilde, 
die ganz wie Endosporen aussehen. Doch haben diese Gebilde dem Erhitzen 
(auf 100°) nicht standgehalten. 

Einige eigentiimliche, wie kleine Sarcina - Pakete erscheinende Wuchsformen 
aus Mannit-Erdextrakt zeigt Fig. 24, die damit einen Kontrast zu Fig. 23 
liefert, wie er kaum schroffer gedacht werden kann. 

10. und 11. Azotobacter chroocoooum, Stamme Krakau, 
weiB und schwarz. Diese beiden Stamme wurden nur vergleichsweise mit unter- 
sucht. Sie zeigten im ganzen die typischen Azotobacter - Eigenschaften. Die 
Fig. 25—28 wunien zum Vergleiche mit den anderen Photogrammen beigegeben. 

Der weiBe Stamm (10) blieb dauemd f a r b 1 o s. Dagegen trat bei dem anderen 
(11) die Schwarzfarbung auf Mannit-Agar regelmaBig naoh 10, auf Dextrin- 
Kreide-Agar sogar schon nach 2 Tagen ein. 

12. und 13. Bac. malabarensis und Bac. danicus. Die 
GroBenverhaltnisse der Stabchen und der Sporen sind ganz die gleichen wie 
bei den sporenbildenden Azotobacter-Stammen. Je nach den Zuchtungsbedingungen 
herrscht die Stabchen- oder die Kokkenform vor (Fig. 29 und 30). 

Das Wachstum auf den Fleischnahrbbden und auf der Kartoffel ist dagegen 
viel iippiger als in jenem Falle. Meist tritt die an Mesentericus erinnemde Falten- 
bildung deutlich hervor. Neben der Bildung eineS g e 1 b e n Farbstoffes kann es auch 
zur Produktion eines rehbraunen Pigmentes kommen. Nicht immer findet Auf- 
losung der Gelatine statt. 

Sporen-Erhitzungsversuche. Die Thermorexistenz der Sporen wurde 
in der Weise festgestellt, daB Material von Mannit-Agar in Mannit-Erdextrakt und von 
Kartoffel in Wasser verteilt und sodann im Wasser bade bis auf 98° C erhitzt wurde. 
Nach erfolgter Abkiihlung wurde je 1 Ose aus der pasteurisierten Fliissigkeit auf Mannit- 
Agar iibertragen und diese Glaschen bei 30° gehalten. AuBerdem wurde das pasteurisierte 
Mannit-Erdextrakt bei Zimmertemperatur aufbewahrt und mikroskopisch gepriift. 

Entwicklung auf dem Mannit-Agar wurde beobachtet bei den Kulturen 3, 4, 5 
und 6 so wie bei No. 12 und 13. In diesen Fallen haben demnach sicher hitzebestandige 
Sporen vorgelegen. AuBerdem schien sich auch die Kultur No. 7 in dem pasteurisierten 
Mannit-Erdextrakt schwach zu entwickeln, doch konnte ein deutlich positiver Befund 
nicht erlangt werden. 

Fur die Sporen der Kultur No. 4 wurde auBerdem die Totungszeit bei 98° C und 
zwar mit folgendem Ergebnis ermittelt (+- bedeutet nachfolgende Entwicklung): 

Dauer der Erhitzung in Minuten ... 1 1,5 2 2,5 3 3,5 4 4,5 5 5,5 

In Mannit-Erdextrakt + Erde ....+ + 4- + + + + + — — 

In Wasser.+ + + — — — — — — — 

Wie sich dies bereits bei unseren friiheren Untersuchungen (1908) her- 
ausgestellt hatte, stehen Azotobacter chroococcum und 
Beijerinckii einander sehr nahe. Die beiden aus dem sporenbildenden 
Zustande regenerierten Kulturen 2 und 4 ahneln einander in so weitgehen- 
dem MaBe, daB man sie wohl fur identisch ansehen kann. Azotobacter 


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Centralblatt fiir Bakteriologie Abt . II. Bd. 42. 


Lohnis und Hanzawa f Axotobacter Taf. 1. 



Verlag von (« ust ay Fischer in Jena. 


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Die S tel lung von Azotobacter im System. 


7 


vinelandii muB, wie ebenfalls schon in jener Arbeit dargelegt worden 
ist, zu Azotobacter agile gestellt werden. Azotobacter 
v i t r e u m unterschied sich bisher deutlich von den anderen Stammen 
durch seine konstant kugelrunde Form. Jetzt haben wir, wie gesagt, eben¬ 
falls deutlich stabchenformige Gestalten erhalten, und wenn es auch so- 
wohl bei ihm wie bei der zuvor erwahnten Kultur bisher noch nicht zur Aus- 
bildung von normalen, hitzebestandigen Sporen gekommen ist, so liegen 
doch deutliche Anzeichen dafttr vor, dab es friiher oder spater gelingen 
wird, auch in diesen Fallen typische, Endosporen bildende Bazillen zu erhalten. 

Die interessanteste Tatsache ist aber jedenfalls die, daB es durch Ein- 
impfung von Radiobacter gelingt, in kiirzester Zeit die charakteristi- 
schen groBen sporenfreien Azotobacter -Formen wieder zu erhalten. 
Andererseits begiinstigt offenbar das jahrelange Fortziichten der Reinkulturen 
den tlbergang in die sporenbildende Bazillenform namentlich dann, wenn 
die Uberimpfungen nur in langeren (mehrmonatlichen) Zwischenraumen vor- 
genommen wurden. Das allmahliche Austrocknen des Substrates wirkt 
augenscheinlich fordernd auf die Ausbildung der resistenten Dauerformen. 

Bekanntlich geben auch solche Erden, die sich in der Regel als sehr 
reich an Azotobacter erweisen, nicht immer normal entwickelte 
Kulturen im Anhaufungsversuch. Die Annahme, daB Azotobacter 
im Boden zeitweise von anderen Arten iiberwuchert wird, liegt ja gewiB 
am nachsten. AuBerdem wird aber nun auch die Moglichkeit im Auge zu 
behalten sein, daB durch bisher unbekannte Umst&nde die Ausbildung der 
sporenbildenden Bazillenform begiinstigt wurde. In der Tat sind ja gerade 
solche Formen in miBlungenen A z o t o b a c t e r - Anhaufungsversuchen 
recht haufig anzutreffen. 

Sicherlich wurden weitere Forschungen in dieser Richtung noch man- 
chen fiir den Systematiker wie fur den Physiologen gleich wichtigen Einblick 
erschlieBen. 

Tafel-Erklarung. 

Samtliche VergroBerungen 800-fach. 

Tafel I. 

Fig. 1. A z. ohroocoocum Ohio, Kultur No. 1. Zwergform von 
Mannit-Agar, 7 Monate alt. 

Fig. 2. Az. chroococcum Ohio, regeneriert, Kultur No. 2. 
Normale Zellen mit Sporen von Mannit-Agar. Praparat von 1912. 

Fig. 3. D e s g 1. Schlanke Stabchen von Fleischagar. 3 Tage bei 30° C. 

Fig. 4. D e s g 1. Normale Zellen aus Mannit-Erdextrakt und Erde. 2 Tagc bei 
30° C. 

Fig. 5. Az. Beijerinckii, typische Form, Kultur No. 3. Kurz- 
stabchenform von Mannit-Agar. 6 Tage bei 30° C. 

Fig. 6. D e s g 1. Schlanke und dicke Formen von Fleischgelatine. 15 Tage bei 20° C. 

Fig. 7. D e s g 1. Zugespitzte Formen von Kartoffel. 15 Tage bei 30° C. 

Fig. 8. D e s g 1. Stabchen und Sporen von Mannitlosung + Erde. 5 Tage bei 30° C. 

Fig. 9. Az. Beijerinckii, sporenbildende Kultur No. 4. Strep- 
tokokkenartige Wuchsform aus pasteurisierter Mannitlosung. 2 Tage bei 30° C. 

Fig. 10. D e s g 1. Kette von Kurzstabchen aus pasteurisierter Mannitlosung. 
1 Tag bei 30° C. 

Fig. 11. Desgl. Pasteurisierte Mannitlosung. 3 Tage bei 30° C. 

Fig. 12. Desgl. Dicke, sporenbildende Zellen von Kartoffel. 9 Tage bei 30° C. 

Fig. 13. Az. Beijerinckii, sporenbildende Kultur No. 5. 
Dunne und dicke Form von Mannitagar. Praparat von 1912. 

Fig. 14. Desgl. Stabchen und Clostridien von Kartoffel. 5 Tage bei 30° C. 

Fig. 15. Az. Beijerinckii, sporenbildende Kultur No. (>. 
Stabchen von Mannit-Agar. 2 Tage bei 30° C. 


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8 


Andrew Cunningham, 


Tafel II. 

Fig. 16. D e s g 1. Stabchen und Sporen von Kartoffel. 5 Tage bei 30° C. 

Fig. 17. D e 8 g 1. Stabchen aus Mannitlosung + Erde. 2 Tage bei 30° C. 

Fig. 18. D e s g 1. GroBe Zellen in Mischkultur mit Radio bacter aus Mannit¬ 
losung + Erde. 17 Tage bei 30° C. 

Fig. 19. D e s g 1. Dicke Stabchen von der Mannit-Agar-Platte. 26 Tage bei 20° C. 

Fig. 20. Az. vinelandii, Kultur No. 7. Von Kartoffel. 5 Tage bei 30° C. 

Fig. 21. D e s g 1. Aus Mannitlosung -f Erde. 5 Tage bei 30° C. 

Fig. 22. Az. vitreum, Kultur No. 8. Runde Zellen von Mannit-Agar. 

4 Monate bei 20° C. 

Fig. 23. D e s g 1. Dicke Stabchen und Sporen (durch Pfeile markiert) von Kar¬ 
toffel. 9 Tage bei 30° C. 

Fig. 24. D e s g 1. Sarcina - ahnliche Wuchsform aus Mannitlosung + Erde. 

5 Tage bei 30° C. 

Fig. 25. Az. chroococoum, Krakau, weifie Kultur No. 10. Von 
Mannit-Agar-Platte. 5 Tage bei 30° C. 

Fig. 26. D e 8 g 1. Von Fleischagar. 5 Tage bei 30° C. 

Fig. 27. Az. chroococcum, Krakau, schwarze Kultur No. 11. 
Aus Mannitlosung + Erde. 5 Tage bei 30° C. 

Fig. 28. D e s g 1. Von Fleischagar. 9 Tage bei 30° C. 

Fig. 29. Bac. danicus, Stamm A (Suzuki). Von Mannit-Agar. 7 Tage 
bei 30° C. 

Fig. 30. D e s g 1. Von Kartoffel. 5 Tage bei 30° C. 


Nadutruck verboten. 

Studies on Soil Protozoa. 

II. Some of the Activities of Protozoa. 

[From the Laboratorium fur Bakteriologie am Landwirtschaftlichen Institut 

der Universitat Leipzig.] 

By Andrew Cunningham, B. Sc. (Edin.). 

I. Introduction. 

The work discussed in this paper is a continuation of that described 
in a previous communication 1 ) to this journal. Unfortunately it has been 
found impossible to bring all the problems taken up to a satisfactory con¬ 
clusion in the time available. And as, owing to unforeseen circumstances 
it is necessary, for the present at least, to leave this subject, the results so 
far as they have been arrived at are brought together in this publication 
and the lines on which it had been intended to work are indicated. It is hoped, 
however, that an opportunity of continuing this work on the soil Protozoa 
may present itself at some future date. 

The points which will be dealt with here are: 

The dilution method and its application to the 
enumeration of Protozoa in soils. 

The effect of Protozoa on the numbers of bac¬ 
teria in ammonifying solutions and on Ammonifi- 
cation in solution tests. 

The effect of inoculations of Protozoa on the 
bacterial content of partially-sterilised soils. 

*) Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 39. p. 596—610. 


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Centralblatt fiir Bakteriologie Abt. II. Bd. 42. Liihnis und Hanxawa, Axotobacter Taf. II. 


Verlug von Gustav Fischer in Jena. 


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Studies on Soil Protozoa. 


9 


IL The Dilation Method. 

The dilation method has already been applied to the enumeration of 
protozoa in soils by Kahn 1 ). He used as media peptone and sugar solutions 
incubated for 7—14 days. The dilutions were made in the usual way and 
at the end of the incubation period the cultures were submitted to microscopic 
examination. As a result of his work he found that drying the soil caused 
a reduction in the numbers of protozoa and that this reduction was first 
noticeable in the case of the amoebae. Killer*) also used the dilution 
method, with a number of the solutions employed for cultivation of soil 
bacteria as media. 

The method employed in these experiments is in principle the same 
as that generally applied to Bacteriological work. Four parallels in each 
dilution are used. The medium is soil extract (prepared as described in 
L 6 h n i s’ Praktikum p. 118 but undiluted) + .1 per cent K 2 HP0 4 in 1 cc. 
quantities in small test tubes. To each tube 1 cc. of the dilution-water is 
added, so that the medium, so far as the protozoa are concerned, is ordinary 
soil extract + .05 per cent K 2 HP0 4 . But, if the dilutions are put up simply 
as above described, it has been found that the multiplication of the proto¬ 
zoa after excystation is rather slow and the microscopic work as a conse¬ 
quence is very tedious. It has been observed that inoculation of the soil 
extract with a protozoa-free culture of bacteria, prepared from a bloodmeal 
culture as described in the previous paper (p. 604) hastens the multiplication 
of the protozoa. The microscopic work is thus considerably facilitated. The 
procedure is to inoculate the soil extract with the protozoa-free culture and 
incubate for two days before inoculation from the dilutions. 

Subsequent work on the effects of moisture etc. on the protozoal con¬ 
tent of soils has shown that the dilutions 100, 1,000, 10,000, 100,000 etc. 
are not close enough to bring out differences due to the treatment of the 
soils. It has, therefore, been found necessary to employ closer dilutions. 
Those used are, for example: 100, 300, 500, 750, 1000, 3000, 5000 etc. 

When now the method is applied to the enumeration of protozoa In 
soils, it is found that the results are rather irregular. Up to a certain dilution 
all four parallels in each case give positive results. Then in the next three 
or four dilutions 1—3 of the parallels in each are positive, the remainder 
negative. Table I shows a typical case. The figures given in the columns 
indicate the number of parallels showing positive results. 


Table 1. 


Incubation 

| 


Dilutions 



period (22® C.) 

5000 | 

7500 

10,000 

30,000 

| 50,000 

75,000 

5 days 

i 

j 4 

1 

1 

1 

1 

0 

12 „ 

! 4 

3 

3 

2 

2 

0 

30 „ 

1 4 

4 

4 

3 

2 

2 


It will be observed that after five days incubation the development 
is regular up to and including 5000 with single positive results in each of the 
next four dilutions. On incubation for a further period of 25 days the re¬ 
gular development stage is pushed forward to the 10,000 dilution. But beyond 

1 ) Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 36. p. 419. 

*) Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 37. p. 521. 


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10 


Andrew Cunningham, 


this irregularities still remain. From the point of view of regularity, there¬ 
fore, the 30 days is no better than the 5 days period, although it gives a 
slightly higher result. But 30 days is as long an incubation period as could 
be conveniently adopted and consequently it was not considered advisable 
to investigate the effects of a longer period. And, as 5 days incubation give 
as satisfactory results as 30 days, the former has been adopted in subse¬ 
quent work. The question of the higher results obtained after 30 days need 
not be considered in view of the much greater convenience of the shorter 
period. In any case the dilution method, here as with bacteriological work, 
gives only relative, not absolute results. The whole of the protozoa in soils 
do not develop in soil extract. 

With a view to obtaining more regularity in the results some slight modifi¬ 
cations of the method were tried. In the dilution method, as used in bacterio¬ 
logical work, the addition of small quantities of sterile soil to the medium 
is found to have a beneficial effect on the growth of the soil bacteria. It 
was thought that the same might apply to the protozoa but this has not 
proved to be the case. Indeed, the use of sterile soil results in a much slower 
excystation of the protozoa and no improvement as regards regularity. The 
retardation of excystation is probably due to the extraordinarily bene¬ 
ficial effect which the soil has on the growth of the protozoa-free culture 
before the inoculation with protozoa. It has frequently been observed that 
the development of protozoa in a medium containing exceptionally large 
numbers of bacteria is considerably hindered. In a further experiment the 
inoculation with protozoa-free culture was omitted, only sterile soil being 
added. The results obtained were very low and quite as irregular as in the 
previous case. 

The effect of the reaction of the medium was next tested. But soil ex¬ 
tract + chalk as well as soil extract + .01 per cent hydrochloric acid and 
soil extract + .01 per cent caustic potash effected no improvement with 
regard to the regularity of the results. The ordinary soil extract + .1 per 
cent K 2 HP0 4 + protozoa-free culture was therefore used in all subsequent 
work and the last dilution in which all four parallels gave a positive result 
after 5 days incubation at 22° C. was adopted (quite arbitrarily, of course) 
as the protozoal content of the material examined. In all cases the results 
are given as numbers per gram of soil. 

With regard to the cause of the irregularity in the development in the 
dilutions, it is most probably to be explained on the supposition that the 
protozoa adhere very readily to the soil particles. It is exceedingly likely 
that the amoebae in particular may be carried over from dilution to dilution 
in this way. 

In the last paper, 58° C. was suggested as a temperature which would 
kill off all active soil protozoa capable of development on soil extract and 
so allow of a distinction being drawn between active and 
encysted forms. This temperature has been adopted in combination 
with the dilution method already described. Two sets of dilutions are gene¬ 
rally made, the first with the untreated soil, the second with the soil after 
heating to 58° C. The heating is generally carried out in the 100 dilution. 

As a result of further work it appears probable that a temperature of 
58° C. kills a number of the encysted protozoa in addition to the active forms. 
Thus, for example, it has been found that pure cultures of certain flagellate 
and ciliate cysts do not excyst after being heated to 58° C. and subsequently 


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Studies on Soil Protozoa. 


11 


brought into fresh media. The results of some experiments on the effect of 
drying on the protozoa may also be cited in this connection. Two samples 
of soil were allowed to dry at 22° C., A for 9 days, B for 16 days. Protozoa 
counts were then made as above described. Table 2 shows the results. 


Table 2. 







12 


Andrew Cunningham, 


it had been treated with .25 per cent potash for 1 hour, also in the 100 dilution 
Table 4 shows the results. 

Table 4. 


Soil 

Dilutions 

500 : 750 1 1000 

! 3000 I 

5000 

1. heated to 58° C. 

4 | 1 ; 2 

! 1 | 

0 

2. treated with .25 % KOH for 

1 hour . 

4 4 3 

2 ! 

3 


Here it will be observed that the heat has had a more drastic action 
on the cysts than has the potash. It appeared possible that this distinction 
might be due to the adsorption of some of the potash by the soil. It was- 
found, however, by titration of the remaining alkali with acid that, under 
the conditions of the above described experiments only 10—15 per cent 
of the potash is so put out of action, — a quantity quite insufficient to ac¬ 
count for the difference in the results obtained. 

From these experiments, therefore, it seems highly probable that heating 
to 58° C. kills a considerable number of the encysted protozoa. But it has 
been shown that heating to 58° C. is absolutely necessary if one wishes to 
make sure of killing off all active forms (particularly ciliates). From what 
has been said it is evident that it is impossible to fix upon a temperature 
which will destroy all active protozoa in soils and leave the cysts perfectly 
uninjured. This was only to be expected. In the case of the bacteria the 
power of resistance to heat of the active forms varies enormously and some¬ 
times even surpasses that of the spores of less resistant species. The same 
remark would appear to apply to the protozoa. Further, it must be re¬ 
membered that during a period of excystation or encystation of a particular 
species it is quite impossible to draw a hard and fast distinction between 
cyst and active form. And it is obvious that the various transition forms, 
encountered in such cultures must have very varied powers of resistance 
to heat. Any temperature selected for the purpose of distinguishing active 
protozoa from cysts must therefore be of a arbitrary nature. And as it i& 
better to select a temperature which will kill all active forms even if it does, 
injure some of the cysts, rather than one which will leave the cysts unhar¬ 
med and also probably some of the active forms alive, the continued use. 
of 58° C. seems to be justified. This view is supported by the results of ex¬ 
periments which will presently be discussed. It has been found that the num¬ 
bers obtained by the dilution method after heating to 58° C. (referred to,, 
later, as “Cysts”) show variations corresponding with variations in the 
treatment of the material. The method, therefore, yields useful results which, 
after all, is the best justification it can have. 

The results of the experiments on the effect of heat quoted above pro¬ 
bably rather exaggerate its injurious action. In this connection three points, 
must be kept in mind: 

1. It must be remembered that in those cases in which the cysts failed 
to excyst after heating to 58° C. pure cultures were dealt with. In the results 
of experiments on the effect of heat on cysts, described in the previous paper, 
the thermal death point of the most resistant cysts found in soil is given 
as 72° C. This does not, however, exclude the possibility of the presence; 
of forms with less resistant cysts. 


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Studies ou Soil Protozoa. 


13 


2. In the experiments on the effect of drying, the desiccation itself may 
have had an injurious action on the cysts and as a consequence may have 
rendered them a more easy prey to the injurious influence of the heat. 

3. In the potash experiment, protozoa which had been cultivated on 
an artificial medium (soil extract) and thus probably rendered less resistant, 
are dealt with. 


in. The Occurrence and Activity of Protozoa in Soils as indicated by the 

Dilution Method. 


The relative occurrence of the flagellates and amoebae in soil is indi 
cated in table 5: 

Table 5. 


Dilutions 

3000 

5000 

7500 

10,000 

Parallels 

A. B. C. D. 

| A. B. C. D. 

A. B. C. D. 

A. B. C. D. 

F = Flagellates 

A = Amoebae 

F. F. FA. F. 

FA. FA. F. F. 

FA. F. F. F. j 

F. FA. F. F. 


Dilutions 

30,000 

50,000 

75,000 

100,000 

Parallels 

1 

1 A. B. C. D. 

i . 

A. B. C. D. 

A. B. C. D. 

A. B. C. D. 

F = Flagellates 

A = Amoebae 

| F. F. — F. 

F.- 

-F. 

F.- 


The flagellates are seen to occupy first place. The amoebae are rather 
fewer in number but this may be due to the fact that they are rather sensi¬ 
tive to the presence of members of the other groups and are probably to 
some extent suppressed by them in the cultures. The ciliates are always 
present in much smaller numbers. They are rarely seen in dilutions exceeding 
100. But the appearance of the various groups in particular dilutions cannot 
be considered as giving any very sure indication of the relative occurrence 
of protozoa in soils. 

To the question as to whether the protozoa lead an active life in soil 
it has been shown that the action of heat combined with the dilution method 
does not give a definite answer. That question, however, is answered in the 
affirmative by the results of experiments which will now be discussed. 

a) The Effect of Temperature. 

1. On the number of protozoa in soils. For these ex¬ 
periments some garden soil was passed through a 2 mm. sieve and placed 
in an ordinary porous flowerpot. The moisture content was determined 
and adjusted to 70 per cent of the water holding capacity of the soil. It was 
kept at this saturation by watering with boiled water every day during the 
course of the experiment. The total numbers of protozoa and cysts growing 
on soil extract were determined by the method described above, immedia¬ 
tely after the first adjustment to 70 per cent W. H. C. The pot was kept in 
succession for 9 days at 5—7° C., for 7 days at 22° C. and for 7 days at 30° C., 
determinations of total numbers of protozoa and cysts being made before 
each change of temperature. Table 6 shows the results. 


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14 


Andrew Cunningham, 


Table 6. 


i 

Total Numbers 

7500 | 

10,000 1 

Dilutions 
30,000 | 

50,000 | 

75,000 

In original soil. 

4 

1 4 

2 



After 9 days at 5—7° C. . . . 

4 

i 4 

3 

1 

1 

After further 7 days at 22° C. 

4 

4 

4 

3 

2 

After further 7 days at 30° C. 

4 

4 

, 3 

2 

0 

Cysts 



Dilutions 




500 I 

750 

1000 ! 

3000 j 

5000 

In original soil. 

4 

4 

! 3 

2 


After 9 days at 5—7° C. . . . ! 

4 

4 

4 

1 

2 

After further 7 days at 22° C. . 

4 

4 

4 1 

2 

2 

After further 7 days at 30° C. . 

4 

4 

3 

4 

3 


It will be noted that after 9 days at 5—7° C. practically no change from 
the original numbers is observed. This is as was to be expected for the tem¬ 
perature was about the same as that to which the soil had been exposed 
in the garden and the only change in the conditions was that the soil in the 
flower-pot had received about 3 per cent more water than was present in 
the plot from which it was taken. But after a period of 7 days at 22° C. quite 
a considerable increase in the total number has taken place while the cysts 
have remained practically stationary. Exposure to a temperature of 30° C. 
for 7 days has caused a fall in the total numbers but a distinct rise in the 
number of cysts. The fall in the total numbers is readily explained when 
one bears in mind that certain of the soil protozoa in active form are killed 
by a temperature of 25° C. D o f 1 e i n 1 ) refers to the work of Grosse- 
A11 e r m a n n who showed that Amoeba terricola (Greet) is 
killed after a few hours at 25° C. But apart from this 30° C. is evidently too 
high a temperature to allow of the activity of quite a number of the protozoa 
in soils as is shown by the increase in the number of cysts. As the result 
of these experiments, therefore, a temperature in the neighbourhood of 22° C. 
seems to be the most suitable for the activity of the majority of the soil 
protozoa. 

But although 22° C. is the optimum for the majority of the protozoa 
in soils, this does not exclude the possibility of the presence of other organisms 
adapted to higher temperatures. In order to try to throw some light on 
this point a further experiment was undertaken. The protozoal content of 
a sample of soil which had been saturated with water and kept for 8 days 
at 22° C. was determined. The soil was then placed in the 30° C. incubator 
for 38 days during which time it was kept saturated with water. Determi¬ 
nations of the numbers of protozoa in the soil after 8 and 38 days respec¬ 
tively were made. For all three determinations quantities of the soil corre¬ 
sponding to the same dry weight were employed so that the figures in table 7 
are comparable. 

l ) Lehrb. d. Protozoenkunde. p. 319. 


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Studies on Soil Protozoa. 


15 


Table 7. 


Total Numbers 

10,000 

30,000 

Dilutions 

50,000 

75,000 

100,000 

After 8 days at 22° C. 

4 

4 

3 

2 

1 

After 8 days at 30° C. 

4 

1 

2 

2 

1 

After 38 days at 30° C. ... 

4 

4 

4 

2 


Cysts 1 



Dilutions 



1 

300 | 

500 

750 

1000 

1 3000 

After 8 days at 22° C. 




3 

2 

After 8 days at 30° C. 


4 

3 

1 

2 

After 38 days at 30° C. ... 

| 1 

2 

i 2 | 

2 

0 


A fall in the total numbers of protozoa is observed after 8 days at 30° C. 
as was to be expected from the results given above. But later the organisms 
which are adapted to the higher temperature show a marked increase in 
numbers. It is evident, therefore, that soil contains protozoa adapted to 
a temperature of about 30° C. and that these become active when the con¬ 
ditions are favourable for their growth. 

2 . On the kind of protozoa in soils. Observations on 
cultures (chiefly bloodmeal solutions -J- K 2 HPO 4 ) of soil protozoa, kept at 
various temperatures have yielded some interesting results. In such cases 
at temperatures below 8 ° C. flagellates only have been observed. These appear 
to multiply much more rapidly at the low temperature than they do at 22 ° C., 
for example, and they continue for a much longer period in the active form. 
In cultures kept at 22 ° C. flagellates, ciliates and amoebae may all be pre¬ 
sent. At 30° C. on the other hand the fauna of culture solutions consists 
practically entirely of ciliates. A few flagellates are sometimes observed 
at first. At 38° C. few protozoa develop. Only amoebae have been observed. 
These points are of importance from the point of view of securing pure cul¬ 
tures of the respective groups. 

As to the effect of temperature on the kind of organisms leading an 
active life in soil, little definite information has been obtained. Ciliates (in 
addition to flagellates) have been observed directly under the microscope 
in droplets taken from the surface of a saturated soil kept at 30° C. The 
forms seen belonged to the genus Balantiophorus. Such organisms 
may, therefore, be of importance in sewage and waterlogged soils during 
hot summer weather in temperate climates and also in the ricefields of tro¬ 
pical countries. 

b) Effect of Moisture. 

1 . On the number of protozoa in soils. In the follo¬ 
wing experiments the temperature was kept constant at 22 ° C. 

Experiment I. The water content of a sample of garden soil was 
adjusted to 70 per cent of its water holding capacity and a determination 
of the number of protozoa present was made by means of the dilution me¬ 
thod. The sample was divided into three portions. In the first case 10 grams 
of the soil was placed in a P e t r i dish. The lid was kept raised so as to allow 
of evaporation of moisture but prevent contamination from the air. 


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16 


Andrew Cunningham, 


The second portion consisted of 30 grams of soil, also in a P e t r i dish. This 
sample was saturated with water and the lid allowed to remain in position 
to prevent evaporation as much as possible. The third portion consisted 
of the remainder of the sample in a flower pot covered with cotton wool to 
minimise evaporation but allow free access of air. The first portion was 
allowed to dry for nine days, the second was kept saturated for 8 days while 
the third was kept at 70 per cent W. H. C. for 7 days. At the end of these 
periods a determination of protozoa was made for each portion. In the case of 
the dry and saturated samples quantities corresponding to 1 gram of the 
70 per cent sample were taken for the dilutions. The results are shown in 
table 8. 

Table 8. 


Total Numbers 
in 

1000 

3000 

5000 

Dilutions 

7500 

10,000 

30,000 

1 

1 

50,000 k 

Original sample. . 
Dried sample . . 
70% W. H. C. 

sample. 

Saturated sample . 

4 

4 

4 

4 

4 

2 

4 

4 

4 

2 

4 

4 

4 

2 

4 

4 

■ “ 1 

4 

0 

4 

4 

2 

1 

4 

4 

t 

3 

3 

Cysts 




Dilutions 




in 

300 | 

500 

750 | 

1000 1 

3000 ! 

5000 | 

7500 

Original sample. . 

4 

4 

1 

4 

3 

2 



Dried sample . . 



4 

3 

1 

0 

0 

70% W. H. C. 








sample. 

4 

4 

4 

4 

2 

2 

1 

Saturated sample . 




3 

2 

0 

1 


The effect of drying is seen in the reduction of the total numbers. The 
70 per cent and saturated samples have given the same increase. The cysts 
show practically no change as a result of the variations in the treatment. 

Experiment II. In this case the original sample was divided into 
two portions. One was allowed to dry for 9 days: the other was kept satu¬ 
rated for 7 days. Bacterial counts were also made on the samples, agar at 
22° C. being used as medium. Otherwise the procedure was the same as in 
Expt. I. Table 9 shows the results. 

Table 9. 


Total Numbers 
in 



Dilutions 



Bacteria 

(millions 

750 

1 1000 

3000 ; 

5000 ! 

7500 

10,000 

per gram) 

Original sample .... 




4 

2 

2 

13.95 

Dried sample. 

| 4 

3 

2 

2 



6.90 

Saturated sample . . . 



4 | 

4 

3 

3 

5.20 

Cysts 



Dilutions 



1 

in 

100 

300 

1 500 1 

! 750 

1000 

! 3000 


Original sample .... 


i 

4 

1 

2 

1 1 


Dried sample . 


1 3 

; 2 

3 

1 

0 


Saturated sample . . . 


i 1 

! i 

2 

2 

1 0 



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Studies on Soil Protozoa. 


17 


Drying has again resulted in a reduction in the numbers of protozoa 
while the saturation of the soil with water has produced a slight increase 
in total numbers and a very decided decrease in the number of cysts. The 
bacterial content has in both cases fallen considerably and it is noteworthy 
that from the saturated soil more bacteria have disappeared than from that 
which has been exposed to drying. But the conditions in the saturated soil 
cannot be regarded as very unfavorable for bacterial growth, for the layer 
of soil and water is quite a thin one (about % inch). 

Experiment III. The plan in this case was similar to that adopted 
in Expt. I but bacterial counts on agar at 22° were added. The dried soil 
was kept for 16 days: the 70 per cent sample for 15 days and the saturated 
sample for 14 days. Table 10 contains the results. 


Table 10. 


Total Numbers 
in 



Dilutions 



Bacteria 

1 (millions 

750 

| iooo ! 

3000 

5000 1 

7500 j 

! io.ooo 

per gram) 

Original sample .... 

4 

3 

2 

1 

l 

i ! 

^ 0 

8.1 

Dried sample . 

70 % W. H. C. sample 

4 

3 




i ; 

3.1 

4 

4 

4 

3 

1 

2 , 

6.4 

Saturated sample . . . 

4 

4 

4 

4 J 

4 

4 | 

6.7 

Cysts in 

j 


Dilutions 












50 

I 100 

| 300 

| 500 

! _ 750 L 

[ 1000 


Original sample .... 

0 

1 

1 .. 

i 0 

0 

j 'o 

0 


Dried sample . 

4 

4 

4 

3 

2 

2 


70 % W. H. C. sample . 

3 

2 

0 

0 

0 

0 


Saturated sample . . . , 

3 

i- 1 

1 

0 

; o ; 

0 



Here the drying has caused no decrease in the total numbers of protozoa. 
The latter appear all to have been able to encyst before the soil became too 
dry for active life. This view is supported by the fact that the cysts have 
shown a marked increase in the dried sample. Very decided increases in total 
numbers are observed in the 70 per cent and saturated samples, especially 
the latter. The fall in the bacterial content of the 70 per cent and satu¬ 
rated samples is not so marked in this instance as it was in the case of the 
saturated sample in Expt. II. This is probably due to the fact that the proto¬ 
zoal activity had reached its maximum before the counts were made as is 
indicated by the increase in the number of cysts. The same cause has pro¬ 
bably resulted in an obliteration of any difference, which might have been 
expected, in the bacterial contents of the 70 per cent and saturated samples 
as a result of the difference in the protozoal content of the latter. 

Experiment IV. The 70 per cent sample, after use in Expt. Ill 
was employed as the starting point in this experiment. The samples to be 
dried and saturated respectively were taken from it and the remainder was 
kept for a period of 12 days at 70 per cent W. H. C. The dried sample was 
kept for 14 days, the saturated sample for 12 days and bacterial and proto¬ 
zoal counts were made for all three samples as in the last experiment. The 
results obtained are given in table 11. 

Zweite Abt. Bd 42. 2 


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18 


Andrew Cunningham, 


Table 11. 


Total Numbers 1 

i 

in 

500 1 750 | 

1000| 3000 j 

Dilutions 

5000 1 7500! 10,000 30,0001 50,000 

Bacteria 

Original sample. . . 

; 4 

4 4 

3 

1 

2 

I 


6.4 

Dried sample . . . 

4 j 3 

1 2 






3.8 

70 % W. H. C. sample 


4 3 

3 

1 

2 

3 


8.0 

Saturated sample . . 

1 i 

i i 

1 4 

4 

4 

4 

| 4 

4 i 

7.2 


Cysts in 

50 

1 100 

300 

Dilutions 
500 [ 750 1 1000 ! 

3000 _ 



Original sample. . . 

3 

! 2 

0 

0 ; 0 

r 

°: 

0 



1 

Dried sample . . . 


3 

J 1 

1 1 0 

! o 1 

0 




70 % W. H. C. sample 

2 

3 

1 1 

0 

! : 





Saturated sample . . 

2 

3 j 

I 1 

! 0 | 

i 

1 1 






Drying has, in this instance, lowered the numbers of protozoa pre¬ 
sent, while the cysts again remain considerably behind the total numbers. 
The 70 per cent sample is, at the end of the experiment, in practically the 
same condition as it was at the beginning. It is obvious, therefore, that the 
protozoa in the sample had reached the maximum of their activity during 
the course of the preceeding experiment. Thus, these results confirm those 
of experiment III. The saturated sample in experiment IV has again shown 
a great increase in the numbers of protozoa. 

The increase in the bacterial content of the saturated sample as compared 
with the bacterial content of the 70 per cent sample at the beginning of the 
experiment is again probably due to the protozoal activity having passed 
its maximum. The increase in the bacterial numbers in the 70 per cent sample 
during the course of the experiment was only to be expected from what 
has already been deduced. 

2. On the kind of protozoa in soils. In the cultures 
made from the dilutions, considerable variations are to be observed in the 
kind of organisms obtained from saturated, 70 per cent W. H. C. and dry 
soils. In cultures from saturated soils practically only flagellates are found. 
The 70 per cent and dried samples on the other hand yield amoebae in addition 
to flagellates. Ciliates are seldom seen in any of the cultures. It seems highly 
probable, therefore, that the flagellates may require a rather moist medium 
for the unfolding of their activities. The amoebae appear to prefer a some¬ 
what drier soil. But it is possible that they may also lead an active life in 
saturated soils but may be suppressed in the cultures by the flagellates which 
are present in large numbers in such soils. 

To summarise the results of these experiments on the effects of tem¬ 
perature and moisture on the soil protozoa: It has been shown 
that some, at least, of the protozoa in soils lead 
an active life and are capable of multiplying to 
quite a considerable extent when the conditions 
become favourable. It is also very probable that 
those protozoa which do lead an active life in soils 
(as indicated by the dilution method) are capable 


I 


I 


k 


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Studies on Soil Protozoa. 


19 


of limiting the numbers of bacteria present in the 
latter. But this point still requires some elucidation. 

IY. The Influence of Protozoa on the numbers of Bacteria developing in 

Ammonifying Solutions. 

In order to obtain some information on the capacity of soil protozoa 
for destroying bacteria in solutions, it was thought necessary to have a me¬ 
thod of suppressing the former. In the literature one finds that P. T. M ii 1 - 
1 e r 1 ) employed Saponin for this purpose, in connection with his investigation 
on the protozoa of swimbaths. The concentration used was .5 per cent and 
it is stated that this had no injurious action on the bacteria. 

The use of Saponin was, therefore, applied to ammonifying solutions 
inoculated with soil. 1 per cent bloodmeal in water was heated to one and 
a half atmospheres in the autoclave and filtered. .05 per cent K 2 HP0 4 was 
added and 100 cc. of the solution sterilised. After cooling this nutrient so¬ 
lution was inoculated with 5 grams of garden soil and incubated for 18 hours 
at 22° C. The bacterial content of the solution was determined (agar, in¬ 
cubated at 22° C. has been used as medium for bacterial counts all through 
this section and the results are stated in the tables as millions per cc.). The 
solution was divided into two equal parts in small sterile flasks and one 
portion received .5 per cent saponin. Plates were poured from both portions 
at the intervals indicated in table 12. 


Table 12. 

Bacterial Content of solution before division = 2.6. 


Time since 
division 

Solution with saponin 

Solution without saponin 

of solution 

Bacteria (cc.) 

Protozoa (cc.) 

Bacteria (cc.) 

Protozoa (cc.) 

1 hour 

4.55 


6.45 


3 hours 

9.05 

— 

12.80 

— 

6 „ 

12.90 

— ' 

31.00 

— 

24 „ 

75.00 

— 

56.00 

400 F. 

4 days 

10 „ 

20 „ 

100.00 

68.00 { 

220.00 { 

■ 400 F 

active F and C 
under 200 
1200 C 

400 A 

56.00 { 

} 26.00 { 

} 23.50 

15.000 F 
i 1000 C 

' 200 F 

1200 C 
Under 200 

30 „ 

260.00 


14.90 

— 


F = flagellates. 

C = ciliates. i 

K = amoebae. 



The active protozoa present were counted by the microscopic method. 
The immediate effect of the saponin is seen in the depression in the num¬ 
bers of bacteria in the solution. This, however, does not last long. After 
24 hours the protozoa developing in the solution without saponin begin to 
exercise a decided depressing effect on the number of bacteria and this has 
continued throughout the experiment. But the contrast between the bac¬ 
terial contents of the two portions is doubtless somewhat minimised be¬ 
cause the saponin has failed to entirely suppress the protozoa. 

After 10 days a clearing in the saponin solution set in which, taken in 
conjun ction with the great increase in the bacterial content, appears to point 

*) Arch. f. Hyg. Bd. 75. 1912. p. 321. 

2 * 


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20 


Andrew Cunningham, 


to the decomposition of the saponin. In order to test this two equal quantities 
of filtered 1 per cent bloodmeal solution + K 2 HP0 4 , one of which contained 
.5 per cent saponin were each inoculated with 1 cc. of a protozoa-free culture 
of bacteria. Bacterial counts were made at the intervals shown in table 13. 


Table 13. 


Time since 
inoculation of 
solutions 

Bacterial content of solution 

With Saponin | Without Saponin 

1 day 

185 

! 185 

4 days 

1250 

I 1700 

10 „ 

2300 

I 1050 

20 „ 

1600 

| 650 


From the results here obtained it is very probable that the bacteria 
attack the saponin and that the resulting increase in bacterial numbers will 
exaggerate the destructive effect of the protozoa. A second disadvantage 
in the use of saponin is that at a concentration of .5 per cent it does not en¬ 
tirely suppress the protozoa. Higher concentrations have been tried but 
up to 3 per cent one can never be certain that the whole of the protozoa will 
be excluded. It appears, therefore, that saponin is of little value for this 
purpose and its use has been abandoned. In the work described by P. T. 
Miiller the action of the saponin was quite satisfactory. But it must 
be noted that water was employed as the medium, not a nutrient solution. 

Recourse was next had to the simple method of inoculation of the so¬ 
lutions with bacteria alone and with bacteria + protozoa. 50 cc. quantities 
of 1 per cent bloodmeal solution (filtered) + .05 per cent K 2 PH0 4 were em¬ 
ployed. One flask was inoculated with bacteria + protozoa from a culture 
of protozoa from soil, the other received as nearly as possible an equal inocu¬ 
lation from the same culture of bacteria alone. The method of inoculation 
was the single drop method already referred to. Table 14 shows the num¬ 
bers of bacteria and protozoa developing in the solution. 

Table 14. 


Time since 
inoculation of 
solution (days) 


Fewer than 


1 

10 

8 

— 

.01 

.03 

— 

6 

736 

505 

65,000 F. 

860 j 

801 

— 

10 

625 

350 

! 25,000 F. 

2100 

1400 { 

j C. under 
200 

20 

700 

270 

15,000 F. 

1120 

49 

1600 C. 

30 

370 

53 j 

25,000 F. i 

635 

! 21 J 

200 C. 


It will be observed that in both experiments the solutions to be com¬ 
pared started with practically equal inoculations of bacteria and that the 
subsequent depression in the bacterial numbers is marked and runs more 
or less parallel with the numbers of active protozoa present. In experiment B 
after 20 clays in addition to the 1600 Ciliatcs given at least 50,000 cysts were 


A. 

Bacteria 1 Bacteria + Protozoa 
alone . Bacteria Protozoa 


B. 

Bacteria j Bacteria + Protozoa 
alone Bacteria I Protozoa 


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Studies on Soil Protozoa. 


21 


counted. This accounts for the very rapid fall in the number of bacteria 
between the tenth and twentieth day. The results after 30 days indicate 
very clearly the destructive power of the protozoa. In A flagellates only 
were present: in B ciliates only and as was to be expected the results show 
that the latter are the more active in the killing off of the bacteria. 

This method of inoculation, although it has given quite good results 
is not entirely satisfactory. The difficulty lies in the uncertainty as to whe¬ 
ther the protozoa will develop after inoculation. This is probably due to 
the fact that the inoculum is very small compared with the bulk of the me¬ 
dium. The protozoa are thus forced to encyst until the bacteria develop 
and during this process the bacteria very frequently appear to take the upper 
hand. 

Another method of inoculation was tried. The medium (.4 per cent 
bloodmeal, unfiltered, + .05 per cent K 2 HP0 4 in 100 cc. quantities in 
Erlenmeyer flasks) was inoculated from a protozoa-free bloodmeal 
culture, each flask receiving a loopful. After 2 days at 22° C. some of the 
flasks received in addition a loopful of a bloodmeal culture containing pro¬ 
tozoa from soil, so that from the beginning they contained more bacteria 
than the protozoa-free cultures. The development of the protozoa was now 
much more regular. Bacterial counts were made after 10 and 20 days and 
the numbers of active protozoa were determined roughly by the microscopic 
method. The results are shown in table 15. 


Table 15. 


No. of 

A 

Lfter 10 days 

J 

After 20 days 

Expt. 

Bacteria 

Bacteria + Protozoa 

Bacteria 

Bacteria + Protozoa 


alone 

Bacteria 

Protozoa 

alone 

Bacteria 

Protozoa 

i 

480 

260 

30,000 F. 

167 

156 

10,000 F. 

2 

790 

420 

5,000 F. 

260 

358 

0 

3 

} 530 { 

440 

6,000 F. 

> * 10 { 

235 

All encysted 

4 

600 

10,000 F. 

320 

All encysted 

5 

} 870 { 

480 

25,000 F. 

} 420 < 

90 

60,000 F. 

6 

780 

20,000 A. 

150 

All encysted 


Quite a marked reduction in the bacterial numbers is obtained as & 
result of the presence of the protozoa in all six experiments. The reduction 
is, however, somewhat variable and even varies during the course of the 
individual experiments. In 2, for example, although the protozoa have caused 
a great reduction in the numbers of bacteria after 10 days, after 20 days the 
number of bacteria in the protozoa culture is actually higher than in the 
protozoa free culture. The protozoa present in this case were large flagellates. 
But after 20 days no traces of protozoa, active or encysted, could be found. 
The protozoa had probably died off without encysting and then been attacked 
by the bacteria. This view receives support from the frequent observation 
in ammonifying solutions of protozoa, showing absolutely no signs of life 
but yet without any traces of a cyst membrane surrounding them. It i& 
quite probable, therefore, that some species of protozoa die off without being' 
able to encyst when the concentration of ammonia or other products of 
the activity of bacteria reaches a particular level. Their bodies would then 
be a ready prey to the attacks of bacteria and the latter might increase in 
numbers as a consequence. 


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UNIVERSITY OF CALIFORNIA 



22 


Andrew Cunningham, 


The reductions in the numbers of bacteria as obtained in these experi¬ 
ments are on the average smaller than those given in table 14. But it must 
be remembered that the bacterial content of the protozoa cultures at the 
beginning was in all cases larger, probably often much larger, than that of 
the protozoa-free culture. The only satisfactory method for securing com¬ 
parable results, therefore, is the inoculation of equal numbers of bacteria 
from a protozoa culture in the one instance and from a protozoa-free cul¬ 
ture (prepared from the protozoa culture) in the other, on to fresh media 
and the determination of bacterial numbers in both solutions at intervals. 

The results given in this section prove conclu¬ 
sively that the soil protozoa, in solution at all 
events, exercise a very decided limiting effect on 
the numbers of bacteria. The question of the rela¬ 
tive activity in this direction of the three main 
groups of protozoa — flagellates, ciliates and 
amoebae — remains to be investigated. 


V. The Influence of Protozoa on Ammonification in Solution Tests. 


As a preliminary experiment in this direction, the quantities of am¬ 
monia produced in some of the cultures used in the last section were de¬ 
termined. The conditions in these cultures may be briefly recapitulated. 
Each culture contained .4 grm. bloodmeal + .05 grm. K 2 HP0 4 in 100 cc. 
water. After sterilisation in the autoclave to two atmospheres pressure, each 
was inoculated with one loopful of a protozoa-free bloodmeal culture and 
incubated for 2 days at 22° C. Some of the cultures then received each one 
loopful of a bloodmeal protozoa culture from soil. At the end of the incubation 
period (20 days at 22° C.) all were distilled with magnesia and the ammonia 
evolved determined (See table 16 which gives the results after deduction 
of controls). 

Table 16. 


Number of 
Experiment 


Mgs. nitrogen as ammonia in culture 
containing 

Bacteria alone i Bacteria + Protozoa 


1 

2 


3 

4 

5 

6 


> 


21.4 

21.3 

20.6 

19.4 

19.6 { 

17.5 

18.3 

19.7 { 

18.0 

19.0 


From the results of the bacterial counts (table 15) one would naturally 
expect that ammonification would be depressed in presence of the protozoa. 
But the protozoa cultures have given an ammonification figure only slightly 
lower than that obtained in the protozoa-free cultures. The difference is 
comparatively insignificant. When the conditions prevailing in these ex¬ 
periments are kept in mind it seems probable that the higher original bac¬ 
terial content of the protozoa cultures may account for the unexpectedly 
high ammonification number obtained from them. It is probable that the 
ammonification in the protozoa cultures, before development of the latter 
organisms may have been very rapid — so rapid that the subsequent fall 


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Studies on Soil Protozoa. 


23 


in bacterial numbers and consequent ammonifying power has been only 
just capable of neutralising it. 

The only satisfactory method of deciding the matter seemed to be the 
inoculation of equal numbers of bacteria into solutions with and without 
protozoa. The microscopic method of counting bacteria was employed for 
this purpose. But in the case of these bloodmeal solutions the method was 
rather uncertain in its results, because of the difficulty in distinguishing 
the smaller species of bacteria from fine particles of bloodmeal etc. The num¬ 
bers of bacteria counted in the solutions, as a result of plating on agar, sho¬ 
wed wide differences from those given by the microscopic method. In the 
first set of experiments the solutions were inoculated from bloodmeal cultures 
of protozoa + bacteria and bacteria alone, respectively. The inoculations 
of bacteria were arranged by the microscopic counting method so as to be 
approximately equal. The counts on agar at 22° C. indicated, however, that 
the protozoa-free cultures had each received about 353 millions, the protozoa 
cultures on the other hand 440 millions of bacteria. The solutions employed 
were similar to those used in the last experiment. It was found advantageous 
to incubate all the cultures for 2 days with equal inoculations of protozoa- 
free culture before inoculation with bacteria or bacteria -f protozoa as the 
case might be. The solutions were incubated for a total period of 20 days, 
from the first inoculation, at 22° C. The protozoa were present in obser¬ 
vable numbers in 2 days after inoculation — i. e. four days from the first 
inoculation with bacteria. The ammonia was determined by distillation 
with magnesia and the results so obtained (after deduction of controls) are 
shown in table 17. 


Table 17. 


Number of 
Experiment 


Mgs. nitrogen as ammonia in solution 
containing 

Bacteria alone Bacteria + Protozoa 


1 

2 

3 

4 

5 


19.3 

21.2 


15.3 

16.4 
14.3 
15.2 
15.7 


In spite of the fact that the protozoa cultures started out with an in¬ 
oculation of 87 millions or about % more bacteria than the protozoa free 
cultures, they give a markedly lower figure for ammonification. The averages 
are, for the protozoa-free cultures 20.3 mg. N and for the protozoa cultures 
15.4 mg. N. This difference lies well outside the limits of experimental 
error. 

In the last experiment which it has been possible to carry out in this 
direction, the bloodmeal cultures were inoculated, as above described, with 
580 millions bacteria and 480 millions bacteria + protozoa (as indicated by 
counts on agar at 22° C.). The conditions were otherwise the same as in the 
previous experiment. The quantities of ammonia produced in the cultures 
after 20 days at 22° C. are shown in table 18. (Controls have been de¬ 
ducted.) 


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24 


Andrew Cunningham, 


Table 18. 


Number of 
Experiment 


Mgs. nitrogen as ammonia in solution 
containing 

Bacteria alone | Bacteria + Protozoa 


2 19.5 

3 j 19.6 


16.2 

17.3 

16.9 

16.0 


It is unfortunate that in this case the original inoculation of bacteria 
in the bacteria + protozoa cultures was so much smaller than that in the 
bacterial cultures. The experiment is, therefore, of little value in helping 
towards a solution of the question. 

As to the appearance of the cultures with and without protozoa the 
latter have generally been somewhat brown in colour, the former greenish. 
Further the two sets of solutions smell quite differently. In the protozoa 
cultures the vile-smelling decomposition products usually associated with 
ammonification appear to be absent. 

It had been intended to carry this section of the work much further 
but circumstances unfortunately do not permit. The results, so far as ob¬ 
tained, do not justify any very definite conclusions. The organisms dealt 
with are, with one exception, the flagellates and it seems probable that these 
may have a depressing influence on ammonification. The whole question, 
however, requires to be thoroughly investigated. 


VI. The Inoculation ol Protozoa into partially sterilised Soils. 

In the second paper of Bussell and Hutchinson 1 ) on the 
effect of partial sterilisation of soils, it is stated that the authors have failed 
to observe a depression in the numbers of bacteria in partially sterilised 
soils as a result of inoculation with mass cultures of protozoa. This is attri¬ 
buted to the great multiplication of bacteria which takes place on the intro¬ 
duction of the considerable quantity of nutrient material contained in the 
culture. Greig Smith 2 ) also failed to obtain a reduction in the numbers 
of bacteria, after inoculation of partially sterilised soil with protozoa cul¬ 
tures. 

Two experiments bearing on this point have been carried out here. 
For the first experiment 500 grams of air-dry soil was passed through a 2 mm. 
sieve. 2.5 cc. Formalin in 20 cc. water was rubbed up with the soil in a mortar 
and allowed to act in a glass bottle with close fitting stopper for 6 days. A 
sterile suspension of 3 grams freshly slaked lime in 50 cc. water was added 
to combine with the Formalin and render it harmless. The bottle was placed 
in the 38° C. incubator for one day. After some weeks at room temperature 
the soil was thoroughly broken up with a large, sterile, metal spatula and 
weighed out in 20 gram quantities into sterile Erlenmeyer flasks. 
The water content was not determined but it probably amounted to about 
10 per cent. 

’) Journ. of Agric. Sc. V. 2. p. 152. 

*) Proc. T.inn. Soc. N. S. Wales. Abstracts. 1912. p. 2—3; Ref. CentralbL f. Bakt. 
Abt. 1L Bd. 39. p. 152. 


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Studies on Soil Protozoa. 


25 


In order to try to minimise, as much as possible, the effects of the nu¬ 
trient matter in the protozoa culture solution, soil extract + .05 per cent 
K 2 HP0 4 was selected as medium. This was inoculated with soil and after 
the protozoa had developed a protozoa-free culture was prepared from it. 
Both soil extract cultures were kept for about 2 months before being used 
for inoculation purposes. Two of the flasks containing sterilised soil received 
each 1 cc. of the protozoa culture, the other two 1 cc. of protozoa-free cul¬ 
ture. All four received 1 cc. of sterile water each, in addition, in order to 
bring up the water-content of the soil to about 20 per cent (roughly 70 per 
cent of the water holding capacity). In order to represent, more or less, 
the conditions obtaining in Russell and Hutchinson’s experiments 
a second series of 4 flasks Was inoculated, two with protozoa + bacteria 
and two with bacteria alone as in the last case. The sterile water was replaced 
in this instance by an equal quantity of a sterile 2 per cent filtered fleshmeal 
solution. Of the controls two received 2 cc. sterile water each, the remaining 
two each 1 cc. sterile water and 1 cc. sterile fleshmeal solution. 

The bacterial content of the protozoa-free culture was 121 millions 
per cc.: that of the protozoa culture 12 millions per cc. (agar at 22° C. was 
used as medium for the counts in this section). The numbers of bacteria 
in the soil samples used in the experiment were determined after 20 days 
at 22° C. The water-contents were adjusted once more to roughly 20 per cent 
with sterile water and the flasks were allowed to remain for a further period 
of 20 days at 22° C. The bacterial contents of the soil samples were again 
determined (table 19). 

Table 19. 


Number 

Inoculation 

Bacterial content 
(millions per gram) after 

20 days * 40 days 

1 

f 1 cc. protozoa free culture + 1 cc. i 

155 

100 

2 

l sterile water f 

240 

240 

3 

/ 1 cc. protozoa culture + 1 cc. sterile ^ 

180 

200 

4 

l water / 

110 

160 

5 

( 1 cc. protozoa free culture + 1 cc. \ 

170 

250 

6 

X sterile fleshmeal soln. i 

255 

220 

7 

t 1 cc. protozoa culture + 1 cc. sterile \ 

310 

200 

8 i 

\ fleshmeal soln. / 

340 

140 


The results of the bacterial counts are rather irregular. This is probably 
due to the fact that the soil samples used were only watered once during the 
experiment. The inoculation of bacteria, therefore, probably did not get 
thoroughly distributed in the soil. The only cultures which have shown a 
decided depression in bacterial numbers after 40 days (as compared with 20) 
are Nos. 7 and 8. Here the lowering in numbers is quite marked and con¬ 
siderably larger than in any other case. After the bacterial counts were made 
the soil samples were covered with soil extract + K 2 HP0 4 and incubated 
for 7 days at 22° C. At the end of this period the cultures so made from 
Nos. 8, 4, 7 and 8 contained active protozoa. 7 and 8 showed decidedly larger 
numbers than did 3 and 4. The remaining 4 soil samples as well as the con¬ 
trols showed no protozoa. But the original “sterilised” soil and the controls 
contained numerous bacteria. 


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26 


Andrew Cunningham, Studies on Soil Protozoa. 


From the results here given it is probable that the inoculated protozoa 
have been active in Nos. 7 and 8. But the period of activity under the con¬ 
ditions of the experiment must have been a short one as after the single 
watering the soil would very soon become too dry for active life. This, in 
all probability, accounts for the comparatively small depression in bacterial 
numbers. 

For the confirmatory experiment the soil was sterilised with Formalin 
in the flasks in which it was to be subsequently used. Quantities of 50 grms. 
of air-dry sieved soil were rubbed up in a mortar with 2 cc. of a solution con¬ 
taining 5 cc. Formalin + 35 cc. water. 45 grams of the soil was immediately 
weighed out into each of the flasks. The flasks used were small Erlen- 
meyer’s closed by tight-fitting corks. The Formalin was allowed to act 
for 6 days and was then decomposed with slaked lime as described in the 
last experiment. Each flask received 5 cc. of a sterile suspension of 5 grams 
Ca(OH) 2 in 100 cc. water (water content of soil in flasks = 70 per cent W. 
H. C.). The flasks were placed in the 38° C. incubator for 24 hours. The 
soil in each was thoroughly broken up with a sterile spatula and the flasks 
put back in the incubator for another day. The corks were then replaced 
by sterile cotton-wool stoppers and the flasks weighed. After several days 
in the 38° C. incubator to hasten evaporation, the flasks received the inocu¬ 
lations shown in table 20 and the water content of the soil was brought up 
to 70 per cent W. H. C. The water content was readjusted once a week to 
this level and after 25 days bacterial counts were made for the various soil 
samples. 

Table 20. 


Number 

Inoculation 

Bacterial Content 
(millions per gram) 

1 

t 1 cc. protozoa-free culture + 1 cc. protozoa t 

! 100 

2 

\ culture + 1 cc. sterile water / 

52 

3 

i 1 cc. protozoa-free culture + 1 cc. protozoa y 

133 

4 

\ culture + 1 cc. sterile 2 % fleshmeal soln. / 

77 

5 

/ 1 cc. protozoa-free culture + 2 cc. sterile y 

— 

6 

X water / 

860 

7 

( 1 cc. protozoa-free culture + 1 cc. sterile \ 

420 

8 

\ water + 1 cc. sterile fleshmeal soln. / 

950 

9 

2 cc. sterile water + 1 cc. sterile fleshmeal soln. 

— 

10 

3 cc. sterile water 

— 


Soil extract cultures were prepared from the soil samples as in the last 
experiment. Those from nos. 1—4 showed numerous active flagellates after 
7 days at 22° C. In the remainder of the cultures no protozoa were found. 
The controls 9 and 10 remained practically sterile. They contained fewer than 
10 bacteria per gram. 

The plates poured for no. 5 remained sterile. The lowest dilution used 
was 1 million. It is practically certain, however, that this must have been 
due to a slip in the manipulation and as the samples had been used for soil 
extract cultures before it was discovered the mistake could not be rectified. 
At all events the soil extract culture showed quite as good a development 
of bacteria as was got from samples 6, 7 and 8. 

The protozoa free culture contained 184 millions, the protozoa culture 
24 millions bacteria per cc. and as the soils inoculated with protozoa received 


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Bichard Harder, Morphologic und Physiologic von Hyalopus etc. 27 


in addition 1 cc. of the protozoa free culture they contained at the beginning 
of the experiment about 24 millions more bacteria than the soils inoculated 
with protozoa-free culture alone. But during the course of the experiment 
the conditions have become reversed and the soils containing protozoa now 
show a bacterial content of, on the average, about 1 / 8 that of the soils inocu¬ 
lated with protozoa-free culture. The reduction in bacterial 
numbers in the soils inoculated with protozoa is 
very marked and lies well outside the limits of ex¬ 
perimental error. The conclusion may safely be drawn, therefore, 
that the limiting factor or at least one limiting factor (of Russell and 
Hutchinson) has been inoculated into the sterilised soils and has pro¬ 
duced its effects on the numbers of bacteria. This limiting factor can thus 
be cultivated on soil extract medium. That it has not simply been introduced 
into the sterilised soils with the soil used for inoculation of the soil extract 
(i. e. without having grown on the latter) is proved by the fact that for the 
second experiment subcultures (made by inoculation of 1 loopful of the 
original cultures on to fresh sterile medium) were used. Large numbers of 
protozoa were observed in the solutions used for inoculation and these orga¬ 
nisms were cultivated once more on soil extract from the soils which showed 
low bacterial counts. And, as it has been shown that the protozoa are capable 
of reducing the numbers of bacteria in solutions it appears justifiable to con¬ 
sider them as the limiting factor in soils. 

In conclusion I wish to thank Prof. L 6 h n i s for having suggested this 
work on the soil protozoa and for advice, ever at my disposal, during the 
carrying out of it. 


Nachdruck verboten. 

Morphologic und Physiologie von Hyalopus 
heterosporus nov. spec. 

Von Richard Harder. 

Mit 1 Tafel und 25 Figuren im Text. 

Der Organismus, der in der vorliegenden Arbeit beschrieben ist, wurde 
im botanischen Institut in Kiel in einer von K a h 1 b a u m bezogenen 
Normallosung von Ammoniumchlorid gefunden. Er bildete darin grauweifie 
Buschel von % bis y 2 cm Durchmesser, die in der Flussigkeit an der Wand 
der Glasflasche angewachsen waren. 

Mikroskopische Untersuchung ergab, daB es sich tun einen Pilz handelte, 
und zwar um eine bisher noch unbekannte Art der Gattung Hyalopus. 

Seine Kultur schien interessant, weil ihm in der chemisch reinen Normal¬ 
losung von Ammoniumchlorid Mineralsalze nur in sehr groBer Verdiinnung 
geboten waren und eine Kohlenstoffquelle theoretisch iiberhaupt fehlte. 

Durch tlberimpfen des Mycels auf verschiedene Nahrboden lieBen sich 
leicht Rohkulturen des Pilzes herstellen, von denen eine aus einer einzelnen 
Spore stammende Reinkultur gezogen wurde. 

Beschreibung des Pilzes. 

Der Pilz wuchs auf gut emahrenden festen Substraten mit schneewei- 
Bem, dichtem Mycel, das eine vollig kompakte Decke von einigen Millimeterii 


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28 


Bichard Harder, 


Hohe bildete. Sporen waren makroskopisch nicht zu erkennen. Am Rande 
der Kolonie befand sich meist ein 1—3 mm breiter Saum, der grau erschien 
und besonders aus dem Substrat anliegenden Hyphen bestand, die noch nicht 
fruktifiziert hatten. Die Umrisse der hyalinen Hyphen waren im Substrat 
ganz schwach gewellt, auf dem Substrat und in der Luft ganz gerade. Dire 
Dicke betrug 1—2 \l, sie waren unregelmabig septiert und hatten meist kor- 
nigen, zuweilen vakuoligen Inhalt. 

In etwa 1 mm Abstand von der wachsenden Spitze wuchsen feste, gerade 
Hyphen von dem Mycel aus senkrecht in die Hohe. Wenn sie eine Lange 
von 20—40 (i erreicht hatten, fand sich an ihrer Spitze eine kleine Schleim- 
kugel. In dieser Kugel befanden sich die Konidien. Die Kugel schwankte 
je nach dem Alter des Konidientragers durchschnittlich zwischen 6 und 13 p. 
Die jungen KonidientrSger waren unverzweigt, bei den Slteren kam viel- 
leicht Verzweigung vor (Fig. 1, Tafel I, Fig. 1 u. 2). Verfolgte man einen Faden 
von der Spitze riickwarts, so traf man zuerst nur einzeln stehende Konidien- 
trager, dann traten sie paarig und noch weiter hinten in Wirteln von 3 bis 
6 Stuck (meist 4) auf und gingen schlieblich in eine Form iiber, bei der die 




Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3. 


Fig. 1. Etwas schematisierte Darstellung eihes Hyphenendes mit Konidientragem. 

Fig. 2 und 3. Junger und alterer Konidientriiger mit zerflossener Schleimkugel. 
Bei dem jungen Trager wird die zweite gebildete Spore gerade abgeschnurt, bei dem 
alteren wird eine lange Konidie gebildet. 

Wirtel mit einer unregelmabigen Zahl von Astchen in mehreren Etagen tiber- 
einander standen. Ob wir in diesem Fall berechtigt sind, diese etagenfor- 
migen Gebilde als Ganzes noch als Konidientrager zu bezeichnen, lasse ich 
unentschieden. Ganz analoge Gebilde konnten namlich dadurch entstehen, 
dab eine Lufthvphe, die vom Substrat in die Hohe gewachsen war, sich mit 
Wirteln von Konidientragem umgab. 

Die AbsUnde zwischen den Konidientragem waren unregelmabig 5 
bis 20 y.. 

Die Schleimblase, die sich an der Spitze jedes Wirtelastchens befand, war 
entweder kugelrund (Tafel I, Fig. 7) oder sie zeigte an zwei sich genau gegen- 
uberliegenden Stellen, deren Verbindungslinie fast stets senkrecht zur Langs- 
aclise des Tragers stand, je eine Ausstiilpung (Tafel I, Fig. 6). Die Ausstiil- 
pungen waren die beiden Enden einer groben Spore, die auf beiden Seiten 
aus dem Sehleim herausragte. Bei sorgfaltigem Arbeiten gelang es, ein solches 
Schleimkiigelchen so mit dem Deckglas zu bedecken und dabei zum Zerflieben 
zu bringen, dab sein Inhalt sich nicht mit dem der benachbarten Blaschen 
mischte (Fig. 2, 3). In dem auseinandergeflossenen Sehleim lagen dann Ko¬ 
nidien. Je nach dem Alter des Tragers war eine kleine oder grobe Zahl von 
Konidien vorhanden (1—40). 

Die Sporen waren hyalin und elliptisch. In ihrem Innern war haufig 



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Morphologic und Physiologic von Hyalopus heterosporus nov. spec. 29 

eine schwache Komelung zu erkennen. lire GroBe war auffallend ver- 
schieden (Taf. I, Fig. 3). Die grofiten, die bei jungen Schleimkopfen stets 
langer waren als der Durchmesser der Schleimkugel, waren durchschnittlich 
9—10 p lang und etwa 2 p breit. Das Maximum, das gemessen wurde, war 
15 p. Von diesen Sporen, die an beiden Enden zugespitzt waren und fast 
spindelformig sein konnten, lagen in .den jiingeren Blaschen immer nur eine, 
in alteren aber bis 4. Die Hauptmasse der Sporen war etwa 4 p lang und 
2 p breit. Die kleinen Sporen waren breit elliptisch und an ihren Enden stumpf. 
Zwischen den groBen und den kleinen Sporen fanden sich nicht sehr haufig 
Ubergange. 

Die Konidien wurden am Ende der Trager abgeschnurt (Fig. 4—11, 
Taf. I, Fig. 4—7). Der sich nach der Spitze verjiingende Trager (Basis 
2—2 y 2 9 * Spitze 1—2 p dick) bildete an seinem Ende zuerst eine als ganz 
kleines Kopfchen erkennbare Anschwellung, die zur Spore heranwuchs. Die 



Fig. 4 bis 12. Kouidienbildung. 4. Trager ohne Konidie. 5. Bildung einer langen 
Konidie. 6. Kurze Konidie im Augenblick der Ablosung. 7. Junger Trager mit Schleim^ 
kopfchen, noch ohne Konidien. 8. Lange Spore beim t)bergang in die Querlage. 9. Quer^ 
lage der ersten gebildeten langen Konidie. 10. Anlagerung von Schleim an die Konidie. 
11. Die Konidie ist vollig von Schleim umhiillt. 12. Abnormer Konidientrager, der nach 
Bildung von drei Sporen noch frei von grofieren Schleimmengen ist. 

Fig. 13 und 14. Die Schleimkopfchen zweier Trager zu einem einzigen zusammengeflosseiu 

Lfingsachse der Spore und ihres Tr&gers lagen stets parallel. Schleim war in 
diesem Entwicklungsstadium meist nur sehr wenig vorhanden. Die reife 
Spore schnurte sich ab, konnte aber, durch den Schleim gehalten, nicht ab- 
fallen, sondem legte sich — wohl'rein auf Grand physikalischer Gesetze — 
senkrecht iiber ihren Trager. Die Schleimproduktion wurde jetzt reichlicher, 
und bald war die Spore von einer Schleimkugel umgeben, aus der nur noch 
ihre Enden herausragten. Dieser stark lichtbrechende Schleim veThinderte 
leider jegliche weitere Beobachtung. Die Enden der Spore verschwanden 
allm&hlich in der groBer werdenden Schleimmasse. Durch Offnen vieler ver- 
schiedenartiger solcher Kiigelchen habe ich mich iiberzeugt, daB alle Konidien 
von dem Trager abgeschnUrt wurden. 

Durch mehrere Hundert Zahltmgen verschieden alter Kopfchen lieB 
sich eine gewisse RegelmaBigkeit in dem Auftreten der langen und kurzen 
Konidien erkennen. Die erste Konidie war in den allermeisten Fallen eine 
lange, ihr folgten mehrere kurze und dann wieder eine lange Konidie, die 
wieder von kurzen mit folgender langer Spore abgelost wurde. Auf b—19 
kurze Konidien kam im Durchschnitt eine lange. Ich zahlte jedoch vereinzelt. 
auch ganz andere Zusammensetzungen. 

Die Schleimmasse entstand nicht immer in gleicher Menge an den Koni~ 
dientrSgem. Meist war sie reichlich vorhanden, sehr selten lieBen sich 
Beobachtungen machen, bei denen sich wenige Sporen ohne eine Schleim*- 
hiille an dem Ende eines Konidientragers befanden, hier offenbar durch 
ganz geringe Schleimmengen verklebt und festgehalten (Fig. 12). Beriihrten 
sich die Schleimkbpfe von zwei verschiedenen Konidientragern, so flossen 
sie zu einer groBen Kugel zusammen (Fig. 13—14). 


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30 


Richard Harder, 


Die Sclileimbildung war meistens auf die Enden der Konidientrager 
beschrankt, selten traten Schleimkugeln auch am Mycel auf. Sie erreichten 
hier dann fast stets riesige Dimensionen und waren durchschnittlieh 5—10- 
mal groBer als die Kopfchen der Konidientrager. 

Beobachtete ich den Pilz in der feuchten Kammer, so bemerkte ich 
nicht selten eine ruckweise Bewegung der Querspore der Konidienkopfchen. 
Sie drehte sich ahnlich wie ein gleicharmiger Hebei, durch dessen Drehpunkt 
die Spitze des Tragers geht. Eine Regel in der Bewegung lieB sich nicht er- 
kennen. Es kamen Ubergange vor zwischen selten auftretenden, ganz gleich- 
maBigen Drehungen, bei denen im Verlauf einiger Stunden eine geschlossene 
Kreisbahn zuriickgelegt wurde und andererseits haufigem ruckweisen Hin- 
und Herpendeln, bei dem 90° in einigen Minuten durchlaufen wurden. Diese 
Erscheinung diirfte wohl darauf beruhen, daB bei der Neubildung von Ko- 
nidien ein allmahliches Vorschieben der frisch entstandenen Konidie statt- 
fand und dabei die bereits vorhandenen Konidien ebenso allmahlich in ihrer 
Lage ver&ndert wurden oder auch sich zusammenschoben, dabei aus ihrer 
Gleichgewichtslage kamen und plotzlich wieder in eine Ruhelage zuriick- 
schnellten. Fig. 6a bis c der Tafel zeigt die Lageveranderung einer Konidie 
in Abstanden von je 10 Minuten. 

Stcllung im System. 

Unser Pilz ist ein Fungus imperfectus aus der Ordnung der Hyphomyceten. 
Er gehort zur Familie der Mucedineen, Abteilung Hyalosporeen, und zwar 
in die Unterabteilung der Cephalosporieen und ist ein Vertreter der Gattung 
H y a 1 o p u s Corda. 

Nach L i n d a u besteht der einzige Unterschied zwischen der Gattung 
H y a 1 o p u s und der ihr nachstverwandten Gattung Cephalospo- 
r i u m darin, daB die Konidien bei H y a 1 o p u s in einem Schleimkopf- 
chen liegen, wahrend sie bei C e p h a 1 o s p o r i u m zwar ebenfalls durch 
Schleim zu einem Kopfchen vereinigt sind, aber durch viel geringere Mengen 
Schleim und infolgedessen leichter ausemanderfallen. L i n d a u spricht 
die Vermutung aus, daB Cephalosporium nichts anderes sei, als 
ein unter trockenen Bedingungen gewachsener Hyalopus, ist jedoch 
gegen eine Vereinigung der beiden Gattungen, bevor nicht einige Artcn von 
Hyalopus genauer bekannt sind. Sehr zugunsten dieser Anschauung 
sprechen Beobachtungen Nypels an Hyalopus populi und neuere 
Angaben Buchanans, die sich auf Kultur von Cephalosporium 
stiitzen. 

Eigene Versuche fiihrten zu dem gegenteiligen Resultat. Ich kultivierte 
den Pilz auf 2-proz. Agar in mikroskopischen feuchten Kammern, in geschlos- 
senen Petri schalen, in offenen Petri schalen, die mit einem groBen 
Glassturz uberdeckt waren, in Petri schalen, die ohne Deckel im August 
auf dem Tische eines nach SUden und Westen mit groBen Fenstern versehenen 
Eckzimmers standen, in dem infolge ganztagiger Besonnung die Luft sehr 
trocken war. und in offenen Petri schalen im Exsikkator iiber konzentrierter 
Schwefelsaure. Das Waehstum im Exsikkator war nur von sehr kurzer Dauer. 
Infolge volliger Austrocknung des Substrates ging der Pilz nach einigen 
Tagen Aufenthalt im Exsikkator zugrunde. Die in dieser Zeit gebildeten 
Konidientrager trugen jedoch winzige Schleimkdpfchen. Ebenso waren in 
alien anderen Kulturen Schleimkugeln gebildet. Die in trockener Luft ent¬ 
standenen waren etwas kleiner als die in feuchter Lxft gebildeten. 


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Morphologie und Physiologie von Hyalopus heterosporus nov. spec. 31 


Auf seltene Ausnahmefalle, in denen wenig Schleim gebildet wurde, 
wies ich oben schon hin. Die Beobachtung dieser wenigen Ausnahraen berech- 
tigt jedoch wohl kaum dazu, die ganze Gattung Hyalopus zu streichen 
und mit Cephalosporium zu vereinigen. Typisch ist zweifellos das 
Vorhandensein des Schleims auch bei trockener Kultur. 

Alle neun bei L i n d a u beschriebenen Arten von Hyalopus haben 
nur gleich groBe Konidien. Da unser Pilz sich jedoch durch verschieden 
groBe Sporen auszeichnet, stellt er zweifellos eine noch nicht beschriebene 
Art dar. Ich schlage fur ihn den Namen Hyalopus heterospo¬ 
rus vor. 

Keimung der Konidien. 

Die Konidien keimten leicht auf den verschiedensten festen und fliis- 
sigen N&hrmedien mit organischer Nahrung, in Minerallosung ohne Kohlen- 
stoffquelle und in destilliertem Wasser. Die Sporen quollen anfangs auf, 
wobei ihr Inhalt sich differenzierte; meistens traten Vakuolen auf. Bei 
guter Emahrung keimten sie nach etwa einem Tag, bei schlechter spater. 
Es entstanden einer oder zwei Keimschl&uche an den spitzen Enden der 
Konidien. Selten entstand der Keimschlauch an der Querseite der Konidie 
(Fig. 15—17). Ein Unterschied in der Keimung der groBen und kleinen 




Fig. 15 bis 17. Sporenkeimung auf guten Nahrsubstraten. 

Fig. 18 bis 24. Entwicklungsstadien des Pilzes in einer einwochigen Kultur in 
Aqua destillata. Fig. 18. Gequollene und vakuolisierte Konidie, die keinen 
Keimschlauch gebildet hat. 19, 20. Sparliches Mycel ist gebildet, das in 21, 22 fruktifi- 
ziert hat. 23, 24. Bildung von Konidientragern direkt aus der Konidie ohne Keimschlauch. 

Sporen wurde nicht beobachtet. Je nach der Emahrung entwickelte sich nun 
ein weitverzweigtes vegetatives Mycel, das am zweiten oder dritten Tage 
fruktifizierte, oder nur ein kurzer, vakuolenreicher Keimschlauch, der sich 
entweder nicht weiter entwickelte oder bei einer Lange von 5—40 einen 
Konidientrager bildete (Fig. 18—24). Im extremen Fall sproBte der Koni- 
dientrager direkt aus der Spore hervor und bildete sofort wieder ein Koni- 
dienkopfchen. 

Yerhalten zur Reaktion des Nahrbodens. 

Der Pilz gedieh auf saurem, neutralem und alkalischem Nahrboden. 
Im Gegensatz zu den meisten Pilzen wuchs er am besten auf neutralem oder 
schwach alkalischem Nahrsubstrat und war gegen freie Saure sehr emp- 
findlich. 

Einige Falle eines ahnlichen Verhaltens sind bereits bekannt. Nach Klebs 
wird Saprolegnia durch 0,001 Proz. freier Weinsaure schon gescha- 
digt, obgleich sie in anderen schwach sauren Medien ohne Schaden wachst. 


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32 


Richard Harder, 

Freie Buttersaure, Propionsaure, Baldrians&ure wurde von R e i n k e als 
schadlieh fiir P e n i c i 11 i u m erkannt, wiihrend die Ammonsalze der be- 
treffenden Sauren ein iippiges "Wachstum gestatteten. 

Die Saureempfindlichkeit mancher Basidiomyceten teilt B r ef e 1 d (I) mit. 

Ascophanus carneus wachst, wie Ternetz angibt, auf 
schwachen Losungen freier organischer Sauren nicht, ist dagegen relativ re- 
sistent gegen alkalische Losungen. Das Mycel vertragt z. B. bei guter Er- 
nahrung noch 1,5 Proz. Soda. 

Ich (I) kultivierte Xylaria Hypoxylon mit allerdings nur 
maBigem Erfolg auf alkalisehem Substrat, und Wehmer (II) zeigte an 
der Reinkultur gewohnlicher Schimmelpilze, daB sie auch in schwach alka- 
lischer Losung gut gedeihen. 

Die weitaus groBte Zahl der Pilze bevorzugt aber saure N&hrboden 
(Kiisterl, Beneckel). 

Die Wirkung der Alkaleszenz auf die Keimung im Hangetropfen geht 
sehr deutlich aus den in Tabelle 1 zusammengestellten Werten hervor. Die 
Alkaleszenz der Losungen wurde durch Zusatz verdiinnter Kalilauge, die 
Saure, soweit der Boden nicht an sich schon sauer war, durch verdiinnte 
Schwefels&ure erreicht. Eine schadliche Wirkung der Schwefelsaure war 
nicht zu erwarten, da nach R u m b o 1 d gerade diese Saure gut vertragen wird. 

Tabelle 1. 

Keimung 24 Stunden nach der Aussaat auf Losungen mit 

verschiedener Reaktion. 


Minerallosung 1 ) 
mit Zusatz von 

Schwach 

sauer 

Schwach 

alkalisch 

/ 2 % Athylalkohol .... 

20% 

80% 

Yz% Ameisensaure . . . 

0% 

30% 

/ 2 % Oxalsaure. 

0% 

40% 

y 2 % Milchsaure. 

50% 

90% 

1% Traubenzucker . . . 

60% 

90% 

Ohne Zusatz. 

40% 

90% 


Auch die Zeit des Eintritts der Fruktifikation dcs Pilzes wurde durch 
die Reaktion des Nahrbodens beeinfluBt. Es wurde nicht stets, aber in man- 
chen Fallen, der Eintritt der Konidienbildung durch Saure um einen Tag 
verzbgert. Sehr auffallend war diese Wirkung bei Kultur auf Kaffeinlosung, 
wo die Konidienbildung auf saurem Boden iiberhaupt unterblieb, auf alka¬ 
lisehem dagegen am elften Tage eintrat (bei nicht giftigen Boden am zwcitcn 
oder dritten Tag). 

In der feuchten Kammer verwischten sich die Unterschiede bei lan- 
gerem Wachstum haufig fast vollig, sehr deutlich blicben sie aber in Massen- 
kulturen in 100 cem-Kblbchen erhalten 2 ). Dies zeigt Tabelle 2. 

') Die zu samtlichen Versuchen verwendete Minerallosung hatte folgende Zu- 
sammensetzung: 

(0,25 MgSO, 

0,25 KKOj 

500 Aqua dest. *|0,25 CaClg • Kahlbaum chemisch rein mit Garantiescheiiu 
0,25 Na ;£ HP0 4 
0,25 KC1 

2 ) Auf solche Unterschiede macht schon B r e f e 1 d (II, III) aufmerksam, der 
darauf hinweist, daB man Garungsuntersuchungen an Hefen nur in Massenkulturen 
anstcllen kann. 


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Morpliologie und Physiologie von Hyalopus heterosporus nov. spec. 


33 


Tabelle 2. 

Wachstum des Pilzes auf Losungen mit verse hiedener 

Reaktion. 

(Die Kulturen standen 1 Monat bei Zimmertemperatur. + bedeutet gewachsen, 0 nicht 

gewachsen.) 


Minerallosung mit 

! 

Schwach sauer 

i 

Schwach alkalisch 

1 />% Methylalkohol. 

0 

+ 

1 ,% Athvlalkohol. 

0 

+ 

H% Oxalsaure. 

0 

-L 

l 2 % Ameisensaure. 

0 

+ 

l 2 % Essigsaure.i 

1 0 

+ 

/ 2 % Apfelsiiure.i 

0 

+ 


Bei weiteren Nahrlosungen (siehe Tabelle 3) war der Unterschied auch 
vorhanden, jedoch nieht so auffallend, weil dort auch auf saurem Boden 
Wachstum eingetreten war. 

SchlieBlich lieB sich die Saurewirkung auch noch bei der Konidienausbil- 
dung beobachten. In den meisten Kulturen waren die Konidien sowohl an Zahl 
als auch an GroBe in sauren und alkalischen Boden vollig gleich, auf Glyzerin 
war dagegen die Durchschnittslange der groBen Konidien bei neutraler Re¬ 
aktion 9—10 bei saurer Reaktion dagegen durchschnittlich nur 5—6 (i. 

Die schadigende Wirkung der Saure war klein, wenn nur ganz geringe 
Mengen von vielleicht spezifisch wirksamen Sauren zugegen waren. Bei 
Kultur auf Traubenzuckeragar bildete der Pilz selbst Saure, ohne anfangs 
sehr stark im Wachstum behindert zu werden. Die Sauremenge war offenbar 
sehr klein, denn bei Kultur auf neutralem Zuckerlackmusagar bildete sich 
ein ganz schwach roter Farbton unter der Kultur, der nur sehr langsam 
sich liber die Platte verbreitete, wahrend in Vergleichskulturen von Peni- 
c i 11 i u m eine ganz intensive, sich rasch ausbreitende Rotung eintrat. 

Yerhalten auf kohlenstoffreien Nahrboden. 

Der Fundort des Pilzes in Normallosung von Ammoniumchlorid deutete 
auf ein eigenartiges Verhalten in bezug auf die Kohlenstoffernahrung hin. 

Da die NH 4 Cl-Losung theoretisch keinen Kohlenstoff enthalt, der Pilz 
aber zu seinem Leben Kohlenstoff notig hat, so dachte ich naturlich an eine 
Verunreinigung der Losung und brachte den Pilz in eine chemisch reine 
Minerallosung von der auf p. 32 angegebenen Zusammensetzung; sie ent- 
hielt jedoch statt 0,5 °/ 00 KN0 3 0,5 %o NH 4 C1. 

Der Pilz wuchs sparlich auch hierauf. Die verwendeten Salze waren 
wie bei alien Kulturen von K a h 1 b a u m bezogen und durch Garantieschein 
als chemisch rein verbiirgt. Trotzdem schien mir eine Verunreinigung des 
Ammoniumchlorids durch Karbamide nicht ausgeschlossen zu sein, ich er- 
setzte es deshalb durch KN0 3 . Der Pilz vermochte den Stickstoff ebensogut 
aus dem Nitrat wie aus dem Ammon aufzunehmen, denn er wuchs auch 
auf der neuen Losung und zwar ganz unverandert. 

Um Verunreinigungen, die im Aqua destillata des Laboratoriums vor¬ 
handen sein moehten, auszuschlieBen, bereitete ich selbst destilliertes Wasser 
in absolut sauberen GlasgefaBen. Um Beriihrung des Wassers mit der Labo- 
ratoriumsluft, die immer Dampfe von Alkohol, Essigsaure und anderen 

Zweito Abt. Bd. 42. 3 

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34 


Richard Harder, 


fliichtigen C-Verbindungen enthalt, zu vermeiden, destillierte ich das Wasser 
im botanischen Garten im Freien. 

Alle Kulturen wurden in Kolben gemacht, die mit Kaliumbichromat 
und Schwefelsaure sorgfaltig gereinigt worden waren. Als VersehluB benutzte 
ich anfangs chemisch reine Verbandwatte, spater reines schwedisches Fil- 
trierpapier, das nicht faserte und straff iiber den Hals des Kolbens gelninden 
wurde. 

Die Kulturen wurden im Gewaehshaus, das sehr gute Luft enthielt, 
im Garten und an verschiedenen Orten im Institut aufgestellt, wo die Luft 



Fig. 25. Photographic (verkleinert) einer 12 Tagc alten Kultur auf kohlenstoffrcicr 
Mincralsalzlosung. 6 Monate spater war die ganze Oberfliiche der Fliissigkeit uberwachsen. 

mehr oder weniger verunreinigt war. Ein Unterschied in der Entwicklung 
zeigte sich nicht. Wenn Verunreinigungen der Luft in Form von Dampfen 
organischer Verbindungen, wie das von E 1 f i n g und von Beijerinck 
beobachtet wurde, ernahrend wirken, raiissen diese Substanzen nicht auf 
die Laboratoriurnsluft beschrankt, sondern auch im Freien vorhanden sein. 

Figur 25 zeigt eine im Zimmer gehaltene Kultur auf kohlenstoffreier 
Minerallosung im Alter von 12 Tagen. Im Laufe weitercr 6 Monate entwickelte 
sich der Pilz zu einer zwar sehr diinnen. aber vollig zusammenhangenden 
Decke. 


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Morphologic und Physiologie von Hyalopus heterosporus nov. spec. 


35 


Eine Verwendung der freien Kohlensaure der Luft fur die Emahrung 
des Pilzes war von vornherein nicht wahrscheinlich. Zur Kontrolle wurde 
bei einer Anzahl von mit durchbohrtem Gummistopfen luftdicht verschlosse- 
nen Kolben die C0 2 durch eine KOH-Vorlage ferngehalten. Der Pilz ent- 
wickelte sich trotzdem. 

Urn den EinfluB von Verunreinigungen zu priifen, die eventuell durch 
die Salze in den Nahrboden eingebracht waren, machte ich folgenden Ver- 
sueh: Verschiedene Kolben wurden mit mineralischer Nahrlosung gefiillt; 
eine Serie enthielt je 20 ccm, eine andere je 100 ccm und schlieBlich eine 
letzte je 600 ccm. Ich wahlte solche Kolben aus, bei denen es moglich war, 
trotz der verschiedenen Fliissigkeitsmenge eine gleich groBe Oberflache der 
Fliissigkeit zu haben. Jeder Kolben wurde mit einer Platinose einer Sporen- 
aufschwemmung in Aqua destillata geimpft. War die Verunreinigung des 
Nahrbodens fUr die Ernahrung des Pilzes maBgebend, so muBte in den 600 ccm 
enthaltenden Kolben eine wesentlich bessere Pilzentwicklung stattfinden 
als in denen mit 20 ccm. Ein geringer Unterschied war tatsachlich vorhanden. 
Das Pilzwachstum war in keinem Falle iippig, sondern muBte durchaus 
als sparlich bezeichnet werden, in den groBen Kolben war es aber etwas besser 
als in den kleinen. Eine Wiederholung des Versuches ergab dasselbe Resultat, 
die Unterschiede in den Kulturen waren aber in beiden Versuchen im Vergleich 
zu dem 30-fachen Nahrungsunterschied so gering, daB sie auch auf Zufallig- 
keiten beruhen konnten. 

Wurde eine etwa einen Monat alte Kultur auf einem Liter Minerallosung 
durchgeschiittelt, so daB das Mycel zu Boden sank, so keimten die Konidien, 
die also in der Hungerkultur gebildet worden waren, wieder aus und bildet 
abermals Konidien. Diese zweite Generation des Pilzes war aber bedeutend 
schwacher entwickelt als die erste. Natiirlich war es nicht ausgeschlossen, 
daB wachstumshemmende Stoffwechselprodukte (Nikitinsky, Har¬ 
der II, K ii s t e r II) die zweite Entwicklung beeintrachtigt hatten, bei 
den auBerst geringen Pilzmengen im Vergleich zu der groBen Fliissigkeits- 
masse diirfte ihnen aber keine groBe Bedeutung zugesprochen werden. DaB 
nicht die Erschopfung der Nahrung aus den Verunreinigungen der Salze 
verantwortlich ist, wurde durch Zusatz frischer Mineralsalze erwiesen. Die 
damit verbundene Erhohung der Konzentration jedes einzelnen Salzes von 
0,5 °/ 00 auf 1 %o kann nicht schadigend wirken. Dieser Versuch scheint mir 
vielmehr darauf hinzudeuten, daB die in der Spore gespeicherten Reserve- 
substanzen eine wesentliche Rolle bei der Mycelbildung spielen, weil die in 
Hungerkultur gebildeten Sporen ein schlechteres Wachstum zulieBen als die 
auf gutem Nahrboden entstandenen. 

Der Pilz vermochte selbst im reinsten destillierten Wasser ohne Mineral- 
salzzugabe zu gedeihen. Zweifellos erlangte er die notigen Mengen der Salze 
aus den Wandungen der GlasgefaBe, was nach Beneckes (III) Unter- 
suchungen als nichts Besonderes betrachtet werden kann. Seine Entwicklung 
war aber a u B e r s t schwach und sehr viel geringer als auf der ebenfalls C- 
freien Minerallosung. Trotzdem fruktifizierte der Pilz. 

Das relativ iippige Wachstum des Pilzes auf kohlenstoffreier Mineral- 
losung, sowie seine Keimung- und Fruktifikation in Aqua destillata sind 
recht auffallig, denn meistens bedarf es schon zur Keimung der Sporen irgend- 
einer Substanz, die im Wasser gelost ist. 

Allerdings sind auch Falle bekannt, in denen Sporen auf Wasser keimten. 
Das schildert z. B. E r i k s o n von den Sporen verschiedener Rostpilze, 

3* 

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36 


Richard Harder, 


B ii s g e n sah es bei E r y s i p h e und B o t r y t i s eintreten und C o o b 
beobachtete dasselbe bei einer ganzen Anzahl von holzbewohnenden Pilzen. 
B r e f e 1 d (I) berichtet auch iiber Sporenkeimung in Wasser, betont aber, 
dab diese Ausnahmen fast stets Formen mit groben Sporen oder Parasiten 
sind, dab bei den allermeisten Pilzen dagegen vollige Passivitat der Sporen 
oder nur die ersten Anfange einer Keimung in Wasser zu beobachten sind. 

In den meisten in der Literatur angegebenen Fallen dtirfte wohl nieht 
reines Aqua destillata, sondern Leitungswasser oder schon langere Zeit im 
Laboratorium aufbewahrtes Aqua destillata verwendet worden sein, wobei 
dann natUrlich niemals eine Garantie fur das wirkliehe Fehlen von anorga- 
nisehen und organischen Verunreinigungen vorhanden ist. 

In wie geringer Menge die zur Keimung wirksamen Stoffe erforderlich 
sind, zeigt die Beobachtung N e g e r s , der die Keimung von Sporen von 
Bulgaria polymorpha kraftig gefordert sah, wenn n e b e n die 
sporenhaltigen Wassertropfen Rinden-, Holz- oder Blattstucke gelegt wurden; 
offenbar handelte es sich um gasformige, dureh die Luft iibertragene Stoffe, 
welche hier die Keimung anregten. 

Wahrend nur in Ausnahmefallen eine Keimung auf Wasser stattfindet, 
sind mir Falle, in denen ein geschlossener Entwicklungsgang eines Pilzes in 
reinstem destillierten Wasser vor sich geht, unbekannt. 

Von Bakterien wissen wir besonders durch die klassischen Unter- 
suchungen Winogradskys, dab ihnen eine Emahrung aus der Kohlen- 
saure der Luft moglich ist. Analoges wurde bei den Pilzen bisher nicht beob- 
achtet. 

Zu erwahnen sind hier die Falle von direkter Fruktifikation von Pilz- 
sporen, die B r e f e 1 d (I) mitteilt. Nach seiner Beobachtung sind dazu ge- 
schlechtlich entstandene Sporen und Chlamydosporen befahigt. Diese Sporen- 
sorten sollen aber zur Erhaltung der Art, nicht zu ihrer raschen Verbreitung 
dienen, sie sind daher mit viel groberen Mengen von Reservesubstanzen 
ausgerUstet als die Konidien. Ein Analogon zu dem von uns beobachteten 
Fall haben wir damit also nicht vor uns. 

Dagegen ist sowohl fur Bakterien (B e i j e r i n c k und van D e 1 - 
den) wie fiir Pilze (E1 f i n g) die Emahrung aus den Verunreinigungen 
der Laboratoriumsluft hochst wahrscheinlich gemacht. E1 f i n g sate 
Sporen von B r i a r a e a auf eine rein mineralische Nahrlosung und er- 
hielt darauf in 14 Tagen eine deutliche, allerdings sparliche Mycelentwick- 
lung, die kiimmerlich fruktifizierte. Durch Abschlub der C0 2 der Luft wurde 
festgestellt, dab eine Assimilation der Kohlensaure nicht stattfand. Es blieb 
als organisehe Xahrung nur die in der Luft vorhandene organische Substanz. 
E i n anderer Pilz mit sehr okonomischer Kohlenstoffverwendung ist auch 
wohl Blastotrichum oligocarpum, der E1 f i n g s Angabe 
zufolge in n/14 H 2 S0 4 wuchs. Sein Wachstum wurde durch Paraldehyd 
gefordert, was auf die eventuell fiir den Pilz in der Schwefelsaure in Betracht 
kommende Kohlenstoffernahrung hindeutet. 

Den gUnstigen Einflub der von Baumteilen ausgehenden Case, die 
N e g e r beobachtete, zitierte ich schon. 

Einen weiteren Beleg fiir die Geniigsamkeit von Pilzen bringt die Angabe 
Bokornys (V), wonach noch Verdiinnungen 1 : 40000 Methylalkohol 
ernahrend wirken. Gasformige Verunreinigungen solcher Art sind natiirlich 
sehr leicht in der Laboratoriumsluft vorhanden. 


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Morphologic und Physiologic von Hyalopus heterosporus nov. spec. 


37 


Wo wir bei unserem Pilz die Kohlenstoffquelle zu suchen haben, muB 
eine offene Frage bleiben. Von Wichtigkeit scheinen die Reservesubstanzen 
der Konidien zu sein. daneben werden aber Verunreinigungen des Nahr- 
substrates wie auch der Luft ihren EinfluB ausiiben. Sieher ist nur, daft 
der Organismus auBerordentlich geniigsam ist. 

Wachstum bei Ernahrung mit verschiedenen Kohlenstoffverbindungen. 

Bei der Geniigsamkeit des Pilzes war zu vermuten, daB er sich aus den 
verschiedensten Kohlenstoffquellen gut ernahren konnte. 

Die oben erwahnte Minerallosung versetzte ich mit y 2 und 1% der auf 
ihren Nahrwert zu priifenden Kohlenstoffquelle. Da diese Verbindungen 
zum Teil fliichtig waren, wurde nur die Minerallosung sterilisiert und die be- 
treffende Substanz spater unter Vermeidung von Luftinfcktion hinzugefiigt. 
Ich verwendete stets je 100 ccm Nahrlosung, die in 200 ccm-Stehkolbchen 
gefullt waren. Die Nahrlosungen kamen zur Halfte schwach sauer, zur Halfte 
schwach alkalisch zur Verwendung. Die Reaktion wurde, soweit das notig 
war, durch Zusatz von H 2 S0 4 oder KOH bewirkt. In den sauren Kulturen 
war also freie Saure vorhanden, in den alkalischen war die freie organische 
Saure durch die Lauge gebunden. Die Kolbchen wurden mit moglichst gleich- 
maBigen Mengen Sporen (je eine Platinose aus einer Aufschwemmung) beimpft. 

Die Tabelle 3 zeigt uns, daB der Pilz sich bei Zimmertemperatur durchaus 
nicht aus jeder Kohlenstoffverbindung zu ernahren vermochte. 


Pilzwachstum in 

Tabelle 3. 

4 Woe hen alten Kolbenkulturen. 


! Sauer 

Neutral 

Alkalisch 

Aqua destillata. 


+ 


Minerallosung. 

++ 


+++ 

Methvlalkohol. 

0 


++++ 

Athylalkohol. 

0 


1 + + + + -}“ 

Amylalkohol. 

0 


0 

Glyzerin. 

9 


++++++ 

Ameisensaure. 

6 


+-+ 

Essigsiiure. 

0 



Buttersaure. 

0 


0 

Paltnitinsaure. 

++++ 


+ + -!" + + 

Oxalsaure. 

0 


+ + + 

Milchsaure. 

+ + + -f--F + 


++++++ 

Apfelsaure. 

0 

i 

H—t—H f~ — 

Weinsaure. 

+ -T-T + 

1 

++'++ 

Zitronensaure. 



+-++-f+ 

Asparagin. 

V 


-r + + -f-r 

Traubenzucker. 

+ -T+T 


-[-j-|- - -1-;-f- 

Schleimsaure. 

H—- 4- 


+ +'+T 

Ghinasiiure. 

-r-r-f-f 1 


++++-+ 

Harnsaure. 

? 1 


+ J --r 

Kaffein. 

6 


0 


Am besten war das Wachstum auf schwach alkalisehem Traubenzucker. 
In der vier Wochen alten Kultur hatte sich eine einen hall)en Zentimeter 
dicke Myceldecke gebildet. Gut war die Entwicklung auch auf Glyzerin und 
auf Zitronen-, China- und Milchsaure. Die Pilzdecke wies aber sell on verein- 
zelte Liicken auf, was auf ein relativ langsames Wachstum der aus den einzelnen 


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38 


Richard Harder, 


Sporen hervorgegangenen Mycelinseln hindeutete. Palmitinsaure, Apfel- 
und Essigsaure hatten einen etwas schlechteren Nahrwert, auf ihnen bildete 
der Pilz aber auch noch gute Decken, ebenso auf Asparagin und Athylalkohol. 
Der Nahrwert von Methylalkohol war erheblich geringer, eine zusammen- 
hangende Decke wurde darauf im Laufe eines Monats nicht mehr gebildet, 
sondern die aus den eingeimpften einzelnen Sporen oder Sporenhaufen ent- 
standen waren, blieben isoliert voneinander. Ahnlich war das Wachstum auf 
Weinsaure und Schleimsaure. 

Harnsaure, Ameisensaure und Oxalsaure waren als Nahrquellen fiir den 
Pilz fast oder vollig wertlos. Auf den Kulturen, die mit ihnen angesetzt wurden, 
wuchs der Pilz zwar, er bildete jedoeh nur einen feinen liickenhaften tlberzug 
auf der Fliissigkeitsflache, der sieh von dem auf Minerallosung ohne irgendeinen 
organischen Zusatz nur sehr wenig untersehied. 

Noch schlechter war das Wachstum auf destilliertem Wasser. 

Giftig fiir den Pilz waren Amylalkohol, Buttersaure und Kaffeln. 

Emtegewichte wurden nicht festgestellt, da es mir nicht darauf ankam, 
den Nahrwert der einzelnen Kohlstoffquellen ganz genau zu ermitteln, sondern 
mich nur allgemein zu orientieren liber das ungefahre Verhalten zu verschiede- 
nen Nahrstoffen. 

Eine allgemeine Regel iiber den Nahrwert von Kohlenstoffverbindungen 
laBt sich bekanntlich nicht aufstellen 1 ). Die von N a g e 1 i verfaBte N&hr- 
skala hat sich nicht als ausnahmslos giiltig erwiesen. Im groBen ganzen 
stimmt das Verhalten unseres Pilzes jedoeh ganz gut zu der von N a g e 1 i ge- 
fundenen Reihenfolge des Nahrwertes. 

Der gute Nahrwert von Zucker, Chinasaure, Zitronensaure, Glyzerin, 
Apfelsaurc, Essigsaure, Asparagin bietet nach den Angaben in der Literatur 
(vgl. z. B. Pfeffer, Benecke II) nichts besonderes, obgleich nicht 
alle die Verbindungen stets nahrend wirken. So fand Went, daB Salze 
der Zitronensaure fiir M o n i 1 i a ohne Nahrwert sind, und B r u h n e 
beobachtete, daB Hormodendron Hordei nicht auf Essigsaure 
gedeiht. 

Der geringe Nahrwert der Oxalsaure, der Harnsaure und der Ameisensaure 
ist nach den Befunden Bruhnes, Thieles, Diakonows und 
anderer zu verstehen. P e n i c i 11 i u m wird nach W e h m e r s (I) Beobach- 
tung durch Oxalatlosung und Harnstoff allerdings etwas ernahrt. Ein naher 
Verwandter unseres Pilzes, Cephalosporium rubescens, wird 
durch Ameisensaure vollig getotet (S c h i m o n). 

Auch der schadliehe EinfluB der Buttersaure fiir Pilze ist allgemein be- 
kannt (K ii s t e r I). Fiir Kaffein fand K1 e b s an Saprolegnien giftigen 
EinfluB bei Konzentrationen iiber 0,1 Proz. Die giftige Wirkung von Amyl¬ 
alkohol wurde von Coupin an Aspergillus niger und auch von 
S t u t z e r beobachtet. 

Der niedrige Nahrwert der Weinsaure ist jedoeh nicht ganz normal. 
W e h m e r (I), Bruhne, Went, Nikitinsky und andere, erzielten 
gute Resultate mit Weinsaure als Kohlenstoffquelle fiir ihre Pilze. Klebs’ 
sehr saureempfindliche Saprolegnia wurde zwar schon durch 0,005 Proz. 
freier Weinsaure getotet und durch 0,001 Proz. gesehadigt, assimiliert aber 
weinsaure Salze. 

Die im folgenden gemachten Literaturangaben iilier den Xiihrwert versehie- 
dener Koiilenstoffquellen machen keinen Ansprueh auf Vollstaiuiigkeit. »Sie sollen nur 
als Beispiele fiir den Xiihrwert der betreffemlen Verbindungen fur andere Pilze dienen. 


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Morphologie und Physiologie von Hyalopus heterosporus nov. spec. 


39 


Auffallend ist der fiir unseren Pilz relativ hohe Nahrwert der freien Milch¬ 
saure. Milchsaure ist ein im allgemeinen als schlecht erkannter Nahrboden 
(K ii s t e r I, P f e f f e r). Nach Duclaux ist sie im freien Zustand sehr 
schadlieh fiir viele der gewohnlichen Schimmelpilze. Demgegenliber fand 
Bruhne, daB Hormodendron Hordei durch Milchsaure er- 
nahrt wird, und Went konnte Waehstum von M o n i 1 i a auf milchsauren 
Salzen beobachten. Auch nach R a c i b o r s k y ist Milchsaure kein schlechter 
Nahrboden fiir Basidiobolus, und W e h m e r (IV) sah 0 i d i u m 
1 a c t i s auf Milchsaure gedeihen. Dab eine sehr gute Entwicklung bei An- 
wesenheit von y 2 —1 Proz. freier Milchsaure stattfindet, diirfte aber doch wohl 
als Ausnahmc betrachtet werden. 

Athylalkohol wurde von Duclaux und C o u p i n mit Erfolg fiir 
Pilzkulturen verwendet. 

Dagegen ist Methylalkohol nach C o u p i n s Befund fiir Aspergillus 
n i g e r ohne Nahrwert. Auch R e i n k e , der mit P e n i c i 11 i u m und 
einigen Bakteriengemischen arbeitete, erhielt negative Resultate. 

Spaltpilze sind allerdings bekannt, die sich von Methylalkohol ernahren 
konnen. Nach L o e w ist Bacillus methylicus dazu befahigt, 
und B o k o r n y (I) teilt mit, daB sowohl Baktericn wie Hefen Methylalkohol 
als C-Quelle benutzen konnen und selbst aus Verdiinnungen von 1 : 40 000 
noch Xahrung schopfen. Sogar hohere Pflanzen wie Bohnen und Erbsen sollen 
Methylalkohol als Nahrungsquelle benutzen konnen, iiber Waehstum von 
Fadenpilzen auf Methylalkohol teilt B o k o r n y (II) jedoch nichts mit. 

Die einzige Angabe iiber positive Resultate bei Ernahrung von Pilzen mit 
Methylalkohol findet sich meines Wissens bei Raciborskv, der Basi¬ 
diobolus auf 2% Methylalkohol kultivierte und dabei sehr schwaches 
Waehstum beobachtete, das aber trotz seiner geringen Intensitat noch starker 
war, als das auf 2 Proz. Athylalkohol. 

Das gute Waehstum unseres Pilzes in den sauren Losungen der Milch¬ 
saure und der Zitronensaure scheint mir ein weiteres Beispiel fiir den von 
B e n e c k e (II) erwahnten Fall zu sein, daB nicht die Sauerung als solche, 
sondern auch die Art der Saure von EinfluB ist. Beneckes Angabe 
fuBt auf der Beobachtung M a u r i z i o s , der fand, daB die sehr stark 
6aureempfindliche Saprolegnia doch so viel Salicyl- und Borsaure 
vertragt, daB sie durch einen Zusatz davon gegen Bakterien geschiitzt werden 
kann. 

Die Ernahrung iibte, wie zu erwarten, einen wesentlichen EinfluB auf die 
Sporenbildung aus. Auf Aqua destillata kam ein groBerTeil der Sporen (90Proz.) 
iiberhaupt nicht zur Sporenbildung. Da wo sie eintrat, war die Sporenzahl 
beschrankt gegeniiber der auf guten Nahrboden, und die einzelnen Sporen waren 
kleiner. Die Verhaltnisse im einzelnen zeigt Tabelle 4. 

Tabelle 4. 


Konidienausbildung auf verschiedenen Nahrboden. 



Anzahl der 
Konidien im 
Kopfchen 

Durchsch nittliche 
Lange der groBen 
Konidien 

Beobachtetes 

Extrem 

Gute Nahrsubstrate .... 
Mineralsalz ohne organischen 

Zusatz. 

Aqua destillata. 

10—30 

5—15 

i 1-4 

10 (JL 

8,5 n 

6 [k 

15 tA. 

11 H. 

8 ( x 

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40 


Richard Harder, 


Auf destilliertem Wasser waren in den Kopfen meist 1—2 Koniden ent- 
halten, auf alien guten Nahrsubstraten, wie alkalischen Losungen von Zucker, 
Glvzerin, einigen organischen Sauren dagegen am haufigsten etwa 15 Konidien, 
also fast das zehnfache. Die SporengroBe schwankte um fast das doppelte. Eine 
Mittelstelle nahm die von organischen Zusatzen freie mineralische Losung ein. 

Farbstoffbildung. 

Das Mycel und die Konidien des Pilzcs waren unter alien Bedingungen 
farblos. Dagegen fand in seltenen Fallen eine Farbstoffausscheidung in das 
Nahrsubstrat statt, auf dem der Pilz kultiviert wurde. Auf alien im Kapitel 
iiber den Nahrwert verschiedener Kohlenstoffquellen erwahnten Substraten 
blieb die Kulturfliissigkeit klar und farblos bis auf die in Tabelle 5 erwahnten 
Falle. 

Tabelle 5. 

Farbstoffbildung in y 2 • proz. schwach alkalischen 

Losungen von: 


Beobachtet Tage 
nach der Aussaat 

Traubenzucker 

Chinasiiure 

Milcli8aure 

Glyzerin 

4 

griin 

farblos 

farblos 

farblos 

13 

gelblich 

mattrot 

farblos 

farblos 

31 

1 briiunlich 

orange 

mattgriin 

orange 


Der Farbstoff wurde zuerst direkt unter der Pilzdecke beobachtet und 
breitete sich von dort aus nach unten in die Flussigkeit aus. So erstreckte 
sich z. B. die grime Farbung der Traubenzuckerlosung am vierten Tage 2 cm 
weit abwarts. In den tieferen Schichten war die Flussigkeit noch farblos. 
Spater wurde alles griin. 

Die Farbstoffbildung durch Mikroorganismen ist bekanntlich weit ver- 
breitet. Auch das Auftreten verschiedener Farben bei ein und demselben Pilz 
unter verschiedenen Bedingungen ist bekannt. So bildet sich z. B. nach 
B e s s e y in den Hyphen von F u s a r i u m bei saurer Reaktion des Nahr- 
bodens gelber, bei alkoholischer violetter Farbstoff. 

Eine Ausscheidung von Farbstoff in die Kulturfliissigkeit ist unter 
anderen von Marc Medisch untersucht bei Hypocrea rufa. 
Der Farbstoff war je nach den auBeren Umstanden vorhanden oder fehlte. 
Die Farbung, die von Medisch als ein eigentiimlicher Oxydationsvorgang 
bezeichnet wird, begann meist mit griinen Tonen und ging spater in gelb und 
orange iiber. Sie war also ahnlich wie bei unserem Pilz. Von EinfluB 
auf die Farbstoffbildung von Hypocrea war die Anwesenheit oder das 
Fehlen gewisser Salze. In unserem Falle konnen diesc kaum eine Rolle spielen, 
da bei alien Versuchen die glciche mineralische Grundlosung verwendet und 
nur die Kohlenstoffquelle variiert worden war. 

Auch ein Umschlag in der Reaktion des Niihrbodens kann nicht aussclilag- 
gebend gewesen sein. Unser Pilz sauerte Traubenzuckcragar langsam an und 
sonderte dabei Farbstoff aus. Eine Zugabe von Saure oder Lauge zu dem 
griin oder gelblich gefiirbten Substrat erzeugte keinen Farbenumschlag. 

Wachstumsgeschwindigkeit. 

Der Pilz wuehs durchschnittlich in drei Tagen 2 (j. bei guter Ernahrung 
(?) Proz. Traubenzuckcragar neutral) und Zimmertemperatur. 


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Morphologic und Physiologic yon Hyalopus heterosporns nov. spec. 


41 


Die Geschwindigkeit war nicht groB im Vergleich mit der, die bei anderen 
Pilzen beobachtet wurde. Die Frachthyphen von Phycomyces wachsen 
nach Errera in der Minute durchschnittlich 20 bis 40 p. (Maximum 65,6 p), 
was in 24 Stunden einen Zuwachs von 28,8—57,6 mm ergibt. 

Bedeutend langsamer wachst P e z i z a, deren Wachstumsgeschwindig- 
keit von Reinhardt als 14—23 p. in der Minute, also 20,2—33,1 mm in 
einem Tag, erkannt wurde. Dieser Zuwachs des vegetativen Mycels von P e - 
z i z a ist kleiner als der der Fruchthyphen von Phycomyces, aber trotzdem 
hoher als der des vegetativen Phycomyces -Mycels. Reinhardt 
glaubt, das raschere Wachstum des P e z i z a - Mycels darauf zuruckfiihren 
zu konnen, daB Phycomyces schon zeitig Fruchthyphen anlegt und seine 
Kraft in der Ausbildung der Fruchttrager und Sporen erschopft, wahrend 
P e z i z a vor allem ein weitausgedehntes, kraftiges Mycel entwickelt und erst 
spater zur Bildung von Sklerotien schreitet. 

Mit dieser Annahme Reinhardts laBt sich das langsame Wachstum 
unseres Pilzes mit 0,7 mm in einem Tag gut in Einklang bringen. Der Pilz 
bildet sehr friihzeitig Konidien, die Inanspruchnahme seiner Krafte fiir diesen 
ProzeB ist daher gut denkbar. In Ubereinstimmung mit dieser Annahme ist 
auch die Wachstumsgeschwindigkeit des sehr frith reichliche Mengen von 
Konidien bildenden Penicilliums zu erwahnen, die nach L o e w nur 
durchschnittlich 0,2 p. in der Minute, also taglich 0,29 mm betragen soil. 

Nur von der Sporenbildung wird die Wachstumsgeschwindigkeit aber 
nicht abhangig sein, sondern individuelle Eigentiimlichkeiten werden eine 
wesentliche Rolle spielen. 


Ein flu B der Temperatur. 

I. Verhalten der Sporen. 

Reichliche Mengen von Sporen wurden in einem Reagensglas mit sterilem 
Wasser aufgeschwemmt, wobei sie sich sehr gleichmaBig verteilten. Mit dieser 
Fliissigkeit wurde der Nahrboden, der besat werden sollte, iibergossen. Als 
Nahrboden benutzte ich Pepton 1 Proz., Liebigs Fleischextrakt 1 Proz., Trau- 
benzucker 2(4 Proz., Agar 2 Proz. (Reaktion schwach alkalisch) in Erlen- 
m e y e r - Kolbchen. Die Kulturen wurden bei verschiedener Temperatur 
in kalten Raumen und in dem ausgezeichneten Warmezimmer des botanischen 
Institute in Leipzig, wo ich im Wintersemester 1913/14 arbeitete, aufgestellt. 
Die Kolben wurden nur makroskopisch beobachtet. 


Keimung 
Temperatur . . 
Tag der Keimung 


Tabelle 6. 


der Sporen bei verschiedener Temperatur. 


1 3—6° 

9V 2 ° 

19° 1 

22° 

24° 

i 26—27° 

1 28—29° 

31° C 

1 9 

5 

i 

i ! 

i 

i 

1 

I 

1 

j 1—2 

keine 

Keimung 

keine 

Keimung 


Aus Tabelle 6 sehen wir, daB die Sporenkeimung zwischen 19 und 27° C 
makroskopisch ziemlich gleichmaBig verlauft. Bei 9(4° C bedurfte es der 
fiinffachen, bei Warmeschwankung zw r ischen + 3 und -f 6° C der neunfachen 
Zeit gegeniiber normaler Temperatur, um die Keimung zu ermoglichen, bei 
28° C und hoherer Temperatur fand iiberhaupt keine Keimung mehr statt 
(beobachtet mehrere Wochen). 

Nach Behrens liaben die gemeinsten Schimmelpilze ihr Optimum 
liber 28°, ihr Maximum iiber 30° C. Die Temperaturgrenze unseres Pilzes liegt 
also relativ tief. Es sind jedoch viele Ausnahmen von dieser Regel bekannt. 


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42 


Richard Harder, 


Jch nenne hier nur den von St op pel untersuchten Eremascus, der im 
Eisschrank besser gedeiht als bei Ziminertemperatur. 

Warden Kulturen unseres Pilzes, die bei supramaximaler Temperatur 
gehalten waren, in niedrigere (22° C) gebraeht, so keimten sie noth aus, wenn 
der Aufenthalt nieht zu lange gewahrt hatte. Tabelle 7 zeigt, daB schon nach 
wenigen Tagen eine Tdtung der Konidien dureh 31,5° C stattfand. Die Sporen 
zeigten sieh also auch hier relativ empfindlich. Penieillium z. B. ist, 
wie H i 1 b r i g mitteilt, bei Kultur unter ganz ahnlichen Bedingungen wie 
bei unseren Versuehen noeh nach 19-tagigem Aufenthalt bei 35° C keimfahig. 

Tabelle 7. 

Totungszeit fiir die Sporen durch 32,5° C. 

Alkalische Mi nerallosu ng ! 2 1 2° 0 Oluko.se ! 2% Agar ; 2 i/ 2 0 0 Glukose 

mit Zusatz von: ohne Agar ohne Glukose ' 2° 0 Agar 

Totungszeit fiir die Sporen in : 

Tagen.I 5 | 8 ! 9 

Der Beginn der Sehadigung der Sporen unseres Pilzes ist aus der Tabelle 
nicht ersichtlich. Sie begann schon nach der Halfte der Totungszeit. Die Zahl 
der keimfahigen Sporen wurde von da ab taglich geringer, bis schlieBlich 
samtliche getbtet waren. 

Von EinfluB auf die Totungszeit der Sporen war der Nahrbodcn, auf dem 
sie ausgesat waren (Tabelle 7). Eine ahnliche Beobachtung hat Wehmer (III) 
gemacht. Er fand, daB die Sporen von zwei A s p e r g i 11 u s -Spezies bei 
37,5° C innerhalb vier Wochen auf flussigem Substrat iiberhaupt nicht mehr 
gedichen, wiihrend sich auf Brot bei derselben Temperatur diirftige Entwick- 
lung zeigte. 

tlberdie Resistenz der Sporen am Mycel ^iirde die beilaufige Beobachtung 
gemacht, daB die Sporen durch fiinfwochigen Aufenthalt bei 28—29° C nicht 
getbtet wurden und daB eine vierwbchige Einwirkung einer Kalte von — 2 bis 
— 8° C ebenfalls noch naehtragliche Keimung zulieB. Letzteres war zu er- 
warten, da die Resistenz von Sporen gegen Kalte bekannt ist und Schimmel- 
pilzsporen selbst eine einwochige Einwirkung der Temperatur von fliissiger 
Luft ohne wesentliche Sehadigung ertragen. (Mac Fadyen und R o w- 
1 a n d). 

II. Wachstum d e s M y c e 1 s bei verschiedener Tem¬ 
peratur. 

Etwas rosistenter als die Konidien war das ausgcwachsene Mvcel gegen 
hohe Temperatur. Wir batten gesehen, daB die Sporenkeimung bei Tempe- 
raturen von 28° C aufwarts unterblieb. Das Myeel wuchs noch bei dieser 
Temperatur, allerdings nur kurze Zeit. 

Ich impfte den Pilz auf neutralen Traubenzuekeragar und lieB ihn bei 
Ziinmertemperatur bis zu Kolonien von etwa 10 mm Durchmesser heran- 
wachsen. Ann wurden die Kulturen im Warmcziinmer auf verschieden hohe 
Tcmperaturen gebraeht. Die Zuwachswerte zeigt Tabelle 8. die aus den anfangs 
taglich, spater in grbBeren Abstiinden vorgenommenen Messungen zusammen- 
gezogen ist. 

Bei 32,f)° C fand also iiberhaupt kein Wachstum mehr statt, bei 28,5° 
war es sehr gering, der (lesamtzuwachs in 33 Tagen bet rug nur 13 mm, spiiter 
war kein mcBbarcr Zuwachs innerhalb der niichsten 2 Wochen mehr zu er- 


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Morphologic und Physiologic von Hyalopus heterosporus nov. spec. 


43 


Tabell© 8. 

My celzu wachs bei verschiedener Tempera tur. 


Taglieher Zuwachs 
in den 

Zimmer¬ 

temperatur 

22° 

26,5° 

28,5° 

32,5° 

ersten 3 Tagen. 

0,83 mm 

0,85 mm 

1 

0,4 mm 

0,3 mm 

0 

nachsten 9 Tagen. 

0,66 mm 

0,5 mm 

0,3 mm 

0,2 mm 

0 

nachsten 21 Tagen . . . . 

0,55 mm 

? 

? 

0,1 mm 

0 


kennen. Bei 26,5° C war das Wachstum etwas besser, es erreichte bei 22° C 
sein Optimum, das von dem Zuwachs bei Zimmertemperatur nicht sehr ver- 
schieden war. 

Wir sehen uberall, auch bei gunstigen Temperaturbedingungen, eine 
allm&hliche Verlangsamung des Wachs turns. Das ist wohl in Zusammenhang zu 
bringen mit der allmahlichen Austrocknung des Substrates, der Abnahme der 
Nahrung und der Ansammlung wachstumshemmender Stoffwechselprodukte 
(Klister II, Lutz, Harder II). 

Einen Unterschied im Wachstum des Mycels und der Sporenkeimung 
beobachtete auch H i 1 b r i g, der land, daB bei P e n i c i 11 i u m das 
Wachstum eine gewisfce Zeit auch noch bei Temperaturen stattfand, die auf 
die Dauer nicht mehr ohne Vemichtung des Lebens ertragen wurden. 

Kiel, Botanisches Institut, Marz 1914. 

Literatnrverzeichnis. 

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Krafte. (Lafar, Handb. d. techn. Mykol. 2. Aufl. Jena 1904—1907. Bd. 1. Kap. 16.) 
Beijerinck, M. W. u. van Delden, A., Uber eine farblose Bakterie, deren 
Kohlenstoffnahrung aus der atmospharischen Luft herriihrt. (Centralbl. f. Bakt. 
Abt. U. Bd. 10. 1903. p. 33.) 

Benecke, W., I. Allgemeine Emahrungsphysiologie. (Lafar, Handb. d. techn. 

Mykol. 2. Aufl Jena 1904—1907. Bd. 1. Kap. 13.) 

—-, II. Spezielle Emahrungsphysiologie. (Lafar, Handb. d. techn. Mykol. 2. Aufl. 
Jena 1904—1907. Bd. 1. Kap. 14.) 

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Botan. Bd. 28. 1895. p. 487.) 

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Bd. 93. 1904. p. 301.) 

B o k o r n y, T h., I. Beobachtungen liber Pilze, welclie Methylalkohol als C-Quelle 
verwenden konnen. (Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 29. 1910. p. 176.) 

—, II. Uber die Einwirkung von Methylalkohol und anderer Alkohole auf griine Pflanzen 
und Mikroorganismen. (Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 30. 1911. p. 53.) 

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—, II. t)ber Alkoholgarung. (Landw. Jahrb. Bd. 3. 1874. p. 65.) 

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Bruhne, K., HormodendronHordei. Ein Beitrag zur Kenntnis der Gersten- 
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Cool, Catharina, Beitrage zur Kenntnis der Sporenkeimung und Reinkultur 
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44 Richard Harder, Morphologic und Physiologic von Hyalopus etc. 


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in Mischkultur. (Naturw. Zeitschr. f. Land- u. Foretwirtsch. Bd. 9. 1911.) 

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Bd. 33. 1899. p. 513.) 

K ii 8 t e r , E., I. Anleitung zur Kultur der Mikroorganismen. 2. AufL Leipzig und Ber¬ 
lin 1913. 

—, II. Uber chemische Beeinflussung der Organismen durcheinander. Leipzig 1909. 

L i n d a u , G., Fungi imperfecti. (Rabenhorsts Kryptogamenflora. 2. AufL 
Abt. VIII. Leipzig 1907. p. 100.) 

L o e w , E., Zur Entwicklungsgeschichte von Penicillium. (Jahrb. f. wiss. Botan. 
Bd. 7. 1869. p. 474.) 

Lutz, O., Uber den EinfluB gebrauchter Nahrlosungen auf Keimung und Entwick- 
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Macfadyen u. Rowland (Proc. Roy. Soc. London. Vol. 66. 1900, zitiert nach 
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Maurizio, A., Studien iiber Saprolegnien. (Flora. Bd. 87. 1896. p. 16.) 

Marc Medisch, Beitrage zur Physiologie von Hypocrea rufa. (Jahrb. f* 
wiss. Botan. Bd. 48. 1910. p. 591.) 

N a g e 1 i, C. v., I. Emiihrung der niederen Pilze durch "Kohlenstoff- und Stickstoffver- 
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N e g e r , F. W., Uber Forderung der Keimung von Pilzsporen durch Exhalationen von 
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Nikitinsky, J., Ober die Beeinflussung der Entwicklung einiger Schimmelpilze 
durch ihre Stoffwechselprodukte. (Jahrb. f. wiss. Botan. Bd. 40. 1904. p. 1.) 

Nypel, Bull. Soc. Roy. Bot. Belg. T. 36. 1898. p. 226, zitiert naoh Lindau. 

Pfeffer, W., Pflanzenphysiologie. 2. Aufl. Leipzig 1897—1904. 

Raciborski, M., Gber den EinfluB auBerer Bedingungen auf die Wachstumsweise 
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R e i n h a r d t, M. 0., Das Wachstum der Pilzhyphen. (Jahrb. f. wiss. Botan. Bd. 23. 
1892. p. 489.) 

R e i n k e , J., Studien iiber das Protoplasma. 2. Folge. (Untere. a. d. bot. Labor. 
Gottingen. H. 3. 1883. p. 11.) 

Rumbold, Caroline, Beitrage zur Kenntnis der Biologic der holzzeretorenden 
Pilze. (Zeitschr. f. Land- u. Foretwirtsch. Bd. 6. 1908. p. 81.) 

S c h i m o n , O., Beitrage zur Kenntnis rotgefarbter niederer Pilze. [Diss.] Miinchen 
1911. 

Stoppel, Rose, Eremascus fertilis nov. spec. (Flora. Bd. 27. 1907. 
p. 332.) 

S t u t z e r, A., I ber B^ziehungen zwischen der chemischen Konstitution gewisser 
organischer Verbindungen und ihrer phvsiologischen Bedeutung fiir die Pflanzen. 
(Landw. Versuchsstat. Bd. 21. 1878. p. 116.) 

Ternetz, Charlotte, Protoplasmabewegung und Fruehtkorjierbildimg bei 
A s c o p h a n u s c a r n e u s. (.Jahrb. f. wiss. Botan. Bd. 35. 1900. p. 273.) 

Thiele, Die Temperaturgrenzcn der Schimmelpilze. [Diss.] Leipzig 1896. 

W e h m e r , C., I. Kntstehung und physiologisclie Bedeutung der Oxalsiiure irn Stoff- 
wechsel einiger Pilze. (Bot. Ztg. Bd. 49. 1891. p. 232.) 

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—, III. Kleinere mykologische Mitteilungen. (Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 3. 1897. 
P- 107.) 

—, IV. Uber Zersetzung freier Milchsaure durch Pilze. (Bit. d. Deutschen Bot. Ges* 
Bd. 21. 1903. p. 67.) 


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F. W. N © g e r, Zur Frage der systematisehan Stellung der sog. Ambrosiapilze. 45 


W e n t, F. C., Uber den EinfluB der Nahrung auf die Enzymbildung durch M o n i 1 i a 
sitophila. (Jahrb. f. wiss. Bo tan. Bd. 36. 1901. p. 611.) 

Winogradsky, S., Die Nitrifikation. (L a f a r , Techn. MykoL 2. AufL 1904—1906. 
Bd. 3. Kap. 5.) 

Tatelerklirong. 

Fig. 1. Teil einer Lufthyphe mit Konidientragem (Vergr. 250). 

Fig. 2. Konidientragendes Ende einer Lufthyphe (Vergr. 100). 

Fig. 3. GroBe zugespitzte und kleine ovale Sporen (Verg. 1000). 

Fig. 4. Wirtelformig in Vierzahl angeordnete Konidientrager. Der nach oben 
gerichtete Trager hat seine erste Spore abgeschniirt. Sie liegt frei von Schleim quer liber 
dem Trager. Die iibrigen Konidientrager haben schon Schleim gebildet (Vergr. 400). 

Fig. 5. Beginn der Schleimbildung. Wenig Schleim befindet aich an der Vorder- 
seite der Spore (Vergr. 400). 

Fig. 6. Die Spore ist von einem kleinen Schleimkiigelchen, aus dem ihre Enden 
herausragen, umgeben. In dem nach rechts gerichteten Konidientrager ist keine groBe 
Spore vorhanden, so daB der Trager mit einem runden Schleimkopfchen endigt. Die 
Figuren a bis c wurden in Abstanden von je 5 Minuten photographiert. Man sieht deut- 
lich eine Drehung der Querspore im Sinne des Uhrzeigers (Vergr. 400). 

Fig. 7. Die Schleimkugel ist so groB geworden, daB die Sporen vollig verdeckt 
werden. Die endgiiltige GroBe ist damit jedoch noch nicht erreicht (Vergr. 400). 

Alle Figuren sind Mikrophotogramme nach einer lebenden Kultur auf Zucker- 
Agar. In Fig. 3 sind die Umrisse der Sporen nachgezogen, die anderen Figuren sind nicht 
retouchiert. 


NacAdruck vtrbotm i. 

Zur Frage der systematischen Stellung der sog. Ambrosiapilze. 

Von Prof. Dr. F. W. Neger. 

Ein von R e h verfaBtes Referat liber Beauverie, l’Ambrosia 
der Tomicus (Xyleborus) Dispar (1910) in der Zeitschrift fur 
Pflanzenkrankheiten (1914), welches mir kiirzlich zu Gesicht kam, gibt mir 
Veranlassung, mich noch einmal zu der Frage der systematischen Stellung 
der Ambrosiapilze zu fiuBern. Die genannte Mitteilung Beauveries 
in den Comptes rendus ist der Vorl&ufer einer lSngeren Abhandlung des gleichen 
Autors betitelt: „Les Champignons dites Ambrosia“ in Annales des sciences 
naturelles. S6r. IX. Botanique. p. 31—73 mit 5 Tafeln, in welcher Beauve¬ 
rie die ganze Erscheinung der Symbiose von holzbriitenden Borkenkafern, 
Asphondylia -Larven usw., mit Pilzen im Zusammenhang behandelt. 
Beauverie hat der Frage nach der Natur (bzw. systematischen Stellung) 
der Ambrosiapilze der Borkenk&fer besondere Studien gewidmet und kommt 
in den beiden genannten Abhandlungen zu folgendem Resultat: Es finden 
sich in den Galerien des Tomicus dispar folgende Pilze: AuBer den, 
die charakteristische Ambrosia bildenden, Pilzhyphen eine Hefe bildende 
Dematium - Art, sowie femer rundliche Cysten und endlich Konzep- 
takeln (Pykniden), die angeblich einen besonderen Entwicklungszustand 
des Hefe erzeugenden Pilzes darstellen. Beauverie erinnert dann daran, 
daB ich aus den Ambrosiagallen (durch Asphondylia - Arten verursacht) 
auf Coronilla emerus und Sarothamnus scoparius Pyk¬ 
niden erzogen habe, die sich als zu Marcophoma gehorig erwiesen, 
und den von ihm beobachteten Konzeptakeln sehr ahnlich sehen. Es schlieBt 
hieraus, daB auch der Ambrosiapilz des Tomicus dispar eine Macro- 
p h o m a sei, deren Pykniden — infolge der besonderen, durch die Symbiose 
gegebenen Lebensbedingungen — in der Entwicklung auf halbem Wcge 
stehen geblieben seien. 


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46 


F. W. Neger, 


Gegen diese Unterstellung mochte ich einige Bedenken geltend machen, 
die sich teils auf friiher veroffentlichte Tatsachen, teils auf neuere Beobach- 
tungen griinden. 

Was zunachst die Ambrosiagallen und den im Innern derselben befind- 
lichen Pilz anlangt, so habe sich meinen friiheren Mitteilungen (insbesondere 
derjenigen vom Jahre 1910) hinzuzufiigen, daB der Pilz der Verbascum- 
und Scrophularia canina - Galle zweifellos auch eine Macro- 
p h o m a und hochstwahrscheinlich identisch ist mit dem Pilz der Emerus- 
und Sarothamnus - Galle. Ich habe aus Material, welches ich wiederholt 
in Bozen und Umgebung sammelte, stets zahlreiche reine Kulturen enthaltcn, 
die sich in nichts von den aus E m e r u s - und Sarothamnus - Gallon 
erhaltenen Reinkulturen unterschieden. Besonders mochte ich betonen, 
daB die Pilze aus all diesen Gallen in der Reinkultur genau den gleichen 
Farbenwechsel durchmachen, wie wir ihn im Innern der Galle beobachten, 
d. h. das Mycel ist zuerst rein weiB (Ambrosiastadium), dann geht es ins Blau- 
graue liber, um schlieBlich braunschwarze Farbung anzunehmen. In den 
meisten Fallen kommt es schlieBlich zur Bildung von Pykniden, die bald 
steril bleiben, bald aber auch Sporen in Ranken austreten lassen. 

Es kann somit als sicher gelten, das der Pilz folgender Ambrosiagallen 
eine Macrophoma ist: Galle auf Coronilla emerus, auf Saro¬ 
thamnus scoparius (und zwar sowohl Knospen- wie Fruchtgalle), 
Galle auf Verbascum - Arten und Scrophularia canina (diese 
letzteren nur in Siideuropa vorkommend 1 ). 

Ob alle diese Pilze bzw. die zugehorigen Gallenerreger miteinander 
identisch sind, wie es — soweit die Pilze in Betraeht kommen — nach den 
Reinkulturen geschlossen werden kann, wage ich vorerst nicht mit Sicherheit 
zu entscheiden. Doch hoffe ich, in einigen Jahren eine bestimmte Antwort 
darauf zu geben. Es ist mir namlich gelungen, im hiesigen botanischen Garten 
die Sarothamnus - Galle einzubiirgern. Im vergangenen Jahr trat sie 
allerdings erst sparlich auf. Sowie sie sich etwas starker vermehrt hat, ist zu 
hoffen, daBdanebengepflanzte Coronilla Emerus, Verbascum- 
Arten sowie (die allerdings schlecht hier gedeihende) Scrophularia 
canina von den betreffenden Gallcnerregern gleichfalls angenommen 
werden, sofern ein solches tlbergehen von einer Wirtspflanze auf die andere 
iiberhaupt mbglich ist. 

Schneider-Orelli (1913) meint, daB die spezifische Natur des 
Ambrosiagallenpilzes noch nicht als sicher ermittelt gelten konne, solange 
es nicht gelang, die eigentiimliche — eben als Ambrosia bezeichnete Wachs- 
tumsform des Pilzes, bestehend in M o n i 1 i a - Sporen ahnlichen Zellreihen 
in Reinkulturen zu erzielen. Demgegeniiber ist einzuwenden, daB diese 
Wachstumsform hochstwahrscheinlich nur ein Produkt der in jungen, sehr 
turgeszenten Gallen herrschenden besonderen Wachstumsbedingungcn ist, 
die in Reinkultur sehr sehwer nachzuahmen sein werden. Sowie das Gallen- 
gewebe weniger turgeszent ist, verlieren auch die Ambrosiapilzzellen ihre 
zarte, plasmareiche Bcschaffenheit und nehmen gleichzeitig die bekannte 
blaugraue Farbung an. 


') t)ber die Xatur des Ambrosiapilzes von C a p p a r i s s p i n o s a (in Sizilien 
hiiufig), sowie die ncuentdeckten fallen auf (J h a e r o p h y 11 u m t e m u 1 u m und 
C a u c a 1 i s d a u c o i d e 8 ist mcines Wissens noch nichts Xiihcrcs bekannt. Ich 
zweifle nicht, dull es untor lleriieksichtigung des von mir (1910) angegebenen Verfahrens 
mdglich sein wird, die betreffenden l’ilze in Ktiltur zu bringen. 


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Zur Frage der systematiachen Stellung der sog. Ambrosiapilze. 


47 


ttber die Ambrosiapilze des Tomicus(Xyleborus) dispar, 
sowie des T. (Xyloterus) lineatus, habe ich dem, was ich friiher 
ausftihrte (1909), nichts Neues hinzuzufiigen. 

Ich komme nun zu den von B e a u v e r i e (1. c.) vermuteten Beziehungen 
zwischen den Pilzen der Ambrosiakafer einerseits und der AmbrosiagaUen 
andererseits. Es liegt mir zunachst fern, in den Befund Beauveries, 
bzw. seine Beobachtung, daB in den Galerien des Tomicus dispar 
neben den eigentlichen Ambrosiarasen Pykniden (Konzeptakeln), sowie 
Cysten vorkamen, irgendeinen Zweifel zu setzen. Was zunachst die Cysten 
anlangt, die Beauverie auf Tafel V, Fig. 5 seiner ausfiihrlichen Arbeit 
(1911) so schon und klar abbildet, so habe ich diese letzteren gleichfalls beobach- 
tet. Ich glaubte (1911), sie als jene Ambrosiazellen ansprechen zu miissen, 
welche — nach Schneider-Orelli (1911) — vom Mutterkafer ausge- 
stoBen werden, und aus welchen der neue Ambrosiapilzrasen hervorgeht. 
Damit stimmt gut iiberein, daB Beauverie diese Zellen (Cysten) als 
zu Mycel auskeimend darstellt. Es dUrfte, nachdem sowohl Beauverie 
wie Schneider-Orelli und ich diese Cysten ahnlichen Zellen regel- 
maBig beobachtet haben, kein Zweifel dariiber bestehen, daB dieselben einen 
integrierenden Teil des Ambrosiapilzes — wahrscheinlich seinen Keim — 
darstellen. 

Anders ist es mit den Pykniden (Beauveries Konzeptakeln). 

Ich selbst sah solche niemals (auBer den haufig vorkommenden, zweifel- 
los eine Verunreinigung darstellenden Pykniden von G r a p h i u m , bzw. 
Ceratostomella), auch Schneider-Orelli scheint die von 
Beauverie beobachteten Konzeptakeln nie gefunden zu haben. 

DaB aber diese Konzeptakeln, wie Beauverie vermutet, eine Frucht- 
form des eigentlichen Ambrosiapilzes seien, und daB der Ambrosiapilz des 
Tomicus dispar gleichfalls eine Macrophoma, also mehr oder 
weniger identisch sei mit dem Ambrosiapilz der Asphondylia - Arten, 
dagegen sprechen eine Reihe von Tatsachen aufs entschiedenste: 

a) Ich habe beide Pilze mehrere Jahre lang in Kultur gehabt, habe den 
Pilz des Tomicus dispar dazu gebracht, groBe Klumpen Ambrosia 
zu bilden, die vollkommen ubereinstimmten mit der in den Larvenwiegen — 
also unter naturlichen Verhaltnissen auftretenden Ambrosia (etwas schlechter 
neigt der Pilz des X. 1 i n e a t u s dazu, in Reinkulturen Ambrosia zu bilden). 
An der Identitat meines Pilzes mit dem echten Ambrosiapilz kann also nicht 
gezweifelt werden. Gleichwohl beobachtete ich in keiner der unzahligen Rein¬ 
kulturen des Tomicus- Pilzes, die ich unter den Handen hatte, auch nur 
ein einziges Mai eine Andeutung von Pykniden, wahrend die Reinkulturen 
der Asphondylia -Ambrosiapilze (aus Ambrosiagallen) auf den ver- 
schiedensten Substraten mindestens sterile, sehr haufig sogar fertile Pyk¬ 
niden bildeten. 

Es besteht deshalb keine Veranlassung, anzunehmen, daB der Tomicus- 
Ambrosiapilz eine Macrophoma sei. 

b) Wie ich schon friiher erwahnte (1909), fehlen alle Anhaltspunkte fur 
eine Ermittlung der systematisehen Stellung der Tomicus- Pilze, in dem 
diese Pilze die Fahigkeit, Sporen oder Fruchtformen zu bilden, verloren 
zu haben scheinen. Nach der Feststellung von Schneider-Orelli 
besteht ja auch keinerlei Bediirfnis hierfiir, indem die Vcrmehrung dureh 
Keiraung alter — aus dem Verdauungskanal des Mutterkafers cntleerter — 
Ambrosiazellen erfolgt. Bei den Asphondylia - Arten liegen die Ver- 


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48 F. W. Negei, Zur Frage der system&tiachen Stellung dersog. Ambrosiapilze. 


haltnisse ganz anders. Wenn wir auch die letzten Einzelheiten der Ei- und 
Sporenablage noch nicht kennen, so ist doch sicher, daB jenes embryonale 
Ambrosiamycel, welches sich stets in den jiingsten Entwicklungsstadien 
der Ambrosiagallen neben der eben aus dem Ei ausgeschlupften Larve findet, 
aus einer farblosen „Macrophoma“-Spore hervorgegangen ist, und dies 
setzt voraus, daB Pykniden gebildet worden sind. Niemals sah ich in embryo- 
nalen Ambrosiagallen das Ambrosiamycel aus gebraunten Zellen hervorgehen. 
Diese Verhaltnisse beweisen schon, daB wir es mit zwei fundamental verschiede- 
nen Okologismen zu tun haben. Es ist kaura denkbar, daB ein und derselbe 
Pilz diesen verschiedenen Anspriichen gerecht wird. 

c) AuBer dem morphologischen ist auch das chemische Verhalten auf 
den in Anwendung gebrachten Substraten ein sehr verschiedenes. Wie ich 
friiher (1909) ausfiihrte, ist eine besondere Eigentiimlichkeit der Tomicus- 
Ambrosiapilze (sowohl vom T. d i s p a r wie von T. 1 i n e a t u s). 
daB sie auf kohlehydratreichen Substraten (Brot, Mohren,Kartoffeln, Dextrose- 
nahrgelatine u. a.) Fruchtester von Ananas oder Erdbeeraroma bilden. Diese 
Fahigkeit geht den Macrophoma-Arten vollkommen ab. Allerdings 
besitzen Reinkulturen von Macrophoma auf Pflanzenteilen gleichfalls 
einen eigenartigen Geruch; derselbe ist aber grundverschieden, er erinnert 
an fermentierten Tabak, z. B. an die osterreichische Regiezigarette 
„Sport“. 

d) Beauverie fand in den Larvenwiegen von Tomicus dispar 
auch ein D e m a t i u m , welches Hefezellen abschniirt, und neigt dazu, 
dieses D e m a t i u m als ein Entwicklungglied des Ambrosiapilzes 
anzusehen. Demgegeniiber mochte ich betonen, daB Hefezellen auch nach 
meinen Beobachtungen in den Ambrosiarasen der Holzborkenkafer eine sehr 
h&ufige Erscheinung sind, daB aber in Reinkultur des Ambrosiapilzes hefe- 
artige Bildungen nie auftraten — nicht einmal in zuckerreichen Nahrlosungen, 
in welchen auch Dematium -artige Pilze sonst sehr zur Abschniirung 
von hefeahnlichen Zellen neigen. Ich habe daher die Uberzeugung gewonnen, 
daB die hefeartigen Zellen (sowie vermutlich auch Beauveries Dema¬ 
tium) keine Entwicklungsform, sondern eine Verunreinigung 1 ) des Ambrosia¬ 
pilzes darstellen. 

e) Die oben erwahnte Eigenschaft, in Nahrlosungen esterartige Verbin- 
dungcn zu bilden, teilen nur wenige Pilze mit den Ambrosiapilzen. Es sind 
hauptsachlich Endomyces - Arten, welchen diese Fahigkeit zukommt. 
Dies war fur mich die Veranlassung anzunehmen, daB die Ambrosiapilze der 
Holzborkenkafer sich etwa von Endomyces -Arten ableiteten (um so 
mehr, daSchleimflusse vonBaumen dashaufigsteSubstrat von Endomyces- 
arten sind). Leider gelang es mir nie, die fur E n d o m y c e s charakteristi- 
schen Asci mit den hutformigen Sporen nachzuweisen. Dagegen finde ich 
in Tafel III, Fig. 1 der Beauverie schen Arbeit eine Cvste abgebildet, 
welche recht wohl als Ascus eines Endomyces gedeutet werden konnte. 
Hier hatten wohl weitere Untersuchungen einzusetzen, um die svstematische 
Natur des Tomicus- Pilzes einwandlrci festzustellen — etwa wenn es ge- 
lange, solchc Cysten zu isolieren, in Reinkulturen zu zuchten und aus dem 
erhaltenen Mycel Ambrosia heranzuziehen. 

*) Ahnlich faBt offenbar Schneider-Orelli die Sache auf, denn er ftihrt 
(1913) aus, daB er neben Ambrosiazellen im Darm schwannender Muttertiere Dema¬ 
tium- Zellen gefunden und diese auch zu Mvcel habe auswachsen sehen (1. c. Taf. Ill, 
Fig. 24). 


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Ernst Voges, Uber Ophiobolus herpotrichus Fries, etc. 


49 


Ich schlieBe meine Betrachtungen mit dem Satz: „Der 
Ambrosiapilz der meisten Arabrosiagallen ist eine Macro- 
phoma; der Ambrosiapilz der Holzborkenkafer ist sicher 
keine Macrophoma, sondern vermutlich ein Pilz aus der 
Verwandtschaft von E n d o m yces, wofiir aber noch weitere 
Beweise beizubringen sind. Die Pykniden in den Larven- 
wiegen des Tomicus dispar, ebenso wie die Hefezellen 
sind allem Anschein nach Verunreinigungen der urspriing- 
lichen „Armbrosiareinkulturen“. 

Literator. 

1. Beauveric, L’Ambrosia da Tomicus dispar. (Compt. rend. Jg. 1910. 
T. II.) 

2. —, Lee champignons dits Ambrosia. (Ann. sc. nat. S6c. IX. Botan. T. XI. 1910. 
p. 32—73 m. 10 Textfig. u. 5 Taf.) 

3. Dorriea, Uber eine neue Galle anCaucalis daucoides. (Botan. Zeitung. 
1910.) 

4. Neger, Ambroaiapilze. (Bericht d. Deutsch. Bot. Ges. 1908, 1909 u. 1910.) 

5. —, Zur Ubertragung des Ambrosiapilzes von Xyleborus dispar. (Naturw. 
Zeitschr. f. Forst- u. Landw. Bd. 9. 1911. p. 223—225.) 

6. Schneider-Orelli, Die Ubertragung und Keimung des Ambrosiapilzes 
von Xyleborus dispar. (Naturw. Ztschr. £. Forst- u. Landw. Bd. 9. 1911. 

p. 186—192.) 

7. —, Untersuchungen fiber den pilzzfichtenden Obstbaumborkenkafer Xyleborus 
(Anisandrns) dispar und seinen Nahrpilz. (Centralbl. f. Bakt. Abt. II. 
Bd. 38. 1913.) 


Nachdruck verboten. 

Ober Ophiobolus herpotrichus Fries, den „Weizen- 
hahntOter‘‘, in seiner Nebenfhichtform. 

Von Dr. Ernst Voges. 

Mit 9 Figuren. 

Einleitendes. 

Als Nebenfruchtform unseres Askomyceten ward von Saccardo 1 ) 
und L. Hiltner*) der Pyknidenpilz Hendersonia herpotricha 
Sacc. angegeben, der vergesellschaftet mit dem von F. F r a n k als Weizen- 
halmtoter bezeichneten Schlauchpilz am Halmgrunde der Weizenpflanze 
vorkommt. Gegeniiber dieser Angabe, die anscheinend nur auf den triigerischen 
Grand des Zusammenlebens der beiden Pilze am gleichen Orte des Nahrsub- 
strats hin gemacht war, hatte ich 3 ) infolge des Ziichtungsergebnisses aus den 
Askosporen von Ophiobolus herpotrichus den Hyphomy- 
c e t e n - Pilz Fusarium rubiginosum App. et Wollw. fur dessen 
Konidienform als hochstwahrscheinlich angesprochen, vorbehaltlich weiterer 
Nachpriifungen, wobei ich die Bedenken auBerte, daB bisher nur Fusarium- 
Pilze als Nebenfrachtformen von Nectriaceen bekannt seien. Emeute, 
im Nachsommer 1913 angestellte Kulturen haben denn auch erwiesen, daB 
meine erste Annahme falsch war. Nicht ein Fusarium, sondern ein 

x ) Sylloge. Vol. 2. p. 77. 

2 ) Eine Voraussage. (Prakt. Bl. f. Pflanzenb. u. Pflanzenschutz. 1912. p. 39.) 

3 ) tTber Ophiobolus herpotrichus Fries und die FuBkrankheit des 
Getreides. (Zeitschr. f. Garungsphysiol. Bd. 3. 1913. p. 43.) 

Zweite Abt. Bd. 42. 4 

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50 


Ernst Voges, 


Acremonium ist die Nebenfruchtform von Ophiobolus herpo- 
t r i c h u s Fr. 

DaB ich zu jener ersten irrigen Ansicht gelangte, das hangt mit der 
SchwierigkeitderKulturdesSchlauehpilzeszusammen. SchonFr. Kruger 1 ) 
berichtet Uber die ungiinstigen Resultate, die er erhielt, wenn er vor Beginn 
des Keimungsaktes die Sporen in Nahrlosung brachte. Die Keimung unter- 
blieb dann in der Regel iiberhaupt, obwohl er die verschiedensten Nahrmedien 
in nngleichen Konzentrationen und unter den verschiedensten Bedingungen 
verwandte. Nur wenigemal bildeten sich an den Enden des Keimschlauches, 
der noch nicht einmal die Lange der Sporen erreicht hatte, nach einigen Tagen 
kleine, sichelartig geformte Sporen, farblose Fortsatze, die Kruger als 
Appressorien ansprach, wahrend M a n g i n 2 ), der die gleichen Gebilde 
erhielt, sie fur Sporidien ausgab. 

Ahnliche Gebilde, die uns weiter noch beschaftigen werden, traten auch 
in meinen Kulturen auf. Sie sind veranschaulicht in den meiner vorhin er- 
wahnten Arbeit beigegebenen Figuren. AuBer ihnen erschienen in dem kiinst- 
lichen Nahrsubstrat, zumal in alteren Kulturen als Verunreinigungen massen- 
hafte sichelformige Gebilde, die ich fur Mikroorganismen hielt. Wie K r ii g e r 
femer angibt, so sah er jene sichelartigen Korper vereinzelt auch an Sporen, 
die auf Blattern lebender Weizenpflanzen in feuchter Luft gekeimt waren, 
sich aber nicht weiter veranderten. 

Schon aus den vorstehenden Angaben erhellt, wie ungleichmaBig und 
schwer die Ophiobolus - Sporen auf kunstlichen Nahrmedien keimen 
und wie sparlich die Mycelbildung ausfallt. Sodann gliickt es nicht allemal, 
eine reine Sporenaussaat zu gewinnen. Steht reichliches Versuchsmaterial zur 
Verfligung, so findet man Perithecien, die ihre Askosporen ausschleudern. 
Diese lassen sich alsdann auf dem Objekttrager auffangen, und man erhalt 
eine reine Aussaat. Ist das aber nicht der Fall, so wird die Kultur meist unrein. 
Selbst wenn die im Wassertropfen ausgetretenen Askosporen auf fremde 
Beimengungen auch mikroskopisch sorgfaltig gepriift sind, so verbleiben 
doch in der Regel kleine Mycelfetzen unter der Aussaat. Und da die Ophio¬ 
bolus- Perithecien umwuchert sind von den Hyphen der verschiedensten 
mit ihnen zusammenlebenden Pilze, besonders Fusarium-Formen, so 
gelangen mit dem Ophiobolus - Sporen und Mycelfetzen auch Hyphen- 
stuckchen anderer Pilze unter die Aussaat, die sich eben von den ersteren 
nicht unterscheiden lassen. 

Zu der Kultur ist eine rciche Sporenaussaat zu verwenden, der nur ein 
geringer Prozentsatz keimt und ein fruktifizierendes Mycel treibt. Und deshalb 
wandte ich zunachst das wohl zumeist beliebte Aussaatverfahren mit den in 
sterilisiertem Wasser entleerten Sporen an. So kam es denn, daB ich in meinen 
ersten Kulturen auf Pflaumengelatine neben ungekeimten und in Auflosung 
iibergehenden Sporen, sowie in der Entwicklung steckengebliebenen und 
miBgebildeten Keimlingen ein feines haarloekigcs Mycel erhielt, das in einem 
dichten Hyphengewirr an seitenstandigen, stab- bis flasehenformigen langen 
Konidientragern terminal kleine, langliche und einzellige Einzelkonidien 
hervorbrachte, die ich fiir einzellige Mikro- oder Hungerkonidien von Fu¬ 
sarium hielt, da neben ihnen vereinzelt auch sichelformige, mehrseptige 
Fusarium- Konidien erschienen. Ein Mycel, das nach der Ubertragung 

*) Untersuehungen liber die FuBkrankheit des Getreides. (Arb. a. d. Kaiserl. Biolog. 
Anst. f. Land- u. Forstw. Bd. 6. 1908. p. 330.) 

2 ) Nach einem Zitat bei K r ii g e r , a. a. O. p. 330. 


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Uber Ophiobolus herpotrichus Fries, den ,,\Veizenhalmtoter“, etc. 


51 


von dem kiinstlichen Nahrsubstrat auf das natiirliche, auf gekochte Weizen- 
pflanzchen, dann zur lippigen Entwicklung gelangte und nach Fruktifikation 
das Fusarium rubiginosum App. et Wollw. vorstellte, woraus 
vomehmlich der dunkle Mycelbelag des unteren Internodinms der fuBkranken 
Weizenpflanzen besteht. AuBer dieser Fusarium -Form erschien aber 
auch nach der tlbertragung des auf Pflaumengelatine aus den ausgesaten 
Ophiobolus -Sporen hervorgegangenen Mycels auf die gekochten, in 
Ziegelgrus gezogenen Weizenpfl&nzchen ein zartes, feines Mycel mit den vorhin 
alsFusarienmikrokonidiengedeuteten einzelligen, langlichen oder ellipsoidischen, 
zuweilen schwach gekriimmten Sporen. Erneute diesjahrige Kulturen mit 
einem auf dem Objekttrager aufgefangenen, ejakulierten, reinen 0 p h i o - 
b o 1 u s-Sporenmaterial ergaben nun, daB in jenem Mycel und seinen Sporen 
nicht etwa ein verkummertes Mycel mit „Hungerkonidien“ oder Mikrokonidien 
einer F u s a r i u m - Form zu erblicken war, sondern daB in den ersten 
Kulturen zwei verschiedene Pilze auftraten, wovon der eine das Fusarium 
rubiginorum App. et Wollw. und der anderen Pilze das Acremo- 
nium alternatum Link war. Und dieses ist die Konidienform von 
Ophiobolus herpotrichus Fries. 


Die Keimung der Ophiobolus-Sporen. 

Die Ophiobolus - Spore ist im Ascus lang fadenformig, leicht ge- 
schlangelt oder schwach gebogen, nach unten etwas verjiingt zulaufend, an 
beiden Enden abgerundet, vielzellig und mit zahlreichen groBen Oltropfchen 
versehen in perlschnurahnlicher Anord- 
nung. Ein Zusatz von Jodlosung ergab 
weiter keine Farbung. Die Zellmembran 
ward indes von Jodjodkalium angegriffen 
und erhielt ein zerfressenes Ansehen, wah- 
rend die Kiigelchen austraten. Nach dem 
Zusatz kam ferner dieSeptierung deutlicher 
zu Gesicht. Ebenso hob sich wie auch nach 
einer Methylenblaufarbung der Zellkern 
scharf ab, der vielfach der Zellmembran 
seitlich anlagerte oder den Querwanden, 
wo ebenfalls das Plasma korniger war. 

Sowie die Askospore entleert ist, geht 
eine auff&llige Veranderung mit ihr vor. 

Wenn sie nicht plasmolysiert, sich auflost 
und zerflieBt, was bei zahlreichen ent- 
leerten Sporen eben der Fall ist, dann 
erfolgt anders eine starke Quellung und 
Streckung, wobei sich zugleich die Spore 
bogenformig biegt. Diese Biegung geht 
oft in der Mitte der Spore in eine Knickung liber. Wie die Gestalt der Spore, 
so verandert sich auch ihr Inhalt. Die Tropfchen nehmen groBere Dimensionen 
an, so daB sie gegen die langsseitigen Zellwande drttcken und infolge dieses 
Druckes aus der Kugelgestalt in eine elliptische iibergehen. In diesem Aus- 
bildungsstadium verharren zum Teil die Sporen, und zwar sowohl im Wasser, 
wie auf dem kiinstlichen und naturlichen Substrate und auch in der Frucht- 
kapsel. So enthielten die meisten der im Herbst 1913 untersuchten Perithecien 
solche Sporen im Quellungsstadium, ohne daB sie hinterher keimten. Im 

4* 



Fig. 1. Keimlinge von Ophiobolus 
herpotrichus Fr. Vergr. 500. 


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52 


Ernst Voges, 


Wassertropfen zerdriickt, zeigte sich, daB die Asci aufgelost waren. Die 
Sporen blieben indes zu einem Biindel vereint, zusammengehalten von einer 
schleimigen Masse. Die Paraphysen waren jedoch vollstandig aufgelost und 
selbst in Spuren nicht mehr nachweisbar. Vereinzelt kamen sodann Asci vor, 
deren oberer Teil zerflossen, wahrend ihr unterer Teil, das FuBende, schraubig 
ausgezogen oder schnabelformig gebogen und stark aufgeblaht war. Auch sah 
man Sporen, die im Ascus schon kurze Keimschlauche getrieben hatten. Die 
entleerte und gequollene Askospore ist 66—74 plang; ihre groBte Breite, die in 
den mittleren Teil der Spore fallt, betragt 4 n, ihre geringste an dem verjiingt 
zulaufenden Basalende 2 p. Die Septenzahl nach Metylenblaufarbung fiinf. 



Fig. 2. Sporenkeimlinge von Ophiobolus herpo trie bus Fr. Vergr. 500. 
a) Keimling im Wassertropfen mit einem Hungcrfruchtstand m; b) und c) Keimlinge auf 
Pflaumengelatine. 

Das Verhalten der Ophiobolus -Spore nach ihrer Entleerung aus 
der Fruchtkapsel ist somit ganz ungleichartig. Ein Teil zerflieBt; ein anderer 
verbleibt in dem Quellungsstadium ohne zu keimen; ein dritter keimt nach 
voraufgegangcner Quellung unter MiBbildungen, worauf die Entwicklung ziun 
Stillstand kommt, indem die Sporenkeimlinge in eine Art Dauermycelform 
iibergehen; eine vierte Askosporengruppe endlich treibt in normaler Weise 
Keimschlauche mit nachfolgender Mycelbildung. Das entstehende Mycel ist 
nun aber wiederum ungleichartig. 

Die Keimung geht in der Weise vor sich, daB entweder aus der Endzelle 
und nur an dem einen Pole der Spore ein Keimsclilauch tritt, der weiterhin 


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Ober Ophiobolus herpotrichus Fries, den ,,WeizenhaImtoter“, etc. 


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zum Mycel ausw&chst, oder an ihren beiden Polen treibt je die Endzelle unter 
einem fast rechten Winkel einen Keimschlauch. Oder es sendet die gequollene 
und in der Mitte geknickte Ophiobolus - Spore an dieser Stelle einen 
kraftigen Keimschlauch aus, zu dem sich weniger kr&ftige an den Polen ge- 
sellen konnen. Im Wassertropfen erfolgt schon nach 24 Stunden eine Keimung 
der Sporen, zumal am sauerstoffreichen Rande des Deckglaschens. (Fig. 2.) 
Unterhalt man in einer feuchten Petri- Schale einige Tage die Wasserzufuhr, 
so treiben die Keimschlauche verzweigte Hyphen, die jedoch bei der unzu- 
reichenden Ernahrung nur uberaus feine zarte Faden vorstellen. An den seit- 
lichen Hyphensprossen dieser Keimlinge, sowie an der Spitze der Haupthyphe 
erscheinen eigentiimliche Gebilde, die vielleicht als verkiimmerte oder als 
Hungerfruchtstande anzusehen sind. Das Endstiick solcher Hyphen ist 
flaschenformig angeschwollen, und an der Spitze des Halses tragt es mehrere 
kugel- oder scheibenformige Auftreibungen. (Fig. 2 m.) Von ihnen entspringen 
langliche oder bisquitformige, konidienahnliche Korperchen sowie groBe, 
flaschenformige, in ihrem Halsteil gedrehte Gebilde, die Sterigmen gleichen. 
Die Septierung der Hyphen tritt in groBeren Zwischenraumen auf. Gewohnlich 
sieht man eine Scheidewand in der Nahe der Seitensprossen der Hyphe. 



Auf den kunstlichen Nahrmedien, wie 
Gelatine und Agar, mit Pflaumen- oder mit 
Birnsaft und auf dem nattirlichen Substraten 
der gekochten Weizenpfl&nzchen, ging die 
Keimung der 0 p h i o b o 1 u s-Sporen im 
wesentlichen ahnlich vor sich wie im Wasser. 

Nur verlief derProzeB in kraftigerer und 
vielformigerer Weise unter gestaltenreiche- 
ren Bildungen und energischerem Wachs- 
tum. Auf Pflaumengelatine war die Kei¬ 
mung am gestaltreichsten und kraftigsten. 

Ein Bild der Keimung, das haufig wieder- A , _ 

kehrt, besteht dam.,daS die Endzelle des 0,^ 

einen Sporenpols kugel- oder birnformig bolus herpotrichus. V. 600. 
anschwillt ohne jedoch einen Keimschlauch 
zu bilden, den aber die Endzelle des anderen Sporenpols aussendet. 

Zu welchen MiBbildungen es kommt, wenn die Sporen in der Entwicklung 
und dem Wachstum stecken bleiben, dariiber habe ich schon frliher berichtet 1 ). 
Was solche pathologischen Sporenkeimlinge charakterisiert, das ist vor allem 
der starre Habitus, die Derbwandigkeit der Zellmembranen unter teilweiser 
Gelbfarbung, eine Art Dauermycel- oder Chlamydosporenbildung. (Fig. 1.) 
Und da kommen denn die mannigfaltigsten und sonderbarsten knorrigen 
Gestaltsbildungen vor, wie sie aus den beigeftigten Abbildungen ersehen werden 
mogen. (Fig. 1.) Die urspriingliche Askospore erscheint vielfach sichelformig, 
und der an dem einen Ende entstandene Keimschlauch, oft nicht viel langer 
als die Askospore, ist zu einer Dauerhyphe umgewandelt mit interkalaren 
chlamydosporengleichen, kugeligen Hyphengliedern neben zylindrischen. 
Und die knorrigen, kurzen Seitentriebe endigcn mit langlichen bis elliptischen, 
konidienahnlichen Gebilden. Oder die gequollene, leicht gebogene Spore hat 
auBer kurzen, starren Seitenasten groBe eiformige, dicht nebeneinander 
sitzende Aussackungen getrieben, gekront mit elliptischen konidienahnlichen 


*) a. a. 0. 


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54 


Ernst Voges, 


Korperchen. Diese gleiehen den vorhin erwahnten kugeligen oder traubigen 
Hyphenaussackungen, wie sie an den im Wasser gekeimten Ophiobolus- 
Sporen auftraten. 

So ungleich wie auf dem kiinstlichen Nahrsubstrat die Sporenkeimung 
vor sich geht, indem unter starker Quellung und leichter Kriimmung der 
Sporen diese an ihren Enden je einen, unter einem fast rechten Winkel spriefien- 
den Keimschlauch aussenden, oder die Spore aus Zellen ihres mittleren Teils 
ein bis zwei Keimschlauche treibt, ebenso verschieden verlauft der Keimungs- 
akt auf dem natiirlichen Substrate. Im August hatte ich Blatter und Halme 
junger gekochter Weizenpflanzchen mit den in Wasser entleerten Askosporen 
von Ophiobolus herpotrichus beschickt, die schon nach zwei 
Tagen kraftige Keimschlauche getrieben hatten. (Fig. 7.) Allerdings war nur 
ein geringer Prozentsatz der aufgetragenen Sporen zur Keimung gekommen. 



Fig. 4. Fig. 5. 

Fig. 4. Abnormaler Fruchtstand der Konidienform von Ophiobolus herpo¬ 
trichus mit sichelformigen Konidien aus der Kultur der Ophiobolus - Asko¬ 
sporen auf Birnsaftagar. Vergr. 700. 

Fig. 5. Ein gleicher Fruchtstand aus der Kultur auf gekochten Weizenpflanzchen. 
Vergr. 700. 

Die meisten gingen zugrunde. Auf den stark gekochten Weizenhalmstiicken 
alterer Pflanzen sowie auf gekochten Kartoffelstiickchen keimten vereinzelt 
die Ophiobolus -Sporen. Sie trieben jedoch keine Keimschlauche, 
welche in die Gewebe des Substrats eindrangen. Der kieselhaltige Gewebekorper 
der alteren AVeizenpflanzen setzte ihrem Eindringen einen uniiberwindlichen 
Widerstand entgegen. Ebensowenig scheinen den Keimlingen die gekochten 
Kartoffelstengel ein zusagendes Objekt der Besiedehmg zu sein. 

Die normale Sporenkeimung auf dem Blatte des gekochten Weizenpflanz- 
chens verlief in dem einen hier zu beschreibenden Falle in der Weise, dab die 
auf der Epidermis liegende und zumal in ihrem mittleren Teile betrachtlich 
gequollene Spore an ihren beiden Enden je zu einem kurzcn Keimschlauche 
auswuchs. An dem einen Sporenende bog derselbe unter einem stumpfen Winkel 
ab, um nach kurzem Verlaufe kolbig zu enden. Gegen das andere Sporenende 


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t)ber Ophiobolus herpotrichus Fries, den „Weizenhalmtdter“, etc. 


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hin war die Spore verbreitert, und hier ging in gabeligerTeilung ein Keimschlauch 
aus, dessen einer kurzer Schenkel als unmittelbare Fortsetzung der ursprung- 
lichen Spore mit einem hakig gekriimmten scheibenartigen Endstiick abschloB, 
wahrend der andere Schenkel im Winkel zu dem ersten abbog, um weiterweg 
auf der Blattoberflache drei ungleich groBe scheibenformige oder traubige 
Aussackungen zu treiben. (Fig. 7 m.) Die letzte dieser runden Anschwellungen 
schickte dann eine Inlektionshyphe aus, die im Winkel zum Keimschlauche nach 
kurzem geraden Verlaufe in eine Epidermiszelle drang. Die traubigen Aus¬ 
sackungen, welche der Keimschlauch alsbald nach seinem Austritt aus der 
Sporenzelle bildet, kann man wohl fur Appressorien ausgeben. Ubrigens geht 
die Keimung, Hyphenbildung und Infektion zumeist ohne Appressorienbildung 
vonstatten. 

Die Mycel- und Fruchtbildung auf dem kiinstlichen Substrate. 

Es ist bezeichnend fur die keimende Ophiobolus -Spore, daB sich 
ihre Form noch erhalt, wenn schon eine verzweigte Mycelbildung erfolgt ist. 
Das Mycel selbst zeichnet sich durch seine Ungleichartigkeit aus, worauf schon 
hingewiesen 
wurde. Es lassen 
sichnamlichzwei 
Haupttypen 
unterscheiden. 

Das Mycel des 
einen ist starr 
borstenartig, 
derbwandig, 
schwach oder gar 
nicht verzweigt. 

Dann wieder er- 
schien in den 
Kulturen ein My¬ 
cel mit groBten- 
teils kugeligen 
HyphengUedern, 
oder strecken- 
weise mit kugeli¬ 
gen u. strecken- 
weise mit ge- 
streckten GUe- 
dem und kurzen 

Soitoniieton /^Ficr Fig. 6. Keimlinge von Ophiobolus herpotrichus mit 
6) Es ist ^ das chlamydosporenahnlichen Hyphengliedern. Vergr. 700. 

ein Dauermvcel mit chlamydosporenartigen Hyphengliedern. Am ausge- 
pragtesten trat diese Bildung auf Pflaumengelatine auf, wo, wie vorhin schon 
bemerkt, die Mycelbildung iippiger und gestaltreicher war als auf Agar. 
Ein Beweis, wie das Nahrmedium das Pilzwachstum und die Organbildung 
formativ beeinfluBt. Wie friiher schon hervorgehoben, so wiirde man die 
verschiedenen Hyphen- und Mycelformen und Sporenkeimlinge nicht fiir zu- 
sammengehorig halten, wenn sich nicht ihre gleiche Herkunft aus den Ophio¬ 
bolus- Sporen verfolgen lieBe. 

Zu dem ersteren Mycel, das aus starren, borstenformigen und winkelig 



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Ernst Voges, 


und geknickt verlaufenden, nach einiger Zeit sich grlingelblich farbenden 
Hyphen mit schwach entwickelten, knorrigen Seitenasten besteht, oder auch 
uberhaupt keine Seitenaste bildet, wodurch noch um so mehr die ganze Hyphe 
borstenartig erscheint, zu diesen Mycelbildungen sind sodann jene Hyphen- 
gebilde von Ophiobolus - Keimlingen zu rechnen, welche in der Ent- 
wicklung stecken blieben und in eine Art Dauermycel ubergingen. Dire 
aus den Keimschlauchen unmittelbar entstandenen kurzen, gedrungenen, 
derben und dickwandigen Hyphen sind von grofierem Kaliber, als die borsten- 
formigen Hyphen. Jene haben einen Durchmesser von 2—3 n, diese von 1—2 \l. 
Das Mycel der borstenformigen Keimlinge gleicht den Perithecienborsten. 

Das Mycel des zweiten Typus ist dahingegen iiberaus feinfadig und zart, 
mit zahlreichen, von der Haupthyphe geradlinig abgehenden Seitenasten. 
Es macht, um ein Bild zu gebrauchen, den Eindruck wie ein feines, gewelltes 
oder gekrauseltes Haar. Ubergange vermitteln die verschiedenen Mycelformen. 
So sehen wir, wie die perlschnurformigen Hyphen mit den dicken kugeligen 
und tiefbraunen Gliedem, welche zu breiten, dem bloBen Auge schon erkenn- 
baren Strangen (Fig. 3) oder zu sklerotienartigen Bildungen zusammentreten, 
wie diese perlschnurformigen braunen Hyphen in ihren Endgliedern in blasse 
Hyphen mit langgestreckten Gliedem iibergehen, die ein feinfadiges Mycel 
mit Konidien bilden, in den alteren Kulturen auf kiinstlichem Nahrmedium. 

Zunachst kam es da nur zu einer schwachen Mycel- und zur diirftigen 
Fruchtbildung. Jenes erschien nicht, wie das sonst bei den meisten Pilz- 
kulturen der Fall ist, an der Oberfl&che als Luftmycel, sondem es blieb, 
von sparlichen Hyphensprofilingen abgesehen, submers in der Nahrschicht. 
Die Ophiobolus -Keimlinge in Birnsaftagar hatten zumeist knorrig 
verastelte Hyphen getrieben oder borstenformige, in Schleifen verschlungene, 
ohne oder nur mit wenigen Seitenasten. An diesen und haufig auch nur am End- 
stUck der gewunden verlaufenden Hyphe befand sich der Fruchtstand (Fig. 4). 
Und zwar erschien dieser in Ggstalt von querstandigen oder seitenstandigen, 
im letzteren Falle gewohnlich dicht nebeneinander stehenden kegel- oder 
flaschenformigen Konidientragem mit endstandigen langlichen Konidien. Die 
Konidientrager waren 8—12 t* lang und im oberen Teile von Hyphenbreite, 
4 [a, wahrend ihr bauchig verbreiterter mittlerer Teil fiber die Hyphenbreite 
hinausging. Die Konidien hatten eine Lange von 5—8 ^ und eine Breite von 
1—1 y 2 An diesen Fruchtstandcn fielen nun die sonderbarsten Gestalts- 

bildungen auf. (Fig. 4.) Vorhin wurden bereits die MiUbildungen der Ophio¬ 
bolus- Sporcnkeimlinge erwahnt, die besonders zahlreich und vielgestaltig 
auf Birnsaftagar vorkamen. Und auf diesem Substrat zeigten sich dann auch 
die absonderlichsten Konidienbildungen. Man kann sie wohl als das Produkt 
eines unzusagenden Nahrsubstrats ansehen, das, zumal in den alteren Kulturen, 
dureh eine Bakterienvegetation und durch Stoffwechselprodukte gewisse 
Veranderungen und Stoffumsetzungen erlitt, die gleichsam eine formative 
Einwirkung auf die Konidienbildung hatten. Auf solche Weise entstanden an 
den Konidientragem, indem sich ihrHalsteil betraehtlich verlangerte und nicht 
sclten eine rechtwinklige Knickung erfuhr, gewundene oder gedrehte, kork- 
zieherformige, sanduhrglasformige Abschnitte mit langlichen oder siehel- 
formigen seitliehen Auswuchsen oder kugeligen Anschwellungen mit konidien- 
ahnliehen Endgliedern, Bildungen, die hinterher ab- und auseinander fielen 
und haufenweise in der Nahe ihrer Bildungsstatte lagen und, durchsetzt von 
Stabehenbakterien, eine unentwirrbare Masse abgaben. Die langlichen, ellip- 
tischen oder sichelformigen Korper, die sich darunter befanden, stimmten in 


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t)ber Ophiobolus herpotrichus Fries, den ,,Weizenhalmtoter“, etc. 


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ihren GroBenverh&ltnissen mit denen vorhin von den Konidien angegebenen 
ziemlich iiberein. "Was femer diesen am Endteil einer borstenformigen, meist 
unverzweigten, aus dem Ophiobolus - Keimlinge hervorgegangenen 
Hyphe auftretenden Fruchtstand auszeichnet, das ist der beachtenswerte 
Umstand, daB die Wachstums- und Abschniirungsweise jener eigentiimlichen 
Konidiengebilde in einer Ringform sich vollzieht, so daB es zu einer Schein- 
kopfchcnbildungkommt (Fig. 4), wie sie der normale Fruchtstand des Acre¬ 
in o n i u m wohl aufweist. Schon K r ii g e r *) und M a n g i n 2 ) erwahnen 
die beschriebenen Gebilde. Wahrend jener sie als Appressorien anspricht, halt 
der franzosische Forscher, der ihre GrdBe, Ubereinstimmend mit unseren 
GroBenbefunden, auf 8—11 pt: 1—1*4 n angibt, jene sichelformigen Korper- 
chen fiir Sporidien, 
eine Ansicht, wel- 
cher ich mit der vor- 
hin gegebenen Deu- 
tung soweit beitrete. 

Eine Keimung die- 
ser Konidien oder 
Sporidien habe ich 
ebensowenig beob- 
achten konnen wie 
jene Forscher. tJbri- 
gens habe ich dar- 
auf beziigliche be- 
sondere Versuche 
auf weiter nicht an- 
gestellt. 

Kruger wie 
M a ngin erhielten 
iiberhaupt bei ihren 



Kulturen „in kiinst- 


Fig. 7. Keimende Askosporen von Ophiobolus herpo¬ 
trichus auf gekochten Weizenpflanzchen. Vergr. 600 und A 
700. Bei A sind die Keimschlauche in die Epidermiszellen 
eingedrungen; m Appressorium. 


lichen Nahrmedien 
keine oder nur dtirf- 
tige Keimpflfinz- 
chen“. Auf Pflaumengelatine habe ich indessen ein feinfadiges Mycel mit 
seitenstandigen kegel- bis flaschenformigen Konidientragern mit endstan- 
digen l&nglichen Konidien geziichtet, wie es auf dem natiirlichen Substrate 
allerdings in einer weit iippigeren und kraftigeren Entwicklung vorkommt. 

Am 31. August hatte ich sodann auf Agar mit Birnsaftzusatz Ophio¬ 
bolus- Sporen ausgesat, die teilweise noch in den Schlauchen steckten. 
Wie dann die in den ersten Wochen naeh der Aussaat alle paar Tage vor- 
genommene mikroskopische Untersuchung des Nahrbodens zeigte, so war 
nur ein Teil der Askosporen zur Keimung gelangt, ein anderer zugrunde ge- 
gangen, wahrend die Asci stellenweise in kleinen Haufchen aufgeblaht und 
zerflossen im Substrat lagen neben ungekeimten entleerten Sporen. Ein 
dritter Teil der Sporenaussaat erschien als miBgestaltete Keimlinge. Nach 
8 Wochen zeigten sich tiefbraune Stellen in dem Isahrmedium. Wie der 
mikroskopische Befund ergab, hatten sich hier sowohl ein perlschnurformiges 
Dauermycel, als auch ein gelbbrauner Hyphenfilz von plektenchymatiseher 

1 ) a. a. 0. p. 330. 

*) Nach einem Zitat bei Kruger, a. a. 0. p. 330. 


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Ernst Vo’ges, 


Struktur gebildet (Fig. 3). Und dieses braune Hyphengefleeht stimmte 
iiberein mit dem Stroma des Ophiobolus herpotrichus Fries, 
wie es am Halmgrunde der fuBkranken Weizenpflanze auftritt. AuBer dem 
perlsehnurformigen Mycel und dem braunen Hyphenfilz kam in der Agar- 
kultur ein feines, zartes und Masses Hyphengewebe vor, das gleich einem 
Spinnennetze im AnschluB an jene Myceiformen den Nahrboden durchsetzte. 
Und von diesen blassen Hyphen entsprangen seitenstandig die Fruchtstande 
des Pilzes in Gestalt charakteristischer Konidientrager mit terminaler Konidie. 
Die ziemlich weitlaufig und als Seitenzweige senkrecht von der Hyphe ab- 
stehenden langen Konidientrager waren stabfbrmig, mit bauehiger Basis ent- 
springend imd gegen die Spitze hin verjungt zulaufend. Meist un verzweigt 
ode'r verzweigt. Und zwar alsdann derart verzweigt, daB der von der Hyphe 
abgehende Konidientrager sieh nach kurzem Verlaufe gabelt, so daB zwei. 



ungefahr gleich lange Zinken entstehen (Fig. 8). Oder statt dieser Dicho¬ 
tomic kommt es zu einer Dreiteilung, zu einer Wirtelbildung mit drei langen 
Zinken. Die Konidientrager sind unseptiert. Hochstens erscheint dicht iiber 
ihrer Basis eine Scheidewand. Ihre Spitzen sind gekront von je einer langlichen 
einzelligen Konidie, die doppelt so bre.it ist als die Spitze des Konidientragers, 
worauf sie sitzt. Gewohniich sind die Konidien abgefallen und lagern dann 
in der Umgebung der Tragerspitzen. Die Konidien entstehen hintereinander, 
acrogen sukzedan. Oft wurden die Konidien von einer SchleimhUlle zusammen- 
gehalten und saBen gleich einem Konidienkopfchen auf dem Konidientrager. 
Es war also eine falschc Kopfehenbildung erfolgt (Fig. 8 a). Eine ahnliche 
Erscheinung der Bildung und AbstoBung der Konidien tritt, wie wir vorhin 
sahen, bei den abnormalen Fruchtstanden der 0 p h i o b o 1 u s - Keim- 
linge auf. Wahrend die moisten wechsel- und gegenstandigen Seitentriebe 
der Hyphen sich zu Konidientragern entwickeln, sind andere. die nach Ur- 
sprung, Ban und Form jenen gleichcn, vegetativ ausgewachsen mit schnur- 
fbrmigem Auslaufer. Um die GroBenverhaltnisse der Fruchtstande zu veran- 
schaulichen, sei angefuhrt, daB in der Birnsaftagarkultur die einzelnen un- 
geteilten Konidientrager 32—50 jx lang und am Grunde 3 yi breit waren. Die 


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L'ber Ophiobolus herpotrichus Fries, den „Weizenhalmtoter“, etc. 


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gabelig geteilten waren im ungeteilten Basalstiiek 6 p lang und 4 p breit, 
in den Gabelzinken 36—50 p lang. Die Konidien hatten eine Lange von 4 p 
und eine Breite von 2 p. Wie die in Dauermycel ubergegangenen Hyphen, 
so enthielten aueh die blassen Hyphen sowie die Konidientrager groBe 01- 
tropfen. 

Die 3Iyccl- und Fruchtbildung auf dem natiirlichen Substrat. 

Bei den zahlreiehen Infektionsversuchen, die ich im August und Septem¬ 
ber mit dem Ophiobolus - Pilz anstellte, indem ich dessen Askosporen 
auf junge gekochte Weizenpflanzchen tibertrug oder die Keimlinge, welche 
aus den aufgefangenen Askosporen auf Birnagar hervorgegangen waren: 
bei alien diesen Auftragungen auf das natiirliche Substrat entstand auf den 
in Petri- Schalen oder Probierrohrchen aufbewahrten Weizenpflanzchen 
nach 8—10 Tagen ein feiner, flockiger oder biischeliger weiBgrauer Pilzrasen. 
Er hatte makroskopisch eine gewisse Ahnlichkeit mit den Fusarium- 
Mycelbauschchen, erschien jedoch bei weitem nicht so tippig und wolkig 
wie das dichte und wollige Mycel dieses Hyphomvceten. Unter der Lupe 
nimmt sich unser Pilzrasen aus wie ein sparriges Dorngebiisch. Mikroskopisch 
unterschied sich das Ophiobolus -Mycel allerdings schon auf den ersten 
Blick von dem Fusarium - Mycel. 

Die Blatt- und Halmstiickchen waren nach alien Richtungen von den 
Hyphen durchwuchert. Und an deren Oberflache trat das Mycel mit seinen 
Fruchthyphen zutage. Sie haben sich groBtenteils zu dicken Strangen dicht 
aneinander gelegt, gleichsam koremienartige Bildungen zustande gebracht. 
Und von diesen dicken Strangen bzw. ihren Hyphen gingen als senkrecht 
zu ihnen gestellte Seitenaste in kurzen Abstanden zahlreiche, lange, gerade 
oder schwach gebogene Konidientrager ab, die in ihrer Gestalt Billardstaben 
glichen, wie wir sie schon aus den Kulturen auf kiinstlichen Nahrboden kennen 
(Fig. 8). So gewahrt denn auch auf dem natiirlichen Substrate die einzelne 
Hyphe mit ihren zweizeiligen, gegen- oder wechselstandigen, goneformigen 
Seitenasten als Konidientrager mit endstandiger langlicher Konidie ein iiber- 
aus bezeichnendes Fruchtstandsbild. Die Konidientrager sind von ungleicher 
Lange, meist 26—38 p lang und am Grunde 1,5—2 p, an der Spitze 0,5—1 p 
breit. Sie setzen sich scharf von der Hyphe ab. Die langlichen, terminal- 
standigen Einzelkonidien sind 3—4 p lang und 1—1,5 p breit. 

Unter bestimmten Bedingungen beginnt die Fruchtbildung schon recht 
frUhzeitig an den Sporenkeimlingen. So lagen auf der Epidermis des Blattes 
der geimpften Weizenpflanze mehrere gekeimte Ophiobolus - Sporen 
nebeneinander. Dire urspriingliche Form bei dem Keimungsakte, wo die 
Spore stark quillt und sich bogig kriimmt, war noch zu erkennen. Die Keim- 
schlauche und die hieraus hervorgegangenen Hyphenverzweigungen lieBen 
sich auf dem gekochten Blatte von ihrer Ursprungsstatte bis zu ihrem Ende 
verfolgen in einem mit Methylenblau gefarbten Objekte. Und da hatte sich 
denn schon an der einen Hyphe eines Keimlings ein einzelner Konidientrager 
mit endstandiger Konidie gebildet, wahrend bei einem benachbarten Keim¬ 
linge zwei Hyphen die vorhin beschriebenen abnormalen Fruchtstande her- 
vorgebracht hatten. Wie auf dem kiinstlichen Substrat, so lagen auch hier 
auf dem natiirlichen Nahrmedium Haufchen von den abnormalen abge- 
stoBenen Konidien an ihrer Bildungsstatte (Fig. 5). Im iibrigen lieBen die 
Hyphen mit den beiden verschiedenen Fruchtstanden nichts Unterscheid- 
bares voneinander erkennen. Nur in einer schon alteren Pilzvegetation auf 
einem mit den Ophiobolus - Sporen beschickten Weizenpflanzchen stach 


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60 


Ernst Voges, 


eine solche Hvphe mit den abnormalen Fruchtstanden auffallig von den 
Hyphen ihrer Umgebung ab, insofern als sie derber, starrer. groBkalibriger 
und von kraftigcrem Wuchs ersehien und eine beginnende Gelbfarbung 
zeigte, also auf dem Wege zu einer Dauermycelform war, wie wir sie bereits 
kennen lernten. 

Auf den im August mit den Askosporen von Ophiobolus her- 
potrichus infizierten gekoehten Weizenpflanzehen erschienen dann zu 
meiner Uberraschung im Laufe des Winters, zuerst Anfang Dezember, neben 
dem A c r e m o n i u m vereinzelte braune Perithecien in den verschieden- 


sten GrbBen. Sie lieBen sehon bei LupenvergrbBerung auBerlich durch ihre 
Borstenbekleidung vermuten, daB sie die Schlauchfriichte des Ophio¬ 
bolus herpotrichus seien. Allein der sichere Nachweis hierfiir 
war nieht zu erbringen. Der mikroskopisehe Befund ergab zwar den charak- 
teristischen Bau der behaarten Fruehtkapsel des Ophiobolus her¬ 
potrichus, aber zu einer Askosporenbildung war es noch nicht gekommen. 
Der Inhalt der Fruchtkapseln bestand aus einem tiberaus blassen, im Wasser 
leicht zerflieBenden zarten Hvmenium. Die zylindrischen Asci zeigten sich 
in ungleicher Ausbildung. Ihr grobkorniges Plasma ersehien naeh Methylen- 
farbung partienweise gruppiert in den grbBeren Schlauchen. Weitere Einzel- 
heiten lieBen sieh bei der Zartheit des Objektes nieht deutlich genug erkennen. 



Fig. 9. Traubige Hyphengebilde (Perithecien 
anlagen?) des Acremonium - Mycels auf ge 
kochten Weizenpfliinzchen. Vergr. 500. 


Mehr als die Asei waren die 
Paraphysen entwickelt, band- 
form ig, baumformig verzweigt 
und die Asci uberragend, wie 
sie bezeichnend sind fur Ophi¬ 
obolus herpotrichus 1 ). 
Einige andere, kleinere Perithe¬ 
cien hatten einen Kapselinhalt, 
der aus einer pulverigen Masse 
bestand. Einzelne kurze, blasse 


Hyphenaste entsprangen von der inneren, aus polyedrischen, blassen 
Zcllen bestehenden Perithecienwandung. Es machte den Eindnick, als 
seien sie in der Entwicklung stecken geblieben und ihr Inhalt in Zerfall 
geraten. Die Fruchtkapseln lagen frei auf der Blattoberflache. Sie wurden 
umgeben von kraftigen braunen sowie von blassen Hyphen, die auf der Blatt¬ 
oberflache wie im Blattinnern verliefen. Die Endstucke der braunen Hyphen 
waren meist blaB. Von den Fruchtkapseln selbst entsprang ein biischelartiges 
dichtes Gewirr unverzweigter brauner und borstenfbrmiger Hyphen, die 
winkelig geknickt und verbogen von der auBeren Perithecienwand ausstrahl- 
ten. Sie gehoren den borstenformigen, starren Hyphentypus an, wie wir ihn 
aus unseren Ophiobolus - Kulturen kennen gelernt haben. Schon die 
jungen Fruchtkapseln weisen solche langen Borstenanhange auf, Hyphen- 
wuchsformen, die vielgestaltig als Perithecienbekleidung auch bei anderen 
Askomycetengruppen vorkommen. 

Um die gleiche Zeit als die gekennzeiehneten Perithecien auf den ge- 
kochten Weizenpflanzehen erschienen, zeigten sich auch eigenartige knauel- 
formige oder traubige Hyphengebilde (Fig. 9) im Mycel unseres A c r e - 
m o n i u m. Sie sind vielleicht als die ersten Anlagen des Perithecienpilzes 
anzusehen. Man gewahrt da, wie interkalar mehrere Hyphenglieder kugelig 
oder tonnenfdrmig anschwellen und, indem sich weiterhin die Zellen teilen. 


*) Vergl. E. Voges, t'ber Ophiobolus herpotrichus usw. (a. a. O.) 


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tlher Ophiobolus herpotrichus Fries, den „Weizenhalmt6ter“, etc. 


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ein traubenartiges, paraplektenchymatisches Hyphengebilde entsteht. Oder 
es treibt eine kraftige Hyphe einen kurzen Ast, der zu einem traubenartigen 
Hyphenknauel auswuchert. Irgendwelche Bildungen, die auf die Einleitung 
ernes Sexualaktes hatten schlieBen lassen, sind mir nicht aufgefallen. 

Die systematische Stellung des Pilzes. 

Wie frtiher schon hervorgehoben, so zeichnet sich unsere aus den Asko- 
sporen des Ophiobolus herpotrichus Fr. gezogene Konidien- 
form durch einen charakteristischen Habitus aus. In der freien Natur findet 
sich nun dieser Hyphomycetenpilz in seiner Dauermycelform als Saprophyt 
auf abgestorbenen Weizenpflanzen. Und zwar erscheint er hier vomehmlich 
auf dem untersten Internodium sowie auf den Seitentrieben der vorzeitig 
abgestorbenen Weizenpflanzen. Er bildet da in seiner Dauermycelform einen 
Hauptbestandteil des schwarzlich-griinen Mycelbelages, der angeblich charak- 
teristisch sein soil fUr die FuBkrankheit. Allein, dieser Belag setzt sich aus 
dem Mycel der verschiedensten Pilzformen zusammen, vomehmlich aus 
F u s a r i u m und Cladosporium. Und diese Pilzgesellschaft ver- 
fbcht ihre nahezu gleich gefarbten Hyphen derart miteinander, dab sie nur 
schwer oder uberhaupt nicht auseinander zu halten sind, wie eingangs schon 
bemerkt. Die Hyphen unseres Pilzes prasentieren sich in dem Mycelbelag 
als lange, starre, meist unverzweigte borsten- oder haarformige Hyphen, 
die man den groBten Teil des Jahres an den Getreidestoppeln bzw. an den 
abgestorbenen Weizenpflanzen finden kann. Das Cladosporium- 
Mycel, das einen Teil des Pilzbelages am unteren Internodium der fuBkranken 
Weizenpflanzen ausmacht, unterscheidet sich von ihm dadurch, daB dessen 
Hyphen weit kiirzer und knorriger sind und gewohnlich in aufrechten 
Biischeln mit Konidien sich einstellt. Oft ist das lose oder plektenchymatisch 
verfilzte gelbbraune Dauermycel unseres Pilzes durchzogen von den blassen, 
feinen Faden des frischen Mycels, das aus jenen hervortrieb. Bringt man das 
Dauermycel auf kiinstliche Nahrboden, so entsteht nach einiger Zeit eine 
Pilzvegetation mit den sonderbarsten dicken,tiefbraunen, plektenchymatischen 
Knauel- und Strangbildungen sowie ein spinngewebiges feines, blasses Mycel 
mit reicher Fruktifikation. 

Unser Hvphomycet, der an seinen schwach verzweigten, zu Strangen 
oder netzartig miteinander verbundenen Hyphen deutlich abgesetzte, einfache 
und typisch unverzweigte, seltener gabelig geteilte Konidientrager mit end- 
standigen, einzelligen, langlichen Einzelkonidien hat, gehort somit nun zu 
der Gruppe der Botrytidaea und zu der Gattung Acremonium 
Link. Er steht Verticillium nahe, bildet wie dieses falsche Konidien- 
kopfchen und chlamydosporenahnliches oder sklerotienartiges Dauermycel, 
zeigt, wie Verticillium auf kiinstlichen Nahrboden ein gleiches Wachs- 
tum, indem nur ein sehr schwaches Luftmycel gebildet wird. Er unterscheidet 
sich aber von Verticillium durch den Fruchtstand, der nicht wie bei 
jener Pilzform stets verzweigt und quirlig ist, sondern typisch in zweizeiligen, 
wechselstandigen, gewohnlich ungeteilten Konidientragern mit langlichen 
Einzelkonidien besteht. Auf unser Acremonium paBt die Diagnose von 
Acremonium alternatum Link, wie sie in Rabenhorst 1 ) gegeben 
ist: Mycel spinnengewebeartig verbreitet, locker verflochten, weiB. Konidien¬ 
trager als kurze, einfache, aufrechte Seitenaste am Mycel entstehend, zuge- 

J ) Kryptogamenflora von Deutschland, Osterreich und der Schweiz. Bd. 8. 1907. 
p. 187. 

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62 


Ernst Voges, 


spitzt, 40—50 [l lang. Konidien einzeln entstehend und zuerst vom Schleim 
umhullt, und kugelig etwa 6—7 yi im Durchmesser, spater ohne Schleim, 
l&nglich ellipsoidisch, bisweilen etwas gekrummt, 6—10 ^ lang und 2—3 y. 
breit, hyalin. 

SchluBbetrachtungen. 

Was in der vorhin geschilderten Entwicklung unseres Hyphenmyceten- 
pilzes aus den Askosporen des Ophiobolus herpotrichus Fries 
auff&llt, das ist der Gestaltenreichtum, es ist die Formenmannigfaltigkeit, 
die uns bei der Sporenkeimung, bei den Sporenkeimlingen sowie bei der 
Hyphen- und Mycelbildung und der Fruchtbildung sowohl nach der nor- 
malen, wie nach der pathologischen Seite hin entgegentritt. Der pilzliche 
Organismus unter der Gestalt der Askospore zeigt sich da in einer iiberraschend 
vielseitigen Reaktionsempfindlichkeit und Wandelungsfahigkeit. Sowie die 
Schlauchspore einzeln oder als Sporenbundel im Ascus mit diesem zugleich 
nach auBen in Wasser oder auf ein festes Substrat aus dem Perithecium ent- 
leert ist, beginnt alsbald mit ihr eine starke Quellung, Streckung und haufig 
bogige Kriimmung. AuBerliche Veranderungen, denen innere in den Sporen- 
zellen parallel gehen, wie sie in der Umlagerung der festeren Bestandteile 
des Plasmas, die in die NShe der Zellquerwande riicken, in der veranderten 
Vakuolenbildung und Gruppierung sowie GroBenzunahme der Fettropfchen 
zum Ausdruck kommen, in inneren Veranderungen des Zellplasmas, in die 
wir jedoch keinen n&heren Einblick haben. 

Sie leiten den Keimungsvorgang ein, der sodann normal oder abnormal 
verlauft. Normal, indem die Spore gewohnlich aus den beiden Endzellen 
je einen Keimschlauch unter einem fast rechten Winkel hervortreibt, der auf 
dem natiirlichen Nahrsubstrat nach kurzem Verlaufe mehrere runde, neben- 
einander liegende und als Appressorien anzusprechende Auftreibungen bildet, 
um dann von hier als Infektionshyphe iiber kurz oder lang in das Blattgewebe 
des gekochten Weizenpflanzchens einzudringen. Eine solche Appressorien- 
bildung ist jedoch nicht regelmaBig. Oft sieht man, wie die Keimschlauche 
zu langen unverzweigten oder nur sparlieh verzweigten Hyphen auswachsen, 
die weithin iiber die Blattoberflache kriechen und ohne irgendeine Appres- 
sorienbildung in das Blattinnere treten. Nachdem dieses durchwuchert ist, 
erscheint an der Oberflaehe des infizierten Blattes ein weiBer, zarter Pilz- 
rasen, der sich aus Strangen von Pilzfaden und einzeln verlaufenden Hyphen 
zusammensetzt. Von ilmen gehen dann seitlich, gewohnlich in wechselstan- 
diger Anordnung als ungleich lange Hyphenaste die stabfdrmigen oder kegel- 
formigen, einfachen, seltener gabelig geteilten Konidientrager mit endstan- 
diger, einzelliger, langlicher Konidie ab: gestaltliche Fruchtbildungen, wie sie 
fiir Acremonium alternatum Link bezeichnend sind und somit 
die gcziichtete Konidicnform diejenige des Schlauchpilzes Ophiobolus 
herpotrichus Fries ist. Ein Entwicklungsstadium dieses Pilzes, der 
von Frank als Weizenhalmtdter benannt wurde, in der irrtiimlichen An- 
nahme, daB er die FuBkranklieit der Weizenpflanzen vemrsache. 

Abweichend von dieser Art der Mycelbildung treiben andere Sporen- 
keimlinge wieder lange, unverzwcigte, borstenartige Hyphen, an denen, und 
zwar in der Regel an ihrem Endstlick. flaschenfdrmige, im Vcrgleich zu den 
normalen nur kurze und gedrungene, gegenstiindig oder mehrere diclit neben- 
einander auftretende Konidientrager mit endstaiuliger. einzelner, langlicher 
Konidie. Oder es kommt an diesen Hyphen, die zumeist auf den kiinstlichen 
Nahrbdden, seltener auf dem natiirlichen Substrate gebildet werden, zu 


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Uber Ophiobolua herpotrichus Fries, dea „Weizenhalmtoter“, etc, 03 

einem absonderlichen Fruehtstande, indem der Halsteil des flaschenformigen 
Konidientragers lang ausgezogen ist mit mehrfachen Knickungen oder kork- 
zieherartigen Drehungen und Einschniirungen und kurzen Seitensprossen. 
Diese Glieder fallen hinterher auseinander und lassen langliche, sichelformige 
konidienahnliche Korper entstehen. AuBerdem trifft man Sporenkeimlinge, 
die kraftige Hyphen mit kugeligen Gliedem getrieben haben, die gegen das 
Hyphenende in gestreckte ubergehen. Oder wir finden in den Kulturen auf 
kiinstlichen Nhhrmedien Keimlinge mit gelbbraunen, starren, borstenformigen, 
unverzweigten Hyphen, die nach kUrzerem oder langerem Verlaufe blind 
endigen oder auch in blasse Hyphen mit Verzweigungen ubergehen. So 
begegnet man Ophiobolus - Keimlingen, wo die schwach gekriimmte 
und gequollene, hyaline Spore an dem einen Ende knollig verdickt ist, und am 
anderen Ende hat sie einen langen Keimschlauch ausgesandt, der in eine 
unverzweigte, gelbgriine, borstenformige Hyphe umgewandelt ist, wahrend 
aus der Mitte der Spore von einer zapfenartigen Ausstulpung eine feinfadige, 
blasse Hyphe ausgeht. An ein und derselben Spore entstanden also in der 
Kultur auf kiinstlichem Substrate diese beiden Mycelformen! Alle die be- 
schriebenen verschiedenartigen Hyphen- und Mycelbildungen lassen sich 
in den meisten Fallen deutlich zuriickverfolgen bis zu der gekeimten Spore 
als Ausgang. Anders wiirde man sie nicht fiir zusammengehorig erklaren. 
Die borstenformigen gelbbraunen Hyphen leiten zum Dauermycel hiniiber, 
das wie das frische, blasse Mycel in zwei Wachstumstypen erscheint, die in- 
einander ubergehen. Einmal sehen wir das sparrige, borstenartige, diinnfadigere 
in geknicktem, nur recht schwach verzweigtem Hyphenverlaufe. Zum anderen 
beobachten wir ein gelbgriinliches Dauermycel mit Hyphen von groBerem 
Kaliber, kurzeren, vielfach torulierten Gliedern, mehr verzweigt und verfilzt, 
mit streckenweise plektenchymatischen Bildungen und Aussackungen, so daB 
knauel- und sklerotienartige Mycelkorper entstehen. Ein derartiges Dauer¬ 
mycel bildet den oberflachlichen tlberzug auf den grundstandigen Blit tern 
und am Grande der Halme der fuBkranken Weizenpflanzen. 

Der KeimungsprozeB verlauft sodann abnormal, indem die Spore an ganz 
nngleichen Stellen kurze Keimschlauche treibt, oft mit einzelnen kugeligen 
Gliedern und konidienartigen SproBenden, die derbwandig und gelbfarbig 
werden und eine Dauermycelform annehmen, so daB der ganze Keimling ein 
astig knorriges Aussehen gewinnt. In manchen Kulturen liegen die toru¬ 
lierten Hyphen wie abgerissene Perlschniire im Substrat. Die kugeligen Glieder 
fallen oft ganz auseinander. 

Wie das morphologische und entwicklungsgeschichtliche, ebenso inter- 
essant ist das biologische Verhalten unseres Pilzes, wie es in den ungleichen 
Reaktionsweisen bei verhnderten Nahrmedien durch eigenartige Hyphen- 
und Fruchtbildungen und in seinem engen Zusammenleben mit ungleichen 
Pilzgenossen am gleichen Orte des Substrats zum Ausdruck kommt. Gleich 
den Phanerogamen, welche durch ihr Zusammenleben an dem gleichen Stand- 
orte charakteristische Gruppierungen oder Pflanzenformationen bilden, 
lassen auch die Pilze ahnliche Formationen entstehen. Eine sole-lie Pilzfor- 
mation tritt uns am Halmgrunde fuBkranker Weizenpflanzen entgegen. 
Die betreffende Formation weist wie bei den Bliitenpflanzen einmal einen 
standigen Bestand und zum andern einen Saisonbestand auf. Ersterer setzt 
sich bei den Bliitenpflanzen aus den perennierenden Gewachsen, bei den 
Pilzen aus dem perennierenden Mycel, dem Dauermycel der versehiedenen 
Pilzarten des Standorts zusammen. Der Saisonbestand geht bei beiden aus 


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64 


Inhalt. 


Arten hervor, die zu einem bestimmten Zeitpunkte auftauchen, um nach der 
Fruktifikation in ihren vegetativen Teilen abzusterben und aus der Formation 
als Glied der bisherigen Gesellschaft wie der auszuscheiden. Und wie ferner 
das Bild der phanerogamen Pflanzenformation dnrch den Bliitenflor ihrer 
Standortsarten wechselnde Ziige erhalt, so das der Pilzformation durch ihre 
periodischen Fruchtstande. 

Die Pilzformation am Halmgrunde fuBkranker Weizenpflanzen besteht 
nun, soweit ich bisher feststellen konnte, aus den in Dauermycel oder in 
Fruchtstanden auftretenden Arten: Ophiobolus herpotrichus 
Fries, bzw. Acremonium alternatum Link als dessen Konidien- 
form, sodann aus Fusarium rubiginosum App. et Wollw., Hen- 
dersonia herpotricha Sacc., ferner aus einer Ascochyta- 
und aus einer Septoria - Form, Mu cor racemosus Fres., L e p t o - 
sphaeria Tritici Pass., Cladosporium herbarum Lk., 
Alternaria tenuis Nees. 

Ahnliche, aus mehr oder weniger zahlreichen Arten bestehende Pilzfor- 
mationen werden sich auf den versehiedensten Substraten als Standorte fest¬ 
stellen lassen. So trifft man an Birnblattern vergesellschaftet Septoria 
n i g e r r i m a Fuck., Hendersonia piricola Sacc., P h y 11 o - 
sticta pirina Sacc., auf Apfelbliiten Fusicladium dendri¬ 
tic u m Fuck, und Phyllosticta pirina Sacc., Beispiele, die sich 
noch vermehren lieBen. Zweifellos wird man, wenn daraufhin nur erst einmal 
die Beobachtung und Untersuchung gerichtet ist, bei diesen Pilzgesellschaften 
gewisse abhangige oder wechselseitig sich beeinflussende Beziehungen in bezug 
auf die Besiedelungs-, Ernahrungs-, Vermehrungs- und Ausbreitungsweise, 
man wird einen Kampf um die giinstigsten Existenzbedingungen unter den 
verschiedenen Artgenossen feststellen, wie sich das ja stets fUr die Glieder 
einer Lebensgemeinde an ein und demselben Orte unter den gleichen auBeren 
Existenzbedingungen ergibt. GewiB werden wir da noch recht lehrreiche und 
interessante biologische Einblicke in das Zusammenleben der verschiedenen 
Pilzgenossenschaften erhalten, vor allem aber erkennen, wie es meist fehlsam 
ist, aus dem ortlichen Zusammenvorkommen gewisser Pilzformen auf ihre 
genetische Zusammengehorigkeit zu schlieBen, ein TrugschluB, der friiher 
giingig war und heute auch noch gemacht wird. 


Inhalt 


Original-Abhandlungen. 

Cunningham Andrew, Studies on Soil 
Protozoa, p. 8. 

Harder, Richard, Morphologie und Phy¬ 
siologic von Hyalopus heterosporus nov. 
spec., p. 27. 

Ltihnis, F. und Hanzawa, J., Die Stellung 
von Azotobactcr im System, p. 1. 


Neger, F. W., Zur Frage der systemati- 
sclien Stellung der sog. Ambrosiapilze, 
p. 45. 

Voges,Ernst, t)ber Ophiobolus herpotrichus 
Fries, den „Weizenhalmtoter“, in seiner 
Nebenfruchtform, p. 49. 


Abgcschlossen am 30. Juli 1914. 


Hofbuchdruckerel Rudolstadt. 


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CentralMatt fir Bakt. etc. IL Alt Bd. 42. No. 5|9. 

Ausgegeben am 19. September 1914. 


Originalberichte liber Kongresse, Versammlungen etc. 

Society o! American Bacteriologists. 

Montreal, Canada, December 31. 1913 and January 1. and 2. 1914. 
Brown, P. E., Bacterial Activities and Crop Production. 

The importance of correlating the results of bacteriological tests with 
known facts regarding soil fertility is emphasized. The improvements in 
methods for the bacterial examination of soils has made possible the study 
of the relation between bacterial activities and crops produced. Thus the 
determination of the ammonifying power, the nitrifying power, or the azo- 
fying power of soils may be an indication of their fertility or crop producing 
power or at least of the relative fertility of several soils. 

Soils under varying rotations and under different treatment have been 
studied during the past three years and the results secured show in practically 
every case a similar, definite relation between the crops produced on the 
various plots and the ammonifying power and the nitrifying power of the 
soils determined by the fresh soil-casein method for the one and the fresh 
soil-ammonium sulfate method for the other. 

It is evident that the bacterial activities in soils determine very largely 
the crop-producing power of the soils. If the bacterial mechanism which 
brings about the solution of insoluble plant food is inadequate, crops will 
suffer for lack of food. In soils where improper rotations and poor treat¬ 
ment are practiced the conditions very quickly become unsatisfactory for 
optimum bacterial growth and crops immediately feel the effect of this 
diminished growth in a reduced supply of food. The work as a whole there¬ 
fore points toward the value of bacterial tests as a measure of the crop pro¬ 
ducing power of soils. 

Laboratory of Soil Bacteriology and Soil Chemistry. Iowa State College, 
Amos, Iowa. 

Hesselink van Suchtelen, F. H., The Enviroment of Soil Or¬ 
ganisms. 

Growing out of the importance of the action of media on organisms a 
study of soil as a cultural medium was undertaken. 

So far as our present knowledge concerning soils extends, the only means 
at our disposal for judging the cultural medium of soil organisms is drainage 
water. It may be expected, however, that the soil solution as it exists in the 
soil differs quantitatively from the drainage water. 

A method was devised for obtaining this soil solution based on its dis¬ 
placement by inactive substances (paraffine oil, vaseline, etc.). Work by 
means of the determination of osmotic pressure and electrical conductivity 
was undertaken, which demonstrated the value of such a displacement. 

The absolute amount of soil solution obtained by the above mentioned 
method varied from 100—435 cc. solution. As an example of the successful 
extraction the following data may be quoted. 

Zwrite Abt. Bd. 43 5 

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66 


Kongresse, Veraammlungen etc. 


From 7.949 kilograms of sandy loam with a total water capacity of 
24.6 per cent containing 14.3 per cent water (all figured on the basis of dry 
soil), there was obtained 330 cc. of soil solution. 

The concentration of the soil solution bears a resemblance to the very 
first portion of drainage water obtained by careful percolation through a 
large quantity of soil. 

Besides an extensive study of the soils employed in our experiments, 
there were made physico-chemical and chemical examinations of the liquid 
obtained by the foregoing displacement process, together with a determination 
of the number of microorganisms found by the plate method. It was ascer¬ 
tained that different soils, soils closely adjacent and the soils of different 
layers, contained soil solutions of different compositions. 

Detailed results will appear in a future publication. 

Conn, J. Joel, A new Medium for the quantitative Deter¬ 
mination of Bacteria in Soil. 

Three special media for soil work have been proposed during the last 
few years: by Hugo Fischer (Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 25. 
p. 457), by J. G. L i p m a n (Id. Bd. 25. p. 447) and by P. E. Brown (Id. 
Bd. 38. p. 497). Becently an asparaginate agar containing wholly chemi¬ 
cals of known composition has been prepared at the N. Y. Experiment Station. 
A fifth medium, a soil-extract gelatin, has been compared with them, because 
it has been found to give a very high and regular count. The composition 
of these media are as follows: 



Asparag.- 

Agar 

Fischer’s 

Lipman’s 

Brown’s 

Soil-Extr.- 

Gelatin 

Water. 

1000 


1000 

1000 

900 

Soil-extract . . 

_ 

1000 

— 

— 

100 

Agar. 

12 

12 

20 

15 

— 

Gelatin .... 

— 

— 

— 

— 

120 • 

Peptone .... 

— 


.05 

— 

— 

Albumin. . . . 

— 

— 

— 

.1 

— 

Na.-Asparag. . . 

1. 

— 

— 

— 

— 

Dextrose . . . 

1. 

— 

10 

10 

1. 

MgS 0 4 .... 

.2 

— 

.2 

.2 

— 

K s HPO .... 

— 

2. 

.5 

.5 

— 

NH.Hj.PO4 . . 

1.5 

— 

— 

— 

— 

KCI. 

.1 

— 

— 

— 

— 

CaCl*. 

.1 

— 

— 

— 

— 

FeClj. 

Trace 

— 

— 

— 

— 

Fe 2 (S 0 4 ) 8 . . . 

; — 

— 

— 

Trace 

— 


In the asparaginate agar the reaction should be carefully adjusted to 0.8 per cent 
normal acid to phenolphthalein. The dextrose and asparaginate should be added just 
before tubing. 


Some thirty-five comparative tests of the gelatin with one or more of 
the other media have been made. Various soils have been used for inocu¬ 
lating. Incubation has been at 180° C. for seven days with gelatin and four¬ 
teen with agar, which allows a very high count (5—50 million in normal 
field soil). The following figures (referred to in terms of colonies on aspara¬ 
ginate agar as 100) represents instances that seem to be typical: 


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Kongresse, Versammlungen etc. 


67 



Asparag.- 

Agar 

Fischer’s 

Lipman’s 

Brown’s 

Soil-Extr.- 

Gelatin 

Case 1 .... 

100 

170 

68 

57 

113 

Case 2 .... 

100 

85 

75 

Irregular 

93 


About forty other testa have been made to determine the best preportions of the 
various constituents in the asparaginate Agar. None have proved more satisfactory than 
the above formula. 


As a result of this work the asparaginate agar is highly recommended. 
The only medium which seems better, either in respect to count or to the 
colony differentiation is soil-extract gelatin; and because of the addition of 
soil extract this gelatin is not one that can be readily duplicated. The only 
one of the media investigated which gives a higher count than either of these 
is Fischer’s soil-extract agar, which does not allow good colony differ¬ 
entiation. 

The detailed results of this work are to be published as a Technical Bul¬ 
letin of the N. Y. Agricultural Experiment Station. 

Lipman, Chas. B., 1 ) Antagonism between Salts as affec¬ 
ting Soil Bacteria. 

With L o e b’s conception of physiologically balanced solutions as a 
basis, the author has carried on experiments dealing with a phase of the 
subject hitherto regarded as of little significance, namely the antagonism 
between anions. The most striking results have been obtained with such 
antagonism between anions through the use of the so-called alkali salts which 
commonly include Sodium Chloride, Sodium carbonate and Sodium sulfate. 

Results of antagonism between the anions of these salts show that both, 
as regards ammonification and nitrification, it was possible to improve the 
soil as a medium after it had been made toxic for the bacteria in question, 
by means of any one of these salts, through the addition of any other of the 
three salts mentioned. Thus briefly, it was possible at times to triple and 
quadruple the total salt content of the soil and still make it a better medium 
for ammonification and nitrification than it was with one-third or one-fourth 
of the total salt content consisting however, of but one salt. The author 
claims for this, great significance in the direction of the management and 
control of alkali land. 

Brown, P. E. and Kellogg, E. H., Sulfofication in Soils. 

Recent work has shown that considerably larger amounts of the element 
sulfur are removed from soils by the growth of crops than has been sup¬ 
posed. The inaccuracy of the old method used in the determination of the 
sulfur in crops explains the discrepancy. Soils have been shown to contain 
in most cases only a limited supply of sulfur, usually a smaller amount than 
of phosphorus. The problem of the sulfur feeding of plants is therefore coming 
to be of considerably more importance than it has been in the past. The 
natural means of returning sulfur to the soil is by the use of farmyard manure 
or green manure and in these materials it is added in a complex organic form 
in the proteins. The sulfur in these must be transformed into sulfates to be 
of use to plants. 

2 ) Siehe auch diese Zeitschrift Abt. II. Bd. 41 . 1914 . p. 430 . 

5 * 

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68 


Kongresse, Veraammlungen etc. 


Here is where the sulfofying bacteria appear. They are the agents which 
bring about the change of organic surfur into sulfates. Many questions im¬ 
mediately arise in a consideration of this point. Do soils have a sulfofying 
power? Can this be determined? How? "What is the relation of the sulfofying 
power of soils to the sulfur feeding of plants? etc. This work deals with the 
first questions and shows that soils do have a definite sulfofying power which 
varies with the type of soil, soil treatment, etc. 

The sulfofying power of soils may be determined in the laboratory in 
the following way: 

100 grams of fresh soil obtained with all precautions that it shall be 
representative and uncontaminated are weighed out in tumblers and thor¬ 
oughly stirred. Then 0.1 gm. fo a sulfide (Na 2 S) or sulfur is added. Moisture 
conditions are brought up to the optimum by additions of sterile water. 
The soils are incubated for 4—5 days at room temperature. At the end of 
that time the sulfates are leached out by shaking for 6 hours with water 
in a shaking machine. The sulfate content of the soil itself is determined 
and the purely chemical oxidation of the sulfide occurring upon shaking 
the sulfide for six hours with the soil is also ascertained. 

The sum of these two is subtracted from the total sulfate content of the 
soil after incubation and the difference give the sulfofying power of the soil, 
or the physiological efficiency of the sulfuroxidizing bacteria in the soil. 
Many difficculties have been met in the work and largely overcome. Details 
regarding these will appear in a future publication. The point to be emphas¬ 
ized by the results so far is that soils have a definite sulfofying power which 
is determinable in the laboratory and therefore the efficiency of fertilization 
of soils with organic sulfur compounds may be ascertained for any soil. 

Laboratory of Soil Bacteriology and Soil Chemistry, Iowa State College, 
Ames, Iowa. 

Jones, Dan. H., Further Studies with some Azotobacter. 

Viability of Azotobacter in Stock Cultures. Equal 
quantities of Azotobacter growth were taken from cultures grown 
on A s h b y’s agar for varying periods of time and plated out in beaf ge¬ 
latin. The relative colony counts were as follows: 


Culture 16 days old. 9,000 colonies 

„ 2 months old. 8,000 ,, 

„ 5 months old. 5,000 „ 

,, 7 months old. 4,500 ,, 

„ 1 year and 4 months old. 2,200 „ 


„ 2 years and 2 months old .... 60 „ 

This work was duplicated with the four varieties of Azotobacter 
under observation with approximately same results. 

Thermal Death Point of Azotobacter in Stock 
Cultures of Different Ages. The cultures used for the viability- 
test were tested for their thermal death point, by mixing one loopfull of culture 
in 10 cc. of A s h b y’s solution and then held in water bath for 10 minutes 
at the required temperature. 

All cultures heated up to 55° C. gave good growth. 

All cultures heated up to 65° and over gave no growth. 

Involution Forms. Involution forms of Azotobacter 
varying very much in shape and size may appear in cultures grown in. 


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Kongreeae, Versammlungen etc. 


69 


A s h b y’s solution and A s h b y’s agar at any temperature within growth 
limits. This tendancy to produce involution forms is comparatively slight 
at 20—25° C. but excessive at 37° C. Involution forms taken from an Ashby 
agar ou ture 2 months old were tested for their power to reproduce in A s h b ys 
agar in moist chambers. Fifteen were held under observation for four days, 
but during that time only one reproduced. Normal cells present in the same 
fields produced colonies which overgrew the involution forms. 

Azotobacter and Plant Growth. It was decided to test 
the power of Azotobacter to fix sufficient atmospheric nitrogen for 
plant growth. Special vessels were designed for the purpose. These were 
filled with well washed quartz sand, sterilized, soaked with A s h b y’s 
solution and inoculated with Azotobacter, controls being kept. After 
two weeks, grains of wheat were sown in the pots of sand. These all germinated 
and gave growth producing plants 16 inches high in one month, but no dif¬ 
ference was observed at this time between the culture plants and the controls. 

Beckwith, T. D. and Vass, A. F., A possible Improvement in 
the Technique of Determination of the ammoni¬ 
fying Power of Soils. 

One of the difficulties met with in determining the ammonifying power 
of soils is that part of the ammonia was lost under the older methods. We 
have found it possible to determine the total amount of ammonia given 
off by soils by a very simple method of laboratory technique. The soil, gener¬ 
ally 100 or 200 grams in content, is placed in a 1000 cc. Erlenmeyer 
flask. In the top of the flask is inserted a two hole rubber stopper. The air 
is allowed to enter the flask through the inverted U tube. The outer tube 
is made of a simple elbow placed in the other hole of the stopper. This flask 
thus prepared is connected with a water pressure filter pump. In the series 
between the soil flask and the pump is placed a wash bottle containing 
n/10 H 2 S0 4 . For purposes of an indicator this acid solution is colored slightly 
with chochineal. When soil and the material to be ammonified is placed in 
the soil flask, air is drawn through the system by the filter pump. The 
ammonia is intercepted by the acid. The indicator in the wash bottle shows 
the point of neutralization. When neutralized another wash bottle with 
an aliquot portion of acid is substituted. A final determination of the amount 
of ammonia in the soil flask plus that of the acid in the wash bottle shows 
the exact amount of ammonia given off. A large series of flasks and wash 
bottles may be served by the same filter pump, using appropriate connections 
of Y and T tubes with heavy walled rubber tubing. It is necessary to us 
screw pinch cock throughout the system in order to regulate the flow of air 
through the wash bottles and to see that none are cut off. Such a system 
should be used and adjusted for at least 24 hours before the soil and material 
to be ammonified are added in order to make sure that all is in perfect wor¬ 
king condition. 

Northup, Zae 1 ), A bacterial Disease of the Larvae of 
the June Beetle? Lachnosterna spp. 

During the summer of 1912, the larvae of the June beetle, Lachno¬ 
sterna spp. committed serious depredations to crops. Specimens sent 
in to the Entomological Department by the farmers were found to be diseased 

*) Siehe auch diese Zeitschrift Abt. II. Bd. 41. 1914. p. 321. 


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70 


Kongresee, Versammlungen etc. 


and were turned over to the bacteriological laboratory few the determination 
of the etiology of the infection, and in practicable to use the living parasite 
as a remedial measure. 

This disease which is characterized by a blackening of the affected parts 
was found to be micrococcus, which was found microscopically in smears 
and in sections from diseased tissue. This organism was isolated from the 
affected tissues of a living grub and liquid cultures were used for the inocu¬ 
lation of the soil in which healthy larvae were then placed. Oftentimes in¬ 
fection occurred within a short time; the most marked infection occurred 
when an incision was made in the integument, a characteristic lesion deve¬ 
loping within twenty-four hours. 

It was discovered that an excessive amount of water in such inoculated 
soil favored the rapid progress of the disease. This seems to be one of the 
most importance factors in determining the fatality of the infection. 

This disease may be transmitted characteriscally to larvae of the Southern 
U. S. June beetle, Allorhina nitida and to the American cockroach, 
Periplaneta americana but is non-pathogenic to rabbits or guineapigs. 

llie black pigment characterizing the disease is probably produced 
directly of in directly by the activity of the bacterial cells within the larval 
tissue; the cocci and the integument cells in which they are imbedded do 
not take the ordinary ar the Gram stain but remain a dark brown in color. 
From the characteristic lesions produced by this organism it has been named 
“Micrococcus nigrofaciens”. 

No results have as yet been obtained in trying out this organism as a 
remedial measure for the destruction of the white grub. Cultures of the 
micrococcus have been sent to Porto Rico for this purpose. 

Thomas, J. Bosley and Sandman, Edgar A., A numerical Com¬ 
parison of the Organisms producing Gas in Lac¬ 
tose Bile isolated from the Baltimore City Water 
Supplies. 

The water supply of Baltimore city is derived from two streams which 
flow through a rather populous rural district. The larger stream, which 
has an average daily flow of about one hundred million gallons drains a water¬ 
shed supporting many large dairy farms, while the other, with a flow of twenty 
million gallons per day, is derived from a watershed supporting fewer dairy 
farms in proportion to its area, but known to be subject to a greater extent 
to possible sewage pollution. 

It therefore occured to us that there might be shown in one of these 
supplies, the presence of a different relative proportion of certain types of 
organisms than in the other supply; and a pollution derived largely from 
dairy-farms and creameries is obviously of a less serious character than a 
pollution caused principally by the introduction of sewage. 

For the classification of these organisms four sugars, in addition to the 
customary use of gelatin, were used, viz: lactose, dulcite, saccharose and 
dextrose. E n d o’s agar was used for isolating the organisms in pure cul¬ 
ture, and the results of a study of the character of colonies formed on this 
medium is given in the original paper. 

The average number per cc. of the several types of organisms was estim¬ 
ated by considering the number of positive and negative tests in each dilution 
and following the method described by Phelps before the American Public 
Health Association in 1907. 

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Kongreaee, Versammlnngen etc. 


71 


The results of this work, embracing 383 isolations from untreated water 
show an average number of 2.79 organisms per cc. giving cultural charac¬ 
teristics of B. coli communis and B. c o 1 i communoir and 9.31 or¬ 
ganisms per cc. giving cultural characteristics of B. (lactis)aerogenes 
and B. acidi lactici, in the Gunpowder River, which is exposed to 
pollution from dairy-farms, in comparison with 5.12 organisms of the former 
types and 4.98 of the latter types in the Jones Fall supply, which is more 
exposed to sewage pollution. It is therefore seen that although the total 
number of these organisms is about the same in either supply, there are nearly 
twice as many B. coli- like organisms in the supply subject to greater 
sewage pollution than in the Gunpowder River. 


Winslow, C. E. A., Notes on the Bacteriology of Air and 
its Sanitary Significance. 

Both mouth spray and dust contain buccal bacteria and at times patho¬ 
genic forms and might theoretically constitute sources of appreciable atmo¬ 
spheric pollution. "Whether they actually do so or not can only be deter¬ 
mined by quantitative studies of the bacteria actually present in air and 
particularly of the characteristic organisms of the mouth. Two sets of results 
bearing upon this point are here reported. 

A series of 684 examinations of school room air in New York City made 
by Prof. Chas. Baskerville and the writer gave an average of 
96 microbes per cubic foot. This includes all organisms developing on litmus 
lactose agar in five days at room temperature. 268 samples gave counts 
under 50, 178 between 51 and 100, 112 between 101 and 150, 39 between 
151 and 200, 23 between 201 and 250, 12 between 251 and 300, and 17 over 
300. Lactose fermenting streptococci (characteristic buccal forms) were 
found 52 times in 174 cubic feet of air giving an average of 30 per 100 cubic 
feet of air. 

The second series of results includes 64 samples of outdoor air (mainly 
from New York city streets) examined in the course of a somewhat detailed 
study of air bacteriology now being carried on by the New York State Com¬ 
mission on ventilation. The average 20° count of 64 samples was 59 microbes 
per cubic foot. 24 samples showed less than 25, 18 between 26 and 50, 8 bet¬ 
ween 51 and 100 and 14 over 100. The maximum count was 395. At 37° 
in two days the average count was 48 microbes per cubic foot. 36 samples 
were below 25, 9 between 26 and 50, 9 between 51 and 100 and 7 over 100. 
Acid forming streptococci were absent from 12 cubic feet of air examined 
for their presence. 

Breed, Robert S. and Brew, James D., The Usefulness of dried 
stained Smears of Milk as a Means of Detering 
the Sanitary Quality of Milk. 

A number of tests of the method of making milk smears devised by 
Prescott and Breed (Journ. of Infect. Dis. Vol. 7. 1910. p. 632) 
have been made at the Geneva Experiment Station with a view of deter¬ 
mining the sanitary quality of milk. It has been found to be a very rapid 
and efficient method of determining the total germ content where milk con¬ 
tains 100 000 or more bacteria per cc. The results secured probably represent 


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Kongresse, Versammlungen etc. 


the real conditions so far as total germ content is concerned better than 
those secured on agar or gelatin plates. 

By means of this test it is possible to separate milk as received at a milk 
station into two classes by a rapid examination of the prepared smears. The 
first grade of milk is that in which no bacteria are seen in 5 to 10 or more 
fields of the microscope. In all but eight of the sixty samples in which no 
bacteria were found the agar plate count was less than 100,000 per cc. and 
seven of the eight which exceeded this figure were less than 200,000 per cc. 
Such milk would sell in the New York City market as Grade A, selected pasteuri¬ 
zed if properly pasteurized. In as much as a large proporation of the milk 
received at the particular milk station where the tests were made was of 
this quality this test would have been used to great advantage because it 
would have enabled the dealer to raise this part of his milk from Grade B to 
the Grade A class at no expense to himself or to the farmers supplying the 
milk except the cost of making the tests which is fortunately not great 
enough to be prohibitive. 

The second class of milk would be that in which bacteria are readily 
found with the microscope. Such milk under present regulations would 
go on the market as Grade B milk if properly pasteurized. 

The great advantage of this test over plate methods of examinations 
or other bacterial methods that require an incubation period is that results 
can be secured in a very few minutes and a large number of samples can 
be handled by a single person. Any person sufficiently skilled to handle 
a microscope can learn the technique and apply the method successfully. 

The chief weakness of the method at present is that it is so new and 
has been tried out so little in a practical way that no one knows as yet how 
the results secured should be interpreted. The bacterial counts obtained 
are much higher than those obtained from the ordinary plate counts and there 
is no constant relationship between such counts where single comparisons 
are made. When a long series of comparisons are made between plate counts 
and these microscipic counts, it is found that greater discrepancies occur 
where the total number of bacteria is low than when the total number of bac¬ 
teria is high. 

A detailed report on this work will be published in a Technical Bulletin 
of the New York Experiment Station. 

Dallyn, D. A., Field Organization and Laboratory Tech¬ 
nique Canadian Section. International Joint Com¬ 
mission Pollution Investigation. 1913. 

Period of Investigation — April 10th to October 10th, 1913. 

Field Laboratory located at nine (9) bases, from Fort Frances, Ont. 
to Kingston, Ont. 

Equipment at each base comprised: 

2 incubators — 18° — 22° C. and 37° C., designed to hold maximum num- 
v ber of asm pies. 

2 sterilizers, one for glassware, and the No. 3 Bramhall Deane Autoclave. 

400—500 petri dishes with copper cases. 

4 copper 25 cc. pipette cases containing 30 pipettes each. 

3 copper 1 cc. pipette cases containing 60 pipettes each. 

300—400 6-oz. glass stoppered sample collection bottles. 

Apparatus for obtaining deep samples. 

Several hundred Dumas bulbs, 

necessary table apparatus and media-making equipment. 


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Kongresse, Vereammlungen etc. 


73 


Twelve thousand eight hundred (12,800) samples were collected and 
examined. The determination of the total bacteria count on nutrient agar 
(4-10) at 18°—22° C. (48 hours), the count at 37° C. (24 hours), and the 
quantitative estimation of B. c o 1 i as indicated by fermentation in lactose 
bile at 37° C. (48 hours), not less than four (4) dilutions used for the latter- 
usually 1, 5, 25, 50 cc. were tubed (7 1000 , Vioo. 7io only when required). 

Sample collection points were located on straight lines by a time inter¬ 
val method (checked by different landmarks, Buoys and light-houses). 

Stoppers and necks of sample bottles protected from contamination 
by a rubber dam held by a band. The dam was dipped in Mercuric chloride 
solution before being re-used. 

Each Field Laboratory examined on an average of 52 samples per day. 
Max. amount 103 samples per day for 3 days in succession. 

Ten (10) to twenty (20) daily samples taken at each sample collection 
point. 

Special paragraphs on Tabulation, Accounting System, Plating and 
Tubing Technique, Handling of Media, Media Reaction and Washing of 
Glassware. 

Derick, Carrie M., The Influence of the Hypochlorite 
Treatment of Water upon the Development of 
Algae. 

Professor Derick briefly reported some general observations inci¬ 
dentally made by a graduate student, Miss Clare Miller (Mrs. Westo- 
n e y s), in the course of a study of the Algal Flora of the Island of Mon¬ 
treal, in 1911 and 1912. 

Collections of algae made in October and November, 1911, were main¬ 
tained in sixty or more aquaris in the Botanical Laboratories of McGill Uni¬ 
versity. In addition to series in various media, parallel cultures were grown 
in ordinary tap water. At that time, the city water was being regularly trea¬ 
ted with hypochlorite of lime, less than one part to a million parts of water 
being used. The development of deleterious bacteria being thus prevented, 
the cultures of algae in this water, which contained all the necessary mineral 
nutrients, were unusually vigorous and long-lived. At temperatures about 
20° C., blue-green algae, especially Oscillatoria tenuis Ag., O. 
s p 1 e n d i d a Grev. and Rivularia haematites, Ag. flou¬ 
rished. Anabaena, on the contrary, usually died or passed into a resting 
condition within a few days. In March, however, it reappeared and grew 
well. Desmids, such as Cosmarium, Closterium and Micra- 
s t e r i a s , as well as Mougeotia, Ulothrix and Stigeoclo- 
n i u m , which were collected in the spore stage, germinated and grew rea¬ 
dily at a temperature of20°C. Spirogyra, Vaucheria and Clada- 
p h o r a were most successfully grown at a temperature of 5° C. or less. 
The majority of the Chlorophyceae collected grew vigorously in 
city water, provided that the temperature was between 5° C. and 20° C. 
Vaucheria, Scenodesmus and other Protococcaceae 
flourished throughout the year. Oedogonium and Chaetophora 
developed freely towarde spring. Distoms, such as Navicula, were 
plentiful at low temperatures. 

By periodically renewing the water to prevent the concentration of the 
mineral contents and by guarding against excessive exposure to strong light, 


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Kongresse, Vereammlungen etc. 


many aquaria were kept in good condition during the following summer 
and supplied much material use for class-work throughout the winter of 
1912—13. Towards spring, in 1913, Scenodesmus and a few other types 
crowded out less resistive groups, and the cultures were allowed to die during 
the summer of 1913. 

Algae similarly treated in the Autumn of 1913 have not developed well. 
The summer was unfavorable to the majority and they were not in good 
•condition when collected. Spirogyra and other Conjugatae, several of the 
Protococcaceae and Oedogonium began to grow after a few 
weeks, But in December, practically all of the aquaria contained species 
•of Bacillus, Spirillum and Vibrio, as well as one or two 
vrater moulds. Several factors probably contributed to this result. A less 
rigorous use of hypochlorite of line in the treatment of the city water was 
suggested as a partial explanation by Dr. A d a m i during the discussion 
which followed the reading of the paper. 

It is obvious that when water-supplies are freed from bacteria by means 
of hypochlorite of lime, such a free development of algae is permitted as to 
require treatment by copper sulphate or other measures to prevent pol¬ 
lution. 

Evans, Alice C. and Hastings, E. G., A Study of theBacteria con¬ 
cerned in the Production of the characteristic 
Flavor in Cheese of the Cheddar Type. 

A comparative study of the flora of raw and pasteurized-milk cheese 
of the Cheddar type has been made, with reference, particularly, to the pro¬ 
duction of characteristic flavors. The raw-milk cheese flora was found to 
consist of the following four groups of cheese organisms: Bact. lactis 
acidi, Bact. casei, Streptococci and Micrococci. Several varieties 
of each group occur in the cheese, according to the classification as determi¬ 
ned by the fermentation in broth containing carbohydrates or related sub¬ 
stances. The flora of pasteurized-milk cheese is shown to depend upon the 
organisms introduced in the starter, with the exception of the Bact. casei 
group, which develops slowly and is concerned with the production of the 
biting flavor in mature cheese. 

Many experimental pasteurized-milk cheeses were made with starters 
consisting of the organisms isolated from normal raw-milk cheese, either 
in pure culture or in varying combinations. The results of these experiments 
showed that pronounced differences in the flavor could be brought about 
by varying the cultures in the starter. Certain combinations in the starter 
resulted in an improvement of the flavor. 

Ayers, S. Henry, and Johnson, William T., A synthetic Medium 
for the Determination of Colon Bacilli in Ice- 
Cream. 

In a study of the bacteria in ice-cream we have endeavored to prepare 
a synthetic medium for the detection of colon bacilli. During the experi¬ 
ments 53 different combinations were tried. The most satisfactory medium 
was made as follows: Agar, 1,5 per cent, asparagin 0.3 per cent, sodium di¬ 
basic phosphate 0.1 per cent, lactose 1.0 per cent, and 2 per cent of a saturated 
solution of litmus. 


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Kongresee, Veraammlungen etc. 


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The majority of the bacteria in ice-cream did not grow on this medium, 
while colon bacilli showed quite characteristic acid colonies which with a 
little practice could be readily detected. The colon count on litmus lactose 
asparagin agar was compared with the estimated number from lactose bile 
tubes in 43 samples of ice-cream. In 41 of the 43 samples the number deter¬ 
mined on the plates was higher than the estimated number from the bile 
tubes. 

Suspected colon colonies on the saparagin plates from 19 samples were 
picked off and inoculated into lactose broth fermentation tubes. From ten 
plates all the suspected colonies or 100 per cent proved to be gas formers. 
Among the other nine plates the percentages ranged from 87.17 per cent 
to 98.01 per cent. This shows that it is possible to detect quite accurately 
any colonies of gas-forming bacteria on litmus lactose asparagin agar. 

A comparison of this medium with Endo medium showed that the colon 
count on asparagin agar was much lower than that on the other medium. 
"We found, however, that in some cases at least it was impossible to con¬ 
sider all typical colonies on Endo plates as colon bacilli. 

Certain strains of B. c o 1 i failed to give typical colonies on Endo plates 
and acid and peptonizing bacteria gave reactions similar to some of the 
colon strains. 

It is evident that we have no entirely satisfactory method for the de¬ 
termination of colon bacilli, but it is believed that the use of synthetic 
media may be developed to a point where it will be superior to other me¬ 
thods. 

Rogers, L. A., A satisfactory Platinum Needle. 

The tendency of platinum needles set in glass handles to break when 
they are flamed, is a source of annoyance. 

A needle which will avoid this trouble may be made by fusing the pla¬ 
tinum wire into a copper wire. This may be done by twisting a bit of small 
wire about the platinum wire and holding in the flame of a blast lamp until 
it forms a ball at the end of the wire. The copper ball and the end of a copper 
wire of the proper size are held together in the flame until they fuse. The 
rough joint obtained may be hammered or filed to approximately the dia¬ 
meter of the copper wire, which should be large enough to insure rigidity. 
The wire may be mounted in a capillary tube of in an ordinary glass tube 
with plaster of Paris. The needle may be thoroughly flamed without danger 
of breaking. 

A. Parker Hitchens (Glenolden). 


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Allgemeine8. 


Referate. 

Nadson, G. A., Mikrobiologifieskje oCerki. [Mikrobio- 
logische Studien]. I.II. (Bull, du jard. imp6r. botan. de St. Peters- 
bourg. XII. p. 55—89, av. 2 pi.) [Russ. m. deutsch. Resum6.] 

I. Chlorobium limicola Nads., ein griiner Mikroorganismus 
mit inaktivem Chlorophyll. In den „Izv£sti Imp. Acad. St. Petersburg 14 " 
T. VI. 1906. p. 190 besprach Verf. diesen schlammbewohnenden, bakterien- 
ahnlichen Organismus in einer vorlaufigen Mitteilung. Die weiteren in vor- 
liegender Arbeit publizierten Studien iiber denselben ergaben folgendes: 
Die Zellen sind kugelig, 0,6—0,7 p Diameter, doch auch t)bergange zu reinen 
Stabchen mit gleichem Durchmesser, oft in Klettchen. Unter ungUnstigen. 
Verhaltnissen verschiedene schrauben- oder spirillenartige Involutionsformem 
Vermehrung durch Querteilung. Keine Starke; dafiir echtes Chlorophyll,, 
das sich im Lichte u n d in volliger Finsternis (auch bei tlberimpfungen!) 
bilden kann, in beiden Fallen aber nur bei Sauerstoffabwesenheit oder nur bei 
Spuren von ihm. Ein aerophiler Organismus, der im Lichte besser gedeiht 
als in der Finsternis. Reinkulturen gelungen. Bemerkenswert ist die perma- 
nente Funktionslosigkeit des Chlorophylls, d. h. es wird kein Sauerstoff ab- 
geschieden (geprlift mit Methode E n g e 1 m a n n). Auch sind Chlo¬ 
robium- Kolonien nie von einer grauen Zone des oxydierten Schlammes. 
umgeben, wahrend dies bei Kolonien von Rhodosphaerium d i f - 
fluens, Chlorella sp. usw. stets der Fall ist. Die Art lebt mit Schwe¬ 
felpurpurbakterien auf Schlamm und gehort zu den sog. „griinen Bakterien 44 , 
welche Gruppe nach Verf. aber eine ganz unnaturliche ist. Es erfolgt also- 
keine prazise Einreihung der Art in das „System“. Die „griinen Bakterien 4 *" 
von Winogradsky sind wohl zu Chlorobium limicola zu 
stellen, aber sie spielen deshalb im Leben der Schwefelpurpurbakterien keine 
Rolle (im Gegensatz zur Ansicht Winogradskys), weil sie diese nichfe 
mit Sauerstoff versorgen konnen. Die Schwefelbakterien gedeihen, wie Verf.. 
Kulturen zeigen, unbegrenzte Zeit ohne die griinen Bakterien. Vielleicht 
existiert eine groBere Verwandtschaft zu Stichococcus (einzellige 
Griinalgen) oder zu den winzigen griinen Organismen des sog. Nannoplankton_ 
Verbreitung: Wohl sehr verbreitet; bisher vom Verf. auch Brack-, Meeres- 
und SUBwa8serschlamm gefunden und zwar um St. Petersburg, Gouv. Cherkow* 
Baltisches, Schwarzes und Kaspisches Meer. 

II. tlber die Farbe und die Farbstoffe der Purpurbakterien: Am Lichte- 
scheiden sie keinen Sauerstoff aus, wofiir der Mangel einer grauen Zone um 
die Kolonie auf dem Schlamme spricht (von M o 1 i s c h auf eine andere 
Weise nachgewiesen). Die weifilich-rotliche oder blaBrosa Zone um die 
Kulturen besteht aus schwach gefarbten bis farblosen Zellen. Fiir den Farben- 
komplex, der in der Zelle der Purpurbakterien vorkommt, schlagt Verf. vor„ 
den Namen „Bakteriopurpurin“ beizubehalten, wozu also gehoren: das. 
rote Lipochrom (Bakterioerythrin = Bakteriopurpurin) und der grime 
Farbstoff (Bakteriochlorin). Diese beiden Farbstoffe sind friiher als durch 
M o 1 i s c h bekannt geworden. Die Purpurbakterien konnen ihren roten 
Farbstoff ganz oder teilweise verlieren, ohne hierbei irgendwie zu degene- 
rieren. Es bestehen also verschieden gefiirbte Rassen, ja sogar ganz grime 
(in denen also nur das Bakteriochlorin vorkommt). Verschiedene Kulturen 
von Schwefelpurpurbakterien (Chromatium vinosum, Ch. mi- 
nut i s s i m u m) werden farbig dargestellt. Es ist vielleicht moglich, da& 


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Allgemeines. — Schimmelpilze etc. 


77 


Lauterborns Chlorochromatium und Szafers Thio- 
spirillum jenense Organismen darstellen, die eben n u r den griinen 
Farbstoff entwickeln. Matouschek (Wien). 

Harper, R. A., Nuclear Phenomena of sexual Reproduc¬ 
tion in Fungi. (Amer. Naturalist. Vol. 44 p. 533—546.) 

Das alte Dogma, dad parasitische Lebensweise Verlust der Sexualitat 
zur Folge hat, findet von Jahr zu Jahr mehr Widerspruch. Durch die neuesten 
Untersuchungen ist nunmehr auch fiir die Pilze die geschlechtliche Fort- 
pflanzung als Regel festgestellt worden. 

Verf. schildert die verschiedenen Arten der geschlechtlichen Fortpflan- 
zung in den verschiedenen Gruppen der Pilze mit besonderer Beriicksichtigung 
der Kernverhaitnisse und stellt folgende sechs Typen auf: 

1. Verschmelzung vielkerniger Gameten. 

2. Das m&nnliche Element besteht aus einer Masse Gonoplasma, nicht 
aus einer bestimmt umgrenzten Zelle. 

3. Endokaryogamie. Die Kernverschmelzung kommt nicht durch 
Zellverschmelzung zustande, sondern durch mehr oder weniger entfernt 
verwandte Kerne. 

4. Gametenverschmelzung ohne Verschmelzung ihrer Kerne; letztere 
vermehren sich durch gleichzeitige Teilung und verschmelzen erst kurz vor 
der Reduktionsteilung. 

5. Befruchtung durch Wanderung der Kerne von den vegetativen zu 
den fertilen Zellen. 

6. Zwei aufeinander folgende Verschmelzungen in demselben Ent- 
wicklungskreis: normale Gametenverschmelzung und Endokaryogamie. 

W. H e r t e r (Tegel). 

Moreau, M. et Mme F., Les corpuscules metachromatiques et 
la phagocytose. (Bull. Soc. Myc. France. T. 29. 1913. p. 170—173.) 

Verff. konnten das Vorhandensein von metachromatischen Kijrperchen 
in einer groBeren Anzahl von neuen Fallen feststellen, und zwar in den Endo- 
phyten der Orchideen, in den Hyphen und Mycelfaden, welche die Perithecien 
von Sphaerotheca Castagnei tiberziehen, in den gesunden und 
vollig intakten Hyphen und Fruktifikationsorganen der Uredineen, in den 
Zygosporen von Mucorineen usw. Diese Befunde sprechen gegen die An- 
nahme, daB die metachromatischen Korperchen die Uberbleibsel der Phago¬ 
cytose der Mycelhyphen durch die Wirtszellen sind. Es ist ebenfalls die 
Ansicht zu verwerfen, daB zwischen dem Vorhandensein der metachromati¬ 
schen Korperchen und dem Lebenszustand der Zelle eine Beziehung besteht. 

L a k o n (Tharandt). 

Kossowicz, Alexander u. droller, Leopold von, Rhodanverbindun- 
gen (Schwefelcyanverbindungen) als Kohlenstoff- 
Stickstoff- und S c h w e f e 1 q u e 11 e fiir Schimmel¬ 
pilze, SproBpilze (Hefen) und Bakterien: 1. Mit- 
teilung. Verhalten der Schimmelpilze zu Rhodan- 
verbindungen. I. (Zeitschr. f. Garungsphysiol. Bd. 2. p. 59.) 

Botrytis Bassiana, Penic. glaucum, Mucory Boi- 
din, Cladosporium herbarum, Phytophthora in- 
festans, Penicilium brevicaule, Aspergillus glau- 
cus, Aspergillus niger, Isaria farinosa und Fusi- 
s p o r i u m vermogen Rhodanverbindungen als Stickstoffquelle und Schwefel- 


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78 


Schimmelpilze etc. 


quelle, nicht aber als Kohlenstoffquelle zu verwerten. Schwefel wird hierbei 
nicht abgeschieden. Mucor Boidin entwickelt in rhodanhaltigen Nahr- 
losungen Schwefelwasserstoff, eine Erscheinung, die bei Aspergillus 
n i g e r und Aspergillus glaucus nur ausnahmsweise beobachtet 
wurde. Auch in 10-proz. Rhodanlosung koramen die zehn obengenannten 
Pilze zur Entwicklung und erfahren keine Abtotung, doch iibt schon ein Ge- 
halt der Nahrlosung von 0,5 KCNS auf diese Pilze eine Entwicklungshem- 
mung aus. Kossowicz. 

Celakovsky,Lad.Fr., Weitere Beitrage zur Fortpflanzungs- 
physiologie der Pilze. (Sitzungsber. d. kgl. bohm. Gesellsch. 
d. Wissensch. in Prag, math.-nat. Kl. St. VIII. p. 1—55.) 

Mucor racemosus wurde gezwungen, seine Hyphen in Paraffinol 
auszubreiten; es trat Zweigbildung, ohne Fruktilikation, ein. Die Ursache 
ist der Transpirationsmangel. Die Mehrzahl der Pilze, auch die Schimmel¬ 
pilze, hat Fortpflanzungsorgane, die dem von einer Transpiration scheinbar 
unabhangigen Lufttypus angehbren, was daran zu erkennen ist, daB stets die 
besagten Luftorgane sich auch entwickeln, wenn man die umgebende Atmo- 
sphare bei konstanter Temperatur dampfgcsattigt halt. Dieser biologische 
Typus ist ein s t r e n g e r oder obligater, wenn die mannigfaltigen 
Fortpflanzungsorgane nur in der Luft (nicht in einem wasserhaltigen Medium) 
entstehen, oder er ist ein f a k u 11 a t i v e r Lufttypus, wenn dieselbe 
Fortpflanzungsart annahernd ebensogut innerhalb einer Nahrlosung wie 
auBerhalb derselben sich entwickeln kann. Es gibt aber auch Ubergange. 
Wahrcnd ihres normalen Wachstums senden viele Pilzarten nur sterile Hyphen 
ins trockene Paraffinol, um hier spater in schwachem Grade zu fruktifizieren. 
Die im Vergleich zur Luft so gesteigerte Hyphenproduktion im Paraffinol 
laBt sich nicht abschaffen durch Zucht auf sehr verdiinnten Nahrlosungen, 
durch Zucht bei niedriger Temperatur, durch Verdrangung der Luft des 
KulturgefaBes durch Sauerstoff. Leitet man die Hyphen in starke Emul- 
sionen von Wasser im Paraffinol, so wird die Fruktifikation unterdriickt. 
Dies trat bei alien studierten Pilzarten stets und auch dann ein, wenn man 
plotzlich reines Wasser (statt der Nahrlosung) nahm. Doch geniigten einmal 
sehr schwache Emulsionen, das andere Mai waren sehr starke notig, um die 
Fortpflanzung zu hindern. Es kann also unter gewissen Umstanden die auBer¬ 
halb des wasserhaltigen Substrates allein mogliche Fortpflanzung von einer 
Transpiration oder einem sie unter Umstanden ersetzenden Wasserverlust 
(im trockenen Paraffinol) unabhangig sein. Dies untersucht Verf. des Naheren 
bei den drei Pilzen Mucor mucedo (L.), Aspergillus clava- 
tus Desm., Sterigmatocystis nigra v. Tiegh. Hier zeigte sich 
stets weitgehende Unabhangigkeit der Fruktifikation von der Emulsions- 
starke, speziell in jenen Fallen, wo zuletzt nur aqua destillata vorlag. Die 
ersten Stielanfange werden bei alien drei Pilzen an Wasserhyphen angelegt. 
Die Stiele entwickeln sich nur dann weiter, wenn sie dem Wasser entruckt 
werden. Nur die Anwesenheit des tropfbar fliissigen Wassers im Nahrmedium 
halt die Weiterausbildung der Stiele hintan. Die Ursache der Entstehung 
eines Stielansatzes liegt im Nahrstoffverbrauch oder -Entzug, manchmal auch 
in den obwaltenden Sauerstoffverhaltnissen. Beim genauen Studium der ge- 
nannten drei Pilze (submerse Kultur, Uberfuhrung in aqua destillata oder 
in Salzlosungen, das Einwachsen aus Wasser in feuchte Luft oder trockenes 
bzw. feuchtes Paraffinol usw.) zeigte sich immer, daB vom Wasser ein die 


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Schimmelpilze etc. 


79 


Fortpflanzung hemraender EinfluB ausgeht, der nur beseitigt wird, wenn die 
Stiele in wasserfreie oder wasserarme Medien einwachsen. Fur den Hem- 
mungserfolg in der Paraffinolemulsion ist die geringere Viskositat des Ols 
und die davon abhangige leichte Beweglichkeit der Tropfchen sehr wesent- 
lich. Infolge der transpiratorischen und sekretorischen Wasserabgabe nimmt 
der Turgor ab. Die das Wasser verlassenden Stiele konnen sich von einer 
Transpiration unabhangig weiter entwickeln, indem sie wahrscheinlich durch 
Guttation dazu gereizt werden. Reizauslosend wird letztere besonders dort, 
wo die Transpiration im dampfgesattigten Kaum unmoglich stattfinden 
kann. Matouschek (Wien). 

Stadel, 0., tlber einen neuen Pilz, Cunninghamella Berthol- 
letiae. [Dissert.] 8°. 35 pp. Kiel (Liidtke & Martens) 1911. 

Auf einer aus Brasilien stammenden, verschimmelten ParanuB wurde 
in Kiel eine neue Mukorinee gefunden. Verf. beschreibt den Pilz als 
Cunninghamella Bertholletiae. 

Die Fortpflanzung der neuen Cunninghamella erfolgt durch 
Konidien und Gemmen. Letztere entstehen fast ausschlieBlich in flussigen 
Nahrmedien. Besonders lebhafte Gemmenbildung tritt bei Ernahrung durch 
Fette ein. Die Konidienbildung hort in Glukose schon bei 50 Proz., in 
Glyzerin bei 10 Proz. auf, wahrend das Wachstum erst bei 60 Proz. Glukose- 
gehalt oder 25 Proz. Glyzeringehalt eingestellt wird. Gegen Sauren zeigt 
sich der Pilz wenig empfindlich. Er fruktifiziert noch auf 1 Proz. Apfel- 
und Zitronens&ure; Mycelentwicklung findet noch bei starkerer Aziditat 
statt. Bei Sauerstoffmangel sterben die C.-Mycelien ab; die Sporen ver- 
mogen nicht an aero b zu keimen. Im Dunkeln entwickelt sich C.-Ber¬ 
tholletiae besser als im Tageslicht. Erhohung der Transpiration hat 
Verminderung der Mycelentwicklung und Forderung der Fruktifikation zur 
Folge. 

In Scheiben geschnittene Paraniisse werden von dem Pilz nur dann 
angegriffen, wenn die Samen vorher durch Hitze getotet worden sind. 

Auf olhaltigem Agar entwickelt sich der Pilz am besten bei 5 Proz. 
Olgehalt. Von den untersuchten Schimmelpilzen gediehen nur einige 
Askomyceten gut auf fetten Olen; auf fettsauren Salzen entwickelten sich 
auBer Cunninghamella nur Mucor racemosus und Aspergillus 
W e n t i i. 

Konidientrager des Pilzes in verschiedener VergroBerung sind abgebildet. 

W. Herter (Porto Alegre). 

Sumstine, D. R., Studies in North American Hyphomy- 
c e t e s. II. (Mycologia. Vol. 5. 1913. p. 45.) 

Verf. gibt in der vorliegenden Arbeit einen mit BestimmungsschlUsseln 
versehenen tlberblick iiber die Oosporeae Nordamerikas; fiir jeden 
Pilz wird die Diagnose angegeben. 

Auf faulendem Holz kommen Oidium a u r e u m , O. simile, O. m e - 
galosporum und O. m u r r i 11 i a e n. sp. vor. Zur Gattung Oospora wer¬ 
den die M o n i 1 i e n gerechnet, so Oospora fructigena, O. cinerea, 
O. cerasi, O. linhartiana, 0. fungicola, 0. arthuri (Monilia 
Candida) und 0. martinii. Fiir Oidium lactis wird die neue Gattung 
Oosporoidea aufgestellt. Zu der neuen Gattung Toruloidea werden ver- 
schiedene Oosporen gerechnet, so OoBpora nicotianae, 0. tulipiferae 
und O. candidula; auQerdem gehoren zu dieser Gattung die neuen Arten Toru¬ 
loidea effusa und T. unangistii. Ferner werden aufgezahlt P o 1 y s c y - 
talum cylindroides, P. sericeum, Geotrichum candidum. 


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80 


Sohimmelpilze etc. 


G. cuboideum (Oospora cuboidea) und Mai branchea pulvera- 
cea (Monilia pulveracea). 

Die Gattung Acrosporium Nees., welche die Konidienformen 
von Erysiphaceen umfaBt, wird Verf. spater ausfiihrlicher behandeln. Es 
steht nicht im Einklang mit den Nomenklaturregeln und ist auBerdcm hochst 
unzweckmaBig, wenn Verf. neue Namen fur die Konidienformen einfiihrt, 
zu denen bereits Perithecien bekannt sind; so ist es z. B. uberfliissig, die 
Konidien von Erysiphe graminis Acrosporium hyalin a 
zu nennen, die Konidien von Uncinula necator Agrosporium 
t u c k e r i usw. Als neue Spezies wird Acrosporium gossypii 
beschrieben; zu diesem Pilz sind noch keine Perithecien bekannt. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Moreau, F., Sur une nouvelle espece d’Aedocephalum. 
(Bull. Mycol. France. T. 29. 1913. p. 239—241. 1 Fig.) 

Verf. fand auf einem auf Elephantenmist wachsenden Dicotyledonen- 
keimling einen zu den Cephalosporeen(Mucedineae-Hyalo- 
s p o r e a e) gehorenden Pilz. Der Pilz konnte als eine neue Art von A e d o - 
cephalum erkannt werden; er erhalt den Namen Aed. longi- 
sporum. Die Diagnose lautet: 

„Hyphae steriles repentes, parcae; fertiles erectae, in fasciculi speciem, pallide 
virentes, simplices, V 4 mm. longere, apice inflatae; visicula non areolata. Conidiae hya- 
linae, longissimae, cylindraceac, 60—60 p. longae, 4 p. diam. Hab.: in plantula ex fimo 
elephantis. Paris. “ 

L a k o n (Tharandt). 

Bertrand, G., Sur le role capital du manganese dans la 
formation des conidies de 1 ’ Aspergillus niger. 
(Compt. rend. Acad. Scienc. Paris. T. 154. p. 381—383.) 

Nach Raulin, Sauton, Javillier und Verf. erscheinen die 
schwarzen Konidien von Sterigmatocystis in solchen Nahrlosungen, 
die Eisen ohne Zink oder Eisen mit Zink enthalten. Sie erscheinen aber nicht, 
wenn man nur Zink einfiigt, kommen aber zum Vorschein, wenn weder Eisen 
noch Zink in dem Substrate vorkommt. — Mangan ist auch ein ernahrendes 
Element, das synergetisch fiir die Bildung und das Wachstum der Konidien 
wirkt. Ist das Element reichlicher vorhanden, so bilden sich die schwarzen 
Konidien normal aus, deren Zalil allerdings deshalb bcschrankt ist, weil der 
sie erzeugende Thallus selbst wenig entwickelt ist. 

Matouschek (Wien). 

Breslauer, A., A propos du dimorphisme sexuel des 
Mucorinees. (Bull. Soc. bot. Geneve. S6r. II. T. 4. p. 228—237.) 

Die Progameten entstehen auch auf dem heterothallischen M u c o r 
h i e m a 1 i s Wehm. dadurch, daB Mycelaste sich zufallig beriihren. Aus 
den an dieser Stelle entstehenden Knotchen entstehen die Progameten. Kul- 
turversuche belehren uns, daB die Anwesenheit eines Extraktes oder die von 
Zcllresten eines Geschlechts im Nahrsubstrate des anderen den letzteren 
nicht im Wachstum becinflussen. Ferner erfolgt bei der -f-Form die Absorp¬ 
tion (bei alien Versuchen mit Kohlehydraten) leichter als bei der —Form. 

Matouschek (Wien). 

Vuillemin, P., Repartition de Gonatobotrytidae entre 
les Conidiospores et les Blastospores. (Bull. Soc. 
bot. France. 58. p. 164—170.) 

Nur die Gattung Gonatobotrys Corda (mit dem Typus G. sim¬ 
plex Cda. 1839) in der Familie der Gonatobotrydeen entwickelt Konidien. 


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Sohimmelpilze etc. 


81 


Die Gattung Oedocepbalum wird zu den Botrytiden gestellt. 
Die Gattung Gomphinaria PreuB 1851 muB als gutes Genus an die 
Seite von Gonatobotrys gesetzt werden. Gonatobotryum 
und Stachybotrys sind in die Sektion der Pheosporeen der 
Verticilliaceen zu stellen. Nematogonum ist zu Physo- 
8 p o r a zu stellen. Die Gattung Gonatorrhodiella verbindet 
Nematogonum mit Hormodendron und mit Cladospo- 
rium. Matouschek (Wien). 

Bainier, G., Mycotheque de 1’ £ c o 1 e de Pharmacie. XXXII. 

(Bull. Soc. Mycol. France. T. 26. p. 384—389. PI. XXL) 

Auf nassem Stroh fand Verf. einen Pilz, der eine neue Art der Mucedi- 
neengattung G1 i o c 1 a d i u m darstellt. Er gibt ihm den Namen G. 
prolificum Bain. n. sp. In kunstlichen Kulturen gezogen, bildet der 
Pilz zuerst Konidien von verschiedener Form und Grofie (gewohnlich ei- 
formig 4,2 p. u. 6,3 (*); spSter bildet er auch Perithecien. Dieselben tragen 
je 8 Ascosporen mit einer dicken, warzenformig verdickten Membran und 
von einem Durchmesser von 25—28 p. L a k o n (Tharandt). 

Sommerstorff, Hermann, Ein Tiere fangender Pilz. (Zoo- 

phagus insidians n. gen., n. sp.) (Osterr. botan. Zeitschr. Bd. 61. 

p. 361—373. M. 2 Taf.) 

Einen sonderbaren Pilz fand Verf. zu Gratwein in Steiermark (Tiimpel), 
sparlich zwischen Cladophora in stehendem Wasser teils frei, teils 
epiphytisch auf dieser Alge, diese in langen Windungen umschlingend. Das 
Plasma im Mycel ist in lebhafter Bewegung. An den Kurzhyphen bleiben 
diverse Rotatorien hangen; direkte Beobachtung liegt vor. Heftig schlagen 
sie mit dem Schwanze, nach % Stunde werden sie bewegungslos. Wie werden 
diese Tierchen gefangen? Nur eine Klebewirkung auf einen bestimmten Reiz 
ist anzunehmen, da Infusorien z. B. nicht hangen bleiben. Jedenfalls hangt 
die Reizung mit der spezifischen Beschaffenheit der Mundoffnung der Tiere 
zusammen. Normalerweise bekommt das Radertierchen die Spitze der Kurz- 
hyphe in die Mundoffnung, erstere ist mit Schleim iiberzogen. Ist dies ge- 
schehen, so wachst die Kurzhyphe sehr rasch ins Innere des Tieres hinein. 
Aber nur ein Stuck weit, denn dann bildet sich ein Haustorium, das aus ver- 
zweigten Schlauchen besteht und die Resorption des Tieres herbeifiihrt. 
Zuerst treten im gefangenen Tiere Oltropfchen auf, die bald in Brown sche 
Bewegung geraten. Die resorbierte Nahrung wird zu vegetativem Wachs- 
tume der Langhyphen verwendet. In den Asten des Haustoriums zeigt sich 
aber nur Plasma, wenn groBere Rotatorien, z. B. S a 1 p i n a, gefangen wur- 
den. Plasmastromung ist da nicht zu sehen. Diese durch die groBeren Tier¬ 
chen hindurch wachsenden Schlauche samt ihren Verzweigungen sind von 
dem vegetativen Myzel des Pilzes durch ihr doppelt so weites Lumen, durch 
Kriimmung und Verastelung ganz verschieden. Es mag sich da um einen 
Fortpflanzungsvorgang vielleicht handeln. Eine Schwarmerbildung wurde 
nicht gesehen. Ein reiner Saprophyt ist der Pilz, der zu den Phycomyceten 
gestellt wird, sicher nicht, da er wie eine Alge in reinem Wasser lebt. Die 
langen Mycelstiicke, die ganzlich frei von Tieren sind, zeigen an, daB die 
saprophytische Emahrung nicht ganz verloren gegangen ist. Verf. vergleicht 
seinen Pilz, der auch spater in Bassins des botanischen Gartens zu Graz ge- 

Zweite Abt. Bd. 42 6 

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82 


Scliimmelpilze etc. — Kolloide. 


funden wurde, mit Arthrobotrys oligospora Zopf 1888 beztig- 
lich der Lebensweise. 

Die Studien werden fortgesetzt. Matouschek (Wien). 

Blakeslee, A. F., Conjugation in the heterogamic Genus 
Zygorhynchus. (Mykol. Centralbl. Bd. 2. 1913. p. 241—244, Tab.) 
Der Zweck der kleinen Arbeit ist, von Zygorhynchus hetero¬ 
gam u s und M o e 11 e r i aufeinanderfolgende Stadien der Zygosporen- 
bildung nach Zeichnungen am lebenden Objekt zu geben. Die Kultur befand 
sich in einer Glaskamera. Einzelne junge Stadien wurden bezeichnet und nun 
die sich ergebenden Zustande gezeichnet. Die Zeichnungen umfassen alle 
Stadien vom ersten Anfang bis zur Fertigbildung der Zygospore. 

G. L i n d a u (Berlin). 

Moreau, F., Sur la reproduction s e x u 6 e de Zygorhyn¬ 
chus Moelleri Vuill. (Compt. rend. Soc. Biol. Paris. T. 73. p. 14.) 
Die beiden ungleichen Gametangien kopulieren nach gegenseitiger An- 
einanderlegung und die Kerne gruppieren sich zu zweien, um dann zu ver- 
schmelzen. Gruber meint, dab das kleinere Gametangium 9 sei, also 
dab hier zum ersten Male eine wirkliche geschlechtliche Differenzierung der 
Kopulationszweige stattfande. Doch ist der Verf. gegen diese Auffassung, 
da es sonst zu keiner scharfen Umgrenzung der Mucorineen kame, wenn 
Grubers Ansicht richtig ware. Matouschek (Wien). 

GroBmann, H., The occurrence of Zygorhynchus Moelleri 
in Michigan. (13. Report of the Michigan Acad, of Science. 1911/12. 
p. 204—207.) 

Die Pilzart wurde auch aus Erdproben in Michigan reingeztichtet. Die 
Kulturmedien waren folgende: 1. KH 2 P0 4 , Ca(N0 3 ) 2 , MgS0 4 , C e H 22 0 # mit 
2 Proz. Agar (oder 30 Proz. Gelatine) mit 11 aqua destillata. 2. Beefextrakt 
und Gelatine. In beiden Fallen bildeten sich eine Unzahl von Zygosporen, 
doch nur eine beschrankte Zahl von Sporangien. An Hand von Abbildungen 
bespricht Verf. bis ins Detail die Bildung der Vermehrungsorgane. 

Matouschek (Wien). 

Gu6guen, Developpement de l’appareil conidien et 
synonymie de l’Hemispora stellata Vuillemin. 
(Compt. rend, de la Soc. de Biol. Paris. T. 73. p. 32—34.) 

Da in alten Kulturen dieses we it verbreiteten Pilzes eine Unterscheidung 
zwischen den Protokonidien und den Deuterokonidien nicht moglich ist, ist 
diese Pilzart von 0 o s p o r a nicht mehr zu trennen. Es gehort wohl hierher 
auch Torula epizoa Corda. Matouschek (Wien). 

Bechhold, H., Die Kolloide in Biologie und Medizin. 
XII -f 441 pp. m. 62 Abb., mehr. Tabell. u. 2 Taf. Dresden (Th. Stein- 
kopff) 1912. Preis M 14.—, geb. M 15.50. 

Verf. hat sich die Aufgabe gcstellt, die auberordentliche Bedeutung der 
Kolloidforschung fiir die Biologie und Medizin zu schildern, jenes jiingsten 
Zweiges der Naturforschung, von dem behauptet werden darf, dab er eben zur 
rechten Zeit emporwuchs, einen neuen Weg weisend, der uns vielleicht der 
Losung des letzten Problems aller Biologie, des Problems vom Wesen des 
Lebensprozesses zu fiihren vermag, — zu einer Zeit gerade, wo einsichtige 


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Kolloide. 


83 


Biologen erkannten, daB die bisherige Chemie unsere Erkenntnis in dieser 
Richtung zu vertiefen nicht imstande sein wird. Die Kolloidforschung erst 
hat die methodologische Grundforderung erfiillt: sie begann die chemischen 
und physikalischen Eigenschaften der organischen Materie unter moglichst 
nattirlichen Bedingungen zu studieren, ohne sie, wie die Chemie (s. s.), erst 
tief eingreifenden, sie in ihrem Wesen zerstorenden Prozeduren zu unterwerfen. 

Wie die Probleme der Biologie (im weitesten Sinne) im Lichte der Kolloid¬ 
forschung sich darstellen, versucht nun der Verf. in einer, jedem wissenschaft- 
lich, wenn auch nicht speziell chemisch geschulten Biologen (Mediziner, Zoo- 
logen und Botaniker) verstandlichen Weise zusammenfassend vorzutragen. 
Dafur, ferner fur die auBerordentlich zu eigenem weiteren Mitarbeiten am 
Bau der jungen Wissenschaft anregende Behandlung der chemisch-physi- 
kalischen Grundlagen, fiir die eingehende, instruktive Einfiihrung in die 
Arbeitsmethoden, fiir die sehr ausflihrlichen Literaturzitate kann die biolo- 
gische Welt dem Verf. nicht dankbar genug sein. Sein Buch macht das 
Einarbeiten in die nun fiir uns so wichtige Materie leicht; es wird ein Pionier 
sein fiir die Verbreitung der kolloidchemischen Erkenntnisse, so daB zu hoffen 
steht, daB die unter den giinstigsten Auspizien, im Institut des groBten Bio- 
chemikers: P. Ehrlichs, — diesem und T h. N e u b ti r g e r ist sie ge- 
widmet, — entstandene Arbeit in ganz besonderem MaBe die Befruchtung 
der biologischen Forschungen auf alien Gebieten mit kolloidchemischen 
Gesichtspunkten fordern und in diesem Sinne Epoche machen wird. 

Verf. hat die Behandlung des Stoffes in vier Abschnitte geteilt: I. Ein¬ 
fiihrung in die Kolloidforschung. In Kap. I—VII werden Wesen der Kolloide, 
das Problem der Grenzflachen, TeilchengroBe, osmotischer Druck, Leitfahig- 
keit, Bewegungserscheinungen (Brown-Zzigmondysche Bewegung, 
Diffusion usw.), die Formbestandigkeit der Kolloide, ihre optischen und 
elektrischen Eigenschaften und endlich (sehr eingehend) die Methoden der 
Kolloidforschung abgehandelt. 

Der II. Abschnitt ist der naheren systematischen Charakterisierung der 
Biokolloide: Kohlehydrate, Lipoide, EiweiBkorper (Kap. VIII—X) und 
dann in Kap. XI—XIII der kolloidchemischen Betrachtung der Nahrungs- 
und GenuBmittel, der Enzyme und der Immunitatsreaktionen gewidmet. 
Der III. Abschnitt gibt eine Darstellung des Organismus als kolloidales 
System und analysiert unter diesem Gesichtspunkte in Kap. XIV—XXI 
Stoffverteilung und Stoffwechsel (Wasserbewegung in Tier und Pflanze), 
Formbildung und Formveranderung, Wachstum und Entwicklung, die ele- 
mentaren Differenzierungen der Zelle, — Protoplasma, Zellkern und Zell- 
haut, — die Bewegungen der Organismen, Blut, Atmung, Kreislauf, Re¬ 
sorption, Sekrete und Exkrete, die Nervenerregung und endlich das Verhalten 
und die physiologische Bedeutung des Integumentes in kolloidchemischer 
Hinsicht. 

Der IV. (letzte) Abschnitt wiirdigt wichtige Phanomene aus dem Gebiete 
der Toxikologie und Pharmakologie, ferner in sehr interessanter und an- 
regender Weise die Rolle der kolloidchemischen Vorgange in der mikro- 
skopischen Technik (Mazeration und Isolation, Fixieren und Harten, 
Farben usw.). 

Ein Autorregister mit kurzer Zitierung der betreffenden Publikationen 
sowie ein sorgfaltig gearbeitetes Sachregister machen den SchluB. 

Es sind in dieser Zeitschrift oft genug von den Mitarbeitern, sowohl 
bei der Behandlung garungsphysiologischer und pflanzenpathologischer, 

6 * 

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84 


Stoffwechsel, Atmung etc. 


wie bei der Verfolgung landwirtschaftlich-technologischer Probleme, kolloid- 
chemische Ideen angeschnitten worden, fiir die nahere Erforschung der Pre¬ 
disposition und der Stoffwechselstorungen in der Pflanze verspricht die 
junge Kolloidchemie uns in dem MaBe wertvoll zu werden, dab es einer naheren 
Begriindung der Besprechung des B e c h h o 1 d schen Buches — die aller- 
dings nur ganz kurz den Inhalt skizzieren konnte — nicht bedarf. 

Ref. schlieBt daher mit einer warmen Empfehlung des Buches im Sinne 
der oben gemachten Ausfiihrungen. 

M. Wolff (Bromberg-Schrottersdorf). 
Henriques, T., u. Gialdbaek, J. K., Untersuchungen uber die 
Plasteinbildung. II. Mitt. (Zeitschr. f. physiol. Chem. Bd. 81. 
p. 438.) 

In einer friiheren Arbeit (diese Zeitschr. Bd. 71) haben Verff. mitgeteilt, 
daB zugleich mit der bei der Behandlung peptischer Spaltprodukte mit 
Pepsinsalzs&ure im Thermostaten stattfindenden Plasteinbildung eine Ab- 
nahme des formoltitrierbaren Stickstoffs und eine Vermehrung des mit Gerb- 
saure fallbaren Stickstoffs vor sich geht. 

Verff. haben nach ihrer alten Methode die konzentrierte Losung des 
EiweiBspaltprodukts + Ferment im Verhaltnis 1 : 20 mit ausgekochtem, 
destilliertem Wasser vermischt und diese Losung direkt der Formoltitrierung 
unterzogen. Das Ammoniak wurde durch Destination im Vakuum mit me- 
thylalkoholischem Baryumhydroxyd bestimmt. Es hat sich nun zunachst 
gezeigt, daB es sich bei der Wirkung der Pepsinsalzsaure auf Proteine und 
peptische Spaltungsprodukte um einen reversiblen ProzeB handelt, da man 
ihn je nach der Konzentration nach der einen oder anderen Richtung leiten 
kann. Bei starker Konzentration findet eine Plasteinsynthese statt, wSh- 
rend bei starker Verdiinnung der ProzeB wieder zuriickgeht. Auch bei der 
Behandlung peptischer Spaltprodukte mit Trypsin findet eine typische 
Plasteinbildung statt. Hierbei spielen sich wahrscheinlich synthetische 
Prozesse und Proteolyse nebeneinander ab und es scheidet sich Trypsin 
aus. Das Ammoniak ist offenbar nicht an der Synthese beteiligt, da es dabei 
nicht abnimmt. Bei tryptischen Spaltprodukten ist dagegen die Spaltung 
schon zu weit fortgeschritten, um noch synthetische Prozesse zu gestatten. 
Hier ist nur die Proteolyse nachweisbar. Bei der Einwirkung von Pepsinsalz¬ 
saure und Trypsin auf Saurespaltungsprodukte findet ebenfalls eine Plastein¬ 
bildung statt. Alkalispaltungsprodukte dagegen zeigen nur bei Pepsinsalz- 
saurebehandlung eine Plasteinbildung, wahrend Trypsin nur proteolytische 
Prozesse und Tyrosinausscheidung hervorruft. S t r a u B. 

Ivanow, Sergius L., Die EiweiBreservestoffeals Ausgangs- 
produkt des Stoffwechsels in der Pflanze. (Beihefte 
zum Botanischen Centralblatt. Abt. L XXIX. Heft 1. p. 144—158.) 

Fiir die Spaltung der Polypeptide, welche Tyrosin enthalten, bildet 
der Saft der Pilze ein sehr ungeeignetes Beobachtungsobjekt, wahrscheinlich 
infolge der in ihm vorhandenen Fermente, die auf das Tyrosin einwirken 
(Tyrosinase!). — Die meisten Pflanzen der Friihlingsflora spalten die fol- 
genden Dipeptide, mit denen experimentiert wurde, nicht: 1,88-proz. Losung 
von d, 1-Leucylglycin, d, 1-Leucylalanin und Glycyl-l-Tyrosin und endlich 
10-proz. Rohrzuckerlosung. Eine Ausnahme bilden die Zwiebeln und Pilze. 
Das negative Ergebnis berechtigt jedoch nicht zu dem Schlusse, daB den 
untersuchten Pflanzen peptolytische Fermente iiberhaupt fehlen. Auch 


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Stoffwechsel, Atmung etc. — Pulque. — Milch und Molkereiprodukte. 85 


Pankreassaft ist (nach Abderhalden) gegeniiber einer ganzen Zahl 
von Polypeptiden wirkungslos. — Die Invertase kann sich wahrend des 
Winterschlafes der Pflanze in aktivem Zustande befinden. 

Matouschek (Wien). 

Palladin, W. u. Kraule, 6., Zur Kenntnis der gegenseitigen 
Abhangigkeit zwischen EiweiBabbau und Atmung 
der Pflanzen. I. Uber die Wirkung des Sauerstoffs 
der Luft und die Arbeit des p r o t e o ly t i s c h s n Fer¬ 
ments in abgetoteten Pflanze n. (Biochem. Zeitschr. 
Bd. 39. p. 290.) 

Nach den Versuchen der Verff. wird die Autolyse der EiweiBstoffe in 
abgetoteten Pflanzen, welch reich an Atmungschromogen sind, durch den 
Sauerstoff der Luft ungiinstig beeinfluBt; wenn Champignonhiite verwendet 
wurden, so zeigte sich die Autolyse in Wasserstoffatmosphare 15 Proz., bei 
Verwendung von Champignonstielen 34 Proz., bei etiolierten Bohnenblattern 
122 Proz. grdBer als in Luft. Wahrscheinlich findet eine gegenseitige Schadi- 
gung der verschiedenen Fermente statt. Emmerling (Hermsdorf). 

Kayser, £., Influence des humates sur les microorganis- 
m e s. (Compt. rend, hebdom. de l’Acad. d. scienc. Paris. T. 152. p. 1871 
—1873). 

Der Zuckerumsatz durch die „ferments gras“ des Apfelweines wurde 
durch Humat-Zugabe meist deutlich gefordert. Ohne EinfluB blieb diese auf 
den Zuckerumsatz durch Apfelweinhefe. Auch bei Weinhefe war die Wirkung 
nur gering, wahrend der Zuckerumsatz einer Milchsaurebakterie eine erheb- 
liche Beschleunigung erfuhr. Ob Nahr- oder Reizwirkung vorliegt, bleibt un- 
entschieden; bei den Apfelweinfermenten scheint es sich um Nahrwirkung zn 
handeln. L 6 h n i s (Leipzig). 

Michotte, F., L’agave. Culture et exploitation. (L’agriculL 
prat. d. Pays chauds. Ann6e 13. 1913. p. 48, 130.) 

L’auteur Gtudie la production du „pulque“, boisson fermentGe mexi- 
caine. B d6crit la preparation de la levure et la fermentation de la pulpe de 
l’Agave. II indique les soins a prendre et regies k suivre pour produire ce 
liquide fermente, M. donne les proprietes et des analyses du pulque et de 
l’eau de vie de l’agave (vin mezcal, Mexican Gin ou Brandy). La fabrication 
de cette eau de vie est aussi decrite. L’auteur estime que la production de 
l’alcool d’agave a un grand avenir, il entre dans des considerations economi- 
ques en faveur de cette culture, qui conviendrait tres bien pour l’Algerie. 
Comme produit accessoire, il y a la production de fibre d’Agave, les residus 
de fermentation peuvent servir d’engrais. Kufferath (Bruxelles). 

Weigmann und Wolff, Weitere bakteriologische Unter- 
suchungen aus der milchwirtschaftlichen Praxis. 
(Milchwirtsch. Zentralbl. 1912. H. 1, 3, 4 u. 5.) 

Gleichwie in friiheren Jahren, so haben fur 1911 Verff. die Ergebnisse 
ihrer bakteriologischen Untersuchungen von fehlerhafter Milch und daraus 
erhaltenen fehlerhaften Erzeugnissen zusammengestellt. Aus dem reichen 
Material sei folgendes hervorgehoben: Auf einem Gute zeigte sich seit einigen 
Jahren, daB zur Zeit des Weideganges der Rahm nicht richtig sauer werden 
wollte, schlecht abbutterte und die Butterqualitat minderwertig war. Dieser 
tlbergang trat in der Regel mit dem Wechsel von Stall und Weide ein; daB 


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86 


Milch und Molkereiprodukte. 


die Wiese viel Schachtelhalm (Kieselsauregehalt) enthielt, sei noch bemerkt. 
Die eingesandte Probe war normal, ebenso Geschmack und Geruch; auffallend 
war aber, dab bei Zimmertemperatur (September) erst spat und nur schwache 
Saurung eintrat. Die Untersuchung ergab das Fehlen von Saurebildnern, 
dab dagegen sehr viele Alkalibildner, gelbe Kokken und eine geringe Menge 
von peptonisierendem Schimmel vorhanden war. Ob die Anwesenheit grofier 
Mengen des Kieselsaure enthaltenden Schachtelhalmes einen EinfluB au! 
die Bakterienflora der Weide hat, ist nicht angegeben. 

In einer anderen Milch w T ar ein sehr unangenehmer Bitterstoff vor¬ 
handen, welcher sich aus der Beschaffenheit des benutzten Futters nicht 
erklaren liefi; ohne Gerinnen war dieselbe nicht kochbar. Hier wurde ein 
Stamm von B. fluorescens isoliert, welcher einen aufdringlichen 
Geruch nach Daucus carota hervorbringt. Auch in diesem Falle 
fehlten Milchsaurebildner, wahrend Alkalibildner, Coli Aerogenes 
und sporenbildende Erdbakterien in geringer Menge auch hier wieder nach- 
weisbar sind. — Aufsehen erregte eine nach tierischen Eingeweiden riechende 
Milch, die sich nicht buttern liefi und auffallend sufi schmeckte, hier fand 
sich ein die Milch alkalisch machendes Kurzstabchen, welches durch seine 
grofie Menge die Saurebildner uberwucherte. Es schien, daB in diesem Falle 
das ermittelte Kurzstabchen in Verbindung mit B. fluorescens den 
unangenehmen tierischen Geschmack und Geruch hervorbringt. In einem 
zweiten Falle, wo die Milch gleichfalls nach tierischen Eingeweiden roch, 
wurden auch wieder Kurzstabchen, die auf dem N&hrboden hiibsche, ganse- 
blumenartige Kolonien hervorriefen, Alkalibildner, „Bacterium Zop- 
f i i, gelbe Kokken verfliissigende Stabchen und Colibakterien ermittelt. 
Beide ergaben in Reinkultur sterilisierter Milch zugesetzt, einerseits ein siiB- 
liches Aroma, anderseits einen scharfen, ranzig-sauren Geruch und Geschmack. 
Den bitteren Geschmack erzeugte nachgewiesenermafien Proteus. Es 
ergab ferner die gemeinsame Einsaat der isolierten Arten je nach den schwan- 
kenden Mengen der Zusatze auch wechselnde Geruchserscheinung. — Bei 
diesen Untersuchungen konnten Verff. auch den groBen EinfluB des den Kiihen 
zur Unterlage dienenden Streumaterials auf die Flora der Milch ermitteln; 
aus den Mitteilungen ergibt sich, daB im Sommer beim Weidegang die Milch 
recht haufig mit denjenigen Fehlern behaftet ist, die sich aus dem Mangel 
an Milchsaurcbakterien und der Gegenwart grofier Mengen peptonisieren- 
der und alkalische Reaktion verursachende Bakterien ergeben. — Des of- 
teren fand sich Milch mit ranzigem oder salzigem Fett; hier wurde meist 
eine eigenartige Deformation der Fettkiigelchen festgestellt. — Eine sehr 
interessante Beobachtung ergab sich auf einem Besitze, w r o Kiihe von zwei 
verschiedenen Rassen mit gleichem Futter gefiittert ganz ungleich schmek- 
kende Milch lieferten. Diese verschiedenen Milchen wurden langere Zeit 
genau untersucht, viele Bakterienarten (p. 66—68) isoliert und hiervon 
wieder Einsaaten in sterilisierte Milch gemacht, welche die verschiedene 
Einwirkung einer und derselben Bakterienart auf die Milch, insbesondere 
beziiglich des Geschmackes und Geruchs ergaben. Genauer wurden die Stamme 
Aerogenes gepriift, von denen der eine der Milch einen kraftig-sauren, 
der zweite einen aromatisch-sauren und der dritte einen schokolade- oder 
kuchenartigen Geschmack ergab. Alle drei Stamme vergaren kraftig und 
erzeugen einen stallartig-jauchigen Geruch und Geschmack, welcher sich in 
8—10 Tagen immer weiter steigert; ein anderer Stamm roch und schmeckte 
faulig-bitter. 


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Milch und Molkereiprodukte. 


87 


Auf p. 97—100 finden sich eingehende Untersuchungen iiber die Milchen 
von 63 Ktihen aus einem Stalle, welche alle bald nach Ablieferung zu friih- 
ze itig geronnen sind und fast alle eine etwas gelbliche Farbe zeigten. Die 
meisten Proben enthielten vorherrschend B. mycoides, B. mega- 
the rium, einen verfliissigenden, gelblichen Kokkus, ein dem Pseudo¬ 
monas trifolii ahnliches Stabchen und nur wenige Aerogenes- 
Bakterien. Die Milchsaurebakterien waren in mehr oder minder schwanken- 
den Mengen vorhanden. Die ermittelte Anwesenheit recht bedeutender Men- 
gen von Lab und Casease ausscheidenden Bakterien, welche bei einigen 
Proben noch nach dem Gerinnen, bei den anderen aber sicher im Anfang 
eine so groBe war, daB die Milchsaurebakterien im Verhaltnis dazu verschwin- 
den, muBten infolge der produzierten Labmenge zur friihzeitigen Gerinnung 
der Milch fiihren. Die angestellten Untersuchungen ergaben, daB von den 
drei Casease-Bakterienarten namentlich . B. mycoides viel Lab aus- 
scheidet und am raschesten und in grofiter Menge Bodensatz niederschlagt. 
Auch B. fluorescens scheidet viel Lab aus und zwar bei niederer 
Temperatur scheinbar mehr als bei hoherer. Ferner ergab sich, daB je nach 
Vorherrschen von B. mycoides oder B. megatherium eine 
Beeinflussung der Gerinnungsart statt hat, die dann mehr minder fein oder 
grobflockig war. Interessant ist auch die Konstatierung, daB B. fluores¬ 
cens, welcher fur sich allein einen unangenehm esterigen Geruch verur- 
sacht, mit B. mycoides ebenso wie mit Streptococcus lac¬ 
tic u s ein angenehmes Aroma und mit B. megather., B. mycoi¬ 
des und Milchsaurebakterien ein kasiges Aroma bildet. Bewiesen wurde 
auch bei den Untersuchungen, daB B. mycoides sich dem B. mega¬ 
therium gegenuber durch Ausscheidung einer groBeren Labmenge im 
Verhaltnisse zur Casease auszeichnet. B. mycoides dttrfte also wohl 
zu denjenigen Bakterien gehoren, welche sowohl ein friihzeitiges wie auch 
ein kasiges Gerinnen verursachen, in kaum geringerem MaBe ist das wohl 
bei dem in Milch wie iiberhaupt in der freien Natur noch viel haufiger vor- 
kommenden B. fluorescens der Fall. — Verff. hatten Gelegenheit, 
noch eine weitere, ganz ahnliche Untersuchung auszufiihren, bei welcher 
sich das Verhalten von kraftig peptonisierendeir Bakterien zu Milchsaure¬ 
bakterien, diesmal nicht nur Streptococcus lactic., sondern auch 
Milchsaurelangstabchen zeigte. Hierbei war die peptonisierende Bakterie 
ebenfalls ein Sporenbildner, welcher seinen kulturellen Merkmalen nach dem 
nicht sporenbUdenden Proteus sehr ahnelt; sehr interessante Einzel- 
heiten sind auf S. 129—130 einzusehen. Alle derartigen Milchproben be- 
saBen einen angenehmen, fleischextraktahnlichen Geruch und Geschmack, 
der aber auch schwach kasig ist und bei Anwesenheit von Milchsaurelang¬ 
stabchen sich noch steigert, wShrend Milchsaurestreptokokken den Ge¬ 
schmack etwas saurer gestalten und den Fleischextraktgeschmack zuriick- 
drangen. Nach den Erfahrungen der Verff. scheint ein friihzeitiges Gerinnen 
der Milch dann einzutreten, wenn die Casease-Bakterienarten besonders 
viel Lab ausscheiden und die Milchsaurestreptokokken in nicht zu geringer 
Menge anwesend sind. 

Auch Milch in Dosen kam, jedoch meist in verdorbenem Zustande, zur 
Untersuchung, wobei sich die schon friiher gemachte Beobachtung, daB der 
ver&nderte Klang der Dosen ein Zeichen des Verderbens sei, bestatigte. 
Die bakteriologische Untersuchung ergab, daB nicht mangelhafte Sterili¬ 
sation, sondern Undichtigkeit der Ldtung schuld daran sei; man fand Milch- 


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86 


Milch und Moikereiprodukte. 


die Wiese viel Schachtelhalm (Kieselsauregehalt) enthielt, sei noch bemerkt. 
Die eingesandte Probe war normal, ebenso Geschmack und Geruch; auffallend 
war aber, daB bei Zimmertemperatur (September) erst spat und nur schwache 
Saurung eintrat. Die Untersuchung ergab das Fehlen von Saurebildnern, 
daB dagegen sehr viele Alkalibildner, gelbe Kokken und eine geringe Menge 
von peptonisierendem Schimmel vorhanden war. Ob die Anwesenheit groBer 
Mengen des Kieselsaure enthaltenden Schachtelhalmes einen EinfluB auf 
die Bakterienflora der Weide hat, ist nicht angegeben. 

In einer anderen Milch war ein sehr unangenehmer Bitterstoff vor¬ 
handen, welcher sich aus der Beschaffenheit des benutzten Futters nicht 
erklaren lieB; ohne Gerinnen war dieselbe nicht kochbar. Hier wurde ein 
Stamm von B. fluorescens isoliert, welcher einen aufdringlichen 
Geruch nach Daucus carota hervorbringt. Auch in diesem Falle 
fehlten Milchsaurebildner, wahrend Alkalibildner, Coli Aerogenes 
und sporenbildende Erdbakterien in geringer Menge auch hier wieder nach- 
weisbar sind. — Aufsehen erregte eine nach tierischen Eingeweiden riechende 
Milch, die sich nicht buttern lieB und auffallend suB schmeckte, hier fand 
sich ein die Milch alkalisch machendes Kurzstabchen, welches clurch seine 
groBe Menge die Saurebildner iiberwucherte. Es schien, daB in diesem Falle 
das ermittelte Kurzstabchen in Verbindung mit B. fluorescens den 
unangenehmen tierischen Geschmack und Geruch hervorbringt. In einem 
zweiten Falle, wo die Milch gleichfalls nach tierischen Eingeweiden roch, 
wurden auch wieder Kurzstabchen, die auf dem Nahrboden hiibsche, ganse- 
blumenartige Kolonien hervorriefen, Alkalibildner, „Bacterium Zop- 
f i i, gelbe Kokken verfliissigende Stabchen und Colibakterien ermittelt. 
Beide ergaben in Reinkultur sterilisierter Milch zugesetzt, einerseits ein siiB- 
liches Aroma, anderseits einen scharfen, ranzig-sauren Geruch und "Geschmack. 
Den bitteren Geschmack erzeugte nachgewiesenermaBen Proteus. Es 
ergab ferner die gemeinsame Einsaat der isolierten Arten je nach den schwan- 
kenden Mengen der Zusatze auch wechselnde Geruchserscheinung. — Bei 
diesen Untersuchungen konnten Verff. auch den groBen EinfluB des den Kiihen 
zur Unterlage dienenden Streumaterials auf die Flora der Milch ermitteln; 
aus den Mitteilungen ergibt sich, daB im Sommer beim Weidegang die Milch 
recht h&ufig mit denjenigen Fehlern behaftet ist, die sich aus dem Mangel 
an Milchsaurebakterien und der Gegenwart groBer Mengen peptonisieren- 
der und alkalische Reaktion verursachende Bakterien ergeben. — Des of- 
teren fand sich Milch mit ranzigem oder salzigem Fett; hier wurde meist 
eine eigenartige Deformation der Fettkiigelchen festgestellt. — Eine sehr 
interessante Beobachtung ergab sich auf einem Besitze, wo Kiihe von zwei 
verschiedenen Rassen mit gleichem Futter gefiittert ganz ungleich schmek- 
kende Milch lieferten. Diese verschiedenen Milchen wurden langere Zeit 
genau untersucht, viele Bakterienarten (p. 66—68) isoliert und hiervon 
wieder Einsaaten in sterilisierte Milch gemacht, welche die verschiedene 
Einwirkung einer und derselben Bakterienart auf die Milch, insbesondere 
beziiglich des Geschmackes und Geruchs ergaben. Genauer wurden die Stamme 
Aerogenes gepriift, von denen der eine der Milch einen kraftig-sauren, 
der zweite einen aromatisch-sauren und der dritte einen schokolade- oder 
kuchenartigen Geschmack ergab. Alle drei Stamme vergaren kraftig und 
erzeugen einen stallartig-jauchigen Geruch und Geschmack, welcher sich in 
8—10 Tagen immer weiter steigert; ein anderer Stamm roch und schmeckte 
faulig-bitter. 


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Milch und Molkereiprodukte. 


87 


Auf p. 97—100 finden sich eingehende Untersuchungen iiber die Milchen 
von 63 Ktihen aus einem Stalle, welche alle bald nach Ablieferung zu friih- 
zeitig geronnen sind und fast alle eine etwas gelbliche Farbe zeigten. Die 
meisten Proben enthielten vorherrschend B. mycoides, B. mega¬ 
therium, einen verfliissigenden, gelblichen Kokkus, ein dem Pseudo¬ 
monas trifolii ahnliches St&bchen und nur wenige Aerogenes- 
Bakterien. Die Milchsaurebakterien waren in mehr oder minder schwanken- 
den Mengen vorhanden. Die ermittelte Anwesenheit recht bedeutender Men- 
gen von Lab und Casease ausscheidenden Bakterien, welche bei einigen 
Proben noch nach dem Gerinnen, bei den anderen aber sicher im Anfang 
eine so groBe war, daB die Milchsaurebakterien im Verhaltnis dazu verschwin- 
den, muBten infolge der produzierten Labmenge zur friihzeitigen Gerinnung 
der Milch fiihren. Die angestellten Untersuchungen ergaben, daB von den 
drei Casease-Bakterienarten namentlich B. mycoides viel Lab aus- 
scheidet und am raschesten und in groBter Menge Bodensatz niederschlagt. 
Auch B. fluorescens scheidet viel Lab aus und zwar bei niederer 
Temperatur scheinbar mehr als bei hoherer. Ferner ergab sich, daB je nach 
Vorherrschen von B. mycoides oder B. megatherium eine 
Beeinflussung der Gerinnungsart statt hat, die dann mehr minder fein oder 
grobflockig war. Interessant ist auch die Konstatierung, daB B. fluores¬ 
cens, welcher fiir sich allein einen unangenehm esterigen Geruch verur- 
sacht, mit B. mycoides ebenso wie mit Streptococcus lac¬ 
tic u s ein angenehmes Aroma und mit B. megather., B. mycoi¬ 
des und Milchsaurebakterien ein kasiges Aroma bildet. Bewiesen wurde 
auch bei den Untersuchungen, daB B. mycoides sich dem B. mega¬ 
therium gegeniiber durch Ausscheidung einer groBeren Labmenge im 
Verhaltnisse zur Casease auszeichnet. B. mycoides diirfte also wohl 
zu denjenigen Bakterien gehoren, welche sowohl ein friihzeitiges wie auch 
ein kasiges Gerinnen verursachen, in kaum geringerem MaBe ist das wohl 
bei dem in Milch wie iiberhaupt in der freien Natur noch viel haufiger vor- 
kommenden B. fluorescens der Fall. — Verff. hatten Gelegenheit, 
noch eine weitere, ganz ahnliche Untersuchung auszufuhren, bei welcher 
sich das Verhalten von kraftig peptonisierenden Bakterien zu Milchsaure¬ 
bakterien, diesmal nicht nur Streptococcus lactic., sondern auch 
Milchs&urelangstabchen zeigte. Hierbei war die peptonisierende Bakterie 
ebenfalls ein Sporenbildner, welcher seinen kulturellen Merkmalen nach dem 
nicht sporenbildenden Proteus sehr ahnelt; sehr interessante Einzel- 
heiten sind auf S. 129—130 einzusehen. Alle derartigen Milchproben be- 
saBen einen angenehmen, fleischextraktahnlichen Geruch und Geschmack, 
der aber auch schwach kasig ist und bei Anwesenheit von Milchsaurelang¬ 
stabchen sich noch steigert, wahrend Milchsaurestreptokokken den Ge¬ 
schmack etwas saurer gestalten und den Fleischextraktgeschmack zuriick- 
drangen. Nach den Erfahrungen der Verff. scheint ein friihzeitiges Gerinnen 
der Milch dann einzutreten, wenn die Casease-Bakterienarten besonders 
viel Lab ausscheiden und die Milchsaurestreptokokken in nicht zu geringer 
Menge anwesend sind. 

Auch Milch in Dosen kam, jedoch meist in verdorbenem Zustande, zur 
Untersuchung, wobei sich die schon friiher gemachte Beobachtung, daB der 
veranderte Klang der Dosen ein Zeichen des Verderbens sei, bestatigte. 
Die bakteriologische Untersuchung ergab, daB nicht mangelhafte Sterili¬ 
sation, sondern Undichtigkeit der Lotung schuld daran sei; man fand Milch- 


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Milch und Molkereiprodukte. 


saurebakterien, C o 1 i - und Aerogenes und Kokken. Eine schwierige 
Untersuchung rief eine Milch hervor, welche nach dem Sterilisieren nachdickte, 
fast gallertartig wurde und rotbraune Stellen bekam, die sich meist da zeigten, 
wo die Naht der Dose war. Hier war das Lbtwasser die Ursache der Brau- 
nung, dessen Gehalt an Kolophonium den Ubelstand herbeifiihrte, und da 
sich bei genannter Untersuchung zeigte, daB an diesen Stellen die Milch 
auch wesentlich dicker war, so w T urde solches gleichfalls damit in Verbindung 
gebracht. Vollstandig geklart ist diese Erscheinung aber noch nicht. „01ige“ 
Butter scheint, soweit es sich um Reifung in der Rahmtonne handelt, durch 
Zusammenwirken von Hefen, Oidien, Coli-Aerogenes und peptonisierenden 
Bakterien, iiberhaupt bei einer artenreichen Flora zustande zu kommen; 
auch Cladosporien fanden die Verf. Butterproben mit rotlichen und griin- 
lichen bis griinlich-gelben Flecken ergaben als Ursache einmal einen rostroten 
Farbstoff bildendcs peptonisierendes Oidium und einmal einen roten Schimmel- 
pilz, wahrend die griinen Flecke teils von einem griinlich-blaulichen 0 i - 
d i u m in Gemeinschaft mit gelben und rotlich-gelben Kokken herriihrten. 

Den SchluB dieser 1911er Untersuchungszusammenstellung bildet ein 
Artikel iiber fehlerhaften Kase. — In einem Falle waren reifende gelbliche 
und unreife weiBe Stellen sichtbar, die dem Kase ein marmoriertes Aussehen 
gaben, zu bemerken; es fanden sich an den gelblichen Stellen etwa 80 Proz. 
Milchsaurebakterien, auBerdem aber in der Hauptsache die stark gasbilden- 
den Aerogenes - Bakterien und die Hefen, daneben ein auffallend 
stark lichtbrechendes Kurzstabchen. Die weiBen und die unreifen Stellen 
waren dagegen sehr Keimarm und enthielten nur wenige Milchsaurebakterien, 
einen gelblichen peptonisierenden Coccus und das bei den reifen Stellen 
erwahnte lichtbrechende Kurzstabchen, sowie Sarcinen, dagegen keine Hefen 
und keine Aerogenes - Bakterien. Bei einem Stangenkase zeigten sich 
runzelig-mehlig bestaubte Hautfalten, die durch eine Oidium- Art her- 
vorgerufen werden; auf den meisten Nahrboden erzeugte die abgeimpfte 
Art stark bestaubte Kolonien. 

Die von den Verff. mitgeteilten bakteriologischen Jahreszusammenstel- 
lungen werden sicherlich von den Kreisen der Milchinteressenten stets mit 
groBer Anerkennung begruBt werden. R u 11 m a n n (Darmstadt). 

Poppe, K., Uber die Frage der Ubiquitat der Para- 
typhusbazillen in Nahrungsmitteln. (Arch. f. Hyg. 
Bd. 80. 1913. p. 216—227.) 

Der obigem Thema gewidmeten Arbeit sei nur das fur das Vorkommen 
von Paratyphusbazillen in Milch ermittelte Material entnommen. Aus 
einer Zusammenstellung liber die festgestellten Prozentzahlen der positiven 
Bcfunde in einzelnen Nahrungsmitteln ergibt sich, daB in Milch durchschnitt- 
lich 9,4 Proz. Paratyphusbazillen nachgewiesen wurden. Die von Klein 
erhaltene verhaltnismaBig groBe Zahl der positiven Befunde ist deshalb nicht 
vollkommen eindeutig, weil derselbe in etwa 25 Proz. (10 von 39 Proben) 
dadurch zu dem Ergebnisse gelangte, daB er Zentrifugate von Londoner 
Handelsmilch zwecks Priifung auf Tuberkelbazillen Meerschweinchen in- 
jizierte und aus den nekrotischen Herden in der Milz der Versuchstiere den 
Bacillus enteriditis Gartner ziichtete. Da gerade diese Tiere 
spontan an pseudotuberkulosen Veranderungen, die durch Paratyphus¬ 
bazillen verursacht sind, erkranken konnen, so ist bei Verimpfung von der- 
artigem Material nicht zu entscheiden, ob die Versuchstiere nicht schon vor- 


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Milch und Molkereiprodukte. 


89 


her mit Paratyphusbazillen infiziert waren. Gegen ein so haufiges Vorkom- 
men sprechen T i t z e und W e i c h e 1, welche durch Kulturverfahren 
niemals, Uhlenhuth und H ii b n e r, die bei einer Versuchsreihe 
nur in einer und in einer anderen allerdings in 10 Proz. der untersuchten 
Milchproben positive Befunde erhielten. 

Unter Beriicksichtigung der bei Untersuchung der Ubrigen Nahrungs- 
mittel erzielten Ergebnisse und der Epidemiologie des Paratyphus muB un- 
bedingt daran festgehalten werden, daB die Paratyphusbazillen eine so er- 
hebliche Verbreitung in der AuBenwelt als Saprophyten nicht zu- 
kommt, um von einer Ubiquitat sprechen zu konnen. Es sind bei Anwen- 
dung einwandfreier Nachweismethoden die Paratyphusbazillen in unver- 
dorbenen Wurst- und Fleischwaren nicht in so groBer Zahl nachgewiesen 
worden, wie man bis vor einiger Zeit annahm. — Dann ist noch eine wich- 
tige Frage, ob die in einwandsfreien Nahrungsmitteln gefundenen Bakterien 
der Paratyphusgruppe fiir Menschen pathogene Eigenschaften besitzen; die 
Beantwortung dieser Frage hangt mit der Vielseitigkeit der Pathogenitat 
der einzelnen Glieder der Paratyphusgruppe auf das engste zusammen. Gegen 
die Annahme, daB die in unverdorbenen Nahrungsmitteln gefun¬ 
denen Paratyphusbazillen menschenpathogen wirken konnen, spricht auch, 
daB derartige Nahrungsmittel bisher zu einer Erkrankung bei Menschen in 
keinem Falle Veranlassung gaben, wodurch ein weiterer Beweis erbracht 
wird, daB von einem ubiquitaren Vorkommen menschenpathogener Para¬ 
typhusbazillen nicht die Bede sein kann. R u 11 m a n n (Miinchen). 

Kooper, W. D., Sind Alkalitat und „Peroxydase“ der 
Milch identische Begriffe? (Zeitschr. f. Unters. d. Nahr.- 
u. GenuBmittel. Bd. 23. p. 1—13.) 

Entgegen Grimmers 1 ) Hinweisen kommt Verf. auf Grund einiger 
weiterer Versuche mit RothenfuBers Reagens erneut zu einer (nach 
Ansicht des Referenten nicht gerechtfertigten) bejahenden Beantwortung 
der in der Uberschrift aufgeworfenen Frage. Die (natiirlich ebenfalls schwan- 
kende) Alkalitat der Milch wird diskutiert; merkwiirdigerweise ergab sich 
ein annahernder Parallelismus zwischen ihr und dem spezifischen Gewicht 
der Milch. L d h n i s (Leipzig). 

Forcart, M. K., Larosan als Ersatz fiir EiweiBmilch. 
(Munchener med. Wchschr. 1913. p. 1199.) 

Bei der vor Jahren von Finkelstein und Meyer eingefiihrten 
EiweiBmilch wird die Erfahrung verwertet, daB der in der Molke enthaltene 
Milchzucker durch seine Saurebildung den AnstoB zu diarrhoischen Er- 
nahrungsstorungen gibt, das Kaseln dagegen, welches saurehemmend wirkt, 
die Garung verhindert und dadurch einen giinstigen EinfluB auf den Darm 
ausiibt. — Da die Herstellung dieses vorzliglichen Mittels im Privathause 
sehr schwierig ist, so hat sich als Ersatz hierfiir das von Stoltzner ein- 
gefiihrte Larosan als zweckmakig erwiesen; Stoltzner schreibt 
die giinstige Einwirkung der EiweiBmilch zumeist dem hohen EiweiB- und 
Kalkgehalt zu und stellte deshalb Kaselncalcium her, um es in verdiinnter 
Milch aufzulosen. Man gewinnt es durch Zusatz von Essigsaure zu verdunn- 
ter Magermilch, filtriert das ausfallende Gerinnsel ab und lost es in Wasser 

l ) Grimmer, Milchw. Zentralbl. Bd. 7. 1911. p. 395—402; ref. Centralbl. f. 
Bakt. Abt. II. Bd. 32. p. 250. 

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Milch und Molkereiprodukte. — Wasser. 


+ KHO wieder auf, fallt nochmals mit EsBigsaure, lost dann in Wasser, 
welchem auf Kaseln berechnet, 2,5 Proz. Calciumoxydhydrat zugesetzt war, 
auf. Man ist nach endlich gelungenen Versuchen der richtigen Darstellung 
eines pulverformigen Kaseincalciums jetzt in der Lage, leicht diese Larosan- 
losung darzustellen, iiber deren gute Erfolge im Original berichtet wird. 
Es ist hieraus ersichtlich, dab diese Milchmischung auf den Darm eine der 
EiweiBmilch ahnliche Wirkung ausiibt. Rullmann (Mttnchen). 

Nierenstein, M., Contributions to the Chemistry of Ched¬ 
dar Cheese. (Journ. Agric. Science. Vol. 4. p. 225—244.) 

Bisher wurden nur die im Emmentaler sowie im amerikanischen Cheddar- 
kftse wahrend der Reife vor sich gehenden Anderungen etwas eingehender 
erforscht. Verf. beschaftigte sich mit den Stickstoffumsetzungen im eng- 
lischen Cheddarkfise, dessen Verhalten sich besonders in den spateren Rei- 
fungsstadien abwechselnd gestaltet. 

Wie im Emmentaler fanden sich auch im englischen Cheddarkase Kaseo- 
glutin und Tyrokaseln. Von Aminosauren wurden (aus einem 4 Jahre alten 
KSse) isoliert: Glyzin, Alanin, Valin, Leucin, Isoleucin, Phenylalanin, Ty- 
rosin. Serin, Glutaminsaure, Tryptophan, Lysin, Aminobuttersaure, Amino- 
valeriansaure. Arginin und Polypeptide wurden vergeblich gesucht. Putres- 
cin, Cadaverin, wahrscheinlich auch B r i e g e r s Diamin waren nach- 
weisbar. — t)ber die Produkte der einzelnen Reifungsfaktoren (Enzyme, 
Bakterien usw.) soil spater berichtet werden. L 6 h n i s (Leipzig). 

Kolkwitz, R., Die Beziehungen des Kleinplanktons zum 
Chemismus der GewSsser. (Mitteil. a. d. kgl. Prufungsanst. 
f. Wasserversorg. u. Abwasserbeseitig. in Berlin. Heft 14. p. 145—215.) 

Die griindlichste Beantwortung der Frage, inwieweit das Kleinplankton 
ob der weiten Vetbreitung in den Chemismus der Wasser eingreift und zwar 
in der Region des freien Wassers. Unter Kleinplankton versteht der Verf. 
nur die Vertreter der Spalt-, Gelb-, Kiesel- und Griinalgen, ferner die Wimper- 
und GeiBelinfusorien. Vor allem war es notig, die Methoden der Planktologie 
denen der Bakteriologie ahnlich zu gestalten. Dies gilt besonders beziiglich 
des Schopfens der Proben, deren Auszahlung und Einsetzung einer Einheit 
fur den Kubikzentimeter. Dabei kam zum Vorschein, daB oft mehr Algen 
als Bakterien pro Kubikzentimeter Wasser in diesem vorkommen. Unter 
den 200 Proben befanden sich auBer SuBwasser aus diversen groBeren Fliissen 
Deutschlands auch solche aus der Nord- und Ostsee und aus Binnenseen Ober- 
italiens und der Schweiz. Die' gefundenen Organismen werden nach der 
okologischen Seite griindlich studiert. — Verf. unterscheidet (mit M a r s s o n) 
polysaprobe, mesosaprobe a und fi, und oligosaprobe Planktonorganismen. 
Zu den ersteren gehoren solche, welche in Regionen mit Abwassern die Rolle 
von Entfaulern spielen und dabei von den a-mesosaproben Organismen 
unterstutzt werden. Sie leben von Peptonen und ahnlichen Stoffen. Zu den 
a-mesosaproben gehoren jene, die namentlich in den Zonen lebhafter Selbst- 
reinigung sehr gut gedeihen, namentlich auf Kosten der Aminosauren und 
Ammoniakverbindungen der Fettsauren. Zu den a-mesosaproben muB man 
jene rechnen, die in Wassern gedeihen, welche gereinigten Drainwassern 
recht ahnlich sind. Oligosaprobe Wescn leben in reinem Wasser. — Diese 
Organismen insgesamt ncnnt Verf. das Euplankton, zum Unterschiede 


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Waaaer. 


91 


vom Pseudoplankton, das heterogene Bestandteil enthalt z. B. 
Sandkorner, Detritus, Zellulosefasern usw. — Das Literaturverzeichnis ist 
recht brauchbar. Matouschek (Wien). 

Butler, E. J., On Allomyces, a new aquatic Fungus. (Annals 
of Botany. Vol. 25. p. 1023—1034, w. 1 tabl.) 

Der vom Verf. beobachtete neue Wasserpilz (Allomyces arbu- 
s c u 1 a n. g. n. sp.) ist mit Blastocladia verwandt und beide bilden 
mit Gonapodya eine Formengruppe, welche sich auszeichnet durch den 
Mangel von Zellulose in der Zellmembran und durch Zoosporen mit 1 Cilie, 
femer durch den septierten Thallus. Die Dauersporen von Allomyces 
und auch Blastocladia sind parthenogenetisch entwickelte Oosporen 
vom Monoblepharis - Typus. Die genannte Formengruppe gehort 
zu den Leptomitaceen, welch letztere sich vielleicht durch Formen, welche 
Monoblepharis ahnlich sind, von den Siphoneen ableiten. Die Lepto¬ 
mitaceen waren also eine altere Gruppe als die Saprolegniaceen und als 
Pythium. Matouschek (Wien). 

Kolkwitz, R., Zur Lebensgeschichte von Sphaerotilus 
n a t a n s. (Zeitschr. d. Ver. d. Deutsch. Zuckerind. Bd. 62.1912. p. 1107.) 

Die Gattung Sphaerotilus geht in alteren Gutachten liber Ge- 
wasserverunreinigungen vielfach irrtiimlich unter den Namen Beggiatoa 
und Leptomitus. Der Pilz, der beziiglich der Nahrstoffe polysaprob 
und a-mesosaprob ist, wird beschrieben und abgebildet. Er entwickelt sich 
am besten an Faschinen, Holzbohlen, Schilfstengeln, Blattem u. dgl., wah- 
rend er an sandigen Ufern keine Befestigungspunkte findet. An Steinen 
scheint er nur bei guter Emahrung festen FuB fassen zu konnen. Wenn 
er sich losreiBt und sich an Stellen mit schwacher Stromung aufhauft, kann 
er zu sekundaren Verunreinigungen und Geruchsbelastigungen AnlaB geben, 
wahrend er sonst fiir die Selbstreinigung — besonders in kleineren Wasser- 
laufen — niitzlich ist. Sphaerotilus ist in Deutschland der haufigste 
Abwasserpilz und durch seine iippige Entwicklung, die nicht selten MiB- 
stande mit sich bringt, oft sehr lastig. AuBerhalb Deutschland findet er 
sich z. B. auch an verschmutzten Uferstellen im Genfer See und an Ufer- 
mauern im Vierwaldstatter See bei Luzern. Im Gebirge fand ihn Verf. im 
Zellbach bei Zellerfeld-Klausthal im Harz. Er ist in zahlreichen Vorflutern, 
die Abwasser aus Stadten, Zellulosefabriken, Zuckerfabriken und anderen 
landwirtschaftlichen Betrieben aufnehmen, anzutreffen. Der Pilz wurde 
zuerst von Kiitzing in der Elbe bei Magdeburg im Jahre 1833 gefunden. 
Die Elbe ist gegenwartig ein Sphaerotilus -Strom, da nur dieser 
Pilz (nicht Leptomitus, Mucor oder Fusarium) in ihm zu 
groBerer Entwicklung gelangt. Die Verbreitung wird iiberall durch die 
chemische Beschaffenheit des Wassers bestimmt. Es ist nicht ausgeschlossen, 
daB Spirosoma gregarium Mig., Syn. Myconostoc gre- 
garium Cohn in den Formenkreis von Sphaerotilus gehort. 
Weiter beschreibt Verf. Sphaerotilus fluitans Schikora und 
S. r o s e u s Zopf. Die Rasen des ersten Pilzes haften fest auf Steinen und 
Holzwerk in bewegtem Wasser; er bildet vliesartige Uberziige von bisweilen 
ziegelroter Farbe, auch mit Eisenoxydhydratablagerungen durchsetzt und 
ist vielleicht identisch mit der zuerst hervorgehobenen Spezies oder mit 
S. r o s e u s. Dieser Pilz bildet schleimige, mohrriibenrot gefarbte, auch etwas 


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92 


Boden, Nitrifikation etc. 


ins Rosenrot und ins Karmin spielende Pilzmassen, die in Fliissen, die or- 
ganische, ernahrende Abwasser aufnehmen, oft grofie Uferstrecken farben. 
Z o p f und Verf. fanden ihn auf Leptomitus aufsitzend, doch kommt 
er auch ohne diesen z. B. an Uferbohlen und Faschinen vor. Er enthalt Eu- 
karotin. Verf. schrieb in seiner Arbeit iiber den Rhein, daB hinter groBeren 
Besiedelungszentren die Menge der absiebbaren Schwebestoffe im Wasser 
ansteigt, um dann meist allmahlich wieder abzusinken. Es findet somit eine 
Summierung der eingeschwemmten Stoffe, wie man eigentlich erwarten 
sollte, nicht statt. Diese durch besondere Untersuchungen festgestellte 
Selbstreinigung diirfte sich hauptsachlich durch die FreBtatigkeit der Rader- 
tiere, Kleinkrebschen, Insektenlarven und Fische erklaren, w&hrend das 
pflanzliche Kleinplankton dem sonst iippiger sich entwickelnden Sphaero- 
tilus natans die geloste organische Nahrung entzieht. Hier lage also 
ein Fall vor, wo die Nahrungskonkurrenten das iippige Aufkommen von 
Sphaerotilus verhindern. Stift (Wien). 

Miintz, A., et Gaudechon, H., Le reveil de terre. (Compt. rend, 
hebd. de l’Ac. Paris. T. 154. p. 163—168.) 

Das Wiedererwachen der Bodent&tigkeit im Friihjahr, das die franzO- 
sischen Landwirte bezeichnen als: „la terre est en travail 41 , „la terre est 
en amour 44 oder „la terre est amoureuse 44 gab den Verff. Veranlassung, den 
Verlauf der Nitrifikationskurve wahrend der Friihjahrsmonate gcnauer zu 
studieren. Erde und Kompost wurden nach erfolgter Sterilisation aller 14 
Tage mit kleinen Erdmengen gcimpft und in gleichen Abst&nden 2 1 / 2 Mo- 
nate hindurch die gebildeten Salpetermengen bestimmt. Zum Teil wurde 
das benutzte Impfmaterial dauernd bei 2° C (im Eisschrank) aufbewahrt. 
Die VersuchsgefaBe standen bei 23—26° C. Der rapide Anstieg der Nitrifi¬ 
kation im Marz trat ebenso deutlich in die Erscheinung wie der nachfol- 
gende Abfall im Mai. Der Hohepunkt wurde zwischen 28. III. und 25. IV. 
erreicht. Der hieraus gezogene SchluB: „le reveil de terre se trouve ainsi 
expliqud 44 entbehrt indessen nach Ansicht des Ref. der zureichenden Be- 
griindung; das analoge Anwachsen anderer Umsetzungen ist gleichfalls in 
Rechnung zu ziehen. Ebenso hatten die bereits in groBerer Zahl vorliegenden 
einschlagigen Beobachtungen Beriicksichtigung verdient; die Tatsache 
selbst ist nicht so unbekannt, wie die Verff. annahmen. 

L o h n i s (Leipzig). 

DoB, B., Entstehung der bkonomisch wichtigsten 
Schwefelkieslagerstatten. (Korrespondenzbl. d. Naturforsch.- 
Ver. z. Riga. Sitzungsber. Bd. 55. p. 23—24.) 

Verf. hat Untersuchungen iiber die Entstehung von Schwefelkies aus 
kolloidem Eisensulfidhydrat innerhalb der Tertiarzone des Gouv. Ssamara 
angestellt. Sie zeigten, daB man es mit Ablagerungsprozessen in Meeres- 
buchten oder in Binnenseen unter Mitwirkung von Mikroorganismen zu 
tun hat (Heilschlamm an der Kiiste Osels oder bei Hapsal, siidrussiche Li- 
mane, sibirische Steppensalzseen, Seen um Riga). Aus dem Fe-schiissigen 
Wasser solcher Becken wurde toils durch Eisenbakterien zunSchst Eisen- 
oxydhydrat niedergeschlagen, das dann in Eisensulfidhydrat iibergefUhrt 
wird, teils schicd sich letzteres direkt aus. Der zur Bildung des Sulfidhydrats 
notige H 2 S wurde von einer gewissen Bakteriengruppe geliefert. Aus dem 
Eisensulfidhydrat ging unter Wasserabspaltung und Addierung von freiem S 
— geliefert durch absterbcnde Schwefelbakterien — Eisenbisulfid hervor, 


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Cellulose. — Farbanstriche. 


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zunachst in einer labilen vom Verf. entdeckten neuen Mineralform, dem 
Melnikowit, der spater in die 8tabile Form des Schwefelkieses iiberging. 
Verf. fand auch die Eisenbakterie Gallionella ferroginea im 
fossilen Zustande im Melnikowit der Tone obengenannter Formation und 
andererseits Purpurbakterien im Fe-haltigen Schlamme der Insel Osel. — 
Den Schwefelwasserstoff in den Torfgewassem fiihrt Verf. nicht auf Bakte- 
rien, sondern auf die Zersetzung von fein verteiltem Schwefelkies zuriick. 
Ob Bakterien bei der Bildung des Petroleums eine Rolle spielen, musse erst 
studiert werden. Matouschek (Wien). 

Merker, Untersuchungen fiber zwei neue Cellulose 
vergftrende Bakterien. (Lotos, Prag. Bd. 58. p. 345—346.) 

1. Die eine Art stellt farblose, ovale, typisch aerob wachsende Kokken 
vor. Intensive Cellulosezerstorung hervorrufend z. B. 1 cm breite Filtrier- 
papierstreifen wurden innerhalb weniger Tage ganz vernichtet, das Gleiche 
geschah mit Watte, Starke, aber auch mit lebender Membran. E1 o d e a -, 
M n i u m -, FarnblStter zeigten nach 6—8 Tagen ganze Liicken im Gewebe. 
Zuerst wurde die Mittellamelle angegriffen. Das Gleiche sah Verf. bei 
Sphagnum, Algen, Maisblattem. Schutz der Pflanze: Verkieselung, 
Verkorkung, Verholzung. 

2. Die zweite Art ist auch ein Kokke von normalschwarzer Farbe. 
Wachstum in- konzentrischen Ringen auf dem Substrate. Der schwarze Farb- 
stoff ist den Mikroben eigen und zeigt folgende Reaktionen: Schwefelsaure 
verwandelt die Farbe in eine blaue, Jodchloralhydrat oder Chlorzinkjod 
Oder Jodtinktur mit Schwefelsaure in eine grime. In der Zucht zeigten sich 
zwei Abanderungen: Aus unbekanntem Grunde ging plotzlich die Farbung 
ins Rote iiber; Sauerstoffmangel verursachte den Ubergang der Kokken 
in Fadenformen. In normale Bedingungen zuriickgebracht zeigten diese 
Abanderungen wieder die Art des Wachstums in schwarzen konzentrischen 
Ringen. Diese Art wirkt weniger intensiv. Matouschek (Wien). 

Euler, Zur Kenntnis der Zellulose. (Zeitschr. f. angew. Chem. 
1912. p. 250.) 

Verf. halt die fur eine enzymatische Hydrolyse der Zellulose bisher 
beigebrachten Beweise fur recht mangelhaft. Es ist zwar nicht zu bezwei- 
feln, daB reine Zellulose von Bakterien und Pilzen angegriffen werden kann, 
das zu den einschlagigen Studien benutzte Ausgangsmaterial (Hemi-, Oxy- 
und Hydrozellulose) ist aber so wenig gleichmaBig zusammengesetzt, daB 
die gewonnenen Resultate nicht eindeutig sind. Besser eignen sich die Spal- 
tungsprodukte der Zellulose, die bei deren Behandlung mit starker Schwefel¬ 
saure entstehen und als Zellulose dextrine bezeichnet werden. Das Reduk- 
tionsvermogen solcher Zellulosedextrine nahm nach Zugabe von PreBsaft 
aus Merulius lacrimans zweifellos zu, woraus geschlossen werden 
darf, daB der Meruliussaft eine Zellulosedextrinase enthalt. 

Vogel (Bromberg). 

Massee, G., A new paint-destroying fungus. [Phoma 
pigmentivora Mass.] (Bull, of Misc. Inform. Kew. 1911. p. 325 
—326, w. pi.) 

Phoma pigmentivora verursacht auf weiBen Farbanstrichen 
rosa Flecken. Ein Zusatz von 2 Proz. Karbolsaure zu der Farbe verhindert 
die Entwicklung des Pilzes. 


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Holz etc. 


Eine Abbildung, sowie eine lateinische Diagnose ist der Arbeit bei- 
gegeben. W. H e r t e r (Tegel). 

Spaulding, Perley, Fungi of Clay mines. (21. Report Missouri Botan. 
Garden St. Louis. 1910. p. 189—195.) 

In den genannten Bergwerken fand Verf. eine Anzahl von Pilzen auf 
den zur Bolzung dienenden Holzern, die wegen der Feuchtigkeit und der 
unverinderlichen Temperatur an den Fundstellen dort sehr gut gedeihen. 
Einige Arten waren unfahig, eine sporophore Form zu bilden; andere Arten 
fruchteten normal. Zu diesen gehoren: 

Merulius rubellus (nur an einem Ort sehr haufig), Fomes annosus 
(einmal uberreichlich auf Pinus - Holz), F. applanatus, Lenzites be- 
tulina, Polystictes versicolor, Stereum s p a d i c e u m , Hyd- 
num erinaceus (der Fruchtkorper hing von einem eichenem Balken herab). H. 
coralloides, H. artocreas sind seltenere Gaste, desgleichen Bulgaria 
iniquinans (Pers.), Agaricus phacomyces Peck, C o p r i n u s atra- 
mentarius und der Schirmpilz. — Merulius lacrymans var. verucifer 
fand man auf Eichenholz sehr haufig. — Sonderbarerweise fehlten im Bergwerke P o 1 y - 
porus gilvus Schw. und Armillaria mellea Vahl., die in den umliegenden 
Waldem sehr haufig auftreten. — Sterile Mycelien sah Verf. recht oft, doch nur eines ergab, 
an der Oberflache kultiviert, eine bestimmte Art, namlich Schizophyllum com¬ 
mune. 

Matouschek (Wien). 

Mdbius, M., t) b e r Merulius sclerotiorum. (Ber. d. deutsch. 
bot. Gesellsch. 1913. p. 147—150.) 

Verf. fand in einem Hause, das er auf Hausschwamm untersuchen sollte, 
neben schwach entwickeltem Mycel Sklerotien von Merulius sclero¬ 
tiorum, kleine, schwarze Knollchen, die etwas Ahnlichkeit mit Mause- 
exkrementen haben und seiner Vermutung nach auch manchmal dafiir an- 
gesehen worden sein diirften. Das lehmgelbe Mycel neigt zu Strangbildung. 
Wo Seitenzweige abgegeben werden, haufen sich die Schnallen, so daB oft 
dichte Geflechte entstehen, doch scheinen an einer Querwand nicht mehr wie 
zwei Schnallen gebildet zu werden. Sklerotien, Strang- und Schnallenbildung 
sind auf einer Tafel abgebildet. R i p p e 1 (Augustenberg). 

Falck, R., Uber die Erkennung und Unterscheidung 
des echten Hausschwammes. (Pharmazeut. Zeitung. 1913. 
No. 35.) 

Verf. hat bekanntlich naehgewiesen, daB in den Hausern eine Anzahl 
versehiedener Merulius arten vorkommen, die friiher mit M. lacry¬ 
mans identifiziert wurden und besonders dureh physiologische Unter- 
schiede, wie ein verschiedenes Verhalten der Mycelien gegeniiber hoheren 
Temperaturen usw. charakterisiert sind. M e z hatte behauptet, daB diese 
Temperaturwerte durch Gewohnung verandert werden konnten. Dies be- 
streitet Verf. auf Grund 9-jahriger Priifungcn, die sowohl von M 6 11 e r 
wie von Schaffnit vollauf bcstatigt wurden. Hiernach laBt sich eine 
Verschiebung der Kardinalpunkte hier ebensowenig wie bei anderen Orga- 
nismen herbeifiihren. Verf. weist sodann auf die unzulangliche und unzu- 
treffcnde Beschreibung der Merulius arten wie von Polyporus 
vaporarius und Coniophora Cerebella usw. in neueren 
Veroffcntlichungen liber den „Hausschwamm“ hin und stellt die wichtigsten 
(im 6. Hefte der Hausschwammforschungen, Verlag Gust. Fischer-Jena, ver- 
di'fentlichten) Merkmale noch einmal kurz zusammen (vgl. Ref. Uber die gro- 


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Holz etc. — Bienenstocke. 


95 


Bere Arbeit F a 1 c k s im Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 37. p. 316—317 ff.) 
Fur den Nachweis des echten Hausschwammes ist danach die Feststellung 
folgender Merkmale zu fordern: a) Beim Vorhandensein von Fruchtkorpem 
1. Sporenmessung, 2. Nachweis der Plattenfasern; b) beim Vorhandensein 
der wurzelahnlichen Strfinge: 1. Nachweis der Strangfasern von 4—5 ^ 
Durchmesser, 2. Nachweis der GefaBhyphen (iiber 25 jx Durchmesser) mit 
den charakteristischen Balken, Ringen und Wandverdichtungen. Falls nur 
graue Mycellappen vorhanden sind, ist der Nachweis der Strangfasern zu 
erbringen. 

c) Liegt nur befallenes Holz oder junges Mycel vor, so ist der Nachweis 
des echten Hausschwammes durch die kulturelle Priifung zu erbringen: 
1. Kraftiges Ausstrahlen glanzend weifier, schnallenreicher MycelbUschel in 
feuchter Rammer. 2. Die ausstrahlenden Mycelien erreichen beim Uber- 
tragen in Reinkultur einen Durchmesser von 8 3. Bei 20° C optimales 

Mycelwachstum, bei 27° Mycelwachstum gehemmt. Ludwig (Greiz). 

Wehmer, C., Hausschwammstudien. III. Ansteckungs- 
versuche mit verschiedenen Holzarten durch Me r u- 
1 i u s - Mycel. (Mykol. Centralbl. Bd. 2. 1913. p. 331—340.) 

Um festzustellen, wie verschiedene Holzarten durch das Hausschwamm- 
mycel infiziert werden, wurde eine groBe Zahl verschiedener Holzer im Ver- 
suchskeller mit lebhaft wachsendem Hausschwammycel in Beriihrung ge- 
bracht. Im ersten Monat erfolgte kein tlberwachsen auf die Holzstucke, 
erst dann setzte ein lebhaftes Wachstum ein, so daB die Probestucke mit 
Mycel uberzogen wurden. Nach etwa 10 Monaten wurde der Versuch unter- 
brochen. Es ergab sich, daB Holz von Mahagoni, Cedrela, Robinia, Teak, 
schwarze WalnuB absolut unverandert waren und daB Eiche nur ganz wenig 
unterseits sich angemorscht zeigte. Dagegen waren vollig erweicht die Stiicke 
von Fichte, Linde, Birke, etwas weniger die von Buche, Ulme und gemeiner 
WalnuB. Weshalb die zuerst genannten Holzer in so hohem MaBe widerstands- 
fahig sind, soil noch weiter untersucht werden. 

Anhangsweise geht der Verf. noch auf die Feuchtigkeit der Kellerluft 
im Vergleich zur Temperatur und auf den Wassergehalt des Holzes ein. 

L i n d a u (Berlin). 

Betts, A. D., A Bee-hive Fungus, Pericystis alvei gen. 
e t s p. n o v. (Ann. of Bot. 1912. p. 795—799, 2 pi.) 

In den Pollenvorraten des Bienenstockes lebt regelmaBig ein Pilz, der 
Chlamydosporen (terminal und interkalar) und dazu dunkelgriine Cysten 
(„cysts“) entwickelt. Erstere konnen sofort keimen, die Sporen der Cysten 
aber bediirfen hierzu erst einer Ruhezeit. Das neue Genus mit seinem vor- 
laufig einzigen Vertreter wird auch abgebildet. Matouschek (Wien). 

Betts, A. D., The Fungi of the Bee-hive. (Journ. Econ. Biol. 
Vol. 7. 1912. p. 129—162.) 

Eine griindliche Rundschau liber Pilze, die in Bienenstocken leben. 
Von den 12 bekannt gewordenen Pilzen leben hier nur Oospora favo- 
r u m und Pericystis alvei n. g. et sp.; erstere Art ist selten, letz- 
tere vom Verf. erst aufgestellt (vide Annals of Botany 26. 1912). Haufig sind 
auch Gymnoascus setosus und Eremascus fertilis an- 
zutreffen; erstere Art lebt auch in den Nestern anderer Hymenopteren. Die 
■anderen leben auch auBerhalb des Bienenstockes. 

Matouschek (Wien). 


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Nektarorganismen. — Pflanzenkrankheiten, parasitieche Pilze etc. 


Schuster, Vaclav u. Ulehla, Vladimir, Studien iiber Nektarorga¬ 
nismen. (Vorlaufige Mitteilung.) (Ber. d. Deutsch. bot. Gesellsch. 
1913. p. 129—138.) 

Verff. isolierten aus Blutennektarien von etwa 60 Pflanzen etwa 8 bis 
10 Hefepilze, 20 Bakterien, 2 oidiumahnliche Pilze, die alle in Reinkultur 
geziichtet wurden und morphologisch, physiologisch und biologisch noch ge- 
nauer studiert werden. Es seien daher auch nur die wichtigsten Einzelheiten 
referiert: Eine Hefe kam schr haufig vor bei den verschiedensten Pflanzen 
(vorlaufig „Nektarhefe aus L a m i u m 1“ genannt). Die Zelle ist bisquit- 
formig, manchmal in der Mitte septiert. Am Ende sprossen seitlich eine 
(Wegweiserform), zwei (Kreuzform) oder mehrere Tochterzellen, so daB in 
letzterem Falle die Mutterzelle von einem Kranz von Tochterzellen umgeben 
ist. Ferner noch eine fast immer wiederkehrende Hefe (vorlaufig „Nektar- 
hefe aus Lamium II“): groB, zylindrisch, oval mit 3—4 Olkugeln. Dann 
Hefe- und T o r u 1 a - Arten, weiB, rot, violett und braun. Schimmelpilze 
fehlten so gut wie ganz (2—3 unter 300 Fallen). Von Bakterien fanden sich 
fast stets chromogene, gelbe Bakterien. Es zeigte sich so, „daB die Nektar- 
infektion durch Mikroorganismen nicht zufallig und regellos schwankt.“ 
Lamium I, Lamium II und die chromogenen, gelben Bakterien 
herrschen vor. Die Infektion war teilweise (Tilia pubescens) so stark, 
daB der Nektarsaft in voller Garung war. R i p p e 1 (Augustenberg). 

Dewitz, J., Die Bedeutung der Physiologie fur die 
Schadlingsforschung. (Naturwissensch. Zeitschr. f. Forst- u. 
Landwirtsch. 1913. p. 129—143.) 

Verf. stellt aus Literatur und eigener Beobachtung eine Anzahl von 
Tatsachen zusammen, die den EinfluB und die Nutzbarmachung physio- 
logischer Vorgange fiir Schadlingsforschung und -Bekampfung zeigen sollen. 
Erwahnt sei z. B. der Lichtfang von Insekten (farbiges Licht, verschiedene 
Lichtintensitat, Auswahl der Geschlechter); ferner der EinfluB von Kalte, 
Warme und Feuchtigkeit auf die Entwicklung der Insekten, Abhangigkeit 
der Entstehung der Geschlechter von auBeren Bedingungen und anderes. 
Beziiglich aller Einzelheiten muB auf das Original verwiesen werden. 

R i p p e 1 (Augustenberg). 

Tidswell, Fr., Memorandum on the Mode andSigns of In¬ 
fection ofPlants byFungi. (Sec. Report of the Gov. Bur. of 
Microbiol. Sydney 1912. p. 167.) 

Die Arbeit enthalt nichts neues. R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Fairman, C. E., Notes on new Species ofFungi from various 
Localities. (Mycologia. Vol. 5. 1913. p. 245.) 

Pestalotia truncata septoriana var. nov. wurde auf 
Blattern einer Rubiacee gefunden; der urspriinglich von De Notaris 
eingefiihrte Name Pestalotia (nicht Pestalozzia!) wird wieder 
zur Geltung gebracht. Septoria carricerae n. sp. ruft Blattflecken 
auf Oplismenus hirtellus hervor; Sphaeropsis cocco- 
1 o b a e n. sp. parasitiert auf Coccoloba uvifera, S. rhodo- 
c a r p a n. sp. auf den Friichten von Rosen, Hendersonia hypo- 
car p a n. sp. auf Bliitenstielen der Rose, H. c o c c o 1 o b i n a n. sp. auf 
Blattern von Coccoloba uvifera, Phyllosticta mortoni 
n. sp. auf Blattern von Mangifera indica, Pyrenochaeta 


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Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilze etc. 


97 


f r a x i n i n a n. sp. auf Blattstielen von Fraxinus. Coniothy- 
rium chionanthi n. sp. wurde auf einem entrindeten Zweige von 
Chionanthus virginica gefunden, Diplodia akebiae n. sp. 
auf kleinen Zweigen von Akebia quinata und Cryptodiscus 
araneo-cinctus n. sp. auf abgefallenen entrindeten Zweigstiicken. 

R i e h ra (Berlin-Dahlem). 

Heinze, B., t) b e r die durch Bakterien hervorgeruf enen 
Krankheiten und Sch&digungen unserer Kultur- 
pflanzen. (Landwirtsch. Mitteil. f. d. Prov. Sachsen. Beil. z. Halle- 
schen Ztg. 1912. No. 42. p. 165—167, 169—170.) 

Der einzig ausschlaggebende Versuch, durch eine kiinstliche Impfung 
mit Reinkulturen der betreffenden Organismen, ein gesundes Organ krank 
zu machen, ist nur fUr sehr wenige Bakterienkrankheiten der Pflanzen aus- 
gefuhrt worden. Es ist auch merkwiirdig, daB Bakterien allein eine Pflanze 
befallen. Denn ihnen fehlt ein stark ausgepragtes Wanderungsvermogen; 
die Zwischenraume enthalten bei den Pflanzen feuchte Luft, aber nur sehr 
wenige Nahrstoffe. Die tierischen Wesen liefern den Bakterien viel mehr 
Nahrstoffe. Allerdings brauchen die Bakterien, welche Pflanzenkrankheiten 
hervorbringen, keine hoheren Temperaturen, sie konnen auch in der Um- 
gebung der Pflanzen zunachst immer als Saprophyten leben, bis besondere 
Umstande, die zum groBten Teil noch ganz ungeniigend erforscht sind, sie 
veranlassen, in nachster Nahe, meist wohl von der Oberflache der Pflanze 
aus, von der saprophytischen Lebensweise zur parasitischen iiberzugehen. 

Welche Erkrankungen der Pflanzen konnen nur als vorwiegend oder 
rein bakterielle angesprochen werden? Es sind dies der Apple- oder Pear- 
blight (Rindenerkrankung in Amerika), der Sorghum blight (Blattkrankheit 
diverser Hirsearten in Amerika), die Rotzkrankheit der Hyazinthenzwiebeln, 
eine besondere Art der sogenannten NaBfaule der Kartoffelknollen. Meist 
durch zufallige Verletzungen gelangen die Mikroorganismen ins Innere der 
pflanzlichen Gewebe; jauchige Zersetzung erfolgt, wobei meist schadliche 
Sauren und Gifte gebildet werden. Verf. bespricht nun auch die Verhaltnisse 
bei der Schwarzbeinigkeit, der Ring- und Blattrollkrankheit der Kartoffeln, 
die Gummosis der Zuckerriibe, die Mosaikkrankheit der Tabakblatter, die 
Schorfkrankheiten iiberhaupt. Der Schorf pflegt auch auf leichteren Boden 
nicht sofort nach dem Kalken oder Mergeln aufzutreten, sondern erst einige 
Jahre spater. Bis zu einem gewissen Grade konnte man dadurch vorbeugen, 
daB man eventuell notige Kalkungen nicht direkt zu Kartoffeln, sondern 
moglichst mehrere Jahre zuvor vornimmt, und daB man nach der Ernte 
gar keine Kartoffeln auf dem Felde liegen laBt. Manche Boden miissen mit 
den Erregem der „Schorfkrankheit“ geradezu verseucht sein, da dort stets 
die Kartoffeln (auch einwandfreies Saatgut) erkrankt. Solche Boden ent¬ 
halten meist viel Bauschutt, also viel Kalk. Andere Krankheiten sind: Bak- 
terienfaule der Kartoffeln (Vorsicht beim Einmieten; im Friihjahr sehr schnelle 
Entleerung der Mieten), die Schwarzfaule des Kohls (noch wenig erforscht), 
die Weichfaulen der Ruben, Mohren, Bohnen, Mais, Gurken, Melonen, Kiir- 
bisse, die Bakterienkrankheit des Liebstockel (0 s t e r w a 1 d e r), die Bak- 
teriengallen des Olbaumes (Petr i), der in Deutschland seltene „Brand“ 
der Apfel- und Bimbaume, die Knollenkrankheit der Olbaume, der Bakterien- 
brand (Rindenerkrankung) der Pflaumen, Reineclauden und Kirschen (A d e r - 
hold und R u h 1 a n d). — Sehr lesenswert sind die Erlauterungen iiber 
die Moglichkeit, daB gewisse Bakterien plotzlich oder allmahlich neue Eigen- 
Zweite Abt. Bd. 42. 7 


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Pfl&nzenkrankheitcn, parasitisclie Pilze etc. 


schaften erwerben kbnnen, da man ja spezifische Garungsorganismen all- 
mahlich (durch Passagekulturen) in starke Faulniserreger umziichten kann, 
und andererseits die Warnung, rohes Gemiise, das kurz zuvor mit Jauche 
usw. gediingt war, nicht zu genieBen. Die kiinstlichen Immunisierungsver- 
suche von Pflanzen haben bisher keine praktisch verwertbaren Ergebnisse 
gebracht. Es kommt ja die Rolle der Sortenwahl, Diingung, Bodenbearbeitung, 
die sachgemaBe Aufbewahrung der Ernteerzeugnisse in Betracht. Viel weiter 
wird man mit einer besseren rationellen Diingung bzw. Ernahrung der Pflan¬ 
zen kommen. AnschlieBend bespricht Verf. noch die S a m e n f a u 1 n i s. 
Pektinvergarer spielen eine wichtige Rolle dabei, doch ist iiber die Verbrei- 
tung derselben im Boden noch wenig Sicheres bekannt. Soviel steht fest, 
daB sie sich dann vermehren, wenn mehrere Jahre hindurch die gleiche 
Pflanzenart auf dem Felde gepflanzt wird. Es wird sich spater zeigen, ob 
gewisse Stoffe (loslicher Stickstoff, Schwefel, Phosphorsaure) einen guten 
EinfluB mit sich bringen. — Um die Boden- und Pflanzenmiidigkeitserschei- 
nungen, bei der sicher auch Bakterien mitwirken, zu beseitigen, wird es sich 
empfehlen, die schadlichen Bodenmikroben im Acker zu vernichten. Hierzu 
sind die wichtigsten Mittel Kresole und Phenole, Chlorkalk und Schwefel- 
kohlenstoff. Matouschek (Wien). 

Sureya, M., Sur quelques Champignons infGrieurs nou- 
veaux ou peu connus. (Bull. Soc. mycol. France. T. 27. p. 220 
— 222 .) 

Beschreibung von Didymosphaeria eutypae n. sp. (auf 
abgestorbenen Eichenzweigen, in den alten Stromas der Eutypa lata), 
Macrophoma onobrychidis n. sp. (auf lebenden Stengeln von 
Onobrychis sativa) und Phyllosticta cameliae West, 
(auf den Blattern der Kamelie). L a k o n (Tharandt). 

Grove, W. B., Mycological Notes. (Journ. of Bot. Vol. 49. p. 366 
—369.) 

Notizen iiber: 

Uromyces flectens Lager lieim an Trifolium repens; U. 
Loti Blytt. an Lotus corniculatus; U. ambiguus Lev. an Allium; 
U. L i 1 i i (Link) Fuck, an Lilium candidum; Dothidella Betulae- 
n a n a e (Karst. ) an B e t u 1 a nan a. 

W. H e r t e r (Tcgel). 

Lloyd, C. G., Mycological Notes. No. 37. Cincinnati, 0. 1911. 
p. 493—508. Fig. 385—394. 

Die Lieferung bcginnt mit biographischen Mitteilungen iiber E. Bou- 
dier, P. Klincksicck,B. D. Greene und R e v. C. T o r r e n d. 
Es folgen Notizen iiber einen Parasiten auf Taxodium distichum, 
der von S c h w e i n i t z zuerst als M e r u 1 i u s C u p r e s s i, dann als 
Cantharellus C. und schliefilich von Fries als C y p h e 11 a C. be- 
schrieben wurde, sich abcr nunmehr als eine Galle herausgestellt hat. Ein 
ahnlicher Irrtum ist dem Verf. selber unterlaufen, indem er die am Kopfc 
eines Insekts haftcnden keuligen Pollinien einer A s c 1 e p i a s fur einen 
Pilz ansah. 

Den wichtigsten Teil der Lieferung bilden die Beschreibungen von 
HexagonaPobeguini, H. dermatiphora, H. subtenuis, 
Lenzites ochroleuca, sowie Notizen iiber Mutinus b a m - 
businus, Phallus indusiatus (in China Nahrungsmittel), P h. 

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Pflanzenkrankheiten, parasitlscke Pilze etc. 


99 


i m p e r i a 1 i s und P h. impudicus, die Phallinen von Mauritius und 
die Myxomyzeten von Samoa. W. H e r t e r (Tegel). 

Bubak, Fr., Ein Beitrag zur Pilzflora von Sachsen. 
(Annal. Mycol. Vol. 10. 1912. p. 46—53, 2 Fig.) 

Von den neuen Arten erwahnen wir Phyllosticta grandimaculans 
auf laxltivierten Fragaria, Phoma Spinaciae auf lebenden und abge- 
storbenen Stengeln des Spinat, Asteroma argentea auf lebenden Blattern von 
<§ a 1 i x Caprea, Ascochyta sambucella auf lebenden Blattern von Sam* 
bucus racemosa, Sclerophoma simplex auf Asten von Frangula 
alnus, Zythia Trifolii auf abgemahten und getrockneten Stengeln von T r i - 
folium pratense und die neue Hyalostilbeen-Gattung Coremiella c y - 
stopoides auf abgestorbenen Teilen von Lythrum Salicaria. 

H. Sydow (Schoneberg). 

Bub4k, Franz, Houby C e s k 6. Di 1 II. Sneti (Hemisbasidii). 
[= Die Pilze Bohmens. T. II. Hemibasidii.] (Arch. f. 
naturwiss. Landesdurchforsch. von Bohmen. Bd. 15. No. 3.) GroB 8°. 84 pp. 
Prag (Fr. Rivnca) 1912. [In tschechischer Sprache.] 

Auf die R o s t p i 1 z e (I. Teil) lieB Verf. die Ustilagineen 
und Tilletiineen folgen. Die schonen Originalabbildungen, sowie 
die gut und praktisch angelegten SchlUssel fiihren den Bestimmer sicher zum 
Ziele. tlber die bisher in Bohmen nachgewiesenen Arten der einzelnen Gattun- 
gen, iiber die den Kulturpflanzen (Getreide) besonders schadlichen und iiber 
diejenigen Arten, welche wohl sicher in Bohmen gefunden werden, sowie 
iiber die Zahl der im vorliegenden Werke iiberhaupt beschriebenen Arten 
klart uns die vom Referenten verfertigte Tabelle auf kurzem Wege auf: 


i 

Gattung 

Zahl der 

1 Iiberhaupt 
beschriebenen 
Arten 

Zahl der 
tatsachlich 
bisher in 
Bohmen 
gefund. Arten 

Zahl der 
mutmafllich 
noch in 
Bohmen 
aufzufinden- 
den Arten 

Arten, welche den 

Get reidepf lanzen 
in Bohmen recht 
schadlich sind 

U s t i 1 a g o 

i 

1 

41 

i 

1 

i 

i 

26 

15 

U. levis Magn. (auf 
Avena sativa), U. 
Hordei (Pers.) auf 
Hordeum disti- 

chum, U. Avenae 
(Pers.) auf A. sativa, 
U. n u d a (Pers.) auf 
H. d i s t i c h u m , U, 
Tritici (Pers.) auf 
Triticum, U. Zeae 
Mays (D. C.) auf Z e a 
M ays 

S phacelo the¬ 
ca De Bary 

8 

5 

3 

Sph. P a n i c i mi- 
1 i a c e i (Pers.) Bub. auf 
Panicum m ili¬ 

ac e u m 

Cintractia 

Cornu 

6 

3 

3 

— 

Elateromyces 
Bubak novum 
genus 

1 

1 

i 

— 

♦Schizonella | 1 

Schroet. 

1 

i 



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100 


Pflanzenkranklieiten, paraaitische Pilze etc. 


Gattung 

1 

Zahl der 
iiberhaupt 
beschriebe- 
nen Arten 

Zahl der tat- 
sachlich bis- 
her in 

Boh men ge- 
fund. Arten 

Zahl der mut- 
maBlich noch 
in *Bohmen 
aufzufinden- 
den Arten 

Arten, welche den Ge- 
treidepflanzen in 
Bohmen recht schadlich 
sind 

Sorosporium 

Rud. 

2 

1 

i 

— 

Tolysporium 

Wor. 

2 

1 

1 

— 

Thecaphora 

Fing. 

4 

2 

2 

— 

Neovossia 

Korn. 

1 

— 

1 

— 

Tilletia 

Tul. 

22 

9 

13 

Tilletia Tritici 
(Bjerk.) Wint., auf Tri- 
ticum vulgare; T* 
Secalis (Cda.) Kiihn 
auf Secale cereale 
(selten), T. Paniicii 
Bub. et Raj. (auf Hor« 
d e u m) 

Melanotae- 
n i u m De Bary 

4 

1 

3 

— 

E n t y 1 o m a 

De Bary 

29 

15 

14 

— 

S c h i n z i a Naeg. 

5 

1 

4 


Schroeteria 

2 

1 

1 

— 

Tuburcinia 
(Fries) Wor.- 
emend 

4 

1 

3 

— 

Urocystis Rab. 

17 

10 

7 

U. occulta (Wallr.) 
auf Secale cereale 

Doassansia 

Cornu 

4 

2 

2 

— 

Doassansiop- 
s i s Set eh. 

1 

— 

1 

— 

T r a c v a Syd. 

1 

— 

1 

— 

Graphiola 

Poitn. 

1 

1 

— 

— 


Ustilago Ischaemi Fuckel wird als synonym zu Sphacelo- 
theca Andropogonis (Opiz)Bub.gezahlt. — Zu Elateromyc^es 
Bubak novum genus zahlt Verf. Uredo olivacea DC. und 
Ustilago Treubii Solms. — Tilletia corcontica Bubak 
n. sp. (auf Calamagrostis Halleriana) steht zwischen T. 
striaeformis (West.) Oudem. und T. Calamagrostidis Fuck. 
— Tilletia Sphagni Naw. gehbrt vielleicht gar niclit zu den Hemi- 
basidii. — Urocystis Corydalis Niessl. (auf Corydalis cava) 
gehiirt zu Entvloma urocystoides Bub. nov. nomen. — 
Urocystis Lagerheimii Bub. n. sp. ist U. Junci von Born- 


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Pflanzenkrankheiten, paraaitiache Pilze etc. 


101 


holm, von Lagerheim gesammelt und ausgegeben. — Urocystis 
L e u c o j i Bub. n. sp. (auf Leucojum vernumzu Teplitz in P e - 
traks Fungi Eichleriani No. 1) unterscheidet sich schon habi- 
tuell von Ur. Colchici. — Graphiola Phoenicis (Moug.) 
Poit. tritt nicht selten auf Phoenix dactylifera auf. — Verf. be- 
rucksichtigte in seiner Arbeit auch die alteren Funde aus Bohmen nach kri- 
tischer Prlifung derselben. Matouschek (Wien). 

Magnus, Paul, Zur Kenntnis der parasitischen Pilze 
Siebenbiirgens. (Mitt. d. Thiiring. bot. Ver. Bd. 30.1913. p. 44—48.) 

Bearbeitung von Mikromyceten, die J. B o r n m ii 11 e r im Sommer 1912 
in Siebenbiirgen und den Karpathen gesammelt hat. 48 Arten, zumeist 
aus hoheren Regionen (darunter 17 P.u c c i n i a - Arten) werden verzeich- 
net. Fungi imperfecti waren aus Siebenbiirgen bisher unbekannt. — 
Mit Peridermium acicola Rabenh. bezeichnet Verf. das auf den 
Nadeln von P i n u s - Arten (hier auf Pinus Pumilio Hke. der hohen 
Tatra) auftretende Peridermium, daszu Coleosporium - Arten 
auf sehr verschiedenen Wirtspflanzen gehoren kann, da Per. Pini Willd. 
sicher das auf dem Stamme von Pinus- Arten hervorbrechende Peri¬ 
dermium mit umfafit, von dem einzelne Glieder zu Cronartium- 
Arten gehoren. Matouschek (Wien). 

Petrak, Franz, Flora Bohemiae et Moraviae exsiccata. 
Ser. II. Abt. I. Pilze. Lief. I—XIII. No. 1—650. 1912/1913. Preis pro 
Lief. 10 M. 

Vollstandige Inhaltsverzeichnisse dieses rasch vorwarts schreitenden neuen Ex- 
sikkatenwerkes erhalt man kostenlos beim Herausgeber in Mahrisch-WeiBkirchen (Oster- 
reich). GroB ist die Zahl der schadigenden Pilze (P u c c i n i a 57 Arten, Phrag- 
midium 6, Uromycep 16, Ustilago 5, Peronospora 12, Cucur- 
bitaria 8, Nectria 7, Valsa 18 usw.). Neu fur die Wissenschaft sind: 
Eriosphaeria albido-mucosa Rehm, Diaporthe Genistae Rehm, 
Valsa cineta Fr. var. n. rubincola Rehm, Cryptosphaeria mora- 
v i c a Petr., Cucurbitaria Pruni-spinosae Rehm, Laohnella 
fusco-cinnabarina Rehm, Ascochyta Zim mermanni Bubak, C e n- 
thospora Rubi Bub., Phyllosticta cheiranthicola Bub., Sporo- 
desmium lyciinum Bub., Stagonospora foliicola Bub., L e p - 
tothyrium Hrubyi Bub., Aerisporella rhodophila (Sacc.) v. Hohn. 
var. n. T i 1 i a e Rehm, Diaporthe Saccardiana Kunze var. n. m o r a - 
v i c a Petr. Dazu eine groBe Zahl recht seltener und bisher noch nicht ausgegebener 
Arten. Das Material ist sehr gut prapariert und aufgelegt. 

Matouschek (Wien). 

Briosi, Giovanni, Rassegna crittogamica per il secondo 
semestre dell’ anno 1907. (Atti del R. Istit. Botan. dell’ Univers. 
di Pavia. Ser. II. T. 12. p. 316—327.) 

Bemerkenswert sind auBer den im vorstehenden Referat genannten 
Schadlingen folgende: 

Auf der Weinrebe: Coniothyrium Diplodiella (Speg.) Sacc., O i d i u m 
Tuckeri Berk., Phyllosticta vitis Sacc., Cercospora viticola 
(Ces.) Sacc., Tetranychus telarius (L.), Anthispila Rivillei St. 

Auf Cerealien: Puccinia graminis Pers. auf Weizen und Gerste, Usti¬ 
lago tritici (Pers.) Jens., Claviceps purpurea (Fr.) Tul. und Calandra 
granaria Oliv. auf Weizen, Epicoccum negleotum Desm. auf Reis. 

Auf Obstbaumen: Oidium leucoconium Desm. und C las ter o- 
fiporium Amygdalearum (Pass.) Sacc. auf Prunus persica, Gym- 
nosporangium juniperinum Wint., Trichothecium roseum 
(Pers.) Link, Coniothyrium tirolense Bubak und Phytoptus piri 


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102 


Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilze etc. 


Sor. auf Pirus communis, Marsonia Juglandis (Lib.) Sacc. auf Jug- 
Ians regia, Eriophyes Padi Nal. auf einer Prunus - Art,* E n t o m o - 
sporium Mespili (DC.) Sacc. auf Mespilus germanica, Phyllac- 
tinia suffulta (Rebent.) Sacc. auf Corylus avellana, Phyllosticta 
maculiformis Sacc. auf Castanea vesca. 

Auf Gemiisepflanzen: Septoria Petroselini Desmaz. var. Apii 
Briosi et Cav. auf Apium graveolens? („sedani“), Puccinia Asparagi 
DC. auf Asparagus officinalis, Phy tophthora infestans (Mont.) 
De Bary auf Solanum Lycopersicum, Fusarium niveum auf C u c u - 
mis m e 1 o („cocomero“). 

Auf Futterpflanzen: Oidium erysiphoides Fr. auf Trifolium. 

Auf Zierpflanzen: Gloeosporium intermedium v. brevipes Sacc. 
auf Ficus striata, Dendrophoma Convallariae Cavr. auf Con- 
vail aria majalis, Ramularia lactea (Desm.) Sacc. auf Viola 
o d o r a t a. 

Auf Industriepflanzen: Aecidium elatinum Alb. et Schw. auf Abies 
pectinata, Septogloeum Mori (Lev.) Briosi et Cavara und Phyllo¬ 
sticta osteospora Sacc. auf Morus, Phyllactinia suffulta (Re¬ 
bent.) Sacc. auf Alnus glutinosa, Phyllosticta populina Sacc. und 
Septoria Populi Desm. auf Populus nigra, Phyllosticta s a 1 i - 
c i c o 1 a Thuem. auf S a 1 i x alba, Eriophyes Padi Nel. auf Prunus 
Padus, Cynies polycera und Andriscus fecundatrix Hartz auf 
Quercus, Prays Oleellus Fah., Dacus Oleae Fabr. und Demato- 
phora necatrix auf Olea europaea. 

Auf sonstigen Pflanzen: Uromyces Behenis (DC.) Unger auf S i 1 e n e 
inflata, Phyllosticta Juglandis (DC.) Sacc. auf Juglans regia, 
Puccinia Malvacearum Mont, auf Althaea, Puccinia Rumicis 
s c u t a t i (D.C) Wint. auf Rumex acetosella, Peronospora alta Fck. 
auf Plantago major, Ovularia obliqua (Cook) Oud. auf Rumex, 
Oidium erysiphoides Fr. auf HumulusLupulus,PucciniaPhrag- 
m i t i s (Schum.) Korn, auf Phragmites communis. 

W. Herter (Tegel). 

Briosi, Giovanni, Rassegna crittogamica dell’ anno 1908 
con notizie sulle malattie dell’ erba medica cau- 
sate da parasiti vegetali. (Bollet. del Minist. di agricolt, 
industr. e commercio. T. 9. Ser. C. 13 pp.) 

AuBer den in vorstehenden Referaten bereits genannten Parasiten wurden 
im Jahre 1908 u. a. folgende bemerkt: 

Auf der Weinrebe: Cladosporium viticolum Cs., Botrytis ci¬ 
ne r e a Pera., Cuscuta, Perrisia oenophila Haim hi., Cochylis a m - 
b i g u e 11 a Hb. 

Auf Cerealien: Ustilago Avenae Jens., U. M a y d i s (DC.) Cda., Sep¬ 
toria Tritici Dsm., femer Cladosporium herbarum Lk. auf Weizen, 
Piricularia Oryzae Briosi et Cavara und Helminthosporium macro¬ 
car p u m Grev. auf Reis, Aspergillus glaucus (L.) Link und Eurotium 
herbariorum auf Mais, Alternaria auf Weizen, Helminthosporium, 
Epicoccum und Siphonophora cerealis Kalt. auf Hafer. 

Auf Obstbaumen: Exoascus deformans Fuck., Phyllosticta Per¬ 
sic a e Sacc. und Aphis Persicae Fonsc. auf Prunus persica, Podo- 
sphaera tridactyla (Wall.) De Bary auf Pr. armeniaca, Gloeo¬ 
sporium Coryli (Dsm.) Sacc. auf Corylus avellana, Puccinia 
Prunispinosae Pers. und Phyllosticta circumscissa Cooke auf 
Prunus- Arten. Phyllosticta cydonicolaP. Henn. und Septogloeum 
Cydoniae (Mont.) Peglion auf Cydonia vulgaris, Macrophoma Man- 
tegazziana Penz. und Septoria Citri Pass, auf Citrus Limonum, 
Sphaeropsis malorum und Aphis p i r i Koch auf Pirus communis, 
Phyllosticta prunicola (Op.) Sacc. auf Prunus Pissardi Carr., Mo¬ 
nilia fructigena Pers. auf Pirus communis und Cydonia vulgaris, 
Fusicladium dendriticum (Wallr.) Fuck., Schizoneura lanigera 
Hausm. und Hyponomeuta malinella Zell, auf Pirus malus, Clado¬ 
sporium Zizyphi Karst., Septoria Zizyphi Sacc. und Phyllosticta 
Z i z y p h i Thumb, auf Zizyphus vulgaris, Coryneum perniciosum 


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Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilze etc. 


103 


Briosi auf Castanea vesca, Trametes cinnabarina (Jacq.) Fr. auf 
Prunusavium („ciliegio“), Fusarium auf Ficus carica, Hypono- 
meuta padella auf Prunus und Crataegus. 

Auf Gemiisepflanzen: Phy tophthora infestans (Mont.) De By. auf 
Solanum tuberosum, Septoria Lycopersici (Speg.)v. europea 
Briosi et Cavara, Fusarium und Macrosporium auf Solanum Lyco- 
persicum, Oidium erysiphoides Fr. auf Cucurbita pepo, Cerco- 
spora beticola Sacc. auf Beta, C. zonata Wtr. auf Vicia f a b a, 
Macrosporium, Fusarium und Platyparaea poeciloptera auf 
Asparagus officinalis, Philophylla onopordinis Jab. und P h, 
centaurea auf Apium graveolens? („8edano“). 

Auf Futterpflanzen: Uromyces striatus Schr., Pseudopeziza 
Medicaginis (Lib.) Sacc., Pleosphaerulina Briosiana Pollacci und 
Cuscuta Epithymum Murr. auf Medicago sativa, Uromyces 
Trifo 1 ii Lev., Pseudopeziza Trifolii Fuck, und Fusarium auf 
Trifolium, Rhizoctonia violacea TuJ. auf Medicago - Arten, P u c - 
cinia graminis Pers. auf Gramineen. 

Auf Zierpflanzen: Oidium Evonymi j aponicae (Arc.) Sacc. auf 
Evonymus japonica, Sphaerotheca pannosa (Wallr.) Lev. auf 
Rosen, Uromyces caryophyllinus (Schrk.) Schroet. auf Nelken, Aspi- 
diotus Nerii Bouch6auf Nerium oleander, Macrosporium Pelar- 
g o n i i Ell. et Ev. auf Pelargonium zonatum („geranio“), Septoria 
asclepiadicola E. et E. auf Asclepias tuberosa, Epicoccum vul¬ 
gar e Cda. auf Iris unguicularis,Pestalozzia? auf Ilex aquifolium, 
Pestalozzia funerea Desm. auf Rhododendron, P. Guepini Desm. 
auf Camellia, Phoma Araucariae auf Araucaria, Diplodia auf 
Olea fragrans, Phyllosticta Calycanthi Cav. und Macrosporium 
Calycanthi Cav. auf Calycanthus. 

Auf Industriepflanzen: Oidium quercinum Thiim. auf Quercus von 
einer groBen Anzahl von Standorten in der Provinz Pavia sowie von Gallarate, Varese, 
Val Ganna, Porto Ceresio, aus der Gegend von Besozzo, Crugnola, Besnate usw. (Brianza) 
und von Bergamo. Dothichiza populea Sacc. und Cy tospora nivea 
(Hoffm.) Sacc. auf der kanadischen Pappel, Volvaria volvacea Bull., P h 1 e o - 
spora maculans (Bereng.) Allesch. und Armillaria mellea Vahl. auf 
Morus, Uncinula Aceris (DC.) Sacc. auf Acer,Aspergillus glaucus 
Link und O o s p o r a auf Nicotiana tabacum, Pholiota aegerita 
Brig, auf Populus, Fomes igniarius (L.) Fr. auf Salix, Cuscuta 
e p i 1 i n u m Weitch. auf Linum usitatissimum, Leucaspis Pini 
Hartig auf P i n u s. 

Auf sonstigen Pflanzen: Peronospora effusa (Grev.) Rbh. auf Clie- 
nopodium album, Sphacelotheca Hydropiperis (Schum.) De Bary 
auf Persicaria, Puccinia Malvacearum Mont, auf Malva, Coleo- 
sporium Sonchi (Pers.) L6v. auf Tussilago farfara, Ascochyta Pisi 
Lib., Cladosporium und Macrosporium auf Vicia, Septoria 
Phy tolaccae Cavr. auf Phytolacca decandra, Ascochyta Pisi 
Lib. auf Pisum,Ovularia obliqua (Cook.) And. auf Rumex, 0. ovata 
(Fuck.) Sacc. auf Salvia pratensis, Oidium erysiphoides Fr. mit 
Cincinnobolus auf Spiraea ulmaria, O. Hormyni Farneti auf 
Salvia, Fusicladium Sorghi Pass, auf Sorghum halepense, Cla¬ 
dosporium auf Crataegus. 

Der Abhandlung ist ein allgeraeiner Tell fiber die Krankheiten der Lu¬ 
zerne (Medicago sativa) angegliedert. W. H e r t e r (Tegel). 

Maire, Quelques remarques sur divers Champignons 
parasites observes en Normandie. (Bull. Soc. LinnSenne 
de Normandie. S6r. 6. T. 2. p. 67—68.) 

1. SorosphaeraVeronicae Schrot. fand Verf. auf Veronica 
Chamaedris im botanischen Garten zu Caen. 

2. Auf Oenanthe crocata fand Verf. ein noch nicht beschrie- 
benes A e c i d i u m. Es geliort auf Grand dirckter Beobaehtung und von 


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Pflanzenkrankheiten, parasitlsche Pilze etc. 


Infektionsversuchen zu Uromyces Scirpi (Cast.) Lagerh., welche Pilz- 
art auf Scirpus maritiraus vorkommt. 

3. Er bcschreibt eine neue Chytridinee, gcfunden auf Pollen- 
kornern von P i n u s, die auf den Bassins des oben genannten Gartens schwam- 
men. Er nennt den Pilz Rhizophidium monosporum: ver- 
zweigte Rhizoiden fehlen, der Sporocyst offnet sich durch einen einzigen 
Porus. Matouschek (Wien). 

Grove, W. B., Four little known British Fungi. (Journ. 
of Econom. Biology. Vol. 6. 1911. p. 38—49. 2 table.) 

1. Hormodendron cladosporioides (Fres.) Sacc. ist 
vielleicht doch nur eine Wachstumsform von Cladosporiura h e r - 
barum. Mit ersterer Art sind wahrscheinlich zu vereinigen: H. viride 
(Fres.), nigro-virens (Fres.), c h 1 o r i n u m (Fres.), e 1 a t u m 
Harz, g r i s e u m He dgc. 

2. Auf Sterigmatocystis niger (=Aspergillus niger 
v. Tiegh.) baut Verf. die neue Gattung Rhopalocystis auf, die sich 
von Sterigmatocystis durch gefarbte Konidien unterscheidet. Zu 
diesem neuen Genus miissen folgerichtig auch eingereiht werden: Ster. 
fusca, phacocephala, antacustica, carbonari a. 

Matouschek (Wien). 

Grove, W. B., New or noteworthy Fungi. Part IV. (Journ. 
of Bot. Vol. 50. p. 44—55. plat. 515, 516.) 

Beschreibung weiterer 47 in England beobachteter Pilze. Es handelt 
sich um Parasiten und Saprophvten. Die bereits frliher benannten werden 
in englischer, die neuen in lateinischer Sprache beschrieben. 

Neu sind von Bewohnern lebender Pflanzen: 

Gloeosporium phacidiellum auf den Blattern von P r u n u s 
laurocerasus, Cryptostictella nov. gen. bractearum 'auf den 
Brakteen von Tilia europaea, Pleospora thujae auf Zapfenschuppen 
von Thuja occidentalis, Sphacelia C’urreyana in den Sklerotien 
von Sclerotinia Curreyana auf Juncus. 

24 Arten sind abgebildet. W. H e r t e r (Tegel). 

Holer, J., Notizen zu einer Pilzflora des Kanton Aar- 
g a u. (Festschr. z. Feier d. 100-jahrig. Bestand. d. Aargauisch. Natur- 
forsch. Gescllsch. zugleich H. 12 der Mitteil. derselben. 1911. p. 84—92.) 

Unter den Hymenomyzeten erwahnt Verf. eine groBere Zahl von Pil- 
zen, die mindestens stark saprophytisch leben, z. B. Polyporus his¬ 
pid u s (Bull.) in sehr groBen Exemplaren auf Obstbaumen, Polypo¬ 
rus caudicinum (Scop.) auf Wundstellen an Obstbaumen. AuBer- 
dem werden Gasteromyzeten, Discomyzeten und Tuberazeen erwahnt. 

Matouschek (Wien). 

Cruchet, D., Mayor, E. et Crochet, P., Contribution 4 1 ’ 61 u d e 
de la flore cryptogamique du canton du Valais. 
(Extr. du Bull, de la Muritliienne. Fasc. 37.) 

Ahnlich wie in ihren friiheren Veroffentlichungen bringen die Verff. 
liier ein Verzcichnis parasitischer Pilze, die sie im Juli 1911 auf Exkursionen 
in der Umgebung von Siders und Visp im Wallis und liings der SimplonstraBe 
sammelten. Die Funde sind nach den Lokalitaten aufgezahlt. Als neu 
wird ein Rostpilz auf Gypsophila repens beschrieben und von 
den Verff. Puccinia Gypsophilae-repentis May. et Cruch. 


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Pflanzenkrankheiten, paraeitische Pilze etc. 


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benannt. Der Pilz fand sich in der Gondoschlucht und scheint eine Mikro- 
puccinia zu sein. 0. Schneider-Orelli (Wadenswil). 

Yolk art, A., Fungi, Pilze. [In: Pflanzengeographische 
Monographie des Berninagebietes von E. Riibel.] 
(E n g 1 e r s Botanische Jahrbiicher. Bd. 47. p. 505—521.) 

Verf. gibt hier ein Verzeichnis der bis jetzt im Berninagebiete (Kanton 
Graubunden) festgestellten Pilze; er zahlt nahezu 200 Arten mit genauen 
Fundortsangaben auf, worunter sich auch einige neue Spezies befinden, 
namlich Puccinia Riibelii, Venturia longisetosa, Ven- 
turia Braunii, Pyrenophora pileata, Gnomoniella 
Alnobetulae und Phyllosticta interficiens. 

Schneider-Orelli (Wadenswil). 
Traiizschel et Serebrianikow, Mycotheca Rossica. Fasz. 1—4. 
Leipzig (Theod. Osw. Weigel) 1910—1911. 

Die Pilze des Exsikkatenwerkes (Fasz. 1—4) staramen aus deni mittleren 
und siidlichen RuBland, Rrim, Kaukasus, Finnland, Turkestan. Mitarbeiter 
sind: Woronow, Potebnia, Schirajewsky, Krylow, 
Androssow, Werestschagin u. A. — Rehm bestimmte viele 
Ascomyceten. Folgende Gattungen, Arten oder Formen sind neu: 

Albugo EurotiaeW. Tranzschel, auf Eurotia ceratoides ; Puc¬ 
cinia SchirajewskiiW. Tranz. (Brachypuccinia, auf sieben S e r r a - 
tu 1 a-Arten in diversen Gegenden, von P. tinctoriicolla Magn. deutlich ver- 
schieden); P. n i t i d u 1 a W. Tranz. (auf Polygonum alpinum und P. Lax- 
mani Lep. in voneinander weit entfemten Gebieten); P. s i b i r i c a W. Tranz. (auf 
Polygonum alpinum in der Prov. Tomsk), Melonomma medium Sacc. 
et Spez. var. Calligoni Rehm (auf Stengeln von Calligonum erinaceum 
Boracz); Cucurbitaria Halimodendri Rehm (auf Stengeln von Hali- 
modendron a r g-e n t e u m , zu einer Gruppe von Arten gehorend, deren Typus 
C. conglobata (Fr.) Ces. et De Not. ist); Physalosporina Tranzschelii 
Woron. n. g. et sp. (auf Stengeln von Caragana frutescens; von Botryo- 
sphaeria durch die Farbe und Struktur der Stromata und die Form und Anord- 
nung der Perithecien verschieden) ;CamarosporiumHalimodendriP. Henn. 
var. spontanea W. Tranz. (Sporulae 3-septatae); Cercospora olivascens 
Sacc. var. minor Serebr. (in foliis Aristolochiae Clematidis); Coieo- 
sporium Datiscae W. Tranz. (auf Datisca cannabina mit alien Ent- 
wicklungsstufen); Calonectria Fuckelii (Sacc.) Rehm f. Everniae Rehm 
(Sporen 2-, spater 4-zellig); Anthostomella constipata (Mt.) Sacc. var. 
diminuta Rehm. Von folgenden Arten werden genauere Diagnosen entworfen: 
Phragmidium Andersoni Shear (bisher aus Amerika bekannt, Tranz¬ 
schel sah auch die Pyknidien und Uredosporen), Plasmopara ribicola Schrot., 
Mela smia Caragana Thiim. 

Wir haben es mit einem zweiten Exsikkatenwerke, das sich mit den Pilzen RuB- 
lands beschaftigt, zu tun. 

Matouschek (Wien). 

Potebnia, A., Materiali k micologideskoc f 1 o r 6 Kurskoc i 
Charkovskoc gub. [Beitrage zur Micromyceten- 
floraderGouv. Kursk und Charkow.] (Travaux soc. natur. 
& 1’Univ. Imp6r. de Kharkow. T. 43. p. 203—241.) [Russisch.] 

Verf. behandeltdieUstilagineae,Uredinales,Ascomycetes, 
Sphaeriales, Deuteromycetae, Melanconiales, H y - 
p h a 1 e 8. Eine groBe Zahl von Arten ergab sich aus den genannten Ge¬ 
bieten als neu, darunter viele Schadlinge. — Von ahnlichen Arten entwirft 
er gute Figuren, durchwegs Originale. Neu sind: 

Neu sind: Mycosphaerella Jaczewskii (auf Phleospora Cara¬ 
gana e Jacz. auf Blattern von Caragana arborescens), M. Violae (auf 
Viola hirta - Blattern), Ascochyta Melonis (mit Didymella Me- 


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Pflanzenkrankheitcn, parasitische Pilze etc. 


1 o n i s Pass, auf diversen Organen von Cucumis Melo), Diplodia Betae 
(auf Beta vulgaris), Phleospora Caraganae Jacz. nov. var. L a t h y r i, 
Melanconium Czerniaiewi (auf jungen Eichentrieben). 

Die Arbeit bringt auch Erganzungen zu den bestehenden Diagnosen 
vieler Arten und beschaftigt sich mit der Verbreitung der Arten besonders 
in RuBland. Matouschek (Wien). 

Petroff, 3. P., Die Pilze des Moskauer Distriktes. (Bull, 
d. Jard. imp6r. botan. de St. PGtersbourg. T. 11. p. 63—73.) [Russ.] 

Eine Fortsetzung der Studien des Verf., also eine Fortsetzung des 1910, 
1. c., publizierten ersten Beitrages. 

32 Pilze zahlt er auf, darunter Schadlinge und Parasiten aus den Gruppen 
U s t i 1 a g i n e a e , Ascomycetes, Uredinales, Hymeno- 
mycetes, Fungi imperfecti. Neue Arten oder Formen werden 
nicht erwahnt. In einem Anhange gibt Verf. noch Bemerkungen zu 5 Num- 
mem der im 1. Beitrage publizierten Pilzarten. 

Matouschek (Wien). 

Sydow, H. und P., Einige neue parasitische Pilze aus 
RuBland. (Annales Mycol. Vol. 10. p. 214—217.) 

Enthalt die Beschreibungen von: 

Ustilago Trebouxi (auf Melica ciliata und Triticum cri¬ 
sta t u m), Uromyces Ceratocarpi (auf Ceratocarpus arena- 
rius), Uromyces Kochiae (auf Kochia prostrata), Puccinia 
proximeila (auf Chrysanthemum millefoliatu m), P u c c. Tre¬ 
bouxi (auf Melica ciliata), Pucc, permixta (auf Diplachne 
serotina), Pucc. festucina (auf Festuca ovina). 

Die neue Pucc. permixta bildet ihre Aecidien, wie kulturell 
nachgewiesen wurde, auf verschiedenen Allium- Arten ausi 

H. Sydow (Schoneberg). 

Treboux, 0., Beitrage zur Kenntnis der ostbaltischen 
Flora. VII. 1. Verzeichnis von parasitischen Pilzen 
aus dem Kreise Pernau. (Korrespondenzbl. d. Naturforscher- 
Ver. Riga. LV. p. 91—101.) 

Eine groBere Zahl von Arten ist fur das Gebiet der Ostseeprovinzen neu. 
Viel groBer ist die Anzahl derjenigen Arten, welche in diesen Provinzen auf 
neuen Wirtspflanzen auftreten. Im Verzeichnisse werden im ganzen 160 
Arten aus diversen Pilzfainilien aufgezahlt. Matouschek (Wien). 

Naoumoff, N., Materiaux pour la flore mycologique de 
la R u s s i e. (Bull. Soc. Mycol. France. T. 29. 1913. p. 273—278, 1 pi.) 

Verf. gibt die Beschreibungen von einigen neuen parasitischen Pilzen 
aus RuBland: 

Bremia graminicola n. sp. wird folgendermaBen charakterisiert: „Ma- 
oulis primo lutescentibus dein fuscis, rubinde etiara totum folium occupantibus; cae- 
spitulis floccosis, albidis, dein griseis; conidiophoris hypophyllis, rarius epiphyllis, usque 
ad 600 [i alt., 9—10 ix diam., inferae in bulbo globoso inflatis superne 6—6 lies dicho¬ 
tomy, ramis rigidis alteme ultra citroque curratis, ramulis ultimis in vesiculam inflatis, 
papillas 4 insidentibus. Conidiis fere globosis, uno apice quandoque leniter acuminatis, 
hyalinis, 12 p diam. — Oosporis nondum cognitis. — Hab.: in foliis vivis Arthraxo- 
nis ciliaris Beauv., in prov. Austro-Ussuriensi (Rossiae orient.)“. Auf diesem 
Pilz parasitiert wiederum ein Cicinnobus, C. bremiphagus n. sp., der 
ebenfalls niiher beschrieben wird. 

Eine weitere Art, welche beziiglich Form und Farbe des Stroma an Polystig- 
m i n a , beziiglich Form der Sporen an S e p t o r i a erinnert, wird zu einer neuen Gat- 
tung, Rhodoseptoria, gestcllt. Diesc Gattung wird folgendermaBen charak¬ 
terisiert: „Stroma phyllogenum, subdiscoideum, convexo-concavum, carnulosum, ferru- 


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Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilzs etc. 


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gineum, intus pluriloculare; pycnidiis ostiolo rotundo sursum pertusis; stylosporis fili- 
formibus, simpliciis, hyalinis. 44 Die neue Art wird ais Rh . ussuriensis N. Naoum. 
bezeichnet; die Diagnose lautet: „Stroma 2—5 mm. lat., pycnidiis ovoideis vel sphaeri- 
cis, 150—200 x 200—300 Stylosporis filiformis, continuis, hyalinis, 35x1 oonidio- 
phoris clavulatis, hyalinis, 15 X 1 pu — Hab.: in foliis vivis fructibusque Pruni (manshuri- 
cae) in prov. Austro-Ussuriensi (Rossia orient)* 4 . 

L a k o n (Tharandt). 

Magnus, Paul, ZurPilzfloraSyriens. J. Bornmuller, Iter 
S y r i a c u m. II. Fungi. (Mitteil. d. thiiiing. botan. Ver. N. F. 
Heft 28. p. 63—75. 1 Taf.) 

Neu sind: 

Schroeteria Bornmulleri u. sp. in den Samen von Veronica 
b i 1 o b a L. (Libanon; von Schr. Decaisneana durch groBere Sporen verschieden; 
Verf. bemerkte, daB alle drei Schroeteri a-Arten, also auch Schr. Delastrina, 
sehr nahe verwandt sind), Aecidium libanoticumn. sp. (Libanon, auf A s p e 
ml a Libanotica Boiss.). Lupinus hirsutus L. ist eine neue Wirts- 

? flanze fiir Uromyces (speziell des U. renovatus Syd.) Verf. fand ferner einen 
Iredo, der zu einer wahrscheinlich neuen Puccinia auf Picridium dicho* 
t o m u m M. B., die er Puccinia Picridiin. sp. bezeichnet, gehort. Viele kri- 
tische Bemerkungen. Puccinia Picridis strigosae Syd. gehort vielleicht 
doch zu P. Picridis Haszl. 

Matouschek (Wien). 

Kasai, M., Contributions to the mycological Flora of 
Japan. III. On the Japanese Species of Phragmi- 
d i u m. (Trans. Sapporo Nat. hist. Soc. III. p. 27—51, w. 1 pi.). 

L Auf Rosa wurden gefunden: Phragmidium fusiforme Schroet. (wohl 
nur fur Japan); Phr. americanum (Pk.) Diet, (mit Diagnose); Phr. japoni- 
cum Diet, (endemische Art); Phr. Rosae multiflorae Diet, (soil nach Verf. 
nicht mit Phr. subcorticium [Schrk.] vereinigt werden; eine endemische Art 
mit genauer Diagnose); Phr. Rosae rugosae, Phr. yezoense (neue Arten 
mit englischen Diagnosen). 

IL Auf Potentilla: Phr. Potentillae (Pers.) Kst. (aufdiversenArten). 
HI. Auf Sanguisorba: Phr. carbonarium (Schlecht.) Wtz. 

IV. Auf Rubus: Phr. Rubi (Pers.) Wint., Phr. Rubi Idaei (Pers.) (neu 
fiir Japan); Phr. Barnardi Plowr. etWt., var. pauciloculare Diet., P h r. 
g r i s e u m Diet., Phr. heterosporum Diet., Phr. Nambuanum Diet., 
Phr. Rubi Thunbergii Kus., Phr. Yoshinagai Diet, (durchwegs ende¬ 
mische Arten); Phr. Rubi japonici (eine neue Art). 

Matouschek (Wien). 

Sydow, H. and P., Notes and Descriptions of Philippine 
Fungi. I. (Leaflets of Philippine Botany. Vol. 4. p. 1153—1159.) 

Die Verff. geben einen kleinen Beitrag zur Kenntnis der fast noch ganz- 
lich unerforschten Pilzflora der Philippinen-Inseln. Genannt werden meist 
parasitische Arten, von denen ll(lPseudomeliola, 1 Stigmatea, 
4 Asterina, 3 Phyllachora, 1 Darwiniella, 1 Pla- 
cosphaeria) als neu beschrieben werden. H. Sydow (Schoneberg). 

Patouillard, N., Quelques Champignons du Tonkin. (Bull. 
Soc. Mycol. France. T. 29. 1913. p. 206—228.) 

Eine Aufzahlung von zahlreichen parasitischen und saprophytischen 
Pilzen. Neu sind folgende Arten: 

Heterochaete roseola (auf abgestorbener Rinde), Porogramme 
Duporti (auf kleinen abgestorbenen Zweigen), P. camptogramma (auf alten 
Bambusstammen), Ganoderma ostracodes (auf Baumstiimpfen), Gyro- 
dontium Eberhardti (auf Pfahlen), Hygrophorus miniato-albus 
(gruppenweise auf der Erde), Pluteus minutus (auf Rinde), Rhodophyl- 
lus (Leptonia) submurinus (auf der Erde im Gras), Clitopilus cris- 
p u s (auf Waldboden), Leucocoprinus dolichaulos var. crypto- 
cyclus n. var. (auf der Erde im Gras), Agaricus iocephalus (auf Erde in 


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Pflanzenkrankheitcn, parasitische Pilze etc. 


1 o n i s Pass, auf diversen Organen von Cucumis Melo), Diplodia Betae 
(auf Beta vulgaris), Phleospora Caraganae Jacz. nov. var. L a t h y r i, 
Melanconium Czerniaiewi (auf jungen Eichentrieben). 

Die Arbeit bringt auch Erganzungen zu den bestehenden Diagnosen 
vieler Arten und beschaftigt sich mit der Verbreitung der Arten besonders 
in RuBland. Matouschek (Wien). 

Petrol!, J. P., Die Pilze des Moskauer Distriktes. (Bull, 
d. Jard. imp6r. botan. de St. P6tersbourg. T. 11. p. 63—73.) [Russ.] 

Eine Fortsetzung der Studien des Verf., also eine Fortsetzung des 1910, 
1. c., publizierten ersten Beitrages. 

32 Pilze zahlt er auf, darunter Schadlinge und Parasiten aus den Gruppen 
U s t i 1 a g i n e a e , Ascomycetes, Uredinales, Hymeno- 
mycetes, Fungi imperfecti. Neue Arten oder Formen werden 
nicht erwahnt. In einem Anhange gibt Verf. noch Bemerkungen zu 5 Num- 
mern der im 1. Beitrage publizierten Pilzarten. 

Matouschek (Wien). 

Sydow, H. und P., Einige neue parasitische Pilze aus 
RuBland. (Annales Mycol. Vol. 10. p. 214—217.) 

Enthalt die Beschreibungen von: 

Ustilago Trebouxi (auf Melica ciliata und Triticum cri¬ 
sta t u m), Uromyces Ceratocarpi (auf Ceratocarpus arena- 
rius), Uromyces Kochiae (auf Kochia prostrata), Puccinia 
proximella (auf Chrysanthemum m i 11 e f o 1 i a t u m), P u o c. Tre¬ 
bouxi (auf Melica ciliata), Pucc. permixta (auf Diplachne 
serotina), Pucc. festucina (auf Festuca ovina). 

Die neue Pucc. permixta bildet ihre Aecidien, wie kulturell 
nachgewiesen wurde, auf verschiedenen Allium- Arten aus. 

H. Sydow (Schoneberg). 

Treboux, 0., Beitrage zur Kenntnis der ostbaltischen 
Flora. VII. 1. Verzeichnis von parasitischen Pilzen 
aus dem Kreise Pernau. (Korrespondenzbl. d. Naturforscher- 
Ver. Riga. LV. p. 91—101.) 

Eine groBere Zahl von Arten ist fur das Gebiet der Ostseeprovinzen neu. 
Viel groBer ist die Anzahl derjenigen Arten, welche in diesen Provinzen auf 
neuen Wirtspflanzen auftreten. Im Verzeichnisse werden im ganzen 160 
Arten aus diversen Pilzfamilicn aufgezahlt. Matouschek (Wien). 

Naoumotf, N., Materiaux pour la flore mycologique de 
la R u s s i e. (Bull. Soc. Mycol. France. T. 29. 1913. p. 273—278, 1 pi.) 

Verf. gibt die Beschreibungen von einigen neuen parasitischen Pilzen 
aus RuBland: 

Bremia graminicola n. sp. wird folgendermaBen charakterisiert: „Ma- 
culis primo lutescentibus dein fuscis, rubinde etiam totum folium occupantibus; cae- 
spitulis floccosis, albidis, dein griseis; conidiophoris hypophyllis, rarius epiphyllis, usque 
ad 600 [L alt., 9—10 \l diam., inferae in bulbo globoso inflatis superne 5--6 lies dicho¬ 
tomy, ram is rigidis alteme ultro citroque curratis, ramulis ultimis in vesiculam inflatis, 
papillas 4 insidentibus. Conidiis fere globosis, uno apice quandoque leniter acuminatis, 
hyalinis, 12 ja diam. — Oosporis nondum cognitis. — Hab.: in foliis vivis Arthraxo- 
nis ciliaris Beauv., in prov. Austro-Ussuriensi (Rossiae orient.)**. Auf diesem 
Pilz parasitiert wiederum ein Cicinnobus, C. bremiphagus n. sp., der 
ebenfalls niiher beschrieben wird. 

Eine weitere Art, welche beziiglich Form und Farbe des Stroma an Polystig- 
m i n a , beziiglich Form der Sporen anSeptoria erinnert, wird zu einer neuen Gat- 
tung, Rhodoseptoria, gestellt. Diese Gattung wird folgendermaBen charak¬ 
terisiert: „Stroma phyllogenum, subdiscoideum, convexo-concavum, carnulosum, ferru- 


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Pflanzenkrankbeiten, parasitische Pilzs etc. 


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gineum, intufl pluriloculare; pycnidiis ostiolo rotundo sursum pertusis; stylosporis fili- 
formibus, simpUciis, hyalinis. 44 Die neue Art wird ala Rh . ussuriensis N. Naoum. 
bezeichnet; die Diagnose lautet: „Stroma 2—5 mm. lat., pycnidiis ovoideis vel sphaeri- 
cis, 160—200 x 200—300 pu Stylosporis filiformis, continuis, hyalinis, 35X 1 (x; conidio- 
phoris cl&vulatis, hyalinis, 16 X 1 pu — Hab.: in foliis vivis fructibusque Pruni (manshuri- 
cae) in prov. Austro-Ussnriensi (Rossia orient) 44 . 

L a k o n (Tharandt). 

Magnus, Paul, ZurPilzfloraSvriens. J. Bornmtiller, Iter 
S y r i a c u m. II. Fungi. (Mitteil. d. thiiring. botan. Ver. N. F. 
Heft 28. p. 63—75. 1 Taf.) 

Neu sind: 

Schroeteria Bornmiilleri u. sp. in den Samen von Veronica 
b i 1 o b a L. (Libanon; von Schr. Decaisneana durch groBere Sporen verschieden; 
Verf. bemerkte, daB alle drei Schroeteri a-Arten, also auch Schr. Delastrina, 
sehr nahe verwandt sind), Aecidium libanoticumn. sp. (Libanon, auf A s p e 
rula Libanotica Boiss.). Lupinus hirsutus L. ist eine neue Wirts- 
pflanze fiir Uromyces (speziell des U. renovatus Syd.) Verf. fand ferner einen 
uredo, der zu einer wahrscheinlich neuen Puccinia auf Picridium dicho- 
t o m u m M. B., die er Puccinia Picridiin. sp. bezeichnet, gehort. Viele kri- 
tische Bemerkungen. Puccinia Picridis strigosae Syd. gehort vielleicht 
doch zu P. Picridis Haszl. 

Matouschek (Wien). 

Kasai, M., Contributions to the mycological Flora of 
Japan. III. On the Japanese Species of Phragmi- 
d i u m. (Trans. Sapporo Nat. hist. Soc. III. p. 27—51, w. 1 pi.). 

L Auf Rosa wurden gefunden: Phragmidium fusiforme Schroet. (wohl 
nur fiir Japan); Phr. americanum (Pk.) Diet, (mit Diagnose); Phr. japoni- 
cum Diet, (endemische Art); Phr. Rosa© multiflorae Diet, (soil nach Verf. 
nicht mit Phr. subcorticium [Schrk.] vereinigt werden; eine endemische Art 
mit genauer Diagnose); Phr. Rosae rugosae, Phr. yezoense (neue Arten 
mit englischen Diagnosen). 

II. Auf Potentilla: Phr. Potentillae (Pers.) Kst. (aufdiversenArten). 

III. Auf Sanguisorba: Phr. carbonarium (Schlecht.) Wtz. 

IV. Auf Rubus: Phr. Rubi (Pers.) Wint., Phr. Rubi Idaei (Pers.) (neu 
fiir Japan); Phr. Barnardi Plowr. et Wt., var. pauciloculare Diet., Phr. 
griseum Diet., Phr. heterosporum Diet., Phr. Nambuanum Diet., 
Phr. Rubi Thunbergii Kus., Phr. Yoshinagai Diet, (durchwegs ende¬ 
mische Arten); Phr. Rubi japonici (eine neue Art). 

Matouschek (Wien). 

Sydow, H. and P., Notes and Descriptions of Philippine 
Fungi. I. (Leaflets of Philippine Botany. Vol. 4. p. 1153—1159.) 

Die Verff. geben einen kleinen Beitrag zur Kenntnis der fast noch ganz- 
lich unerforschten Pilzflora der Philippinen-Inseln. Genannt werden meist 
parasitische Arten, von denen ll(lPseudomeliola, 1 Stigmatea, 
4 Asterina, 3 Phyllachora, 1 Darwiniella, 1 Pla- 
cosphaeria) als neu beschrieben werden. H. Sydow (Schoneberg). 

Patouillard, N., Quelques Champignons du Tonkin. (Bull. 
Soc. Mycol. France. T. 29. 1913. p. 206—228.) 

Eine Aufzahlung von zahlreichen parasitischen und saprophytischen 
Pilzen. Neu sind folgende Arten: 

Heterochaete roseola (auf abgestorbener Rinde), Porogramme 
D u p o r t i (auf kleinen abgestorbenen Zweigen), P. camptogramma (auf alten 
Bambusstammen), Ganoderma ostracodes (auf Baumstiimpfen), Gyro- 
dontium Eberhardti (auf Pfahlen), Hygropliorus miniato-albus 
(gruppenweise auf der Erde), Pluteus minutus (auf Rinde), Rhodophyl- 
lus (Leptonia) submurinus (auf der Erde im Gras), Clitopilus cris- 
p u a (auf Waldboden), Leucocoprinus dolichaulos var. crypto- 
cyclus n. var. (auf der Erde im Gras), Agaricus iooephalus (auf Erde in 


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Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilze ©to. 


Bambushecken), A. phaeocyolus (auf der Erde), A. rhopalopodius (auf 
kultiviertem Boden), Ascobolus Demangei (auf der Erde), Amphis- 
phaeria stellata (auf Bambushalmen), Phylacia pusilla (auf Kind©), 
Nectria viridula, N. ohrysolepis, N. gallifera, Torubiella 
tomentosa var. oitrina n. var. (auf Cocciden auf Bambusblattera), P h y 1 - 
lachora Meliae (auf den Blattern von Melia Azedarach), Vo lute 11 a 
gossypina (zerstreut, auf abgefallenen Blattern). 

Agarious (Eutoloma) microcarpus Berk, et M. (Eutoloma 
microcarpus Petch) gehort zu Mycena: M. microcarpa (Berk, et M.) 
Pat. 

Verf. macht femer bemerkenswerte Notizen iiber Leucoooprinus Molyb- 
d i t e s (Mayer), Bhaoophy llus Berk, et M. und Phialea. 

L a k o n (Tharandt). 

Brenckle, J. F., Fungi Dacotenses. Fasc. 4. Leipzig (Theod. Osw. 
Weigel) 1910. 

Der Inhalt dieses Faszikels, Nr. 76—100, ist folgender: 

Aecidium abundans auf Symphoricarpus occidentalis; 
Coleosporium Solidaginis (Schw.) Thum. auf Solidago Canaden¬ 
sis; Cronartium Comandrae Fk. auf Comandra pallida; Me- 
lampsora Medusae Thiim. auf Populus deltoides; Puccinia a m - 
p h i g e n a Diet, auf Calamovilfa longifolia; P. Crandallii Pam. 
et Hume auf Festuca ovina; P. Koeleriae Arth. auf Koeleria cri- 
stata; P. pustuluta (Pk.) Arth. auf Andropogon furcatus; P. sub- 
sterilis Ell. et Ever, auf Stipa viridula; Pucciniastrum Agri- 
mo n i a e (Sch.) Tranz. auf Agrimonia hirsutus ; Sclerospora grami- 
nicola (Sacc.) Schr. auf Panicum viridis: Uromyces appendicu- 
latus (Pers.) Ung. auf Phaseolus nanus; Uropyxis amorphae 
(Curt.) Schroet. auf Amorpha canescens; U. petalostemontia (Farl.) 
Det. auf Kunistera Candida; Ustilago avena var. 1 e v i s Kell, et 
Swin. auf Avena sativa; U. Panicimiliacei (Pers.) Wint. auf Pani¬ 
cum miliaceum ; Exoascus Pruni Fckl. auf Prunus Americanus; 
Plowrightia morbosa Sacc. auf Prunus sp.; Otthia Symphori- 
carpi auf Sympho-ricarpus occidentalis Ell. et Ever.; R o s e 11 i n i a 
pulveracea (Ehr.) Sacc. und Zignella Morthieri (Fckl.) Sacc. auf derselben 
Pflanze. 

Die Nr. 92—95 sind Arten der Gattungen Bovista u. Lycoperdon. 

Matouschek (Wien.) 

Clements, F. E., Nova Fungorum coloradensium genera. 
(Minnesota. Bot. Studies. Part. II. Vol. 4. p. 185—188. 1 tabl.) 

1. Auf Ipomoea leptophylla tritt Comaclathrislpo- 
m o e a e n. g. n. sp., auf Stengeln von Leptotaenia multifid a 
C. 1 a n a t a n. g. n. sp. auf. Das neue Genus ist eine behaarte C1 a t h r o 

s p o r a. 

2. Auf Wurzeln von Betula occidentalis tritt P e z o 1 o m a. 
g r i s e u m n. g. n. sp. auf. Das neue Genus ist eine sitzende Cyathicula. 

3. Auf Asten von Populus tremuloides tritt Sirodothis 
P o p u 1 i n. g. n. sp. auf. Die neue Gattung ist eine Dothiorella mit 
in Ketten sich absondernden Sporen. 

4. An Stengeln von Pedicularis racemosa tritt Siro- 
c y p h i s n i v e a n. g. n. sp. auf. Vielleicht eine behaarte Sirozythia. 

5. Leucopezis excipulata auf moosiger Erde und P h a 1 o - 
thrix hyalotricha (Rehm) Clements n. g. ist eine einzellige und 
glanzende Haare besitzende Dasyscypha. Matouschek (Wien). 

Peck, Ch. H., Report of the State Botanist 1911. (New York 
State Mus. Bull. No. 157. 116 pp. with tab.) 

Aus dem Staate New York wurden als neu beschrieben: 


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Pflanzenkrankheiten, p&rasitische Pilze etc. 


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Ascochy ta imperfecta auf Medicago sativa; Cercospo- 
rella terminalis auf Veratrum viride; Phoma bacteriophila 
auf Pinus Strobus; Ph. leprosa auf Friichten von Crataegus punc¬ 
tata; Septoria mirabilissima auf Pinus Strobus; Teichospora 
trimorpha AtL auf P o p u 1 u s; Vermicularia hysteriiformis auf 
Caulophyllum thalic troides; Ustilago Osmundae Peck. nov. 
var. cinnamomeae wird mit dem Typus zu Mycosyrinx gestellt. 

Aus anderen Staaten N.-Amerikas (auch Cuba) wurden als neu be- 
schrieben: 

Cercospora Eustomae, C. mirabilis auf Crataegus r i v u - 
laris, Coryneum Sorbi, Dermatea Mori, Diaporthe inor- 
n a t a auf Rhus typhina, Diplodia polygonicola, Entoloma 
Bubtruncatum, Gloeosporium Psoraleae, Hermingsinia 
c a e s p i t o 8 a , H y s t e r i u m c u b e n 8 e , L e p t o n i a Davisiana, Lep- 
tostromella scirpina, Macrophoma Burserae, M. numerosa 
auf Robinia pseudacacia, Ovularia avicularis auf Polygo¬ 
num aviculare, Paxillus microsporus, Phoma Roystoneae, 
Septoria magnospora auf Prunus Fremonlii. 

Matouschek (Wien). 

Patouillard, N., Quelques Champignons du Costa-Rica. (Bull. 
Soc. myc. France. T. 28. p. 140—143.) 

In Costarica wurden folgende Pilze aufgefunden: 

UromycesCestri Mont. var. m a c u 1 a n s nov. var. auf einer Cestrum- 
Art in der N&he von San Jos6; Puccinia Eleph&ntopodis-spicati nov. 
sp. auf lebenden Blattern von Elephantopus spicatus in San-Francisco de 
Guadelupe; Stereum ferreum Berk et Curt.; Podoscypha aurantiaca 
(Pers.); Stigmatea Cestri nov. sp. auf lebenden Blattern einer C e s t r u m - 
Art, San-Jos6; Phyllachora gentilis Speg. var. Calyptranthis nov. 
var. auf den Blattern und Friichten von Calyptranthes Tonduzii, San- 
Jos£; Phyllachora gratissima Rhem. auf den Blattern von Perse a 
gratissima, San-Jos6; Cercospora Hymenocallidis nov. sp. auf 
Hymenocallis littoralis Salisb., im Museumsgarten von San-Jos6; Mi¬ 
cro c e r a Tonduzii nov. sp. auf C o c c i d e n - Larven an den Blattern von 
Ficus, San-Jos6; Tubercularia Agaves nov. sp. auf Agave- Blattern, 
San-Jos6; Epicoccum asterinum nov. sp. auf den lebenden Blattern von 
Yucca elephantipes, San-Francisco de Guadalupe. 

Lakon (Tharandt). 

de Wildeinan, E., Documents pour 1 ’ 61 u d e de la g6o-bota- 
nique congolaise. (Bull. Soc. Royale de Botan. de Belgique. T. 51. 
1913. Vol. jubilaire. Fasc. 3.) 

Dans ce volumineux et savant travail, il y a quelques renseignements 
sur l’existence de Champignons au Congo beige, nous en donnons la nomen¬ 
clature: Dans la florule des environs de Beni (district de la Foret 6quatoriale) 
de W. signale Trichamphora pezizoidea Jungh., Poly- 
stictus sacer Fr., P. callisteus Syd., Aecidium atroal- 
b u m P. Henn., Teichosporella callimorpha Syd., Zig- 
noella Buettneri Rehm., Oidium erysiphoides Fr. Dans 
la florule de la region de Yambuya et dans la region de Buta-Bima: Myco¬ 
syrinx C i s s i (D. C.) Berk. Dans le district du Lac Albert-Edouard 
et du Ruwenzori, sur le Ninagongo on signale: Melampsora Lini 
(D. C.) Tul., Aecidium senegionis bupleuroidis Syd., 
Physalospora Bersamae Syd. Dans le district des Grands Lacs, 
on a signal^ Oidium erysiphoides Fr. 

Kufferath (Bruxelles). 

Sydow, H. und P., Beschreibungen neuer siidafrikanischer 
Pilze. (Annal. Mycolog. Vol. 10. p. 33—45, 3 Fig.) 

Die beschriebenen zahlreichen Novitaten sind fast durchweg parasi 


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110 


Pflanzenkrankheiten, parasiti&che Pilze etc. 


tische Pilze, von denen einige besonders hervorgehoben zu werden verdienen. 
Das schwarze Septobasidium protractum befallt im nSrdlichen 
Transvaal lebende Akazienzweige. Die stattliche Anzahl der sudafrikanischen 
H e m i 1 e i a-Arten wird durch 2 neue Species auf Tricalysia und 
F a d o g i a vergroBert. Aecidium Metalasiae ruft an den Asten 
der Nahrpflanze krebsartige Geschwiilste hervor, auf denen die langzylin- 
drischen Aecidienbecher sitzen. Das neue Entyloma Dahliaeauf 
Dahlia variabilis aus Natal ist besonders auffallend. P a r o - 
diella congregata an Limnanthemum-Blattern gleicht habi- 
tuell tauschend einer Doassansia. Eine neue Clypeosphaeriaceen- 
Gattung istTeratosphaeria auf Protea grandiflora, eharak- 
terisiert durch die eigenartige Wachstumsweise der Perithecien. Die neue 
Myriangiaceen-Gattung Ascostratum lebt auf der dicken Rinde einer 
Euphorbia. Linochorella striiformis nov. gen. et spec, 
befallt das Gras Heteropogon. An dem kosmopolitischen C y n o d o n 
D a c t y 1 o n wurde eine neue Cerebella aufgefunden. 

H. S y d o w (Schoneberg). 

Lettau, G., Beitrage zur Lichenographie von Thuringen. 
(Hedwigia. 52. p. 176—220; 53. p. 81—264.) 

Die Arbeit enthalt u. a. eine Liste von 32 auf Flechten parasitierenden 
oder Krustenflechten ahnlichen Pilzen, die Verf. beim Sammeln der thiirin- 
gischen Lichenes gelegentlich mit beobachtet hat. Einige derselben 
werden naher beschrieben. W. Her ter (Porto Alegre). 

Lettau, G., Beitrage zur Lichenenflora von Ost- und 
WestpreuBen. (Festschr. z. 50jahr. Bestehen d. PreuB. Bot. Ver. 
1912. p. 17—91.) 

Anhangsweise wird ein Verzeichnis von 36 flechtenahnlichen und auf 
Flechten parasitierenden Pilzen gegeben. W. H e r t e r (Porto Alegre). 

Lindau, G., Eine neue Belonium-Art aus Neu-Guinea. 
(Hedwigia. Bd. 51. p. 327—328.) 

G. B r a u s e fand auf den auBersten Spitzen der Rhizomschuppen von 
Polypodium iboense Brause auf Neu-Guinea (1000 m) einen Pilz, 
den Verf. als Belonium Brauseanumn. sp. beschreibt. Alle iibrigen 
Arten dieses Ascomyzeten haben viel l&ngere Sporen und kommen nur auf 
hoheren Pflanzen vor. Matouschek (Wien). 

VuiUemin, P., Revue annuelle de Mycologie. (Rev. g6n6r. 
d. scienc. Ann6e 24. 1913. p. 183—199.) 

V. passe en revue les progres de la SystSmatique et donne une revue 
des principaux groupes de Champignon. On devra consulter ce travail, les 
details 6tant trop nombreux. Kufferath (Bruxelles). 

v. Keissler, K., t) b e r die Gattung Symphyosira. (Mykol. 
Centralbl. Bd. 2. 1913. p. 321—325.) 

Die von PreuB begriindete Gattung Symphyosira besaB bis- 
her drei Arten. Verf. fand in Steiermark auf dem Erdboden eine neue Art, 
S. rosea, von der er eine genaue Beschreibung gibt. Die Gattung war 
in bezug auf ihren Bau nicht recht klar, da die Beschreibung der altesten 
Art, S. 1 u t e a, sehr unvollstandig ist. Durch den Verf. ist jetzt sicher. 


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Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilze etc. 


Ill 


daB das Koremium sehr lang ist, oben ein fast kugliges Kopfchen tragt, das 
in Hyphen auseinander geht, die am Ende stabchenformige, drei- bis mehr- 
zellige Sporen tragen. Mit der S. 1 u t e a stimmt S. alba Karst, iiberein, 
so daB als 3. Spezies nur noch die parasitische Art S. parasitica Mass, 
et Crossl. zur Gattung gehort. L i n d a u (Berlin). 

Sartory, A. et Bainier, G., Etude morphologique et biologi- 
que d’un champignon nouveau du genre Gymnoas- 
cus, Gymnoascus confluens n. sp. (Bull. Soc. Mycol. France. 
T. 29. 1913. p. 261—272, 1 pi.) 

Der neue Pilz, welcher auf Hundeexkrementen und auf den Kron- 
blattern der Sternblume aufgefunden wurde, bietet einige sehr interessante 
morphologische und biologische Eigentiimlichkeiten. Er wachst fast auf alien 
in der Mykologie iiblichen fliissigen und festen Nahrsubstraten. Durch den 
Pilz wird die Milch durch Ausfallen des Kaseins koaguliert, die Gelatine 
verflussigt. Auf EiweiB, Gelose und Reisstarke bleibt er dagegen ohne Ein- 
fluB. Sein Kulturoptimum betragt ca. + 24—25° C. Der Pilz bildet ein 
orangerotes Pigment, welches die Hande so energisch farbt, daB es sich sehr 
schwer wieder entfernen laBt. Dieses Pigment ist in Wasser, Alkoholen, 
Ather usw. loslich, wird durch starke Sauren und konzentrierte Alkalien, 
sowie die iiblichen Bleichmittel, wie Chlor usw. entfarbt, wahrend die orga- 
nischen Sauren auf dasselbe ohne deutlichen EinfluB sind. Die spektro- 
skopische Analyse zeigte eine Absorption der rechten Halfte von der 
Linie D ab. L a k o n (Tharandt). 

Martin, Ch. Ed., Les quatre Cordyceps de la flore myco- 
logique suisse. (Bull, de la soc. bot. de Geneve. Ser. II. T. 4. 
p. 375.) 

Zu den aus der Schweiz schon bekannten Arten Cordyceps ophio- 
glossoides Lk., C. militaris Lk., C. alutacea Pers. gesellt 
sich als vierter Burger C. capitata (Holmsk.) Fr. (zwischen Croix und 
Tour). Matouschek (Wien). 

Arnaud, G., Sur les genres Zopfia, Richonia et Caryo- 
s p o r a. (Bull. Soc. Mycol. France. T. 29. 1913. p. 253—260, 1 pi., 2 Fig.) 

Verf. studierte folgende Arten: Zopfia rhizophila Rabenh. 
(an den Wurzeln von Asparagus), Zopfia Boudieri nov. sp. 
(an den Wurzeln von Ligustrum vulgare L.), Richonia vario- 
s p o r a Boud. (an den Wurzeln von Asparagus) und Caryospora 
putaminum (Schwein.) de Kot. (auf faulenden Pfirsichkernen). 

Die ersten drei Arten gehoren zur Gattung Zopfia; Richonia 
variospora ist demnach als Zopfia variospora (Boud.) Am. 
zu bezeichnen. Die Eigentiimlichkeiten dieser Gattung sind so groB, daB 
die Bildung einer besonderen Familie der Zopfiaceae gerechtfertigt 
erscheint. Die wichtigsten Charaktere dieser Familie sind folgende: 1. Die 
Anordnung der Asci, welche im Mittelpunkt des Peritheciums inseriert sind 
und nach der Peripherie zu ausstrahlen. 2. Die Beschaffenheit der Perithecien- 
wandung und der Gleba. 3. Das Fehlen einer inneren Hohlung und des 
Ostiolums. 

Die Gruppe nahert sich den Tuberaceen und zwar durch den Standort, 
die Beschaffenheit der Wandung und die Fortdauer der Gleba, die Schwan- 


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112 


Pflanzenkrankheiten, parasitise he Pilze etc. 


kung in der Anzahl der Sporen im Ascus. Sie zeichnet sich auch durch den 
einfachen Bau des Hymeniums, die Konsistenz der Perithecienwandung, die 
groBen und septierten Ascosporen (bei Z. B o u d i e r i sind sie manchmal 
einzellig). 

Caryospora putarainum muB trotz der groBen Analogic 
rait Z o p f i a von dieser getrennt gehalten werden, da diese Art eine andere 
Anordnung der Asci aufweist und ein Ostiolum besitzt. 

Die Z o p f i a - Arten sind entweder Saprophyten oder nur ungefahr- 
liche Parasiten und haben daher kein groBes phytopathologisches Interesse. 

Die Diagnose der neuen Zopfia Bondieri lautet: „Peritheciis 
sparsis, globosis, magnitudine variis, 0,5—1,25 mm. diam., rugulosis, nigris, 
Ascis clavatis, ad basim vix attenuatis, apice rotundatis, magnitudine variis, 
plerumque 1—5 sporis. Ascosporis grandis plerumque medio septatis, con- 
strictis, 40—52x25—32 p., vel rarius continuis (25—32 p. diam.) utrinque 
perfecte rotundatis, tuberculosis, atro fuscis. — Hab. ad radices Ligustri 
vulgaris, Montpeljier, Gallia meridionalis.“ L a k o n (Tharandt). 

Bally,. W., Die Chytridineen im Lichte der neueren 
Kernforschung. (Mykol. Centralbl. Bd. II. 1913. p. 289—297.) 

Verf. bespricht kritisch die in den letzten zwei Jahren erschienenen 
Arbeiten iiber Chytridiaceen, mit besonderer Beriicksichtigung der Keim- 
verhaltnisse. L i n d a u (Berlin). 

Brown, H. B., Studies in the Development of Xylaria. 
(Annal. mycol. Vol. 11. 1913. p. 1—13, 2 tab.) 

Genauer wird die nordamerikanische Art Xylaria tentacu- 
1 a t a untersucht. Die Konidientrager entstehen an der Spitze des Stromas 
als seitliche Auszweigungen von Hyphen, meist sind sie unverzweigt und 
vergehen, sobald an der Spitze die Konidien gebildet worden sind. Unmittel- 
bar nach der Konidienbildung beginnt die Entwicklung der zahlreichen 
Perithecien. Sie erfolgt durch reichliche Verflechtung von Hyphen unterhalb 
der Stromaoberflache. Es bildet sich im Zentrum der Anlage die askogene 
Hyphe heraus, die sich schlieBlich reichlich verzweigt und die Schlauche 
hervorwachsen laBt. Zuerst hat das Askogon einen Kern, der sich aber in 
dem MaBe teilt, wie Schlauche gebildet werden. Die Teilung der Kerne 
erfolgt in der gewohnlichen Weise, aber Einzelheiten lieBen sich bei der Klein- 
heit nicht feststellen. L i n d a u (Berlin). 

Spaulding, P., Notes on Cronartium comptoniae. (Phyto¬ 
path. Vol. 3. 1913. p. 62.) 

Verf. infizierte mit einem Peridermium von Pinus silvest- 
r i s und P. ponderosa mit Erfolg Comptonia asplenifolia. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Shear, C. L. and Wood, A. K., Studies of fungous Parasites 
belonging to the Genus Glomerella. (U. S. Dep. of Agric. 
Bur. of Plant. Industr. Bull. No. 252. 1913.) 

Verff. isolierten Gloeosporien von folgenden Wirtspflanzen: Brya 
ebenus*, Caryota rumphiana*, Cinnamomum zeylani- 
cum, Citrus aurantium sinensis*, C. decumana, C. 
1 i m o n u m*, C. nobilis*, Coffea arabica*, Costus specio- 
sus, Curculigo spec.*, Eriobutrya japonic a*, Ficus 


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Pflanzenkrankheiten, parasitisohe Pilze etc. 


113 


carica, F. elastica, F. longifolia, Ginkgo biloba, 
Gleditschia triacanthos, Kentia spec.*, Ligustrum 
vulgare, Malus silvestris,Mangifera spec.*, Maranta 
arundinacea*, Oxycoccus macrocarpus*, Persea g r a - 
tissima, Phormium tenax, Pimenta acris*, Piper 
macrophyllum, Pitcairnia corallina*, Psidium g u a - 
j a v a*, R i b e s oxyacanthoides, Rubus occidentalis, 
Thea japonica, T. sinensis*, Theobroma cacao*, Vitis 
labrusca. In Kultur bildeten sich Perithecien (bei den mit * bezeichneten 
Pflanzen fand die Perithecienbildung des Pilzes nicht in Kultur, sondern 
nur an der Wirtspflanze statt), die als Glomerella cingulata 
(Stonem.) S. and v. S. bestimmt wurden. Auch die von Annona cheri- 
mola, Crataegus spec., Rubus trivialis,Smilax medica 
und Vanilla planifolia isolierten Gloeosporien gehorten zu Glo¬ 
merella cingulata; diese Pilze konnten aber nicht zur Perithecien¬ 
bildung gebracht werden. 

AuBer dem isolierten die Verff. Glomerella gossypii Edg. von 
Gossypium hirsutum, G. lindemuthianum Shear von 
Phaseolus vulgaris, Gloeosporium lagenarium (Pass.) 
Sacc. and Roum von Citrullus vulgaris, Cucumis sativus 
und Cucurbita pepo und G. musarum Cke. and Mass, von Musa 
paradisiaca sapientium; bei den beiden letztgenannten Gloeo¬ 
sporien konnte keine Perithecienbildung beobachtet werden. 

In Reinkultur reiner Linien von Glomerella cingulata zeigte 
sich, daB der Pilz in alien seinen Charakteren auBerordentlich variabel ist. 
Die Konidien entstehen bald einzeln an zerstreut stehenden Tragern, bald in 
dichten Lagern, in einem Fall wurden aufrecht stehende Konidientrager 
beobachtet, die makroskopisch an Verticillium erinnerten. Borsten sind an 
den Konidienlagern bald vorhanden, bald fehlen sie, Appressorien und Chlamy- 
dosporen wechseln in GroBe und Gestalt, Perithecien variieren in Form und 
GroBe usw. Die Ursache dieser Variation wurde von den Verff. nicht er- 
mittelt. Die Fahigkeit, Perithecien zu bilden, ist nach Ansicht der Verff. 
eine wohl fixierte, erbliche Eigenschaft einzelner Pilzrassen. 

Auf die zahlreichen Infektionsversuche der Verff. kann ich nicht naher 
eingehen, ebensowenig auf die detaillierten Angaben iiber das Verhalten 
der von den verschiedenen Wirtspflanzen isolierten Gloeosporien in Kultur; 
dagegen soil noch mit einigen Worten das SchluBkapitel iiber den Parasitis- 
mus von Glomerella gestreift werden. Glomerella ist in einzelnen 
Rassen und unter gewissen Bedingungen ein ausgesprochener Parasit. Dafiir 
spricht schon das Vorkommen von in den Samen uberwinternden Hyphen 
(Baumwoll- und Bohnen-Anthraknose), sowie das Vorkommen von Hyphen 
in perennierenden Trieben und in immergriinen Blattern. Die Tatsache, daB 
der Pilz in kiinstlicher Kultur gut wachst und auf Agarboden Perithecien 
bildet, spricht natlirlich in keiner Weise gegen den Parasitismus des Pilzes, 
bilden doch auch zahlreiche, als Parasiten wohlbekannte Pyrenomyceten 
ihre Perithecien nur auf den abgestorbenen Teilen der Wirtspflanze aus. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Chevalier, H., Agaric us me lie us. (Bull, hort., agric. et apic. 1913. 

p. 110.) 

Article de vulgarisation, conseils pratiques pour la destruction de ce 
champignon. Kufferath (Bruxelles). 

Zwette Abt. Bd. 42 8 

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114 


Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilze etc. 


Murrill, W. A., The Agaricaceae of the Pacific Coast. 
IV. New species of Clitocybe and Melanoleuca. 
(Mycologia. Vol. 5. 1913. p. 206.) 

Die Arbeit enthalt Beschreibungen 21 neuer Clitocybe- und 25 
neuer Melanoleuca - Arten. R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Massee, G., Fungi e x o t i c i. XII. (Bull, of misc. Inform. Kew. 1911. 
p. 223—226, w. pi.) 

Beschreibung folgender elf neuer meist parasitischer Pilze aus Malesien, 
dem tropischen Afrika, Natal und Queensland: 

Agaricacee: Clitocybe egregia: Singapore; 

Ustilagineen: *U s t i 1 a g o trichopterygis auf Trichopteryx hor¬ 
de if orm is Stapf: Nigeria; U. polytriadis auf Polytrias prae- 
m o r 8 a Hack.: Malacca; U. vastatoria auf Panicum sp.?: Baghirmi; 

Uredineen: P u c c i n i a cymbopogonisaufCymbopogon citratus 
Stapf: Uganda; P. pulvinata und * A e c i d i u m osyridocarpi auf Osy- 
ridocarpus natalensis D. C.: Natal; 

Sphaeriaceen: *B a 1 a n a i a sessilis auf Ichnanthus sp.?: Malesien: 
Johor; *B. asperata auf I. p a 11 e n 8 Munro: Malesien: Johor; Gibbera tine- 
tori a auf Manotes glaber: Rhodesia; 

Hyphomyzet: Hainesia aurantiaca auf Endianda insignia 
Bailey, Queensland. 

Die mit * versehenen Arten sind abgebildet. 

W. Herter (Tegel). 

Thaxter, Roland, Preliminary Descriptions of new Species of 
Rickia and Trenomyces. (Proc. of the Am. Ac. of Arts a. Scienc. 
Vol. XLVIII. p. 365—386.) 

Die hier beschriebenen Arten des Laboulbeniaceen- Genus Rickia 
kommen parasitisch auf Mil ben vor. 

Rickia f u r c a t a n. sp. auf Euzercon, Trinidad, Manaos, Amazon, Gre¬ 
nada ; R. a r a c h a o i d e a n. sp. auf Discopoma, Trychyuropoda, und 
auf Euzercon, Trinidad; R. a n o m a 1 a n. sp. auf I p h i o p s i s! Trinidad; R. 
D i s c o p o m a e n. sp. auf Discopoma, Peradeny ia, Ceylon; R. e 1 e g a n s n. sp. 
auf Discopoma, Peradeny ia, Ceylon; R. c r i s t a t a n. sp. auf einer an P r i os- 
c e 1 i 8 sp. schmarotzenden Milbe einer neuen C i 11 i b a nahestehenden Gattung, Kame- 
run; R. p u 1 c h r a n. sp. auf M a c r o c h e 1 e s sp. und Celaenopsis sp., Kame- 
run; R. obcordatan. sp. auf einer kleinen Milbe, Kamerun; R. e 11 i p t i c a n. sp. 
auf Discopoma sp., Trinidad; R. inclinata n. sp. auf einer unbestimmten 
Milbe, Trinidad; R. Celaenopsis n. sp. auf Celaenopsis sp., Trinidad; R. 
d i s c r e t a n. sp. auf einer G a m a s i d e , Trinidad; R. spat hula ta n. sp. auf 
Celaenopsis sp., Amazon; R. e x c a v a t a n. sp. auf Celaenopsis sp., Trini¬ 
dad; R. E u z e r c o n a 1 i s n. sp. auf Euzercon spp., Trinidad; R. Megisthani 
n. sp., auf Megisthanus sp., Trinidad; R. Megisthani var. Trachyuro* 
podae n. var. auf Trachy uropoda, Itacoatiara, Amazon und Trinidad; R. 
Kameruna n. sp. auf Euzercon sp., Kamerun; R. f i 1 i f e r a n. sp. auf einer 
Megiothanus verwandten Milbe, Kamerun. 

Die Gattung Trenomyces wurde zuerst von Chatton in Frank- 
reich an Fedcrlausen (Mallophaga) entdeckt. Verf. erhielt sodann Arten 
aus Elbing, PreuGen, Neapel, Neu-England und verschiedenen Teilen Nord- 
amerikas. Die Gattung steht Dimeromyces und Dimorphomyces 
nahe. Trenomyces histophorus Chat, et Picard erhielt Verf. aus 
Frankreich, Italien, Deutschland, auf Me nop on und Goniocotes, aus 
Kittery Point, Maine und Newton Mass auf Menopon sp., ebenso aus 
Bahama, Jamaika, Guatemala (Menopon mesoleucum), Kalifomicn, 
Jowa (M. tridens). 

Eine davon wahrscheinlich verschiedene Art fand sich auf Nirmus 
punctatus, N. maritimus, N. olivaceus. Von neuen Arten be- 
schreibt Verf.: Trenomyces Lipeuri auf Lipeurus sp. von Bussard Los 


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Pflanzenkrankheiten, paraaitische Pilze etc. 


115 


Amates, Guatemala; auf Lipeurus celer, Kalifornien. T. Laemobothrii 
auf Laemobothrium atrum vom Wasserhuhn, Neu-England. T. circinans 
auf Lipeurus an Tauben, Kingston; Lipeurus baculus, Elbing; Docophorus 
Californicus, Kalifornien; D. Monteregi. T. gib bus auf Lipeurus longi- 
pilus, Kalifornien. F. Ludwig (Greiz). 


Thaxter, Roland, New or critical Laboulbeniales from the 
Argentine. (Proceed, of the Amer. Acad, of Arts a. Scienc. Vol. XLVIII. 
1912. p. 155—223.) 

Es werden die folgenden Arten von Laboulbeniacen beschrieben: 

Dimeromyce8 Anisolabis n. sp. auf Anisolabis annulipes 
Luc., Palermo; D. C o r y n i t i 8 n. sp. auf Corynitee ruficollis Fabr., La Plata; 
Dimorphomyces Meronevae n. sp. auf Meroneva Sharpi L., Argen- 
tinien, Temperly; D. v e r t i c a 1 i s n. sp. auf A 11 e t a sp., Palermo; R i c k i a L i - 
spini n. sp. auf Lispinus tenellus Er., Llavallol, Los Amatos, Guatemala; 
R. Melanophthalmae n. sp. auf Melanophthalma sp. Llavallol; Mo- 
noicomyces Caloderae n. sp. auf C a 1 o d e r a sp., Palermo, Temperley, 
Llavallol; M. infuscatus Speg. auf Xantholinus Andinus Fano., Palermo, 
Llavallol;Mimeomycesdecipiensn. g. n. sp. auf Quedius sorecoce- 
p h a 1 u s Bemh., Llavallol ;Cantharomyces permasculusn. sp. auf Par- 
QU8 - Arten, Palermo; C. O p h i g 1 o s s a e n. sp. auf Ophioglossa sp. Llavallol 
Tucuman, Santa Catalina; C. P 1 a t e n s i s n. sp. auf Parnus?, Palermo; Amor- 
phomycesrubescens n. sp. auf Diestota sp. auf H o m a 1 o t a sp., Tem¬ 
perley und Llavallol; Tetrandromyces (n. gen.) Brachidae n. sp. auf B. 
R e y i Shp., Llavallol ;Dioicomyces n. sp. auf Formicella strangulata 
Pic., Palermo, Llavallol und Temperley; D. m a 11 e o 1 a r i 8 n. sp. auf A n t h i c u s 
parvus Pic., Palermo und Llavallol; D. umbonatus n. sp. auf Anthicus 
parvus Pic., Temperley; D. a n g u 1 a r i s n. sp. auf Anthicus parvus Pic., 
Temperley und Llavallol; Autophagomyces (n. g.) Platensis n. sp. auf 
Tomoderusforticornis Pic., Llavallol; A. nigripesn. sp., ebenda; Cryp- 
tandromyces (n. g.) geniculatus n. sp. auf Connophron n. sp., Tem¬ 
perley; Synandromyces (n. g.) Telephani n. sp. auf Telephanus sp, 
Temperley und Llavallol; S. geniculatus n. sp. auf Telephanus sp., Tem¬ 
perley und Llavallol; StigmatomycesAnoplischii n. sp. auf Anopli- 
s o h i u s sp., Buenos Aires, La Plata; Zeugandromyces (n. g.) australis n. 
sp. auf Scopaeus laevis Sharp., Palermo; Corethromyces Argen- 
t i n u s n. sp. auf Cryptobium sp., Palermo; C. 0 p h i t i s n. sp. auf O p h i t i s 
Fanvelii, Palermo; C. Platensis n. sp. und var. gracilis n. var. auf L a - 
throbium nitidum Er., Palermo, Temperley, Llavallol; C. Scopaei n. sp. 
auf Scopaeus frater Lynch, Palermo; C.brunneolusn. sp. auf S t i 1 i c u s 
sp., Temperley; C. stilicolus nov. comb. = Stichomyces Stilicolus 
Thaxter; C. pygmaeus n. sp. auf Stilicus sp., Palermo; C. sigmoideus 
n. sp. auf St. elegans Lynch, Llavallol; Corethromyces uncigerus 
n. sp. auf Stilicus elegans Lynch, Llavallol; C. a r m a t u 8 n. sp. auf Stili¬ 
cus sp., Palermo, Temperley, Tucuman; C. rhinoceralis n. sp. auf P i n o p h i - 
lus suffusus Er., Llavallol; C. macropusn. sp. auf Heterothaps n. sp., 
Llavallol; C. rostra tus n. sp. auf Heterothaps sp. Temperley; Sticho¬ 
myces Catalinae n. sp. auf Conosoma testarcum Lat., Llavallol; La - 
boulbeniaLathropinin. sp. auf Lathropinus fulvipes Er., Llavallol; 
L. funerea Speg. auf A n a e d u s , Buenos Aires (Sta. Catalina), wahrscheinlich Var. 
von L. polyphaga; L. hemiptcralis n. sp. auf Velia Platensis Berg. 
Palermo; L. V e 1 i a e n. sp. auf VeliaPlatensis Berg., Palermo; L. Lacticae 
n. sp. auf Lactica varicornis Jac., Palermo; L. B 1 e c h s i Speg. n. sp. auf 
Blechras sp., Llavallol; L. Monocrepidii n. sp. auf Monocrepidius 
sp.,. Palermo; L. fuscata n. sp. auf Pterostichus sp., Buenos Aires; L. g r a - 
nulosa n. sp. auf Argutor Bonariensis Dij., Insel Santiago; L. subin- 
f 1 a t a n. sp. auf Argutor Bonariensis Dij., Buenos Aires, Llavallol; L. Bo¬ 
na r i e n s i s n. sp. auf Argutor Bonariensis Dij., Llavallol; L. lutesceus 
n. sp. auf Argutor Bonariensis Dij., Buenos Aires, Temperley, Llavallol; L. 
a s p e r a t a n. sp. auf T a c h y s sp., Palermo; L. australis n. sp. auf Apenes 
sp., Tucuman; L. flexata n .sp. auf Brachinus sp., Santiago, La Plata; L. in- 

8 * 


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Pfianzenkrankheiten, parasitisohe Pilze etc. 


f 1 e c t a n. sp. auf G a 1 e r i t a , La Plata; L. margimata n. sp. auf G a 1 e r i t a 
Lacordairii, Argentinien; L. sordid a n. sp. auf Galerita sp., La Plata; 
L.Heteroceratis n. sp. auf Heteroceros La Plata, Kausas; L. fune- 
r a 1 i s n. sp. auf Gyrinus, Palermo; Rhachomyces Argentinus n. sp. 
auf einem kleinen Kafer Casponia, verwandt Juguy N.-Argentinien; Sc&phi- 
d i o m y c e s (n. g.) B a e o c e r a e n. sp. auf Baeocera n. sp., Llavallol; Scelo- 
phoromyces (n. g.) O soria n us n. sp. auf Osorius sexpunctatus 
Bernh., Palermo, Santiago, La Plata; Ecteinomyces filarius n. sp. auf Co* 
proporus rutilus Er., Tucuman; E. thinocharinusn. sp. auf Thino* 
charis exilis Er., Temperley; E. Copropori n. sp. auf Coproporus ru¬ 
tilus, Tucuman, Guatemala; Autoicomyces bicorn is n. sp. auf Bero- 
s u s sp., Palermo; Ceratomycesrhizophorusn. sp. auf Tropisternus 
sp., Palermo; C. ventricosuB n. sp. auf Tropisternus sp., Palermo; C.mar- 
g i n a 1 i s n. sp. auf Tropisternus sp. (?), Palermo; C. i n t e r m e d i u s n. sp. 
auf Tropisternus sp., Palermo; Synaptomyces (n. g.) Argentinus 
n. sp. auf Hydrocharis sp., Palermo. 

F. Ludwig (Greiz). 

Spegazzini, Carlos, Contribucion al estudio de las L a b o u 1 > 
beniomicetas Argentinas. (Anales del Museo Nacion. de Hist. 
Natur. de Buenos Aires. T. 23. 1912. p. 167—244.) 

Ein dichotomischer Bestimmungsschlussel aller Gattungen wird ent- 
worfen. Nachgewiesen sind durch den Verf. furs Gebiet im ganzen 65 Arten. 
N e u , mit lateinischen Diagnosen, werden beschrieben: 

Cantharomyces Bruchi, Cochliomyces (n. g.) argenti¬ 
ne n 8 i 8 , Corethromyces xantholini, Dichomyces a r g e n ti¬ 
ne n 8 i s , Dimorphomyces argentinensis, Eumonoicomyces 
argentinensis, Laboulbeniella (n. g.) dysonichae, tucuma- 
nensis, homophoetae, Monoicomyces infuscatus, Rhaco- 
myces sp., Sphaleromyces Bruchi, Laboulbenia antarctiae, 
asperula, blechri, c h 1 a e n i i, d a i 1 o d o n t i, e 1 e g a n t i s s i m a , fu- 
nerea, Leathsi, leptostoma, missionum, oedipus, oodis, 
p 1 a t e n s i s. Die Abbildungen beziehen sich nicht bloB auf diese neuen, sondem auch 
auf schon bekannte Arten. 

Matouschek (Wien). 

Moesz, Gustav, A lisztharmat. [Uber den Meh 11au.] 4°. 15 pp. 
Budapest (Urania) 1912. [Magyarisch. ] 

In der Einleitung geschichtliche Daten iiber den Mehltau. Die Ent- 
wicklungsgeschichte der Erysipheen wird nach Harper angegeben. Im 
Bestimmungsschlussel werden 10 Gattungen beriicksichtigt; bei der Be- 
schreibung der Arten nimmt Verf. Rucksicht auf das ungarische Gebiet, 
wobei er auch Oidium quercinum erwahnt. Die Bekampfungs- 
maliregel gegcn einige der recht parasitaren Arten gibt er an. Sehr schon 
sind die Figuren, die zum Toil Originale sind. Hierbei bildet Verf. insbe- 
sondere die Anhangsel der Perithecien und die Konidientrager ab. 

Matouschek (Wien). 

Blackman, V. H. and Welsford, E. J., The Development of the 
Perithecium of Polystigma rubrum DC. (Ann. of Bot. 
Vol. 26. 1912. p. 795—799.) 

Askogonien sind zwar wohl cntwickelt, doch infolge einer Desorgani- 
sation erzeugen sie keine askogenen Hyphen. Die Spermatien sind funk- 
tionslos. A'ukleare Fusionen findet man schon in den Asci. Vegetative 
Hyphen brechen ofters durch die Stomata hinaus, doch haben erstere nichts 
mit den Askogonien zu tun und konnen nicht als Trichogynen aufgefaUt 
werden. Ein normaler sexueller Prozc6 findet bei dem Pilze also nicht 
statt. Matouschek (Wien). 


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Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilze etc. 


117 


Moesz, G., A Marssonina Kirchneri Hegyi gomb£r61. 
[Uber Marssonina Kirchneri Hegyi n. sp.] (Botanikai 
kozlemSnyek. Bd. 11. p. 43.) [Magyar.] 

An von Hegyi erhaltenen Pflanzen fand Verf. statt des genannten 
Pilzes nur Fusicladium depressum var. Petroselini und 
Phoma Anethi. Matouschek (Wien). 


Fraser, W. P., Further Cultures of heteroecious Rusts. 
(Mycologia. Vol. 5. 1913. p. 233.) 

Mit Teleutosporen von Uredinopsis Struthiopteridis auf 
Onoclea struthiopteris wurde Abies balsamea erfolg- 
reichinfiziert. FrischeAecidiosporenvonPeridermium balsameum 
auf Abies balsamea wurden wiederholt auf Onoclea stru¬ 
thiopteris, 0. sensibilis, Phegopteris dryopteris 
und Osmunda claytoniana gebracht; die Infektion ging nur auf 
der erstgenannten Pflanze an. — Teleutosporen von Uredinopsis 
osmundae auf Osmunda claytoniana infizierten Abies 
balsamea; etwa 3 Wochen nach der Infektion erschienen die Aecidien 
von Peridermium balsameum. — Aecidiosporen des Peri¬ 
dermium balsameum von Abies balsamea, die in der 
Nahe von stark rostbefallenem Aspidium thelypteris gesammelt 
waren, wurden auf dieses Farnkraut iibertragen und infizierten dasselbe. — 
Teleutosporen der Uredinopsis phegopteridis von Phegop¬ 
teris infizierten Abies balsamea. — Mit Teleutosporen der Ure¬ 
dinopsis mirabilis von Onoclea sensibilis konnte Abies 
balsamea infiziert werden; umgekehrt gelangen auch Infektionsversuche 
mit den Aecidiosporen des Peridermium balsameum auf Ono¬ 
clea sensibilis. — Endlich gelangen Infektionsversuche mit Teleuto¬ 
sporen des Pucciniastrum myrtilli von Vaccinium c a n a - 
dense auf Tsuga canadensis, mit Teleutosporen der M e 1 a m p - 
sora medusa von Populus grandidentata auf Tsuga 
canadensis und mit Teleutosporen der Melampsora arctica 
von Salix auf Abies balsamea. Riehm (Berlin-Dahlem). 

Beauverie, J., £ t a t actuel de la question de la propa¬ 
gation desRouilles. (Ann. de la Soc. botan. de Lyon. T. 36. 1912. 
p. 24—60.) 

Wenn er auch alle Hochachtung vor den J. Eriksson schen Arbeiten, 
die mit groBer Konsequenz durchgefuhrt und noch weiter verfolgt werden, 
hat, so glaubt doch Verf., darauf hinweisen zu konnen, daft die Ansteckung 
durch auSere Keime hinreichend ist. Man denke nur an die Dauerhaftigkeit 
der U r e d o sporen. Die zytologischen Untersuchungen der Phanomene, 
welche zwischen Parasit und Wirt vorgehen, weisen nicht auf das Vorhanden- 
sein des Mykoplasmas hin. Die Fragen der Spezialisierung des Parasitismus, 
der Rezeptivitat und der Immunitat, der phagozytaren und symbiontischen 
Theorie, der Schadlichkeit der Rostpilze, bieten vielfach Momente weiteren 
interessanten Studiums. Da heiftt es, um der Landwirtschaft Nutzen zu 
bringen, Geldopfer anzuwenden, um uber bedeutende Punkte in dieser Frage 
einig zu werden. Matouschek (Wien). 


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Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilze etc. 


Sydow, P., Uredineae exsiccatae. Fasc. 48. No. 2351—2400. 
Berlin 1911. 

—, Ustlilagineae exsiccatae. Fasc. 11. No. 426—450. Berlin 
1911. 

Die Sammlung enthalt eine Reihe von kurzlich beschriebenen neuen 
Arten, wie z. B. 

Uromyces orientalis Syd. auf Indigofera 1 i n i f o 1 i a , Puc- 
cinia deminuta Vlengel auf Galium palustris, Puccinia mela- 
n o p s i s Syd. auf Gynandriris Sisyrinchium, Puccinia Poly- 
g o n i - a 1 p i n i Cruchet et Mayor auf Polygonum alpinum, Cysto- 
psora Olece Butl. auf Olea dioica, Uredo Scheffleri Syd. auf einer 
Capparidacee, Ustilago paradoxa Syd. et Butl. auf Panicum frumen- 
t a c e u m. 

W. H e r t e r (Tegel). 

Beauverie, J., L’hypothese du mycoplasma et les cor- 
puscules metachromatiques. (Compt. Rend. Acad. Scienc. 
Paris. T. 42. p. 612—615.) 

Verf. glaubt, nachweisen zu konnen, daB deswegen die Mykoplasma- 
theorie irrig ist, weil die metachromatischen Kornchen, aufgefunden in den 
Zellen des Uredineenmycels und auch in den erkrankten Wirtszellen, mil 
den Zellkernen des Rostpilzes verwechselt wurden. 

Matouschek (Wien). 

Borggardt, A. J., t) b e r die Kernverhaltnisse bei Uredo 
alpestris. (Mykol. Centralbl. Bd. 2. 1913. p. 193—195.) 

Bei Uredo alpestris wurde festgestellt, daB die Uberwinterung 
durch die Uredosporen erfolgt und die Verbreitung im Sommer ebenfalls 
den Uredosporen zu danken ist. Es blieb allerdings immer noch die Ver- 
mutung offen, daB die Uredosporen nur besonders ausgebildete Teleutosporen 
seien, zumal bisher noch niemals die Auskeimung gesehen war. Deshalb unter- 
suchte Verf. die Kerne. Jede Spore ergab zwei Kerne, ebenso wie die Zellen 
der Paraphysen. Demnach haben wir es hier wirklich mit Uredosporen 
zu tun. G. L i n d a u (Berlin). 

Grove, W. B., S p h a e r e 11 a v. Mycosphaerella. (Journ. of Bot. 
Vol. 50. p. 89—92.) 

Verf. behalt mit L i n d a u den Johanson sehen Namen Myco¬ 
sphaerella (1884) fur das Fries sche Pilzgenus Sphaerella (1849) 
bei, wahrend er fiir die Saccardo sche Gattung Mycosphaerella 
(1891), deren Arten 16-sporigc Asci besitzen, den Namen Diplosphae- 
r e 11 a vorschlagt. Der Name Sphaerella Sommerfeld (1824) 
bleibt fUr die Algengattung der Volvocales bestehen. 

W. Herter (Porto Alegre). 

Knoll, F., Uber die Abscheidung von FlUssigkeit an 
und in den Fruchtkorpern verschiedener Hypheno- 
m y c e t e n. (Ber. d. Deutsch. Bot. Gesellsch. Bd. 30. 1912. General- 
versammlungsh. p. (36)—(44).) 

Verschiedene Hymenomyceten besitzen besondere Organe zur Flussig- 
keitsabsonderung, einzellige Haare, welche an ihrem Ende fast stets nur 
einen Fliissigkeitstropfen ausscheiden. An der Austrittsstelle der Fliissig- 
keit verschleimt die Zellwand. Die Ausscheidung wurde bei dem Pilze Pa¬ 
ne o 1 u s helvolus naher studiert. 


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Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilze etc. 


119 


Bei jungen Agaricineenfruchtkorpern bilden sich nicht nur auberlich, 
sondern auch in dem Markraum Fliissigkeitstropfen, die spater bei der 
Streckung des Stieles wieder verbraucht werden. 

Wird Coprinus lagopus im feuchten Raum kultiviert, dann 
treten am Fruchtstiel vor der Streckung einige wasserhelle Tropfen auf, die 
aber nicht am Ende von Haaren, sondern offenbar aus Spalten zwischen 
den Zellen des unentwickelten Fruchtstieles ausgeschieden werden. Sie ent- 
halten Kaliumoxalat und entstehen dadurch, dab die uberschiissige Fliissig- 
keit des Markraumes aus dem Stiel herausgeprebt wird. 

K. Muller (Augustenberg). 

Edgerton, C. W., The Melanconiales. (Transact, of the Amer. 
Microscop. Soc. Vol. 31. 1912. p. 243—265, w. fig.) 

Eine iibersichtliche Bearbeitung der Melanconiales, einer Ord- 
nung der Fungi imperfect i. Der Acervulus ist fur sie charakteristisch, 
es stehen die Konidien auf Konidienlagern. Die genannte Ordnung besteht 
zum Teil aus Stadien, die als Konidienformen von Ascomyceten anzusehen 
sind. Es ergibt sich nach dem jetzigen Stande folgendes: 

Zum Ascomycet gehort der Fungus imperfectus: Gnomonia: 
Gloeosporium, Marssonia; Glomerella: Gloeosporium, Col- 
leototrichum; Pseudopeziza: Gloeosporium; Neofabrea: 
Gloeosporium; Sphaerella: Gloeosporium; Diaporthe: Myxo¬ 
sporium; T r o c h i 1 a: Gloeosporium, Marssonia; Anthosto- 
mella: Myxosporium; Pseudovalsa: Coryneum. 

Mit Gilsons „fixing solution 41 erhielt Verf. sehr gute Praparate; die 
Kulturmethoden sind angegeben (die gewohnlichsten Nahrmedien bewahrten 
sich am besten). Die Genera der Melanconiales und gewisse Arten 
werden auf Grund der Gattungs- und Arten-Schlussel genau beschrieben 
und zwar von Gloeosporium 11 Arten, Colletotrichum9 Arten, 
Myxosporium 4, Melanconium 2, Marssonia 4, Pesta- 
lozzia 4, Coryneum 2, Cylindrosporium 2. — Es werden 
nur die Hauptvertreter also hervorgehoben, die in Amerika als Schadlinge 
auftreten. Matouschek (Wien). 

Sawada, K., Hypochnus on cultivated Plants in For¬ 
mosa. (The Botan. Magaz. Vol. 26. p. 125—138.) [Japan.] 

Verf. zahlt einige Arten von Hypochnus, Corticium und 
Sclerotinium auf, die er auf diversen kultivierten Pflanzen auf For¬ 
mosa fand. Die Synonymik ist interessant. Hypochnus centrifu- 
g u s (Lev.) Tul. (zu den Autobasidiomyceten gehorig) kommt auf 93 Pflanzen- 
arten (aus 38 Pflanzenfamilien) vor. Matouschek (Wien). 

Banker, H. J., Type Studies in the Hydnaceae. IV. The 
genus Phellodon. (Mycologia. Vol. 5. 1913. p. 62.) 

Verf. behandelt in der vorliegenden Arbeit Phellodon amicus 
(Hydnum amicum), P. pullus (Hydnum pullum), P. to- 
mentosus (Hydnum tomentosum) und Phellodon car- 
no s u s n. sp. R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Morrill, W. A., The Amanitas of Eastern North America. 
(Mycologia. Vol. 5. 1913. p. 72.) 


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Pflanzenkrankheiten, parasitische Pilae etc. 


Verf. behandelt die Gattung Venenarius und V a g i n a t a , 
zu denen er verschiedene Agaricus- und Amanita -Arten rechnet. 
Venenarius muscarius und Vaginata agglutinata 
sind auf gut reproduzierten Photographien dargestellt. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Smotlacha, Franz, Monografie c e s k y c h hub hribovitych 
(Boletinei) [=Monographische Bearbeitung der 
Boletineen Bohmens]. (Sitzungsber. d. kgl. bohm. Gesellsch. 
d. Wissensch., math.-natur. Kl. Jg. 1911. [1912.] p. 1—73.) [In tschechi- 
scher Sprache. ] 

Uns interessieren aus der Arbeit hier nur folgende Daten: 

1. Das Auftreten der Boletineen hangt recht stark von edaphytischen 
Verhaltnissen ab. Mit jedem Boden nehmen nur vorlieb Boletus chry- 
senteron und subtomentosus. Manche Boletus- Arten 
wachsen nur in der Nahe gewisser Baume, z. B. 

Boletus rufus bei Espeu, B. a c a b e r und versipellis bei Birken, 
B. rugosus bei WeiCbuchen, B. Velenovskvi bei Rotbuchen. 

2. Dies flihrt den Verf. zu der Ansicht, dab viele Arten Mykorhizen 
auf den Wurzeln bestimmter Baumarten ausbilden. Es handelt sich also 
nicht blob um eine saprophytische Lebensweise, sondem auch um Sym- 
biose. Verf. konnte dies scharf nachweisen. Nur bei Boletus para¬ 
siticus Bull, liegt echter Parasitismus vor, da er nur auf den Frucht- 
korpern von Scleroderma Pers. lebt. 

3. Die kiinstliche Kultur der Boletineen hangt auber von edaphytischen 
Verhaltnissen auch von dem Vorhandensein der Mycorhiza ab. 

Matouschek (Wien). 

Ferdinandsen, C. und Winge, 0., Studier over en hidtil u p a a - 
agtet, almindelig dansk Bcegersvamp, Sclero- 
tinia scirpicola Rehm. [Studien ii b e r einen bis 
jetzt unbeachteten gemeinen danischen Disco- 
myceten.] (Biolog. Arbejder tilegned. Eug. Warming d. 3. Nov. 
1911. p. 281—298. 7 Fig.) 

Es ist den Verff. gelungen, viele neue Beitrage zur Beleuchtung des 
Lebenszyklus des erwahnten Pilzes zu liefern. Die Sklerotien (S c 1 e r o - 
tium roseum Fries) werden im Fruhling die Seeufer entlang aufgesptilt, 
nachdem das Eis geschmolzen ist. Sie fruktifizieren im Mai und bilden As- 
comata von der gewohnlichen Sclerotinia - Form (Sclerotinia 
scirpicola Rehm), bis 30 aus jeder Sklerotie; Sklerotien, die einmal 
friiher fruktifiziert haben, konnen bisweilen neue Ascomata in folgenden 
Jahren entwickeln. Die ejakulierten Sporen infizieren die Stengel von 
Scirpus lacuster gerade unter der Infloreszenz. Das Mycelium 
wachst durch die Stengel hinab und bildet neue Sklerotien mitten in den 
Stengeln, aber gleichzeitig eine — bis jetzt ganz unbekannte — Konidien- 
form, die unter dem Namen Sphacelia scirpicola beschrieben 
wird, und die ganz der bekannten Sphacelia ambiens (Desm.) 
Sacc. entspricht, die mit Sclerotinia Duriaeana (Tul.) Quel, 
auf Carex zusammengehort. J. Lind (Kopenhagen). 

Ferdinandsen, C. u. Winge, 0., Uber Myrioconium Scirpi Svd. 
(Annal. mycol. Vol. 11. 1913. p. 21—24.) 


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Krankheiten von Cyperaceen, Grasern und Getreide. 


121 


S y d o w hatte auf Scirpus lacustris einen Pilz gefunden, 
der unter dem neuen Gattungsnamen Myricoconium zu den Melan- 
conieen gestellt wurde. Die Verff. weisen nun nach, daB die Art identisch 
ist mit einera fast gleichzeitig von ihnen bearbeiteten Pilz, der S c 1 e r o - 
tinia scirpicola Rehm. Die Sy d o wsclie Art gehort als Koni- 
dienform zu dieser Sclerotinia, die ihre Sklerotien im Innern der 
Stengel von Scirpus lacustris bildet. Wenn man die Konidien- 
formen von solchen Sclerotinia - Arten mit dem Gattungsnamen 
Myrioconium bezeichnen will, so erscheint es besser, diese Form- 
gattung in die Nahe von Sphacelia zu den Tubercularieen zu stellen. 

L i n d a u (Berlin). 

Arthur, J. C., Uredinales on Carex in North America. 
(Mycologia. Vol. 5. 1913. p. 240.) 

Verf. teilt mit, daB die Bearbeitung der auf Carex- Arten in Amerika 
vorkommenden Roste in Angriff genommen worden ist. 24 Dicaeoma- 
Arten sind bis jetzt auf 106 Carex- Arten festgestellt; nahere Mitteilungen 
werden vorlaufig noch nicht gemacht. R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Witte, H., Om f ormrikedomen hov vlra viktigare vallgras. 
[t)ber die Formenmannigfaltigkeit der wichtigeren 
Futtergr&ser.] (Sveriges Utsadesf. Tidskrift. 1912. p. 65—118. 
41 Fig., 30 Taf.) [Slit deutschem ResumA] 

Der Verf. untersuchte viele Eigenschaften der genannten Graser; sie 
yariieren mehr weniger und zwar nach alien Richtungen. Jede solche 
Kombination ist eine „Form“. Uns interessieren besonders folgende Daten: 

1. Einige Formen von Dactylis glomerata zeigen eine recht verschiedene 
Winterfestigkeit; 

2. Widerstandsfahig gegen Rost: Sie ist bei folgenden Arten eine verschiedene: 
Dactylis glomerata durch Uromyces Dactylidis, Phleum 

pratense durch Puccinia Phlei pratensis, Festuca pratensis 
durch Pucc. coronifera f. sp. Festucae, Avena elatior durch P u c c. 
arrhenateri, Alopecurus pratensis durch Pucc. perplexans, 
Poa pratensis durch Pucc. poarum. 

Die Vererbung der Rostempfindlichkeit wird erlautert. 

3. Das Welken der Blatter diverser Futtergrasarten scheint sehr zu variieren. 

Matouschek (Wien). 

Elofson, A., Redogorelsefor verksamheten vid Sveriges 
Utsadesforenings Ultunafilial & r 1910. [B e r i c h t 
tiber die T&tigkeit der U11 u n a - F i 1 i a 1 e des schwe- 
dischen Saatzuchtsvereines im Jahre 1910.] (Sveriges 
Utsadesforen. Tidskr. 1911. p. 324—344.) 

Uns interessieren hier nur folgende Angaben: 

1. Recht widerstandsfahig gegen Schwarzrost envies sich der Fyrishafer. 

2. Selbst in ungiinstigen Jahren lieferte der Pudelweizen mehr Korn- 

ertrag als der Bore-Weizen. Slatouschek (Wien). 

Rostrup, Sofie, Die Lebensweise der Hylemyia coarctata 
in D&nemark. (Zeitschr. f. Pflanzenkr. Bd. 21. 1911. p. 385—387.) 
Hylemyia coarctata tritt in Danemark nur in einer Generation 
auf. Sie legt ihre Eier in die Erde, nicht auf die Pflanzen. Das sicherste 
Mittel, um sich gegen den Schadling zu schutzen, besteht darin, wahrend 
der Zeit des Eierlegens das Feld nicht kahl zu lassen. Ein einjahriges Klee- 


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Krankheiten von Grasern und Getreide. 


feld darf also erst nach dem 20. August gepflugt werden. Der Angriff der 
H v 1 e m y i a tritt besonders vernichtend auf Feldern auf, die durch Frost 
gehtten haben. Roggen leidet weniger als Weizen. In Gegenden, wo die 
Blumenfliege stark auftritt, soli der Roggen etwas dichter wie gewohnlich 
gesat werden. W. H e r t e r (Tegel). 

Fulmek, Leop., t)ber Anisoplia austriaca F. (Wiener landw. 
Ztg. Jabrg. 62. p. 704.) 

In Bohmen trat dieser Schadling des Getreides 1912 auf. Verf. glaubt 
nicht, daB die Larven auch im verrotteten Diinger leben (wie B o u c h 6 
meint). Die Abwehr ist nur durch Aufgeben des einseitigen Halmfruchtbaues 
(Fruchtwechsel) und durch Wegfangen der Kafer mit eigens konstruierten 
Fangapparaten moglich. Einen solchen sah Verf. in der kgl. ungar. ento- 
mologisehen Station in Budapest: Eine lange Dachrinne aus Blech, auf der 
einen Seite kammformig mit langen Zinken zum Abkammen der Getreide- 
halme, auf der anderen Seite aus Leinwandstreifen ein sackartiger Behalter, 
in den die abgekammten Kafer sich sammeln. Der Apparat wird von 2 Mann 
oder Pferden durch die Felder hindurchgetragen. Tiefgriindige Bodenbear- 
beitung vor der Saatbestellung, tlberschuBdiingung zum kraftigen Wachs- 
tume der Pflanzen und Schutz der insektenfressenden Vogel diirften im all- 
gemeinen vorbeugend wirken. Matouschek (Wien). 

Reuter, E., Ett upptradande af halmdodaren (Ophiobo- 
lus) i Finland. [=l)ber das Auftreten von Ophiobo- 
lus in Finland.] (Meddel. af Soc. pro Faun, et Flora Fenn. 38. 1912. 
p. 65—67.) 

Die durch Ophiobolus verursachten Verheerungen auf Roggen in 
Finnland aus fruheren Jahren wurden aufgezahlt. Erst 1910 hat J. Eriks¬ 
son den Pilz determiniert. 1910 trat die gleiche Krankheit im Friihjahr 
auf den Roggenfeldern im Gouvernement Pskow in RuBland auf. 

Matouschek (Wien). 

Hartwich, C., Schweizer Mutterkorn vom Jahre 1911. 
(Schweizer. Wochenschr. f. Chem. u. Pharm. Bd. 1. 1912. 3 pp.) 

Die heiBe Sommerzeit 1911 forderte in der Schweiz sehr die Ent- 
wicklung des Mutterkornes am Roggen. Es traten Sclerotien bis zu 7,7 cm 
Lange auf. Die Analyse zcigte folgendes: Fett nur 2,68 Proz., Alkaloid gar 
nur 0,096 Proz. Dies ist recht auffallend. Verf. fand auch Leukosklerotien. 
Sie sind nur an der Spitze schwarzblau, sonst farblos, aber wie normale 
gebaut. Es fehlt ihnen Sklererythrin ganz; Alkalo'ide sind vorhanden. 

Matouschek (Wien). 

Vatter, A., S e e a 1 e c o r n u t u m 1911 (Schweizer. Wochenschr. f. Chem. 
u. Pharm. 1912. p. 377). 

1911 waren die Sklerotien von Claviceps purpurea auf dem 
Winterroggen im Kanton Bern kleiner, aber in bezug auf Gestalt und Farbe 
gleiehmaBiger als die vom Sommerroggen. Die Alkaloidwertc waren 0,162, 
0,195 und 0,220 Proz. Wegen des hoheren Alkaloidwertes soli die Wirkung 
der Droge besser gewesen sein. Die Sklerotien braehten dem Getreide groBen 
Sehaden. Matouschek (Wien). 


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Krankheiten von Grasem und Gctreide. 


123 


Dahlin, T., Uber Secale cornutum. (Apotheker-Zeitg. 27. 1912. 
p. 1006—1007.) 

1. Kurz vor der Reife des Roggens sammelte Verf. kleine C1 a vi¬ 
ce p s - Sklerotien in Mittelfinnland und bewahrte sie liber Kalk vor Licht 
und Luft. Nach der Methode Keller-Fromme land er 0,06 bis 0,13 
Proz. Alkaloid, 22,29 bis 18,05 Proz. Fett, also einen abnehraenden Fett- 
gehalt mit zunehmendem Kornutingehalt. 

2. Die Saurezahl des Fettes (4,66—6,29) stieg mit zunehmendem Alter 
der aufbewahrten Sklerotien. 

3. Die qualitative Keller sche kolorimetrische Kornutinprobe erwies 

sich als minder brauchbar. Matouschek (Wien). 

Famincyn, A., Zur Erforschung der Wirkung von T i 1 - 
letia Tritici und Ustilago Maydis auf den Men- 
schen und die Haustiere. (Sitzungsber. d. phys.-math. Kl. 
d. kais. Akad. d. Wissensch. in St. Petersburg. 1908 u. 1912.) [Russisch.] 

Eine 1907 ins Leben gerufene Kommission, an deren Spitze Verf. und 
Borodin standen, hatte zu priifen, ob der sibirische, von Tilletia 
Tritici befallene und zur Aussaat nicht taugliche Weizen als Nahrung 
fUr die im genannten Jahre infolge einer groBen Hungersnot heimgesuchten 
Landbevolkerung zu verabreichen sei. Die vielseitigen Untersuchungen der 
Kommissionsmitglieder ergaben, daB solcher Weizen unbedingt schadlich 
sei. L i s k u n wies zum ersten Male nach, daB die unbeweglichen, mit klei- 
nen Warzen oder Stacheln versehenen Sporen die Darmwand passieren und in 
die Gewebe der infizierten Tiere (Mause und Kaninchen) eindringen konnen. 
Ja sie gelangten sogar in die Lymph- und BlutgefaBe, wo sie mitunter so 
starke Verstopfungen hervorriefen, daB die Tiere eingingen. Das Literatur- 
verzeichnis zeigt, daB dieser Vorgang nicht unbekannt geblieben ist. 
Und was beim Tiere moglich war, konnte ja auch beim Menschen stattfinden. 
Bemerkenswert ist es, daB das mit den Sporen infizierte Futter gern ge- 
nommen wurde und daB die Tiere oft dabei recht gut aussahen und so¬ 
gar zunahmen. Matouschek (Wien). 

Zellner, Julius, Zur Chemie der hoheren Pilze. V. Uber 
den Maisbrand (Ustilago Mayidis Tulasne). VI. 
Chemische Beziehungen zwischen hoheren para- 
sitischen Pilzen und ihrem Substrate. (Anzeiger der 
k. Akad. d. Wissensch. Wien, math.-naturw. Kl. 1910. No. X. p. 116—117.) 

1. Die chemische Untersuchung des Maisbrandes ergab folgendes: Es 
sind vorhanden Trimethylamin und die als Sklerotinsaure bezeichnete gut 
kristallisierende Saure (beide von Rademaker und Fischer schon 
hier konstatiert), ferner Ergosterin-artige Korper, fluchtige und feste Fett- 
sauren, Olsaure, Glyzerin und Lezithin, zwei Harze, Phobaphen, Gerbstoff, 
Mannit, Erythrit, Glykose, gummiartiges Kohlehydrat, in Alkali losliche 
kohlehydratartige Stoffe, chitinhaltige Zellsubstanz, Albuminate, Amanitol, 
ein invertierendes und fettspaltendes Ferment. 

2. Verf. behandelt die Symbiose als chemisches Problem. Die Grtinde, 
welche hierfiir sprechen, sind: 

a) Die wenigsten Stoffe gehen unverandert aus dem Wirt in den Para- 
siten uber. 

b) In erster Linie ist die chemische Zusammensetzung der parasitischen 


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124 


Krankheiten von Grasern und Getreide. 


Pilze durch ihre systematische Stellung bestimmt, dann erst durch das Sub- 
strat. Doch gibt es auch sporadisch auftretende Stoffe. 

c) Prinzipielle chemische Unterschiede zwischen Saprophyten und Para- 
siten sind bisher nicht nachweisbar. 

d) Namentlich auf fermentativem Wege erfolgt die Ausbeutung des 
Wirtes; doch sind auch andere Prozesse moglich und wahrscheinlich. 

e) Es werden von den parasitischen Pilzen Exkremente abgeschieden, 
die bald indifferenter Natur sind, bald aber giftig wirken. Im letzteren Falle 
kommt es zu pathologischen Wachstumserscheinungen. 

Die synthetischen Vorgange in dem Parasiten sind bisher fast ganz 
unbekannt. Zur Aufklarung der chemischen Seite des Parasitismus ist eine 
Untersuchung von Arten vor allem notig, die auf Tieren schmarotzen. 

Matouschek (Wien). 

Johnston, T. H., American Maize Smut. (Sec. Report of the Gov. 
Bur. of Microbiol. 1910/11. Sydney 1912. p. 181.) 

Der Aufsatz enthalt nichts Neues. R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Miyake, J., Studien fiber die Pilze der Reispflanze in 
Japan. (Journ. of the College of Agricult. Imper. Univers. of Tokyo. 
VoL 2. p. 237—276. Plat. XIII—XIV.) 

Da der Reis das wichtigste landwirtschaftliche Produkt in Japan ist 
und reicher Ertrag oder MiBernte unmittelbar das ganze dortige Wirtschafts- 
leben beeinfluBt, so verdienen die Untersuchungen des Verf. fiber die pilz- 
lichen Schadiger des Reises eine besondere Beachtung, um so mehr, da man 
in Japan bisher erst wenig auf Erkrankungen der Reispflanze durch Pilze 
geachtet hat. 

Verf. ffihrt im ganzen 43 Pilze der Reispflanze auf, die sich ausschlieB- 
lich auf die Ascomyceten und Fungi imperfecti verteilen. Einige 
derselben, namlich besonders Mycosphaerella Shiraiana n. sp., 
Phaeosphaeria Oryzae n. sp., Metasphaeria albes¬ 
cens v. Thuem., Pyrenochaeta Oryzae n. sp., Hender- 
sonia Oryzae n. sp., Dactylaria grisea (Cke.) Shirai und 
Ustilaginoidea virens (Cke.) Takahashi sind in Japan haufig und 
konnen mehr oder weniger groBen Schaden an Reisfeldern verursachen, 
wahrend andere ebenfalls haufige Spezies wie Ophiobolus Oryzae 
n. sp., Coniothyrium brevisporum n. sp., Diplodia Ory¬ 
zae n. sp., Phaeoseptoria Oryzae n. sp. usw. weniger scluidi- 
gend aufzutreten scheinen. 

Zum SchluB gibt Verf. noch eine Zusammcnstellung der auBerhalb 
Japans auf der Reispflanze beobachteten Pilze. 

H. S y d o w (Schoneberg-Berlin). 

Ludwig, Bericht fiber Bruch us scutellaris. (Abhandl. u. 
Berichte d. Ver. d. Naturfreunde zu Greiz. Bd. 6. p. 28.) 

Durch Negerhirse wurde aus Ostafrika der genannte Kafer nach Europa 
eingeschleppt; er wurde bisher hier nie beobachtet. Als andere Schfidlinge der 
Erbsen gibt Verf. auch an: Die Raupchen der Grapholitha dorsana, 
nebritana und roseticolans bohren das Innere aus, die Larvchen 
der Cecidomyia pisi kommen nur in den Schalen vor. 

Matouschek (Wien). 

Holloway, T. E., Insects liable to Dissemination inShip- 
ments of Sugar Cane. (U. S. Dep. of Agric. Bur. of Entomol. 
Cireul. 165. 1913.) 


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Krankheiten des Zuckerrohrs, Ginseng und der Baumwolle. 


125 


Die meisten Zuckerrohrschadlinge sind infolge Unachtsamkeit aus tro- 
pischen Gegenden nach den Vereinigten Staaten Nordamerikas eingeschleppt 
worden. Es handelt sich aber auch darum, die Ausbreitung lokalisierter 
Schadlinge innerhalb der Grenzen des Landes hintanzuhalten. — Die wich- 
tigsten bohrenden Insekten werden beschrieben. Mit der Raucherung mit 
giftigen Gasen kommt man nicht aus. Untersuchungen iiber die Wirksam- 
keit von Tauchbadlosungen fur das Zuckerrohr werden jetzt in groBerem 
MaBstabe unternommen. Matouschek (Wien). 

Vuillet, A., Les maladies du Ginseng [Panax quinque- 
folium L. ]. (Journ. d’agricult. tropic. 1913. p. 78—79, 110—112.) 

Traduction franpaise d’un travail de Whetzel et Rosenbaum 
fait en Amerique. On y trouve la description de Alternaria Panax 
Whetzel et les m§thodes de traitement appropiees. Une autre maladie est 
le Mildiou du Ginseng ou Phytophthora cactorum Con. et Leb. 
Schrot. La bouillie bordelaise est efficace contre ces parasites. 

V. indique que les jeunes semis du Ginseng peuvent etre atteints par 
Rhizoctonia sp., Phytophtora cactorum, Pythium 
Debaryanum; l’humiditG favorise l’apparition des maladies dues 4 
ces Champignons, il faut dessecher le sol. Un certain nombre de pieds de 
Ginseng se fanent, cet accident peut §tre dus a deux Cryptogames: Acro- 
stalagmus ou Fusarium; les pieds malades doivent etre bruits, 
peut Gtre la bouillie bordelaise pourrait elle etre utile. Des anguillules (Hetero 
dera radicicola) exercent de grands ravages. V. signale que la maladie 
la plus importante est la „rouille des racines“ du Ginseng. Les feuilles p dis¬ 
sent et meurent, les racines sont pourries; l’agent pathogene par ait etre 
une Perisporiee: Thielavia basicola Zopf. Comme remade: 6viter 
la culture sur un sol containing, 6viter les engrais alcalins, employer les en- 
grais acides (superphosphates), desinfecter le sol par la vapeur ou le formol. 

V. indique l’existence d’une „pourriture molle“ du ginseng, probable- 
ment d’origine bacterienne et d’une „pourriture blanche“. Cette derniere 
est due probablement au Sclerotinia libertiana; comme remfede 
bruler les pieds atteints, assecher le sol. H se produit aussi une „pourriture 
noire“ due & Sclerotinia panacis Raukin; meme traitement que 
pour la pourriture blanche. 

V. termine son article en conseillant de steriliser le sol au moyen du 
formol & 40 % dilue dans 100 parties d’eau et r^pandu sur le sol & raison 
de 35 litres par metre carre. D conseille aussi de steriliser le sol A la vapeur* 

Kufferath (Bruxelles). 

Dwight, Pierce W., Cushman, R. A. and Hood, C. E., The Insect 
Enemies of the Cotton Boll Weevil. (U. S. Dep. of Agric. 
Bull. Yol. 100. 1912. 99 pp. 3 tabl.) 

49 einheimische Insektenarten bespricht Verf., welche die verschiedenen 
Stadien des Baumwollkapselkafers angreifen. Er empfiehlt, diese Insekten 
im groBen zu vermehren, was leicht moglich ist. Dazu aber erlautert er auch 
die Biologie jener Insekten, in denen die Parasiten des Baumwollschadlings 
auch zur Entwicklung kommen. Ein Verzeichnis der Wohnpflanzen dieser 
Mitwirte wird entworfen. Auf die entsprechenden KulturmaBnahmen (Boden^ 
Pflanzungsart, Sortenwahl) muB natiirlich auch Riicksicht genommen 
werden. Matouschek (Wien). 


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126 


Krankheiten der Obstpflanzen. 


Osterwalder, A., Durch Bakterien verursachte Blliten- 
und Zweigdiirre bei Obstbaumen. (Schweizer. Zeitschr. 
f. Obst- u. Weinb. 1912. p. 197—200.) 

An Zwergobstbaumen trat diese auf. Ursache sind bewegliche Bakterien. 
Vielleicht ist die an die Monilia-Diirre sonst erinnernde Krankheit die gleiche, 
wie sie in Amerika hin und wieder auftritt und „pear blight“ (B i r n b r a n d) 
genannt wird, der durch Bacillus amylovorus verursacht wird. 
Verf. sah die Krankheit in Wadenswil zum erstenmal. 

Matouschek (Wien). 

Johnston, T. H., On some Fungi found on Fruit. (Sec. Report 
of the Gov. Bur. of Microbiol. 1910/11. Sydney 1912. p. 182.) 

An Obstbaumen wurden Gloeosporium fructigenum und 
Monilia fructigena gef unden; auch Schorfbildungen durch F u s i - 
cladium dendriticum und Coniothecium chromato- 
s p o r u m wurden beobachtet. R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Whetzel, H. H., Baldwin Spot or Stippin. (Sond. Abdr. a. Proc. 
N. Y. State Fruit Growers Assoc. Vol. 11. p. 28). 

Die Stippfleckigkeit der Apfel wird beschrieben, die Verbreitung der 
Krankheit angegeben und auf ihre okonomische Bedeutung hingewiesen. 
Wenn auch die Ursache der Krankheit noch nicht mit Sicherheit festgestellt 
ist, so stimmen doch alle Autoren darin Uberein, daB groBe Hitze das Auf- 
treten der Krankheit begiinstigt; infolgedessen empfiehlt Verf. durch ge- 
eignete Drainage und Bodenbearbeitung fUr moglichst regelmaBige Wasser- 
zufuhr zu sorgen. R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Ewert, R., Verschiedene Gberwinterung der Mon i lien 
des Kern- und Steinobstes und ihre biologische 
Bedeutung. (Zeitschr. f. Pflanzenkrankh. Bd. 22. p. 65—86.) 

Verf. bewahrte Fruchtmumicn der verschiedensten Herkunft in einem 
mit Drahtgaze umgebenen Hauschen auf; die Winterkalte konnte hier un- 
gestort auf sie einwirken. Die Mumien stammten zumeist aus der Umgebung 
Proskaus. 

Um die Lebensfahigkeit der M o n i 1 i a - Sporen zu priifen, wurden 
Keimproben im hangenden Tropfcn sowie Infektionsversuche angestellt. 
Die letzteren fanden an abgeschnittenen Apfel-, Birnen-, Kirschen- und 
Pflaumenzweigen statt, die durch Einstellen in Wasser im warinen Zimmer 
zum Aufbliihen gebracht worden waren. Nachdem die Sporen auf die Narben 
der BlUten gebracht worden waren, wurden Glaszylinder liber dieselben 
gestulpt. 

Die Versuche ergaben, daB die Sporen der gelben Monilia fructi¬ 
gena nicht iiberwinterungsfahig sind, wilhrend die der grauen M o n i 1 i a 
c i n e r e a den ganzen Winter keimfahig bleiben. 

Da auch Monilia fructigena in frischem Zustande hohe Kalte- 
grade vertriigt, ohne daB ihre Sporen an der Keimfiihigkeit EinbuBc erleiden, 
so scheint das verschiedene Verhalten der beiden M o n i 1 i a - Arten nicht 
auf ilirer groBeren Kalteresistenz zu beruhen, sondern als eine Eigentiim- 
liehkeit der Pilzart aufgefaBt werden zu miissen, die allerdings auffallig ist, 
da die beiden Pilze sich sonst in ihrer Lebensweise so sehr gleiehen. 

W. Hcrter (Tegel). 


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Krankheiten der Obstpflanzen. 


127 


Yoges, E., tlber Monilia-Sklerotien. (Zcitschr. f. Pflanzen- 
krankh. 1913. p. 137—140.) 

Sklerotien, die Verf. friiher alszu Monilia fructigena gehorig 
vermutet und beschrieben hatte, erwiesen sick als nicht zugehorig. Sie trie- 
ben, in Petri schalen den Winter tiber aufbewahrt, 2—15 mm lange Stiele, 
die auf keinem Nahrmedium (Agar + Pflaumendekokt, sterilisierte Pflau- 
men und Birnen) wohl aber in Wasser Mycel bildeten. Charakteristisch fiir 
das Mycel ist Schnallenbildung und zapfenformige Aussackungen; die Zu- 
gehorigkeit war nicht festzustellen. 

Sklerotien von Monilia fructigena entwickelten keine Apo- 
thecien, sondern nur Konidienlager (Mikrokonidien). 

Impf ungen mit frischen Fruchtkbrpern von Monilia fructigena 
verliefen negativ an Apfel- und Birnblattern, positiv an Blattern der Schatten- 
morellenkirsche (letzterewurde auchvon Monilia cinerea angegriffen). 

R i p p e 1 (Augustenberg). 

Parrott, P. J., Oviposition among Tree Crickets. (Journ. 
of Econ. Entom. 1911. p. 216.) 

Verf. schildert die Eiablage von Oecanthus niveusde Geer., 
0. nigricornis Wlk. und 0. quadripunctatus Beut. Ersterer 
bevorzugt Apfelrinde, letztere zwei Himbeerstraucher. 

Matouschek (Wien). 

Pierantoni, U., Larven-Hermaphroditismus von Icerya 
purchasi. (Zeitschr. f. wissenschaftl. Insektenbiol. 1911. p. 322/323.) 

Icerya purchasi, diehochstschadlicheSchildlaus, istseit 10 Jahren 
in viele Fruchtbestande Siiditaliens eingedrungen; die mannliche Art ist 
sehr selten und bis Ende vergangenen Jahres in Italien nicht gefunden. Verf. 
hat verschiedene Exemplare von mannlichen Larven aufgefunden und dies 
durch Schnitte festgestellt, da sich die Larven durch auCere Merkmale in 
beiden Geschlechtern sehr wenig unterscheiden. Auf diese Art konstatierte 
Verf. die Existenz der symbiotischen Organe in den mannlichen Larven und 
kam zu dem SchluB, daB jene Organe sich in beiderlei Geschlechtern dieser 
Art vorfinden. 

Verf. fand aber auch Larven, welche zu gleicher Zeit mannliche und 
weibliche Geschlechtsorgane besaBen, ein Beispiel des wahren Hermaphrodi- 
tismus. Die Larven sind nicht verschieden von den andern. Im Innern be- 
finden sich zwei Hoden in der typischen gewolbten Form der Cocciden. In 
einigen Punkten ihrer kortikalen Teile erzeugen diese Organe jedoch Sperma- 
togonien, gegen das Innere, in den Wolbungen und gegen das AuBere eine 
groBe Anzahl von Oogonien, w r elche sich in typischen Eirohren entwickeln, 
versehen mit samtlichen Elementen der monospermischen Eirohren (Eizelle, 
Nahrzellen, Follikelzellen), auf diese Art wahre hermaphroditisclie Organe 
konstituierend. 

Verf. kann nicht bestimmt versichern, ob diese hermaphroditischen 
Larvenformen mit einer konstanten Phase der Geschlechtsentwicklung 
ubereinstimmen, oder ob solche eine abnormale Kondition darstellen. Verf. 
hat sehr junge und vollstandig mannliche Larven und andere ziemlich ent- 
wickelte von 2(4 him beobachtet, welche den weiblichen Teil des herma¬ 
phroditischen Organes im Zustand bedeutender Riickbildung aufwiesen. 

Sehr interessant ist die Tatsache, daB Insekten, auBer den bekannten 
Fallen von Gynandromorphie und auBer dem Fall der termitophilen Diptere, 
studiert von W a s m a n (Termitoxenia) bis heute noch keine Beispiele 
von Hermaphroditismus zeitigten. A. Kirchner (Halle). 

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128 


Krankheiten der Obstpflanzen. 


Kuwana, S. J., The White-Flies of Japan. (Pomona College 
Journ. of Entomol. Vol. III. p. 620—627.) 

Die erste ausflihrliche Studie iiber die Aleyrodes - Arten von Japan, 
welche deshalb in die obengenannte kalifornische Zeitschrift aufgenommen 
wurde, weil die Gefahr der Verschleppung dieser Insekten nach Kalifornien 
von Japan aus eine sehr naheliegende und groBe ist. 

Verf. beschreibt genau folgende Arten, die in Japan auftreten: 

Aleyrodes citri Rib. et How. (auf Orangenbaumen, nicht sehr gefahr- 
lich); A. giffardi Kotinsky (nur zu Shizuoka arg auf diesen Baumen auftretend); 
A. shizuokensis n. sp. (auf Oxalis corniculata L.); A. tokyonis 
n. sp. (auf Ilex integra Th. nur auf einem Orte); A. a k e b i a e n. sp. (auf A k e - 
bia quinata Den., ebenso); A. marlatti Quain. (auf Orangenbaumen); A* 
taonabae n. sp. (auf Weinstockblattem und auf Taonaba japonica 
Syz.); A. a u c u b a e n. ep. (auf Aucuba japonica Th.); A. euryae n. sp. 
(auf Eurya ochnacea Sez.); A. c a m e 11 i a e n. sp. (auf Thea japonica 
L.); A. s p i n o s u s n. sp. (auf bisher unbekannter N&hrpflanze). 

Matouschek (Wien). 

Hoffmann, Fritz, Zur Biologie der Cheimatobia brumata. 
(Entom. Zeitschr. Jg. 25. p. 261.) 

Den Spanner fand Verf. bei 1300 m (Krieglacher Alpenubergang in 
die Oststeiermark) noch am 18. November fliegend; die spannenden Raupen 
leben auf der Heidelbeere (!). Bisher wurden als Nahrpflanzen fiir die Raupen 
nur angegeben: Obstbaume, Laubholz, verschiedenes Gestrauch. Die am 
genannten Orte lebende Form des Falters ist etwas kleiner als die Normal- 
form. Die Eier haben eine polygonale Zeichnung. 

Matouschek (Wien). 

Reiff, William, Etwas Uber „Canker-worms“. (Fauna exotica. 
Jahrg. 2. p. 37—38.) 

In Massachusetts treten zwei „Canker-worms“ auf: 

1. Alsophila pometaria Harr. („Fall Canker-worm “ der 
Amerikancr). Flugzeit Ende Oktober bis in den Janner, im Siiden Nord- 
amerikas speziell sogar bis in das Fruhjahr hinein. Die 9 aber iiberwintern, 
erscheinen Marz—April noch auf der Rinde, um Eier zu legen, in Menge. 

2. Paleacrita vernata Peck(„SpringCanker-worm“).Schmetter- 
ling aus der Puppe im Marz-April kriechend, als erster Schmetterling, der 
im Friihlinge tiberhaupt erscheint. Mannchen auch zu dieser Zeit auf der 
Rinde (in Menge). Das (5 Geschlecht uberwiegt das 9* Es kommt vor, daB 
die tiberzahligen Mannchen, welche kein 9 ihrer Art finden konnen, mit 
Weibchen von Alsophila ponetaria Kopulation eingehen. 

Beide Schadlinge erscheinen in Obstgarten Uberall und jedes Jahr in 
Menge. ^ Matouschek (Wien). 

Horv&th, G., Az amerikai bivalykabo6za Magyaror- 
szagon. [= Die amerikanische Biiffelzikade in 
Ungarn]. (Rovartain lapok. XIX p. 145—147.) 

August 1912 sammelte man im Koinitat Temes die bisher nur aus 
Nordamerika bekannte Art. Nach Ungarn kam dieser Obstkulturschadling 
wohl mit Pfropfzweigen. Es ware bedauerlich, wenn der arge Schadiger 
sich gar in Ungarn ausbreiten wiirde. Matouschek (Wien). 

Liistner, G., Uber von einem Kafer hervorgerufene 
Schalw unden an 0 b s t b a u m t r i e b e n. (Deutsch. Obstbau- 
zeitung. 1912. p. 535—536.) 


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Krankheiten der Obstpflanzen. 


129 


Alles Wissenswerte iiber den pechbraunen LappenriiBler (Otiorhyn- 
chus singularis L.), seine Lebensweise und Bekampfung (Anlegen 
von Fanggiirteln, Suchen bei Latemenlicht, Bespritzung mit arsensaurem 
Blei und Schweinfurtergriin). Matouschek (Wien). 

Dlingworth, J. F., Cherry FruitFlies and how to control 
them. (Cornell Univ. Agr. Experim. Stat. Ithaka. Bull. 315. 1912,10 pi.) 

Morphologie und Biologie der Rhagoletis cingulata Loew 
(Kirschenmadenfliege) und der R h. f a u s t a 0. S. (erst neuerdings als 
Kirschenschadling bekannt) mit genauem Literaturverzeichnis. Als erfolg- 
reiches Bekampfungsmittel wird empfohlen: das Auftragen eines aus ver- 
siiBtem Bleiarsenat bestehenden Giftkoders auf die Baume Anfang und Ende 
Juni. Vielleicht halt auch unversiiBtes Bleiarsenat (4-proz.) in zweimaliger 
Anwendung zur Zeit des Auftretens des Insektes dieses von den Baumen ab. 

Matouschek (Wien). 

Kraus, X., Ein unheimlicherGartenfeind. (Erfurter Fiihrer. 
Bd. 13. 1913. p. 311—314.) 

P s y 11 a m a 1 i ruft auf Apfeln oft starken Schaden hervor. Eine 
zweimalige Bespritzung mit 1-proz. wasserloslichem Karbolineum vor dem 
Knospenausbruche niitzte viel. Matouschek (Wien). 

Hammar, A. G., Life-history Studies on the Codling 
Moth in Michigan. (U. S. Dep. of Agr. Bur. of Ent. Bull. 115. 
Part I. 1912. 86 pp. 3 tabl.) 

Carpocapsa pomonella L. (Apfelwickler) zeigt im Gebiet nur 
eine Generation. Die ersten Motten erscheinen 5—10 Tage nach dem Bliiten- 
abfall, die ersten Larven der ersten Generation 10—11 Wochen nach dem 
Abfall der Bliiten. Wenn dennoch Larven der zweiten Generation entwickelt 
werden, so kommen sie 10—11 Wochen nach diesem Abfalle. Die Motten 
leben 9—11 Tage; das Weibchen legt 80—90 Eier. Die Entwicklung einer 
Generation beansprucht etwa 50 Tage. Die Individuenzahl der beiden Gene- 
rationen wechselt je nach den Jahren, doch nur einmal iiberwog die zweite 
Generation (um 7 Proz.). Eine fiinfmalige Hautung der Raupchen wurde 
bemerkt; ein Teil der ersten Raupengeneration iiberwintert und von diesen 
gehen 25—35 Proz. ein. Ascogaster carpocapsae V. (Braconide) 
vernichtet 6—7 Proz. der Raupen. Daher empfiehlt Verf. folgende Zeit fiir 
die Spritzungen mit Bleiarsenat: Gleich nach dem BlUtenabfall behufs Fiil- 
lung der noch offenen Kelchgrube, ferner 3—4 Wochen spater und endlich 
10 Wochen nach der ersten Bespritzung. Matouschek (Wien). 

Tr&gardh, J., Undersdkungar dfver roun barsmalen 
(Argyresthia conjugella Zett.) & r 1910 o c h 1911. (Upp- 
sats. i prakt. Entomol. 1913. p. 1—42.) 

Gehen infolge des Mi Crate ns der S o r b u s - Beeren die Apfelmotten 
auf die Apfelfriichte iiber, so bedeutet dies eine Dezimierung der folgenden 
Generation. Die Sortenempfanglichkeit fiir den Schaden ist durch die Bliite- 
zeit und die schwachere Behaarung des Fruchtknotens zur Eiablagezeit be- 
dingt. Stets werden altere und Hochblattstamme starker befallen als die 
anderen. Das Offenhalten des Bodens unter den befallenen Baumen wirkt 
giinstig gegen den Befall. 1870 kam der Schadling von Finnland iiber Aland 
nach Schweden, wo er seit 1898 haufiger auftritt. Matouschek (Wien). 

Zweite Abt. Bd. 42. 

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130 


Krankheiten der Obstpflanzen. 


Illingworth,J.F., A Study of theBiology of the Apple Mag¬ 
got (Rhagoletis pomonella) together with an In¬ 
vestigation of Methods of Control. (Cornell Univ. Agric. 
Experim. Stat. Ithaka. Bull. 324. 1912, 13 pi.) 

Biologie der genannten Apfelmadenfliege, die auf Apfeln, Birnen und 
Heidelbeeren lebt und zwar besonders von Neu-Braunschweig, Quebec und 
Ontario siidlich bis Pennsylvanien und vereinzelt in N.-Karolina lebt. In 
ungepflegten Obstgarten wurde mitunter die ganze Ernte vernichtet. Die 
Fliege lebt 30—50 Tage und legt bis 400 Eier. Als Gegenmittel waren bisher 
im Gebrauch: Auflesen der Fallfriichte, Eintrieb von Huhnern, Untergraben 
der Bodenoberflache im Herbst und Friihling, Lagerung der Friichte in Kiihl- 
raumen. Verf. empfiehlt auch das Aufspritzen eines aus versiiBtem Bleiarsenat 
bestehenden Giftkiiders auf die bedrohten Baume mittels einer Gartenbrause. 
Rascher wirkt wohl versiiBtes Kaliumarsenat, es totet die Fliegen, bringt 
aber schwache Beschadigungen des Laubes hervor. — Zum SchluB ein aus- 
fiihrliches Literaturverzeichnis. Matouschek (Wien). 

Krausse, A. H., Beitrage zur Kenntnis der Insekten- 
fauna Sardiniens. (Entomolog. Rundsch. Jg. 28. p. 173—174.) 

Crematogaster scutellaris 01. beschadigt Birnbaume, be¬ 
sonders aber Korkeichen. Die Ameisen durchlochern namlich den ganzen 
Kork. Das Nest ist im Baume. Matouschek (Wien). 

Holer, Blattkrankheiten an Birnbaumen und an Pfir- 
s i c h e n. (Schweiz, landw. Zcitschr. 1913. p. 526—527.) 

1. 8-proz. Petroleumseifenbriihe oder Schwefelkalkbriihe vor dem Aus- 
treiben im Friihjahr und das D u f o u r sche Insektenpulverseifengemisch 
zur Laubbespritzung wird vom Verf. gegen die Pockenkrankheit der Bim- 
blatter („la cloque des feuilles du poirier“) empfohlen. 

2. Gegen die Blasenkrankheit der Birnblatter (durch T a p h r i n a 
b u 11 a t a erzeugt) und gegen die Pfirsich-Krauselkrankheit (Erreger T a - 
phrina deformans) werden empfohlen: Bordeauxbriihe, Zuriick- 
schneiden bzw. Verbrennen der kranken Triebe im Friihjahr. 

Matouschek (Wien). 

GriiB und Sorauer, Studien iiber den GummifluB der Kir- 
s c h e n. (Notizbl. d. kgl. bot. Gart. u. Museums in Berlin-Dahlen. Bd. 47. 
1910. p. 188—197.) 

Sorauer fand gummose Gewcbspartien mitten in ganz gesundem 
und unverletztem Holze jugendlicher Achsen. Er schlieBt daraus, daB durch 
erhohten Siiuregehalt in einzelnen Gewebsgruppen ein Enzym zu gesteigerter 
Wirksamkcit gelangen kann, so daB es iiber die aufbauenden Enzyme im 
betreffenden Pflanzenteile siegt. Dieses Enzym muB also in der unverletzten 
Achse stets vorhanden sein. 

Der andere Autor fand im frisch flieBenden Kirschgummi eine Cytase, 
die die sekundaren Mcmbranen liisen kann. Das im Herbstholze eingelagerte 
Galaktan ist das Substrat dieser Cytase. Aus dem Galaktan wird im Friih- 
jalir bei der Losung der Reservestoffe Gummi, das bei ungeniigender Ab- 
leitung Gummiliicken im Gewebe zu bilden vermag. 

Matouschek (Wien). 

Brooks, T. T., „S i 1 v e r -1 e a f“ disease. (Journ. Agric. Sc. Vol. 4. 
Part. 2. p. 133—144.) 


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Krankheiten der Obstpfl&nzen. 


131 


In England wird der Erreger der Krankheit, Stereum purpu- 
r e u m , immer gefahrlicher. Das Laub der Pflaumenbaume wird bei dieser 
Krankheit silberglanzend; dies ist ein sehr gutes Erkennungsmittel. In- 
fektionsversuche gelangen sehr gut, da Infektion eintrat sowohl durch die 
Sporen als auch durch das Mycel, das in Reinkulturen gewonnen wurde. 

Matouschek (Wien). 

Stager, Psychologische Beobachtungen an der Baupe 
des Pflaumenwicklers (Carpocapsa funebrana Fr.). 
(Ztschr. f. wissenschaftl. Insektenbiol. 1912. p. 102—105.) 

Verf. gibt in seinen Beobachtungen an den Raupen des Pflaumen¬ 
wicklers, die er durch Abtrennen des Kopfes mit den anhangenden 2 Ringen 
anstellte, bekannt, dab der Kopf seine Fahigkeit des Fressens noch y 2 Stunde 
nach Loslosung des Korpers ausiibte. Er erbringt dadurch den Beweis, daB 
<lie Insektenpsyche nicht so dezentralisiert ist, wie gewohnlich angenom- 
-men wird, die psychischen Funktionen sind in diesem Falle, durch ein Gang- 
lienknotchen reprasentiert. Verf. nimmt an, daB der Raupenkop! tadellos 
sieht und riecht, daB jeder SuBere Reiz auch innerlich wahrgenommen wird 
nnd daB man iiber der Materie ein geistiges Prinzip, welches man als Lebens- 
kraft, Tierseele oder Instinkt bezeichnen kann, annehmen muB. 

Verf. kommt zum SchluB, daB es wiinschenswert sei, die nervosen 
Apparate, besonders das Gehirn der Insekten, vergleichend mikroskopisch 
anatomisch zu untersuchen und weitere, systematisch betriebene Ampu- 
tationsversuche an Insekten vorzunehmen, um dieses Gebiet unserer Er- 
kenntnis mehr und mehr zuganglich zu machen. 

A. Kirchner (Halle a. S.). 

Moore, W., Green peach Aphis (Myzus persicae) and 
it Control. (The Agricult. Joum. of the Union of South-Africa. IV. 
Pretoria 1912. p. 419—425.) 

Die Pfirsichblattlause verkrauseln in S.-Afrika im Friihlinge die Blatter, 
gehen dann, da geflUgelt, auf die Nachbarbaume, zu Beginn der heiBen Jahres- 
zeit aber auf Riiben, Kohlarten und Rettich usw., um spater als gefliigelte 
Herbstwanderer wieder auf den Pfirsichbaum zuriickzukehren. Die Tiere 
(nicht die Eier) uberwintern, und zwar zumeist auf dem Kohl. — Bekampfung: 
Olseife mit Tabakextraktzusatz. Die Parasiten der genannten Blattlause 
sind: Chilomenes lunatus, Aphidius sp. und Schwebfliegen- 
Jarven. Matouschek (Wien). 

Naonmow,N., Sur une nouvelle espece de Pyr6nomyc£te: 
Pleospora Catumensis nov. sp. (Bull. Soc. mycol France. 
T. 28. p. 55—56.) 

Auf den Blattstielen des Orangenbaumes aus SiidruBland (Batum) 
beobachtete Verf. einen parasitischen Pilz, der eine neue Art der Gattung 
Pleospora darstellt; er wird P. batumensis N. Naoumow genannt. 
Perithecien fast kugelig 100—120 n im Durchmesser, Asci keulig, sparsam, 
8-sporig, 50 X 27 Sporen hyalin, elliptisch, mit 5 Querwanden, in der 
Mitte mit einer Langswand, schwach oder gar nicht eingeschnlirt, 30 x 12 pi 
groB. L a k o n (Tharandt). 

Del Guercio, G., Mezzi chimici e meccanici per ostacolare 
la diffusione del fleotripide dell’olivo. (Redia. 7. 
j). 204—214.) 

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132 


Krankheiten der Obstpflanzen. 


Mannchen und Weibchen von Phloeothrips oleae benutzen 
kaum ihre Flugel zum Besuch neuer Baume und lassen sich vom Winde 
auch nicht losreiBen, darum ist es niitzlich, die Olbaume in ausreichendem 
Abstande voneinander und kurz geschnitten zu halten. Zur Nymphosezeit 
verlassen die Larven und Nymphen die Triebspitzen, um sich den groBeren 
Asten und dem Stamme entlang nach dem Boden zu begeben. Anbringen 
eines Klebringes erweist sich dann sehr niitzlich. Zu derselben Zeit kann 
man die unversteckten BlasenfuBe mit Insektengiften, am besten mit 1—1,5 
Proz. Nikotin erreichen. Pantanelli (Rom). 

Form&nek, R., Eine neue Torneuma aus Dalmatien. (Wiener 
Entomol. Ztg. Bd. 31. p. 232.) 

Torneuma karamani n. sp. (Russelkafer) wurde in geringer 
Zahl auf und in alten Wurzelasten alter Olivenbaume in Castella (Dalma¬ 
tien) gefunden. Die Kaferart ist nachstverwandt der Torneuma Grou- 
v e 11 e i Desbr. Matouschek (Wien). 

Karny, H., Revision der Gattung Heliothrips Hali¬ 
da y. (Entomol. Rundschau. Jg. 28. p. 179—182.) 

Das erwahnte Genus enthalt arge Schadlinge. 

Bestimmungstabellen, Synonymik, neue Gliederung der Vertreter dieser 
Gattung. Fur Physapus rubrocinctus Giard schlagt Verf. als 
neues Subgenus den Namen Selenothrips vor. — Die n e u auf- 
gestellten Artcn sind: 

Selenothrips decolor (Neu-Guinea, vie die neotropische 
S. rubrocinctus auf Kakaoblattern lebend, stark schadlich; 

Heliothrips aulmanni (mit voriger Art, weniger schadlich)^ 

Matouschek (Wien). 

Fischer, Ed., Eine neue Pilzeinschleppung in der 
Schweiz. (Mitteil. d. naturf. Gesellsch. in Bern a. d. Jahre 1912. Bern 
1913. p. XV.) 

Nachdem dieSphaerotheca mors-uvae 1908 nach Muller- 
T h u r g a u im St. Gallischen Rheintale aufgetreten ist, erwahnt F a e s 
1909 den Pilz aus Chexbres, J o r d i 1910 aus Wyningen (Kanton Bern). 

Matouschek (Wien). 

Bezssonoff,N., Notice sur le d^veloppement des conidio- 
phores et sur les ph6nomenes nucleaires qui 1 ’ a c - 
compagnent chez le „Sphaerotheca Mors uvae“ 
(Schwein. Berk, et Curt.) e t 1 e „M icrosphaera Astragal i“ 
(s. E r y s i p h' e A s t r.) DC. Trev. (Bull. Soc. Mycol. France. T. 29. 
1913. p. 279—291, 6 pi.) 

Eine ausfuhrliche Darstellung der zytologischen Verhaltnisse der sich 
entwickelnden Konidien von Sphaerotheca mors uvae (Schwein.) 
Berk, et Curt, und Microsphaera Astragali (DC.) Trev. 

L a k o n (Tharandt). 

Nomura,X., Intorno alia ruggine del renegeso (Astra¬ 
galus sinicus L.) e a due nuovi micromiceti pato- 
geni del gelso. (Atti d. Instit. botan. delTUniv. di Pavia. Ser. II. Vol. 
9. p. 37—38.) 

Coryneum Mori n. sp. und Phoma niphonia n. sp. 
rufen Verfarbungen und Erkrankungen an Morus alba in Schinano 


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Krankheiten der Reben. 


133 


(Japan) hervor. — Die Blatter der oben genannten Astragalus - Art 
schadigt Tuberculina Nomuriana Sacc. n. sp. in litt. — Die 
Diagnosen dieser Arten sind lateinisch gehalten. 

Matouschek (Wien). 

Paczoski,J., Der wilde Wein aus Cherson(Vitis silvestris 
G m e 1.). (Bull. f. angew. Botan. V. St. Petersburg 1912. p. 203—260.) 
[Buss. u. deutsch.] 

Im genannten Gebiete tritt auf dem dort wirklich wild lebenden Wein- 
stocke Plasmopara viticola Berl. und Eriophyes vitis D. 
auf. Stellenweise findet man auch Cuscuta lupuliformis Krock 
vor, die zum Unterschiede von Cuscuta monogyna Vahl erst in 
letzter Zeit in groBeren Mengen in SiidruBland aufgetreten ist. Im Dnjepr- 
Gebiete speziell kam 1911 diese Cuscuta stellenweise in so groBer Menge 
vor, daB dieselbe vor dem Reifen der Friichte auf den erschopften Trieben 
des Weinstocks, welche sie nahrten, mit diesen eintrocknete. Die wilden 
Weinstocke Chersons vertragen die groBten dort herrschenden Kalten, die 
diversen verwilderten Sorten aber gehen ein. Matouschek (Wien). 

Petri, L., Formazione e significato fisiologico dei cor- 
doni e n d o c e 11 u 1 ar i nelleviti affette da arriccia- 
m e n t o. (Rendic. Accad. Lincei. Ser. 5. Vol. 21. 1912. I. Sem. p. 505 
—511.) 

Verf. konnte die Entstehung der sog. Stabbildungen oder intrazellu- 
laren Wandstrange, welche ein ausgezeichnet spezifisches histologisches 
Merkmal der Rebenverkrauselung darstellen, in den Kambiumzellen naher 
verfolgen. Diese Bildungen entstammen als geformtes Sekret pektischer 
Natur dem Cytoplasma, zunachst als kugelformige Korperchen, welche dann 
zu den eigentiimlichen Strangen verschmelzen; darauf werden sie unter dem 
Einflusse des Zellkernes von einer Zellstoffhiille eingekapselt und vom Plasma 
getrennt. 

Die erste sichtbare Veranderung findet demnach bei dieser Krankheit 
im Kambium des Stockkopfes statt; die Entartung schreitet dann lang- 
sam fort, ohne zunachst die Kambiumtatigkeit oder die morphogenen Eigen- 
schaften der apikalen Meristemgewebe zu beeintrachtigen; sie erhalt sich 
lebenslang und ist durch Pfropfen ubertragbar. 

Infolge der Wundkernbildung entsteht diese Abanderung n i c h t und 
fehlt bei jUngeren Wurzeln vollstandig. E. Pantanelli (Rom). 

Jaccard, P. et Burnat, J., Sur un cas de Court-nou6 observe 
aux environs de Montpellier. (Rev. de viticult. T. 37. 
p. 665.) 

In einem Weinberg in der Nahe von Montpellier blieben seit einigen 
Jahren einzelne Gruppen von Reben auffallend in ihrer Entwicklung zuriick 
und drohten schlieBlich einzugehen. Die Krankheit griff immer weiter um 
sich. Nach der Untersuchung der Verff. handelte es sich dabei um eine Form 
der unter den Namen Court-noue und Roncet bekannten Krankheitserscheinun- 
gen, doch konnten im vorliegenden Falle keine Parasiten als Urheber nach- 
gewiesen werden. 

Die mikroskopische Untersuchung zeigte, daB die erkrankten und kurz- 
bleibenden Triebe viel schwacher verholzt waren, als die gesunden. Zudem 
war an der Basis der kranken Blatter die Trennungschicht, deren Bildung 

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134 


Krankheiten der Reben. 


dem Blattfall vorauszugehen pflegt, schon 1—2 Monate frtther angelegt, als 
an benachbarten gesunden Reben. In den kranken Blattern lieB sich ferner 
eine von den Blattnerven ausgehende, vorzeitige Zersetzung des Chloro¬ 
phylls beobachten. 

Verff. kommen zum Schlusse, daB es sich im vorliegenden Falle um 
eine physiologische (nicht parasitare) Krankheit handle, die vielleicht auf 
eine Erschopfung der betreffenden veredelten Reben infolge zu groBer Frucht- 
barkeit in friiheren Jahren zuriickzufiihren sei. Dabei konne auch die be- 
sondere, in jener Gegend gebrauchliche Art der Diingung mit schuld sein, 
welche verursacht, daB die Rebenwurzeln nur sehr wenig in die Tiefe gehen, 
sondern sich nicht weit von der Erdoberflache und auch nicht von der Basis 
des Stammes entfernen. Durch starken Riickschnitt sowie vermittels der 
Einwirkung von Schwefelkohlenstoff auf den betreffenden Weinbergsboden 
konnte der Krankheit nach deD Verff. am wirksamsten entgegengetreten 
werden. Schneider-Orelli (Wadenswil). 

Lafforgue, G., Le Botrytis cinerea. (Rev. de viticult. T. 39. 1913. 
p. 245.) 

Der Aufsatz gibt einen Uberblick iiber den gegenwartigen Stand unserer 
Kenntnisse von der Biologie und Bekampfung des grauen Traubenschimmels 
(Botrytis cinerea), wobei das Hauptgewicht mehr auf die schadlichen 
Wirkungsformen als auf die Edelfaule gelegt wird. Verf. vertritt die Ansicht, 
daB der durch die Graufaule verursachte Schaden in Frankreich wahrend 
der letzten Jahrzehnte bedeutend zugenommen habe, was er einerseits der 
intensiveren DUngung zuschreibt, welche die Widerstandsfahigkeit der Reben 
vermindere, und andererseits der Rebenvercdelung (zum Schutz gegen die 
Reblaus), welche bewirke, daB die Traubenbeeren dichter beisammen stehen 
und friiher reifen, wodurch die Beerenfaule ebenfalls begiinstigt werde. 

Eingehender behandelt der Verf. den Befall der Traubenkamme durch 
Botrytis cinerea; diese Form der Erkrankung trat in der ersten 
Septemberhalfte 1912 in der Gironde sehr stark auf, ohne daB man die Ur- 
sache immer sofort erkannte, weil das Mycel infolge geringer Luftfeuchtig- 
keit durch langere Zeit hindurch nicht zur Sporenbildung schritt. 

Unter den zahlreichen Bekampfungsmitteln gibt Verf. den pulverartigen 
den Vorzug, besonders deshalb, weil sie die damit bestaubten Rebenteile 
in vielen Fallen schon mechanisch vor den anfliegenden Botrytis- 
Konidien schUtzen. Verf. halt aber weitere Bekampfungsversuche noch fur 
dringend notwendig. Schneider-Orelli (Wadenswil). 

Prunet, A., L e B1 a c k - R o t. (Rev. de viticult. T. 39. 1913. p. 228.) 

In Frankreich wird das Auftreten des Schwarzfaulepilzes, Laestadia 
B i d w e 11 i i, schon seit 27 Jahren beobachtet, trotzdem hat sich diese 
Krankheit erst iiber einen verhaltnismaBig kleinen Teil der europaischen 
Weinbaugebiete verbreitet. Auch in Frankreich selbst ist die Ausbreitung 
eine sehr ungleichmaBige. Wahrend z. B. in der Armagnac der Pilz stellen- 
weise ganze Traubenernten zugrunde richtete, ist er in anderen Teilen des 
Landes, z. B. in der Provence nahezu unbekannt. Dies riihrt nach dem Verf. 
davon her, daB es im zuerst genannten Gebiete wiilirend des Sommers meist 
sehr viel regnet, wodurch die Laestadia - Infektionen begiinstigt werden, 
wogegen in der Provence die Sommerregen selten und von kurzer Dauer 
sind. Die Ubertragung der Krankheit auf groBere Entfemungen, also das 


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Krankheiten der Heidelbeeren und der Waldbaume. 


135 


Entstehen neuer Infektionsherde erfolgt nach der Ansicht des Verf. aus- 
schlieBlich vermittelst der A s c o sporen; die in Pykniden gebildeten Stylo- 
sporen wurden dagegen nur in der nachsten Umgebung (durch das Regen- 
wasser) verbreitet. 

Deshalb wird empfohlen, die Bespritzungen gegen den Black-Rot auf 
das A s c o sporenstadium, d. h. auf die Zeit vom Austreiben der Reben 
bis zur Bliite, zu beschranken. Immerhin sind auch in den Weingarten der 
Armagnac Schwarzfauleepidemien viel seltener als Jahre mit heftigem Auf- 
treten von Plasmopara vitico.la. 

Schneider-Orelli (Wadenswil). 
Keifiler, K. von, tlber die weiBeHeidelbeere. (Mitteil. d. Sekt. 
f. Naturk. d. osterr. Touristenklub. XXIV. p. 73—74.) 

Verf. fand die mit Sclerotinia baccarum (Schrot.) infizierten 
„weiBen“ Heidelbeeren auch im Wiener Walde und in N.-Steiermark. Die 
pilzkranke Heidelbeere ist ganz eingetrocknet, hart, innen schwarz, unge- 
nieBbar. Die durch Ausbleiben des Farbstoffes entstandene weiBe Heidel¬ 
beere ist weich, saftig, auch innen weiB und genieBbar (Vaccinium 
myrtillus ver. leucocarpum Hausm.). 

Matouschek (Wien). 

Boyd, D. A., Mycological Notes (The Glasgow Naturalist. Vol. 4. 
p. 85—88). 

1. Die Verbreitung der Perisporiacee Podosphaera myrtil- 
1 i n a (Schub.) Kunze in Schottland wird genau angegeben. Im Gegensatz 
zu Trail fand Verf. den Pilz an den g r o B e n Strauchern von Vac¬ 
cinium Myrtillus nicht vor. 

2. Cronartium ribicolum Deitr. fand Verf. zu Moffat auf 
Schwarzkiefern sehr stark entwickelt. In Amerika trat diese Form des Cro¬ 
nartium noch nicht auf. In England tritt nur noch Cr. flaccidum 
(A. et S.) Wint. auf; seine Uredo- und Teleutosporen fand man in einigen 
Gebieten auf der P a e o n i e , die Aecidien sah man noch nicht. 

Matouschek (Wien). 

Gottinger, Mitteilungen tiber Waldkulturen, iiber I n - 
sekten- und E1 e m e n t a r b e s c h a d i g u n g e n der Wal¬ 
de r. Vortrag. (Verhandl. d. Forstwirte v. Mahren u. Schlesien. Jg. 36* 
1912. p. 285—310.) 

Die Nonne ist mit Friihjahr 1912 aus den Waldern von Mahren und Schle¬ 
sien verschwunden. Die mehrjahrigen kostspieligen Bekampfungen haben 
nur gezeigt, daB als vorbeugende MaBregeln die Erziehung gemischter Be- 
stande und kraftige Durchforstung die wichtigsten sind. Die kiinstliche 
Infektion der Raupen mit dem Virus der Polyederkrankheit wird wohl das 
nachste Auftreten des Schadlings nicht zu einer Kalamitat gestalten lassen. 
— Infolge der Nonnenkalamitat und der Durre 1911 traten auf der Tanne 
in Menge auf: Tomicus curvidens, Criphalus piceae, 
Pissodes piceae, auf der Fichte aber Tomicus chalcographus, 
mierographus, Polygraphus polygraphus, Pissodes 
hercyniae, Xyloterus lineatus. Hylesinus piniperda er- 
schien in Kiefernbestanden in Masse. Besonders in Ost-Schlesien befiel A g a - 
ricus melleus sehr stark Tannen, sogar bis 140-jahrige Altholzer. 
Ein starkes Absterben dieser Baumart ist (nach Gustav Merker) 
darauf zuriickzufiihren, daB die Tanne nur die Halfte derjenigen Wassermenge 
aus dem Boden aufnimmt, welche die Fichte demselben entzieht. In diirren 


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136 


Krankheiten der Waldbaume. 


Jahren fallen die Nadeln der Tanne schon jedes 4. oder 5. Jahr ab; die Assi¬ 
milation wird stark beeintrachtigt. Da die Wurzeln dieses Baumes viel tiefer 
gehen als die der Fichte, kann erstere die leichteren Regen nicht ausniitzen, 
sie gerat in einen Durst- und Hungerzustand und verliert dadurch die Wider- 
standskraft gegen auBere Gefahren, Insekten- und Pilzschaden. D e n - 
troctonus micans stellt sich iiberall dort ein, wo der Hallimasch 
in groBerer Menge vorkommt. An den Siinden des braunen Riisselkafers 
ist der oft tibersehene Hylostes cunicularius beteiligt. B o - 
trichus amitinus war das Berichtsjahr oft zu sehen. Die Banks- 
kiefer hielt sich in alien Durrjahren im Gebiete sehr gut; in Bohmen 
speziell leidet sie seit 1904 stark durch Tortrix buolina, welche 
deren Nadeln verunstaltet. H y 1 e s i n u s und Russelkafer befallen diese 
Art genau so wie gemeine Kiefer; die Engerlinge schaden weniger, da das 
Wurzelsystem der Banksiana viel ausgebreiteter ist. — In der Dis- 
kussion hebt N i k o d e m die Gefahrlichkeit des Eichemehltaues 
in Kroatien hervor: eine solche liege nur dann vor, wenn dem Auftreten 
ein FraB durch Raupen oder Maikafer vorangeht. Sollte im eingangs ge- 
nannten Gebiete ein starkerer RaupenfraB in Eichwaldern auftreten, so moge 
man auf der Hut sein. Derselbe macht noch auf eine bisher wenig bemerkte 
mechanische Verletzung von Nadelholzern auf exponierten Bergriicken 
durch Eiskristalle aufmerksam. Die dem Winde zugekehrte Seite solcher 
Walder erscheint oft plotzlich rotbraun gefarbt. Die Nadeln werden verletzt, 
wodurch auch die Transpiration im Wintersturme erhoht wird. Ahnliches 
bemerkte frliher (bei Richenburg in Bohmen) N i k o d e m gelegentlich 
eines gewaltigen Sandsturmes und im Deliblater Sandgebiete (Ungarn) ist 
dies haufig zu bemerken. Es handelt sich da nur um mechanische Ver- 
letzungen. Gottinger und von Koristka machen noch auf die 
1911 aufgetretenen Spatfroste aufmerksam: Sind die jungen Triebe abge- 
froren, so brachte dies einen namhaften Zuwachsverlust mit sich. Doch 
ging mitunter auch der ganze Buchenaufschlag zugrunde. Oft hat die fol- 
gende Diirrc den schon geschadigten Wald ganz vernichtet. Unter dem 
Froste litten am meisten die Esche, Buche, Tanne, Fichte. Die folgende 
Diirre schadigte vor allem die Fichte, die Larche, die japanische Larche, 
die Weymouthskiefer, die gemeine Fohre und die Tanne; die Bankskiefer 
hielt sich aber gut. Von den Laubholzern litten am starksten Erlen, Eschen, 
Pappeln. Es werden vicle statistische Daten mitgeteilt. 

Matouschek (Wien). 

Zederbauer, E., Versuche iiber individuelle Auslese bei 

Waldbaume n. I.Pinus silvestris. (Centralbl. f. d. ges. 

Forstwes. Jahrg. 38. p. 210—212. m. 1 farb. Taf.) 

Uns interessieren hier nur die Angaben iiber die Schiitte der Kiefer, 
hervorgerufen durch Lophodermium Pini. 

1. Verf. untersuchte, ob die Nachkommen verschiedener Individuen des- 
selben Bestandes oder derselben Gegend sich verschieden verhalten. Die 
Auswahl der Samenbaume geschah derart, daB Riicksicht genommen wurde 
auf breit- und schmalkronige Baume (im Sinne K i e n i t z s). Die Nach¬ 
kommen eines breitkronigen Samenbaumes, welche im Kiefernbestande (zu 
Mariabrunn in N.-Osterreich) dominierten, wurden von der Schiitte gar nicht 
befallen, sie sind inimun, wahrend die Nachkommen des im selben Bestande 
etwas unterdriickten, auch breitkronigen anderen Samenbaumes von der 
Krankheit sehr stark befallen wurden (Disposition). Von den Nachkommen 


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Krankheiten der Waldbaume. 


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einiger Samenbaume wurden alle von der Schiitte befallen mit Ausnahme 
einiger Individuen, die inmitten der erkrankten gelbbraunen ganz grim 
blieben. — Die farbige Tafel stellt den verschiedenen Grad der Erkrankung 
der Pflanzen durch die Schiitte dar. 

2. Beobachtungen im Staatsforste Niepolomice (bei Krakau) zeigten 
dem Verf. folgendes: April 1911 hatten nur die WeiBfohren aus Norwegen 
und Finnland keine Schiitte. Da auf den Kahlflachen des Revieres in der 
2. Halfte des September bereits Friihfroste auftreten, liegt die Vermutung 
nahe, daB die zu dieser Zeit bereits vollig ausgereiften Nadeln der nordischen 
Fohre durch diese Froste nicht geschadigt werden, wahrend die noch nicht 
ausgereiften Nadeln der mitteleuropaischen durch sie geschadigt und so fur 
den Pilz disponiert werden. Dafiir spricht auch die Erscheinung, daB junge, 
bis lOjahrige Kulturen nur in den unteren Partien (bis 1 m) vom Schiitte- 
pilz befallen werden. Vielleicht konnte die Vermeidung groBer Kahlflachen 
dagegen helfen. Matouschek (Wien). 

Anderlind, Wahrnehmungen iiber die Waldverhaltnisse 
in der Gegend von Abbazia in Istrien und iiber 
das Verhalten mehrerer Holzarten gegen den S a 1 z - 
gehalt der Luft an den Klippen des Quarneros. 
(Allgem. Forst- u. Jagdzeitg. Jg. 48. p. 236—239.) 

1. Die Luft des Quarnero ist stark salzhaltig. Unmittelbar an der Kiiste 
und auf den Klippen leiden darunter die Nadelholzer weniger als die Laub- 
holzer. Von diesen leidet die Ulme am wenigsten, mehr Mastix, noch mehr 
Quercus cerris und Q. s e s s i 1 i f 1 o r a , am meisten der Lor- 
beer. Bei der Villa Nazionale zu Neapel bemerkte Verf. stets das ganzliche 
Absterben der Quercus Ilex infolge gleicher Ursache. 

Matouschek (Wien). 

Bericht der Karstaufforstungskommission fiir die g e - 
fiirstete Grafschaft Gorz und Gradiska iiber ihre 
Tatigkeit fiir das Jahr 1911. (Osterr. Vierteljahresschr. f. 
Forstwes., herausgeg. v. Osterr. Reichsforstver. N. F. Bd. 31. 1913. 
p. 85 ff.) 

Uns interessieren hier nur die Kulturschaden. 72,53 ha Kulturen wurden 
durch Waldbrande vernichtet. Die starksten Schaden verursachten der 
Kiefemtriebwickler, der Pinienprozessionsspinner, die Kiefernblattwespe, 
Engerlinge. Die 3 Monate dauernde auBergewohnliche Sommerdiirre ver- 
nichtete 85 Proz. der neuen und 60 Proz. der alteren Aufforstungen, so daB 
die Aufforstungstatigkeit der nachsten Jahre sich fast ausschlieBlich auf 
Nachbesserungsarbeiten wird beschranken miissen. 

Matouschek (Wien). 

von Bersa, tJber Karstaufforstungen in Krain und 
Kustenland. (Mitteil. d. krain.-kiistenland. Forstver. H. 29. Laibach 
1912. p. 40—80.) 

Nur die Schadigungen, welche die Aufforstungskulturen erlitten haben, 
interessieren uns hier: 

I. Insektenschaden. Der Kieferntriebwickler(Re- 
t i n i a b u o 1 i a n a W. V.) befiel gerade die liickigen Kulturen der schlech- 
teren Standorte oft so stark, daB viele Pflanzen ganz verkriippelt waren. 
Zum Gliick waren es nur die jiingeren (bis 12-jahrigen) Kulturen. Das gleiche 
gilt beziiglich der Kiefernblattwespe. Mit dem Heranwachsen 


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Krankheiten der Waldbaume. 


der Kulturen werden wohl in beiden Fallen die Sch&den zuriicktreten. — 
Gegen den Pissodes notatus Fabr. (weiBpunktierter Kiefernriissel- 
kafer) niitzte nur das Aushauen der krankelnden Stangen. — Gegen den 
Nadelholzziinsler Dioryctia silvestrella half nur das Ausbrechen 
der groBen Harzpollen; er verursacht schon seit 1901 zahlreiche Gipfelbriiche. 
Er befiel naraentlich P a r o 1 i n i - Fohren. — In ganz jungen Kulturen ver- 
ursachten Engerlinge einen sehr starken Schaden.; AbwehrraaBregeln 
konnten nicht ergriffen werden. — Gegen den Pinienprozessions- 
spinner (Cnethocampa pithyocampaV.) muBte sehr ener- 
gisch vorgegangen werden. Er bevorzugt gerade die erwachsenen Kulturen, 
um seine Gespinste an dem Gipfeltrieb oder den hochsten Asten herzustellen. 
1909 trat sogar in einer Gegend ein volliger KahlfraB ein; doch brach eine 
Krankheit (eine Art Flacherie) aus. Das Einsammeln der hochgelegenen 
Nester geschah mit Hilfe der Raupenscheeren. Die Raupen in den Nestern 
selbst zu toten gelang nicht: Es erheischte sehr viel Petroleum, um mit dem 
„Injekteur Pillot“ die Nester ganz zu durchtranken; die Kosten sind zu groB. 
Bei Anwendung von Formalin, Schwefelkohlenstoff, Benzin zeigte es sich aber, 
daB nur die direkt getroffenen Raupen sterben, die iibrigen aber nur betaubt 
wurden, um sich dann wieder zu erholen. Dieser Schadling ist der schlimmste 
im Gebiete. Der Spinner ist nicht monophag; er friBt gern die Deodora- 
zeder. 

II. Pilzsch&den: Rhizoctonia Strobi Sch. trat 1899 
an den Wurzeln der Weymouthskiefer zuerst auf; es kam zum Aushiebe der 
vielen erkrankten Stanyne durch mehrere Jahre. — Viel gefahrlicher erwies 
sich Peridermium piniforma corticola fur die gleiche 
Art und fur die Parolinikiefer. Fortgesetzter Aushieb brachte keine Abhilfe, 
ja der Pilz ging auf die Schwarzfohre iiber. Es bildeten sich vor einigen 
Jahren zwei ziemlich scharf umgrenzte Infektionsherde. Infolge des Zusam- 
menwirkens des fast regcnlosen Winters 1909/10 und der drei vorangegangenen 
starken Sommerdiirren verbreitete sich plotzlich die Krankheit; der Schaden 
war enorm. Hernach trat die erstere mehr zuriick. 

III. Andere Schaden: Trockenmauern muBten gegen das Weide- 
vieh errichtet werden; sie haben sich auch als sehr wirksames Mittel gegen 
Feuersgefahr erwiesen und zwar gegen Funkenschlag aus Lokomotiven und 
gegen Graslauffeuer. Nach ganz bestimmtem Plane wurden langs der Bahn 
und innerhalb der Kulturen baumlose Streifen belassen und Feuerschneisen 
errichtet. 

Das rechtzeitige Aussicheln des Grases und die Durchlauterung und 
Aufastung der alteren Kulturen sind auch gute Mittel gegen das Weiter- 
greifen des Feuers. Dennoch sind bei 103 Einzelbranden innerhalb der letzten 
10 Jahre 153 ha Kulturen, darunter bis 20-jahrige zugrunde gegangen. Die 
Brande entstanden auch durch ArtillerieschieBfeuer bei Manovern, durch 
Blitzschlag usw. Bei den Manovern wurden leider die Trockenmauern sowie 
die Steine, welche zum Schutze jedes einzelnen Baumchens dienen, mitunter 
auseinandergeworfen. Dasselbe taten Buben, um Skorpione (Export nach 
Tirol behufs Erzeugung des Skorpionols als Mittel gegen Skorpionsstich) zu 
fangen. Matouschek (Wien). 

Wormsbacher, Henry, Die Katokalen der Vereinigten Staa- 
ten vonNordamerika. (Zeitschr. f. wissensch. Insektenbiol. VIII. 
p. 257—258). 


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Krankh eiten der Waldbaume. 


139 


Verf. entwirft eine Liste samtlicher Arten, deren Lokalitaten und Futter- 
pflanzen, soweit bekannt, mit Benutzung der Listen von D y a r und 
Beutemiiller. Notiert sind 93 Arten. Die Futterpflanzen sind zumeist 
WalnuB- und Hickory-NuB, Eichen, Weiden und Pappeln, Myrica ceri- 
f era, Akazien, wilde Obstbaume (und wohl auch kultivierte), Cepha- 
1 a n t u s. Von mancher Art konnte bisher die Nahrpflanze der Baupe nicht 
eruiert werden. Matouschek (Wien). 

Bondarzew, A. S., Verzeichnis der von A. A. Elenkin und 
B. P. Sawitsch auf Waldbaumen an der Kiiste des 
Schwarzen Meeres im Sommer 1912 gesammelten 
P i 1 z e. (Joum. f. Pflanzenkrankh. Jg. 6. 1912. p. 112.) [Russisch. ] 

Die Arbeit enthalt Abbildungen von Trametes hispida, Len- 
zites tricolor, L. reichardtii. Riehm (Berlin-Dahlem). 

Strohmeyer, H., Neue Platypodiden aus Ost- und West- 
afrika, Madagaskar und Peru. (Entomolog. Blatt. 1911. 
p. 222—234.) 

Verf. bringt Beschreibungen von neuen Arten dieser Forstschadlinge, 
die er teils selbst erworben, teils in den Sammlungen des deutschen Ento- 
mologischen Nationalmuseums und der Naturhistorischen Museen in Brussel 
und Stockholm gefunden hat. 

1. Crossotarsus bidentatus nov. sp. Fundort: Deutsch-Ostafrika, 
gehort in eine vorlaufig noch nicht benannte neue Sektion der Gattung. 2. C r. a 1 - 
tern an s nov. spec. Fundort: Kamerun, Gruppe Crosso tarsi alternan- 
t e a Chap. 3. Cr. abbreviatus nov. spec. Fundort: Kamerun. Gruppe C r o a - 
sotarsi alternantes Chap. 3. Cr. spinidens nov. spec. Fundort: Gan- 
kuru-Flufl, Gruppe Crossotarai abdominales Chap. 5. Cr. serratus 
nov. spec. Fundort: Kamerun und Kilimandjaro (Ljostedt), Gruppe Crossotarai 
abdominal. Chap. 6. Cr. Conradti nov. spec. Fundort: Kamerun, Gruppe 
Crossotarsi abdominal. Chap. 7. Cr. brevis nov. spec. Fundort: Kame¬ 
run, Gruppe vorlaufig wie vorige. 8. Platypus vastus nov. spec. Fundort: 
Kamerun, Gruppe Platypi Bulcati Chap. 9. PI. punctatus nov. spec. 
Fundort: Madagaskar, Diego-Suarez. 10. PI. a t e r nov. spec. Fundort: Madagas¬ 
kar (Antongil Bai), Gruppe Platypi sulcati Chap. 11. PI. tomentosus 
Strohm. Fundort Kamerun, paBt in keine der von C h a p u i s gebildeten Gruppen. 
12. Symmerus tuberculatus Chapus femina nova. Fundort: Kame¬ 
run, Togo, Franz.-Kongo. 13. Mitosoma Chapuisi nov. spec. Fundort: Mada¬ 
gaskar. 14. Platypus bilobatus nov. spec. Fundort: Peru, gehort in die 
Sektion der Platypi bilobati Blaudf. 

K i r c h n e r (Halle). 

Lfiderwaldt, H., Zur Biologie von Stenoma dissimilis 
Kearfott. Fam. Tineidae (Kearfott det 1911). (Zeitschr. 
f. wiss. Insektenbiol. 1912. p. 5/6.) 

Raupe 12 mm lang, nackt, bis auf einzelne, feine, lange, weiBe Haare 
an den Leibesringen. Ausgewachsene mehr oder minder griin, unten und an 
den Seiten heller, mit dunkelgriinem, verwaschenem Langsstreifen liber dem 
Riicken. Kopf und erstes Segment braun. Zur Verpuppung reife Exemplars 
haben eine mehr gelbliche Farbe. Von Januar—Marz leben die Raupchen 
an Cedrala fiss^ilis Veil (= brasiliensis Juss), C e d r o 
hranco, wo sie Verf. an jungen, im Museumspark gepflanzten, einige 
Jahre alten Baumchen traf. 

Sie wohnen versteckt, indem sie 2 Fiederbl&tter zusammenspinnen, 
«inzeln oder bis zu 6 Stuck. Sie nahren sich zunachst von der Epidermis der 
Blatter. Innerhalb der Behausung, wenn hier alles abgefressen, gehen sie 


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Krankheiten der Waldbaume. 


nach drauBen. Den Kot setzen sie in cinem langen Streifen zwischen den 
beiden Fiedern ab; durch Gespinnstfaden locker zusammengehalten, ruhen 
die Raupchen darunter aus. Die Tierchen sind lebhaft, beunruhigt laufen 
sie davon, lassen sich fallen an einem Faden, an dem sie sich wieder empor- 
ziehen. An der Erde springen sie lebhaft umher und suchen die Futterpflanze 
schnell wieder zu erreichen. 

Zur Verpuppung spinnen sich die Raupen mit der Afterspitze zwischen 
den Fiederblattern fest; im Zwinger verpuppten sich mehrere in einem Nest, 
was im Freien kaum vorkommen diirfte. Die Falter schliipfen nach 11 bis 
12 Tagen aus. A. Kirchner (Halle a. S.). 

Hausrath, H., Versuche zur Entstehung der Vertrock- 
nungsschiitte. (Forstwissensch. Centralbl. Jg. 35. 1913. p. 352 
-354.) 

Ebermayer (1873) stellte eine Vertrocknungstheorie auf, welche da- 
hin geht, daB die Nadeln vertrocknen infolge der iibermaBigen Verdunstung, 
die eintreten miisse, wenn bei gefrorenem Boden die Nadeln den Sonnen- 
strahlen ausgesetzt sind. Wird das MiBverhaltnis zwischen Wasserabgabe 
und -zufuhr zu groB, so sterben die Nadeln ab. M a y r ficht diese Theorie 
an, er fiihrt das Braunwerden der Nadeln auf ein Erfrieren des Chlorophylls 
zuriick und meint, es gebe weder eine Frost- noch Uberverdunstungssehiitte. 
Verf. priifte nun die Ebermayersche Theorie. Er pflanzte einjahrige 
Kiefern und dreijahrige Fichten im Spatherbste in Topfe, die nach Bedarf 
begosscn wurden. Im Spatherbste kamen sie vor ein Nordfenster, damit 
die Chlorophyllkorner sicher aus der Schutzstellung heraustreten und sich 
so lagern sollten, daB eine moglichst intensive Lichtwirkung zu erwarten 
stand. Beim Eintritt des ersten scharfen Frostes kam je eine Kiefer und 
eine Fichte in eine Gefrierkiste, so daB kleingeschlagenes Eis bis zum Wurzel- 
halse reichte. 40 Stunden lang waren die Baumchen dem Froste ausgesetzt; 
spate r kamen sie tagsiiber ins Arbeitszimmer, abends wieder ins Freie (wo 
bis 5° C Kalte war). Zwei Kiefernpflanzen kamen, ahnlich behandelt, tiber 
Tag an ein Siidfenster, also an die Sonne. tlber die eine Pflanze stiilpte Verf. 
behufs Abhaltung der chemisch wirksamen Strahlen einen rotbraunen Glas- 
zylinder. Auch diese Pflanzen kamen jeden Abend vor das Nordfenster. 
Das Thermometer zeigte 0,1° C beziiglich der Bodentemperatur. Die Wasser- 
aufnahme aus dem Boden war fiir diese Pflanzen unmoglich gemacht. Nur 
die so behandelten Kiefern zeigten typische Schiittefarbung, die Nadeln 
starben ab, die Gipfelknospe wohl auch; die Kiefern, welche am Siidfenster 
standen, zeigen auch beginnende Vertrocknung der Nadeln, die von der 
Spitze bei der vollbeliehteten 1 cm, bei der durch den Zylinder geschiitzten 
1,5 cm herabreichte. Es ist also M a y r s Theorie, wonach die Rotung durch 
zu intensive Belichtung in der Kaltestarre hervorgebracht wird, nicht halt- 
bar. Es existiert also eine Vertrocknungsschutte (unabhangig von der durch 
Hysterium pinastri Schrad. erzeugten Pilzschiitte). Gegen diese 
anzukampfen ist moglich, man braucht nur die Saatbeete durch Reisig zu 
schiitzen. Kiefernreisig zu wahlen geht nicht an, weil dann die Pilzschiitte 
eingeschleppt werden kann. — Das Vergilben der Nadeln speziell bei der 
Fichte, das man in strengen Wintern oft beobachten kann, und das wohl 
oft nur eine Vorstufe des Braunwerdens und Absterbens ist, beruht in vielen 
Fallen mit auf Oberlichtung. Werden doch von der Schneedecke groBe 
Lichtmengen zuriickgeworfen. Matouschek (Wien). 


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Krankheiten der Waldbaume. 


141 


Lagerberg, T., En interessant bilningsafvikelse hos 
gran. [= Uber eine Bildungsabweichung inter- 
essanter Art der Fichte.] (Svensk bot. Tidskr. VI. p. 884 
—888, m. Fig.) 

An Picea excelsa von Uppland und Mittelschweden zeigte sich 
Zapfensucht und eine eigentiimliche Form von Polycladie, die mit einer von 
T h. M. F r i e s 1890 beschriebenen eine gewisse Ahnlichkeit hat. Der Fichten- 
baum, den Verf. griindlich studierte, zeigte die Polycladie zuerst (1910) als 
tlberproduktion von Zweigen, im folgenden Jahre als Zapfensucht; 1912 
war der EndsproB schwach, aber beziiglich der Knospen normal ausgebildet. 

Matouschek (Wien). 

Heck, Verhalten erwachsener Fichten gegen Diirre 
und Frost. (Forstwissensch. Centralbl. Bd. 34. p. 600—607, 664.) 

1. Der mit andauernder Hitze verbundene Niederschlagsausfall des August 
1911 verschuldete den Tod vieler Fichten im Revier Mockmiihl (N.-W.-Grenze 
von Wurttemberg). Nach dem ubereinstimmenden Zeugnisse Hunderter von 
Bohrspanen aus alien Teilen Deutschlands kommt trotzdem die Wassernot im 
Walde und durch sie das Hinsterben von Tausenden von Baumen (zumeist 
von Fichten) im 1911er Jahrring n i c h t zum Ausdrucke. Ursache hiervon 
ist der Eintritt der Diirre erst im Hochsommer, die selbst an starkerem Holze 
die feinen Wurzeln und das Kambium durch Austrocknen derselben totete, 
nachdem der ZuwacBs dieses Jahres in der Hauptsache schon geleistet war. 

2. Die Empfindlichkeit der japanischen Larche gegen Diirre scheint 
je nach Bodenart sehr verschieden zu sein. Ein frischer Angulatensandstein- 
boden bei Adelsberg, auf dem 1911 viele Fichten diirr wurden, bew&hrte 
sich als treffliche Unterlage fiir diese Larchenart, wie auch fiir eine Mischung 
von griiner Douglastanne und Lawsonszypresse. 

3. tlber Frostrisse bei Nadelholzern: Bei 20-jahrigen Fichten, einge- 

sprengt in einer Buchendickung, sah Verf. 5—13 mm breite, 1—3 mm hohe, 
mehr oder weniger schiefe, leicht spiralige Risse, meist bis auf den Kern 
gehend. Mitunter besaB ein Baum 2—3 solche Risse bis auf den Boden her- 
unter. Auf der Nordseite traten die Risse am hSufigsten auf. Verf. hat auch 
iiberwallte (also altere) Risse gesehen und zwar auch bei der Weymouths- 
kiefer. Die frischen klafften noch nach einem Jahre. Der gegebene Versuch 
einer Erklarung der so auffallenden Frostrisse, wie sie anfangs 1912 bemerkt 
wurden, ist folgender; Dem so heiBen trockenen Juli—August 1911 folgte 
ein in der zweiten Halfte regnerischer September und ein auffallend nasser 
Spatherbst und Winteranfang. Der ausgetrocknete Boden war langst ge- 
sattigt, die Baume ganz mit Wasser durchtrankt. Mitte Januar welite ein 
mehrtagiger eisiger NO-Wind; das Wasser gefror im Holze, Risse entstanden. 
Am 3. Februar ein plotzlicher kurzer Frost von 23° C. Ahnliches diirfte hier 
im Winter 1879/80 geschehen sein (daher die iiberwallten Frostrisse). An 
exponierten Lagen auf der Albhochflache (bei Geislingen, 630 m) bemerkte 
Schultz ahnliche, bisher noch nirgends beschriebene und erwahnte 
Frostrisse. Matouschek (Wien). 

Anonym. Hitzerisse. (Forstwiss. Centralbl. Jahrg. 34. p. 662—663.) 

Aus der Schweiz und Belgien meldet man an 15—30-jahrigen Fichten 
von bestem Wuchse bis 1,5 cm lange Risse, die 2—3 cm klafften, sich spater 


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142 


Krankheiten der Waldbaume. 


auf 1 cm schlossen, wobei die Benadelung ganz gesund blieb. Ahnliche Beob- 
achtungen liegen sonst nicht vor. Matouschek (Wien). 

Laubert, R., Tuberculina maxima Rostr. (Deutsch. landw. 
Presse. 1911. p. 984.) 

Gelegentlich seiner Untersuchungen fiber den Kiefernblasenrost hat der 
Verf. mit diesem zusammen Tuberculina maxima Rostr. gefunden. 
Diese kommt als Begleiter des Peridermium vor und wirkt der Ent- 
wicklung der Sporen des Peridermium entgegen. Man kann deshalb 
als Regel aufstellen: „kommt die Tuberculina auf dem Peri¬ 
dermium vor, sei es an Zweigen oder Hauptstammen, so ist der Rostpilz 
unfahig, Sporen zu bilden. u Verf. verweist darauf, daB es nicht uninteressant 
ist, daB auch die Schmarotzer und Schadlinge der Pflanzenwelt wiederum ihre 
ganz bestimmten Feinde unter den Mikroorganismen haben. 

Wedemann (Gr.-Lichterfelde). 

Ling, Gosta, Polyporus annosus Fr. i Finland. (Meddel. af 
Societ. pro Fauna et Flora Fennica. 1910. p. 16—17.) 

In Lapponia Memensis fand man die Art im Sommer 1908 
nur an 2 Fichten. Die Fruchtkorper fand man 1902 nur an den Wurzeln 
einer umgefallenen Fichte. Da die Art in Siidfinnland hftufiger ist, so scheint 
auch nach Untersuchungen der Verff. die Stammf&ulnis der Fichte in den 
meisten Fallen von dieser Art oder von der ebenfalls haufigen A r m i 1 - 
1 a r i a m e 11 e a hervorgebracht zu sein. Matouschek (Wien). 

Eggers, H., Die Verbreitung von Pityogenes austri- 
acus Wachtl und elongatus L8v. (Entomolog. Blatter. 
1912. Beilage z. H. 6/7. 4 pp. Mit 1 Karte.) 

Den Grund fiir die sporadische Verbreitung dieser beiden nahe ver- 
wandten Kafer kann man nicht angeben. Kommen doch beide Kafer auf weit- 
verbreiteten Kiefern-Arten vor. Pityogenes austriacus ist ver- 
breitet in Frankreich (auch auf Pinus sylvestris), Schweiz (auf 
gleicher Kiefernart), Osterreich (auf dieser und auch auf der Schwarzkiefer), 
in Deutschland (nur Hannover, Wiirttemberg), Schottland. 

Pityogenes elongatus L6v. wurde bisher nur auf der Insel See- 
land (im auBersten Nordwesten) gefunden. Die dortigen Nadelwalder sind nicht 
alter als 100 Jahre; der Kafer miiBte von irgendwo eingewandert sein, doch 
fand ich inn nicht vor im benachbarten Schweden und Deutschland. 

Matouschek (Wien). 

Schotte, Gunnar, Sveriges virkesrikaste skogsbest&nd. 
[= Der nutzholzreichste Waldbestand Schweden s. ] 
(Meedel. fr. Statens Skogs-Forsoksanst. Stockholm 1912. p. 195—210, 
m. 3 Taf.) [Schwcdisch.] 

Auf Kulturflachen, hergestellt behufs Erzielung von Beispielen fiir die 
Produktion in verschiedenen schwedischen Waldtypen, fand sich in Menge 
Polyporus Pini ein; daher ist das Holz durch Faule geschadigt. 

Matouschek (Wien). 

Braid, J. B., The sweet chestnut as a timber tree. (QuarterL 
Journ. of Forestry f. the Roy. English Arboricult. Soc. 1911.) 

Verf. macht darauf aufmerksam, daB die Edelkastanie gut gedeiht (in 
England) mit der Larche gepflanzt. In Frostlagen hat sich der Voran- und 
Zwischenbau der Birke in 4 m Abstand bewahrt. Leider trat 1911 in Jung- 


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Krankheiten der Waldbaume. 


143 


wiichsen der L&rche Argyresthia laevigatella sehr verheerend 
auf; alle Seiten- und Gipfeltriebe in 5—7 Jahre alten Kulturen waren zer- 
8tdrt, in 30-jahrigen BestSnden nur die unteren Seitentriebe. Wird die 
Edelkastanie iiber 8b Jahre alt und steht sie auf unzusagendem Boden, so 
leidet sie an Ringsch&le (cup-shake). Matouschek (Wien). 

Borthwick, A. W., and Wilson, M., A new Larch Disease in Scot¬ 
land. (Notes Roy. Bot. Gardens Edingburgh. VIII. 1913. p. 79—82.) 
Eine Notiz iiber die L&rchenkrankheit, hervorgerufen dureh Peri- 
dermium Laricis auf Larix europaea, neu beobachtet fur 
Schottland im Bezirke Moserness. Der Pilz ist bekanntlich das A e c i d i u m - 
Stadium von Melampsoridium betulinum. 

Matouschek (Wien). 

Weir, J. R., Some Observations on Polyporus berkeleyi. 
(Phytopath. Vol. 3. 1913. p. 101.) 

Polyporus berkeleyi wurde vom Verf. haufig an Larix 
occidentalis gefunden; der Pilz lebt an Wurzeln, die Wunden auf- 
weisen oder abgestorben sind, und zerstort das Holz. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Hardenberg, C. B., The willow tree caterpillar (Angelica 
t y r r h e a Cr.). A destructive pest in forest planta¬ 
tions. (The Agricult. Joum. of the Union of South Africa. IV. 1912. 
p. 397—418.) 

Die Raupe von Angelica tyrrhea entbl&ttert namentlich Weiden 
(insbesondere Salix babylonica), Pappeln und Akazien im Gebiete. 
Das Ende September oder etwas spater erscheinende 9 leg! bis 400 Eier. 
Raupenstadium bis Mitte Januar, Puppenstadium bis September. — Be- 
k&mpfung: wohl einzig in der mechanischen Vernichtung aller Stadien des 
Schadlings (Saturnide) gelegen. Matouschek (Wien). 

Scheidter, Franz, Uber Generation und Lebens weise des 
bunten ErlenriiBlers. (Naturw. Zeitschr. f. Forst- u. Land- 
wirtsch. 1913. p. 279—299.) 

Der bunte ErlenriiBler, Cryptorhynchus lapathi lebt um 
Miinchen, aus welcher Gegend vorliegende Beobachtungen stammen, und 
wohl auch allgemein, in Gegensatz zu anderen Angaben (z. B. auch in NiiB- 
1 i n s Forstinsektenkunde), in zwei Generationen. Mai bis August werden 
die Eier an Erlen abgelegt, worauf die alten Kafer absterben. Aus den Eiem 
schliipfen erst im nachsten Friihjahr die Larven, die durch ihren FraB im 
Erlenholz gewaltigen Schaden anrichten. Sie verpuppen sich ungefahr Ende 
Juli; nach etwa 14 Tagen schliipfen die Jungkafer aus, die den Sommer 
und Herbst iiber fressen, sich dann zur Winterruhe begeben; im nachsten 
Friihjahr fliegen sie aus, es folgt Begattung und Eiablage. In hoheren Ge- 
birgslagen verbleiben die Jungkafer bis zum nachsten Friihjahr in der Puppen- 
wiege. Als Bekampfungsmittel empfiehlt sich nur rechtzeitige, durchgreifende 
Entfernung und Verbrennung aller befallenen Pflanzen, vielleicht unter- 
stiitzt durch Anstreichen des gesunden Holzes mit dem Forster Schmidt- 
schen Mittel gegen Riisselkafer. Das FraBbild ist durch gute Textabbildungen 
anch Originalaufnahmen erlautert. R i p p e 1 (Augustenberg). 

Thomas, Fr., Uber die mit Frostwirkung verwechselten 
Minen von Orchestes (Rhynchaenus) fagi an Fagus 
s i 1 v a t i c a. (MitteiL d. Thiiring. Bot. Ver. N. F. H. 29. 1912. p. 29.) 


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Krankheiten der Waldbaume. 


Die Minen traten Mai 1911 recht haufig im Forstorte Aschburg bei Eise¬ 
nach auf. Nach friiherer Mitteilung von F i c k e r t war der obengenannte 
Riisselkafer sehr schadlich, auBer an den Bucheckern auch an Kirschen, 
Blumenkohl, Beerenfrlichten usw. Verf. meint, es ware erst zu erweisen, 
ob wirklich die Nahe der Rotbuche den Kirschbaumen gar so schadlich ware. 

Matouschek (Wien). 

Traverso, G. B., Intorno alia Sphaerella macularis degli 
a u t o r i. (Atti Acc. Sc. Veneto-Trent. Istriana. V. 1912. p. 1—10.) 

Unter Sphaerella macularis (auf Fopulus tremula 
lebender Pilz), hat man, wie Verf. zeigt, 2 verschiedene Arten falschlich 
vereinigt. Die Unterschiede werden genau angegeben: 

1. Phaeosphaerella macularis (Fr.) Trav. (syn. Sphaoria ma¬ 
cularis Ft., Sph. Perisporium Cda., Sph. geographica Fr., S p h. 
macularis Awd. p. p., Sph. maculosa Sacc., Phaeosphaerella ma¬ 
culosa Kst.)... Sporen zuletzt braun, 12—15 [k X 6—7 (i. 

2. Sphaerella tremulicola (DC.) Tray. (syn. Sph. lichenoides 
var. tremulaecola DC., Sph. macularis Schm. et Kze. nec. Fr., Sph. 
t remulicola Fr., Sph. macularis Awd. p. p.).... Sporen stets hyalin 
bleibend, 7—9 pi X 2—2,5 pu 

Matouschek (Wien). 

Pergaude, Theo., The life history of the Alder blight 
Aphis (U. S. Depart, of Agric. Bur. of Ent. Techn. Ser. No. 24. 1912. 

Fig-)- 

Prociphilus tesselata Fitch (Erlenblattlaus) lebt am Stamme 
des Ahorns als Geschlechtsgeneration; auf den gefalteten Ahomblattem und 
auf der Erlenrinde leben die Migrantes; ihre ungefliigelten Nachkommen 
auf der Erie werden oft von den Ameisen mit Erdkrusten schiitzend iiber- 
wolbt. Die Dberwinterung erfolgt auf Erie und Ahorn; doch geht stets von 
der Erie aus die Neuinfektion des Ahorns. Die Laus (auch Pemphigus 
a c e r i f o 1 i i Ril. genannt) wird nicht oft schadlich. Verf., der sich jahre- 
lang mit der Bekampfung beschaftigte, empfiehlt, das Erlengestriipp im 
Herbst und Friihjahr ganz zuriickzuschneiden oder gar abzubrennen. 

Matouschek (Wien). 

Morstatt, H., tlber das Vorkommen von Gespinnsten bei 
P s o c i d e n. (Zeitschr. f. wissenschaftl. Insektenbiol. 1912. p. 142—147.) 

In Zweigen der Gerberakazie, Pflanzung von Amani, wurden Blatter 
gefunden, die mit einem feinen und zahen weiBen Gespinnst uberzogen 
waren. In denselben fanden sich regelmaBig eine Anzahl 1,5 mm langer 
brauner Insekten, die sich als Psociden herausstellten, in verschiedenen 
Stadien vor. Enderlein -Stettin bestimmte dieselben als neue Spezies 
unter dem Namen Archipsocus textor Enderlein. Verf. hat den 
Vorgang des Spinnens selbst beobachtet und gelangt zur tlberzeugung, daB 
der Sitz der Spinndriiscn am Kopf sich befindet. 

Der nach unten geneigte Kopf tragt eine groBe mit zwei seitlichen zitzen- 
formigen und nach unten gerichteten Lappen versehene Oberlippe. In die 
Spitze dieser Lappen miindet je eine Druse, welche hinter einem kurzen 
Miindungsgang sackartig erweitert ist. Diese beiden Driisen sind daher als 
Spinndriisen anzusehen. Hauptsachlichste Nahrung sind saprophytische 
Pilze, die Tiere sind auBerst empfindlich gegen Trockenheit. In den Gespinn¬ 
sten fanden sich noch andere Kleintiere, Pseudicius, Plenariola 
Morstatti nov. spec., o r i b a t a und ein Springschwanz, der sehr 
schwer zu fangen war. A. Kirchner (Halle a. S.). 


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Krankheiten der Waldbaume and der Gemusepflanzen. 


145 


Rothke, Mas, Euparthenos nubilis Hb. und ibre E n t - 
wicklungsgeschichte. (Entomolog. Rundschau. 1912. p. 67—69, 
' 74—76.) 

In Pennsylvanien tritt der Falter (welcher abgebildet wird) in 2 Gene- 
rationen auf: Ende Mai—Juni, Juli—August. Die Raupen der zweiten 
Generation gelangen noch im Herbste zur Verwandlung, und die uberwintern- 
den Puppen liefem dann im Friihlinge die erste Generation. Die Raupe 
ist lebhaft grasgriin gefarbt, der Kopf stets blaCgelb. Mit deri Hautungen 
andert sich die Farbe. Sie nahrt sich von Akazienblattem (R o b i n i a). 
Zuerst bohrt sie kleine Locher in die Blatter (siebartig), sp&ter sieht man 
nur die Blattnerven; groBere Raupen fressen weniger und zwar bei Nacht. 
Die Aufzucht der Raupen gelang. Die Puppe liegt in der Erde und ist der 
der Catocalen sehr ahnlich. D y a r hat aber Recht, wenn er fur den Schmet- 
terling eine neue Gattung schuf. Matouschek (Wien). 

Turconi, Malusio, Sopra una nuova specie di Cylindro- 
sporium parassita dell’ Ilex furcata Lindl. (Atti 
d. Ist. botan. d. Univ. di Pavia. Ser. II. Vol. 9. 1911. p. 28—30.) 

Auf lebenden Blattern der genannten Ilex- Art fand Verf. im bota- 
nischen Garten zu Tessin den neuen Pilz Cylindrosporium P o 1 - 
1 a c c i, der durch Fleckenbildung und durch die Sporengrofie sich gut von 
den ahnlichen Arten unterscheidet. Matouschek (Wien). 

Wanach, t) b e r einige Schadlinge. (Berliner entomol. Zeitschr. 
Bd. 57. p. 22—23.) 

1. Pamphilus (Neuroterus) flaviventris Ratz. — V. 
F e r r a n t meint, daB dieser Crataegus schadling eine zweij&hrige Gene¬ 
ration habe. Verf. sah aber in einem Zuchtkasten, der im Freien gehalten 
wurde, schon im Mai (nicht August) neue Mannchen und Weibchen. 

2. Hylotoma (Arge) p a g a n a Panz. — Die Larven fraBen das 
Vorjahr (September) einen wilden Rosenstrauch total ab. Im nachsten Mai 
schliipften beide Geschlechter regellos durcheinander aus. 

Matouschek (Wien). 


Nemec, Bohumil, Zur Kenntnis der niederen Pilze. IV. 

Olpidium Brassicae Wor. und zwei Entophlyctis- 

Arten. (Bull, intern, de l’Acad. d. Scienc. de Boh§me. Prague 1912. 

11 pp. 2 Taf.) 

Das Olpidium Brassicae istein sehr verbreiteter Parasit, 
besonders findet man ihn regelmaBig in den Pflanzen, welche auch P1 a s - 
modiophora Brassicae beherbergen. Das Olpidium Bor- 
zii de Wildem. (1893) diirfte vielleicht mit dem Genus Pleotrachelus 
verwandt sein. Beziiglich der ersteren Art gab es noch folgende unaufge- 
klarte Momente: Kernteilungen, Bildung der Schwarmsporen, Entwicklung 
und Struktur des Entleerungsschlauches sowie der Dauerzysten. Diese 
Momente untersuchte der Verf.: Die einkemigen Parasiten wachsen stark, 
ehe sie zur ersten Kemteilung schreiten. Vor derselben wird der Kern sehr 
groB. Interessant ist die konstante exzentrische Lagerung des Kernes in der 
kugeligen Zelle. Vierkernige Stadien sind recht haufig, es entstehen bis 
64 Kerne. Die Zahl der Teilungen hangt mit der Emahrung und dem Wachs- 
tum des Parasiten zusammen, da verschieden grofie Parasiten zur Zoosporen- 

Zweltfl Abt Bd. 42. 10 


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146 


Krankheiten der Gemiisepflanzen. 


bildung schreiten konnen. Vor der letzteren ver&ndert sich die Struktur 
der Zelle, indem die grofieren Vakuolen verschwinden, das Zytoplasma gleich- 
maBig feinkornig und ziemlich stark diffus tingierbar wird, die Nukleolen 
der Kerne werden viel kleiner, der Keminhalt aber grobkornig. Inzwischen 
hat sich der Parasit mit deutlicher Membran umgeben, an deren einer und 
zwar zur Peripherie der Wurzel gekehrten Seite der Entleerungsschlauch 
auszuwachsen beginnt; er ist an der Basis etwas eingeschnurt, seine Membran 
ist dtinner als jene des Zoosporangiums. In sein Zytoplasma wandem Kerne 
ein. Das Zytoplasma zerfallt in einkemige Zoosporen. Der Entleerungs¬ 
schlauch entsteht als eine papillenahnliche Ausstiilpung immer an der zur 
Peripherie der Wurzel gekehrten Seite des Zoosporangiums. Er entleert sich 
im Wasser schnell, worauf sich rasch viele Zoosporangien entleeren. Die 
Zysten waren einkernig. Die Entleerungsschlauche schlagen konstant den 
radiaren Weg ein; die Ursache ist wohl der von auBen in die Wurzel eindrin- 
gende Sauerstoff. In den Kulturen kamen spater aber auch Parasiten zur 
Ausbildung, deren Zoosporangien mit einer derberen Membran versehen 
waren, oblonge Form zeigten und mehrere Entleerungsschlauche bildeten. 
Sie befanden sich immer in der Rhizodermis oder in der auBeren Rinden- 
schicht, wo Olpidium Brassicae nicht anzutreffen war. Wahr- 
scheinlich ist dieser Parasit 0. B o r z i i. Die GroBe beider Arten variiert 
stark. 

In den Rindenzellen der diinnen Wurzeln von Brassica oleracea 
fand Verf. haufig den Parasiten Entophlyctis Brassicae n. sp. 
Er unterscheidet von den anderen (in Charazeen und Algen lebenden) Arten 
durch folgende Merkmale: Anfangs ist er nackt; ein Zapfen, mit dem der 
Parasit an die Membran befestigt ware, ist nicht zu sehen. Der Schlauch 
wird in die Wirtszelle entleert. Die Haustorien faBt Verf. als kemlose Pseudo- 
podien auf, die sich spater verzweigen und mit einer Membran zuletzt um¬ 
geben. 

In den Wurzeln von Salicornia herbacea (im Gewachshaus 
kultiviert) fand Verf. Entophlyctis Salicorniae n. sp.: GroBer 
als vorige Art, mit einem Vegetationskorper, der zuerst der Membran der 
Wirtszelle ansitzt, spater frei wird. Er hat ein starkes Haustoriensystem, 
das intramatrikal bleibt und die Wirtszelle nicht verlafit. Aus diesem Korper 
wachst zuerst ein recht langer Faden aus, der sich am Ende verzweigt; der 
Korper ist einkernig, verwandelt sich in ein Zoosporangium oder zu einer 
Dauerzyste, welche eine stemformige Gestalt hat. Wahrend der Ausbildung 
der Zyste stirbt das Haustorium ab. B e i d e Arten sind wohl Halbpara- 
siten, da sie meist in schon abgestorbenen Zellen auftreten. 

Matouschek (Wien). 

Martelli, G., Le Pieris brassicae e P. rapae parassite 
del Capparis rupestris. (S. A. aus Memorie Accad. Zelanti 
[Acireale]. VII. 4 pp.) 

Larven von P. Brassicae und P. rapae greifen Kapernblatter an; 
die Imagines legen ihre Eier auf Kapern ebenso gern wie auf Kohlpflanzen 
und in der N&he dieser; der Kaper darf als ein gewohnlicherWirt betrachtet 
werden. P a n t a n e 11 i (Rom). 

Chittenden, F. H., The b r o a d - b e a n W e e v i 11. (U. S. Dep. of Agric. 
Bur. of Entom. Bull. Vol. 96. P. V. 1912.) 


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Krankh eiten der Gemiisepflanzen. 


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L a r i a rufimana Boh. (Borkenkafer) ist seit 1909 in einigen 
Gegenden Kaliforniens ein arger Schadling der Bohnen. Daher entwirft 
Verf. ein genaues Bild der Entwicklung. — Bekampfung: Das infizierte 
Saatgut wird mit heiBem Wasser oder Schwefelkohlenstoff bzw. Blausaure 
behandelt. Die Kafer kommen zum Vorschein, wenn die befallenen Bohnen 
in einem warmen Raume liegen gelassen werden. Wird das Saatgut unter 
dichtem AbschluB fiir das folgende Jahr liegen gelassen, so erscheinen die 
Kafer auch, sie konnen aber im trockenen Materiale sich nicht weiter ver- 
mehren. Matouschek (Wien). 

Hegyi, Dezso, Marssonina Kirchneri Hegyi n. sp. (Magyar 
botanikai lapok. Bd. 10. p. 317—319.) [Magyar, u. deutsch.] 

Der neue Schadling des Dillkrauts (Anethum graneolens L.) 
zeigt seine Sporenlager auf alien Organen dieser Pflanze (exkl. Frucht). 
Konidientrager olivengrun, einzellig; farblose Konidien von den Dimen- 
sionen 28—46 p. x 7—9 jx, gerade oder sichelformig gekriimmt, doch an 
beiden Enden gestutzt kegelformig verjungt, mit je 2 Oltropfen. Das Kraut 
wird verunziert, es kauft solche Dill niemand. Die Fruchte kamen aber zur 
Entwicklung. Nahere Untersuchungen wird Verf. spater, nach Anstellung 
von Infektionsversuchen, veroffentlichen. Matouschek (Wien). 

Chittenden, F. H., A little known Cutworm. (U. S. Dep. of Agric. 
Bur. of Entomol. Bull. Vol. 119. P. IV. 1912.) 

Die Baupe von Porosagrotis vetus'ta Walk verursacht an 
verschiedenen im Garten kultivierten Gew&chsen, besonders an der Melone, 
starken Schaden. Bleiarsenatbespritzungen bewahrten sich recht gut. 

Matouschek (Wien). 

Hanzawa, J., Uber das Welken der Gurkenpflanzen. 
(Zeitschr. f. Pflanzenkrankh. 1913. p. 65—72.) 

Im Gewachshaus der japanischen Universitat Sapporo trat Mftrz 1911 
eine bis dahin unbeobachtete Erscheinung an Gurkenpflanzen auf: die Blatter 
welkten und starben spater ganz ab; die Krankheit erstreckte sich schlieBlich 
bis unten auf die Stengel; die Fruchte blieben zu Beginn der Krankheit ver- 
schont, wurden spater aber ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Als Krank- 
heitsursache stellte Verf. einen zu den Hypocreales gehorigen neuen 
Pilz fest, den er als zur Gattung N e c t r i e 11 a gehorig erkennt und als 
Nectriella Cucumeris n. sp. bezeichnet. Beschrieben werden 
Konidien (oberflachlich an den befallenen Stengeln), Chlamydosporen, Peri- 
thecien (oberflachlich an Wurzeln, auch innerhalb der Erde, seltener an 
oberirdischen Teilen). Infektionsversuche mit Schlauchsporen und Fu- 
sarium- Konidien ergaben das typische Krankheitsbild. Als Vorbeu- 
gungsmittel konne Sterilisation der Erde dienen, da die Infektion nur von 
den Wurzeln aus erfolge, was Verf. allerdings nur andeutet, ohne diesbeziig- 
liche Versuche zu erwahnen. Weiter werden noch einige ganz allgemeine Bc- 
kampfungsmethoden erwahnt. R i p p e 1 (Augustenberg). 

Trinchieri, G., Nuovi micromiceti di piante ornamen¬ 
tal i. (Bull. R. Orto Bot. di Napoli. Vol. 3. 1911. 8 pp.) 
Phyllosticta Ardisiae auf lebenden Blattern von A r d i s i a 
h u m i 1 i 8 ; Phyllosticta osmanthicola auf Blattern von 

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Kr&nkheiten von Zierpfl&nzen etc. 


Osmanthus fragrans; Macrophoma Anthurii auf trocke- 
nen Bliitenschaften von Anthurium Hookeri; Gloeosporium 
sycophilum bewirkt eine Anthraknose auf Bl&ttern von Ficus 
elastic a. Pantanelli (Rom). 

Chittenden, Fred, J., Bulbs destroyed by Grubs. (The Gard. 
Chron. Vol. 50. p. 27.) 

Merodon equestris wurde in den Zwiebeln von H i p p e - 
astrum, Vallota und Habranthus pratensis gefunden. 

R i e h m (Gr.-Lichterfelde). 

de Man, J. G., Odontopharynx longicaudata n. g. n. sp. 
Eine neue Form von Anguilluliden. (Zool. Jahrb., Abt. 
f. System., Geograph, u. Biol. d. Tiere. Bd. 33. p. 637—642. Taf. 13.) 

Verf. fand die neue Gattung mit Diplogaster longicauda 
Claus, Rhabditis teres (A. Schneider), Cephalobus ciliatus 
v. Linsl., C. persegnis Bast., Plectus granulosus Bast., einigen 
Dorylaimusarten, 1 Aphelenchusart usw. in erkrankten Hya- 
zinthenzwiebeln, die er aus dem phytopathol. Institut von Wageningen 
von Prof. Dr. Ritzema Bos erhielt, in dem faulenden braunen Ge- 
webe am oberen Ende der Zwiebeln. Odontopharynx n. g. ist mit 
Mononchus und Diplogaster verwandt, unterscheidet sich aber, 
auBer durch andere Merkmale, durch einen ganz merkwiirdigen Bau des 
Oesophagus. F. Ludwig (Greiz). 

Politis, J., Una nova malattia del mughetto (Conval- 
laria majalis) dovuta alia Botrytis vulgaris. (Riv. 
di Patol. veg. Vol. 5. p. 145—147.) 

Blatter und Bliitenschafte der Maiblume wurden 1912 in Pavia vom 
Traubenschimmel schwer angegriffen. Impfung der Botrytis - Koni- 
dien erzeugte wiederum die Krankheit. Pantanelli (Rom). 

Mercer, W. B., On the Morphology and Development of 
Phoma Richardiae n. sp. (Mycol. Centralbl. Bd. 2. 1913. p. 244 
—253, 297—305, 326—331, 6 Fig.) 

Auf absterbenden Blattern von Richardia africana trat neben 
anderen saprophytischen Schimmelpilzen auch eine Pyknidenform auf, die 
als die neue Art Phoma richardiae beschrieben wird. Der Pilz wurde 
vom Verf. in Kultur genommen und bot manches Interessante. 

Die Kultur wurde nicht bloB auf Gelatine und Agar durchgefiihrt, son- 
dern auch auf naturlichen festen Substraten, wic Bananen, Mohrrtiben, 
Radischen, Holz, Kartoffel usw. Besonders das letzte Substrat erwies sich 
als recht giinstig. Der Pilz besitzt aufier den Pykniden noch Konidien, am 
alteren Mycel entstehen Gemmen. 

Die Pykniden sind von sehr verschiedencr Gestalt und GroBe, bald mit 
Hals, bald halslos, anfangs gelb, zuletzt braunschwarz. Der Hohlraum ist 
dicht mit Sporen vollgestopft. Die Entstehung der Anlage dcr Pyknide 
erfolgt entweder durch dichte Verflechtung von Faden oder durch vielfache 
Teilung eines Fadenstiickes, das dann spater von Hiillfaden umgcben wird. 
Direkt an der Innenwand ohne jedes Sterigma entstehen die Pyknosporen, 
die hyalin, eifdrmig und ungeteilt sind. Die Pyknosporen keimen entweder 


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Krankheiten von Zierpflanzen etc. 


149 


in ein Mycel aus oder bilden Konidienketten, Gemmen oder hochst selten 
durch wiederholte Teilungen Pykniden. 

Als Konidien kommen eiformige, braunschwarze, mauerformig geteilte, 
in Ketten zusammenh&ngende Sporen in Betracht, die meist an kurzen, un- 
geteilten Tragem entstehen; die Ketten konnen einfach oder seltener vcr- 
zweigt sein. Man kann diese Konidien zur Formgattung Alternaria 
rechnen. 

Die am Mycel entstehenden Gemmen konnen einzeln oder in Ketten 
entstehen, auch traubig gehaufte Massen bilden. Ihre Entstehung erfolgt 
meist erst in alteren Kulturen. 

Von besonderem Interesse ist die Prufung der Frage, ob von dem Pilz 
toxische Produkte abgeschieden werden, welche ihm selbst gefahrlich wer- 
den konnen. Zweifellos findet eine solche Absonderung statt, aber es konnte 
nicht festgestellt werden, was es fiir ein Stoff ist. Vielleicht kommt am ehe- 
sten Oxalsaure in Betracht, mit der einige Versuche gemacht worden sind. 

L i n d a u (Berlin). 

Cavara, F., Bacteriosi del Giaggiolo. (Iris pallida 
Lam.) Nota preliminare. (Bull. d. soc. botan. ital. 1911. p. 130 
—134.) 

In der Provinz Florenz trat auf Iris pallida eine Krankheit auf, 
bei welcher zunachst die Blatter zum Welken gebracht, sodann aber die 
Gewebe der ganzen Pflanze in eine schleimige, stinkende Masse verwandelt 
wurden. Verf. isolierte Bakterien aus erkrankten Iris blattem und impfte 
damit gesunde Pflanzen. Dieselben erkrankten in kurzem unter den oben 
geschilderten Symptomen. W. H e r t e r (Tegel). 

Longer ken, H. von, Beitrag zur Lebensge wohnheit von Otior- 
rhynchus rotundatus Siebold. (Zeitschr. f. wissensch. Insekten- 
biol. IX. 1913. p. 7—12.) 

Fast alle S y r i n g a - Straucher um Danzig sind von dem genannten 
Riisselkafer befallen, aber nur diese. Doch wird namentlich die groB- 
blattrige Syringe bevorzugt. Die FraBbilder sind abgebildet. Im Juni 
kommen die Kafer erst zum Vorscheine; die Weibchen fressen starker als 
die Mannchen. Die Eier werden an den Wurzeln des Wirtes abgelegt in 
geringer Tiefe. Am Tage liegen die Kafer unter Blattem, Steinchen, in 
der Erde. An den in einer Nacht ausgefressenen Buchten in den Blattem 
wird in der Folge nie weitergefressen. Matouschek (Wien). 

Wolf, F. A., The perfect Stage of Actionnema R o s a e. 
(Bot. Gaz. LIV. p. 218—234. 1 Tabl.) 

Im Herbste sammelte Verf. die vom Pilz befallenen Blatter und iiber- 
winterte sie im Freien in Drahtkafigen. Im April entwickelte sich die zuge- 
horige Ascusform, fiir die das neue Genus Diplocarpon aufgestellt 
wird. Diese wird zu den Mikrothyriaceen gezahlt, ist aber sonst recht merk- 
wiirdig gebaut: Ein rundliches, unter der Kutikula liegen des Schildchen 
besitzt ein eingesenktes Apothecium. Letzteres offnet sich stemformig- 
lappig. Die zu acht im Ascus liegenden Sporen sind hyalin. In der Kultur 
gehalten, keimten die Sporen nicht; stets aber keimten sie auf Rosenblattem 
im feuchten Raume, wenn auf diesen Wassertropfen lagen (nach 1 Tage 
schon). Die Askosporen iibertrug Verf. auf frische Rosenblatter, wo sie 


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150 Krankheiten von Anemonen, Rhododendron, Hedysarum etc. 

regelmaBig das Actinonema bildeten. Der Bau und die Keimung 
der Konidien zeigte, daB dieser Pilz eine Melanconiacee ist, die aber 
durch die subkutikulare Entstehungsweise sich von Marsonia -Arten 
abhebt. Gnomoniella Rosae (Fuck.) Sacc. gehort also n i c h t 
zu Actinonema Rosae, wie Laubert und Schwartz 
glauben. Matouschek (Wien). 

Dowson, W. J., tJber das Mycel des Aecidium leucosper* 
mum und der Puccinia fuse a. (Zeitschr. f. Pflanzenkrankh. 
1913. p. 129—137.) 

Verf. untersuchte Rhizome von Anemone nemorosa^ die von 
den beiden Rostpilzen Aecidium leucospermum D. C. und 
Puccinia fusca befallen waren. Das Mycel der beiden Pilze findet 
sich in den embryonalen Geweben von Rhizom und Knospen (Periblem, Ple- 
rom, Dermatogen), niemals in den eigentlichen Leitbiindeln, also Siebteil 
und Tracheenteil; nur in der Parenchymscheide konnte Verf. es beobachten. 
Das Mycel ist interzellular und intrazellular; die Zellen sind einkernig, Aeci- 
diensporen und Peridiumzellen von Aecidium leucospermum 
zweikernig. Die Hyphen wachsen durch die Tupfel von Zelle zu Zelle. In 
den Zellen finden sich nicht nur Haustorien, sondern auch vollig gerade 
verlaufende Hyphen. Die Haustorien sind seltsame, knauelige Gebilde mit 
vielen, manchmal in die Lange gezogenen und gebogenen Kernen. Durch 
Infektionsversuche gedenkt Verf. spater die Identitat des untersuchten Mycels 
mit dem der beiden genannten Pilze sicherzustellen und einige Punkte, wie 
die Lage der Zellkerne in der Nahe der Haustorien, weiter zu klaren. 

R i p p e 1 (Augustenberg). 

Zellner, Julius, Zur Chemie der hdheren Pilze. IX. tl b e r 
die durch Exobasidium Vaccinii Woron auf Rho¬ 
dodendron ferrugineum L. erzeugten Gallon. (Anzeig. 
d. ksl. Akad. d. Wiss. Wien, math.-nat. Kl. 1912. No. XX. p. 409.) 
Sowohl im befallenen Blatte als auch in der Galle fand Verf.: Fett, 
2 Korper der Phytosteringruppe, Harz, Chlorophyll, Phlobaphen, Trauben- 
zucker, Gerbstoffe, organische S&ure, amorphe Kohlehydrate. Nur Terpen 
und Starke — in den Blattern vorhanden — fand er nicht in den Gallen. 
Die Galle enthielt auch keine charakteristischen Pilzstoffe, wohl aber ist 
sie arm an in Wasser unloslichen Stoffen, reich aber versehen an wasserlos- 
lichen, osmotisch wirksamen Kbrpem (Zucker, organische Sauren, Mineral- 
salze); die amorphen Kohlehydrate sind angereichert, Gerbstoffe vermindert. 
Der Pilz ruft bei der Gallenbildung Prozesse hervor, die den bei der Bildung 
saftiger FrUchte verlaufenden in mehrfacher Beziehung analog sind. 

Matouschek (Wien). 

Monte martini, L., Una nuova malattia della Sulla: An- 
thostomella Sullae n. sp. (Riv. di Patol. veg. IV. 1910. p. 165). 
Eine Blattfleckenkrankheit der Sulla (Hedysarum coronarium) 
wird bei Rimini (Aemilien) von Anthostomella sullae n. sp. mit 
der Pyknidienform Leptothyrium sullae n. sp. verursacht. Von 
beiden Formen wird die Diagnose angefiihrt. P a n t a n e 11 i (Rom). 

Martini, W., Graptolitha Hein. (Laspeyresia Meyr.) o x y t r o - 
pidis, eine neue Wicklerart aus Thiiringen. (Deutsche 
entomol. Zeitschr. „Iris“. 1912. p. 95—100.) 


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Krankheiten von Euphorbia, Baliota, Opuntia, Geranien. 


151 


Die neue Art ist charakterisiert durch die gleichmabige Dichte, gelbe Be- 
schuppung und die scharfen schwarzen Saumlinien. Die Raupe lebt in Schoten 
von Oxytropis pilosa. In der 2. Julihalfte ist der Schmetterling am 
haufigsten — an diversen Orten Thiiringens — zu sehen; die Flugzeit ist sehr 
ausgedehnt. Aus den Raupchen zog Verf. die Schlupfwespe Ascogaster 
quadridentatus. Matouschek (Wien). 

Moreau, Mme F., Sur 1 ’ existence d’une forme 6 c i d i e n n e 
uninucl66e. (Bull. Soc. Mycol. France. T. 27. p. 489—493.) 

Die cytologische Untersuchung eines auf Euphorbia silvatica 
parasitisch lebenden A e c i d i u m hat ergeben, dab diese Uredinee in 
diesem Stadium der Entwicklung ausnahmsweise nur einkernige Zellen auf- 
weist. Im Gegensatz zu dem von Maire bei Endophyllum Va¬ 
lerianae tuberosae beobachteten Fall, wo die ausgebildeten Ae- 
cidiosporen durch Degeneration des zweiten Kernes nur einen Kern ent- 
halten, ist hier das vollstandige Ausbleiben einer Verdoppelung der Kerne 
bei der Bildung der Aecidien von vornherein festzustellen. 

L a k o n (Tharandt). 

Barger, Al., Sesia annellataZ. undS. empiformis Esp. (Jahrb. 
d. entomol. Vereinig. Sphinx in Wien. 1912. p, 28—29.) 

Notizen liber die einjahrige Raupe der ersten Art, welche in der Wurzel 
von Baliota nigra lebt und diese aushohlt. 

H&ufiger erscheint in N.-Osterreich die 2. Art. Die Raupe ist auch ein- 
j&hrig und lebt in der Wurzel und im Stengel der Cypressenwolfsmilch und 
der Euphorbia esula. Ein Kennzeichen fur die Anwesenheit der Raupe 
ist an den Nahrpflanzen nicht wahrzunehmen. Ist der Stengel der iiber- 
winterten diinnen Stengel nahe der Wurzel hold, so findet man die Raupe 
sicher. Sie lebt nur einzeln. Matouschek (Wien). 

Hunter, H. D., Pratt, F. C. and Mitchell, J. D., The principal Cactus 
Insects of the United States. (U. S. Dep. of Agric. Bur. of 
Entomol. Bull. 113. 1912. 7 pi.) 

Schadliche Arten auf Opuntia sind: Copestylum margi¬ 
natum Say, Stictomyia longicornis Big. und Hermetia 
sp. (alle drei Fliegen). Doch sind sie nur solche zweiter Ordnung, die nach 
dem Primarangriff durch andere Tiere und zwar der wichtigsten Schadlinge, 
die eingehend besprochen werden, oder im Gefolge anderer Schadigungen 
in Betracht kommen. — Es folgt ein genaues Verzeichnis der Schadlinge 
iiberhaupt, ihrer natiirlichen Feinde, der regelm&Bigen Bliitenbesucher, ferner 
ein solches der nur vereinzelt oder zufallig an der Opuntia anzutreffen- 
den Tiere. Zuletzt ein genaues Verzeichnis der Literatur. 

Matouschek (Wien). 

Magnus, P., Die Verbreitung der Puccinia Geranii Lev. 
in geographisch-biologischen Rassen. (Ber. d. deutsch. 
botan. Gesellsch. 1913. p. 83—88.) 

Die Ahnlichkeit der in Europa nur auf Geranium silvati- 
c u m lebenden Puccinia Geranii silvatici G. Karst, mit der 
in Chile auf G. rotundifolium lebenden P. Geranii Lev. (unter 
anderen bilden beide nur Teleutosporen) veranlassen Verf. zu einer Nach- 
priifung. Diese beiden erwahnten Puccinien erkennt er als morphologisch 
identisch, ferner auch die als P. Geranii silvatici Karst, von G. 


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152 


Krankheiten von Futterpflanzen. 


Richardsoni Firt. und Trant., G. venosum Rgdb. (beide Utat) 
und die aus Asien (Simla) ebenfalls alsP. Geranii silvatici Karst, 
auf G. nepalense Sweet beschriebenen P u c c i n i a. An letztere schlieBt 
sich, allerdings schon einige Unterschiede zeigend, P. Saniensis P. Magn. 
vom Libanon an. Dagcgen ist die als P. G e r a n i i silvatici auf G. 
sessiflorum (Valdivische Anden) beschriebene P u c c i n i a mit P. 
Callaquensis Neger als P. C a 11 a q u e n s i s Neger vel. mult. aff. 
zu vereinigen. Es ergibt sich also ein sehr zerstreutes Verbreitungsgebiet der 
morphologisch gut charakterisierten Art Puccinia Geranii. Lev., die 
nur im slidlichen Asien bereits einige kleine morphologische Anderungen 
zeigt; sie tritt in den einzelnen Gebieten auf bestimmten Wirtspflanzen auf. 
Verf. vermutet, daB Kulturversuche diese geographischen Rassen auch als 
biologische Rassen erweisen wiirden. R i p p e 1 (Augustenberg). 

Chittenden, F. H., T h e Cowpea Weevil 1. (U. S. Dep. of Agricult. 
Bur. of Entom. Bull. 96. Part IV. 1912, w. 1 pi.) 

Pachymerus chinensis L. (Kuhbohnenkafer, Cowpea 
w e e v i 11) lebt auf diversen Futterpflanzen. Seine Lebensweise stimmt 
in sehr vielen Punkten mit der des gewohnlichen Bohnenkafers tiberein. 
Nach Angabe der Verbreitung des Schadlings gibt Verf. als das beste Be- 
kampfungsmittel Schwefelkohlenstoff und Blausaure an. 

Matouschek (Wien). 

Ainslie, G., The Cowpea Curculio. (U. S. Depart, of Agricult. 
Bur. of Entomol. Bull. No. 85. Part 8. p. 14.) 

Eine genaue Darstellung der Entwicklung und Biologie des Schad¬ 
lings Chalcodermus aeneus Boh. Er sch&digt Erbsen, Bohnen, 
Baumwolle und so manche andere Pflanzen. Die Bekampfungsmittel werden 
angefiihrt. • Matouschek (Wien). 

Reinberger,' Futterpflanzen der Zygaenen-Raupen. (Zeit- 
schrift f. wissensch. Insektenbiol. VIII. 1912. p. 386.) 

Die Raupe von Zygaena meliloti Esp. fand Verf. in OstpreuBen 
(bei Lyck) regelmaBig auf Trifolium alpestreL. 

Matouschek (Wien). 

Webster, F. M., The Clover Mite (U. S. Dep. of Agric. Bur. of Ent. 
Circ. 158). 

Bryobia pratensis (Kleemilbe) schadigt auBer den Rotklee 
andere Kleearten, Graser, auch Buchweizen. Im Eistadium iiberwintert sie 
an Baumen. Sie kommt im Herbste, nicht selten bis Friihjahr in Menge 
in die menschlichen Wohnungen. Gegen die Eier nlitzt eine kraftige Petro- 
leumemulsion. Gegen die Tiere ein Bespritzen mit folgender Fliissigkeit: 
In 100 Gallonen kommen 1 Pfd. Schwefel und 1 Pfd. Schmierseife. Es wirkt 
aueh der Geruch von Flohkrautol. Als natiirliche Feinde bezeichnet Verf.: 
die Raupe der Kleidermotte und die Larve des Scymnus punctum 
Lee. (Kugelkafer). Matouschek (Wien). 

Hedlund, T., Om klofvertrott jord. [Kleemudigkeit des 
B o d e n s. ] (Tidskr. Landmann. Bd. 34. 1912. p. 921—926.) 

In Stidschweden tritt der Kleekrebs oft auf, 1912 besonders. Mitteilung 
von SchutzmaBnahmen gegen diesen durch SclerotiniaTrifoliorum 
und Mitrula Sclerotiorum verursachtcn Krebs. 

Matouschek (Wien). 


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Krankheiten von Futterpflanzen. 


153 


Osborn, H., Economic Importance of Stictocephala. 
(Journ. of Econ. Entom. 1911. p. 137.) 

Die Zikade Stictocephala festina Say. schadigte in den letz- 
ten Jahren sehr stark Klee und Luzerne. Ganz gleich schadigend tritt S t. 
1 u t e a und inermis auf. Der Schaden ist folgender: Durch das An- 
stechen wird Saft entzogen, die Triebspitzen welken ab und vertrocknen. 

Matouschek (Wien). 

Martelli, G., Primo contributo alia biologia del Phyto- 
nomus variabilis. (Bull. Labor. Zool. Agraria. Portici. 5. p. 221 
—230.) 

Luzerne wurde 1909 von Phytonomus variabilis bei Neapel 
erheblich geschadigt; auf diesem Kafer fand Verf. drei Parasiten: Cani- 
dia curculionidis Thoms. (Ichneumonidae), Eulophus sp. 
und E u t e 1 u s sp. (Chalcididae), in Sizilien auch Pimpla maculator 
F. Allerdings wird Canidia curculionidis von Hyperparasiten 
(Habrocytus, Chalcis, Dibrachys buceanus) verfolgt. 

P a n t a n e 11 i (Rom). 

Stilt, A., Zur Geschichte des Wurzeltoters oder der 
Rotf&ule (Rhizoctonia violacea Tul.). (Osterr.-ungar. 
Zeitschr. f. Zuckerind. u. Landwirtsch. Jg. 42. 1913. p. 445.) 

Die Krankheit ist schon seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts 
bekannt, moglicherweise aber noch friiher in Frankreich aufgetreten. Die 
ersten genauen Mitteilungen und Beschreibungen riihren von Julius 
KUhn aus dem Jahre 1853 her, der den die Krankheit verursachenden 
Pilz auf Futter- und Zuckerriiben und auf Mohren fand. Kuhn sandte 
den Pilz zur Bestimmung an Rabenhorst, der ihn Helmintho- 
sporium rhizoctonon, zu Deutsch „Rubentoter“ nannte. Mon¬ 
tague zeigte spater, daB der Pilz identisch mit dem im siidlichen Frank¬ 
reich sehr haufig und verderblich nicht nur auf Luzernefeldern, sondern auch 
auf den Wurzeln anderer Kulturgewachse auftretenden „Wurzeltoter“ 
Rhizoctonia violacea Tul. (R h i z. M e d i c a g i n i s D. C.) ist. 
Kuhn war beziiglich der Stellung des Pilzes mit Montague der glei- 
chen Ansicht. Auf Grund der ihm zuganglichen Literatur gibt nun der Verf. 
eine chronologische Darstellung iiber die Entwicklung und die Verbreitung 
der Krankheit von der ersten Beobachtung K ii h n s bis zu der Anfang 
1913 erschienenen Arbeit Erikssons, in der dieser Forscher die viel- 
umstrittene Frage nach der Gruppenzugehorigkeit des unfruchtbaren, Rhi¬ 
zoctonia violacea genannten Myceliums fur gelost halt. Er gibt 
ihm den Namen Hypochnus violaceus (Tul.) Eriks, (wobei er 
sich allerdings auf die Formen des Pilzes, welche die Mohre beschadigen, 
zweifellos aber mit den auf der ZuckerrUbe vorkommenden identisch sind, 
bezieht). Was nun das „Charakterbild“ der Krankheit anbetrifft, so hat 
sie wohl in friiheren Jahren manchmal AnlaB zu Beunruhigungen gegeben, 
hat aber jetzt zumeist mildere Formen angenommen, ist gerade nicht selten, 
durchaus aber nicht haufig und zumeist spontan auftretend. Immerhin er- 
scheint aber Vorsicht geboten, die bei einem starke re n Auftreten der Krank¬ 
heit an VorsichtsmaBregeln denken laBt. Kranke Pflanzen sind sofort aus 
dem Feldc zu entfernen, mit Kalk zu kompostieren oder in einer Jauche- 
grube zu intensiver Faulnis zu bringen, keinesfalls diirfen diese Ruben ein- 
gemietet werden. Auch nur leicht erkrankte Wurzeln diirfen nicht verfiittert 
werden. Von Vorteil ist eine KalkdUngung im Herbst und ein schweres 


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154 


Krankheiten von Futterpflanzen und der Ruben. 


Walzen ini Fruhjahr. Doch, wo die Krankheit sich haufiger zeigt, ist auch 
an eine Drainage des Feldes zu denken. Von besonderer Wichtigkeit ist aber 
die Fruchtfolge unter AusschluB aller anfalligen Pflanzen, wie Klee, Luzerne, 
Mohre, Kartoffel, Turnips, auch Unkrauter, z. B. die Gansedistel, sind zu 
vernichten. Eriksson empfiehlt auch den verseuchten Boden mit 
Schwefelwasserstoff zu desinfizieren (50 g auf 10 1 Wasser; 40 1 genugen fur 
15 qm). Autoreferat. 

Eriksson, Jacob, Etudes sur la mala die produite par la 
Rhizoctone v i o 1 a c 6 e. (Rev. g§n. de Bot. T. 25. 1912. p. 14—31.) 

Rhizoctonia violacea tritt auf unterirdischen Organen von 
vielen Pflanzenarten auf, z. B. Daucus, Beta, also bei Arten, die 
systematisch weit voneinander stehen. Er ist hierbei stets steril. Impfver- 
suche zeigten dem Verf., daB er wohl je nach der Art spezialisierte Rassen 
bildet. Er erscheint zumeist da als ein Filz von oft violetter Farbe und bildet 
Sklerotien aus. Die fertile Form tritt aber nach Verf. auf anderen Pflanzen 
auf, z. B. Urtica dioica oder Galeopsis tetrahit und stellt 
dann einen Hypochnus vor, der, zu den Autobasidiomyceten gehorend, 
Basidiosporen erzeugt. Es gehoren diese Pilze also zusammen, nur leben 
sie auf verschiedenen Wirten. Matouschek (Wien). 

Jablonowski, J., Beitr&ge zur Kenntnis der Lebensge- 
schichte einer fiir Ungarn neuen Acaridenart. 
(Allatani kozlemenyek. Bd. 9. p. 210.) 

Rhizoglyphus crassipes Hall., neu fiir Ungarn, entwickelt 
sich meist in den Nestern des Lethrus apertus Laxm., kommt 
aber auch auf faulenden Rubenwurzeln vor. Welch e Rolle er da spielt, ist 
fraglich. Matouschek (Wien). 

Friederichs, Beobachtungen iiber Phosphuga atrata L., 
ihre Nahrung und die einiger anderer Silphini. 
(Ztschr. f. wissenschaftl. Insektenbiol. 1912. p. 348—352.) 

Verf. berichtet, daB die Ansicht Ganglbauers, daB Phos¬ 
phuga atrata Schnecken friBt, nach seinen eigenen Beobachtungen 
richtig und daB die Annahme der Schadlichkeit fiir Ruben auf einer Verwechs- 
lung mit Blithophaga - Arten beruhen dUrfte. 

Silpha obscura L. kommt nach Ansicht des Verf. auf Grund 
seiner Beobachtungen als groBer Schadling bei Verwiistungen der Riiben- 
felder mit in Betracht. Blitophaga undata hat Verf. langere Zeit 
gefangen gehalten und durch Fiitterung mit Melde, Riiben, Getreide, Klee 
und Luzerneblattern ernahrt. Zu einer Eiablage sind die Tiere jedoch nicht 
gekommen, und ist die Annahme, daB zum Fortpflanzungsgeschaft vielleicht 
animalische Nahrung notig ist, gerechtfertigt. Verf. rat zur Vervollstandi- 
gung der biologischen Wahrnehmungen, die leicht auszufUhren sind. 

K i r c h n e r (Halle a. S.). 

Fahringer, Zur Frage der Ernahrungsweise von Phos¬ 
phuga atrata L. (Zeitschr. f. wissenschaftl. Insektenbiol. 1913. 
p. 207—208.) 

Verf. hat nach genauen Beobachtungen weder den Kafer noch dessen 
Larve an gesunden Riibenblattern nagen selien, und gelangt auf Grund 
sorgfaltigon Studiums zu der Uberzeugung, daB Phosphuga atrata L. 


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Riibenkr&nkheiten. — Kartoffelkrankheiten. 


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mur Jagd aul Insekten, Schnecken und sonstige RUbenschadlinge macht, 
die zu seiner und der Larve Ernahrung dienen. Er beseitigt dadurch jeden 
Zweifel liber die Bedeutung des Kafers als Schadling. 

K i r c h n e r (Halle a. S.). 

Rossi, R., Alcune notizie intorno a due Cleonini dan* 
nosi alle barbabietole da zucchero nella Carapa- 
n i a. (Bull. Labor. Zool. Gen. Agr. Portici. 1911. p. 26—42. 1 Taf.) 

Conorrhynchus Luigionii Solari uberwintert im ausgewach- 
senen Zustande unter Steinen oder trockenen Blattern oder im Boden bei 
wenigen cm Tiefe, schliipft im Maxz aus, friBt die jungen Blatter der Zucker- 
rtibe, paart sich und legt im Mai die mit Schleim zusammengeballten Eier 
an den Wurzelhals derselben Pflanze. Die Larven gehen dann leicht auf die 
Wurzeln liber, deren Oberflache sie abkratzen, um eigentiimliche Nester 
darauf zu bauen. 

Tiefe Bearbeitung des Bodens, Sammeln der Imagines und Trennung 
der Feldparzellen mittels 40—50 cm tiefer, mit senkrechten Fallen in einem 
Abstande von 10—20 m versehener Graben werden als Gegenmittel empfohlen. 
Das Sammeln der Imagines kann an warmen Tagen morgens, sonst mittags 
vorgenommen werden, nur in extremen Fallen darf man zu Arsenbriihen 
seine Zuflucht nehmen. Dieselben MaBregeln haben sich gegen L i x u s 
j u n c i Boh. bewahrt. P a n t a n e 11 i (Rom). 

Reitmair, 0., Beitrage zur Biologie der Kartoffelpflanze 
mit besonderer Berticksichtigung der Blattroll- 
krankheit. (Zeitschr. f. d. landw. Versuchswesen in Osterr. Jg. 16. 
1913. p. 653.) 

Verf. hat sich eingehend mit der Biologie der Kartoffelpflanze und an- 
schliebend daran mit der Frage des Abbaues und der Blattrollkrankheit 
dieser Pflanze beschaftigt und legt seine Erfahrungen in einer umfangreichen 
Abhandlung nieder. Es ist ihm im Verlaufe seiner Beobachtungen der letz- 
ten Jahre immer deutlicher geworden, dab sich einzelne Sorten bezliglich 
der Veranderung ihrer Entwicklung infolge der Blattrollkrankheit grundver- 
schieden verhalten und wird eine Aufklarung des inneren Zusammenhanges 
der Veranderungen des anatomischen Baues und der physiologischen Funk- 
tionen der Organe gewisser Rassen mit ihrer Reaktionsfahigkeit gegeniiber 
den die Blattrollkrankheit erzeugenden Einfliissen der aussichtsreichste Weg 
werden, um eine Klassifikation der Rassen im Hinblick auf ihre Giite und 
Unangreifbarkeit vorzunehmen. Nur in der genauen Kenntnis der Rassen- 
eigentumlichkeit (rassenbiologischen Forschung) und Rasseneigenschaften 
liegt die Losung der dunklen Frage des Abbaues, der ja seit 100 Jahren so 
haufig behauptet und gespurt wurde, ohne dab man ihn auf exaktem Wege 
nachweisen konnte. Er besteht aber und kann nicht abgeleugnet werden. 
Je mehr die reaktionsfahigen Rassen und ihre Verwandten als solche leicht 
und sicher erkannt und von der Weitervermehrung ausgeschaltet werden, 
desto mehr wird das drohende Gespenst der Blattrollkrankheit fur den Kar- 
toffelbau an Schrecken verlieren. S t i f t (Wien). 

Schander, R., Neue Studien iiber die Blattrollkrank¬ 
heit der Kartoffel. (Jahresber. d. Vereinig. f. angew. Bot. Bd. 7. 
p. 235.) 

Verf. fand, dab Knollen von blattrollkranken Stocken eine sehr geringe 


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Kartoffelkrankheiten. — Hopfenkrankheiten. 


Keimungsenergie besitzen; die aus solchen Knollen erwachsenden Pflanzen 
sind wieder blattrollkrank und liefern bei fortgeschrittenerem Krankheits- 
stadium eine geringe Ernte. Pilzhyphen wurden in blattrollkranken Pflanzen 
nicht immer gefunden; Verf. steht aber nicht auf dem Standpunkt von 
R e i n k e und B e r t h o 1 d, die ein pilzfrcies und ein pilzhaltiges Stadium 
annehmen, er laBt vielmehr die Frage nach der Ursache der Blattrollkrankheit 
noch offen. Versuche, bei denen gesunde Knollen in Boden gelegt wurden, 
der blattrollkranke Stauden getragen hatte, Oder in den Kraut und zerkleinerte 
Knollen blattrollkranker Stocke eingebracht waren, verliefen negativ. Durch 
Transplantation konnte die Krankheit nicht ubertragen werden. 

R i e h m (Gr. Lichterfelde). 

Tidswell, Frank, Notes on some Irish Blight Problems. 
(Sec. Report of the Gov. Bur. of Microbiol. Sydney 1912. p. 172.) 

Die durch Phytophthora infestans hervorgerufene Kraut- 
faule der Kartoffel trat in Neu-Sud-Wales, besonders in den Kiistengegenden 
auf, wo die Temperatur- und Feuchtigkeitsverhaltnisse die Krankheit sehr 
begiinstigen. Es gelang nicht immer, durch vierstiindiges Aufbewahren der 
Kartoffeln in Luft von 49° C den Pilz abzutoten. Versuche, durch Stock- 
auslese widerstandsfahige Varietaten zu bekommen, haben noch nicht zu 
befriedigenden Ergebnissen gefiihrt. R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Darnell-Smith, G. P., On the Mode of Dispersal of Irish 
Blight. (Sec. Report of the Gov. Bur. of Microbiol. Sydney. 1912. 
p. 174.) 

Kartoffeln, die in einem mit Phytophthora infestans in- 
fizierten Boden ausgelegt wurden, liefer ten gesunde Pflanzen. — Verf. ver- 
suchte vergeblich Oosporen im Gewebe der Knollen nachzuweisen. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Johnston, T. H., On some Fungi found onPotatoes, with 
special Reference to Armillaria mellea. (Sec. Report 
of the Gov. Bur. of Microbiol. 1910/11. Sydney 1912. p. 177.) 

Verf. besehreibt das Vorkommen von Armillaria mellea auf 
Kartoffeln und bildet Knollen ab, die von dem Rhizomorphen des Pilzes um- 
sponnen sind. R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Heikertinger, Franz, Psylliodes attenuata Koch, der Hop- 
fen- oder Hanf-Erdfloh. II. T. Morphologie und Bio- 
nomie der Imago. (Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. Wien. 
Bd. 63. 1913. p. 98—136.) 

Die Hopfenkulturen der Holarktis werden ortsweise von Psylliodes 
attenuata Koch in Eurasien und der Ps. punctatula Melsh in 
Nordamerika bedroht. Die letztere Art ist genau studiert, die andere durch 
die vorliegende Arbeit. Es wird zuerst der allgemeine Charakter der Gat- 
tung Psylliodes entworfen, dann die Morphologie bis ins Detail aus- 
gearbeitet. Die Differenzierung zwischen Ps. attenuata und P s. 
hyoscyami ist wichtig. Erstere Art ist fur das mittlere Europa und 
Zentralasien bis Ostsibirien nachgewiesen; im Norden und Siiden Europas 
fehlt sie. Sie ist oligophag. Beide eingangs genannten Arten leben auf Hop- 
fen und Hanf, ausnahinsweise auf Urtica dioeca. Die amerikanische 
Art, die bis Texas gelit, soil auch auf anderen Kulturpflanzen, was Verf. 
aber bestreitet, vorkommen. Psylliodes attenuata iiberwintert 


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Teratologie. 


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als Imago, verkrochen in Spalten von Mauer- und Holzwerk, unter Steinen 
und Abfallen. Ab Ende April verlassen die Kafer die Verstecke; Paarung 
in der ersten Maihalfte, Eiablage bis Ende Mai. Im Juli geht die vorjahrige 
Generation zugrunde, die folgende lebt noch auf den Pflanzen. Dies gilt auch 
von der zweiten Art. Die Krankheiten der amerikanischen Art sind nach der 
Literatur aufgezahlt, die der anderen sind bisher unbekannt. tJber die Sch&d- 
lichkeit: Der FraB der Kafer der vorjahrigen Generation besteht in Lochem, 
die oft zusammenflieBen und so das Blatt skelettisieren. Ganz junge Triebe 
des Hopfens verdorren. Die im Juli erscheinende Generation trifft voll ent- 
wickeltes Blattwerk, dem sie wenig anhaben kann. Sie geht daher auf die 
heranreifenden zarten Fruchtstande, deren Schuppen und Spindeln zerfressen 
werden. Es kann zur Vernichtung der Ernte kommen. Die Larve lebt in den 
Fruchtst&nden sicher nicht. Zum Vergleiche wird die Schadlichkeit der 
amerikanischen Art herangezogen. Eigene Beobachtungen iiber den ange- 
richteten Schaden auf Hanf liegen nicht vor. In Amerika arbeitet man mit 
Spritzmitteln; doch bewahrten sich dort geteerte Bretter und „Schlitten“ 
sehr gut gegen die emporsteigenden Kafer. Solche diirften auch in Mittel- 
europa recht brauchbar sein. Die Spritzmittel hatten nur zur Folge, dafi die 
Kafer auf die Endknospen gehen, wodurch der angerichtete Schaden nur 
um so grbBer ware. — Beachtenswert ist das Verzeichnis der Literatur tiber 
das Thema; der kurze Inhalt jeder Schrift wird angegeben. 

Matouschek (Wien). 

Wirtgen, F., Zur Flora des Vereinsgebietes. (Sitzungsber. 
herausg. v. naturhist. Ver. d. preuB. Rheinlande u. Westfal. 1911. 2. Halfte. 
E. p. 160—177. Bonn 1912.) 

Folgende teratologische Mitteilungen sind beschrieben: 

Umwandlung der Ahrchen des Scirpus caespitosus in Quasten 
von Deckblattern; vergriinte Bliiten bei Melandrium album Garcke, 
Pelorien bei Scrofularia nodosa L., choripetale Bliiten bei Cam¬ 
panula rotundifolia L., Stammesfasziation bei Tilia platy- 
p h y 11 o s Scop. Matouschek (Wien). 

Naegeli, 0., tiber ziircherische Ophrysarten. (Ber. d. 
Schweizer. botan. Gesellsch. XXI. 1912. p. 171—187, m. 1 kol. Taf.) 

In der Arbeit interessiert uns besonders der Abschnitt iiber die Um¬ 
wandlung der inneren Perigonblatter zu Blumenblattern und Veranderung 
des Labells, Flachwerden der Lippe und Fehlen des zuriickgeschlagenen 
Lappens bei Ophrys apifera var. friburgensis Fr. und 
0. Botteroni Chod. Es werden die zahlreichen Falle genau erlautert, 
wobei auf Ubergange des Normaltypus (0. apifera) zu den beiden ge- 
nannten „Formen“ eingegangen wird. Matouschek (Wien). 

Diimmer, R. A., A bisexual „gymnospermous“ Begonia. 
(Ann. of Bot. Vol. 26. 1912. p. 1124—1124.) 

Diese teratologische Abnormitat fand man unter einer Gruppe normaler 
Pflanzen von Begonia semperflorens var. gigantea im 
botanischen Garten zu Kew. Die Samenknospen lagcn ganz frei. 

Matouschek (Wien). 

Fr6my, P., Sur une fascie de Carlina vulgaris L. (Bull, 
de la soc. des Sc. Nat. de l’Ouest de la France. 1912. % trim. [Nantes 1913.] 
p. 43—45.) 


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Teratologie. 


Moquin-Tandon berichtet schon von einer Faszie von Car- 
lina vulgaris, deren Achse 1 dm breit war. Zu Baubigny (Manche) 
beobachtete Verf. ein ahnliches Exemplar, tlber die zusammengesetzte 
Platte sind normale und wenig reduzierte Blatter unregelmaBig zerstreut. 
3 cm von der Spitze teilt sich der Stamm, ohne seine Breite zu vergroBern, 
in drei abgeplattete Zweige. Jeder Seitenzweig tragt zwei Kopfe: der eine sehr 
reduziert und normal aussehend, der andere aber deutlich fasziiert im Innem, 
doch viermal in sich selbst zuriickgekriimmt. Letzterer stellt eine dornige 
Masse vor, in deren Mitte die Nebenblatter, vertrocknet, sich befinden. 
Der mittlere Zweig tragt einen einzigen Kopf, auch fasziiert und sechsmal 
in sich selbst zuriickgekriimmt. Bliiten und Samen wohl normal. Die mikro- 
skopische Untersuchung ergibt im Stamme eine sehr deutliche bilaterale 
Symmetric und eine bemerkenswertc Vermehrung der Anzahl der Holz- 
fasem. tlber die Ursachen solcher MiBbildungen zitiert Verf. auch die altere 
Literatur. Gegenwartig betrachtet man die Fasziation als die Folge einer 
Verwundung. Der ganze Stamm geht aus einer ofters wiederholten Teilung 
einer Gruppe von an seiner Spitze gelegenen Initialzellen hervor. Funktio- 
nieren die Zellen normal, so bilden sie einen radial-symmetrischen Stamm; 
eind aber einige abgestorbene oder zerstorte vorhanden, so werden die iibrig- 
bleibenden bloB nach zwei Richtungen sprossen und ein Organ von bilate- 
raler Symmetric ergeben. Diese Erkl&rung gab bereits Moquin-Tan¬ 
don 1841 ab, Sachs und Blaringhem bestatigten sie. Im vorlie- 
genden Falle muBten wohl die Tie re auf dem freien Felde das SproBende 
der jungen Pflanze zertreten oder abgefressen haben. 

Matouschek (Wien). 

Kiister, Era., t)ber organoide MiBbildungen an Pflanze n. 
(Aus d. Natur. Bd. 7. p. 673—685.) 

Beispiele fur die vom Verf. unterschiedenen organoiden und histioiden 
Gallen und MiBbildungen. Matouschek (Wien). 

Gueguen, F., Soudure et fasciation chez quelques B a s i - 
diomycetes selon leur mode de groupement. (Bulk 
Soc. Mycol. France. T. 27. p. 499—504.) 

Verf. berichtet liber einen Fall von Superposition bei Clitocybe 
n e b u 1 a r i s und liber einige Falle von Verwachsung bei A r m i 11 a r i a 
mellea. Lakon (Tharandt). 

Zametzer, tlber merkwiirdige Verwachsungen an Wald- 
baumen. (Mitteil. d. baver. botan. Gescllsch. z. Erforsch. d. heim. Flora 
III. 1913. p. 8—9, m. 1. *Taf). 

Zu Mauth (baverischer Wald) stehen folgende Verwachsungen von F a g u s 
s i 1 v a t i c a: Je zwei gctrennt stehende selbstandige Individuen ver- 
wachsen zu einem vollig walzenformigcn Stamm, der sich von der Nach- 
barschaft in der Hohe nicht unterscheidet. Bei 3,6 m vom Boden vereinigen 
sie sich zu einem Stamme; die Stammdicke ist 35 bzw. 38 cm. Beim anderen 
Exemplare verwachsen die Stamme in 7 m Hohe; die Stammdicke der 
Stamme ist je 25 cm. — Erfolgt ein Zusaramenwaehsen eincs Astes mit einem 
bcnachbarten Stamme, so entsteht gewohnlich ein Reck; die Ursache sind 
meist Reibungswunden. Hierzu braucht es keinen starkcn Wind, bei ge- 
wohnlichem Bergwinde hort man oft das laute Achzen sich reibender Stamme. 
— Was die Ursache der eingangs erwahnten Verwachsungen betrifft, so sind 


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Teratologie. 


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wohl durch den hohen Schnee die schlank aufgewachsenen Buchen im Ger- 
tenholzalter zu Boden gedriickt worden; sie lagen lange Zeit aufeinander, 
an Stellen mit abgeschiirfter Rinde trat eine Verwachsung anf, spater erst 
die Aufrichtung. Matouschek (Wien). 

Arnaoudoff, N., Quelques cas t^ratologiques chez les 
mousses. (Rev. bryolog. T. 39. 1912. p. 50—52.) 

Es werden folgende Falle beschrieben: 

Doppelnerv bei Desmatodon latifolius; 

Eine Rippenlamelle bei Mnium punctatum (sonst fehlend); 

Eine Blattduplizitat bei derselben Art; 

Ein Zwillingssporogon bei Ditrichum tortile. 

Matouschek (Wien). 

Dixon, H. N., Abnormality of Moss Capsule. (Rev. bryolog. 
Vol. 38. 1912. p. 121—124.) 

In Darjeeling fand Verf. bei dem Laubmoose Acanthocladium 
laxitextum 50 Proz. der Kapseln mit einem mehr oder minder langen 
Sporn oder andererseits fadenformigem Anhange versehen. Es sind dies ab- 
gerissene Teile der Seta, bei der Drehung der Seta im entgegengesetzten 
Sinne (als sonst iiblich) entstanden. Ref. hat zuerst solche Anhange be¬ 
schrieben undzwarbei Pohlia nutans und Hypnum cupressi- 
forme, ohne sie aber naher, aus Materialmangel, untersuchen zu konnen 
(Zeitschr. d. mahr. Land. Mus., Briinn 1910. Bd. 10. p. 272.) 

Matouschek (Wien). 

Boramiiller, J., Mitteilungen aus der heimischen Flora. 
(Mitteil. d. Thuring. botan. Ver. N. F. XXX. 1913. p. 116—121.) 

Es werden die bei Papaver thaumasiosepalum Fedde bc- 
merkten Abnormitaten verzeichnet (Phyllodie der Sepalen mit Persistenz). 
Desgleichen diverse BliitenmiBbildungen bei Primula veris L. und 
Salix Caprea (Staminodie der Pistille und Pistillodie der Stamina mit 
vielen tlbergangsformen der Geschlechter). Matouschek (Wien). 

Qialon, J., Anomalie chez l’Araucaria excelsa Carr. 
(Rev. de l’horticult. Beige. 1912. p. 154.) 

Kopft man den Gipfel, so setzen nahe der Schnittstelle an der Haupt- 
achse 2—3 neue Vertikaltriebe an, die als Stecklinge verwendet werden. 
Sind diese stark bewurzelt, so entwickeln sich die wirtelig gestellten Seiten- 
fiste 1. Ordnung und diese geben ihrerseits die schlangenformigen Astchen 
2. Ordnung ab. Verf. sah nun einen Steckling, der von der Hauptachse ab 
g 1 e i c h die schlangenformigen Astchen 2. Ordnung austrieb. Es scheint, 
als ob die Hauptachse direkt von den Zcllen der Astchen 2. Ordnung um- 
geben war, wahrend die bildenden Elomente der Aste 1. Ordnung ganz ab- 
gedrangt wurden. Diese Anomalie kann durch Knospungen der Hauptachse 
(in ahnlicher Art wie die gewohnliche Araucaria excelsa) ver- 
mehrt werden. Matouschek (Wien). 

Sylvfin, N., N & g r a monstrosa former af Anemone pra- 
tense L. [= Einig e monstrose Formen von Anemone 
pratense L.] (Svensk Botanik Tidskr. VI. 1912. p. 218—228). 

12 monstrose Formen fand Verf. auf Oeland: Vergroberte zusammen- 
gewachsene Kelchblatter; Vermehrung der Kelchblatter, mitunter die Kelch- 
blatter gelappt; traten die Kelchblatter in groCcr Zahl auf, (bis 30) so waren 


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Teratologie. 


Moquin-Tandon berichtet schon von einer Faszie von C a r - 
lina vulgaris, deren Achse 1 dm breit war. Zu Baubigny (Manche) 
beobachtete Verf. ein ahnliches Exemplar, fiber die zusammengesetzte 
Platte sind normale und wenig reduzierte Blatter unregelmaBig zerstreut. 
3 cm von der Spitze teilt sich der Stamm, ohne seine Breite zu vergroBern, 
in drei abgeplattete Zweige. Jeder Seitenzweig tragt zwei Kopfe: der eine sehr 
reduziert und normal aussehend, der andere aber deutlich fasziiert im Innern, 
doch viermal in sich selbst zuruckgekriimmt. Letzterer stellt eine dornige 
Masse vor, in deren Mitte die Nebenblatter, vertrocknet, sich befinden. 
Der mittlere Zweig tragt einen einzigen Kopf, auch fasziiert und sechsmal 
in sich selbst zuruckgekriimmt. Bliiten und Samen wohl normal. Die mikro- 
skopische Untersuchung ergibt im Stamme eine sehr deutliche bilaterale 
Symmetrie und eine bemerkenswerte Vermehrung der Anzahl der Holz- 
fasem. fiber die Ursachen solcher MiBbildungen zitiert Verf. auch die altere 
Literatur. Gegenwartig betrachtet man die Fasziation als die Folge einer 
Verwundung. Der ganze Stamm geht aus einer ofters wiederholten Teilung 
einer Gruppe von an seiner Spitze gelegenen Initialzellen hervor. Funktio- 
nieren die Zellen normal, so bilden sie einen radial-symmetrischen Stamm; 
sind aber einige abgestorbene oder zerstorte vorhanden, so werden die ubrig- 
bleibenden bloB nach zwei Richtungen sprossen und ein Organ von bilate- 
raler Symmetrie ergeben. Diese Erklarung gab bereits Moquin-Tan¬ 
don 1841 ab, Sachs und Blaringhem bestatigten sie. Im vorlie- 
genden Falle muBten wohl die Tiere auf dem freien Felde das SproBende 
der jungen Pflanze zertreten oder abgefressen haben. 

Matouschek (Wien). 

Kiister, Em., fiber organoide MiBbildungen an Pflanze n. 
(Aus d. Natur. Bd. 7. p. 673—685.) 

Beispiele fUr die vom Verf. unterschiedenen organoiden und histioiden 
Gallen und MiBbildungen. Matouschek (Wien). 

Gueguen, F., Soudure et fasciation chez quelques Basi- 
diomycetes selon leur mode de groupement. (Bull. 
Soc. My col. France. T. 27. p. 499—504.) 

Verf. berichtet iiber einen Fall von Superposition bei C1 i t o c y b e 
nebularis und liber einige Falle von Verwachsung bei Armillaria 
mellea. Lakon (Tharandt). 

Zamctzer, fiber merkwiirdige Verwachsungen an Wald- 
baumen. (Mitteil. d. bayer. botan. Gcsellsch. z. Erforsch. d. heim. Flora 
III. 1913. p. 8—9, m. 1. Taf). 

Zu Mauth (bayerischer Wald) stehen folgende Verwachsungen von F a g u s 
silvatica: Je zwei getrennt stehende selbstandige Individuen ver- 
wachsen zu einem vollig walzenformigen Stamm, der sich von der Nach- 
barschaft in der Ilohe nicht unterscheidet. Bei 3,6 m vom Boden vereinigen 
sie sich zu einem Stamme; die Stammdicke ist 35 bzw. 38 cm. Beim anderen 
Exemplare verwaehsen die Stamme in 7 m Hohe; die Stammdicke der 
Stamme ist je 25 cm. — Erfolgt ein Zusammenwachsen eines Astes mit einem 
benaehbarten Stamme, so entsteht gewohnlich ein Reck; die Ursache sind 
meist Reibungswunden. Hierzu braucht es keinen starken Wind, bei ge- 
wbhnlichem Bergwinde hort man oft das laute Achzen sich reibender Stamme. 
— Was die Ursache der eingangs erwahnten Verwachsungen betrifft, so sind 


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Teratologie. 


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wohl durch den hohen Schnee die schlank aufgewachsenen Buchen im Ger- 
tenholzalter zu Boden gedriickt worden; sie lagen lange Zeit aufeinander, 
an Stellen mit abgeschiirfter Rinde trat eine Verwacksung auf, spater erst 
die Aufrichtung. Matouschek (Wien). 

Arnaoudoff, N., Quelques cas t6ratologiques chez les 
mousses. (Bov. bryolog. T. 39. 1912. p. 50—52.) 

Es werden folgende Falle beschrieben: 

Doppelnerv bei Desmatodon latifolius; 

Eine Rippenlamelle bei Mnium punctatum (sonst fehlend); 

Eine Blattduplizitat bei derselben Art; 

Ein Zwillingssporogon bei Ditrichum tortile. 

Matouschek (Wien). 

Dixon, H. N., Abnormality of Moss Capsule. (Rev. bryolog. 
Vol. 38. 1912. p. 121—124.) 

In Darjeeling fand Verf. bei dem Laubmoose Acanthocladium 
laxitextum 50 Proz. der Kapseln mit einem mehr oder minder langen 
Sporn oder andererseits fadenformigem Anhange versehen. Es sind dies ab- 
gerissene Teile der Seta, bei der Drehung der Seta im entgegengesetzten 
Sinne (als sonst Ublich) entstanden. Ref. hat zuerst solche Anhange be¬ 
schrieben undzwarbei Pohlia nutans und Hypnum cupressi- 
forme, ohne sie aber naher, aus Materialmangel, untersuchen zu konnen 
(Zeitschr. d. mahr. Land. Mus., Briinn 1910. Bd. 10. p. 272.) 

Matouschek (Wien). 

Boramuller, J., Mitteilungen aus der heimischen Flora. 
(Mitteil. d. Thuring. botan. Ver. N. F. XXX. 1913. p. 116—121.) 

Es werden die bei Papaver thaumasiosepalum Fedde bc- 
merkten Abnormitaten verzeichnet (Phyllodie der Sepalen mit Persistenz). 
Desgleichen diverse BliitenmiBbildungen bei Primula v e r i s L. und 
Salix Caprea (Staminodie der Pistille und Pistillodie der Stamina mit 
vielen Ubergangsformen der Geschlechter). Matouschek (Wien). 

Chalon, J., Anomalie chez 1 ’ Araucaria excelsa Carr. 
(Rev. de l’horticult. Beige. 1912. p. 154.) 

Kopft man den Gipfel, so setzen nahe der Schnittstelle an der Haupt- 
achse 2—3 neue Vertikaltriebe an, die als Stecklinge verwendet werden. 
Sind diese stark bewurzelt, so entwickeln sich die wirtelig gestellten Seiten- 
Sste 1. Ordnung und diese geben ihrerseits die schlangenformigen Astchen 
2. Ordnung ab. Verf. sah nun einen Steckling, der von der Hauptachse ab 
g 1 e i c h die schlangenformigen Astchen 2. Ordnung austrieb. Es scheint, 
als ob die Hauptachse direkt von den Zcllen der Astchen 2. Ordnung um- 
geben war, wahrend die bildenden Elnmente der Aste 1. Ordnung ganz ab- 
gedrangt wurden. Diese Anomalie kann durch Knospungen der Hauptachse 
(in ahnbcher Art wie die gewohnliche Araucaria excelsa) ver- 
mehrt werden. Matouschek (Wien). 

Sylvan, N., N&gra monstrosa former af Anemone p r a - 
tense L. [= E i n i g e monstrose Formen von Anemone 
pratense L.] (Svensk Botanik Tidskr. VI. 1912. p. 218—228). 

12 monstrose Formen fand Verf. auf Oeland: VergroBerte zusammen- 
gewachsene Kelchblatter; Vermehrung der Kelchblatter, mitunter die Kelch- 
blatter gelappt; traten die Kelchblatter in groBer Zahl auf, (bis 30) so waren 


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Teratologie. 


die auBeren in feine, griinviolette Zipfel zerschlitzt, die inncren aber den 
Kronblattern ahnlich, mitunter an der Spitze gelappt. Dabei waren die In- 
volukralblatter durch Spaltung stark vermehrt. In anderen Fallen waren 
die Kelchblatter stark vermehrt und zerschlitzt, wobei die Staubblatter 
petaloid und auch zerschlitzt waren. AuBer starker Vergriinung traten auch 
doppelte Quirle von Involukralblattern auf. Auch ungestielte Bliiten fand 
man; sie besaBen manchmal schwach umgewandelte sterile Karpelle. Ein- 
mal sah man einen verdoppelten Quirl der Involukralblatter. Oder es waren 
alle Blumenblatter kronblattahnlich bei normal entwickelten Kelchblattern, 
wobei aber die Staubblatter vermehrt und schmal waren, die inneren gar ge¬ 
lappt, und andererseits die Fruchtblatter tief gelappt oder in lange feine 
Lappen zerschlitzt. — SchlieBlich wachsen im Gebiete auch Exemplare, 
deren Blatter insgesamt sterile Karpelle besitzen. 

Matouschek (Wien). 

Hergt, Abnorme Frucht von Papaver Rhoeas. (Mitteil. 
d. Thuring. bot. Ver. XXX. 1913. p. 129.) 

Aus einer Bliite ging eine neunkopfige Frucht hervor. Um die normal 
ausgebildete Frucht stehen im Kreise angeordnet acht etwas kleinere und 
auch unter sich nicht ganz gleichgroBe Kapseln, so daB das gauze Gebilde 
eine fast regelmaBige Rosette darstellt. Die zum Teile noch vorhandenen 
Staubblatter stehen zwischen den Kapseln und auBen um sie herum. 

Matouschek (Wien). 

Kusano, S., On the Chloranthy of Prunus Mume, caused by 
Caeoma Makinoi. (Journ. Coll. Agric. Imp. Univ. Tokyo. II. p. 287 
—326, m. 2 pi.) 

Eine ausfiihrliche Beschreibung der Vergriinung der Bliiten und der 
Veranderungen, welche der Kelch, die Bliitenkrone, das Gynaeceum und 
Androeceum verfahrt. Es werden die verschiedenen beobachteten Stadien 
genau verzeichnet; sie hangen von der Wirkungsweise der Mycelium des 
Pilzes ab. 1st die Infektion von seiten des Pilzes eine friihzeitige, dann 
ist die Veranderung eine geringere, und gegenteilig. Die Beziehung wird 
durch eine Gleichung, eine Hyperbel, vom Autor ausgedriickt. Die be- 
schriebenen Abnormitaten halt Verf. fiir wichtige atavistische Phanomene, 
durch welche Licht geworfen wird auf die Natur der Bliitenorgane iiber- 
haupt (Velenovsky). Matouschek (Wien). 

Clark, J. J., Abnormal Flowers of Amelanchier spicata. 
(Ann. of Botan. Vol. 26. p. 948—949.) 

Petalodie dcr Staubblatter begegnet man oft in der Familie der Rosa- 
ceen. Bei zwei Exemplaren von Amelanchier spicata kultiviert 
im Royal Botanical Garden, Kew, bemerkte Verf. das Umgekehrte: Die 
Rander dcr Petalen waren cingerollt und cs entstanden an ihnen Staubbeutel 
mit Pollen. Matouschek (Wien). 

Feucht, Nochmals die gefeldertrindige Buche. (Naturw. 
Zeitschr. f. Forst- u. Landwirtsch. Bd. 9. p. 508—510.) 

Es handelt sich um einen anscheinend durch Stockaussclilag, nicht durch 
Verwachsung zweier Individuen, entstandenen Buchenzwilling, von dessen 
beiden Stammen der eine durchaus normal ausgebildet ist, wahrend der 
andere in vollkommenster Weise die Merkmale der var. quercoides 
zeigt, wie sie bereits 1800 von P e r s o o n abgebildet wurde. Der borkige 
Stamm belaubte sich friiher als der normale. W. Her ter (Tegel). 


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Teratologic. — Wirkung von Mangansulfat. — Wunden. 161 

Borggreve, Uber einen Maserkropf. (40. Jahresber. d. westfal. 
Provinz.-Ver. f. Wissensch. u. Kunst. Miinster 1912. p. 160). 

Der bei Pleistermiihle auf einer Rotbuche gefundene Kropf besitzt bei 
einer Hohe von 70 cm einen Umfang von 2,75 m. Er tritt einseitig aus dem 
Stamme hervor, diesen selbst mit einschlieBend. Der Umfang der Buche 
betragt y 2 m unterhalb der Bildung 1,10 m, y 2 m oberhalb 90 cm. 

Matouschek (Wien). 

Masoni, 6,. Saggio su l’azione del solfato di manganesi 
in rapporto alia vegetazione. (Staz. sperim. agr. 44. p. 85 
— 112 .) 

Mangansulfat wirkt ungiinstig auf die Entwicklung des Kukuruz und der 
Lupine. Nur dem Schwefelsaureion ist eine verhaltnism&Big doch giinstige 
Wirkung zuzuschreiben. Desgleichen wirkt recht gut die gleichzeitige Dar- 
bietung von Eisen- und Mangansulfat oder auch von Natriumsulfat allein. 
Manganzusatz beeintrachtigte die Eisenabsorption und vice versa. Wurde 
Fe und Mn in reichlicher Merige aufgenommen, so kam es zu keiner Be- 
schleunigung des Wachstums, eine solche zeigte sich aber dann beim Mais, 
wenn Fe allein in groBerer Menge von den Pflanzen aufgenommen wurde. 

Matouschek (Wien). 

Buscalioni, Luigi, e Muscatello, Guiseppe, Contribuzione alio 
studio delle lesioni fogliari. (Malpighia. Vol. 24. p. 27 
—88, 97—152, c. tav. 1—3.) 

Die Verff. untersuchten bei einer groBen Anzahl von Pflanzen Mono- 
und Dicotyledonen, das Verhalten des Blattgewebes nach Verletzungen. 
Dieselben waren durch mechanische Schadigung (Reibung) oder durch Atzung 
mit Silbernitrat hervorgerufen worden. Die Vernarbungserscheinungen 
wurden sowohl auf der Blattober- als auch auf der Blattunterseite studiert. 
Bei Blattern, die im Wasser, in Knopf scher Nahrlosung oder im Dunkeln 
gehalten wurden, heilten die Wunden nicht. Die Vernarbung findet also nur 
bei normaler Beleuchtung und Trockenheit statt. 

Auf den Tafeln sind 69 photographische Aufnahmen von Blattschnitten 
reproduziert, welche die histologischen Vorgange im Blattgewebe nach Ver¬ 
letzungen darstellen. 

Die Arbeit schlieBt mit einem ausfiihrlichen Literaturverzeichnis. 

W. Her ter (Tegel). 

>'emec, B., Weitere Untersuchungen iiber die Regene¬ 
ration. (Bull, intern. Acad. Sc. Boheme, Prag 1911. 33 pp.) 

Die Versuche mit Streptocarpus Wendlandii zeigen folgen- 
des: Dasselbe Organ produziert, je nach der Zeit, wo es zur Regeneration 
gezwungen wird, qualitativ verschiedene Regenerate, wie Goebel schon 
frliher konstatiert hat. Schneidet man bluhreife Blattspreiten durch, so 
wachsen aus dem basalen Teile rein reproduktive gleich zum Bliihen iiber- 
gehende Sprossen, von dem mittleren Teil t)bergangssprosse, d. i. Laub- 
spreite und Bllitenstand entwickelnde, und vom apikalen Teile reine vege¬ 
tative Sprosse. Vor der Bluhreife entwickeln sich nur rein vegetative Sprosse. 
Fur jiingere Entwicklungsstadien der Spreite trifft dies aber nicht zu, so daB 
die Meinung Goebels, die Beschaffenheit der Blattregenerate sei von 
der inneren Beschaffenheit des regenerierenden Blattes abhangig, bestatigt 

Zwelte Abt. Bd. 42. 11 

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162 


Gallen. 


wird. Diverse Hemmungsfaktoren bringen Anomalien im Wachstume 
hervor. Matouschek (Wien). 

Martelli, G., Myopites limbardae Schin. (Boll. Labor. Zool. gen. 
ed agragria R. Scuola Sup. Agric. Portici. Vol. 4. p. 303—306.) 

Das Insekt erzeugt in der Infloreszens von Inula viscosa eine 
Galle, die genau beschrieben wird. Matouschek (Wien). 

Kieffer, Neue Gallmucken-Gattungen. Kl. 8°. 2 pp. Bitsch 
(Selbstverlag) 1912. 

Die Gattung Bremia Rond, und die Gattung Aphidoletes 
Kieff. werden in folgende neue Genera geteilt: Monobremia, Phae- 
nobremia, Holobremia, Tribremia, P1 e s i o b r e m i a , 
Homobremia, Lepidobremia, Cryptobremia. — Von 
der Gattung Clinodiplosis werden 10 besondere Genera abgezweigt. — 
Von anderen Gattungen trennt Verf. 18 neue Gattungen ab. — Fur jede seiner 
neuen Genera stellt Verf. einen Typus auf, wobei er bei einzelnen Genera, 
die iiberhaupt ganz neue Typen vorstellen, die Diagnosen entwirft. Es sind 
dies: Cryptobremia, Chelobremia, Profeltiella, The- 
rodiplosis. Matouschek (Wien). 

Karny, H., Gallenbewohnende Thysanopteren aus Java. 
(Marcellia. XI. 1912. p. 115—128, 129—169.) 

Es werden aus dem von J. u. W. Docters van Leeuwen- 
Reijnvaan in Java gesammelten Materiale folgende neue Genera und 
Arten genau beschrieben: 

Euthrips flavicinctus (sehr charakteristische Farbung; in von C r y p - 
tothrips tenuicornis verursachten Gallen auf Homalomena lebend); 
Aneurothrips punctipennis n. g. n. sp. (Vorderfluge! fein und kurz be- 
haart, borsten- und aderlos; vielleicht Raumparasit in Acarocecidiengallen auf Cordia 
suaveolens); Neoheegeria mendax (lingerer Kopf, schlankerer Korper- 
bau als N. dalmatic a besitzend; in Blattgallen auf Mai lotus repandus 
und Schoutenia ovata); Dolerothrips laticauda (unbehaarte 
Vordertarsen, auffallend kurzer Tubus; in Blattgallen auf Schoutenia ovata); 
D. crassicornis (von alien anderen Arten durch den ganz kurzen, gekrummten 
Zahn des Vordertarsus verschieden; erzeugt rohrenformige Rollgallen auf Loranthus 
pentandrus); Gynaikothrips litoralis (dem G. chavicae nahe 
verwandt, Gallen auf Fragraea litoralis erzeugend); G. crassipes (von 
alien Arten der Gattung unterschieden durch den schmaleren langeren Mundkegel und 
die starker verdickten Schenkel aller Beine; Blattgallen auf Piper nigrum er¬ 
zeugend) ; Cryptothrips tenuicornis (auffallend schlanke Fiihler; die er- 
zeugten Gallen auf den Blattem von Homalomena sp. werden beschrieben und 
abgebildet); Crypt, fuscipennis (Blattgallen auf Spatholobus bildend); 
C. intorque ns (Involutionen und Torsionen der Blatter von S m i 1 a x bildend); 
Leptothrips constrictus (in Blattgallen von Ficus- Arten gefunden); 
Liothrips 1 o n g i r o s t r i s (in Blattgallen von Melastoma polyanthum; 
ausgezeichnet durch den Geschlechtsdimorphismus der Vorderbeine; in der Galle die 
ganze Entwicklung durchmachend); L. brevi tubus (noch nicht beschriebene Blatt¬ 
gallen auf Mallotus repandus, Java, erzeugend) jLeeuwenia n. g. mit L. 
g 1 a d i a t r i x (durch die enorme Lange des Tubus im Vergleich zu den ubrigen Hinter- 
leibssegmenten von alien Thysanopteren abweichend, vielleicht der Typus einer neuen 
Familie; die ganze bekannte Entwicklung wird in den Blattgallen von Eugenia 
polyantha durchlaufen). 

Zum Schlusse gibt Verf. eine Cbersicht der bisher aus Java bekannt 
gewordenen Thysanopterocecidien, systematisch nach den Wirts- 
pflanzen geordnet, an. Bei manchen Gallen konnte allerdings der Erzeuger 


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Gallon. 


163 


noch nicht ermittelt werden. — Die einzigen Gallenbildner aus der Gattung 
T h r i p s , namlich Thrips sacchari Kobus und Thr. serratus 
Kob. werden sehr genau beschrieben. — Haplothrips aculeatus 
(Fabr.) scheint weit verbreitet zu sein (Europa, SUdafrika, fiir Asien neu). 
— Von Gynaikothrips Zimm. wird eine genaue Diagnose entworfen. 
Sehr wichtig sind die Bestimmungsschlussel zu den einzelnen Gattungen, 
vor allem zu Gynaikothrips und Cryptothrips. 

Androthrips melastomae (Zimmerm.) Karny wird nochmals 
genauer beschrieben und die Verbreitung des seltenen Gallenerregers an- 
gegeben. Matouschek (Wien). 

Karny, H., Revision der von Serville aufgestellten 
Thysanopterengenera. (Zoolog. Annalen. Zeitschr. f. Gesch. 
d. Zoolog. Bd. III. 1912. p. 322—344.) 

Eine rein systematische Arbeit, die sich besonders mit den von Ser¬ 
ville in seiner „Histoire naturelle des Insectes“ (Hemiptfcres 1834) aufge¬ 
stellten Thysanopterengenera beschaftigt. Da so manche der Thysanopteren- 
arten Gallen erzeugen, so diirfte die Arbeit, namentlich mit Riicksicht auf 
die ausfiihrlich ausgearbeiteten Bestimmungsschlussel, allgemeines Interesse 
erwecken. Matouschek (Wien). 

Karny, H., Zwei neue Physapoden-Genera. (Zoolog. Anzeig. 
XL. 1912. p. 297—301.) 

Van Leeuwen sammelte in Java auch bliitenbewohnende Thysa- 
nopteren. Verf. wies in dem Materiale zwei neue Genera nach: 

1. Rhynchothrips mit der Art Rh. tenuirostris, in den Bliiten 
von Macaranga tanarius (von Myoterothrips verschieden durch 
die stark verdickten Vorderschenkel, die bewehrten Vordertibien und -tarsen, die Zahl 
der Fiihlerglieder, die sparlicher beborsteten Fliigel, aber auch einen sehr schmalen 
langen Russel besitzend). 

2. Dolichothrips mit D. longicollis und der n. sp. brevicornis 
(ebenda gefunden, mit Merkmalen, die teils an Liothrips, Haplothrips, 
teils an Trybomia erinnern). 

Ob dies© Tiere Gallen bilden, ist noch nicht erwiesen. 

Matouschek (Wien). 

Karny, H., tlber einige afrikanische Thysanopteren. 
(Fauna exotica, Beilage z. Entomolog. Zeitschr. Jahrg. 2. 1912. No. 5. 
p. 19—20, No. 6. p. 22—24, No. 7. p. 25—26.) 

Bearbeitung des Physapodenmateriales des Berliner Museums. Ich 
ordne die Resultate hier ubersichtlich in einer Tabelle an: 


Name des Tieres 

Fundort mit Nahrpflanze 

Galle 

Gynaikothripslico- 

Teneriffa; auf Ficus sp. 

Blattfaltungen nach oben, 

rum (March.) Karny 

da der Erreger nur auf 

Ii6ptothrips(?)reti- 

Funchal-Madeira, auf 

der Blattoberseite lebt, 
doch in diverser Ausbil- 
dung. 

Galle unbekannt. 

c u 1 a t u s n. sp. 
JMachatothrips braueri 

Ficus carnosa! 
Kamerun; auf unbe- 

Galle daher bis jetzt un- 

n. sp. 

kannter Nahrpflanze 

bekannt. 


ll* 


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164 


Gallen. 


Die Arten sind genau beschrieben; die Tabelle gibt alle bisher aus Afrika 
bekannt gewordenen Thysanopteren (mit der Verbreitung) an. 

Matouschek (Wien). 

Wtist, Die Gallen und ihre Erzeuger. t) b e r Zucht- 
resultate. (Entomolog. Zeitschr. XXVI. 1912. p. 19—20.) 

Winke zur Aufzucht der Erreger von Gallen, wenn die Zucht zu Hause 
nicht gelingen wollte: Das Umhiillen der Gallen mit Gaze usw. drauBen im 
Freien; Wurzelgallen sind in der Erde zu belassen und der Topf mit Messing- 
drahtgaze zu verschlieBen; Umhlillung ganzer Pflanzenteile mit Gaze, um ja 
die Blattflohe abzuhalten. Um speziell Lauseamia aenea Mg. aus 
den Gallen von Viola zu erziehen, bedeckte Verf. mittelst Pergamentstoff 
den Boden, durchzog die Pflanzenteile und verkittete und stiirzte eine Glas- 
glocke dariiber, um die Erzeuger zu fangen. Matouschek (Wien). 


Wanach, Uber einige Potsdamer Eichengallen und 
Gallwespen. (Berliner entomol. Zeitschr. Bd. 57. 1912. p. 1.) 

Verf. hat mehr Gallen gefunden als in der Literatur aus dem Gebiete 
angefiihrtwerden. Cynips lignicola Htg. warhaufig, C. Kollari 
Htg. sehr h&ufig, in den Jahren 1909 und 1910, C. conglomerata 
Gir. und C. corruptrix Schl. waren seltener. Einen Unterschied zwi- 
schen C. Kollari und lignicola fand Verf.: das erste Abdominal- 
segment ist bei ersterer Art sehr viel starker an den Seiten, mit feinen, an- 
liegenden Harchen bekleidet als bei C. lignicola. Die Fiihler der bei- 
den Gallenerzeuger variieren stark. Matouschek (Wien). 

Wiist, Studien an Cecidomyia rosaria Lw. und albi- 
p e n n i s W z. (Entomol. Zeitschr. XXVI. 1912. p. 247—248.) 

Vor 30 Jahren, als in der Pfalz die Flechtindustrie noch im Aufschwung 
begriffen war, bemerkte Verf. Cecidomyien als Gallenerzeuger nur auf S a 1 i x 
alba,fragilis,cinerea; ihre Siedlungen waren zumeist auf hoheren 
Baumen. Mit dem Anwachsen der Kulturen verbreiteten sich auch die 
Gallenerzeuger und verursachten namentlich in der Siidpfalz groBen Schaden; 
sie gingen auf Salix caprea, cinerea, aquatica und nigri¬ 
cans iiber, spater erst auf S. amygdalina, viminalis, pur¬ 
purea. Die Zucht der Insekten ergab als haufigsten Schadling Cecido¬ 
myia rosaria Lw.; er paBte sich selbst an Salix pulchra und 
S. purpurea an, die doch einen starken Bitterstoff in der Rinde haben. 
Cecidomyia albipennis Wz. aber liebt Sorten mit wolligen Knospen 
und Blattern (z. B. Salix acuminata, cinerea) und kommt im 
Freien wie auch in den Kulturen iiberhaupt seltener vor. Auf den einzelnen 
Weidensorten sind die Gallen verschieden ausgebildet: 

I. Einander ahnliche Gallen findet man auf Salix alba, pen- 
tandra, alba, fragilis, rubra, vitellina, amygda¬ 
lina. 

II. S. viminalis hat formlose Gallen. 

III. Auf Salix purpurea entstehen nur aufrechte Blatterschopfe 
mit schwach erkennbarer Rosettenform. Negerweiden haben behaarte 
Schopfe, Salix rosmarinifolia (Hort.) solche, die einer Coniferen- 
knospengalle ahnlich aussehen. Blattrosetten bis 8 cm Diameter fanden 
sich auf einer aus Japan eingefiihrten Blutweidenart. Auf Salix her- 
b a c e a fand seinerzeit Verf. auch ahnliche Gallen. 


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G alien. 


165 


Bekampfung: Nach langjahriger Erfahrung niitzt nur das Absammeln 
der Gallen (nach dem Laubfalle) auf den Ruten und Verbrennen derselben. 
Je naher die Kulturen den Waldungen zu liegen oder je mehr baumartige 
Weiden in der Umgebung auftreten, desto mehr und schneller werden die 
Weidenkulturen befallen. Matouschek (Wien). 

Bayer, E., Gallen bildende Chermiden der Fichte und 
der L arc he. (£iva. 1912. p. 130 ff.) [In tschechischer Sprache.] 

Eine ausfiihrliche Besprechung der Biologie und Entwicklungsgeschichte 
von Chermes viridis und C h. a b i e t i s. Diagramme erlautem 
deutlich die komplizierten entwicklungsgeschichtlichen Verhaltnisse. Das 
Gleiche gilt beziiglich des Genus Cnaphalodes Macq. 

Matouschek (Wien). 

Diels, L., Der FormbildungsprozeB bei der Bliiten- 
cecidie von Lonicera, Untergatt. Periclymenum. 
(Flora. N. F. Bd. V. 1913. p. 184—223. 2 Taf. u. 26 Fig. i. Text.) 

Nach Darlegung der ph&nologischen Momente bei den vier um Marburg 
lebenden Arten von Lonicera wird die verschiedene Disposition dieser 
Arten zur Vergallung klar. Bei alien Arten sind die meisten archigenen 
Bliitenknospen iiber ihre starker deformierbare Periode hinaus (von Mitte 
Mai, wo Siphocoryne xylostei Schrk. [Laus] als Infizient wirk- 
sam wird). Folgendes lieB sich eruieren: 

L L. Caprifolium und L. i t a 1 i c a : keine natiirlichen Defor- 
mationen vorkommend. Laterale Infloreszenzen selten bildend, daher nur 
ausnahmsweise Anfange von deformierten Bliiten. 

II. L. sempervirens zeigt zu dieser Zeit ausnahmsweise auch 
spontan noch laterale Bliiten, doch konnen solche leicht kiinstlich durch 
Entfernung der Terminalknospen entstehen. Experimentell erhalt man 
unschwer tief deformierte Bliiten. 

III. L. Perichymenum zeigt auch bereits spater archigene In¬ 
floreszenzen angegriffen. Daher viele Deformationen. — Eine direkte In- 
fektion von ausgebildeten Knospen fiihrt zu keinen wesentlichen Um- 
bildungen. Derartige Spatinfektionen sind beim kiinstlichen Versuche 
moglich, wobei die Sporangien normal sind. Hierauf bespricht Verf. ein- 
gehend die progressive Deformation der Bliitenanlagen (Kelch, Krone, 
Gynaeceum, Androeceum, staminoide Griffel, totale Petalodie und Phyllodie). 
Mit dem normalen Ablauf verglichen besteht die cecidogene progressive 
Deformation in einem Entwicklungsprozesse, der die Geschlechtsblatter 
schrittweise desorganisiert. Die formativen Erfolge sind von dem Zustande 
der Bliite bei Eintritt der Infektion abhangig. Dies laBt sich bei ktinst- 
licher Infektion deutlich verfolgen. 

Die auffallige Hypertrophie des Funiculus teilt die Lonicera- 
Cecidie mit der von Aphis (?) anthrisci auf Torilis Anthris- 
c u s hervorgerufenen. Die Empfindlichkeit des weiblichen Organs gegen 
den Siphocoryne - Parasitismus ist der eigentiimlichste Zug der 
Lonicera-Cecidie. 

Im Abschnitte ..Regressive Deformation der Bliitenanlagen“ zeigt der 
Verf., dab in der Terminalachse die Erkrankung rasch iiber Stylolyse zur 
Petalodie fiihrt, in den Lateralachsen tritt wieder Genesung und Normal- 
form ein. 


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166 


Gallen. 


Die parasitische Tatigkeit der Laus geht in den Friihlingsmonaten 
von der Oberseite der Blatter aus. Sie entnimmt ihre Nahrung direkt 
dem Leitbiindel, daher beschrankt sich die- Wirkungssph&re des Parasiten 
nicht auf den engsten Ort der Infektion. Der Mehrzahl nach gehoren die 
aphidogenen Deformationen an Lonicera zu den auf Fernwirkung be- 
ruhenden MiBbildungen. Es kommt sicher zu einem Verluste an Assimi- 
laten, mittelbar zu einer Schwachung der C-Assimilation. Es sind Be- 
dingungen vorhanden, welche noch die vegetativen Bildungsvorgange be- 
fordern, die generativen hemmen. 

Sehr lesenswert ist der letzte Abschnitt „Normale Organbildung und 
Deformation". Von den einzelnen Deformationsphasen bei dem obenge- 
nannten Subgenus der Gattung Lonicera weisen einige in ihrer Ver- 
wandtschaft als normale und definitive Gestaltungen auf. Es ergeben sich 
weitausblickende Perspektiven, beziiglich welcher auf die Arbeit hingewiesen 
werden mufi. Matouschek (Wien). 

Felt, E. P., Diarthronomyia Californica n. sp. [Diptera, 
Itonidae.] (Pomona College Journ. of EntomoL IV. 1912. p. 752.) 
Durch eine kleinere Zahl von Fiihlersegmenten ist die genannte neue 
Art, gezogen aus den Gallen von Artemisia californica in Clanemont 
in Kalifornien, von Diarthronomyia artemisiae Felt verschieden. 

Matouschek (Wien). 

Felt, E. P., The Gall Midge Fauna of Western North America. 
(Pomona College Journ. of Entomol. IV. 1912. p. 753—757.) 
Behandelt werden: 

Lestremiinae, Epidosariae, Dasyneuriariae, 0 1 i g o - 
trophiariae, Aephondyliariae und Itonidimariae. Die erzeugten 
Gallen werden bei jeder Art angefiihrt. 

Matouschek (Wien). 

Kieffer, J. J., Les C6cidomyies du Tamarix. (Marcellia. XI. p. 169 
—172.) 

Aus Gallen von Tamarix (Algier, Sizilien, Portugal, Stidfrankreich 
und Agypten) ziichtete Verf. folgende Arten von Cecidomyiden: 

Amblardiella (n. g.) tamaricum Kieff., Psectrosema tamari- 
cis Stef., P. provincialis Kieff., Cecidomyia (7) debskii n. sp., C. 
tamaricis Koll., Perrisia (?) tamaricina Kieff. 

Verf. beschreibt die Entwicklung dieser Gallenerzeuger, soweit sich das 
Material hierzu eignete. Matouschek (Wien). 

Kieffer, J. J., Nouveau d6membrement du genre Clinodiplosis. 
(Marcellia. XI. p. 6—21.) 

Die genannte Gallmuckengattung zerlegt Verf. in folgende Genera, die 
er genau beschreibt: 

Lowodiplosis, Cyrtodiplosis, Anthodiplosis, Blasto- 
diplosis, Stroblophila, Plesiodiplosis, Mycetodiplosis, 
Hygrodiplosis, Anabremia, Hadrobremia, Geodiplosis. 

Die Typen, mit den betreffenden Gallen, werden bei jeder Gattung 
angegeben. Matouschek (Wien). 

Schiele, Frd., Material zu einer Thysanopteren-(Bla- 
senfuB-) und Collembolen-Fauna Galiziens. (Ento- 
molog. Zeitschr. XXV. 1912. No. 42—47; XXVI. 1912. No. 1—5. M. Fig.) 


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G alien. 


167 


Uns interessieren hier nur die Thysanopteren-Tubulifera. Neue Genera 
sind: Chaetothrips (mit Ch. Uzeli n. sp. auf Juniper us 
communis), Prinothrips (mit Pr. Niezabitowski, ebenda) 
Neu ist auch Pachythrips phaeoptera und Thrips Kroli 
(letzterer auf Melampyrum nemorosum und Calluna vul¬ 
garis). Matouschek (Wien). 

Schmidt, Hugo, Neue Gallenstandorte und Gallen aus 
der Gegend von Steinau a. Oder. (Deutsch. botan. Monats- 
schrift. Jahrg. 22. p. 61—64, 75—79.) 

66 verschiedene Gallen werden aus Pr.-Schlesien notiert. Von 4 schon 
bekannten Gallen werden neue Wirtspflanzen angegeben, und zwar: 

An Salix viminalis: Rhabdophaga heterobia H. L., kleine 
offene Blatterschopfe; an Salix viminalisxamygdalina: das gleiche 
Insekt, auch Spatbliitenk&tzchen verdickend; an Medicago varia: Conta- 
rinia medicaginis Kff., verdickte geschlossene Bliitenknospen von bleicher 
Farbe; anChenopodium glaucum: Aphis atriplicisL., der Lange 
nach eingerollte Blatter. 16 Gallen sind neu, damn ter solche Pflanzen, die nach 
Houards „Le Zooc6cidies des Plants d’Europe etc.“ iiberhaupt nicht als gallen- 
fiihrend angegeben werden. Es sind dies: Ranunculus soeleratus, Poten- 
tilla anserina, Impatiens parviflora, Eryngium planum. 
6 solcher Gallen sind abgebildet. 

Matouschek (Wien). 

Hedicke, H., Beitrage zur Kenntnis der Cynipiden (Hym.). 
T. III. (Entomolog. Rundsch. Jahrg. 30. 1913. p. 31—32.) 

Zwischen Ibalia leucospoides Hoch. und I. arcuata fand 
Verf. viele tJbergange. Zu erstgenannter Art zahlt Verf. auch Ibalia 
s c h i r m e r i Kieff. 1897 und wohl auch I. drewseni Borr. 1891. 

Matouschek (Wien). 

Schwangart, F., Gallmilben an Reben, Obstbaumen und 
Beerenstrauchern. (Pfalz. Wein- u. Obstbauzeitg. 1912. p. 59 
—61.) 

Nach Wirtspflanzen geordnet, wird eine Ubersicht der haufigsten sch&d- 
lichen Gallmilben entworfen und die Krankheiten erlautert. Berticksichti- 
gung finden: 

Eriophyes vitisLd., ribis Nal., pyri Pag., si mil is Nal., m a 1 i • 
n u s Nal., phloeocoptes Nal., femer Phyllocoptes vitis Nal., 
schlechtendali Nal., unguiculatus Nal. und f o c k e n i Nal. 

Matouschek (Wien). 

Smith, C. 0., Some succesful Inoculations with the 
Peach Crown Gall Organism and certain Obser¬ 
vations upon retarded Gall Formation. (Phytopath. 
Vol. 3. 1913. p. 59.) 

Mit Bacterium tumefaciens konnten folgende Pflanzen er- 
folgreich infiziert werden: 

Schinus molle, Diospyros k a k i, Juglans californica, 
J. californica var. hindsii, J. cinerea, J. nigra, J. regia, J. 
sieboldiana, Hicoria pecan, Eucalyptus tereticornis, Cy- 
donia, Prunus amygdalus, P. armeniaca, P. avium, P. alle-, 
gheniensis, P. davidiana, P. domestica, P. cerasifera, P. 
mahaleb, P. orthosepala, P. persica, P. platycarpa, P. s i - 
monii, P. triflora, Pirus betulifolia, P.communis, P. pashia, 
Laurocerasus lyonii, Citrus aurantium, C. vulgaris, C. 1 i - 


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168 


Gallen. 


monum, C. limetta, Sterculia diversifolia, S. acerifolia, 
Ficus carica. Auf C i d o n i a und Ficus entwickelten sich die Gallen auffal- 
lend langsam. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Baudyg, E., Pro Cechy n o v 6 halky. [Fur Bohmen neue 
Gallen]. (Sbornlk klubu prirodor6deck6ho v Praze. St. 8.1912. p. 1—16.) 
[Tschech. m. deutsch. ResumA] 

1912 sammelte Verf. im Gebiete 109 fur letzteres neue Gallen, von denen 
57 in Houards Werken nicht verzeichnet sind, wohl aber spater publi- 
ziert wurden. Als ganz neu wurden folgende Gallen bescbrieben: 

Ein Pleurocecidium auf dem Stengel dee Polygonum Hydro- 
pipper, erzeugt von der Larve des Ceuthorrhynchus contractus GIL; 
tonnenformige Auftreibung iiber dem Knoten. 

2. Ein Pleurocecidium des Blattes auf Barbarea vulgaris, er¬ 
zeugt durch Aphis sp.; Aufrollung nach oben. 

3. Ein Pleurocecidium auf den Blattem von Erysimum crepidi- 
folium, Erzeuger Aphis erysimi Kit. (?); die Blatter hiilsenartig nach oben 
gewendet, aufgetrieben, violett gefarbt. 

4. Acrocecidium des Stengels, geformt durch Aphideen, auf Leo- 
nurus cardiac a. 

5. Acrocecidium des Kopfchens von Matricaria inodora, durch 
Trypeta stellata erzeugt. Bliitenboden recht groB mit Langsscheidewand. 

6. Ahnliche Galle, wie die vorige, verursacht auch auf Matricaria ino¬ 
dora durch Ceuthorrhynchus (Chrysanthemi Gyll.?). Bliitenboden 
miBgebildet, verfarbt, ellipsoidisch. Im Innem ist die Galle schwarz, opalisierend und 
ganz hohl. 

7. Aphideen bilden auf Cirsium canum ein Pleurocecidium 
des Blattes. Bandrollung nach oben. 

Matouschek (Wien). 

Familler, Jg., Moosgallen aus Bayern. (Hedwigia. LIII. 1913. 
p. 156—160, Fig.) 

Eine groBere Zahl von noch nicht publizierten Gallen auf Laub- und 
Lebermoosen werden beschrieben. Besonders sind folgende interessant: 

Festgeschlossene Gallen bei der haufigen Art Hedwigia albi¬ 
cans, Antheridien zu flachenartigen Gebilden umgewandelt. — MiBbil- 
dung der 9 Bliite bei dem Wassermoos Cinclidotus aquaticus. 
— Galle auf der Spitze von Polytrichum formosum mit Anguil- 
lulen zwischen den Blattem. — Bei Racomitrium microcarpum 
Gallen in Gestalt kleinster Schalottenzwiebeln. — Lebermoose: Bei L o p h o - 
zia alpestris miBgebildete 9 Bltiten in Form einer geschlossenen 
Tulpenblute, innen kompliziert gebildet; bei L. F1 o e r k e i Gallen der Vege- 
tationsknospcn. Bei L. ventricosa kurz gedrungene Spitzengallen. 
In der Naclibarschaft von Gallenherden wurden auf Nematodeneinfliisse 
zuriickgehende StOrungen bei L. quinquedentata (Einschiebungen 
von kiirzeren Blattreihen zwischen Normalblatter) und beiLeptoscyphus 
anomalus (abnormale Blatter) bemerkt. Matouschek (Wien). 

Ohl, J. A., Verzeichnis der von N. P. Trussow im Gou- 
vernement Tula gefundenen Gallen. (Journ. f. Pflanzen- 
krankh. Bd. 6. 1912. p. 123.) [Russisch.] 

Folgende Gallen wurden gefunden: 

Eriophyes arte misiae auf Artemisia vulgaris, E. betulae 
auf Birke, E. fraxini auf Fraxinus, E. laevis auf Erie, E. macrorrhyn- 
c h u s auf Ahorn, E. p a d i auf Faulbaum, E. p i r i auf Bimbaum, E. p i r i var. 
variolata auf Ebcresche, E. psilonotus, E. rudis var. longisetosa 


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Gallen. 


169 


auf Birke, £. silvioola auf Kastanie, E. tetanothrix auf Weide, E. t i 1 i a e 
auf Linde, E. t i 1 i a e var. 1 i o s o m a auf Linde, E. xylostei auf GeiCblatt, 
Phyllocoptes gymnaspis auf Ahom, P. p o p u 1 i auf Pappel, P. setiger 
auf Erdbeere, Myzus ribis auf Johannisbeere, Scbizoneura ulmi auf 
Ulme, Tetraneura ulmi ebenda, Contarinia linariae auf Linaria 
vulgaris, Perrisia fraxini auf Esche, P. ulmariae auf U1 m a r i a 
filipendula, Rhopalomyia tanacetioola auf Tanacetum vul- 
gare, R. tubifex auf Artemisia campestris, Andricus fecun- 
dator aufEiche,Aulax glechomae aufGlechoma hederacea.Bior- 
rhiza pallida auf Eiche, Neuroterus lenticularis auf Eiche, P o n - 
tania proxima auf Weide und Rhodites rosae auf Rose. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Schmidt, Hugo, Weitere Nachrichten fiber die Verbrei- 
tung gallenbildender Hymenopteren in der nie- 
derschlesischen Ebene. (Zeitschr. f. wissensch. Insektenbiol. 
1913. p. 152—156.) 

1. Neue Wirtspflanzen aus den Familien der Rosaceen, Cen¬ 
taur e a und Hieracium werden angef iihrt; die betreffenden Gallen- 
erzeuger gehoren zu den C y n i p i d e n. 

2. Gallenerzeuger aus der Familie der Chalcididen: Isosoma- 
Gallen treten im Gebiete nur auf Grasern auf. Man muB, um solche Gallen 
auf den Halmen zu finden, Halm fur Halm zwischen den Fingern durch- 
ziehen, um die Anschwellungen wahrzunehmen. Die einzelnen gefundenen 
Gallen werden genau beschrieben. 

3. Gallenerzeuger aus der Familie der Tenthrediniden: Furs 
Gebiet kommen nur die Gattungen Blennocampa, Pontania, 
Cryptocampus und Trichiocampus in Betracht. Die von 
ihnen erzeugten Gallen finden sich hier nur aid Pappeln, Weiden und Rosen 
vor. Die n e u e n Gallen sind auch hier genau verzeichnet. 

Im ganzen sind 96 gallenerzeugende Hymenopteren notiert. Fast ein 
Drittel der gallenbildenden Hymenopteren - Arten, welche H o u a r d 
in seinem groBen Werke anfUhrt, finden sich in der niederschlesischen Ebene, 
ein Zeichen, daB die genauere Erforschung noch mehr derselben zeitigen 
wird. Matouschek (Wien). 

Baudyg, E., Tfi n o v 6 hdlky Apiony vyvolanA [Drei neue 
durch Apion erzeugte Gallen.] (Acta Societatis Entomolog. 
Bohemiae. IX. No. 4. Prag 1912. p. 4, m. Fig.) [Tschechisch, mit deut- 
schem Resum6.] 

Apion minimum Herbst bildet ein Pleurocecidium des Blattes 
von Salix aurita L. Der Blattstiel ist am Grunde verbreitet mit 
einem kleinen, konischen Auswuchse, der ins Innere des Blattstieles fiihrt. 
In der Blattstielbasis sitzt die Kammer. Die Galle ist kleiner als alle anderen 
bei Salix bekannten und so gefarbt wie das umgebende Gewebe. 

Apion amethystinum Mill, verursacht ein Pleurocecidium der 
SproBachse von Trifolium pratense L., das einseitig angeschwollen 
ist. Die Kammer liegt gewohnlich im Wurzelhalse. 

Apion seniculum Kirby verursacht, wie Apion Gyllen- 
ha 1 i Kbg. ein Pleurocecidium der SproBachse von Vicia cracca L. 
Liegt die Galle an der Spitze der Achse, so sind die Blatter meist gehauft. 

Die neuen Gallen stammen aus Bbhmen. Matouschek (Wien). 

Cholodkovsky, N., Sur quelques insectes exotiques. (Rev. 
Russe d’Entomol. T. 12. 1912. p. 491—496, 10 fig.) 


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170 


Gallen. 


Pemphigus mordwilkoi n. sp. und Pemphigus n a i - 
nitalensis n. sp. erzeugen Zweiggallen auf Populus ciliata, 
P. i m a i c u s n. sp. solche entlang des Hauptnerven an Blattern der- 
selben Nahrpflanzen in Gestalt einer langlichen gerade gezogenen kleinen 
Wurst. Das Material stammt aus Himalaya. Die Tiere werden beschrieben, 
auch die Gallen abgebildet. Matouschek (Wien). 

Wagner,Jul., BeitrSge zur Kenntnis der Gattung A m p hi¬ 
ps y 11 a Wagn. [Aphaniptera]. (Rev. Russe d’Entomol. T. 12, 
No. 3. St. Petersbourg 1912. p. 574—580, 5 fig.) 

Kritische Studien iiber Amphipsylla sibirica Wagn. (auf 
Putorius sibirica in Turkestan), A. r o s s i c a n. sp. (aus dem 
Gouvernement Charkow, von Putorius vulgaris), A. shelkov- 
n i k o v i Wagn. (aus Kaukasus), A. k u z n e t z o v i n. sp. (auf M i - 
crotus middendorfi im Ural). Aufierdem ist A. d a e a Dampf. 
eine sichere zu obengenannter Gattung gehorende Art. 

Matouschek (Wien). 

Cobau, R., Altri cecidii della Valle del Brent a. (Atti 
Soc. ital. Sc. Nat. Vol. 51. 1912. p. 31—67.) 

87 Zoocecidien und 4 Myocecidien werden aufgezahlt. Neue Gallen 
wurden bemerkt auf: 

Amarantus hypocbondriacus, erzeugt von Aphis Bumiois? 
Carduus defloratus var. gtaucus, erzeugt durch eine Aphide, 
Coronilla coronata, erzeugt von einer Cecidomyide, 

Cynodon Dactylon, erzeugt von einem Schmetterling, 

Erigeron annuus, erzeugt von einer Aphis Myosotidis?, 
Galium cruoiata, erzeugt von einer Perrisia gallicola?, 
Hieracium porrifolium, erzeugt von einer Aulaoidea Hieraeii, 
Phyteuma Sclieuchzeri, erzeugt von einer Coccide, 

Polygonum Persicaria, erzeugt von Nematoden?, 

Rhamnus saxatilis, erzeugt von Trichopsylla Walkeri, 
Salix hastata, erzeugt von Pontania proxima, 

Salix inoana, erzeugt von Eriophyes salicis, 

Solidago virgaurea, erzeugt von einer Aphide. 

Matouschek (Wien). 

Houard, Les galles des Cruciferes de la Tunisie. (Ass. 
fr. Avanc. Sc. Congres de Dijon. 1911. p. 495—499; 1913 erschienen.) 

Cystopus candidus L6v. deformierte am Stamme und an der Influenz 
Moricandia cinerea Coss. — Baris parsina Boh. var. (Riisselkafer) 
bringt Gallen auf Zweigen von Moricandia arvensis DC. var. suffruti- 
c o s a Coss. hervor. Auf dieser Pflanzenart sowie auch auf Cakile maritima 
Scop. var. aegyptiaca Coss., Hirschfeldia geniculata B. et Trab., 
Diplotaxis erucoides DC., D. pendula DC., Eruca sativa Lk., 
Rapistrum Linnaeanum B. et Rtr. wurden Dipterocecidien gefunden. 

Matouschek (Wien). 

Miehe, Hugo, Javanische Studien V. Die Bakterien- 
knoten an den Blattrandern der Ardisia crispa 
A.DC. (Abh. d. math.-physisch. Kl. d. kgl. sachs. Gesellsch. d. Wiss. Bd. 32. 
p. 399—431.) 

Die Ansicht H 6 h n e 1 s, es handle sich bei den Knoten an den Blatt¬ 
randern der genannten Myrsinacee um Zwischenwanddriisen, wird fallen ge- 
lassen. Die Knotenanlagen sind nach Verf. Hydathoden, die sich friihzeitig 
schlossen und zu Baktericnwohnstatten wurden. Eine auffallende Parallele 
existiert mit den von Zimmermann (1902) studierten Gebilden bei 
Pavetta lanceolata und Grumilea mierantha (auch bei 


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Gallen. 


171 


Psychotria nach Verf.). Diese Rubiaceen schlieBen sich beziiglich des 
Lebenszyklus der Bakterien eng anArdisia crispa an. Wie ist nun 
dasVerhaltnis dieserArtzudem Bacterium foliicolan. sp. aufzufassen? 
Sie ist das e r s t e Beispiel fur die erbliche Vergesellschaftung einer griinen 
Pflanze mit einem Bacterium. Vergleiche mit A z o 11 a und der A n a - 
b a e n a und anderseits des Lolium temulentum mit dem „s e e d - 
f u n g u s“ werden erlautert. Die untersuchten reifen Samen von A r d i s i a 
enthielten stets Bakterien. Ob auch A r d i s i a gelegentlich bakterienfreie 
Samen bildet, ist noch vom Verf. zu untersuchen. Er erwagt die Moglichkeiten, 
ardisienfreie Bakterien und bakterienfreie Ardisien zu ziichten. Ersteres 
wird wohl gelingen, letzteres wird schwerer moglich sein. Die sehr frappante 
Ahnlichkeit der verzweigten Formen des B. f o 1 i i c o 1 a mit dem B.radi- 
c i c o 1 a kann rein zufallig sein. Der enge AnschluB von Leitungselementen 
an den Knoten ist sicher bedeutungsvoll. — Inwiefern hat nun die Pflanze 
ein Interesse an den Bakterien? 

A. Es ist die Moglichkeit vorhanden, anzunehmen, daB die Pflanze 
geradezu eine Falle anwendet. Fiir die Bakterien ware die Vermehrung am 
Vegetationspunkt und im Samen allein sinnvoll, die im Knoten ware Helotis- 
mus. Sollte letztere wirklich obwalten, so wiirde das MaB der fiir die Pflanze 
geleisteten Arbeit recht erheblich sein, da ja bis 50 Knoten an einem Blatte 
sind, die Belaubung eine reichliche ist und die Blatter lange leben. Vorlaufig 
ist es unbekannt, welcher Art die geleistete Arbeit ist. Auch wenn Rein- 
knlturen versagen sollten, so werden nahere Studien des Verf. zeigen, ob sie 
in Stickstoffbindung besteht. 

B. Es ist moglich, auch folgendes anzunehmen: An den Blattanlagen 
entstehen friihzeitig Driisenorgane, die ein Sekret ausscheiden. Durch dieses 
wird vielleicht irgendwie der Vegetationspunkt geschiitzt, oder es spielt im 
Stoffwechsel der j ungen Blatter eine Rolle. Gewisse Bakterien haben sich 
an dieses Milieu gewohnt und wachsen auch in die Quelle der Ausscheidungen 
hinein. Die Spalte wird geschlossen, da die Druse spater die genannte Auf- 
gabe nicht mehr Eat. Rein mechanisch gehen die Bakterien nun in den Samen 
liber. Dann hatte man es mit einem typischen Falle von Epiphytismus zu 
tun. — Das B. f o 1 i i c o 1 a sondert keine Gifte ab, daher hat man es mit 
keiner Krankheit zu tun. Es ist wohl richtiger, an eine erbliche Symbiose 
zu denken. Verf. untersuchte auch andere Arten von A r d i s i a. Im An- 
schlusse an die M e z sche Arbeit kame man zu folgender Ansicht: Voraus- 
gesetzt, daB die Bakterien nicht auBerhalb der Pflanze vorkommen und also 
Neuinfektion ausgeschlossen ist, diirfte man auf einen monophyletischen 
Ursprung der Myrsinaceen mit Bakterienknoten schlieBen. Die M e z sche 
Gruppierung fiir Crispardisia ware dann erwiesen, doch miiBte dann 
auch fiir Amblyanthus und Amblyanthopsis ein naher 
AnschluB an Crispardisia gesucht werden. Die geographische Ver- 
breitung wiirde den Beweis nur stiitzen. 

Im oder auf dem Vegetationspunkte der vielen anderen A r d i s i a - 
Arten (ohne Blattknoten) fand Verf. nie Bakterien. — Es ergaben sich da 
noch Probleme, die Verf. aber beharrlich weiter verfolgt, was nur zu wiin- 
schen ist. 

Nun einiges iiber das Bacterium foliicola: Auf den Vege- 
tationspunkten und im Samen stellt die Art ein diinnes, oft leicht oder S- 
iormig gebogenes Stabchen dar, in Schleimmassen eingeschlossen. In den 
Knoten aber ist es ein dickeres Stabchen, oft Verzweigungen zeigend, durch 


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168 


Gallen. 


m o n u m , C. limetta, Steroulia diversifolia, S. acerifolia. 
Ficus carica. Auf C i d o n i a und Ficus entwickelten sich die Gallen auffal- 
iend langsam. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Baudys, E., Pro Cechy n o v 6 h & 1 k y. [Fur Bohmen neue 
Gallen]. (Sbornlk klubu pfirodor6deck6ho y Praze. St. 8.1912. p. 1—16.) 
[Tschech. m. deutsch. Resum6.] 

1912 sammelte Verf. im Gebiete 109 fiir letzteres neue Gallen, von denen 
57 in Houards Werken nicht verzeichnet sind, wohl aber spater publi- 
ziert wurden. Als ganz neu wurden folgende Gallen beschrieben: 

Ein Pleurocecidium auf dem Stengel des Polygonum Hydro- 
pipper, erzeugt von der Larve des Ceuthorrhynchus contractus Gil.; 
tonnenformige Auftreibung iiber dem Knoten. 

2. Ein Pleurocecidium des Blattes auf Barbarea vulgaris, er¬ 
zeugt durch Aphis sp.; Aufrollung nach oben. 

3. Ein Pleurocecidium auf den Blattem von Erysimum crepidi- 
folium, Erzeuger Aphis erysimi Kit. (?); die Blatter hiilsenartig nach oben 
gewendet, aufgetrieben, violett gefarbt. 

4. Acrocecidium des Stengels, geformt durch Aphideen, auf Leo- 
nurus cardiac a. 

5. Acrocecidium des Kopfchens von Matricaria inodora, durch 
Try peta stellata erzeugt. Bliitenboden recht groB mit Langsscheidewand. 

6. Ahnliche Galle, wie die vorige, verursacht auch auf Matricaria ino¬ 
dora durch Ceuthorrhynchus (Chrysanthemi Gyll.?). Bliitenboden 
miBgebildet, verfarbt, ellipsoidisch. Im Innem ist die Galle schwarz, opalisierend und 
ganz hohl. 

7. Aphideen bilden auf Cirsium canum ein Pleurocecidium 
des Blattes. Randrollung nach oben. 

Matouschek (Wien). 

Famillcr, Jg., Moosgallen aus Bayern. (Hedwigia. LIII. 1913. 
p. 156—160, Fig.) 

Eine groBere Zahl von noch nicht publizierten Gallen auf Laub- und 
Lebermoosen werden beschrieben. Besonders sind folgende interessant: 

Festgeschlossene Gallen bei der haufigen Art Hedwigia albi¬ 
cans, Antheridien zu flachenartigen Gebilden umgewandelt. — MiBbil- 
dung der Q Bliite bei dem Wassermoos Cinclidotus aquaticus. 
— Galle auf der Spitze von Polytrichum formosum mit Anguil- 
lulen zwischen den Blattern. — Bei Racomitrium microcarpum 
Gallen in Gestalt kleinster Schalottenzwiebeln. — Lebermoose: Bei Lopho- 
zia alpestris miBgebildete 9 BlUten in Form einer geschlossenen 
Tulpenbliite, innen kompliziert gebildet; bei L. F1 o e r k e i Gallen der Vege- 
tationsknospen. Bei L. ventricosa kurz gedrungene Spitzengallen. 
In der Nachbarschaft von Gallenherden wurden auf Nematodeneinflusse 
zuriickgehende Storungen bei L. quinquedentata (Einschiebungen 
von kiirzeren Blattreihen zwischen Normalblatter) und beiLeptoscyphus 
a n o m a 1 u s (abnormale Blatter) bemerkt. Matouschek (Wien). 

Ohl, J. A., Verzeichnis der von N. P. Trussow im Gou- 
vernement Tula gefundenen Gallen. (Journ. f. Pflanzen- 
krankh. Bd. 6. 1912. p. 123.) [Russisch.] 

Folgende Gallen wurden gefunden: 

Eriophyes artemisiae auf Artemisia vulgaris, E. betulae 
auf Birke, E. fraxini auf Fraiinus, E. laevis auf Erie, E. macrorrhyn- 
c h u s auf Ahom, E. p a d i auf Faulbaum, E. p i r i auf Bimbaum, E. p i r i var. 
variolata auf Eberesche, E. psilonotus, E. rudis var. longisetosa 


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Gallen. 


169 


auf Birke, E. silvicola auf Kastanie, E. tetanothrix auf Weide, E. ti 1 iae 
auf Linde, E. t i 1 i a e var. 1 i o 8 o m a auf Linde, E. xylostei auf GeiCblatt, 
Phyllocoptes gymnaspis auf Ahom, P. p o p u 1 i auf Pappel, P. setiger 
auf Erdbeere, Myzus r i b i s auf Johannisbeere, Schizoneura ulmi auf 
Ulme, Tetraneura ulmi ebenda, Contarinia linariae auf L i n a r i a 
vulgaris, Perrisia fraxini auf Esche, P. ulmariae auf U1 m a r i a 
filipendula, Bhopalomyia tanaceticola auf Tanacetum vul- 
g a r e, R. tubifex auf Artemisia campestris, Andricus f e c u n - 
dator aufEiche,Aulax gleohomae aufGlechoma hederacea.Bior- 
rhiza pallida auf Eiche, Neuroterus lenticularis auf Eiche, P o n • 
tania proxima auf Weide und Rhodites rosae auf Rose. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Schmidt, Hugo, Weitere Nachrichten tiber die Verbrei- 
tung gallenbildender Hymenopteren in der nie- 
derschlesischen Ebene. (Zeitschr. f. wissensch. Insektenbiol. 
1913. p. 152—156.) 

1. Neue Wirtspflanzen aus den Familien der Rosaceen, Cen¬ 
taur e a und H i e r a c i u m werden angefiihrt; die betreffenden Gallen- 
erzeuger gehoren zu den Cynipiden. 

2. Gallenerzeuger aus der Familie der Chalcididen: Isosoma- 
Gallen treten im Gebiete nur auf Grasern auf. Man muB, um solche Gallen 
auf den Halmen zu finden, Halm fiir Halm zwischen den Fingem durch- 
ziehen, um die Anschwellungen wahrzunehmen. Die einzelnen gefundenen 
Gallen werden genau beschrieben. 

3. Gallenerzeuger aus der Familie der Tenthrediniden: Furs 
Gebiet kommen nur die Gattungen Blennocampa, Pontania, 
Cryptocampus und Trichiocampus in Betracht. Die von 
ihnen erzeugten Gallen finden sich hier nur auf Pappeln, Weiden und Rosen 
vor. Die n e u e n Gallen sind auch hier genau verzeichnet. 

Im ganzen sind 96 gallenerzeugende Hymenopteren notiert. Fast ein 
Drittel der gallenbildenden Hymenopteren - Arten, welche H o u a r d 
in seinem groBen Werke anfiihrt, finden sich in der niederschlesischen Ebene, 
ein Zeichen, daB die genauere Erforschung noch mehr derselben zeitigen 
wird. Matouschek (Wien). 

BaudyS, E., Tfi n o v 6 h 61 k y Apiony vyvolanA [Drei neue 
durch Apion erzeugte Gallen.] (Acta Societatis Entomolog. 
Bohemiae. IX. No. 4. Prag 1912. p. 4, m. Fig.) [Tschechisch, mit deut- 
schem ResumA] 

Apion minimum Herbst bildet ein Pleurocecidium des Blattes 
von Salix aurita L. Der Blattstiel ist am Grunde verbreitet mit 
einem kleinen, konischen Auswuchse, der ins Innere des Blattstieles fiihrt. 
In der Blattstielbasis sitzt die Kammer. Die Galle ist kleiner als alle anderen 
bei Salix bekannten und so gefarbt wie das umgebende Gewebe. 

Apion amethystinum Mill , verursacht ein Pleurocecidium der 
SproBachse von Trifolium pratense L., das einseitig angeschwollen 
ist. Die Kammer liegt gewohnlich im Wurzelhalse. 

Apion seniculum Kirby verursacht, wie Apion Gyllen- 
h a 1 i Kbg. ein Pleurocecidium der SproBachse von Vicia cracca L. 
Liegt die Galle an der Spitze der Achse, so sind die Blatter meist gehauft. 

Die neuen Gallen stammen aus Bohmen. Matouschek (Wien). 

Cholodkovsky, N., Sur quelques insectes exotiques. (Rev. 
Russe d’Entomol. T. 12. 1912. p. 491—496, 10 fig.) 


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Gallen. 


Pemphigus mordwilkoi n. sp. und Pemphigus n a i - 
n i t a 1 e n s i s n. sp. erzeugen Zweiggallen auf Populus ciliata, 
P. i m a i c u 8 n. sp. solche entlang des Hauptnerven an Blattern der- 
selben Nahrpflanzen in Gestalt einer langlichen gerade gezogenen kleinen 
Wurst. Das Material stammt aus Himalaya. Die Tiere werden beschrieben, 
auch die Gallen abgebildet. Matouschek (Wien). 

Wagner,Jul., BeitrSge zur Kenntnis der Gattung A m p hi¬ 
ps y 11 a Wagn. [Aphaniptera]. (Rev. Russe d’Entomol. T. 12, 
No. 3. St. P6tersbourg 1912. p. 574—580, 5 fig.) 

Kritische Studien liber Amphipsylla sibirica Wagn. (auf 
Putorius sibirica in Turkestan), A. r o s s i c a n. sp. (aus dem 
Gouvernement Charkow, von Putorius vulgaris), A. shelkov- 
n i k o v i Wagn. (aus Kaukasus), A. k u z n e t z o v i n. sp. (auf M i - 
crotus middendorfi im Ural). AuBerdem ist A. d a e a Dampf. 
eine sichere zu obengenannter Gattung gehorende Art. 

Matouschek (Wien). 

Cobau, R., Altri cecidii della Valle del Brent a. (Atti 
Soc. ital. Sc. Nat. Vol. 51. 1912. p. 31—67.) 

87 Zoocecidien und 4 Myocecidien werden aufgezahlt. Neue Gallen 
wurden bemerkt auf: 

Amarantus hypocbondriacus, erzeugt von Aphis Rumicis? 
Carduus defloratus var. glaucus, erzeugt durch eine Aphide, 
Coronilla coronata, erzeugt von einer Cecidomyide, 

Cynodon Dactylon, erzeugt von einem Schmetterling, 

Erigeron annuus, erzeugt von einer Aphis Myosotidis?, 
Galium cruoiata, erzeugt von einer Perrisia gallicola?, 
Hieracium porrifolium, erzeugt von einer Aulaeidea Hieracii, 
Phyteuma Scheuchzeri, erzeugt von einer Coccide, 

Polygonum Persicaria, erzeugt von Nematoden?, 

Rhamnus saxatilis, erzeugt von Trichopsylla Walkeri, 
Salix hastata, erzeugt von Pontania proxima, 

Salix inoana, erzeugt von Eriophy es salicis, 

Solidago virgaurea, erzeugt von einer Aphide. 

Matouschek (Wien). 

Houard, Les galles des Crucifferes de la Tunisie. (Ass. 
fr. Avanc. Sc. Congres de Dijon. 1911. p. 495—499; 1913 erschienen.) 

Cystopus candidus L6v. deformierte am Stamme und an der Influenz 
Moricandia cinerea Coss. — Baris parsina Boh. var. (Riisselkafer) 
bringt Gallen auf Zweigen von Moricandia arvensis DC. var. suffruti- 
c o s a Coss. hervor. Auf dieser Pflanzenart sowie auch auf Cakile maritima 
Scop. var. aegyptiaca Coss., Hirschfeldia geniculata B. et Trab., 
Diplotaxis erucoides DC., D. pendula DC., Eruca sativa Lk., 
Rapistrum Linnaeanum B. et Rtr. wurden Dipterocecidien gefunden. 

MatouscheK (Wien). 

Miehe, Hugo, Javanische Studien V. Die Bakterien- 
knoten an den Blattrandern der Ardisia crispa 
A.DC. (Abh. d. math.-physisch. Kl. d. kgl. sachs. Gesellsch. d. Wiss. Bd. 32. 
p. 399—431.) 

Die Ansicht H 6 h n e 1 s , es handle sich bei den Knoten an den Blatt¬ 
randern der genannten Myrsinacee um Zwischenwanddriisen, wird fallen ge- 
lassen. Die Knotenanlagen sind nach Verf. Hydathoden, die sich friihzeitig 
schlossen und zu Bakterienwohnstatten wurden. Eine auffallende Parallele 
existiert mit den von Zimmermann (1902) studierten Gebilden bei 
Pavetta lanceolata und Grumilea mierantha (auch bei 


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G alien. 


171 


Psychotria nach Verf.). Diese Rubiaceen schlieBen sich beziiglich des 
Lebenszyklus der Bakterien eng anArdisia crispa an. Wie ist nun 
das Verhaltnis dieser Artzudem Bacterium foliicola n. sp. aufzufassen? 
Sie ist das e r s t e Beispiel fiir die erbliche Vergesellschaftung einer grtinen 
Pflanze mit einem Bacterium. Vergleiche mit A z o 11 a und der A n a - 
b a e n a und anderseits des Lolium temulentum mit dem „s e e d - 
f u n g u s“ werden erlautert. Die untersuchten reifen Samen von A r d i s i a 
enthielten stets Bakterien. Ob auch A r d i s i a gelegentlich bakterienfreie 
Samen bildet, ist noch vom Verf. zu untersuchen. Er erwagt die Moglichkeiten, 
ardisienfreie Bakterien und bakterienfreie Ardisien zu ziichten. Ersteres 
wird wohl gelingen, letzteres wird schwerer moglich sein. Die sehr frappante 
Ahnlichkeit der verzweigten Formen des B. f o 1 i i c o 1 a mit dem B.radi- 
c i c o 1 a kann rein zufallig sein. Der enge AnschluB von Leitungselementen 
an den Knoten ist sicher bedeutungsvoU. — Inwiefern hat nun die Pflanze 
ein Interesse an den Bakterien? 

A. Es ist die Moglichkeit vorhanden, anzunehmen, daB die Pflanze 
geradezu eine Falle anwendet. Fiir die Bakterien ware die Vermehrung am 
Vegetationspunkt und im Samen allein sinnvoll, die im Knoten ware Helotis- 
mus. Sollte letztere wirklich obwalten, so wiirde das MaB der fiir die Pflanze 
geleisteten Arbeit recht erheblich sein, da j a bis 50 Knoten an einem Blatte 
sind, die Belaubung eine reichliche ist und die Blatter lange leben. Vorlaufig 
ist es unbekannt, welcher Art die geleistete Arbeit ist. Auch wenn Rein- 
kulturen versagen sollten, so werden nahere Studien des Verf. zeigen, ob sie 
in Stickstoffbindung besteht. 

B. Es ist moglich, auch folgendes anzunehmen: An den Blattanlagen 
•entstehen friihzeitig Driisenorgane, die ein Sekret ausscheiden. Durch dieses 
wird vielleicht irgendwie der Vegetationspunkt geschiitzt, oder es spielt im 
Stoffwechsel der jungen Blatter eine Rolle. Gewisse Bakterien haben sich 
an dieses Milieu gewohnt und wachsen auch in die Quelle der Ausscheidungen 
hinein. Die Spalte wird geschlossen, da die Druse spater die genannte Auf- 
gabe nicht mehr Eat. Rein mechanisch gehen die Bakterien nun in den Samen 
iiber. Dann hatte man es mit einem typischen Falle von Epiphytismus zu 
tun. — Das B. foliicola sondert keine Gifte ab, daher hat man es mit 
keiner Krankheit zu tun. Es ist wohl richtiger, an eine erbliche Symbiose 
zu denken. Verf. untersuchte auch andere Arten von A r d i s i a. Im An- 
schlusse an die Me zsche Arbeit kame man zu folgender Ansicht: Voraus- 
gesetzt, daB die Bakterien nicht auBerhalb der Pflanze vorkommen und also 
Neuinfektion ausgeschlossen ist, diirfte man auf einen monophyletischen 
Ursprung der Myrsinaceen mit Bakterienknoten schlieBen. Die M e z sche 
Gruppierung fiir Crispardisia ware dann erwiesen, doch miiBte dann 
auch fiir Amblyanthus und Amblyanthopsis ein naher 
AnschluB an Crispardisia gesucht werden. Die geographische Ver- 
breitung wiirde den Beweis nur stiitzen. 

Im oder auf dem Vegetationspunkte der vielen anderen A r d i s i a - 
Arten (ohne Blattknoten) fand Verf. nie Bakterien. — Es ergaben sich da 
noch Probleme, die Verf. aber beharrlich weiter verfolgt, was nur zu wiin- 
schen ist. 

Nun einiges iiber das Bacterium foliicola: Auf den Vege- 
tationspunkten und im Samen stellt die Art ein dlinnes, oft leicht oder S- 
iormig gebogenes Stabchen dar, in Schleimmassen eingeschlossen. In den 
Knoten aber ist es dn dickeres Stabchen, oft Verzweigungen zeigend, durch 


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Pilztotende Wirkung der Ophrydeenknollen. — Myrmecodien. 


Teilung rasch sich vermehrend, ohne Schleim. Die Kultur ergab nie Sporen, 
Reinzucht war nicht moglich. Ob das Bacterium mit dem in Rubiaceen vor- 
kommenden venvandt ist, muB erst entschieden werden. 

Matouschek (Wien). 

Bernard, Noel, Sur la fonction fungicide des bulbes 
d’OphrydSes. (Ann. scienc. natur. S6r. g. Bot. T. 14. p. 221—234.) 

Eine der letzten Arbeiten des Verf., die er leider nicht mehr zu Ende fiihren 
konnte. Constantin und Magr ou veroffentlichen nach den hin- 
terlassenen Aufzeichnungen des Verf. die mit Loroglossum - Knollen 
und den Wurzelpilzen von Orchis moris und anderen Arten angestellten 
Versuche, welche folgende Resultate ergeben haben: 

Ophrydeenknollen enthalten eine pilztotende, diastaseahnliche Sub- 
stanz, die bei 55° zerstort wird. Dieselbe ist noch in groBter Verdiinnung, 
jedoch nicht gegen alle Orchideenpilze in gleicher Weise wirksam. 

W. H e r t e r (Tegel). 

Miehe, Hugo, Javanische Studien. II. Untersuchungen 
iiber die javanische Myrmecodia. (Abhandl. d. math.- 
phys. Kl. d. kgl sachs. Gesellsch. d. Wissensch. Bd. 32. p. 312—361.) 

Zweierlei Hohlenpartien kommen in die Knolle der malayischen Rubiacee, 
Myrmecodia tuberosa, gelbe und glatte, anderseits schwarzliche 
und warzige vor. Die ersteren fand Verf. ohne Pilzvegetation, letztere sind von 
Pilzen stets besiedelt. Schwierig gestaltete sich die Kultur des Pilzes, der 
in die Verwandtschaft der Cladosporium- und Cladotrichum- 
Arten gehort. Er wuchs langsam und gedieh innerhalb enger Temperatur- 
grenzen am besten bei 25—30° C. Fruktifikation wurde nicht erzielt. Der 
Pilz kann aus nichtsterilem Substrate von auBen in die Knolle gelangen, die 
Ameisen schleppen ihn nicht in die Knollen. Die Verbreitung des Pilzes 
wird damit erklart, daB die Tierchen in bestimmten Teilen der warzigen 
Kammern den Kot ablegen. Derselbe wird vom Pilze verarbeitet. Der Pilz 
gelangt auch nicht etwa durch Fremdkorper in die schwarzlichen Kammern, 
was genau nachgewiesen wird. Dies sowie das sehr zuriickgezogene Leben 
der Tierchen spricht dafUr, daB der Pilz von den Ameisen nicht kultiviert 
wird. Es ist da notig, die Ansicht des Verf. iiber die Entstehung der Ameisen- 
wohnungen mitzuteilen: Die zu epiphytischer Lebensart libergehenden 
Rubiaceen (Verf. beriicksichtigt auch Hydnophytum montanum) 
besaBen zuerst Knollen als Wasserspeicher, also Knollen mit Hohlraumen, 
die das Gewicht verringern. Auf eine vorderhand unerklarte Weise kam es 
zur Kommunikation der Hohlraume mit der AuBenwelt. Das im Innern der 
Knolle nun rieselnde Wasser wurde durch die Warzen aufgesogen, was die 
Warzen auch jetzt noch tun. Vielleicht nehmen sie auch Sauerstoff auf, 
behufs der Atmung der Knolle sicher von Vorteil. Dann haben die Ameisen 
die Hohlraume aufgesucht, was der Pflanze Vorteil brachte, so daB eine 
gewisse Abhangigkeit eintrat. Die schwarzen Kammerwande enthalten 
Nitrate, was wohl auf die Gegenwart nitrifizierender Bakterien zuriickzu- 
fiihren ist. FraBbeschadigungen an den Myrmecodien wurden nie gesehen, 
daher schlitzen wohl die Ameisen (I r i d o m y r m e x) die Pflanze. Doch 
scheint diese Gattung nicht auf die Myrmecodien beschrankt zu sein. Sie 
werden vertrieben (beim Ubertragen in den Garten) durch kriegerische schwarze 
Ameisen. Manchmal fand Verf. die Myrmecodien an ihrem natiirlichen 
Standorte von Camponotus maculatus Fabricius var. 


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Symbiose, Mykorrhizen etc. 


173 


pallidus Smith bewohnt. — AuBerdem notiert Verf. noch folgendes: 
Die Pilzrasen sehen mitunter wie rasiert aus, die Hyphenenden wurden wohl 
von der Ameise abgebissen. Beim tlbertragen der Knollen in den Garten 
zu Buitenzorg zeigte der Pilz nur dann ein gleiches Gedeihen, wenn die ehe- 
malige Bevolkerung vorhanden war. Wie bei Myrmecodia zeigte sich 
auch bei der zweiten oben genannten Rubiacee eine schwHchere Pilzvegetation, 
wenn die erwahnten schwarzen Ameisen sich ansiedelten oder wenn Ameisen- 
leere Knollen in den Garten iibertragen wurden. Das Temperaturmaximum 
in der Knolle betrug 33,2° C, die tagliche Schwankung im Maximum 10°. 
Das Wurzelsystem allein vermag in dauerndem Kontakt mit Wasser einige 
Tage lang den Transpirationsverlust zu decken. 

Matouschek (Wien). 

Kusano, L., Gastrodia elata and its symbiotic Asso¬ 
ciation with Armillaria mellea. (Journal College of Agricult. 
Tokyo. Vol. IV. 1912. No. 1.) 

Nur ein einfaches riibenartiges Rhizom hat die genannte Orchidee. Das- 
selbe lebt mit Armillaria mellea in Symbiose. 

Matouschek (Wien). 

Schwartz, E. T., Observations on Asarum europaeum and its 
Mycorhiza. (Ann. of Bot. Vol. 26. 1912. p. 769—776, 1 pi.) 

Es handelt sich um eine endotrophische Mycorhiza. Anschwellungen 
findet man in den Zwischenraumen der Hyphen, welche als ruhende Stadien 
des Pilzes gedeutet werden. Interessanterweise wird an befallenen Wurzeln 
der Pflanze die Zahl der Wurzelhaare stark vermindert. In den anderen 
bwher bekannten Fallen kommt es stets zu einer Anreichung der letzteren. 

Matouschek (Wien). 

Jacobson, Edw., Symbiose zwischen der Raupe von Hypo- 
lycaena erylus Godart und Oecophyllasmaragdina 
Fab. (Tijdschr. v. EntomoL LV. 1912. p. 9—14, m. 2 Taf.) 

Die Raupen des genannten Blaulings leben auf der Rubiacee Van* 
gueria spinosa Rosch. und traufeln aus einem Porus am Riicken 
eine siiBe Fliissigkeit ab, die von der Ameise genossen wird. Die Pflege 
durch die Ameisen ist den Raupen aber unbedingt notig, wie genaue Ver- 
suche dartun. Matouschek (Wien). 

Spratt, E. R., Some Observations ofLifeHistory of Ana- 
baena Cycadeae. (Ann. of Bot. Vol. 25. p. 369—380, av. 1 pi.) 
Die Algen leben in einer Zone zwischen den Rindenzellen unterhalb der 
Epidermis. Pseudomonas radicicola und Azotobacter 
sind nach Bottomley standige Begleiter. Jede reife Zelle der Alge hat 
zwei Hiillen, eine innere und eine auBere, dazu noch auBen die Schleimschicht. 
In nicht scharf abgegrenzten Chromatophoren befinden sich die Farbstoffe 
Chlorophyll und Phycocyanin. Glykogen erscheint als erstes Produkt der 
Assimilation. Cyanophycinhaltige Komchen sind in groBerer Zahl vorhanden. 
Terminale und interkolare Heterocysten entstehen aus vegetativen Zellen, 
sie losen sich los. Hire Funktion ist folgende: Abgrenzung der Faden (vege¬ 
tative Vermehrung), Speicher ftir Reservestoffe, zur Bildung der Gonidien. 
Die Exo- und Endospore entsprechen den beiden oben genannten Zellhauten. 
Vier Arten von Sporenkeimung gibt es: Der Inhalt der Spore tritt heraus 
durch eine Pore der Sporenmembran, oder die Sporenmembran zerreiBt, 


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174 


Symbiose, Mykorrhizen etc. 


oder die Sporenmembranen werden schleimig, oder der Inhalt teilt sich, bevor 
er die Spore verlaBt. Die Gonidien werden durch eine Wiederverjungung 
und darauffolgende Teilung des Inhaltes der Heterocysten gebildet. Inner- 
halb der Membranen der Heterocysten erscheint eine besondere Membran. 
Jede der spharischen Gonidien kann durch Teilung einen neuen Anabaena- 
Faden bilden. Die Blaualge kann sich in der Erde in Form von Heterocysten 
und Sporen erhalten; letztere entstehen in den Gonidien und diese dringen 
in die Tuberkeln an den C y c a s - Wurzeln durch die Lentizellen ein. 

Matouschek (Wien). 

Peklo, Jaroslaw, t) b e r symbiotische Bakterien der Aphi- 
d e n. (Ber. Deutsch. Botan. Gesellsch. Bd. 30. 1912. p. 416—419.) 

Uber die Symbiose zwischen Insekten und Mikroorganismen teilt Verf. 
in dieser vorlaufigen Mitteilung einige eigene Untersuchungen mit. Die schon 
von Krassilschtschik im sog. Chylus-Magen von Aphis-Arten 
beschriebenen St&bchenbakterien werden aus einer gelblich-griinen Aphis- 
Art, die auf Acer platanoides lebt, isoliert und in verdiinnte Bouillon 
mit 6 Proz. Saccharose-Zusatz kultiviert. Charakteristische Involutions- 
formen, die sowohl in alteren Blattlausen, als auch in den Reinkulturen 
auftraten, haben sich als verlafiliches Mittel zur Identifizierung der Spezies 
erwiesen. Verf. vermutet, dati die reingeziichteten Mikroorganismen viel- 
leicht zur Gattung Azotobacter gehoren, was zur Erhartung der 
Meinung beitragen konnte, dab der Sinn der Insektensymbiose in der Assi¬ 
milation des elementaren Stickstoffs zu suchen sei. 

Uber die weitere Verbreitung der Bakterien im Aphidenleibe liegen 
noch keine Untersuchungen vor. Eine ganz ahnliche Bakterienform hat 
Verf. auch in einer Schizoneura -Art entdeckt. 

K. Muller (Augustenberg). 

Teodoro, G., Ricerche sull’ emolinfa dei Lecanini. (Atti 
Accad. Veneto-Trentino-Istriana. Ser. III. Vol. 5. 1912. 15 pp.) 

Durch die Arbeiten von Pierantoni und 6 u 1 c ist die Symbiose 
zwischen pflanzenfressenden Insekten und Hefen beleuchtet worden. Verf. 
gibt neue Beispiele: In den Weibchen von Lecanium Oleae, L. 
Hesperidium, Pulvinaria camelicola und P. V i t i s 
findet man immer freie Zellen, welche zu Saccharomyces apicu- 
1 a t u s var. parasitus v. Lindn. gehoren. 

Matouschek (Wien). 

du Quinsou, Les parasites des vGgetaux. (La Cooperation 
Agric. 1913. No. 14.) 

Article de vulgarisation traitant principalement de la symbiose entre 
les microbes et v£g6taux (LSgumineuses, OrchidSes, Pommes de terre. 
Vanille. Kufferath (Bruxelles). 

Zellner, J., Die Symbiose der Pflanzen als chemise lies 
Problem. (Beih. z. Botan. Centralbl. Abt. I. Bd. 28. 1912. p. 473—486.) 

Verf. zeigt, wo neue Untersuchungen einsetzen sollen. Die Unterschiede 
in der chemischen Zusammensetzung der Symbionten sind ja noch unge- 
niigend bekannt. Sonderbar ist die neuaufgestellte Ansicht, die Mykorrhizen- 
pilze hatten den Symbionten mit Wasser zu versorgen. Bei den Fleehtcn 
werden die in den einzclnen Symbionten vorhandenen Stoffe in Tabellen- 
form zusammengestellt, aber auf die Untersuchungen T o b 1 e r s nicht 
naher eingegangen. Ncu sind die Angabcn iiber die Bestandteile des Mutter- 


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Phanerogame Schmarotzer etc. 


175 


kornes und Eoggens, des Maisbrandes und Maises, der Trametes sua¬ 
ve o 1 e n s und Weidenrinde bzw. -Holz. Bei Viscum, Cuscuta und 
anderen hoheren Pflanzen zeigt sich der Aschegehalt grofier als der der zu- 
gehorigen Nahrpflanzen. Von der Mistel meint Verf., daB sie deswegen aui 
gewissen Wirtspflanzen nicht vorkomme, weil sie ihr nicht gut bekommende 
Stoffe entnahme. Matouschek (Wien). 

Stephens, Edith, Note on the Anatomy of Striga lutea 
Lour. (Ann. of Bot. Vol. 26. 1912. p. 1125—1126.) 

—, The Structure and Development of the Hausto- 
rium of Striga lutea. (Ebendort. p. 1067—1075, 1 Taf.) 

In der ersten Mitteilung stellt Verf. fest, daB der genannte grime Halb- 
schmarotzer in seiner Anatomie die engsten Beziehungen zu der anderer 
Rhinanthoideen aufweist. Die Wurzeln bilden keine Wurzelhaare, auch 
konnten Siebrohren in ihnen nicht nachgewiesen werden. 

In der zweiten Abhandlung wird die Anatomie des Haustoriums be- 
handelt und illustriert und es geht klar daraus hervor, daB Striga Hau- 
storien, die den typischen Bau jener der Rhinanthoideen aufweisen, bildet. 
Auffallend ist, daB Verf. die ganze Literatur deutscher Autoren im Gegen- 
stande nicht kennt oder doch ignoriert. Weder Solms-Laubach, 
noch Koch, noch S p e r 1 i c h usw. werden zitiert. Ebensowenig kennt 
Verf. des Ref. Studien iiber Lathraea, wie auch nicht die in 6 umfas- 
senden Arbeiten behandelten griinen Halbschmarotzer der Rhinanthoideen. 
So erscheint ihr manches ihrer Resultate neu, wahrend es sich doch um 
langst festgestellte Dinge handelt. In manchen Auffassungen diirfte Verf. 
aber wohl auch irre gehen. Fiir den Kundigen enthalten nebenbei gemachte 
Bemerkungen Wichtiges und lassen Striga als einen sehr interessanten 
Vertreter in der Rhinanthoideen-Gruppe erkennen. Wir erfahren, daB die 
Pflanze auch einen unterirdischen SproB mit „tooth-like“-Blattern besitzt, 
was darauf hinweist, daB in ihr ein unserer T o z z i a in der Lebensweise 
nahestehender Parasit vorliegen diirfte. Dieselben Momente lassen vermuten, 
daB die Bezeichnung von Striga als „semi-parasitic annual" kaum 
sich bewahrheiten wird. Die Pflanze findet sich zerstreut in Zululand, Natal 
und Transvaal und parasitiert auf verschiedenen, dort einheimischen Gra- 
sern und besonders auch auf Zea Mays. Heinricher (Innsbruck). 

Lotrionte, G., La semina profonda e l’Orobanche della 
f a v a. (Stazioni speriment. agrar. Vol. 45. 1912. p. 654—680.) 

Die seit 1903 vom Verf. in verschiedenen Ortschaften Mittelitaliens aus- 
gefiihrten Versuche zur Bekampfung der Saubohnensommerwurz (0 r o - 
banchecrenata Forsk.) nach seiner Methode werden naher beschrieben 
und die Unzulanglichkeit einiger gegenteiligen Angaben von D e g 1 i A1 - 
b i z z i und M o r e 11 i n i nachgewiesen. Er weist dann auf einige Punkte 
hin, die bei der Anstellung solcher Versuche nicht iibersehen werden diirfen. 
Zuletzt wird eine detaillierte Anweisung zur Anwendung der Methode ge- 
geben, die im wesentlichen in der friihzeitigen, je nach der Bodenbeschaffen- 
heit 15—30 cm tiefen Reihensaat und der Bedeckung der Samen mit einer 
5—7 cm hohen, lockeren Bodenschicht besteht, wodurch die Bohnenpflanzen 
ein tieferes, kraftiges Wurzelsystem entwickeln und zum Samenansatz vor 
dem Sommerwurzbefall kommen. Pantanelli (Rom). 


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176 Phanerogame Sclimarotzer. — Wirkung von Hitze und Trockenheit. 


Cannon, W. A., Structural Relations inXenoparasitism. 
(Amer. Natural. Vol. 46. 1912. p. 675—681.) 

Cissus laciniata („Mexican grape“) verpflanzte man in eine 
kiinstlich erzeugte Wunde (Schnitt) der Opuntia blakeana. Der 
Parasit wuchs kraftig heran. Die anatomische Umbildung und der Struktur 
in letzterem als auch im Wirte wird beschrieben. Der Parasit hat in diesem 
Falle einen hohen Grad der Anpassungsfahigkeit und morphologische Bild- 
samkeit. Matouschek (Wien). 

Heinricher, E., Ernahrungsphysiologische Rassen der 
M i s t e 1. (Kosmos. 1913. p. 45—49.) 

1. Fiir die von v. T u b e u f aufgestellten drei spezifischen Rassen 
der Mistel, der Laubholz-, Kiefern- und Tannenmistel, hat Verf. den notigen 
Beweis durch seine Versuche in unzweifelhafter Weise erbracht. So eng aber, 
wie die Namen besagen, sind diese Rassen nicht begrenzt; denn die Tannen¬ 
mistel kann auch auf der Nordmannstanne und sogar mit besserem Erfolge 
gezogen werden. Die Kiefernmistel konnte Verf. auch auf Cedrus a t - 
1 a n t i c a und Larix leptolepis iibertragen. Die Fichtenmistel 
ist nur ein Abkommling der Kiefernmistel, da nach Verf. letztere doch auf 
der Fichte gezogen werden kann. 

2. Die Verhaltnisse bei den Laubholzmisteln dUrften eine vollige Parallele 
zu jenen bei den Nadelholzmisteln darstellen, nur daB sie infolge des Reich- 
tums an Lauhholzern verwickelter sind und die Zahl der tauglichen Wirte 
fiir jede Rasse noch betrachtlicher sein wird als es z. B. fiir die Kiefernmistel 
feststeht. Dies zeigen auch die bisherigen Versuche des Verf. Die Linden- 
mistel z. B. geht auf die Schwarzpappel und den Platanenahorn schwer iiber, 
was doch fiir eine Spezialisierung spricht. Die Giftwirkung spielt hierbei auch 
eine Rolle; sie ist am starksten bei den kultivierten Birnen vorhanden. Die 
belegten Zweige sterben an den Stellen, wo die Mistelkeime sitzen, ab; durch 
das Abgliedern der Zweige sind diese gewissermaBen immun gegen Mistel- 
befall. Doch wurde auch eine Gewohnung an das Mistelgift bemerkt. Einen 
weiteren Schutz gewahrt die Glattrindigkeit der Baume. Die systematische 
Verwandtschaft der Wirtsbaume begiinstigt zumeist den tlbergang der Mistel 
von einem zum anderen, aber entscheidend ist sie nicht, da stoffliche Quali- 
taten in den Vordergrund treten, z. B. die Lindenmistel geht auf den Apfel- 
baum und auf C o r y 1 u s liber, die Apfelmistel gar auf Weiden. 

3. Die Kenntnis von den ernahrungsphysiologischen Rassen ermoglicht 
als Wirte Pflanzen zu wahlen, durch die jede Gefahrdung des Obstbaues 
und der Forstwirtschaft seitens der Mistel ausgeschlossen wird. 

Matouschek (Wien). 

Paque, E., L’6t6 de 1911 et le monde des Champignons. (Bull, 
de la Soc. roy. de Botan. de Belgique. T. 48. 1912. p. 97—98). 

Note sur Taction sp6ciale de la chaleur estivale sur le d6veloppement 
des champignons: les Hym6nomycetes sont rest6s rares, les Hypoxyl6es 
ont 6te assez abondants. La chaleur surtout a favorisS le d6veloppement 
des Erysiphacees (Oidium) qui ont abondamment fructify. Seul l’Oldium 
du Chene [Phyllactinia Corylea (Pers.) Karsten] n’a pas fructifiA 

H. Kufferath (Bruxelles). 

Koenen, Otto, Wirkungen des trockenen Sommers 1911 
auf die Pflanzenwelt. (40. Jahresber. d. westfal. Provinzial-Ver. 
f. Wissensch. u. Kunst. Munster i. W. 1912. p. 150 u. p. 157.1 


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Wirkung von Hitze und Trocbenheit. 


177 


Nach dem verfriihten Laubfalle wurden die Linden wieder griin. Viele 
Obst- und Zierstraucher bliihten zum zweitenmal, desgleichen die RoBkastanie. 
— Vaccinium myrtillus bliihteimWarsteinerWaldevon290—500m 
iiberall zum zweitenmal, desgleichen die Himbeere. Im Januar 1911 bliihte 
hier Heracleum sphondylium und Veronica Tourne- 
f o r t i i. Bei ersterer Art war die stark rote Farbung der Bliitenblatter auf- 
fallend. Infolge der groBen Hitze und Trockenheit des Sommers machten 
die Knospen eben eine verfriihte Ruheperiode durch. 

Matouschek (Wien). 

Brick, C., EinigeSchutzvorrichtungen tropischer Fame 
gegen Vertrocknung. (Verhandl. d. naturwiss. Ver. Hamburg 
3. F. XIX. 1912. p. 71.) 

Polvpodium biforme (Siidamerika) zeigt wassersammelnde Ur- 
nenblatter mit Wurzeln am kriechenden Wurzelstocke; P. Brunoi (Co¬ 
starica) hat hohle, gekammerte Knollen. Bei Nephrolepis cordi- 
f olia hangen am Rhizom wasserspeichernde Knollen von HaselnuBgroBe; 
Hymenophyllum Ulei (Brasilien) findet man am Wurzelstocke 
kleine, mit Spreuschuppen besetzte Knollchen. Mitunter gibt es zarte Blatter, 
die mit ihrer ganzen Oberflache Wasser aufnehmen und in ihren inneren 
Geweben speichern konnen, sie haben keine Speltoffnungen und Interzellu- 
larraume und ihre GefaBbiindel sind reduziert, z. B. bei A s p 1 e n i u m 
obtusifolium (Siidamerika), Pteris Kunzeana (Vorblatter), 
Hemitelia capensis und Cyathea Boivini (Adventivblat- 
ter), Aspl. multilineatum und Lindsaya -Arten (Samoa, hier 
Niederblatter). Stenochlaena sorbifolia hat am klettemden 
Rhizom eine Menge tiefgriiner angepreBter Blatter, die Wasserspeicher vor- 
stellen. Bei Sphenopteris- und Pecopteris -Arten sind die 
Aphlebien auch solche wasserspeichernde Organe. 

Matouschek (Wien). 

Simroth, H., Bemerkungen iiber den EinfluB des letzten 
Sommers. (Natur. 1912. p. 202—206.) 

Nur eigene Beobachtungen werden verwertet und notiert: Selleriepflanzen 
schickten sich, ohne die knollige Pfahlwurzel gebildet zu haben, direkt zum 
Bliihen an. Lowenzahn bliihte im Fichtelgebirge im August von neuem. 
Der aufgepfropfte Birnzweig (jahrelang Friichte tragend) einer Pfropfhybride 
zwischen Eberesche und Birne starb im Sommer ab, die Eberesche blieb er- 
halten. PreiBelbeeren versagten im Fichtelgebirge ganz. Das O i d i u m 
des Weinstockes brachte am Rhein und bei Leipzig fast keine Schadigung 
hervor. Die Mecklenburgischen Erlen gediehen sehr gut, von einer Pilz- 
erkrankung war nichts zu sehen. In den groBten Baumschulen trat das Un¬ 
kraut durchwegs stark zuriick, die Blattlause ebenfalls. Die Sauerwurm am 
Weinstock war diesmal unschadlich. KohlweiBling und Goldafter (E u - 
proctis chrysorrhoea) traten aber stark auf. Pilzmiicken auf 
Pilzen waren selten; gegenteilig verhielt sich die Stubenfliege. 

Matouschek (Wien). 

von der Goltz, ttber die Folgen der Diirreperiode 1911. 
(Forstwissensch. Centralbl. Jg. 35. 1913. p. 89—90.) 

Die Wirkungen werden in bezug auf ein beschranktes Gebiet: Dieuze 
in Lothringen, dargestellt. 1880 wurde hier mit der Oberfiihrung in Hoch- 
wald begonnen; im stark durchforsteten Mittelwald erfolgte eine Anpflanzung 

Zweito Abt. Bd. 42. 12 

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Rauch. — Unkraut. 


mit verschulten Fichten in 1,2 m Verband, alle 3—4 Jahre wurde iiber der 
Kultur gelichtet und im Alter von 10—15 Jahren abgeraumt. Die Trocknis 
1911 hat alle diese gesunden Kulturen bis zu etwa 12-jahrigem Alter fast 
ganz vemichtet, die alteren stark geschadigt. Besonders litten die Kulturen 
mit verrastem Grunde. Die Eiche und Kiefer waren wideretandsfahiger, 
dagegen wurden die seit 10 Jahren ausgefiihrten Pflanzungen mit Buchen- 
wildlingcn zwischen Eichensaaten vernichtet; Kiefer muB an ihre Stelle 
treten. Das Gebiet besteht aus Keupersandstein, uberlagert von Liaskalk. 

Matouschek (Wien). 

Grohmann, Die Rauchschaden und deren forstliche 
Bedeutung. Vortrag. (Forstwissensch. Centralbl. Jg. 34. 1912. 
p. 565—568.) 

Die in Sachsen auftretenden Rauchschaden sind entweder a k u t e 
Oder Atzschaden: Durch Salpeter- oder Schwefel- oder Salzsaure, 
dann fluorhaltige Gase hervorgerufen, schnell sich bemerklich machend. 

Die Nadeln sterben am jiingsten Triebe ab, bei Laubholzem entstehen zuerst 
gelbe und braune Blattrander. Oder es sind chronische oder A s s i - 
milationsschaden: hervorgerufen wohl nur durch die schweflige 
Saure. Ein Teil des in den Zellen der Fichtennadel z. B. beim Zerlegen der 
C0 2 frei werdenden Sauerstoffs wird zur Oxydierung der letztgenannten 
Saure zu Schwefelsaure verwendet, welche das Vegetationswasser chemisch 
bindet und nicht zur Ausatmung kommen lafit. Am meisten leidet da die 
Fichte, dann die Tanne, Kiefer, Larche, die Laubholzer leiden gar nicht. 

Dieser Schaden macht sich oft bis auf 30 km Entfemung bemerkbar. Das 
Absterben alterer Tannen in Sachsen ist wohl auf diese Krankheit zuriick- 
zufiihren. Gegen diese gegebene Einteilung wendet sich bei der Diskussion 
Gerlach (Waldenburg): Es konnen beide Arten von Schaden an einem 
Schadobjekt zugleich auftreten, eine scharfe Trennung der Arten sei undurch- 
fuhrbar. Eigene Beobachtungen belehrten ihn, daB chronische Schaden bei 
den Laubholzschutzstreifen an Eichen, Rotbuchen, Erlen, Birken auch auf¬ 
treten. — Die forstliche Bedeutung der Rauchschaden: die groBte Kalamitat, 
von der jemals die Nadelholzwalder heimgesucht wurden; der Verlust an 
Qualitats- und Quantitatszuwachs ist ein ganz bedeutender, altere und 
junge Bestande sterben ab. Die Bodengute geht durch Verlichtung der Be¬ 
stande und nachfolgende Verunkrautung zuriick, das Krankeln der Bestande 
vermehrt die Insektenbeschadigungen. Geringen Erfolg haben hohe Essen, 
Rauchsaurefanganlagen usw. In der Diskussion erlautert Wislicenus 
die Essen zur Zerwirbelung der Rauchgase (Dissipatoren). Verf. empfiehlt 
die Anlage von Laubholzschutzstreifen, Anwendung groBter Vorsicht bei 1 

Ausfiihrung von Lauterungen, Einlegung von Loshieben, Randelungen und 
Durchforstungen, durch welche das Vordringen der Abgase in die Bestande 
erleichtert werden konnte. Die Feuchtigkeit des Bodens ist in jeder Weise 
zu erhalten, womoglich durch Zuleitung zu vcrmehren, umfangreiche Wasser- > 

abgaben aus dem Walde sind zu vermeiden. Gerlach meint (bei der Dis¬ 
kussion), daB die Verdunstung rauchkranker Fichtcn eine wesentlich ge- 
ringere ist, so daB in rauchkranken Bestandcn der Boden versauert und selbst 
versumpft, da diese Baume die vorhandene Wassermenge nicht zu ver- 
arbeiten vermogen. Matouschek (Wien). 

Wehsarg, 0., Das U n k r a u t im Ackerboden. (Arb. d. Deutsch. 
Landwirtsehaftsgesellsch. 1912. Heft 226.) 2 M. 


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Unkraut. 


179 


32 Bodenproben (13 Wirtschaften Deutschlands entstammend) wurden 
in bezug auf den Unkrautsamengehalt untersucht. Es wird die Art, Zahl und 
Ausdauer der aufgelaufenen Unkrauter genau bestimmt. Es zeigt sich, dafl 
ftir bestimmte Krauter eine Periodizitat der Keimfahigkeit existiert, speziell 
fur Deutschland. Matouschek (Wien). 

Bauer, A., Spisok sornich rastenij Wladimirskoj gub. 
[Verzeichnis der Unkrauter des Gouvernements 
W1 a d i m i r. ] (Trudi Wladimirsk. obsc. lubit est estwozu. III. 1912. 
p. 21—50.) 

Die im genannten Gouvernement gefundenen Unkrauter, 272 an der 
Zahl, werden, nach E n g 1 e r s System geordnet, mitgeteilt. Bisher lag 
eine solche Liste, die ja fiir Samenkontrollstationen wichtig ist, nicht vor. 

Matouschek (Wien). 

Kraus, C., Die gemeine Quecke (Agriopyrum repens P. B. 
(Arb. d. Deutsch. Landwirtsch.-Gesellsch. H. 220. Die Bekampfung des 
Unkrautes. St. 6.) 8°. VIII + 152 pp., 19 Tafeln. Berlin 1912. 1,50 M. 

In der Einleitung die Benennungen der gemeinen Quecke im Volks- 
munde und in der Botanik, Varietaten, systematische Stellung. Die gemeine 
Quecke findet sich in ganz Europa (Mufiger im Norden), in Asien, Nord- 
afrika, Nord- und Siidamerika. In der Schweiz geht sie bis 2130 m. Inter- 
essant sind die ausfuhrlichen Bemerkungen iiber die Verbreitung des Un¬ 
krautes auf den verschiedenen Boden. — Wie gclangt die Quecke auf Wiesen 
und Weiden, und wie breitet sie sich auf Ackerland aus? Vermoge der Aus¬ 
laufer wandert sie vom Feldrande, von Grasrainen, Hecken, Gebiischen, 
Graben usw. auf die Felder und Wiesen ein. Doch kommt der Samenver- 
breitung auch eine groBe Rolle zu. Infektion des Ackerlandes durch quecken- 
haltiges Saatgut ist nicht ausgeschlossen. — Schaden und Nutzen der ge¬ 
meinen Quecke: Sie wird namentlich lastig durch die Nahrstoffentziehung. 
Als Bewohner der Grasflachen ist sie gar nicht so verachtlich. Die Rhizome 
eignen sich als Futter gut, ebenso als Diinger und Einstreu; werden sie auf 
den Komposthaufen gegeben, so muB fiir ihre Zerstorung gesorgt werden 
(Kalk, Kloakendiinger). — Es folgt die genaue Bcschreibung der gemeinen 
Quecke (oberirdische und unterirdische Teile, namentlich der Auslaufer, 
Anatomie). — Parasiten der Quecke: Queckenansiedlungen konnen 
zu Brutstatten folgender Schadlinge werden, die dann von da aus auf unsere 
Kulturpflanzen (besonders Getreide) iibergehen: Hipparchia Ege- 
r i a (Queckenrandauge), Hadena basilinea (Queckeneule), die Mil- 
ben Pediculoidesgramineus,Eriphyescornutus E. R., 
Tetranychus telarius, ferner Heterodera radicicola 
und Schachtii. Tarsonemus -Arten erzeugen Erineum* 
artige Cecidien; Isosoma graminicola verursacht nach Houard 
Gallenbildungen. Die Pilzschadlinge sind nach Sorauers Handbuch 
der Pflanzenkrankheiten angegeben. Wegen der teilweisen Identitat der 
Rostpilze auf Quecken mit solchen auf Getreide wird stets zur Vorbeugung 
gegen diese Getreideroste die Beseitigung der Quecke aus der Nahe der Felder 
verlangt. — Neue Daten bringt das Kapitel: Die Entwicklung der Quecke 
und die Verbreitung der Auslaufer in der Erde: Die Samen sind gleich nach 
der Reife keimfahig. Mit der Entwicklung der oberirdischen Triebe in der 
Fruhjahrshaupttriebperiode beginnt auch die Entwicklung der Auslaufer. 
Letztere reichen bis 15 cm hinunter, aber die groBte Menge der Auslaufer ist 

12 * 


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180 


Tierische Parasiten* 


in der flachen Erdschichte von etwa 10 cm vorhanden. Zur Erklarung der 
Unterschiede in den Richtungen, welche die Queckenauslaufer einzuschlagen 
vermogen, ist auf ihr unterschiedliches Verhalten gegeniiber der Schwer- 
kraft hinzuweisen. 

Der tlbergang vom Transversalgeotropismus und vom positiven Geo- 
tropismus zum negativen (also Aufwartskriimmung des zuletzt zugewachsenen 
Teds eines bis dahin horizontal oder abwarts gewachsenen Auslaufers, wodurch 
dessen Spitze aufwarts gestellt wird) tritt ein, wenn die oberirdischen griinen 
Teile, aus denen der Auslaufer entspringt und von denen er die organischen 
Baustoffe erhalt, beseitigt werden. Es ist diese Anderung im Wachstume 
aus dem Bediirfnisse des Auslaufers nach organischem Material ganz be- 
greiflich; ohne griine Teile miiBte er absterben, er wiirde sonach fiir den Zweck 
der Forterhaltung der Art verloren gehen. Die beigegebenen Skizzen iiber 
die diversen Vorkommnisse der Auslauferverbreitung zeigen deutlich, daB 
die Quecken nicht so leicht auf einen abgegrenzten Standort zu beschranken 
sind; sie vermogen von hoherem auf niedrigem Niveau gelangen, z. B. von 
einem Beete auf einen daneben tiefer gelegenen Weg oder in einen flachen 
Graben und durch diesen auf eine andere Seite. — Das Verhalten der Quecke 
bei abnormen Lebensverhaltnissen und Einwirkungen wurde gepriift in bezug 
auf die starke Oberdeckung der Rhizome mit Erde, der Bodennasse, der 
Beschattung und vollstandigen Lichtentziehung, auf die Wegnahme der 
oberirdischen Teile, auf starken Wasserverlust, niedere Temperaturen, che- 
mische Mittel. Es zeigte sich, daB die Quecke einseitig der unterirdischen 
Verbreitung durch Wandersprosse in den obersten Erdschichten angepaBt 
ist; ausgiebiges Wachstum schon bei niederer Temperatur; Perioden groBter 
Schwachung werden leicht iiberstanden. In groBere Tiefen versetzt, geht 
sie ein; unter dem Schatten iippig wachsender Pflanzen wird ihre oberirdische 
Ausbreitung nur eine geringe. — Der Kampf gegen die Quecke klingt in den 
Worten aus: rationeller Ackerbau laBt das Unkraut nicht aufkommen. 
Es werden besondere Winke fiir die Bekampfung auf nicht bebautem Acker- 
lande durch Bearbeitung, fiir den Anbau von Hackfriichten bzw. stark be- 
schattender Gewachse, fiir die Niederlegung verqueckten Ackerlandes zur 
Weide gegeben. Die Mittel zur Bekampfung bestehen also in Bearbeitungen 
des unbebauten und bebauten Ackerlandes, anderseits in den Wirkungen 
der angebauten Gewachse auf die neben ihnen vorhandenen Quecken. — 
Zum Schlusse folgen noch einige „Nachtrage“. Matouschek (Wien). 

Uvarov,B.,t)ber die OrthopterenfaunaTranskaspiens. (Horae 

Societ. Entomol. Russicae. XL. 1912. p. 1—54. 1 Taf.) 

Schadiger sind: Duronia fracta Kr. subsp. Kalmyka Adel, 
(besonders zahlreich auf Luzernefeldern), Pachytylus migratorius L. 
und P. domicus L., Thisoecretus dorsatus F. W. (nur das Ge- 
striipp von Alhagi camelorum schadigend), Liogryllus bima- 
culatus Degl. (auf Baumwollfeldem). — Die neuen Arten und Genera, 
sowie die sonstigen interessanten Daten iiber die Biologie der Arten miissen 
wir hier iiberschlagen. Matouschek (Wien). 

Mell, E., Bausteine zur Kenntnis der Fauna Siidchinas. 

(Deutsch. entomol. Nationalbibliothek. Bd. 2. p. 139—143, 149—152.) 

Verf. befaBt sich besonders mit folgenden Schadlingen (Raupen), deren 
Biologie er erganzt: 


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Tierische Parasiten. 


181 


Acherontia s t y x Westw. auf Clerodendron lividum, Parum 
colligata auf Broussonetia, Marumba sperchius auf einer S t e r - 
culiacee (die charakteristischen FreBspuren werden abgebildet), Chaerocampa 
s u f f u 8 a Walk, auf Melastoma (als Schulbeispiel dafiir, daB die Haufigkeit 
eines Tieres nicht von der Haufigkeit der Nahrpflanze abhangig ist), Cephenodes 
h y 1 a s L. auf Gardenia florida in Garten (mit typischer FraBfigur), C e - 
rura liturata Wlk. befallt Homalium fagifolium (Samydacee), aber 
auob P o p u 1 u s. 

Die in China die entomologischen Sammlungen und die Ziichtereien 
schadigenden Tachinen, Walzenspinnen, Ameisen, Mause usw. werden be- 
sprochen. Matouschek (Wien). 

Yimmer, Anton, Erganzungen zu dem Aufsatze: „Zur 
Kenntnis von Phytomyza xylostei Kltb.“ (Zeitschr. f. 
wissenschaftl. Insektenbiol. IX. 1913. p. 19—21). 

Eine Erganzung zu dem genannten Aufsatze von Tragardh (ibidem, 
1910. Heft 10): Die Fliege greift die Straucher von Lo nicer a und 
Symphoricarpus zuerst nur an der Nordseite an, wo immer Schat- 
ten ist. Bei Prag, wo das Tier ein Schadling geworden ist, bemerkte Verf., 
daB es spater das Laub an der Schattenseite vorzieht. An sonnigen Stellen 
findet man die Minen in Blattem seltener. — In den Minen lebten mit jungen 
Larven der Phytomyza die Larven einer Cecidomyiine, die man leicht fur 
die Larve der Phytomyza halten konnte. Sie ist lang elliptisch, griin 
und flach, aber durch ihr Tracheensystem und die mit dichten winzigen 
Borstchen besetzte Oberflache unterscheidet sie sich ganz leicht von der 
Phytomyza -Larve; auBerdem sind deutliche Antennen vorhanden. In 
larvenlosen Minen lagen oft sehr kleine Puppen eines Vertreters der Hy¬ 
men op terenfamilie der Pteromalinae. — Die Phytomyza -Lar¬ 
ven konnen auch die mikroskopischen Pilze vernichten, deren Mycelium 
im Leibe der Larven und der Puppen zu finden ist. In toten Larven und 
Puppen tr3gt das Mycel die Sporen. Sowohl die infizierten Larven als auch 
die infizierten Puppen haben immer eine unbeschadigte Haut, was beweist, 
daB die Pilze keine Saprophyten, sondem echte Parasiten sein konnen. 

Matouschek (Wien). 

Spuler, Zur Biologie der Heterogynis penella Hb. 
(Entomol. Blatter. XXVI. 1913. p. 182.) 

Eine Erganzung zu den Betrachtungen von Fuchs (1. c.) iiber das 
gleiche Thema. Auffallig ist die rasche Entwicklung des Tieres. Im Freien 
erfolgt das Einspinnen an Blattem der Nahrpflanze Cytisus Labur¬ 
num. Mit den Blattern fallt der Kokon zu Boden und in letzterem ver- 
bleibt die Raupe bis zum nachsten Friihjahre. Nur eine Generation ist zu 
bemerken. Darin sieht Verf. eine Anpassung an das xerotherme Klima. 
Der Einzug nach Deutschland erfolgte durch die Belforter Pforte. 

Matouschek (Wien). 

Richter, A., Ohrwurm, Huhn und Getreideungeziefer. 
(Erfurter Fiihrer i. Obst- u. Gartenb. 1913. p. 332.) 

Notizen iiber den Nutzen von Hiihnern im Garten bei der Bekampfung 
der Schadlinge und speziell bei der Vertilgung der Ohrwiirmer, die Dahlien 
und Pfirsiche schadigen. Matouschek (Wien). 

Lombardi, D., Alcune osservazioni morfologiche e bio- 
logiche intorno alia Forda formicaria Heyden. 
(Rendiconti d. Accad. d. Lincei. Ser. 5. Vol. 21. 1912. I. Sem. p. 809—814.) 


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182 


Tierische Parasiten. 


Weizen und Hafer wurden 1910 bei Rom von dieser Blattlaus stellen- 
weise beschadigt. Verf. beschreibt die Entwicklungsstadien, die zu 4 aus- 
gewachsenen Formen fiihren, d. s. virginipare haptere, sexupare geflugelte, 
virginipare nymphale und geschlechtliche Formen. Die Biologie und die 
Beziehungen zu Ameisen aus den Gattungen Tetramorium, Crema- 
togaster und M y r m i c a werden auch geschildert. Die Ameisen 
bohren kleine Galerien im Boden, wo die Blattlausnymphen ihre Umhautung 
vollkommen und die Lause iiberhaupt wahrend der trocknen Jahreszeit 
wohnen. Auch retten die Ameisen schnell die Lause herunter, wenn die 
Wirtspflanze abgerissen wird. — Die M o r w i 1 d k o sche Synonymie F o r d a 
formicaria Heyd. = Pentaphis (Tychia) trivialis Pass, 
ist unstatthaft. P a n t a n e 11 i (Rom). 

Oshanin, B., Katalog der palaearktischen Hemipteren 
(Heteroptera, Homoptera-Auchenorhyncha und 
P s y 11 o i d e a e). 8°. XVI + 187 pp. n. 1 p. Addenda u. Corrigenda des 
Verf. Berlin (R. Friedlander & Sohn) 1912. Preis: 12 Mk. 

Wie Ref. seinerzeit an dieser Stelle bemerkte, hatte leider auch das letzte 
groBangelegte Hemipteren-Katalogwerk das Schicksal seiner Vorganger. 
In den Anfangen der Arbeit (wie man angesichts der ungeheuren Artenzahl 
sagen darf) wurde der Verfasser vom Tode ereilt. Es erscheint sogar zweifel- 
haft, ob auBer den Pentatomiden noch etwas von Kirkaldys hinter- 
lassenen Manuskripten zur Veroffentlichung gelangen wird. 

Fiir die Hemipterologie und damit auch fur den Pflanzenpathologen 
ist es daher von unabsehbarem Werte, vom Verf. des vorliegenden Werkes 
nun wenigstens die Palaearkten vollstandig bearbeitet zu erhalten. Es ist 
das von so groBer Wichtigkeit, daB Ref. sich nur schwer entschlieBt, 
dem Bedauern dariiber Ausdruck zu geben, daB Verf. von vornherein die 
Aphiden, Aleurodiden und Cocciden ausschloB. Es ware wenigstens sehr 
bequem gewesen, die ja gut bearbeiteten Aleurodiden und Cocciden, selbst 
wenn letztere nur aus dem F e r n a 1 d schen Kataloge ausgezogen worden 
waren, gleich mit zur Hand zu haben. 

Freilich ist bei dem heutigen Standeder Aphidensystematik eine Katalogi- 
sierung dieser Gruppe h e u t e sicher fUr niemanden durchfiihrbar und wohl 
kaum vor Ablauf eines Dezenniums eine dazu ausreichende Entwicklung 
unserer Kenntnis zu erwarten. 

Immerhin haben wir nun eine vollstandige Bearbeitung der gesamten 
palaearktischen Heteropteren, der gesamten Auchenorhynchen (C i c a d o i - 
deae, Fulgoroideae) und der Sternorhynchen (P s y 11 o i d e a e). 

Einzig steht der Katalog da und wird dadurch in viel hoherem MaBe 
nutzbar werden (auch auBerhalb des engsten Spezialistenkreises), indem er 
auBer dem Index der Gattungen und hoheren systematischen Gruppen auch 
noch einen umfangreichen (p. 131—177) Index samtlicher Arten und Varie- 
taten unter EinschluB samtlicher Synonyme entlialt. Ein solcher Index 
fehlte ja leider auch dem P u t o n schen Kataloge. 

Dem Verlage ist die Wissenschaft dafiir, daB er die ausgezeichnete und 
eminent wichtige Arbeit durch maBige Preisstellung weiteren Kreisen zu- 
ganglich machte, zu nicht geringem Dank verpflichtet. Hervorzuheben 
ist die gerade bei Katalogwerken sehr ins Gewicht fallende typographische 
Ausstattung. Der Druck ist ganz besonders Iibersichtlich und klar. 

Wolff (Bromberg). 


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Tierische Paraaiten. 


isa 


Buchner, P., Zur Kenntnis der Aleurodes-Symbionten. 

(Sitzungsber. d. Gesellsch. f. Morphol. u. Physiol, in MUnchen. Bd. 28. 

1912. [1913]. p. 39—44.) 

Die Infektionsweisen der Heraipterensymbionten (H e f e p i 1 z e) sind 
folgende: Zumeist ist der Ort der Infektion des Eies durch die Pilze des 
Muttertieres das Hinterende. Nur bei einera Teil der Cocciden drangen die 
Pilze an der Stelle ins Ei, an der spater die Mikropyle entsteht. Bewohnten 
die Pilze bestimmte Zellen oder gar komplizierte Organe des Muttertieres, 
so verlieBen sie diese vorher, trieben in der Lymphe an die betreffenden 
Stellen des Follikels und traten nun hier entweder in kontinuierlichem Zuge 
unmittelbar ins Ei ein oder stauten sich vorher in den Follikelzellen, uni 
dann mehr plotzlich in groBer Zahl ins Eiplasma zu dringen, das dadurch 
zu einer bruchsackartigen Einstulpung veranlaBt wird. Anders ist aber 
die Infektionsart bei den Aleurodes-Arten. Hier infizieren nicht die 
aus den Mycetocyten des Muttertieres ausgetretenen Individuen, sondern 
die ganzen Mycetocyten. Letztere liegen bei der 9 Imago iiberall zwischen 
den dicht aneinander gepreBten Eirohren zerstreut. Wie sie dorthin gelangen, 
wird spater mitgeteilt werden. Sie enthalten einen gesunden Kern und eine 
relativ geringe Zahl rundlicher Pilze, die so gedrangt sind, daB das Proto¬ 
plasma der Wirtszelle fast bis zur Unkenntlichkeit reduziert und demor- 
phiert wird. Bei den Aleurodes - Arten ist vor der Infektion die Oozyte 
am Hinterrande diinn und lang ausgezogen; das sie uberziehende Follikel- 
epithel wird aber so stark ausgezogen, daB eine Zahl von Mycetocyten hin- 
durchtreten und so eine kolbige Anschwellung verursachen. Da das Ei¬ 
plasma sich stark zuriickzieht, geht das stielformige Ende verloren und der 
Baum, den dieses einnahm, steht jetzt den Pilzzellen zur Verfligung. Es 
kommt zur Bildung eines Pfropfes von pilzbewohnenden Zellen, der eine 
Grube im Eiplasma erzeugt. Der Pfropf schiebt sich allmahlich eiformig 
ins Ei hinein. Der langgezogene intrafollikulare Raum, der zuerst von dem 
Eifortsatz, dann von den Pilzzellen erfiillt war, bleibt bei deren Wanderung 
erhalten und wird entsprechend zu einem leeren, langen Kanal. Er wird 
gebogen und am hinteren Ende zu einer Blase erweitert. Die eingewander- 
ten Mycetocyten des Muttertieres gleichen noch ganz den freien, so daB man 
vor dem Kuriosum steht, im abgelegten Ei neben dem Ovocytenkern 6—8 in- 
takte Gewebszellen und -Kerne zu konstatieren. Beim Ablegen des Eies 
streckt sich der zusammengekriimmte, chitinos versteifte Infektionskanal 
und wird zum Eistiele; spater gehen jene Mycetocytenkerne zugrunde und 
werden durch neue Dotterzellen ersetzt. Bei den Psylliden wandern 
isolierte Pilze (nicht ganze Mycetocyten) ein. Wie hier bei den Aleurodes- 
Arten und den Psylliden, so bleiben noch viele Fragen bei den Symbionten 
der Kafer zu losen. Es steht nach Verf. vorlaufig fest, daB bei letzterem 
Pilze (Hefepilze) in einer bestimmten Region des Mitteldarmes vorkommen 
(Escherich fand sie bei Anobium paniceu m). Blochmanns 
Angabe iiber Pilze im Darmepithel von Camponotus wird bestatigt: 
Das schon groBe Ei ist ganz durchsetzt von langen, dtinnen, nach alien Rich- 
tungen ziehenden Pilzschlauchen, die sich erst spater am hinteren Pol kon- 
zentrieren. Matouschek (Wien). 

Yitzthum, Graf Herm., Die Tetranychen Deutschlands 

(Mikrokosmos. Jahrg. 6. 1912/13. p. 99—102, 108—114). 

Eine ausfiihrliche biologische und morphologische Darstellung der Schad- 


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Tierische Parasiten. 


linge Tetranychen (Spinnmilben). Wichtig fur ihr Leben ist Warme 
und Feuchtigkeit. Auf vertrockneten Blattern von Pflanzen, die im tibrigen 
von Tetranychen befallen sind, findet man daher niemals lebende Tierchen. 
Das Dasein der Tierchen auf allerlei Blattern bedeutet fur diese einen Para- 
sitismus argster Art. Treten sie in Masse auf, dann wird Wasser und Chloro¬ 
phyll in starken Mengen dem Blatte entzogen. Der Diirre, welcher z. B. die 
Bohnenfelder von Mecklenburg und Holstein im heiBen Sommer 1911 unter- 
lagen, arbeiteten die Spinnmilben kraftig vor. Das riesige Auftreten der- 
selben hatte nur zur Folge, daB die Nahrung ausging. Und gerade Trocken- 
heitskatastrophen raumen stets griindlich mit den Schadigem auf. Sie konnen 
ja keine Wanderungen vomehmen. Im systematischen Teile betont Verf., 
daB die verschiedenen Farbungen und GroBenunterschiede nur unter ver- 
schiedenen Lebensbedingungen erworbene zufallige Eigenschaften sind; sie 
gruppieren sich, soweit es sich um deutsche Arten handelt, um T e t r a - 
nychus telarius. Sehr wertvoll sind die Angaben liber die Darstel- 
lung von Dauerpraparaten. Matouschek (Wien). 

Essig, E. 0 ., Aphidae of Southern California. IX. (Pomona 
College Journ. of Entomol. IV. 1912. p. 698—745.) 

Ein Bestimmungsschliissel der Kalifornischen Arten von Pemphigus 

Hartig. Speziell werden behandelt: 

Pemphigus californious Dav. (auf Ranunculus californi- 
c u 8 Benth.), P. populimonilis Ril. (sehr interessante Gallen auf P o p u 1 u 8 
trichocarpa T. et G. erzeugend), P. populicaulis Fitch (aber auch auf 
Populus monilif era und P. tremuloides Gallen erzeugend). 

Ein Gattungsschliissel des Tribus Chaitophorini wird entworfen: 

1. Chaitophorus Koch (Typus Aphis aceris L.) im Gebiete bisher 
unbekannt; 

2. M i c r e 11 a n. g. mit M. m o n e 11 i n. sp. (auf Salixlasiolepis Benth. 
u. S. laevigata Bebb.); 

3. Eichochaitophorus n. g. mit E. populifolii (auf Populus 
trichocarpa T. et G.); 

4. Symdobius Mordw. mit S. macrostachyaen. sp. (auf Salixma- 
crostachya) und S. s a 1 i c i c o r t i s n. sp. (auf Salix laevigata); 

5. Fu 11a way a n. g. mit F. saliciradicis n. sp. (auf S a 1 i x - Arten); 

6. Thomasia Wils. mit T. populifoliae (Fitch) auf Populus fre- 
monti Wats., T. populicola (Thos.) Wils. (auf Populus trichocarpa 
T. et G.), T. negundinis (Thos.) auf Negundo aceroides Mch., T. v i mi- 
n a 1 i s (Mon.) auf Salix sp., T. s a 1 i c i c o 1 a Ess. auf Salix laevigata und 
Populus trichocarpa T. et G., T. crucis Ess. auf Salix macro- 
s t a c h y a Nutt.; 

7 und 8. Arctaphis Wlk. (Typus Aphis populi L.) und S i p h a Pass. 
(Typus Aphisglyceriae Kalt.) wurden im Gebiete noch nicht gef unden. 

Matouschek (Wien). 

Essig, E. 0., Aphidae of Southern California. X. (Pomona 
College Journ. of Entomol. IV. 1912. p. 758—797.) 

Es werden monographisch behandelt: 

Tribus: Callipterini mit 10 Gattungen, speziell Myzocallis alni 
(Fabr.) Pass., Monellia californicusn. sp. (Wild walnut Plant Louse, wobei 
der Unterschied gegeniiber M. c a r y a e Mon. angegeben wird), femer der Tribus; 
L a c h n i n i, speziell Tuberolachnus viminalis (B. de Fonsc.) Mordw., 
Essigella californious (Ess.) Bel Guercio, und endlich Tribus: Ptero- 
c o m m i n i mit Melanoxantherium rufulus Dav., Aphis maidis 
Fitch und Rhopalosiphum nymphaeae Lin. 

Die Bestimmungsschliissel der Gattungen und Arten sind genau aus- 
gearbeitet worden. Matouschek (Wien). 


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Tierische Parasiten. 


185 


Phillips, W. J., and Davis, J. J., Studies on a new Species of 
T o x o p t e r a (U. S. Dep. of Agr. Bur. of Ent. Techn. Ser. No. 25. P. 1. 
1 Taf.). 

Auf der dikotylen Mtthlenbergia sp. in Ohio und N.-Indiana 
lebt die Blattlaus Toxoptera MUhlenbergia, deren Entwick- 
lungsgeschichte vom Verf. studiert wurde. Bestimmungstabelle der 8 Arten 
der Gattung Toxoptera. Angaben iiber die kiinstliche Aufzucht der 
Blattlause an der natiirlichen Nahrpflanze unter AbschluB eines windlicht- 
artigen, oben mit Organtin verbundenen Glaszylinders zum Studium der 
Generationenfolge. Tabellarisches Aufzuchtkalendarium vom Marz bis 
Oktober. Matouschek (Wien). 

Bier, A., Ein blutlausahnlicher Schadling unserer 
Topfpflanzen. (Erfurter FUhr. i. Obst- u. Gartenb. Bd. 13. 1913. 
p. 348.) 

Die Schmierlaus (Dactylopius) tritt oft auf. Diverse Angaben tiber 
die Bekampfung des Insekts werden gemacht. Matouschek (Wien). 

Essig, E. 0., Host Index to California Plant Lices. II. 
(A p h i d a e). (Pomona College Journ. of Entomol. Vol. 4. 1912. p. 826 
—828.) 

Eine Erg&nzung zum ersten Teile der Arbeit (1. c. III. p. 457—469). — 
Es werden die auf diversen Pflanzen als Schadlinge auftretenden Aphididen 
in geordneter tlbersicht aufgezahlt, wobei die Fundorte notiert sind. 

Matouschek (Wien). 

Tan der Goot, P., Zur Systematik der Aphiden. (Tijdschr. 
Entomol. 56. 1913. p. 69—155, m. 19 Figg.) 

Die Blattlause sind immer noch das Stiefkind der Entomologie. Noch 
steht eine moderne Bearbeitung der ganzen Familie aus, so vorziigliche 
Bearbeitungen einzelner Gruppen auch vorliegen. Zu einer solch modernen 
Bearbeitung sucht van der Goot hier die Grundlage zu geben. Er 
teilt die Familie der Aphiden ein in zwei Unterfamilien: Aphidinae 
und Chermesinae, erstere weiter in zwolf, letztere in zwei Tribus. 
Diese einzelnen Gruppen werden mit ihren Gattungen genau durchgesprochen 
und fur sie alle gute Definitionen nach mikroskopischen Merkmalen gegeben. 
Hierbei erfahrt die ganze Gattungsbenennung eine Umstiirzung; nur ganz 
wenige Gattungen bleiben in ihrer alten Bedeutung erhalten; die meisten 
erfahren ganz andere Begrenzung und ganz anderen Arteninhalt wie seither; 
dazu werden zahlreiche neue Gattungen geschaffen. Den SchluB bilden eine 
ubersichthche Darstellung des neuen Systems und Bestimmungstabellen bis 
zu den Gattungen herab. — Dieser Versuch bedeutet eine formliche Revo¬ 
lution unserer seitherigen Blattlaussystematik, die zweifellos auf griind- 
lichem Studium, allerdings nur der hollandischen, Blattlause beruht. Wie- 
weit er sich bewahrt, kann natiirhch erst die Zukunft lehren; hochst beachtens- 
wert ist er aber auf jeden Fall. — Das Verstandnis der Arbeit wird etwas 
durch das allzu hollandische Deutsch gestort. R e h (Hamburg). 

Green, E. Ernest, Remarks on Coccidae.collected by Mr. 
Edward Jacobson of Samarang, Java. (Tidschr. voor 
Entomol. 1912. p. 311—317. W. 2 pis.) 

Lecanium opimumn. sp. wurde auf Cassia fistula L. 


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186 


Tierische Parasiten. 


gefunden, L. discrepans Green auf Sesbania aegyptiaca 
Pers., Tachardia aurantiaca Cock, auf Flacourtia und 
A1 b i z z i a (bisher nur auf Citrus bekannt), Dactylopius 
(Pseudococcus) citri Risso auf Loranthus sp., Leca- 
nium (Saissetia) hemisphaericum Targ. auf Loranthus 
und Flacourtia Ramontchi, Jcerya Jacobsoni auf 
Dombeya acutangula Cav. Matouschek (Wien). 

Boldyrev, B. Th., Tachycines asynamorus Adel, a Peri- 
planeta australasiae Fbr. v oranierejachMoskvi. 
[= T. as. et Per. austr. in den Warmh&usern von Mos- 
kau]. (Rev. Russ. Entom. St. Petersbourg. T. XI. 1912. p. 437—443.) 
[Russisch.] 

Die genannten Orthopteren sind in die Warmhauser von Moskau 
und anderer St&dte aus den Tropen eingeschleppt worden und sind hier 
Schadiger. Die Lebensgewohnheiten beider Arten werden erlautert. 

Matouschek (Wien). 

de Man, J. G., Helminthologische B e i t r & g e. I. Diploga- 
steroides spengelii n. g. n. sp., eine in dem durch 
Torula monilioides Corda (usw.) verursachten 
braunen Flufi der gemeinen RoBkastanie lebende 
Anguillulide. IL t)ber Mononchus muscorum (Duj.) 
und dessen Vorkommen im schwarzen Pilz-Algen- 
f 1 u B der Buche, Fagus silvatica L. III. Zur Kenntnis 
der Gattung Dorylaimus Duj. (Zoolog. Jahrb. Supplem. XV. 
Bd. 1. [Festschr. z. 60. Geburtstag d. Herrn Joh. Wilh. S pen gel.] 
1912. p. 439—464. Taf. 22 u. 23.) 

Die neue Gattung Diplogastroides weicht von Diplogaster 
M. Schultze durch die Mundhohle ab, die zylindrisch ist, l&nger als weit, 
mit Chitinwand versehen und an deren Boden in der dorsalen Medianlinie 
ein so auBerordentlich kleines Zahnchen steht, dab es selbst bei st&rkster 
VergroBerung nur eben erkennbar ist, sonst stimmt sie mit der Gattung 
Diplagaster in fast alien Merkmalen iiberein. Gerade durch die 
Mundhohle erinnert sie an die Gattung R h a b d i t i s Duj., die Mund¬ 
hohle ist aber bei dieser dreiseitig, wahrend sie bei der neuen Gattung 
zylindrisch erscheint und bei ihr ein Klappenapparat im hinteren Bulbus 
und eine Bursa beim Mannchen fehlt. Die interessante neue Anguillulide, 
die Verf. zu Ehren des Herausgebers der zool. Jahrbiicher D i p 1 o g a - 
steroides spengelii benannte, erhielt Verf. vom Referenten aus 
dem braunen TorulafluB der RoBkastanien um Greiz, in den 
sie das haufigste Alchen ist (ebenso wie in den Torula fliissen der 
Ulmen, Ahorne usw.). 

Die zweite Art Mononchus muscorum (Duj.) erhielt Verf. mit 
10 anderen in dem schwarzen Pilz-AlgenfluB FluB von 
Fagus silvatica lebenden Anguilluliden gleichfalls vom Referenten 
aus Greiz. Eine Bearbeitung der iibrigen Arten behalt sich Verf. fur 
spater vor. M. muscorum (Duj.) wurde von F. D u j a r d i n 1845 
als Oncholaimus muscorum Duj. beschrieben, sie gehort aber, 
wie schon H. Ch. B a s t i a n 1865 erkannte, zu der von diesem auf- 
gestelltcn Gattung Mononchus Bast. Diese Gattung ist in Europa 
durch 10 Arten und eine Var. vertreten, wahrend auBerdem 12 auBer- 


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Tierische Parasiten. 


187 


europaische Arten bekannt sind. Unter den europaischen Vertretem unter- 
scheidet sich der Mononchus fovearum (Duj.) und M. triden- 
t a t u s de Man durch die Anwesenheit von 3 Zahnen in der Mundhohle 
auf den ersten Blick von M. muscorum, wahrend M. truncatus 
Bast., M. macrostoma Bast, mit der Var. armata Daday und 
M. tunbridgensis Bast, durch den schlankeren Schwanz abweichen, 
dessen hintere Halfte fadenformig erscheint. Durch quergestreifte Mund- 
hohle, noch kiirzeren Schwanz und geringere GroBe unterscheidet sich 
M. brachyuris Butschli, durch den an der dorsalen Seite mit 
Kamm versehenen Schwanz M. cristatus Bast., durch zugespitzten 
Schwanz und andere Merkmale M. p a p i 11 a t u s Bast, und M. parvus 
de Man. Unter den auBereuropaischen Arten scheint M. gerlachei 
de Man aus dem antarktischen Gebiet (auf SuBwasseralgen des Danco- 
landes) am meisten zu ahneln. Der M. muscorum unterscheidet sich 
sogleich von diesem wie von alien europaischen Arten durch zwei 
durcheinenengenZwischenraumgetrenntegezahnte 
Langskanten, die an jeder der ventralen Medianlinie der Mundhohle 
in der Hohe dieser Linie verlaufen. M. muscorum wurde noch in 
Paris und (1888) in Jena in Moosrasen gefunden. 

Von Dorylaimus beschreibt Verf. Dorylaimus Silvester 
n. sp. aus mit Anemone und Gras bewachsener Walderde bei Breda, D. 
macrodorus de Man (mit Tylolaimophorustypicus de Man 
in sandiger mit Moos bedeckter Erde bei Breda), D. s p e n g e 1 i i n. sp. 
(zwischen Erikawurzeln in Sanderde eines Nadelwaldes bei Bergen op Zoom), 
D. oxycephalus de Man vom Standort des D. macrodorus und 
aus feuchter Erde vom GroBen Ettersberg bei Weimar. 

F. Ludwig (Greiz). 

Back, E. A., Notes on Cuban White-Flies with Descrip¬ 
tion of two new Species. (The Canadian Entomolog. Vol. 44. 
1912. p. 145—153.) 

Folgende Aleyr odes-Arten fand Verf. bisher auf Cuba: 

Aleyrodes floridensis Quaint, (auf Psidium); A. m o r i Quaint, (ebenda); 
A. perseae Quaint, (ebenda); Aleurodicus cardini n. sp. (auf Psidium 
guajava radii); Aleyrodes trachoides n. sp. (auf Solanum sea- 
phorthianum Andr.); femer die haufigeren Aleyrodes citri Ril. et How. 
(the Citrus white-fly), A. nubifera Berg, (the cloudy-winged white-fly) und A. 
h o w a r d i Quaint, (the wooly white-fly). 

Matouschek (Wien). 

Johansson, K. L., Uber Merodon equestris. (Meddel. af Soc. pro 
faun, et flora Fenn. 38. H. 1912. p. 209.) 

Diese Diptere wurde mit importierten Zwiebeln nach Finnland eingefiihrt. 

Matouschek (Wien). 

Rudow, Afterraupen der Blattwespen und ihre Ent- 
w i c k 1 u n g. (Entomolog. Rundschau. Jahrg. 28. 1911. Jahrg. 29. 1912.) 

Eine sehr genaue Beschreibung aller in Mitteleuropa und speziell in 
Deutschland gefundenen Afterraupen und des Schadens, den sie auf den 
Nahrpflanzen hervorbringen. Die letzteren sind: 

Diverse Obstbaumarten (Kirschen und Pflaumen), viele Laubbaume und Straucher 
(besonders Eiche, Erie, Birke, WeiBdom, Rosen), Ranuncalaceen, Umbelli- 
feren, Rosaoeen, Cruciferen, Lythrum, Succisa, Lippenbliitler, 
Raohenbliitler, Rumex, Polygonum, Liliaceen, Iris, Pteris und 
Polypodium. Manche Arten sind aus Gallen gezogen worden. Die vielen Details 
moge man in der Originalarbeit nachsehen. Matouschek (Wien). 


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188 


Tierische Parasiten. 


Krausse, A. H., Heuschrecken auf Sardinien. (Zeitschr. f. 
wissensch. Insektenbiol. Jg. 8. 1912. p. 323—326.) 

Historische Daten tiber „Heuschreckenjahre“ auf dieser Insel. — Die 
Campidano-Ebene scheint oft der Brutplatz dieser Schadlinge zu sein. In der 
Provinz Cagliari traten sie 1909 stark auf. Trotzdem war die Emte eine gute. 
Von 3593 Arbeitem wurden in 96 Tagen 139 244 kg Larven von (zumeist) 
Stauronotus maroccanus gesammelt. Da das Getreide schon 
vordem aufgeschossen hat, waren zum Gluck die Blatter fur die Larven 
zu hart. Verf. z&hlt auch die anderen Heuschreckenarten auf. Erwachsene 
Tiere zu fangen hat wenig Sinn. Matouschek (Wien). 

Ramme, Uber die japanischeLocustideDiestrammena 
marmorata Br. (Berliner entomolog. Ztg. Bd. 57. 1912. p. 25.) 

In einem Gewachshause zu Naumburg fand sich diese eingeschleppte 
Art in groBerer Menge. Sie fraB nicht nur diverse Pflanzen, sondern auch 
Speck. Matouschek (Wien). 

Hunter, W. D., Two destructive Texas Ants. (U. S. Dep. of 
Agric. Bur. of Ent. Circ. 148. 1912.) 

Atta texana Buckl. und Pogonorayrmex barbatus 
molefaciens Buckl. (Ameisen) schadigen sehr. Bekampfung: Ein- 
gieBen von wasseriger Cyankalilosung, Schwefelkohlenstoff in die Nester, 
oder Ausschwefeln und das Aufstellen von Koderfallen. 

Matouschek (Wien). 

Howard, L. 0., DieSiebzehnjahr-Zikade. (Die Umschau. XVI. 
1912. p. 28—32.) 

In den Nordstaaten der Union pflegt dieses Insekt regelmaBig alle 
17 Jahre, in den Sudstaaten alle 13 Jahre zu erscheinen und zwar oft in 
so kolossaler Anzahl, daB die Luft einige Wochen lang ganz erfiillt ist von 
ihrem laut schallenden Gezirp. Nach der oben genannten Wiederkehr unter- 
scheidet man 2 Arten von Zikaden. 1911 erschienen beide zugleich. Es 
zeigte sich, daB die vorjahrige Individuenzahl beider vielfach weit weniger 
ansehnlich ausgefallen ist als jene der friiheren Jahre. Der Grund mag in 
dem starkeren Auftreten der englischen Sperlinge zu suchen sein. Die 
Vollkerfe erzeugen keinen Schaden, die Weibchen legen aber in Menge unter 
die Rinde in den saftigen Splintteil ihre Eier. Die belegten Zweige sterben 
ab. Baumringe zur Verhutung des Emporkriechens der Vollkerfe niitzen. 
Die Larven kriechen rasch in die Erde, wo sie (wie auch die Puppe dort) 
den Wurzeln keinen Schaden zufiigen. Erst im Friihjahr des 17. Jahres 
vollzieht sich endlich ihre letzte Hautung. Die Puppe kriecht unter dem 
Einflusse unnatiirlicher Verhaltnisse (zu zeitiges Auftreten von Warroe oder 
zu grofier Feuchtigkeit) mitunter aus der Erde hervor, um eigenartige turm- 
formige Bauten zu errichten. Wahrend die Eier oft durch diverse Parasiten 
(auch Milben) leiden, vernichtet die Grabwespe Sphecius speciosus 
Larven und Puppen. Kommen letztere empor, so kann man die Erde mit 
irgendeiner chemischen Losung bespritzen, wodurch sie zugrunde gehen. 
Im ganzen genommen ist der angerichtete Schaden dieser vom Volke ge- 
fiirchteten Zikadenart nicht sehr groB. Matouschek (Wien). 

Sulc, Karl, Monographia generis Trioza Foerster. 
Species regionis palaearcticae. Pars I. No. 1—10. 


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Tierische Parasiten. 


189 


10 T a f e 1 n. (Sitzungsber. d. kgl. bohm. Gesellsch. d. Wissensch., math.- 
nat. Kl. 1910. Prag 1911. St. 17. p. 1—34.) 

Folgende Arten der Gattung T r i o z a (PsyUoden, Rhynchoten) werden 
nach jeder Richtung hin sehr genau beschrieben: 

Trioza urticae L. (auf Urtica urens und d i o i c a , ganz Europa); 
Tr. acutipennis Zett. 1828 (auf Alchemilla vulgaris, Mittel- und Nord- 
europa); Tr. albiventris Foerst.-Fl. 1848 (auf diversen Salix-Arten, ganz Eu¬ 
ropa) ; Tr, rhamni Schr. 1801 (auf Khamnus catbartica, England, Mittel- 
europa, RuBland); Tr. galii Foerst.-Fl. 1848 (auf 5 G a 1 ium-Arten, ganz Europa ); 
Tr. binotata Loew 1883 (auf Hippophae rhamnoides, nur aus dem 
Stubaitale in Tirol bekannt); Tr. cerastii H. Loew 1847 (RuBland, Mitteleuropa,, 
auf Cerastium triviale und semidecandrum); Tr. nigricornis. 
Flor 1861 (Nahrpflanze unbekannt; Nord- und Mitteleuropa, Sibirien, Transkaukasien); 
Tr. agrophila Loew 1888 (auf Cirsium arvense, wohl recht haufig); Tr. 
viridu 1 a Zett. 1828 (Daucus, Petroselinum sativum,Cerefoliuut 
silvestre; RuBland, Kaukasus, auch Rumanien, Italien, Mitteleuropa). — Die Tafeln 
zeigen Details. — Auf Fundorte in Bohmen wird besondcrs Riicksicht genommen. 

Matouschek (Wien). 

Schirmer, C. und Schumacher, F., Beitr&ge zur Kenntnis der 
Rhynchotenfauna Deutschlands. [He mi p ter a.] ILL 
(Deutsch. entomol. Zeitschr. 1911. p. 671—680.) 

GroBere Seltenheiten werden in diesem Beitrage zu einem Verzeichnisse 
der Rhynchoten der Umgebung Berlins speziell der Buckower Gegend mit- 
geteilt, darunter eine Anzahl von Schadlingen auf Baumen und krautigen 
Pflanzen. Matousckek (Wien). 

Strohmeyer, Dreizehn neue Arten der afrikanischen 
Platypodiden-Gattung Periomnatus Chap. (Ento- 
molog. Blatt. 1912. p. 17—28.) 

Obige Gattung ist 1865 von C h a p u i s durch Auffindung eines Exem- 
plares aufgestellt worden. 

Verf. unterscheidet 2 Gruppen, eine mit schragem, ungleich abgestutz- 
ten und starker bezahnten Absturz, die longicollis - Gruppe, die andero 
mit fast senkrechtem Absturz, schwacher Bezahnung und gedrungenerem 
Bau, die i n e r m i s - Gruppe. Den tlbergang zwischen beiden Abteilungen 
bildet P. s i g n a t u s. Mit Ausnahme von s i g n a t u s haben alle Weib- 
chen der ersten Gruppe in den Maxiliarladen mehr oder weniger lange Tast- 
borsten, die sich zwischen den Mandibeln durchschieben und ids flaches Bun- 
del der Stirn aufliegen, manchmal sogar bis zum Scheitel reichen. 

Die Weibchen der i n e r m i s - Gruppe haben nur kurze Tastborsten 
an den Maxiliarladen und keinen Strichflecken am Halsschilde. Verf. hat zur 
Zeit nur eine Bestimmungstabelle fur Mannchen ausgearbeitet, da die Un- 
terscheidung der* Arten nach weiblichen Kafem nicht leicht ist. Er bringt 
eine Tafel und 11 Abbildungen im Text in sehr guter Ausfuhrung und beschreibt 
ausfuhrlich 

Periomnatus bispinus, major, nekurii, camerunus, 
similis, excisus, substriatus, nitidicollis, gracilis, piceus, 
signatus, Severini, inermis. 

Zum SchluB wird die Bestimmungstabelle der bekannten Arten an- 
gefuhrt. K i r c h n e r (Halle). 

Strohmeyer, Neue Platypodiden aus Deutsch-Ostafrika, 
Kamerun und Franzosisch-Kongo. (Entomolog. Blatter. 
1912. p. 78—86.) 


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190 


Tierische Parasiten. 


Beschrieben werden: 

Mesoplatypus nov. genus als eigentiimliche Mittelform zwischen Pla¬ 
typus und Crossotarsus; eine sehr groBe, breit ovale, unsymmetrische, schief 
angesetzte Flihlerkeule als besonderes Charakteristikum. Mesoplatypus grandi- 
c 1 a v a , Standort Franzos.-Kongo. Cylindropalpus affinis nov. spec., 
Standort West-Usambara. Crossotarsus spinulosus nov. spec., Standort 
Kamerun, Deutsch-Ostafrika, Franzos.-Kongo. C. Schenklingi nov. spec., 
Standort Kamerun. C. rufescens nov. spec., Standort Kamerun. C. impressus 
nov. spec., Standort Ostafrika. C. angustatus nov. spec., Standort Kamerun, 
Deutsch-Ostafrika am Mkulusumi-Berg. Holzart: Uaraf. Cr. castaneus nov. spec. 
Standort West-Usambara. Cr. flavescens nov. spec., Standort Deutsch-Ost¬ 
afrika, Mkulusumi-Berg u. West-Usambara. K a r a s e k leg. Cr. tenuis nov. spec., 
Standort Mkulusumi-Berg, Deutsch-Ostafrika. 

A. Kirchner (Halle a. S.). 

Wichmann, Beschreibung der FreBbilder von Taphro- 
rychus hirtellus Eichh. (Entomolog. Blatter. 1912. p. 138 
—140.) 

Eine sehr wenig bekannte Borkenkaferart, gefunden in der Umgebung 
von Belgrad und Nordbosnien. Die Gange entsprechen denen des T a p h r. 
b i c o 1 o r sind aber kleiner. Verlauf unter der Rinde unregelmaBig als fiinf- 
armige Langssterngange, ganz unregelmaBiger bis dendritischer Form, mit 
Neigung die Langsrichtung einzuhalten. Von einer Rammelkammer laufen 
die irregularen schwach gewundenen oder leicht geknickten Gange aus, die 
sich fast nie verzweigen, ofter aber sterile Zapfen aussenden. Die Breite der 
Gange wechselt sehr, an den AuBenseiten der Muttergange findet man sp&r- 
liche Einischen, deren Vorhandensein schwer erkennbar ist. Im Gegensatz 
zu den nur schwach den Splint angreifenden Muttergangen, finden sich auch 
scharf und tief in das Holz genagte Gange, die viellcicht einem Ernahrungs- 
fraB des <5 ihre Entstehung verdanken. In Rammer und Gangen finden sich 
haufiger napfartige Vertiefungen. Die Puppenwiegen hegen zwischen Rinde 
und Holz ohne Spuren zu hinterlassen. Die Jungkafer entschliipfen im Herbst, 
fiihren einen undeutlichen NachfraB aus und bohren sich im M&rz durch. 
Der Kafer bebrlitet abgestorbenes Material. 

A. Kirchner (Halle a. S.). 

Webb, J. L., A preliminary Synopsis of cerambycoid 
Larvae. (U. S. Dep. of Agric. Bur. of Ent. Techn. Ser. No. 20. P. 5). 

Dichotomischc Bestimmungstabelle der Larven von 46 Bockkafer- 
gattungen. Das Genus A t i m i a wird zu der Familie der Asemidae (nicht 
zu der der Cerambyoidae) gezogen. Matouschek (Wien). 

Klimesch, Beitr&ge zur Kenntnis der Gattung Trypo- 
p h 1 o e u s Fairm. (Glyptoderes Eichh.). (Entomol. Blatter. 1913. 
p. 105—116.) 

Verf. unterzieht die Hagedornsche „Revision unserer Pappel- 
borkenkafer“ einer erneuten Revision und kommt auf Grund seiner Unter- 
suchungen zu folgenden Ergcbnissen: 

1. Zwischen Trypophloeus asperatus und Grothi gibt 
es keine konstanten auBerlichen Skulpturunterschiede. 

2. Die konstatierten Farbungsunterschiede sind bedingt durch die mehr 
oder weniger weit fortgeschrittene Entwicklung (Ausfarbung) der einzelnen 
Tiere. 

3. Auf Grund dieser Tatsachen hatte Dr. Hagedorn zu einer Dif- 
ferentialdiagnose der naheren Verwandtschaft wegen nicht granulatus, 


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Tierische Parasiten. 


191 


sondern asperatus zum Vergleich mit seinem G r o t h i heranziehen 
sollen. 

Als Endresultat sagt Verf., die Beschreibung des C r. G r o t h i ist 
ungiiltig, 

1. weil sie als absolute Diagnose nicht eindeutig ist. Sie gilt in gleicher 
WeisefurausgefSrbteExemplarevon Tr. granulatus Ratz, aspera¬ 
tus Gyll und G r o t h i Haged. 

2. Weil bei Durchfiihrung der Differentialdiagnose nicht das nachst- 
verwandte Tier (asperatus Gyll.) zumVergleiche herangezogen worden ist. 

Nach den Regeln der zoologischen Nomenklatur ist Cryphalus 
G r o t h i Hagedom zu annullieren. Eine Neubeschreibung ist nicht notig, 
da durch die Untersuchungen die Identitat mit ausgefarbten Exemplaren von 
Trypophloeus asperatus Gyll. dargetan ist. Dasselbe gilt fur 
Cryphalus granulatus var. T r e d 1 i i Hagedom, identisch mit 
ausgef&rbten Exemplaren von Trypophloeus granulatus Ratz. 

K i r c h n e r (Halle a. S.). 

Reh, Schaden durch den Gartenlaubkafer. (Der prakt. 
Ratgeb. i. Obst- u. Gartenb. 1912. p. 421—422.) 

Phylloperta horticola wird beschrieben, sowie dessen Larve. 
Die Bekampfung ist die gleiche wie beim Maikafer. 

Matouschek (Wien). 

Mitterberger, K., Die Arten der Gattung Argyresthia Hb. 
(Mikrolepidoptere) um Steyr in 0. - Osterreich 
und im angrenzenden Teile von Steiermark. (Ento- 
molog. Zeitschr. XXVI. 1912. No. 28—39. Mit Fig.) 

Die Beschreibung der vielen gefundenen Arten, deren Raupchen in 
Nadeln, Knospen und anderen Organen folgender Pflanzen vorkommen und 
da mitunter einen Schaden erzeugen konnen: Pinus-Arten, Fichte, Tanne, 
Wacholder, Eiche, Birke, Weide (in Bliitenkatzchen), Griinerle, C o r n u s , 
WeiBdom, Apfelbaum, Amelanchier, Sorbus aria usw. Die geo- 
graphische Verbreitung und besonders die Lebensweise der einzelnen 
Arten bringen vieles Neue. Argyresthia laevigatella H. S. 
als Schadling der Larche wird besonders eingehend besprochen. 

Matouschek (Wien). 

Martini, W., Raupe und Mine der Elachista subocellea 
Stph. (Entomolog. Zeitschr. XXVI. 1913. p. 163.) 

Die Raupe lebt in Brachypodium pinnatum an ganz freien 
Stellen. Bewohnte Minen lieferten Mitte oder Ende Juni den Schmetterling. 
Die Raupe wird genau beschrieben; sie miniert zuerst fein nepticula-artig 
aufwarts, spater abwarts. Nun wird die Mine aufgetrieben, aber nur sehr 
wenig entfarbt, so daB sie schwer aufzufinden ist. GroBe der Mine 5,5—8 cm. 
Verpuppung erfolgt in lockerem Gespinnste. Matouschek (Wien). 

Schneider-Orelli, 0., tlber Schwammspinner und Goldafter 
mit besonderer B e r ii c k s i ch t i g u n g nordamerika- 
nischer Bekampfungs versuche gegen diese Obst- 
baumschadlinge. (Schweizer. Zeitschr. f. Obst- u. Weinb. 1913. 
p. 18—22, 38—41, m. Fig.) 

Vortreffliche Beschreibungen und Abbildungen der beiden Schadlinge. 
Bei uns werden die Raupennester abgeschnitten; die Eihaufchen des 
Schwammspinners werden vernichtet. In der Union legt man Gewicht auf 


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192 


Tierische Parasiten. 


die Einfiihrung und kiinstliche Verbreitung der natiirlichen Feinde (Schlupf- 
wespen, Raupenfliegen). Und diese Verhaltnisse erlautern die Verff. 

Matouschek (Wien). 

Standfufi, M., Einige Mitteilungen ilber palaarktische 
Noctuiden. (Mitt. d. schweiz. entomolog. Gesellsch. Bd. 12. 1912. 
p. 69.) 

Das Raupen- und das Puppenstadium von Leucania andereg- 
g i i B. waren bisher nicht bekannt. Es gelang dann aber dem Verf., im Ober- 
engadin, bei 2000 m ii. M., Raupen dieser Noctuiden-Art an Briza me¬ 
dia L. var. major Peterm., sowie vereinzelte Exemplare an Des- 
champsia caespitosa Pal. und Dactylis glomerata L. 
aufzufinden. Die iiber winterten Puppen kamen dann teils in eine mittlere 
Versuchstemperatur von 22,5° C, teils zu 14° C und andere schliefilich zu 
4,3—14,2° C. Diese Temperaturexperimente ergaben insofern ein sehr inter- 
essantes Resultat, als die erste Gruppe Falter von der hellen Grundform 
Leucania andereggii lieferte; bei der mittleren Versuchstempe¬ 
ratur entstand Leucania andereggii ab. cinis Frr (mit braun- 
licher Grundfarbe) und die kiihl aufbewahrten Puppen (mildes Kalteexperi- 
ment) lieferten Falter mit Querbinden auf der Oberseite der Vorderfliigel, 
diezu Leucania andereggii ab. engadinensis Mill, ge- 
horten. 

Diese Versuche beweisen, „dafi wir in den verschiedenen Falterformen 
der Leucania andereggii aus dem Oberengadin Temperatur- 
formen vor uns haben, wobei das feine Reagieren des sensiblen Stadiums 
der Puppenphase selbst auf relativ geringe Temperaturunterschiede sehr be- 
merkenswert erscheint. Bei reichem Puppenmaterial diirfte es moglich sein, 
mit methodisch durchgefUhrten Temperaturexperimenten eine liickenlose 
Reihe aller der verschiedenen Falterformen dieser interessanten Art zu er- 
halten. Bei der Oberengadiner Form unserer Leucania ist mithin weder 
die Grundform andereggii, noch deren ab. cinis, noch ab. enga¬ 
dinensis erblich festgelegt. Erblich festgelegt ist nur die Fahigkeit, 
auf gewisse, das sensible Stadium der Puppe treffende Temperaturen mit 
dem Kleide der Grundform, auf andere Temperaturen mit dem Falter- 
gewande der ab. c i n i s , auf wieder andere mit dem Kostilm der ab. enga¬ 
dinensis zu antworten“. Doch halt es Verf. fur nicht ausgeschlossen, 
daB es auch Fluggebiete geben kann, wo sich z. B. die Grundform oder ab. 
engadinensis als erblich fixierter Typus vorfindet. 

Andere Abschnitte der Arbeit befassen sich mit der Raupe von Leu¬ 
cania comma L. und mit einer neuen Noctuiden-Art, Taenio- 
campa puengeleri Stdfs., welche in Algerien (Les Glacieres bei 
Blidah) erbeutet wurde. Eine vorziigliche Lichtdrucktafel mit 21 Einzel- 
figuren veranschaulicht die behandelten Formen. 

0. Schneider-Orelli (Wadenswil). 
Konig, Besonderheiten des ostpreuBischen Waldes 
in bezug auf Standort, Bestockung und forst- 
liches Verhalten einzelner Holzarten. (Ber. ii. d. 12. 
Hauptversamml. d. Deutsch. Forstver. zu Konigsberg. XII. p. 21—44.) 
Berlin (Springer) 1912. 

Geschichtliche Daten iiber das Auftreten der Nonne in OstpreuBen. 
Die anderen Schilderungen betreffen die Flora und Forsttechnik. 

Matouschek (Wien). 


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Tierische Parasite n. — Untersuchungsmethoden. 


193 


Meisenheimer, J., Die Weinbergschnecke Helix poma- 
t i a L. (Monographien einheimischer Tiere. Bd. 4.) Leipzig 1912. 

In streng wissenschaftlicher, aber trotzdem leicht verstandlicher Dar- 
stellung behandelt die Arbeit folgende Punkte: Die Preparation, die auCere 
Korperhaut, Schale und Epiphragma, die bindegewebigen und muskulosen 
Komplexe im Innern des Korpers, Nervensystem, Sinnesorgane, Ernah- 
rungsorgane, die Organe des Blutkreislaufes und der Atmung, das Exkre- 
tionsorgan, die Geschlechtsorgane und ihre Betatigung, Embryonalentwick- 
lung, Verhaltnis der Weinbergschnecke zur umgebenden Natur und zum 
Menschen und schlieBlich folgt noch Systematisches. Von pflanzenpatho- 
logischem Interesse ist hauptsachlich das zweitletzte Kapitel. 

Schneider-Orelli (Wadenswil). 


Untersuchungsmethoden, Instrumente etc. 

Hager-Mez, Das Mikroskop und seine Anwendung. Hand- 
buch der praktischen Mikroskopie und Anleitung 
zu mikroskopischen Untersuchungen. In Gemeinschaft 
mit 0. Appel, E. Brandes, P. Lindner u. Th. Lochte 
neu herausgeg. von C. Mez. 11. umgearb. Aufl. XII + 375 pp. m. 471 
Fig. i. Text. Berlin (J. Springer) 1912. Geb. M 10,—. 

Die 11. Auflage des altbewahrten Werkes stellt speziell fur die Leser 
aus den Kreisen der Garungsphysiologen, Mykologen und Pflanzenpatho- 
logen eine vollige Neubearbeitung des Stoffes dar. Aus der Feder Lind¬ 
ners, der nun in den Stab der Mitarbeiter eingetreten ist, stammt eine 
vortreffliche Darstellung der Schimmel- und Hefepilze. Appel hat wieder 
eine so umfassende und klare Darstellung der Pflanzenkrankheiten gegeben, 
daft man das Buch geradezu als vorzugliche Einfiihrung in ihr Studium emp- 
fehlen kann. 

Auch die Abwasserorganismen sind in einer fur praktische Untersuchungen 
vollig geniigenden Weise behandelt. 

Die durch Tiere hervorgerufenen Pflanzenkrankheiten sind nur in einer 
kleinen Auswahl beriicksichtigt worden; im wesentlichen handelt es sich 
um diejenigen Krankheiten, deren Erreger mikroskopisch kleine Organismen 
sind: Nematoden, Milben, ferner um einige Beispiele von Schadlingen aus 
den Ordnungen der Hemipteren, Thysanopteren und Dipteren. 

Wolff (Bromberg-Schrottersdorf). 

Pringsheim, Ernst G., Kulturversuche mit chlorophyllfuhren- 
den Mikroorganismen. I. (Beitr. z. Biol. d. Pflanz. Bd. XI. 
1912. p. 305—332, m. 2 Taf.) 

Die vom Verf. angegebenen Methoden zur Herstellung von Reinkulturen 
chlorophyllhaltiger Mikroorganismen Uberhaupt werden auch den Bakterio- 
logen interessieren: Die Grundlage bildete das Kochsche Plattenverfahren. 
Als Nahrboden wurde 1—2-proz. Agar-Agar mit nur wenig Mineralsalzen 
angewendet und zwar gewasserter. Ein vollstandiger Algenagar enthielt 
auf 1000 ccm destilliertes Wasser: 10—20 g gewasserten Agars, 1 g (NH 4 ), 
HP0 4 Oder KN0 3 Oder NH 4 N0 3 , 0,25 g MgS0 4 , 0,25 g K 2 HP0 4 . Beim 
PlattengieBen wurden Rohrchen mit etwa 10 ccm des geschmolzenen Agars 
in einem Wasserbade auf genau 40° C gebracht, worauf etwas von einer 
Algenaufschwemmung hinzugetan ward; mit etwa 0,5 ccm der ersten 
Zweite Abt. Bd. 42. 13 

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194 


Untersuchungsmethodcn, Instrument© etc. 


Mischung wurde eine Verdiinnungsplatte angelegt. Die Impfung wird ge- 
nau beschrieben, wobei der Kampf gegen Pilze und Bakterien geschildert 
wird. Die Bakterienfreiheit ist leichter bei den „kriechenden“ Formen zu 
erreichen als bei den unbeweglichen. Mit der leichteren Verschiebbarkeit 
in der Agargallerte mag es teilweise zusammenhangen, dab kleinere Formen 
leichter kultivierbar sind als grobe. Verf. glaubt, dab seine Methode der 
Ziichtung von Algen sich zu einer Art von biologischer Analyse der Ge- 
wasser ausbauen labt, in ahnlicher Weise, wie das fiir ganz heterotrophe 
Organismen mit Hilfe von Bouillon- und Peptonnahrboden gelungen ist. 
Fiir diesen Versuch spricht, dab viele im Objekttragerpraparat zu unform- 
lichen Knaueln zusammengeballte Algen im Agar ihre schonen Verzweigungs- 
systeme ganz ungestort entfalten. Anfangs wird die Bestimmung von Algen 
in Agarplatten Schwierigkeiten machen; man mub sich eine Sammlung von 
Mikrophotographien der Kolonien herstellen. Schlieblich ist die Farbe der 
Kolonien, wie sie besonders bei Beleuchtung von unten auf den Mikroskop- 
tisch deutlich wird, nicht ohne Bedeutung (anderes „Griin“ bei Volvo- 
caceen, bei Scenedesmaceen,Konjugaten usw.). Diese Tonungen konnen sicher 
fiir die Erkennung der Gattungen bzw. Gruppen der Algen eine wichtige 
Bolle spielen. Auf jeden Fall sind — vom Standpunkte des Biologen, der 
sich mit der Analyse der Gewasser befabt — die angegebenen Winke 
lesenswert. In spateren Mitteilungen — in vorliegender werden nur die 
Einzelbeobachtungen iiber Zygnemaceen und Desmidiaceen mitgeteilt — 
wird ja der Verf. nahere Daten bringen. Matouschek (Wien). 

Schulow, Ew., Versuche mit sterilen Kulturen hoherer 
P f 1 a n z e n. (Ber. d. Deutsch. bot. Gesellsch. 1913. p. 97—121.) 

Die in diesen Berichten (1911. p. 504) vom Verf. angegebene Methode 
zur Erzielung steriler Kulturen hoherer Pflanzen benutzt Verf. zur Ltisung 
einiger noch nicht geklarter Fragcn. 

1. Assimilation des Phosphors organischer Verbindungen. Er priifte 
Lezithin und Phytin, Versuchspflanzen waren Mais und Erbsen. Der Phos¬ 
phor des Lezithin wurde von beiden Pflanzen nicht ausgenutzt. Lehrreich 
ist ein Fall, wo eine unbeabsichtigtc Infektion stattgefunden hatte (Bak¬ 
terien, ein Schimmelpilz): Der Lezithinphosphor konnte gut ausgenutzt 
werden. Vom Phytin wurde durch die Erbsen organisch gebundener Phos¬ 
phor assimiliert, vom Mais steht es nicht ganz fest: Es wird namlich bei 
der Sterilisation dcr Kulturfliissigkeit ein Teil der Phytinphosphorsaure ab- 
gespaltcn, der in 1 Proz. Essigsaure lbslich ist (beim Lezithin ist dies nicht 
der Fall). Je nachdem, ob dieser abgespaltene Teil als organischer oder 
mineralisierter Phosphor anzusehen ist, mub man die Ausnutzung des Phos¬ 
phors beim Mais bewerten. (Der assimilierte Phosphor deckt sich ungefahr 
mit der abgespaltenen, in 1 Proz. Essigsaure lbslichen Mengc.) In dem zwei- 
ten Falle ware es natiirlicher anzunehinen, dab der Mais nur den leichter 
zuganglichen mineralischen Phosphor verwertet habe. 

2. Zur Frage nach den organischen Wurzelausscheidungen. Verf. konnte 
hierbei die Ausscheidung von reduzierendem und nicht reduzierendem Zucker 
feststellen, boi Erbsen reichlichere Ausscheidung als beim Mais. Ferner 
wirkte NH 4 N0 3 bedeutend giinstiger auf die Zuckerausscheidung als 
Ca(N0 3 ) 2 . Auch die Ausscheidung von Apfelsaure konnte Verf. nachweisen. 

3. Erklarung des liisenden Einflusses von Ammoniumnitrat auf in Wasser 
unlbsliche Phosphate. Versuche zeigten, dab junge Pflanzen mehr Ammonium- 


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Untersuchungsmethoden. — Entwicklungshemmung. 


195 


stickstoff assimilierten als altere. Dadurch wiirde das NH 4 N0 3 physiologisch 
sauer, was die Loslichkeit der Phosphate erklaren konnte. Pflanzen in mitt- 
leren Entwicklungsstadien nutzen Ammonium- und Nitrat-Stickstoff gleich 
gut aus, alte Pflanzen besser den Nitrat-Stickstoff. Auch die vom Verf. 
festgestellte Tendenz zur reichlicheren Ausscheidung von Apfelsaure bei 
NH 4 N0 3 im Gegensatz zu Ca(N0 3 ) 2 und von Zucker, wie im vorigen Ab- 
schnitt erwahnt, konnte bei der Frage des lbsenden Einflusses einer Beigabe 
von NH 4 N0 3 beriicksichtigt werden. Rip pel (Augustenberg). 

Klein, Richard, U b e r Nachweis und Vorkommen von 

Nitraten und Nitriten in Pflanzen. (Beih. z. Botan. 

Centralbl. Bd. 30. Abt. I. 1913. p. 141—166, m. 2 Taf.) 

Die Arbeit gliedert sich in folgende Teile: Uber den mikrochemischen 
Nachweis von Nitraten, iiber das Vorkommen von Nitraten in Pflanzen, 
liber den Nachweis von Nitriten und das Vorkommen von Nitriten in Pflan¬ 
zen. Die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit sind: 

L Die Busch sche Reaktion mit „Nitron“ bew&hrte sich auch in 
der Botanik zur lokalisierten Fallung der Salpetersaure. Salpetersaure Salze 
kommen vorwiegend in krautigen Pflanzen vor, doch auch in T i 1 i a. Uber 
die Verteilung der Nitrate in den Stengeln und Blattern konnte ein genaueres 
Bild gewonnen werden als bisher, ebenso iiber den Salpeterverbrauch in 
den Friichten einiger Pflanzen. In der Guttationsfliissigkeit der typischen 
Nitratpflanzen fehlt der Salpeter, wahrend er in dem ausgeschiedenen Wasser 
von anderen und von Keimlingen vorkommt. Zum Nachweis von Nitriten 
erwiesen sich als brauchbar: Die GrieBsche Reaktion und das Sulfanil- 
saure-Diphenylamin. 

2. Bezliglich des Vorkommens von Nitriten in Pflanzen: Sie kommen 
in der durch den Wurzeldruck ausgeschiedenen Fliissigkeit von Fuchsia 
nicht vor, sondern entstehen erst durch die Tatigkeit von Bakterien und 
Pilzen. In den Knollen und Sprossen von Sagittaria sagittifolia 
und im unterirdischen weiBen Stengelteile von Pisum sind sie gleichfalls 
nicht nachweisbar. Der Eintritt der Reaktion ist auf die Gegenwart von 
Anthokyan und Gerbstoffen im PreBsafte bzw. auf Verunreinigung des zur 
Fallung angewendeten Bleisalzes zuriickzufiihren. Im PreBsafte von etio- 
lierten Kartoffeltrieben hat schon Aso Nitrite nachgewiesen; sie finden 
sich auch dann, wenn die Sprosse sich ohne Zufuhr von Nahrsalzcn ent- 
wickelt haben. Im PreBsafte der Knollen sind Nitrite selbst dann nachweis¬ 
bar, wenn diese auBerlich keine Keimung zeigen. Auch im PreBsafte von 
E r y t h r i n a-Blattern finden sich Nitrite. Solche wurden auch in den 
Wurzelknollchen einiger Lcguminosen gefunden, namentlich bei P h a s e o - 
lusmultiflorus. Matouschek (Wien). 


Entwicklungshemmung und Vernichtung der Bakterien etc. 

Krzemecki, A., Uber Jod- und Bromeinwirkung auf Pro- 
teinkorper. (Bull, intern, de 1’acad. d. sc. de Cracovie. 1911. p. 
470—488.) 

Die Kulturversuche zeigten: 

Verf. experimentierte mit Saecharomyces cerivisiae, 
Bacterium aceti, einer gasbildenden Art von Thermo-Bac- 

13* 

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196 


Entwicklungshemmung and Yernichtung der Bakterien etc. 


terium, Oidium lactis und Penicillium glaucum. In 
den Petri schalen befand sich folgender Nahrboden: 1 Proz. der halogen- 
haltigen Substanz, vermischt mit 10 Proz. Gelatine zur H a y d u k schen 
Nahrlosung fur Hefekulturen. Nach 14 Tagen brachten im Thermostaten 
bei 25° C die Platten mit reinem Eieralbumin alle genannten Mikroben zur 
Entwicklung. Auf Platten mit Bromalbumin (18,05 Proz. Br.) entwickelten 
sie sich uppiger als auf den genannten. Auf Platten mit Jodalbumin (28,29 
Proz. J.) hat sich erst nach weiteren 11 Tagen nur Oidium und Peni¬ 
cillium entwickelt. Doch sind diese Resultate nur als vorl&ufige anzu- 
sehen. Matouschek (Wien). 

Kry2, Ferdinand, tlber die Aufnahme von Vaselinol durch Bal¬ 
sam inen. (Zeitschr. f. Pflanzenkrankh. 1913. p. 34—38.) 

Verf. stellt Versuche mit Balsamincn an, die Beigaben von gereinigtem, 
relativ leichtfliissigen Vaselinol bekamen. Das Vaselinol wurde rein mecha- 
nisch durch die Tracheen in die ganze Pflanze geleitet und in den Inter- 
zellularen gespeichert. Die chemische Analyse der Blatter ergab, daft eine 
Assimilation des Vaselinols nicht stattgefunden hatte. Sofort nach der Ol- 
behandlung horte das Wachstum der Versuchspflanzen auf, die Blatter 
wurden von unten nach oben fortschreitend gelb; die Transpiration sank 
und war nach 4 Tagen gleich 0, wahrend die Blatter noch turgeszent waren. 
Verf. zieht daraus den SchluB: „Der Olgehalt der Blatter schiitzt 
die Pflanze gegen starkere Transpiration (vom Verf. gesperrt 
gedruckt!), wie dies bekanntlich bei den Pflanzen mit natiirlichem Olgehalt 
in den Blattem der Fall ist.“ Der SchluB diirfte ungerechtfertigt sein, da 
in diesem Falle, in dem die Pflanzen durch die Vaselinolbehandlung schlieB- 
lich zugrunde gingen, nicht von einem Schutz der Pflanze gegen starker© 
Transpiration gesprochen werden darf; die beiden Falle diirfen kaum ohne 
weiteres miteinander in Parallele gesetzt werden. 

Rip pel (Augustenberg). 

Russell, E. J. and Petherbridge, F. R., Partial Sterilisation of 
Soil for Glasshouse Work. (Joum. of the Board of Agric. 
Vol. 18. 1912. No. 10.) 

Die durch Anregung der Umsetzungen und Abtotung von Schadlingen 
giinstige Wirkung einer partiellen Bodendesinfektion kann mit Nutzen in 
Treibhausern verwertet werden. tlber entsprechende Versuche wird be- 
richtet. Im allgemeinen bewahrte sich die Erhitzung auf 180—200° F am 
besten; auch y 2 Proz. Toluol oder Schwefelkohlenstoff kam in einigen Fallen 
zur Anwendung. Die Kosten belief en sich auf y 2 —1 sh pro Tonne Erde; 
das Verfahren ist fur den angegebenen Zweck oft entschieden rentabel. 

L b h n i s (Leipzig). 

Kryi, F., Uber die Wirkung eines graphithaltigen Bo- 
dens auf darin keimende und wachsende Pflanze n„ 
(Zeitschr. f. Pflanzenkrankh. 1913. p. 72—81.) 

Hoher Graphitgehalt des Bodens, selbst bis zu 80 Proz. vermag keinen 
unmittelbar vernichtenden EinfluB auf das Gedeihen der Pflanzen auszu- 
iiben. Doch keimen sie bei einem hohen Graphitgehalt des Bodens schwerer, 
auch zeigen sie schlechteres Wachstum als normal wachsende Pflanzen. 
Eine Erschwerung der Aufnahme von Bodennahrsalzen tritt nicht ein. S&mt- 
liche Graphitpflanzen zeigten gesteigerte Transpiration normalen Pflanzen 
gegeniiber. Dieser gesteigerten Transpiration schreibt Verf. die Verwelkungs- 

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EntwickJungahemmu ng und Vemichtung der Bakterien etc. 


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erscheinungen zu, die an Tazettenzwiebeln auftraten, welche er in graphit- 
haltigem Boden kultivierte. In der Natur dtirfte auch durch die dunkle 
Farbe des Graphitbodens eine intensivere Erwarmung stattfinden. 

R i p p e 1 (Augustenberg). 

Lehmann, K. B., Die neuesten Arbeiten uber Bestim- 
mung, K o n s er v i er u n g s k r af t und Zul&ssigkeit der 
B enzoeshure. (Chemikerztg. Bd. 35. p. 1314.) 

Kritische Besprechung der hierher gehorigen Arbeiten. Nach dem 
Stand der Forschung ist Benzoesaure unbedenklich zur Konservierung. L. 
lordert jedoch Deklarationszwang. Der Einwand, daB Zusatz chemischer 
Konservierungsmittel unsauberes Arbeiten begiinstige, ist richtig, doch 
trifft dieser Einwand fUr alle anderen Konservierungsarten (Hitze, KSlte, 
Zuckerzusatz usw.) auch zu. Wedemann (Berlin-Lichterfelde). 

Petritsch, E. F., Neuere Bestrebungen auf dem Gebiete 
der Holzkonservierung. (Centralbl. f. d. gesamte Forstw. 
Jg. 38. 1912. p. 265—282, 321—323, 383—392.) 

Der vom Verf. gegebene Uberblick iiber die verschiedenen ImprSgnie- 
rungsmittel und -Methoden ergab folgende Resultate: 

1. Eine jede das Holz zerstorende Pilzart zeigt gegen verschiedene 
Mittel ein ganz besonderes individuelles Verhalten. 

2. Das Kupfervitriolverfahren nach Boucherie wird langsam ver- 
drangt durch das Kyanisierungsverfahren und das Verfahren mit Kreosotol. 
Es werden genau erlautert die Sparverfahren des Kreosotierungsverfahrens, 
namlich das R ii p i n g sche Sparverfahren und das von Rutgers. Bei 
diesen Sparverfahren kommt es namentlich darauf an, welches Quantum 
Kreosotol dem Holzgewebe einzuverleiben ist, um damit den groBten wirt- 
schaftlichen Effekt zu erzielen, d. h. um die antiseptische und konservierende 
Wirksamkeit des Kreosotols moglichst vollkommen auszunutzen. Ein Ubel- 
stand ist darin gelegen, daB sie nur bei der Kiefer mit durchgreifendem Er- 
folge angewendet werden konnen. 

3. Da jedoch oft (z. B. in Ungarn) nur die Fichte und Tanne zur Ver- 
fiigung steht, so muBte man ein Sparverfahren fiir solche schwer imprag- 
nierbaren Holzsorten ausfindig machen. Das ungarische Verfahren basiert 
auf folgendem: Es geniigt, nur das Stammende der Stangen voll zu imprag- 
nieren; damit das Kreosotol zu den tiefer gelegenen Tracheldenziigen des 
Holzgewebes gelangen kann, preBt man durch Maschinen kleine Nagel (15 
bis 25 mm lang) in das Holz. Die Festigkeit solcher perforierten Holzer 
leidet nicht; die Locher schlieBen sich. Dem oberen Teile der Stangen wird 
nur jene Menge Kreosotol zugefiihrt, die zur Abtotung der oberflachlich 
ins Holz hineingeratenen Pilzkeime erforderlich ist. In Osterreich aber ver- 
wendet man jetzt ein kombiniertes Verfahren: Das Holz wird zuerst mit 
einer wasserigen Losung eines Metallsalzes (NaF) getrankt und man preBt 
dann Kreosotol bis zur Sattigung des Splintgewebes nach. Da die Metall- 
losung tiefer dringt als das 01 und beim Verdunsten das 01 angesaugt wird, 
so erzielt man ein betrachtlich tieferes Eindringen des 01s. Verf. erlautert 
noch das in Italien iibliche Kreosotierungsverfahren nach G i u s s a n i und 
die weit einfacheren Verfahren in Nordamerika. Die Verfahren in letzt- 
genanntem Lande schiitzen das Holz vor dem Spechte und dem Kafer 
Sarandra brunea Fab., welche zwei Schadlinge in Europa nicht in 
Betracht kommen. Das Auftreten des Bockkafers Hylotropus baju- 


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Entwicklungshemmung und Vernichtung der Bakterien etc. 


1 u s und dcs Bohrkafers Hyloterus lineatus in kyanisierten 
Holzsaulen in WUrttemberg deutet darauf hin, daB die Zubereitung mit 
Quecksilberchlorid gegen die Angriffe dieser Insekten keinen wirksamen 
Schutz gewahrt. Das Kreosotol schiitzt aber nach F. Seidenschnur 
sicher vollauf gegen den Bohrwurm bei Seebauten. Da das Quecksilberchlorid 
giftig und das Kreosotol gesundheitsschadlich ist, so suchte man nach neuen 
Impragnierungsmitteln. Die in neuester Zeit verwendeten sind entweder 
Verbindungen des Phenols und seiner Homologen odcr FluB- bzw. Kiesel- 
fluBsaure Salze. Zu der ersteren Gruppe gehbren das b-Naphthalinsulfosaure 
Zink („Wiesesalz“) und die Dinitroverbindungen des Phenols (Antimonin r 
Antigermin, Mikrosol usw.). Verwandt damit sind das „Bellit“ oder der 
„Bellitdoppelfluor“, dann „Bellitol“, bei denen aber Natriumfluorid mit ver- 
wendet wird. Die groBztigigen Versuche der osterreichischen Staatstelegra- 
phenverwaltung erstreckten sich auf Impragnierungsmittel der zweiten 
Gruppe, vor allcm auf das sauere Zinkfluorid. Die Fluoride sind sicher dem 
Kupfervitriol und dem Zinkchlorid iiberlegen. Der Ersatz des ersteren beim 
Boucherie - Verfahren durch Fluornatrium erscheint durchfUhrbar und 
vorteilhaft. Die geringsten Bedenken gegen die Verwendung der Fluoride 
bestehen im Hochbau. Matouschek (Wien). 

Gossard, H. A., Entomological Review of the Year 1910. 
(Journ. of Econ. Entom. 1911. Jg. 203.) 

Uns interessiert namentlich die Bevorzugung der Schwefelkalkbruhe 
in Verbindung mit Bleiarsenik gegeniiber der Bordeauxbriihe. 

Matouschek (Wien). 

Grosser, Zur Verwendung der kalifornischen Briihc 
[Schwefelkalkbruhe]. (Blustr. schles. Monatsschr. f. Obst-, Ge- 
miise- u. Gartenb. 1913. p. 57—58; Monatsbeil. d. Zeitschr. d. Landw.- 
Kamm. f. d. Prov. Schlesien.) 

Zur Wintcrbehandlung werden verwendet: 

Gegen Schildlause, Schorf, Stachelbeermehltau, Rosenrost, Kriiusel- 
krankheit der Pfirsiche: die Konzentrationen 1:2 bis 3; 

gegen die Birnpockenmilbe und Eichenmehltau (im Sommer): die Ver- 
diinnungen 1 : 25; 

als Sommerbehandlung gegen F usicladium, Mehltau, Stachel- 
beermehltau, Rosenrost, Blattlause, Spinnmilben und Rosenzikaden: die 
Verdiinnungen 1 : 25 bis 35; 

gegen die Krauselkrankheit und Blattlause der Pfirsiche (im belaubten 
Zustande): die Verdiinnung 1 : 45 bis 50. Matouschek (Wien). 

Hewitt, G. €., Legislation in Canada to prevent the In¬ 
troduction and Spread of Insects, Pests and Di¬ 
seases destructive toVegetation with Regulations 
of Vegetation into Canad a. (Dom. of Canada. Dep. of Agr. 
Ex per. Farms. Dir. of Entomol. Bull. 12. Ser. II. 36 pp. Ottawa 1912.) 

Fine Ubersicht iiber die Vorsehriften behufs Verhiitung der Einschlep- 
pung und Verbreitung von schadlichen Insekten und Pflanzenkrankheiten 
in Kanada (Gesetz vom 4. V. 1910) und die Spezialerliisse beziiglich der Pro- 
vinzen Britisch-Kolumbia, Xeuschottland, Ontario, Prinz-Edwards-Land. 
Genaue Daten iiber die Einfuhrmoglichkeit von Pllanzen aus Europa. Japan 
und diversen Staaten N.-Amerikas, bzw. deren Desinfektion. Die Vor- 


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Entwicklangshemmung und Vernichtung der Bakterien etc. [99 

schriften beziehen sich namentlich auf folgendes: Euproctis c h r y - 
sorrhoea, Schizoneura lanigera, Aulacaspis p e n - 
tagona, Aspidiotus pentagona, Porthetria dispar, 
Chrysoph1yctis endobiotica, Diaporthe parasi¬ 
tica, Nectria ditissima, Sphaerotheca mors uvae, 
Peridermium strobi, Ceratitis capidata. Ganz verboten 
ist die Einfuhr von Kartoffeln aus Europa, N.-Foundland, St. Pierre, Mique¬ 
lon, femer die von Koniferen aus einer Zahl von Staaten der Vereinigten 
Staaten. Das Gesetz vom 1. Marz 1911 fur Britisch-Kolumbien befabt sich 
mehr mit der praktischen Durchfiihrung des Pflanzenschutzes, wobei in der 
Liste der Bekampfungsmittel als Magengifte fiir Insekten Parisergriin, Nieb- 
wurz, Bleiarsenat empfohlen werden. Neuschottland kontrolliert und des- 
infiziert nur die aus anderen Teilen Kanadas einlaufenden Sendungen. In 
Prinz Edwards-Land und Ontario haben die Schutzvorschriften vorlaufig 
nur intraprovinziale Bedeutung. Matouschek (Wien.) 

Koczirz, Fritz, Die chemische Zusammensetzung des 
Pilzbekampfungsmittels „Forhin“. (Zeitschr. f. d. landw. 
Versuchswes. in Osterreich. Jahrg. 15. 1912. p. 755—757.) 

„Forhin“ ist eine grime, nach Ammoniak riechende Paste von sirup- 
artiger Beschaffenheit, die sich in verdiinnter Salz- oder solcher Salpeter- 
saure sehr leicht mit gelbbrauner Farbe lost. In Wasser verriihrt, bildet 
es eine undurchsichtige malachitgriine Flussigkeit, welche die wirksamen 
Bestandteile in feiner Verteilung schwebend enthalt. Labt man die Fliissig- 
keit einige Minuten ruhig stehen, so erhalt man einen Niederschlag in 2 Schich- 
ten. Die unterste Schicht enthalt neben unbedeutenden Mengen schwarzer 
Cu-Verbindungen feinkornigen Schwefel (2 Proz. der Paste); der dariiber 
stehende feine, hellgriine Niederschlag ist sehr leicht beweglich und enthalt 
die Hauptmenge des vorhandenen Cu. Der Rest befindet sich in der iiber 
den beiden Schichten stehenden Flussigkeit in Losung. Die qualitative 
chemische Analyse des Praparates ergab folgende Zusammensetzung: Cu, 
Ca, NH 3 , S, S0 4 , H 2 0, organische Substanz (Melasse, etwas 01) und andere 
Stoffe in geringer Menge, zum Teil in Spuren. Der wichtigste Bestandteil 
ist der Kupfervitriol, welcher 40,8 Proz. des Gewichtes der Paste ausmacht. 
Die Melasse erhoht die Haftfahigkeit des Praparates. Die Angabe, dab eine 
I 14 proz. Formalinlosung einer lproz. Bordelaiserbriihe entsprechen soli, ist 
nicht richtig. Matouschek (Wien). 

Bretschneider, A., Die falschen Meltaupilze (Peronos- 
poraceae) und ihre Bekampfung. (Monatshefte f. Landw. 
Jg. 5. 1912. p. 138—147, mit Textabbild.) 

Ahnlich wie friiher iiber die Erysipheen gibt Verf. in der vorliegen- 
den Arbeit iiber die Peronosporaceen eine fiir die Praxis bereclmete 
Darstellung. Es wird die Biologie der Pilze behandelt, ihr wichtigstes Vor- 
kommen erwahnt und dann auf die Bekampfung eingegangen, die bekannt- 
lich durch vorbeugende Bespritzungen mit Kupferkalkbriihe zu erfolgen 
hat. Bei der Besprechung der Herstellung der Kupferkalkbriihe vermisse ich 
einen Hinweis darauf, dab man durch Zuckerzusatz die Haltbarkeit der Briihe 
bedeutend erhohen kann. Zur Feststellung, ob die Briihe noch sauer und schon 
alkalisch ist, cignet sich Phenolphthale'inpapier am besten, was erwahnens- 
wert gewesen ware. *K. MUller (Augustcnberg). 


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200 


Entwioklungshemmung und Vemichtung der Bakterien etc. 


Wiebecke, Moderne Anlage von Kiefern und Kiefern- 
buchenbestanden. Vortrag. (Zeitschr. f. Forst- u. Jagdwes. 
Jahrg. 44. 1912. p. 379—384.) 

Uns interessieren hier nur folgende Daten aus der Oberforsterei Ebers- 
walde: 

1. Riisselkafervertilgung: Der Kiefemriisselkafer findet 
ii be rail in den im Boden bleibenden Restwurzeln sowie in den zahllosen 
Stubben der Durchforstungen reichliches Brutmaterial. Seine Vermehrung 
wird bekampft durch Sammeln aus friihzeitig hergestellten Kafergraben, 
durch Beerden der Stubben aus je 2 Fanglochem und Aussammeln der Kafer 
in diesen, durch Absammeln an reichlichen Fangkolben, die auf den Kulturen 
im Juli erneuert werden, um auch die jungen Kafer rechtzeitig zu vernichten. 
Auf diese Art werden jahrlich liber 100 1 a 2400 tote Kafer gesammelt. 
Kaferschaden wurden dann kaum noch bemerkt. 

2. Grasentfernung aus den Kiefernkulturen: Alle 
Kulturen werden behackt und zwar schon im Juli des ersten Jahres. Ent- 
fernt werden dadurch besonders das Sandrohr, Quecke, Molinia coe- 
r u 1 e a. Als Griinde werden angeftthrt: Weniger wegen des Uberlagerns 
des Grases, als der Entzug der Bodenfeuchte, Vermehrung der Warmeaus- 
strahlung; Vorbedingung fiir wirksame Schtittebekampfung. 

3. Schttttebekampfung: Grundsatzlich werden alle Kulturen 
bis zum 4. Lebensjahre gespritzt, besonders kraftige nur 3mal, die durch 
Sandrohr gefahrdete, frostbeschadigte oder sonst zuriickgebliebene auch noch 
im 5. Jahre. Die Kosten werden genannt. 

4. WildverbiB: Alle gefahrdeten Kulturen werden Anfang Sep¬ 
tember geteert, die Knospen der Fremdlander durch Kalkbreitupfe gegen 
das VerbeiBen bewahrt, Vorwiichse und Wacholder sowie alle Weichholzer 
bleiben zwischen den Kulturen zum VerbeiBen, Befegen usw. stehen. 

Matouschek (Wien). 

Hartley, C. P., Use of soil fungicides to prevent dam¬ 
ping-off of conifervus seedlings. (Proc. Soc. American 
Foresters. 7. 1912. p. 96—99.) 

Bespritzung mit wassergeloster schwefliger Saure bewahrte sich gegen 
die Faule der Koniferenkeimlinge, hervorgerufen durch Rhizoctonia 
und P y t h i u m , recht gut, doch besser auf sandigem, als auf lehmigen 
Boden. Matouschek (Wien). 

Lemcke, Alfred, Unsere Pflanzenschadlinge im Monat 
Mai. Zur Beachtung fur die Sammler der Pflanzen- 
schutzorganisation in Ostpreufien. (Georgine. Jg. 1911. 
No. 18. 8 pp.) 

Verf. bespricht diejenigen Pflanzenschadigungen, die in OstpreuBen 
nach dem milden Winter 1910—1911 im Friihjahr schon aufgetreten sind 
oder noch auftreten konnten. Einige Notizen teile ich mit. Bei Getreidefliegen- 
befall konnte durch eine Kopfdungung mit Chilisalpeter stets das Wachs- 
tum der Pflanzen wesentlich befordert werden. Gegen Drahtwurmer be¬ 
wahrte sich eine Kainitdungung von 2—3 Zentner pro Morgen wie auch eine 
Bespritzung mit 10-proz. Eisenvitriollosung. Letzteres namentlich dort, 
wo viel mit Kalk oder Thomasschlacke gediingt wurde oder wo der Boden 
von vornherein kalkhaltig ist. Auch moge man die Getreidesaat mehr ober- 
flachlich unterbringen, weil dann die Schadlinge mehr die Wurzeln angreifen, 


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Entwicklungahemmung nod Vemichtung der Bakterien etc. 


201 


die sich wieder emeuern und den Keim weniger leicht vernichten konnen. 
Im Gemiiseland bekampft man am besten die Drahtwiirmer durch Auslegen 
von halbierten und ausgehohlten Kartoffelstucken und ahnlichem Koder. 
Gegen die Zwergzikade bewahrten sich Fangmaschinen, die aus einer langen, 
durch 2 hohe und recht leichte Rhder verbundenen Achse bestehen, von 
der ein mit Raupenleim (oder Teer) bestrichener Stoffstreifen herabhangt. 
Der untere 3 cm breite Rand ist nicht mit dem Klebstoff zu bestreichen. 
Die klebengebliebenen Insekten werden mit dem Stoffstreifen dann ver- 
brannt. Der Befall geschieht vom Rande aus, daher Umpflugen der befallenen 
Randpartien. Hafer und Gerste sind bei sehr starkem Befalle umzupflugen. 

Gegen Befall mit Gelbrost empfiehlt sich kraftige Diingung und Wahl 
widerstandsfahiger Sorten. Feldraine rein haltenl 

Gegen Ackerschnecken half nur frisch geldschter Kalk bei trockener 
Witterung. Die Kalkung ist friih morgens u. zw. zweimal in Zwischenraumen 
von — y 2 Stunde vorzunehmen. 2% hi pro Morgen. 

Gegen Disteln bewahrte sich, wie auch gegen Huflattich eine starke 
Kainitgabe. 

Gegen Brennesseln Bespritzung mit 15-proz. Eisenvitriollosung. 

Kartoffelkrankheiten sind im Gebiete zum Gluck selten. 

Ratschlage uber Bek&mpfung von Krankheiten der Riiben, Raps, Kohl, 
Rotklee, Lupine, der Gemiise und Zierpflanzen, Obstbaume, Stachelbeer- 
straucher usw. Matouschek (Wien). 

Snyder, T. E., Insect damage to mine props and methods 
of preventing the injury. (U. S. Dep. of Agric. Bur. of Ent. 
Circ. 156. 1912.) 

Vom Standorte des Fichtenholzes im Walde werden oft die holzbohrenden 
Insekten in das in den Minen verwendete Holz eingeschleppt. Daher empfiehlt 
sich Kreosotimpragnierung der Bohlen. In anderen Fallen gelangen Schadiger 
(z. B. Termiten) erst in den Minen ins Holz. Matouschek (Wien). 

Sopp, Olav [Johann Olsen], Untersuchungen uber Insekten 
vertilgende Pilze bei den letzten Kiefernspinner- 
Epidemien in Norwegen. (Skrifter utg. av Videnskapselsk. i 
Kristiania. 1911. Math.-nat. Kl. Bd. 1. Kristiania 1912. p. 1—56, 5 Taf.) 

Zuerst ein Bericht Uber die letzten Kiefernspinner-Epidemien (G a s t r o - 
pacha pini) in Norwegen (Elverum, Mykland, Sogn). Es wird das biolo- 
gische Verhalten von Penicillium -Arten, von Botrytis t e - 
n e 11 a (im Laboratorium ein sehr gefahrlicher Pilz fur die Raupen), von 
Cordyceps militaris und Isaria destructor (nicht pa¬ 
thogen), Sporotrichum globuliferum (totet die Raupen), von 
Muscardine -Formen, von Trichothecium- und Acrosta- 
lagasmus -Arten, von Verticillium -Arten, vielen Mikrokokken 
und Bakterien (Bacillus coli commune istim Darme der Raupe 
standig anzutreffen), von Oidien, von Acaulium - Arten, von Mucor- 
Spezies, von Hefepilzen (Saccharomyces und Toru 1 a) usw. gegen 
den Schadling beschrieben, wobei Vergleiche zwischen den Funden in den 
einzelnen Gebieten angestellt werden. Als n e u werden beschrieben: 
Monilia Bombycis, Penicillium rubrum; von Torula 
B o m b y c i s unterscheidet Verf. eine forma major und f. m i n o r. Es 


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202 


Entwicklungshemmung und Vernichtung der Bakterien etc. 


folgen grundliche Angaben liber Infektionsversuche mit Raupen und anderen 
Insekten, ferner iiber Selbstinfektion der Fliegen und Miicken mit diversen 
Pilzen, wobei manche Is aria-Form erlautert wird. 

Gelegentlich einer Spinnerepidemie in Mykland 1906/07 fand Verf. 
einen Pilz auf den im Winterschlaf ruhenden Raupen der Gastropacha 
sehr haufig (80 Proz.), der diese mumifizierte. Eine Reinkultur gelang, so 
daB der Pilz, Cordyceps norvegica Sopp, in alien Fruchtformen 
bekannt ist. Im Laboratorium ist er sehr infektios fur Fliegen und andere 
Insekten, deshalb kann seine Virulenz stets aufrecht erhalten werden. Er 
gedeiht aber im Waldhumus sehr gut noch bei —2° C. Bei der Bluttempe- 
ratur der Raupe (12—15° C) ist sein Optimum gelegen. Der Boden befallener 
Walder ist mit den Sporen dieses Pilzes zu infizieren. Sporen wird man jeder- 
zeit leicht zur Verfiigung haben, da die Kultur eine leichte ist und er in der 
Kultur selbst das Penicillium glaucum tiberwuchert. Die Winter- 
infektion ist eine viel wirksamere als die Sommerinfektion mit Sporen. Doch 
muB der Pilz in der Kultur innerhalb 10—12 Monaten erneuert werden. 
Die Unterschiede der oben genannten neuen Art gegentiber Cord, mili- 
t a r i s werden genau fixiert. Die Fruchtkorper ersterer messen bis zu 
20 cm und sind prachtig rot gefarbt (farbiges Bild); die I s a r i a - Frucht- 
form ist auch immer groBer. C. militaris wirkt beziiglich der Raupen 
in Norwegen nicht todlich; Bakterien und Hefepilze konnen in den Korper 
der gesunden Tiere nicht eindringen, wohl in den der erkrankten oder halb- 
erfrorenen Raupen. Matouschek (Wien). 

Schaffnit, E., Die Herstellung und Vorbereitung des 
Saatgutes. (Fiihlings landw. Zeitg. Jahrg. 61. 1912. p. 665—682.) 

Die Herstellung und Vorbereitung des Saatgutes erfordert zweierlei 
MaBnahmen: 1. Die Kornauslese, welche die Sortierung des Komes 
nach Gewicht und GroBe an und fur sich, sowie die Abscheidung des in der 
Entwicklung zuriickgebliebenen und kranken Komes umfaBt. 2. Die Korn- 
b e i z e , d. h. die Behandlung des durch die Sortierung gewonnenen Saat¬ 
gutes mit chemischen Mitteln und die Anwendung von hohen Temperaturen 
zur Entfernung und Abtotung der an und im Korn vorhandenen Pilzkeime. 
Der Verf. macht zuerst aufmerksam auf die diversen Maschinen, welche 
die Sortierung vornehmen; das Schmacht- und Hinterkorn wird abgeschieden, 
so daB die Triebkraft bis zu 95 Proz. und mehr erhoht wurde. Diesen Ver- 
suchen hat Verf. durch Zerlegung der Gesamtfunktionen von Windfege und 
Ausleser in Einzelfunktionen ganz bestimmte Normen zugrunde gelegt und 
zwar handelt es sich um die Zahl von 100 Kurbelumdrehungen pro Minute, 
um ganz bestimmte Schlitzoffnungen des Durchlaufs fur die einzelnen Ge- 
treidesorten und die zu beniitzenden Schiittelsiebe, beziiglich der Trieurbe- 
handlung und bestimmte Schlitzweiten. Werden da die gegebenen Be- 
dingungen eingehalten, so bleibt die Triebkraft nicht wesentlich hinter der 
Keimzahl zuriick. Die gegebenen Vorschriftcn sind sehr zu empfehlen und 
sollten scharf eingehalten werden. Eine cntsprechend groBere Menge von 
Saatgut zu drillen ware ganz verfehlt, denn das nicht entwicklungsfahige 
Korn kann anderweitig nutzbringend verwendet werden, das nur schwach- 
liche Pflanzen erzeugende Korn aber wurde fur den Befall durch pflanzliche 
und ticrische Schadlinge auf dem Acker disponieren und durch zu dichten 
Stand die Entwicklung der kraftigen Pflanzen hemmen. 

Das Beizen des Saatgutes gelingt am besten und sichersten in bezug auf 


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die Mikroorganismen, die am Korn oder zwischen den Schichten der Fracht- 
schale vorhanden sind. Dazu gehoren: 

A. Der Steinbrand (Blauspitzigkeit) des Weizens. Die Infektion 
des Getreides erfolgt beim Drusch. Als bestes Mittel wird empfohlen, da kurz 
vor dem Drillen oder zu beliebiger Zeit anwendbar: Waschen mit kaltem 
Wasser und darauf kurzes Beizen (wenige Minuten) mit 1—2-proz. Kupfer- 
vitriollosung oder 0,25-proz. Formalinlosung im Bottich (wenn viel Stein¬ 
brand vorliegt) oder Uberbrausen mit Wasser und darnach mit 1—2-proz. 
Kupfervitriollosung oder 0,25-proz. Formalinlosung, soweit das Eintauchen 
aus wirtschaftlichen Grim den nicht angezeigt ist und nur schwacher Brand- 
befall vorliegt. Hemach immer ein Ausbreiten des Getreides womoglich 
im Freien. 

B. DerHelminthosporium-Befall (Braunspitzigkeit?) der 
Gerste: Entweder die Kupferbeize nach Kuhn schem Verfahren (= 12—16- 
stiindige Quellung in der 0,5-proz. Kupferlosung ohne Nachbehandlung mit 
Kalk) oder HeiBwasserbeize (wie beim Hafer). 

C. Der Hartbrand der Gerste: Am besten mit dem Flug- 
brand durch HeiBwassermethode zu bekampfen. Ohne groBe wirtschaft- 
liche Bedeutung. 

D. Der gedeckte Haferbrand und der Flug- oder 
Staubbrand des Hafers: Am besten zu bekampfen durch die 
Beize mit 1 Proz. Kupfersulfat oder 0,1 Proz. Formalin. Kupferkalk ist zu 
verwerfen. 

E. Der sekundhre Fusariumbefall (Rotspitzigkeit) des 
R o g g e n s: Genaue Versuche zeigten dem Verf., daB die Folgen des F u - 
s a r i u m - Befalles beseitigt werden konnen durch ^-stiindiges Beizen des 
Getreides mit 1 0 / M Chinosollosung oder 2,5°/ 00 Formalinlosung oder 1 Proz. 
Kupfersulfatlosung, ohne daB Keimfahigkeit und Triebkraft SchSdigungen 
erfahren. Namentlich das erste Mittel bewahrte sich sehr gut; die Beiz- 
fliissigkeit (100 1) erfordert 100 g Chinosol (= schwefelsaures Dioxychinolin) 
oder 100 kaufliche Tabletten k 1 g. Mit dieser Menge reicht man fur 100 Ztr. 
Roggen aus, in 5 Minuten ist die Losung, welche nur 6,6 Pfg. kostet, fertig. 
Fur groBere Betriebe verwende man Beizmaschinen (D e h n e in Halber- 
stadt, H e i d in Stockerau). 

Endophytische Pilze: Der Weizen- und Gerstenflugbrand. 
Erlautert wird hier die Appel sche HeiBwasserbeize mit Hilfe des nach 
Schander abgeanderten V e n t z k i schen Futterdampfers. 

MaBnahmen gegen TierfraB (Mhuse, Krahen, Sperlinge, 
Feldtauben, Fasanen, Hamster usw.): Als bestes Mittel erwies sich die Kan- 
dierung der Komer mit bitter schmeckenden und penetrant riechenden 
Stoffen (Aloe mit Infusorienerde nach Rorig; Antiavit, Floria-Saaten- 
schutz, Cuprocorbin nach Verf.). Alle diese Mittel haben sich in der Praxis 
bewahrt; die Rezepte und Kosten werden angefUhrt. 

Matouschek (Wien). 

Fuschini, C., Dei mezzi piu idonei per combattere la 
carie ed il carbone. (Stazioni speriment. agrar. Vol. 45. 1912. 
p. 549—586.) 

Auf Grand mehrerer Versuche tiber Saatbeize kommt Verf. zum SchluB, 
daB nur 0,5 Proz. Kupfersulfat, 1—2 Prom. Formaldehyd und 3 Proz. Lyso- 
form gegen den Weizensteinbrand anzuraten sind. Gegen den Flugbrand 
zeigte k e i n e Samenbehandlung eine praktisch verwertbare Wirksam- 


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Entwicklungshemmung und Vemichtung der Bakterien etc. 


keit. Verf. empfiehlt daher, die brandigen Ahren wahrend der Bliite zu sam- 
meln. Er hat auch Ziichtungsversuche resistenter Sippen angelegt. 

P a n t a n e 11 i (Rom). 

Elofson,A., Redogorelse for werksamheten vid Sveriges 
Uts&desforenings Ultunafilial & r 1911. (Sveriges Ut- 
s&desf. Tidskr. 1912. p. 284—295.) 

Bei der Winterweizenziichtung kommt es darauf an, auch winterfeste 
Sorten zu erzielen. Kreuzungen spielen eine groBe Rolle bei Erziehung von 
Formen, die gegen Rost widerstandsfahig sind. So zeigten letztere Eigen- 
schaft namentlich die Kreuzungen zwischen Pudel- und dem Landweizen. 
Doch verhalten sich diese verschieden unter diversen klimatischen Be- 
dingungen. Matouschek (Wien). 

Faschlni, C., II solfato ferroso contro la ruggine. (La 
rivista di vitic. Ser. 4. Vol. 14.) 

Weizen wurde bei Versuchen des Verf. auf einer mit 2 dz. Eisensulfat 
gediingten Parzelle ebenso rostig wie auf der unbehandelten Parzelle; da- 
gegen konnte bei der Feldbohne eine giinstige Wirkung der Diingung mit 
3 dz. Eisenvitriol pro ha beobachtet werden, wie auch aus folgenden Zahlen 
erhellt. 

Stroh Korner 

Mit FeS0 4 gedungte Parzelle.10,32 dz 9,80 dz 

Ohn FeS0 4 gedungte Parzelle.7,60 dz 7,40 dz 

Eine giinstige Wirkung der Eisendungung gegen den Rost beruht nach 
Verf. auf der beobachteten Steigerung der Vegetationskraft. 

P a n t a n e 11 i (Rom). 

Herrmann, E., Der Hallimasch. (Kosmos. 1912. p. 151—152.) 

Gegen den Pilz mit seinem groBen Wurzelwerk laBt sich wenig unter- 
nehmen: Verbrennen des befallenen Waldbaumes und Ziehen von Isolier- 
graben. Im Obstgarten darf nie Waldstreu verwendet werden. Nie werfe 
man Abfalle des Pilzes auf den Komposthaufen. 

Matouschek (Wien), 

Binder, W., Wichtige Fragen des Obstbaues. (Landwirt- 
schaftl. Mitteil. f. d. Prov. Sachsen, Beil. z. Halleschen Zeitg. 1912. p. 141 
—143, 145—146, 149—151, mit Fig.) 

Uns interessieren hier nur folgende Angaben: 

I. Schutz der Obstbaume gegen WildverbiB. Busch- 
obstanlagen sind stets hasondieht einzufriedigen. Wenn Kaninchengefahr 
vorliegt, so muB der Zaun y 2 m tief eingegraben sein, damit ein Unterwuhlen 
ausgeschlossen ist. Da Kaninehen und Hasen Zaune bis 1,20 m Holie Icicht 
uberklettern, ist das Anbringen einiger dicht Ubereinander laufender Stachel- 
drahte empfehlenswcrt. Bei Hochstammanlagen ware es Verschwendung, 
den Drahtkorb um Baum und Pfahl herumzulegen. Der Dralitkorb muB lose 
sitzcn, damit die am Stamme sitzenden Unkrauter entfernt und bei hohem 
Schneefallc die vom Wild dann eventuell erreichbaren Stammtcile vor VerbiB 
geschiitzt werden konnen. Nimmt man anderes Material zum Stammschutze, 
so ist auf Zutritt von Licht und Luft zum Stamme zu sehen. Einen gutcn 
Schutz der Stamme bilden auch die bei dem Beschneiden der Obstbaume ent- 
fernten und unter den Baumen liegenden Aste, da die Nager zunachst diese 
abschiilen, ehe sie sich an den frischen Stammen vergreifen. Gegen Kriihen 
und andcre schwere Vogel, die sich gern auf die jungen Triebspitzen der Baumo 


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Entwicklongshemmung and Vernichtung der Bakterien etc. 


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setzen, verleiht man der jungen Krone Schutz durch ein hochstehendes und 
am Baumpfahle angenageltes Holzkreuz. 

II. Das Beschneiden der Obstbaumkronen und die zweckmaBige Diin- 

gung. 

III. Schadiger und Krankheiten. Da werden erlautert die Winter- und 
Sommerbekampfung, besonders der Blattlause und Schildlause mittels Briihen 
deren Herstellung genau erlautert wird, die Herstellung von Raupenleimgiirteln, 
Behandlung des Apfelbaumkrebses und des Schorfpilzes. 

Matouschek (Wien). 

Betten, R., Der Zweigabstecher. (Erfurter Fiihrer i. Obst- u. 
Gartenb. Bd. 13. 1912. p. 59.) 

Das Insekt muB man abklopfen, das Unkraut im Bereiche der Baum- 
scheibe entfernen und den Boden im Herbst oder Winter umstiirzen. 

Matouschek (Wien). 

Hultsch, Max, Wie iiberwintern unsere Obstbaumfeinde 
und was kann man im Winter zu ihrer Bekampfung 
tun? (Landwirtschaftl. Mitt. f. d. Prov. Sachsen. Beil. z. Hallesch. Zeitg. 
1913. No. 3. p. 11.) 

Das Schneiden und Ausputzen der Baume muB von alien Obstziichtem 
einer Gegend gemeinsam vorgenommen werden. Doch ist dieser Vorgang 
nicht die einzige Art der Bekampfung. Gegen die Eier des Schwammspinners 
verwende man Petroleum (Apparate von Altmann - Berlin), die Raupen- 
nester (Goldafter, BaumweiBling) verbrenne man. Die alte Borke der Stamme 
und Aste und das Moos muB abgekratzt und die betreffenden Teile miissen 
verbrannt werden (Ausbreitung eines Tuches auf der Erde, damit nichts 
entgeht). Ein Anstrich der Stamme und Aste mit 10-proz. Karbolineum ver- 
nichtet manches Ungeziefer; das Kalken der Baume niitzt wenig. Schutz 
den Vogeln! Matouschek (Wien). 

Quaintance, A. L., The leaf blister mite. (U. S. Dep. of Agr. Bur. 
of Ent. Circ. 154. 1912.) 

Biologie der Birnblattpockenmilbe (Eriophyes piri Pst.). Be¬ 
kampfung: Petroleumemulsion oder Schwefelkalkbriihe im Herbst und 
Friihling oder nur im Herbste oder nur im Frtihjahre. Im ersteren Falle 
ist Schwefelkalkbriihe, im letzteren die Emulsion vorzuziehen. 

Matouschek (Wien). 

Quaintance, A. L., The mediterranean Fruit-fly. (U. S. 
Depart, of Agricult. Bur. of Ent. Circ. 160. 1912.) 

Geschichtliche Daten iiber das Auftreten der Bohrfliege C e r a t i t i s 
c a p i t a t a Wied. Notizen iiber die befallenen Pflanzenarten und die Ver- 
breitung des Schadlings. Bekampfung: Basches Vernichten der Fallfriichte, 
Vergiften der Fliegen durch tlberbrausen der befallenen oder gefahrdeten 
Baume mit Bleiarsenat nach der Methode von B e r 1 e s e. In die Fang- 
gefaBe gebe man Kerosenol, welches die Fliegen anlockt. 

Matouschek (Wien). 

Quaintance, A. L., Jenne, E. L., Scott, E. W. and Braucher, B. W., The 
one-spray method in the control of the Codling 
moth and the plum curculio. (U. S. Dep. of Agr. Bur. of 
Ent. Bull. 90. Part. VII. 1912.) 

Es kommt namentlich darauf an, die sich eben schlieBende Kelchgrube 
nach dem Bliitenblattfall ausgiebig mit der giftigen Spritzfliissigkeit (Blei- 


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Entwicklungshemmung and Vemiohtung der Bakterien eta. 


arsenat oder dieses mit Bordeauxbriihe) zu bespritzen. Man kann auch 
diese durch Schwefelkalkbrlihe ersetzen. Leiden die Obstbaume zugleich 
durch Pilze, dann muB mehrmals gespritzt werden. 

Matouschek (Wien). 

Norton, J. B. S., Jonathan fruit spot. (Phytopath. Vol. 3. 1913. 
p. 99.) 

Apfel und Birnen, die mit Formaldehydgas behandelt werden, zeigen 
unter den Lentizellen kleine schwarze Flecken; dasselbe Krankheitsbild 
wird auch durch Ammoniakdampfe hervorgerufen. Die Apfelsorten verhalten 
sich gegeniiber der Einwirkung der Gase verschieden empfindlich. 

R i e h m (Berlin-Dahlem). 

Baker, Sarah M., Note on a new treatment for silver- 
leaf disease in fruit trees. (Annals of Botany. 1913. p. 172.) 
Wahrscheinlich ist Stereum purpureum die Ursache der Silber- 
krankheit der Obstbaume. Verf. fand Mycelien in den abgestorbenen Zweigen. 
Der Pilz bildet Gewebsteile aus, die durch jene Enzyme, welche behufs Auf- 
losung der Gewebsteile des Wirtes ausgeschieden werden, nicht zerstort 
werden. Umgekehrt greift ein Enzym, welches das Pilzgeflccht zerstoren 
kann, den Wirt nicht an. Eine waBrige Losung des in den Fruchtkbrpem 
von C o p r i n u s vorhandenen Enzymes wurde in die Hypodermis und in 
die Fruchtkorper des Stereum eingefiihrt. Der Pilz trat zuriick, die 
Krankheit des Baumes wurde teilweise geheilt. 

Matouschek (Wien). 

Essig, E. 0., The natural Enemies of the Citrus Mealy Bug. 
IV. (Pomona College Journ. of Entomol. IIL p. 518—522.) 

Die in letzter Zeit nach Kalifornien eingefUhrten Coscinelliden: Rhi- 
zobius lopanthae Blaisd., Hyperaspis lateralis Muls. und 
Scymnus sordidus Horn., stellen diversen schadlichen Schildlausen 
nach, z. B. Pseudococcus citri (Citrus Mealy bug), Aspidiotus nerii 
B. et Melb. (Oleander Scale), Chrysomphalus aurantii (Red scale), 
Chr. citrinus (Yellow Scale), Aspidiotus perniciosus (San Jose 
Scale), Lepidosaphes beckii (Purple Scale) usw. Die Schlupfwespe 
Chrysoplatycerus splendens How., von den Philippinen eingefUhrt, 
bewahrt sich ebenfalls gut. — Alle die genannten Tiere werden beschrieben 
und abgebildet. Matouschek (Wien). 

Morill, W. and Back, E. A., Natural control of white flies in 
Florida. (U. S. Dep. of Agric. Bur. of Ent. Bull. 102. 78 pp. 9 tabl.) 
Mehrjahrige Erfahrungen zeigten, daft die klinstliche Verbreitung von 
insektentotenden Pilzen (Aegerita Webberi F., Aschersonia 
a 1 e y r o d i s Webb., A. flavocitrina P. Henn., Sporotrichum 
sp. usw.) gegen die Mottenschildlause auf Citrus- Baumen einen geringen 
Erfolg brachten. Man muB also wieder zu den chemischen Mitteln greifen. 

Matouschek (Wien). 

Hiltner u. Korff, Neue Vorbeugungs- und Bekampfungs- 
maBnahmen gegen den a m e r i k a n i s c h e n Stachel- 
beermehltau. (Prakt. Blatter f. Pflanzenb. u. Pflanzenschutz. 1913. 
p. 73.) 

Durchgefiihrte eigene Versuehe der Verf. empfehlen folgenden Be- 
kampfungszyklus: 

Abschneiden und Verbrennen aller befallenen Teilc des Strauches, even- 


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Entwicklnngahemmnng and Vernichtung dear Bakterien eta 


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tuell Ausrotten der sehr stark befallenen Stiicke. Bespritzung der Pflanzen 
mit 0,4—0,5-proz. Schwefelkaliumlosung oder (noch besser) mit 2-proz. 
Kupfervitriolkalkbriihe. Doch muB wahrend des Sommers 2—3mal gespritzt 
werden. Im Spatherbst starker Ruckschnitt und sorgfaltiges Sammeln und 
Verbrennen aller abgefallenen oder abgeschnittenen Pflanzenteile. Hernach 
Bespritzung der Pflanzen mit 2-proz. Kalkmilch. Den Boden bestreue man 
mit Atzkalk und bringe ihn leicht unter, Im nachsten Friihjahr Kalkung 
des Bodens und Bespritzung mit Kalkmilch zu wiederholen. Im Herbst 
ist eine Diingung zu geben: 8—10 kg Kainit oder 2,5—4 kg 4-proz. Kalisalz 
und 5—7,5 % Thomasmehl. Dttngt man im Friihjahr, so gebe man statt 
dessen 3,5—5,5 kg Superphosphat. Matouschek (Wien). 

Marsh, H. 0., The imported cabbage webworm. (U. S. Dep. 
of Agric. Ent. Bur. of Bull. 109. P. III. 1912. 22 pp.) 

GroB ist der Schaden, den der kohlschadliche Ziinslers H e 11 u 1 a u n - 
d a 1 i s Fab. auf Hawai hervorgebracht hat. Als Bekampfungsmittel werden 
angefiihrt: dichte Pflanzung und baldiges Verbrennen der stark befallenen 
Kohlpflanzen, das Fernhalten von Unkraut (besonders Cruciferen), tiefes 
Pfliigen im Herbste; anderseits Fanglampen zum Falterfang, Petroleum- 
emulsion und Bordeauxbriihe, mit oder ohne Zusatz von Arsen, gegen die 

Raupen. Matouschek (Wien). 

Hyslop, 3. A., T h e legume pod moth. (U. S. Dep. of Agric. Bur. 
of Ent. Bull. 95. P. VI. 1912.) 

Etiella zinckenella schisticolor Zell. friBt als Raupe 
die Samen der Hiilsen diverser Schmetterlingsblutler (Erbse, Lupine usw.) 
auf. Daneben treten, in gleicher Weise schadigend, die Maden von P e g o - 
mya planipalpis (Fliege) auf. Gegen beide empfiehlt Verf. die Behand- 
lung des Saatgutes mit Schwefelkohlenstoff. Die Parasiten beider Schadlinge 
werden notiert. Matouschek (Wien). 

Naumann, Gibt es ein Mittel zur Bekampfung der Kropf- 

krankheit? (Der HandelsgSrtner. 1912.) 

Verf. gibt eine kurze Lebensbeschreibung der Kohlhernie, geht alsdann 
auf die Bek&mpfungsmaBnahmen ein und bespricht im besonderen das von 
A. Steiner in Sonneberg zum Patent angemeldete Mittel. Das Steiner- 
sche Bekampf ungsverfahren. beruht auf dem Einbringen einer kalkhaltigen 
Erdmischung in den verseuchten Boden. Die Mischung selbst ist noch des 
Erfinders Geheimnis. Sie enthalt etwa ein Drittel gebrannten Kalks. Das 
Mittel hat sich bei einwandfreien Versuchen bewahrt, und es darf als erwiesen 
gelten, daB es die Hemiekeime mit Sicherheit abtotet und die ungiinstige 
Wirkung starker Kalkung aufhebt. Nach einer Berechnung des Verf. muB 
die Anwendung des Steiner schen Mittels jedoch an den viel zu hohen 
Kosten scheitem. Es mag vielleicht fur kleinere Gemiisebaubetriebe ver- 
wendbar sein, nicht aber fiir groBere Landereien. Vogel (Bromberg). 

Kroemer,K., Wege und Ziele des neuen Weinbaues. (43. Be- 
richt d. Senckenberg. Naturforsch. Gesellsch. in Frankfurt a. M. 1912. 
p. 140—142.) 

Geschichtliche Daten iiber das erste Auftreten und die allmahliche Ver- 
breitung von Oidium Tuckeri, Peronospora viticola und 


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Entwicklungshemmung und Vernichtung der Bakterien etc. 


tier Reblaus. Beziiglich der letzteren erwahnt Verf., daB im Verlauf der 
letzten 35 Jahre nur 0,6 Proz. der deutschen Weinbauflache der Vernich¬ 
tung anheimfiel. Die Kosten des deutschen Verfahrens (Schwefelkohlenstoff- 
Anwendung) sind im Verhaltnisse zum jahrlichen Ertragswerte unseres 
Weinbaues und gegeniiber den riesigen Verlusten der Nachbarlander gering. 
Der Anbau immuner Reben kommt fur die Qualitatsweinbaugebiete Deutsch- 
lands vorerst nicht in Betracht. 

Die Hauptaufgabe der nachsten Zeit ist darin zu erblicken, die ein- 
heimischen bewahrten Traubensorten der Auslesezlichtung zu unterwerfen, 
um Reben zu gewinnen, die ertragsicher und in der Immunitat gegen Pilz- 
krankheiten und tierische Schadlinge den neuen Verhaltnissen besser ange- 
paBt sind als die Bestande der alten Weinberge. 

Matouschek (Wien). 

Pantanelli, E., Esperienze sul ripianto di vigne ameri- 
cane e sue conseguenze. (Stazioni speriment. agrarie. Vol. 45. 
1912. p. 753—807.) 

Nach den Versuchen des Verf. (die in Stidostsizilien ausgeftihrt wurden) 
bewurzeln sich gleich nach der Ausrottung anderer Amerikaner oder einheimi- 
scher Weinstocke gepflanzte Amerikanerreben sehr schlecht; den groBten 
Schwierigkeiten begegnet man, wenn dieselbe Sorte zweimal nacheinander 
gebaut wird. Einige Sorten, wie Rupestrisdu Lot und iiberhaupt 
Rupestris - Sorten, zeigen sich in dieser Hinsicht sehr empfindlich. Es 
werden nur wenige, diinne Wurzeln angelegt, die ihr Wachstum nach kurzer 
Verzweigung bald einstellen. Unter diesen Umstanden tritt die Verkrauselung 
der Sprosse im zweiten Pflanzungsjahre auf, war auch das angewandte Setz- 
holz vollkommen normal, und zwar ebenso leicht, wenn der ausgerottete 
Weinberg von der Krauselkrankheit verseucht war oder nicht. 

Winterliche Griindungung mit Feldbohnen bewirkt eine starke Verpilzung 
der zuriickgebliebenen Wurzelreste der ausgerotteten Stocke, verschlechtert 
daher den Boden, ein- bis zweijahrige Graskultur ruft dagegen eine starke 
oxydative Zersetzung der Wurzelreste hervor, wodurch der Boden schlieBlich 
gereinigt wird. Pflanzung zwischen den Reihen und Absenken geben mit 
cmpfindlichen Amerikanersorten meistens keine oder eine sehr schwache 
Bewurzelung. 

Die Hemmung der Wurzelbildung und des Wurzelwachstums, die MiB- 
bildung der Wurzelendigungen, die Verzwcrgung der Sprosse treten bei der 
sofortigen Rekonstruktion ebenso wie bei der interkalaren Pflanzung ohne 
direkte Infektion von Wurzelpilzen auf. Im Setzlingsgarten, wo jahrlich 
eine auBerordentlich rciche Menge von Wurzelresten im Boden verbleibt, 
kommen diesclben Erscheinungen vor. 

Man kann dieselben MiBbildungen des Wurzelsystems, folglich auch die 
SproBverzwergung, kiinstlich hervorrufen, indem man dem Boden viele 
lebende unverpilzte Wurzelstiicke aus Reben derselben Sorte einverleibt. 

Chemische und physikalische Analysen, Messungen der Bodentemperatur 
und -Feuchtigkeit zeigten, daB es sich nach der Ausrottung eines Weinberges 
kaum um Erschopfung der Bodcnnahrstoffe oder um eine Verschlechterung 
der physikalischen Bodeneigenschaften, wohl aber um Beeinflussungen bio- 
logischen Ursprunges handelt. Friiher mitgeteilte Versuche mit sterilisierten 
Boden hatten ergeben, daB es sich bei der langsamen Autolyse der zuriick- 
gebliebenen Rcbcnwurzelfragmente das Wurzelwachstum der neugepflanzten 
Reben hemmende Stoffe bilden und im Boden herumdiffundieren. Darum 


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Entwicklungshemmung and Vernichtang der Bakterien etc. 


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pflegt die Verderbung in kolloidreichen oder sonstwie sehr feinen Boden 
langere Zeit erhalten zu bleiben, wahrend kriimelige oder leichte Boden 
in kurzer Zeit infolge der Oxydation und Auswaschung der schadlichen Stoffe 
ftir die Neupflanzung von Amerikanerreben wieder geeignet werden. 

Zuletzt fiihrt Verf. verschiedene Tatsachen und Versuchsergebnisse an, 
welche den Zusammenhang zwischen Wurzelstorung und SproBverkrauselung 
(Roncet) nachweisen sollen. P a n t a n e 11 i (Rom). 

Pfeiffer, F., Erg&nzungsbericht zu „Versuche zur Be¬ 
kampfung der Rebschadlinge in Hessen im Jahre 
1912“. (Hess. Obst-, Wein-, Gemiise- u. Gartenbauzeitg., Beibl. d. Hess, 
landwirtsch. Zeitg. 1913. p. 37—38.) 

Die Schwefelkohlenstoff-Nikotin-Schmierseifenlosung bei mehrmaliger 
Nachbehandlung mit Nikotinschmierseife wurde auf einer Parzelle Mitte 
Juni 1912 angewandt. Es zeigte sich sehr geringer Befall durch den Trauben- 
wickler. Layko-Trockenstaubpraparate erwiesen sich fast erfolglos. Ebenso 
versagten bei der Bekampfung derPeronospora und des 0 i d i u m 
die pulverformigen Mittel Pulvazuro, Azurin, Laykoschwefel. 

Matouschek (Wien). 

Martin, Fr., Contre le court-nou6. (La Terre Vaudoise. 1913. 
p. 127.) 

Recht guten Erfolg brachte gegen die Krauselkrankheit des Weinstockes 
eine 3-proz. Polysulfidlosung im Fruhjahr 1912. Verf. preist dieses Mittel an 
und zeigt, daft bei Nichtanwendung desselben der Minderertrag ein bedeu- 
tender werden kann. Matouschek (Wien). 

ScheUenberg, H., Zur Bekampfung der Milbenkrausel- 
krankheit. (Schweizer. Zeitschr. f. Obst- u. Weinb. 1913. p. 91—92.) 
Wenn auch Schwefelleber und Polysulfure gleich guten Erfolg zeigen, 
so ist doch letzteres Mittel jetzt um 7 Proz. billiger als das erstere. Die 3-proz. 
Losung ist in warmem Wasser aufzulosen. Man kann mit Polysulfure 150 
bis 250 Stocke pro Stunde bepinseln. Das Bepinseln ist dem Bespritzen 
vorzuziehen. Matouschek (Wien). 

Audebert, 0., La defense contre l’Altise, la Cochylis 
et 1 ’ E u d 6 m i s. Etat actuel de la question. (Rev. de 
viticult. T. 37. 1912. p. 71.) 

Die Anwendung der in den letzten Jahren zur Traubenwicklerbekamp- 
fung empfohlenen Spritzflussigkeiten (Nikotin- und Arsenpraparate usw.) 
ergibt nach Verf. in der Praxis viel ungiinstigere Resultate, als man nach 
den ersten Ergebnissen in kleineren Versuchsparzellen erwarten muBte. 
Besseren Erfolg verspricht er sich vom Mottenfang mit Fanglampen und 
Fangglasern. Etwas besser wirkten die genannten Spritzflussigkeiten gegen 
Altica ampelophaga. 

Die Frage nach den zweckmaBigsten Bekampfungsmethoden gegen die 
wichtigsten Rebeninsekten ist also noch keineswegs geklart. 

0. Schneider-Orelli (Wadenswil). 
Fron, G., Note sur quelquesMucSdinees observ^es sur 
Cochylis ambiguella. (Bull. Soc. Mycol. France. T. 27. p. 482 
—487. pi. XIX.) 

Auf Cochylis wurden folgende Pilze beobachtet: 

Zweite Abt. Bd. 42. 14 


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Entwicklungshemmung and Veraichtung der Bakterien etc. 


Botrytie Bassiana Bale. [S pic aria Bassiana (Bala.) Vuill.], 
Spicaria verticillioides nov. sp., Verticillium heterocladum 
Lenz., und Citromyces glaber Wehmer. 

Die neue Art wird eingehend behandelt und in einer lateinischen Diagnose 
wiedergegeben. L a k o n (Tharandt). 

Fron, 6., Sur une Muc6din6e de la Cochylis. (2 e note.) (Bull. 
Soc. myc. France. T. XXVIII. p. 151—154.) 

Verf. benchtet tiber seine weiteren Beobachtungen an dem Insektenpilz 
Spicaria verticillioides, den er auf Conchylis undPoly- 
chrosis (Traubenwickler) aufgefunden hat. Der Pilz bildet unter Um- 
8 tan den koremienartige Stromata und ist in dieser Wuchsform als eine 
Itaria anzusehen; er ahnelt in hohem Mafie Itaria farinora, ist 
aber von dieser deutlich verschieden. Die vorliegende Art ist als eine 
Varietat von Itaria farinora anzusehen und wird, nach dem Vorgehen 
von Constantin und neuerdings von Vuillemin, Spicaria fari¬ 
nora verticillioides benannt. Der Pilz wird auf Grund der erneuerten 
Beobachtungen des Verfs. n&her beschrieben. Lakon (Tharandt). 

Gayon, U., et Lafforgue, G., L’Altise. Rapport sur les t r a - 
vaux de la Comission de la Gironde pour l’ann6e 
1911. (Rev. de viticult. T. 37. 1912. p. 841.) 

Es wurde in der Gironde (Bordeaux) im Sommer 1910 eine Kommission 
eingesetzt zum Studium der Biologie und der Bekampfung des Rebenerd- 
flohkafers (H a 11 i c a a m p e 1 o p h a g a), der sich seit 1900 in den dortigen 
Weinbaugebieten sehr stark vermehrte. Verff. berichten hier nun iiber die 
Tatigkeit dieser Kommission im Jahre 1911 und veranschaulichen die Ver- 
breitung des Rebenschadlings an Hand einer farbigen Karte. 

Die Lebensweise wurde von F e y t a u d naher studiert. Der Kafer 
tiberwintert als Imago besonders in Schlupfwinkeln des Weinbergbodens, 
seltener unter Rindenschuppen an den Reben selber. Zeitig im Friihjahr 
kommt er hervor und macht sich an die jungen Triebe und legt die Eier an 
die Unterseite der Blatter. Die ausgeschliipften Larven nahren sich vorerst 
vom Parenchym der Blatter und lassen die Epidermis der Blattoberseite 
stehen, spater begeben sie sich aber auch an die jungen Gescheine und auf die 
Oberseite der Blatter. Sie verpuppen sich im Boden. Die zweite Kafer- 
generation benagt die Blatter und Traubchen und schreitet bald 
wieder zur Eiablage. Es kommen in der Gironde gewohnlich zwei Generationen 
zur Entwicklung, wahrend fiir Algerien 4—6 Generationen pro Jahr angegeben 
werden. 

Bei sehr starkcm Befall bleiben von den Blattern nur dieBlattnerven stehen. 

Zur Bekampfung wurden einerseits Versuche mit Fangapparaten, anderer- 
seits mit verschiedenen Spritzfliissigkeiten durchgefiihrt. Am wirksamsten 
waren Bespritzungen mit Bordeauxbriihe, der man pro hi 1% Liter 10-proz. 
Nikotinlosung zugefiigt hatte. Bei sehr starker Invasion miissen damit sowohl 
die Kafer schon vor der Eiablage als auch die Larven der ersten Generation 
bespritzt werden. Die Verff. empfehlen, bei der ersten Bespritzung so vorzu- 
gehen, dafi jeweilen nur etwa 15 Reihen nebeneinander bespritzt werden 
und daneben je 5 Reihen unbespritzt bleiben; die iibrig bleibenden Kafer 
konzentrieren sich dann auf die unbehandelten Reben und konnen hier mit 
Fangtriehtern oder Leimbrettchen eingesammelt werden. 

0. Schneider-Orelli (Wadenswil). 


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Entwicklangshemmang und Vemiohtung der Bakterien etc. 


211 


Feytaud, J., La Punaise bleue. (Bull, de la Soc. d’etudes et de 
vulgaris, de la zool. agric. 1911. p. 188—194.) 

Zicrona coerulea L. („blaue Wanze“) ist recht ntitzlich fur 
folgende Schadlinge des Weinstockes: Haltica ampelophagaG. M., 
andere Halticiden- und Chrysomelidenlarven (z. B. A d i m o n i a c a - 
preae, Galerucella luteola, Phaedon, Plagiodera) 
und die Raupe von C o c h y 1 i s. An groBeren Raupen des letzterwahnten 
Tieres wurde die blaue Wanze nur selten bemerkt. Die Figuren illustrieren 
die Entwicklungsstadien der Wanze. Matouschek (Wien). 

Pointu, E., Les traitements contre le Mildiou (de la 
V i g n e). (La Cooperation agric. 1913. No. 11.) 

L’auteur conseille d’employer le traitement cuivrique (bouillie cuivri- 
que de Schloesing) pendant la pluie ou tout de suite apres. 11 insiste 
sur la n4cessit6 de preparer la bouillie sur place, en utilisant des produits 
en poudre, verses dans l’eau au moment de l’emploi. R faut aussi que ces 
bouillies soient tres adhSrentes. Kufferath (Bruxelles). 


Berlese, A., Come progredisce la Prospaltella Berlesei 
in Italia. (Redia. VII. p. 436—461.) 

Bis 1911 war Prospaltella Berlesei in 10 000 Ortschaften 
Italiens schon eingefiihrt worden, um die Maulbeerbaumschildlaus (Dias- 
pis pentagon a) zu bek&mpfen. Die neue Hilfe hat sich in Ober- 
italien vollkommen bewahrt, obwohl der strenge Winter die jahrliche Ver- 
mehrung um eine Generation vermindert; im tibrigen widersteht Pro¬ 
spaltella im Ruhezustand auch einer Kalte von —12° C. Jahrlich schreitet 
die Prospaltella etwa 1 km um den Einflihrungspunkt fort, tlbri- 
gens verhalt sich die Prospaltella in alien Gegenden beinahe gleich, 
so dafi Verf. das baldige Verschwinden der Schildlaus prophezeit und den 
Landwirten von der offiziellen Bekampfungsmethode mit Teerol und son- 
stigen Behandlungen abrat. P a n t a n e 11 i (Rom). 

Chaine, J., Traitement des Buis contre le Monarthropalpus 
buxi Lab. (Compt. rend, de la Soc. de Biol. T. LXXIV. 1913. 
p. 156). 

C. conseille pour dStruire cette C6cidomye de saupoudrer les feuilles 
de fleur de soufre apres les avoir mouillSes au moyen d’un vaporisateur. 
Cette operation doit etre faite au moment de la ponte. Les feuilles pri¬ 
son tant des galles seront couples aux mois de janvier, f^vrier. 

H. Kufferath (Bruxelles). 

Wiehgrat, F., Der Kampf gegen Kulturschadlinge in 
A m e r i k a. (Deutsch. Obstbauzeitg. 1913. p. 101—104.) 

Der 91. Bericht von Howard und F i s k e (Entom. Bur. des Ackerbau- 
depart.) wird auszugsweise wiedergegeben. Er beschaftigt sich mit der bio- 
logischen Bekampfung der Pflanzenlause durch Coccinelliden und mit der 
des Goldafters und Schwammspinners durch seine natiirlichen Feinde. Verf. 
meint, daB die amerikanischen Bekampfungsmethoden in Deutschland und 
in dessen Kolonien sinngem&B, mehr als bisher, zu beriicksichtigen waren. 
In einem Anhange berichtet G. Liistner liber den Nutzen des Weber- 
knechtes (P h a 1 a n g i u m o p i 1 i o) bei der Vertilgung von Blattlausen 

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212 


Entwioklungsbemmung uud Vemichtung der Bakterien etc. 


und ahnlichem Ungeziefer und liber das Versagen der Marienkafereinfuhr 
gegen den Heu- und Sauerwurm. Matouschek (Wien). 

Smith, H. S., The Chalcidoid genus Perilampus and its 
relations to the problems of parasite introduc¬ 
tion. (U. S. Dep. of Agr. Bur. of Ent. Techn. Ser. 19. Part. IV. 1912.) 
Perilampus hyalinus Say. ist ein Parasit vieler niitzlicher 
Insektenschmarotzer (z. B. Limnerium validum). Speziell richtet 
er seine Angriffe als Hyperparasit auf die Parasiten der Hyphantria 
t e x t o r Harr., und zwar besonders auf die Tachinide Varichaeta. 
Perilampus Cuprinus greift aber die Parasiten von Porthetria 
d i s p a r und Euproctis chrysorrhoea und da speziell die Tachi¬ 
nide Blepharipa scutellata an. Beide Perilampus -Arten 
konnen also mitunter die kiinstliche Verbreitung der Insektenschmarotzer, 
die gegen die oben genannten Schadlinge wirken sollen, eindammen. 

Matouschek (Wien). 

Burill, A. C., Economic and biologic Notes on the giant 
Midge, Chironomus (Tendipes) plumosus Meigen. 
(Bull, of the Wisconsin Nat. Hist. Soc. Vol. 10. p. 124—163.) 

Zu Madison und Siid-Oshkosch (Wisconsin) wurden August 1912 Schwarme 
des genannten Insekts (Dipter.) von dem Pilze Empusa culicis be¬ 
fallen und vernichtet. Der PUz war 1905—1906 im Gebiete auch haufig. 

Matouschek (Wien). 

Russel, H. 31., The greenhouse Thrips. (U. S. Depart, of Agric. 
Bur. of Ent. Circ. 151. 1912.) 

Heliothrips haemorrhoidalis BchA wird beschrieben und 
der Schaden auf Croton abgebildet. Gegenmittel: Rauchern mit Nikotin- 
papier, verdiinntem Tabakextrakt und Blausaure, ferner das Bespritzen mit 
Tabakextrakt, Petroleumemulsion oder starkem Wasserstrahl und zwar in 
je 7—10 Tagen wiederholt. Bei Freilandbaumen wiirde sich empfehlen 
Tabakextrakt und Olemulsion. Matouschek (Wien). 

Russel, H. M., An internal Parasite of Thysanoptera. 
(U. S. Depart, of Agric. Bur. of Ent. Techn. Ser. 1912. No. 23, P. II.) 

Aus Heliothrips fasciatus Perg. (BohnenblasenfuB) und 
auch aus Thrips tabaci Lindem. und Euthrips tritici Fitch, 
erhielt Verf. den Chalcidier Thripoctenus russeli Crawf. Die 
Entwicklungsdauer des Parasiten betragt 33 Tage. Winke iiber die Auf- 
zucht und die kiinstliche Verbreitung des niitzlichen Schmarotzers. 

Matouschek (Wien). 

Stormer, K., u. Kleine, R., Die DrahtwUrmer. (Illustr. Landw. 
Zeitung. Jg. 32. 1912. p. 393.) 

Die Drahtwiirmer (in ihrer Lebensweise ahnlich derjenigen der Enger- 
linge) ernahren sich im Boden vorwiegend von lebender Pflanzensubstanz, 
und zwar sowohl von Wurzeln als auch von Stengelteilen. Gefahrdet sind 
vor allem die Sommergetreidearten (Gerste, Hafer, Sommerweizen), ferner 
Ruben und Kartoffeln. Im iibrigen verschmahen sie kaum irgcndeine der 
Kulturpflanzen. Am meisten wird geklagt iiber den FraB an Gerste und 
Hafer. Zur Bekampfung der Drahtwiirmer ist das Auslegen von Kartoffel- 
stiicken als Koder erst in letzter Linie zu empfehlen. Vorher kommen zwei 
andere Mittel in Betracht: die Festigung des Bodens durch Walzen und die 


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Entwicklungshemmung und Vemicbtung der Baktorien etc. 


213 


Kopfdiingung mit atzenden Stoffen, also mit Kainit und Atzkalk. Durch 
das Walzen, also starkes Festdriicken des Bodens, wird der Drahtwurm in 
seiner Bewegungsfreiheit gehindert. Kainit in der Menge von 4—6 Zentner 
pro Morgen ist gleichzeitig auch gegen die Unkrauter sehr wirksam, be- 
schadigt aber zarte Pflanzen. Dagegen erscheint dieses Mittel besonders 
bei Riiben (in 2 Gaben) angebracht. Die zu fiirchtende Verkrustung des 
Bodens fallt weg, wenn man entweder einen gepulverten Atzkalk in der Menge 
von 6—10 Zentnern oder ein Gemenge von Atzkalk und Kainit anwendet. 
Die auch empfohlene Anwendung des Chilisalpeters wirkt nur fordernd auf 
das Wachstum der Pflanzen ein, ohne dem Drahtwurm zu schaden. Da der 
Drahtwurm zu groBe Feuchtigkeit nicht liebt, und daher bei Regenwetter 
in die Tiefe geht, liegt darin der beste Schutz gegen die Drahtwurmplage. 

S t i f t (Wien). 

Hyslop, J. A., The false Wireworms of thePacific North¬ 
west. (U. S. Dep. of Agric. Bur. of Ent. Bull. 95. Part V. 1912.) 

Die „unechten Drahtwiirmer“ (Larven von Eleodes letcheri 
v a n d y k e i Bl. und E. pimelioides Mann) schadigen dieselben Pflan- 
zenarten in gleicher Weise wie die „echten Drahtwiirmer“ (von Elateriden). 
Vogel fressen beiderlei Schadlinge. Gegenmittel sind: Sehr friihes Eggen, 
sehr spates Tiefpfliigen (Juli-August) der Sommerbrache. Beizungen des 
Saatgutes brachten nie einen Erfolg. Matouschek (Wien). 

Kurdjumov, N. Y., Hym6noptferes parasites nouveaux ou 
peu connus. (Rev. Russe d’Entomol. T. XIL 1912. p. 223—240). 
[Franzosisch]. 

Als n e u wurden folgende Parasiten hingestellt: 

Rhoptromeris widhalmi(Figitidae, gezogen aus Oscinella 
frit L.); Phaeogenes plutellae (Ichneumonidae, gezogen aus 
Plutella maculipennis); Gryptus mokrzeckii (verwandt mit C. 
g e n a 1 i s Tschek., gezogen aus C e t o n i a sp.); Apanteles plutellae (Bra- 
con i d a e, gezogen aus Plutella maculipennis); Ap. hiberniae 
(gezogen aus Hibernia defoliaria Cl.); Gyrocampa pospelovi 
(Alysidiidae, gezogen aus Oscinella frit); Pteromalus pospe¬ 
lovi (gezogenausAgrilus hastulifer); Habrocyrtus microgastris 
(gezogen aus Apanteles glomeratusL. und A. pieridis Bouchd); Sphe- 
gigaster orobanchiae (gezogen aus Phytomiza orobanchae 
Kalt.); Neochrysocharis n. g. mit N. i m m a c u 1 a t u s n. sp. (gezogen aus 
Oscinella frit) und N. a 1 b i p e s n. sp. (gezogen aus der Larve von P i m p 1 a 
graminella Gr.); Tetrastichus coccinellae (gezogen aus den Larven 
von Coccinella septempunctata); T. sokolowskii (gezogen aus 
einem Ei von Apanteles plutellae). 

Diese neuen Genera bzw. Arten wurden durchwegs an verschiedenen 
Orten RuBlands gezogen. — Die Arbeit enthalt auch viele kritische Be- 
merkungen zu schon bekannten Arten. Matouschek (Wien). 

Paoli, Guido, Nuovi Laboulbeniomiceti parassiti di 
Acari. (Malphigia. XXIV. 1912. p. 329—340.) 

Es werden mit lateinischen Diagnosen beschrieben: 

Rickia javanica n. sp., habitat super Acarum Gamasidem 
Paohylaelaps (Onchodellus) spectabilisin Java; 

R. coleopterophagi n. sp., super Acarum Gamasidem Coleop- 
terophagus procerus Berl. in India; 

R. minutan. sp., spuer Acarum Gamasides Holocaeleno ro¬ 
tunda Berl. in Texas; 

R. berlesiana (Bacc.) Paoli [ = Rhacomyces berlesiana Bacc. ] super A c a - 
ros Gamasides Fedrizia grossipes Berl. etFedrizia gloriosa 
Berl. in Australia; 


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214 


Entwicklungshemmung und Vemichtung der Bakterien eta 


Dimeromyoes muoronatus n. sp., super Acarum Gamasidem 
Canestrinia spectandra Berl. parasitum super Dorcus bucephalus 
in Java; 

D. falcatus n. sp., super Aoarum Gamasidem Canestrinia 
dorcicola Berl. var. pentodontis Berl. parasitum super Pentodon 
punotatus prope Pisas (Italia); 

D. muticusn. sp., super Acarum Gamasidem Canestrinia 
n e g 1 e c t a Berl. parasitum super Scarabaeus centaurus in Afrika. 

Die Tafel bringt die neuen Pilze. Matouschek (Wien). 

Moore, W., Notes on the LifeHistory of severalSpecies 
of Aphides. (The Agric. Journ. of the Union of South-Africa. IV. 
Pretoria 1912. p. 425—428.) 

Schizoneura lanigera (Blutlaus) wird im Gebiete mittels 
Schwefelkalkbriihe zu Beginn oder Ende Winter bekampft. Gegen Aphis 
persicae-niger (schwarze Pfirsichblattlaus) und gegen S i p h o n o - 
phora citrifolia (Citrus -Blattjaus) bringt Tabakextraktseifen- 
mischung im ersten Friihlinge (Anfang September) den besten Erfolg. 

Matouschek (Wien). 

Freyhold, yon, Zur griindlichen Vertilgung der Woll- 
laus an Topfgewachsen. (Erfurter Fiihrer i. Obst- u. Gartenb. 
1913. p. 372—373.) 

Verf. meint, dab die Wolllause sich nachts auf Opuntien, Phyllokakteen 
und Amaryllis verteilen. Tabaksaft-Bepinselung nUtzt. Das „Absam- 
meln mit einer gliihenden Pinzette“ ist im groben aber undurchfuhrbar. 

Matouschek (Wien). 

Blanc, G. R., Revue g 6 n 6 r a 1 e de la famille des Tarso- 
n 6 m i d e s. (Bull, de la Soc. d’Etudes et de vulg. de la Zool. agric. 1912. 
p. 153—163, 6 Zig.) 

Pediculoides ventricosus wird eingehend besprochen; er 
lebt auf verschiedenen Insekten als Parasit, und zwar auf solchen zumeist, 
die Pflanzenschadlinge sind, z. B. auf der Raupe von Phthorimaea 
operculella. Gelegentlich geht die Milbe auch auf den Menschen iiber. 

Matouschek (Wien). 

Webster, R.L., Spraying with Linseed Oil Wash for the 
Oyster Shellscale. (Journ. of Econ. Entom. 1911. p. 202.) 

1. Gegen die genannte austemformige Schildlaus verwendete Verf. mit 
bestem Erfolge folgende Mittel: 

1 Pfiind hart© Seife, 

1 Gallon© Leindl (roh), 
aut 12 Gallonen Wasserrest. 

2. Preis per Gallone Spritzfliissigkeit nur 9 cts. 

Das Mittel haftet sehr gut, die Blatter werden durch das Spritzmittel 
nicht geschadigt. Matouschek (Wien). 

d’Herelle, F., Surune Gpizootie de nature bact^rienne 
s6vissant sur les sauterelles au Mexique. (Compt. 
Rend, de la Soc. Paris. T. 152. p. 1413.) 

Auf Yucatan hat Verf. 1910 aus toten Heuschrecken einen Coccus 
isoliert, der sich im Darmkanal in fast reinen Kulturen befand. Die Ein- 
impfung desselben in gesunde Tiere ruft eine Krankheit hervor. Der Coccus 
ist ein fakultativer Aerobier, der zunaehst die Bouillon triibt und einen 
Schleier bildet und auf der Gelose weibliche, klebrige und durchscheinende 
Kolonien bildet. Er farbt sich auf die gcwohnliche Art und Weise, nicht mit 


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Entwicklnngshemmung and Vemichtung der Bakterien etc. 


215 


Gram und zeigt ovoide Formen von 0,5 pi und verlangerte Formen von 
0,5 x 1,00 ( 1 . Der Coccus ist nicht pathogen fttr das Huhn, das Meerschwein- 
chen und Kaninchen. Matouschek (Wien). 

Geret, L., Heuschreckenplage in Uruguay und ihre Be- 
kampfung. (Kosmos. 1913. p. 104—106.) 

Nahe der bolivischen Grenze befindet sich der Heuschreckenherd der 
argentinischen Verseuchung. Die schadlichsten Arten und das Eintreiben 
der Schrecken langs aufgestellter Blechstreifen in Gruben werden abgebildet. 
F. d’Here 11 e erzielte durch Coccobacillus acridarum n. sp. 
auch in letzterer Zeit beste Erfolge im Freien. Matouschek (Wien). 

Kuppke, Vertilgung der Maulwurisgrille Oder Werre in den 
Saatkampen. (Zeitschr. d. Landwirtschaftskamm. f. d. Prov. Schlesien. 
1912. p. 1493.) 

Als Bekampfungsmittel empfiehlt Verf. besonders das Eingiefien von 
Wasser und Lein- Oder Maschinenol in die Gange. 

Matouschek (Wien). 

Heikertinger, Franz, Zur Praxis des Kaferfanges mit dem 
K&tscher. (Wien, entomol. Zeitg. Jg. 30. p. 227—233, 247—261.) 

Mit diesem in neuerer Zeit verschmahten altbekannten Instrumente 
fand Verf. viele Schadlinge auf Kulturpflanzen und wildlebenden, z. B. 
Psylliodes affinis Payk. (gelber Flohkafer), der zu Hunderten im 
Herbste die Blatter der Kartoffelpflanze skelettiert. Er behauptet, daB 
es nur mit dem Katscher moglich ist, die Feinde vieler Pflanzenspezies zu 
fangen. Matouschek (Wien). 

Mae Dougall, Stewart R., Mustart Beetles. (The Journ. Board 
of Agricult. Vol. 18. p. 1017—1020.) 

Biologische Daten iiber Phaedon betulae Kiist. und M e 1 i - 
gethes aeneus Fab., deren Entwicklung auch besprochen wird. 

Bekampfungsmittel: Sammeln der Kafer in Gefafien, Spritzen mit Blei- 
arsenat behufs Vertilgung der Larven und Ziehen von Graben. 

Matouschek (Wien). 

Russel, H. and Fet, Johnston, TheLifeHistory of Tetrastichus 
a s p a r a g i Crawf. (Journ. of Econ. Entomol. Vol. 5. 1912. p. 429—433.) 
Das genannte Insekt ist ein Parasit des Spargelkafers; es legt seine Eier 
in der Zahl 1—9 in die Eier des Wirtes. Die letzteren entwickeln sich bis zur 
Puppe, erst dann verlaBt der Parasit seinen Wirt. Matouschek (Wien). 

Catoni, Giulio, Parassiti dell’Anthonomus pomorum (L.), 
osservato in Valle di Non [Trentino]. (Boll, dell’ La- 
borat. di zoolog. gener. et agragr. d. R. Scuola d’agricult. in Portici. Vol. 6. 
1912. 10 pp.) 

Besprochen werden Pimpla pomorum Rtzb., Meteorus 
ictericus (Ness.), Habrocytus fasciatus Thoms., Apan- 
theles impurus Ness. Die Schadlinge sind hier nach der Haufigkeit 
des Auftretens geordnet. Matouschek (Wien). 


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216 


Inhalt. 


Inhalt. 


Originalberichte fiber Kongresse, Ver- 
sammlnngen etc. 

Society of American Bacteriologists. 

Ayers, S. Henry and Johnson, William T., 

Jr., A synthetic Medium for the Deter¬ 
mination of Colon Bacilli in Ice-Cream, 
p. 74. 

Beckwith, T. D. and Vass, A. F., A possible 
improvement in the Technique of Deter¬ 
mination of the ammonifying Power of 
Soils, p. 69. 

Breed, Robert S. and Brew, James D., The 

Usefulness of dried stained Smears of 
Milk as a Means of Detering the Sani¬ 
tary Quality of Milk, p. 71. 

Brown, P. E., Bacterial Activities and Crop 
Production, p. 65. 

— and Kellog, E. H., Sulfofication in Soils, 
p. 67. 

Conn, J. Joel, A new Medium for the 
quantitative Determination of Bacteria 
in Soil, p. 66. 

Dallyn, D. A., Field Organization and Labo¬ 
ratory Technique Canadian Section. In¬ 
ternational Joint Commission Pollution 
Investigation, p. 72. 

Derick, Carrie M., The Influence of the 
Hypochlorite Treatment of Water upon 
the Development of Algae, p. 73. 

Evans, Alice C., and Hastings, E. G., A 
Study of the Bacteria concerned in the 
Production of the characteristic Flavor 
in Cheese of the Cheddar Type, p. 74. 

Hesselink van Suchtelen, F. H., The En- 
viroment of Soil Organisms, p. 65. 

Jones, Dan H., B. S. A., Further Studies 
with some Azotobacter, p. 68. 

Lipman, Chas. B., Antagonism between 
Salts as affecting Soil Bacteria, p. 67. 

Northup, Zae, A bacterial Disease of the 
Larvae of the June beetle? Lachno- 
sterna spp., p. 69. 

Rogers, L. A., A satisfactory Platinum 
Needle, p. 75. 

Thomas, J. Bosley and Sandman, Edgar A., 

A numerical Comparison of the Orga¬ 
nisms producing Gas in Lactose Bile iso¬ 
lated from the Baltimore City Water 
Supplies, p. 70. 

Winslow, C. E. A., Notes on the Bacterio¬ 
logy of Air and its Sanitary Significance, 

p. 71. 

Referate. 

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vcrhaltnisse in der Gegcnd von Abbazia 
in Istrien und iiber das Verhalten meh- 
rerer Holzarten gegen den Salzgehalt der 
Luft an den KLippen des Quarneros, 
p. 137. 

Anonym, Hitzerisse, p. 141. 


Amaoudoff, N., Quelques cas t^ratologiques 
chez les mousses, p. 159. 

Araand, G., Sur les genres Zopfia, Richonia 
et Caryospora, p. 111. 

Arthur, J. C., Uredinales on Carex in North 
America, p. 121. 

Back, E. A., Notes on Cuban White-Flies 
with Description of two new Species, 
p. 187. 

Bainier, G., Mycoth&que de l’ficole de Phar- 
macie, p. 81. 

Bally, W., Die Chytridineen im Lichte der 
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ceae: IV. The genus Phellodon, p. 119. 

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[Tschechisch. ] 

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sisch. ] 

Bayer, E., Gallenbildende Chermiden der 
Fichte und der Larche, p. 165. [Tschech.] 

Beauverie, J., fitat actuel de la question 
de la propagation des Rouilles, p. 117. 

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Bechhold, H., Die Kolloide in Biologie und 
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Bericht der Karstaufforstungskommission 
fiir die gefiirstete Grafschaft Gorz und 
Gradiska iiber ihre Tatigkeit fiir das Jahr 
1911, p. 137. 

Bernard, Noel, Sur la fonction fungicide 
des bulbes d’Ophryd6es, p. 172. 

v. Bersa, t)ber Karstaufforstungen in Krain 
und Kiistenland, p. 137. 

Bertrand, G., Sur le role capital du man¬ 
ganese dans la formation des oonidies de 
1’Aspergill us niger, p. 80. 

Betts, A. D„ A Bee-hive Fungus, Peri- 
cyst is alvei gen. et sp. nov., p. 95. 

—, The Fungi of the Bee-hive, p. 95. 

Bezssonoff, N., Notice sur le developpe- 
ment des conidiophores et sur les ph6no- 
menes nuc lea ires qui l’accompagnent 
chez le ,,Sphaerotheca Mors uvae“ 
(Schwein. Berk, et Curt.) et le „Micro- 
pliaera Astragali* 4 (s. Erysiphe Astr.) DC. 
Trev., p. 132. 

Bier, A., Ein blutlausahnlicher Schadling 
unserer Topfpflanzen, p. 185. 

Blackman, V. H. and Welsford, E. J., The 
Development of the Perithecium of Poly¬ 
stigma rubrum DC., p. 116. 

Blakeslee, A. F., Conjugation in the lietero- 
gamic genus Zygorhynchus, p. 82. 

Boldyrev, B. Th., Tachycines asynamorus 
und Periplaneta australasiae Fbr. in den 


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Inhalt. 


217 


Warmhausern vonMoskau, p. 156. [Rus- 
sisch. ] 

Bondarzew, A. 8 ., Verzeichnis der von A. 
A. Elenkin und B. P. Sawitsch auf Wald- 
baumen an der Kiiste des Schwarzen 
Meeres im Sommer 1912 gesammelten 
Pilze, p. 139. [Russisch.] 

Borggardt, A. J., Uber die Kernverhaltnisse 
bei Uredo alpestris, p. 118. 

Borggreve, Uber einen Maserkropf, p. 161. 

Bommdller, J. t Mitteilungen ana der hei- 
miachen Flora, p. 159. 

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Larch Disease in Scotland, p. 143. 

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ber tree, p. 142. 

Brenckle, J. F. f Fungi Daco tenses, p. 108. 

Breslauer, A., A propos du dimorphisme 
sexuel des Mucorin6es, p. 80. 

Brick, C., Einige Schutzvorrichtungen tro- 
piacher Fame gegen Vertrocknung, p,177. 

Briosi, Giovanni, Rasaegna crittogamica per 
il secondo semestre dell’ anno 1907, 

p. 101. 

—, Rassegna crittogamica dell’ anno 1908 
con notizie sulle malattie dell* erba 
medica causate da parasiti vegetali, 

p. 102. 

Brooks, F. T. t „Silver-leaf“ disease, p. 130. 

Brown, H. B., Studies in the Development 
of Xylaria, p. 112. 

Bnbdk, Franz, Die Pilze Bohmens. T. II. 
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p. 99. 

Buchner, P., Zur Kenntnis der Aleurodes- 
Symbionten, p. 183. 

Buscalioni, Luigi e Muscatello, Guiseppe, 

Contribuzione alio studio delle lesioni 
fogliari, p. 161. 

Butler, E. J., On AUomyces, a new aquatic 
Fungus, p. 91. 

Cannon, W. A., Structural relations in 
xenoparasitism, p. 176. 

Cavara, F., Bacteriosi del Giaggiolo. (Iris 

. pallida Lam.) Nota preliminare, p. 149. 

Celakovsty, Lad. Fr., Weitere Beitrage zur 
Fortpflanzungsphysiologie der Pilze, 
p. 78. 

Chalon, J., Anomalie chez V Araucaria ex- 
celsa Carr., p. 159. 

Chevalier, H., Agaricus melleus, p. 113. 

Chittenden, F. IL, A little known Cutworm, 
p. 147. 

—, The Cowpea Weevill, p. 152. 

—, The broad-bean Weevill, p. 146. 

Chittenden, Fred J., Bulbs destroyed by 
Grubs, p. 148. 

Cholodkovsky, N., Sur quelques insectes 
exotiques, p. 169. 

Clark, J. J., Abnormal Flowers of Amelan- 
chier spicata, p. 160. 


dements, F. E., Nova fungorum coloraden- 
sium genera, p. 108. 

Cobau, R., Altri cecidii della Valle del 
Brenta, p. 170. 

Cruchet, D., Mayor, E. et Cruchet, P., Con¬ 
tribution k l’itude de la flore crypto- 
gamique du canton du Valais, p. 104. 

Dahlin, T., Uber Secale cornutum, p. 123. 

Darnell’Smith, G. P., On the mode of dis¬ 
persal of Irish Blight, p. 156. 

Del Guercio, G., Mezzi chimici e meccanici 
per ostacolare la diffusione del fleotri- 
pide dell’ olivo, p. 131. 

Dewitz, J., Die Bedeutung der Physiologic 
fur die Schadlingsforschung, p. 96. 

Diels, L., Der FormbildungsprozeB bei der 
Bliitencecidie von Lonicera, Untergatt. 
Periclymenum, p. 165. 

Dixon, H. N., Abnormality of Moss Cap¬ 
sule, p. 159. 

DoB, B„ Entstehung der okonomisch wich- 
tigsten Schwefelkieslagerstatten, p. 92. 

Dowson, W. J., Uber das Mycel des Aeci- 
dium leucospermum und der Puccinia 
fusca, p. 150. 

Dummer, R. A., A bisexual „gymnosper- 
mous“ Begonia, p. 157. 

Dwight, Pieroe W., Cushman, R. A. and 
Hood, C. E., The Insect Enemies of the 
Cotton Boll Weevil, p. 125. 

Edgerton, 0. W., The Melanconiales, p. 119. 

Eggers, H., Die Verbreitung von Pityo- 
genes austriacus Wachtl und elongatus 
Lov, p. 142. 

Elofson, A., Bericht uber die Tatigkeit der 
Ultuna-Filiale des schwedischen Saat- 
zuchtsvereins im Jahre 1910, p. 121. 
[Schwedisch. ] 

Eriksson, Jacob, £tudes sur la maladie 
produite par la Rhizoctone violac^e, 
p. 154. 

Efloig, E. 0., Aphidae of Southern Cali¬ 
fornia, IX and X, p, 184. 

—, Host Index to California Plant Lice. 
II. (Aphidae), p. 185. 

Euler, Zur Kenntnis der Zellulose, p. 93. 

Ewert, R., Verschiedene Uberwinterung der 
Monilien des Kern- und Steinobstes und 
ihre biologische Bedeutung, p. 126. 

Fahringer, Zur Frage der Ernkhrungsweise 
von Phosphuga atrata L., p. 154. 

Fairman, C. E., Notes on new species of 
fungi from various localities, p. 96. 

Falck, R., Uber die Erkennung und Unter- 
scheidung des echten Hausschwammes, 
p. 94. 

Familler, Jg., Moosgallen a us Bayern, 

p. 168. 

Famincyn, A., Zur Erforschung der Wir- 
kung von Tilletia Tritici und Ustilago 
Maydis auf den Menschen und die Haus- 
tiere, p. 123. [Russisch. ] 

Felt, E. P., Diarthronomyia Californica n. 
sp. (Diptera, Itonidae), p. 166. 


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218 


Inhalt 


Pelt, E. P., The Gall Midge Fauna of 
Western North America, p. 166. 

Ferdinandsen, C. und Winge, 0., Studien 
tiber einen bis jetzt unbeachteten ge- 
meinen danischen Discomyceten, p. 120. 
[Danisch. ] 

-, Uber Myrioconium Scirpi Syd., 

p. 120. 

Fencht, Nochmals die gefeldertrindige 
Buche, p. 160. 

Fischer, Ed., Eine neue Pilzeinschleppung 
in der Schweiz, p. 132. 

Forcart, M. K., Larosan als Ersatz fiir Ei- 
weiBmilch, p. 89. 

Form&nek, R., Eine neue Torneuma aus 
Dalmatien, p. 132. 

Fraser, W. P., Further cultures of heteroe- 
cious rusts, p. 117. 

Fr6my, P., Sur une fascie de Carlina vul¬ 
garis L., p. 157. 

Friederichs, Beobachtungen iiber Phos- 
phuga atrata L., ihre Nahrung und die 
einiger anderer Silphini, p. 154. 

Fnlmek, Leop., l)ber Anisoplia austriaca, F. 

p. 122. 

Gdttinger, Mitteilungen iiber Waldkulturen, 
iiber Insekten- und Elementarbeschadi- 
gungen der Walder, p. 135. 

von der Goltz, Uber die Folgen der Diirre- 
periode, p. 177. 

Green, E. Ernest, Remarks on Coccidae 
collected by Mr. Edward Jacobson of 
Samarang, Java, p. 185. 

Grohmann, Die Rauchschaden und deren 
forstliche Bedeutung, p. 178. 

Grofimann, H., The occurrence of Zygor- 
hynchus Moelleri in Michigan, p. 82. 

Grove, W. B., Four little known British 
Fungi, p. 104. 

—, Mycological notes, p. 98. 

—, New or noteworthy Fungi. Part. IV, 
p. 104. 

—, Sphaerella v. Mycosphaerclla, p. 118. 

GriiB und Sorauer, Studien iiber den 
GummifluB der Kirschen, p. 130. 

Gu6guen, D6veloppement de l appareil coni- 
dien et synonymie de THemispora stel- 
lata Vuillemin, p. 82. 

Gu6guen, F., Soudure et fasciation chez 
quelques Basidiomycetes selon leur mode 
de groupement, p. 158. 

Hammar, A. G., Life-history Studies on the 
Codling Moth in Michigan, p. 129. 

Hanzawa, J., t)ber das Welken der Gurken- 
pflanzen, p. 147. 

Hardenberg, C. B., The willow tree cater¬ 
pillar (Angelica tyrrhea (>.). A destruc¬ 
tive pest in forest plantations, p. 143. 

Harper, R. A., Nuclear Phenomena of sexual 
Reproduction in Fungi, p. 77. 

Hartwich, C., Schweizer Mutterkorn vom 
Jahre 1911, p. 122. 

Hausrath, H., Versuche zur Entstehung der 
Vertrocknungsschutte, p. 140. 


Heck, Verhalten erwachsener Fichten gegen 
Diirre und Frost, p. 141. 

Hedicke, H., Beitrage zur Kenntnis der 
Cynipiden (Hym.). T. Ill, p. 167. 

Hedlund, T., Kleemiidigkeit des Bodens, 
p. 152. [Schwedisch. ] 

Hegyi, Dezsd, Marssonina Kirchneri Hegyi 
n. sp., p. 147. [Magyar, u. deutsch.] 

Heikertinger, Franz, Psylliodes attenuata 
Koch, der Hopfen- oder Hanf-Erdfloh. 
II. T. Morphologie und Bionomie der 
Imago, p. 156. 

Heinricher, E., Ernahrungsphysiologische 
Rassen auf Mistel, p. 176. 

Heinze, B., Uber die durch Bakterien her- 
vorgerufenen Krankheiten und Schadi- 
gungen unserer Kulturpflanzen, p. 97* 

Henriqnes, V. und Gialdbaek, J. K., Unter- 
suchungen iiber die Plasteinbildung, 
p. 84. 

Hergt, Abnorme Frucht von Papaver 
Rhoeas, p. 160. 

Hofer, Blattkrankheiten an Birnbaumen 
und an Pfirsichen, p. 130. 

—, Notizen zu einer Pilzflora des Kanton 
Aargau, p. 104. 

Hoffmann, Fritz, Zur Biologie der Clieima- 
tobia brumata, p. 128. 

Holloway, T. E., Insects liable to Disse¬ 
mination in shipments of Sugar Cane, 
p. 124. 

Horv&th, G., Die amerikanische Biiffel- 
zikade in Ungarn, p. 128. [Ungarisch. ] 

Hooard, Les galles des Crucifdres de la 
Tunisie, p. 170. 

Howard, L. 0., Die Siebzehnjahr-Zikade, 

p. 188. 

Honter, H. D., Pratt, F. C. and Mitchell, 

J. D., The principal Cactus Insects of 
the United States, p. 151. 

Honter, W. D., Two destructive Texas Ants, 

p. 188. 

Jablonowski, J., Beitrage zur Kenntnis der 
Lebensgeschichte einer fiir Ungarn neuen 
Acaridenart, p. 154. 

Jaccard, P. et Bornat, J., Sur un cas de 

Court-nou6 observe aux environs de 
Montpellier, p. 133. 

Jacobson, Edw., Symbiose zwlschen der 
Raupe von Hypolycaena erylus Godart 
und Oecophylla smaragdina Fab., p. 173. 

Illingworth, J. F., A Study of the Biology 
of the Apple Maggot (Rhagoletis pomo- 
nella) together with an Investigation of 
Methods of control, p. 130. 

—, Cherry Fruit Flies and how to cont rol 
them, p. 129. 

Johansson, K. L., Gber Merodon equestris, 
p. 187. 

Johnston, T. H., American Maize Stunt, 
p. 124. 

—, On some Fungi found on Fruit, p. 126 

—, On some Fungi found on Potatoes 


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Inhalt 


219 


with special Reference to Armillaria mel- 
lea, p. 156. 

Iyanow, Sergios, L. Die EiweiBreservestoffe 
als Ausgangsprodukt des Stoffwechsels in 
der Pflanze, p. 84. 

Karny, H., Gallenbewohnende Thysanop- 
teren aus Java, p. 162. 

—, Revision der Gattung Heliothrips Hali- 
day, p. 132. 

—, Revision der von Serville aufgestellten 
Thysanopterengenera, p. 163. 

—, Uber einige afrikanische Thysanop- 
teren, p. 163. 

—, Zwei neue Physapoden-Genera, p. 163. 

Kasai, M., Contributions to the mycologi- 
cal Flora of Japan. III. On the Japanese 
species of Phragmidium, p. 107. 

Kayser, E., Influence des humates sur les 
microorganisme8, p. 85. 

?• Keissler, K., Uber die Gattung Sym- 
phyosira, p. 110. 

—, Uber die weiBe Heidelbeere, p. 135. 

Kieffer, J. J., Les C6cidomyies du Tamarix, 

p. 166. 

—, Neue Gallmiicken-Gattungen, p. 162. 

—, Nouveau d6membrement du genre 
Clinodiplosis, p. 166. 

Klimesch, Beitrage zur Kenntnis der Gat¬ 
tung Trypophloeus Fairm. (Glyptoderes 
Eichh.), p. 190. 

Knoll, F., Uber die Abscheidung von 
Fliissigkeit an und in den Fruchtkorpern 
verschiedener Hyphenomyceten, p. 118. 

Koenen, Otto, Wirkungen des trockenen 
Sommers 1911 auf die Pflanzenwelt, 
p. 176. 

Kdnig, Besonderheiten des ostpreuBischen 
Waldes in bezug aufStandort,Bestockung 
und forstliches Verhalten einzelner Holz- 
arten, p. 192. 

Kolkwitz, R., Die Beziehungen des Klein- 
planktons zum Chemismus der Gewiisser, 
p. 90. 

—, Zur Lebensgeschiclite von Sphaerotilus 
natans, p. 91. 

Kooper, W. D., Sind Alkalitat und „Per- 
oxydase“ der Milch identische Begriffe? 
p. 89. 

Kossowicz, Alexander und Grbller, Leopold 

Von,Rhodanverbindungen(Schwefelcyan* 
verbindungen) als Kohlenstoff, Stickstoff 
und Schwefelquelle fiir Schimmelpilze, 
SproBpilze (Hefen) und Bakterien: 1. Mit- 
teilung. Verhalten der Schimmelpilze 
zu Rhodanverbindungen, p. 77. 

Kraus, C., Die gemeine Quecke Agrio- 
pymm re peas P. B., p. 179. 

Kraus, X., Ein unheimlicher Gartenfeind, 
p. 129. 

Krausse, A. H., Beitrage zur Kenntnis der 
Insektenfauna Sardiniens, p. 130. 

—, Heaschrecken auf Sardinien, p. 188. 

Kiister, Ern., Uber organoide MiBbildungen, 
an Pfianzen, p. 158. 


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Kusano, L., Gastrodia elata and its sym¬ 
biotic association with Armillaria mellea, 
p. 173. 

Kusano, S., On the Chloranthy of Prunus 
Mu me, caused by Caeoma Makinoi, 

p. 160. 

Kuwana, S. J., The White-Flies of Japan, 

p. 128. 

Lalforgue, 0., Le Botrytis cinerea, p. 134. 

Lagerberg, T., Uber eine Biidungsabwei- 
chung interessanter Art der Fichte, 
p. 141. [Schwedisch. ] 

Lang, Odsta, Polyporus annosus Fr. i Fin¬ 
land, p. 142. 

Laubert, R., Tuberculina maxima Rostr., 
p. 142. 

Lengerken, H. v., Beitrag zur Lebensge- 
wohnheit von Otiorrhynchus rotundatus 
Siebold, p. 149. 

Lettau, 0., Beitrage zur Lichenenflora von 
Ost- und WestpreuBen, p. 110. 

—, Beitriige zur Lichenographie von Tlui- 
ringen, p. 110. 

Lindau, G., Eine neue Beloniumart aus Neu- 
Guinea, p. 110. 

Lloyd, C. G., Mycological notes, p. 98. 

Lombardi, D., Alcune osservazioni morfolo- 
giche e biologiche intorno alia Forda 
formicaria Hey den, p. 181. 

Lotrionte, G., La semina profonda e l’Oro- 
banche della fava, p. 175. 

Ludwig, Bericht uber Bruchus scutellaris, 
p. 124. 

Liiderwaldt, H., Zur Biologie von Stenoma 
dissimilis Kearfott. Fam. Tineidae (Kear- 
fott det 1911), p. 139. 

Liistner, G., Uber von einem Kafer hervor- 
gerufene Schiilwunden an Obstbaumtrie- 
ben, p. 128. 

Magnus, P., Die Verbreitung der Puccinia 
Geranii Lev. in geographisch-biologischen 
Rassen, p. 151. 

—, Zur Kenntnis der parasitischen Pilze 
Siebenbiirgens, p. 101. 

—, Zur Pilzflora S>Tiens. J. Bornmiiller, 
Iter Svriacum. II. 1910. Fungi, p. 107. 

Maire, Quelques remarques sur divers 
Champignons parasites observes en Nor¬ 
mandie, p. 103. 

de Man, J. G., Helminthologische Beitriige. 
I. Diplogasteroides spengelii n. g. n sp., 
eine in dem durch Torula monilioides 
Corda (usw.) verursachten braunen FluB 
der gemeinen RoBkast-anie lebende An- 
guillulide. II. Uber Mononchus nms- 
corum (Duj.) und dessen Vorkommen im 
schwarzen Pilz-AlgenfluB der Buehe, 
Fagus silvatica L. III. Zur Kenntnis der 
Gattung Dorylaimue Duj., p. 180. 

—, Odontopharynx longicaudata n. g. n. 
sp. Eine neue Form von Anguilluliden, 
p. 148. 

Martelli, G., Le Pier is brassicae e P. rapae 
parassite del Capparis rupestris, p. 140. 


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220 


Inhalt. 


M&rtelli, 0. t Myopites limbardae Schin., 

p. 162. 

—, Primo contributo alia biologia del 
Phytonomufl variabilis, p. 153. 

Mar tin, Ch. Ed., Les quatre Cordyceps de 
la flore mycologique suisse, p. 111. 

Martini, W., Graptolitha Hein. (Laspeyresia 
Meyr.) oxytropidis, eine neue Wiclderart 
aus Thiiringen, p. 150. 

—, Raupe und Mine der Elachista subo- 
cellea Stph., p. 191. 

Masoni, G., Saggio su l’azione del solfato 
di manganesi in rapporto alia vegetazione 

p. 161. 

Masses, G., A new paint-destroying fungus 
(Phoma pigmentivora Mass.), p. 93. 

—, Fungi exoticL XII, p. 114. 

Mei8enheimer, J., Die Weinbergschnecke 
Helix pomatia L., p. 193. 

Mell, R., Bausteine zur Kenntnis der Fauna 
Siidchinas, p. 180. 

Mercer, W. B., On the Morphology and 
Development of Phoma Richardiae n. sp., 
p. 148. 

Merker, Untersuchungen iiber zwei neue 
Zellulose vergarende Bakterien, p. 93. 

Michotte, F., L’ agave. Culture et exploi¬ 
tation, p. 85. 

Miehe, Hugo, Javanische Studien II. Unter¬ 
suchungen iiber die javanische Myrme- 
codia, p. 172. 

’—, Javanische Studien V. Die Bakterien- 
knoten an den Blattrandern der Ardisia 
crispa A.DC., p. 170. 

Mitterberger, K., Die Arten der Gattung 
Argyresthia Hb. (Mikrolepidoptere) um 
Steyr in O.-Osterreich und im angrenzen- 
den Teile von Steiermark, p. 191. 

Miyake, J., Studien iiber die Pilze der Reis- 
pflanze in Japan, p. 124. 

Mdbius, M., Uber Merulius sclerotiorum, 
p. 94. 

Moesz, Gustav, Uber denMehltau, p. 116. 
[Magyarisch. ] 

—, Uber Marssonina Kdrchneri Hegyi n. sp. 
p. 117. [Magyarisch.] 

Montemartini, L., Una nuova malattia 
della Sulla: Anthostomclla Sullae n. sp., 
p. 150. 

Moore, W., Green peach Aphis (Myzus 
persicae) and it Control, p. 131. 

Moreau, F., Sur la reproduction sexu^e de 
Zygorhynchus Moelleri Vuill, p. 82. 

—, Sur Texistence dune forme 6cidienne 
uninucle^e, p. 151. 

—, Sur une nouvelle esp£ce d’Aedocepha- 
lum, p. 80. 

Moreau, M. et Mme F., Les corpuscules 
m^tachromatiques et la phagocytose, 
p. 77. 

Morstatt, H., Uber das Vorkommen von 
Gespinnsten bei Psociden, p. 144. 

Muntz, A. et Gaudechon, H., Le reveil de 
terre, p. 92. 


Murrill, W. A., The Agaricaceae of the 
Pacific Coast. IV. New species of Clito- 
cybe and Melanoleuca, p. 114. 

—, The Amanitas of Eastern North Ame¬ 
rica, p. 119. 

Nadson, G. A., Mikrobiologische Studien, 
p. 76. [Russisch. ] 

Naegeli, 0., Uber ziircherische Ophrysarten, 
p. 157. 

Naoumoff, N., Materiaux pour la Flore 
mycologique de la Russie, p. 106. 

Naoumow, N., Sur une nouvelle esp^ce de 
Pyrenomyc&te: Pleospora Catumensis 
nov. sp., p. 131. 

Nemec, B., Weitere Untersuchungen iiber 
die Regeneration, p. 161. 

—, Zur Kenntnis der niederen Pilze. IV. 
Olpidium Brassicae Wor. und zwei Ento- 
phlyctisarten, p. 145. 

Hierenstein, M., Contributions to the Chemi¬ 
stry of Cheddar Cheese, p. 90. 

Nomura, X., Interno alia ruggine del rene- 
geso (Astragalus sinicus L.) e a due 
nuovi micromiceti patogeni del gelso, 
p. 132. 

Ohl, J. A., Verzeichnis der von N. P. Trus- 
sow im Gouvernement Tula gefundenen 
Gallen, p. 168. [Russisch.] 

Osborn, B L, Economic Importance of Sticto- 
cephala, p. 153. 

Oshanin, B., Katalog der palaearktischen 
Hemipteren (Heteroptera, Hemoptera- 
Auchenorhyncha und Psylloideae), 

p. 182. 

Osterwalder, A., Durch Bakterien verur- 
sachte Bliiten- und Zweigdiirre bei Obst- 
baumen, p. 126. 

Paczoski, J., Der wilde Wein aus Cheraon 
(Vitis silvestris GmeL), p. 133. [Rus¬ 
sisch. ] 

Palladin, W. und Kraule, G., Zur Kenntnis 
der gegenseitigen Abhangigkeit zwischen 
EiweiBabbau und Atmung der Pflanzen. 
I. Uber die Wirkung des Sauers toffs der 
Luft und die Arbeit des proteolytischen 
Ferments in abgetoteten Pflanzen, p. 85. 

Paque, E., L’^t6 de 1911 et le monde des 
Champignons, p. 176. 

Parrott, P. J., Oviposition among Tree 
Crickets, p. 127. 

Patouillard, N., Quelques Champignons du 
Costa-Rica, p. 109. 

—, Quelques Champignons du Tonkin, 
p. 107. 

Peck, Ch. H., Report of the State Botanist 
1911, p. 108. 

Peklo, Jaroslaw, Uber symbiotische Bak¬ 
terien der Aphiden, p. 174. 

Pergaude, Theo., The life history of the 
Alder blight Aphis, p. 144. 

Petrak, Franz, Flora Bohemiae et Moraviae 
exsiccata, p. 101. 

Petri, L.,Formazione e significato fisiologico 


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Inhalt, 


221 


dei cordoni endocellulari nelle viti affette 
da arricciamento, p. 133. 

Petroff, J. P. 9 Die Pilze des Moskauer 
Distriktes, p. 106. [Russisch.] 

Phillips, W. J. and Davis, J. J., Studies 
on a new Species of Toxoptera, p. 186. 

Pierantoni, U., Larven- Hermaphroditismus 
von Icerya purchasi, p. 127. 

Politis, J., Una nova malattia del mughetto 
(Convallaria majalis) dovuta alia Botry* 
tis vulgaris, p. 148. 

Poppe, K., tlber die Frage der Ubiquitat 
der Paratyphusbazillen in Nahrungsmit- 
teln, p. 88. 

Potebnia, A., Beitrage zur Mikromyceten- 
flora der Gouv. Kursk und Charkow, 
p. 105. [Russisch.] 

Prunet, A., Le Black-Rot, p. 134. 

da Quinsoa, Les parasites des v6g6taux, 
p. 174. 

Bamme, t)ber die japanische Locustide 
Diestrammena marmorata Br., p. 188. 

Reh, Schaden durch den Gartenlaubkafer, 
p. 191. 

Reiff, William, Etwas iiber Ranker- 
worms", p. 128. 

Reinberger, Futterpflanzen der Zygaenen- 
raupen, p. 162. 

Beitmair, 0., Beitrage zur Biologie der Kar- 
toffelpflanze mit besonderer Beriicksich- 
tigung der Blattrollkrankheit, p. 155. 

Beater, E., t)ber das Auftreten von Ophio- 
bolus in Finland, p. 122. [Schwedisch.] 

Richter, A., Ohrwurm, Huhn und Getreide- 
ungeziefer, p. 181. 

Rossi, R., Alcune notizie intomo a due 
Cleonini dannosi alle barbabietole da 
zucchero nella Campania, p. 155. 

Bostrup, Sofie, Die Lebensweise der Hy- 
lemyia coarctata in Danemark, p. 121. 

Rothke, Bax, Euparthenos nubilis Hb. und 
ihre Entwicklungsgeschichte, p. 145. 

Rudow, Afterraupen der Blattwespen und 
ihre Entwicklung, p. 187. 

Sartory, A. et Bainier, 0., iStude mor- 
phologique et biologique d’un cham¬ 
pignon nouveau du genre Gymnoascus, 
Gymnoascus confluens n. sp., p. 111. 

8awada,K., Hypochnus on cultivated Plants 
in Formosa, p. 119. 

Sch&nder, R., Neue Studien iiber die Blatt¬ 
rollkrankheit der Kartoffel, p. 155. 

Scheidter, Franz, t)ber Generation und 
Lebensweise des bunten ErlenriiBlers, 
p. 143. 

Schiele, Frd., Material zu einer Thysanop- 
teren (BlasenfuB-) und Collembolenfauna 
Galiziens, p. 166. 

Schirmer, 0. und Schamacher, F., Beitrage 
zur Kenntnis der Rhynchotenfauna 
Deutschlands (Hemiptera), p. 189. 

Schmidt, Hugo, Neue Gallenstandorte und 
Gallen aus der Gegend von Steinau a. O., 
p. 167. 


Schmidt, Hogo, Weitere Nachrichten iiber 
die Verbreitung gallenbildender Hymen*, 
opteren in der niederschlesischen Ebene, 
p. 169. 

Schneider-Orelli, 0., Uber Schwammspinner 
und Goldafter mit besonderer Beriick- 
sichtigung nordamerikanischer Bekamp- 
fungsversuche gegen diese Obstbaum- 
schadlinge, p. 191. 

Schotte, Gunnar, Der nutzholzreichsteWald- 
bestand Schwedens, p.142. [Schwedisch.] 

Schuster, Vaclav und Ulehla, Vladimir, 
Studien iiber Nektarorganismen, p. 96. 

Schwangart, F., Gallmilben an Reben, Obst- 
baumen und Beerenstrauchern, p. 167. 

Schwartz, E. T., Observations on Asarum 
europaeum and its Mycorhiza, p. 173. 

Shear, C. L. and Wood, A. K., Studies of 
fungous Parasites belonging to the Genus 
Glomerella, p. 112. 

Simroth, H., Bemerkungen iiber den Ein- 
fluB des letzten Sommers, p. 177. 

Smith, C. 0., Some succesful Inoculations 
with the Peach Crown Gall Organism and 
certain Observations upon retarded Gall 
Formation, p. 167. 

Smotlacha, Franz, Monographische Bear*, 
beitung der Boletineen Bohmens, p. 120. 
[Tschechisch. ] 

Sommerstorff, Hermann, Ein Tiere fangen- 
der Pilz (Zoophagus insidians n. gen. 
n. sp.), p. 81. 

Spaulding, Perley, Fungi of Clay mines, 
p. 94. 

—, Notes on Cronartium comptoniae* 

p. 112. 

Spegazzini, Carlos, Contribucidn al estudia 
de las Laboulbeniomicetas Argentinas^ 

p. 116. 

Spratt, E. R., Some Observations of Life 
History of Anabaena Cycadeae, p. 173, 

Spuler, Zur Biologie der Heterogynis pe- 
nella Hb., p. 181. 

Stadel, O., Uber einen neuen Pilz, Cunning- 
hamella Bertholletiae, p. 79. 

Stager, Psychologische Beobachtungen an 
der Raupe des Pflaumenwicklers (Carpo- 
capsa funebrana Fr.), p. 131, 

StandfuB, M., Einige Mitteilungen iiber pala- 
arktische Noctuiden, p. 192. 

Stephens, Edith, Note on the Anatomy of 
Sft-iga lutea Lour., p. 175. 

—, The Structure and Development of 
the Haustorium of Striga lutea, p. 175, 

Stilt, A., Zur Geschichte des Wurzeltoters 
oder der Rotfaule (Rhizoctonia violacea 
Tul.), p. 153. 

Strohmeyer, Dreizehn neue Arten der afri- 
kanischen Platypodiden-Gattung Periom- 
natus Chap., p. 189. 

—, Neue Platypodiden aus Deutsch-Ost- 
afrika, Kamerun und Franzosisch-Kongo % 
p. 189. 

Strohmeyer, H., Neue Platypodiden aus* 


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222 


Inhalt. 


Ost- und Westafrika, Madagaskar und 

v Peru, p. 139. 

Sole, Karl, Monographia generis Trioza 
Foerster. Species regionis palaearcticae. 
Pars I. No. 1—10. 10 Tafeln, p. 188. 

Sumstine, D. R. # Studies in North American 
Hyphomycetes. II, p. 79. 

Sureya, M., Sur quelques Champignons in- 
ferieurs nouveaux ou peu connus, p. 98. 

Sydow, P., Uredineae exsiccatae, p. 118. 

—, Ustlilagineae exsiccatae, p. 118. 

8ydow, H. und P., Beschreibungen neuer 
siidafrikanischer Pilze, p. 109. 

-, Einige neue parasitische Pilze aus 

RuBland, p. 106. 

-, Notes and Descriptions of Philippine 

Fungi. I., p. 107. 

Sylv6n, N., Einige monstrose Formen von 
Anemone pratense L., p. 159. [Sehwe- 
disch. ] 

Teodoro, G., Ricerche sull’ emolinfa dei 
Lecanini, p. 174. 

Thaxter, Roland* New or critical Laboul- 
beniales from the Argentine, p. 115. 

—, Preliminary Descriptions of newSpecies 
of Rickia and Trenomyces, p. 114. 

Thomas, Fr., Uber die mit Frostwirkung 
vcrwechselten Minen von Orchestes 
(Rhynchaenus) fagi an Fagus silvatica, 
p. 143. 

Tidswell, Pr., Memorandum on the Mode 
and Signs of Infection of Plants by 
Fungi, p. 96. 

—, Notes on some Irish Blight Problems, 
p. 156. 

Tragardh, J., Undersokungar ofver roun 
biirsmalen (Argyresthia conjugella Zett.) 
ar 1910 och 1911, p. 129. 

Tranzschel et Serebrianikow, Mycotheca 
Rossica, p. 105. 

Traverso, G. B., Intorno alia Sphaerclla 
macularis degli autori, p. 144. 

Treboox, O., Beitrage zur Kenntnis der 
ost bait ischen Flora. V r II. 1. Verzciclinis 
von parasitise lien Pilzen aus dein Krcise 
Pernau, p. 106. 

Trinchieri, G., Nuovi micromiceti di piante 
ornamentali, p. 147. 

Turconi, Malusio, Sopra una nuova specie 
di Cylindrosj>orium parassita dell' Ilex 
furcata Lindl. p. 145. 

Uvarov, B., Uber die Orthopterenfauna 
Transkaspiens, p. 180. 

Van der Goot, P., Zur Systeinatik der Aplii- 
den, p. 185. 

Vatter, A., Secale cornutum 1911, p. 122. 

Vimmer, Anton, Erganzungen zu dem Auf- 
satze: ,,Zur Kenntnis von Phytomvza 
xylostei Kltb.“, p. 181. 

Vitzthum, Graf Herm., Die Tetranychen 
Deutsclilands, p. 183. 

Voges, E., Uber Monilia-Sklerotien, p. 127. 

Volkart, A., Fungi, Pilze. In: Pflanzengeo- 


praghische Monographie des Berninage- 
bietes von E. Riibel, p. 105. 

Voillemin, P., Repartition de Gonatobotry- 
tidae entre les Conidiospor6s et les Biasto- 
spor6s, p. 80. 

—, Revue annuelle de Mycologie, p. 110. 

Voillet, A., Les maladies du Ginseng (Panax 
quinquefolium L.), p. 125. 

Wagner, Jol., Beitrage zur Kenntnis der 
Gattung Amphipsylla Wagn. (Aphanip- 
tera), p. 170. 

Wanach, Uber einige Potsdamer Eichen- 
gallen und Gallwesjien, p. 164. 

—, Uber einige Schadlinge, p. 145. 

Webb, J. L., A preliminary synopsis of 
cerambycoid larvae, p. 190. 

Webster, F. M., The Clower Mite, p. 152. 

Wehmer, C., Hausschwammstudien III. 
Ansteckungsversuche mit verschiedenen 
Holzarten durch Meruliusmycel, p. 95. 

Wehsarg, 0., Das Unkraut im Ackerboden, 

p. 178. 

Weigmann und Wolff, Weitere bakterio- 
logische Untersuchungen aus der milch- 
wirtschaftlichen Praxis, p. 85. 

Weir, J. R. t Some observations on Poly- 
porus berkeleyi, p. 143. 

Whetzel, H. H., Baldwin spot or stippin, 

p. 126. 

Wichmann, Beschreibung der FreObilder 
von Taphrorychus hirtellus Eichh., 
p. 190. 

de Wildeman, E., Documents pour l’^tude 
de la g6o-botanique congolaise, p. 109. 

Wirtgen, F., Zur Flora des Vereinsgebietes, 
p. 157. 

Witte, H., Uber die Formenmannigfaltig- 
keit der wichtigeren Futtergraser, p. 121. 
[Schwedisch. ] 

Wolf, F. A., The perfect Stage of Action- 
nema Rosae, p. 149. 

Wormsbacher, Henry, Die Katokalen der 
Vereinigten Staaten von Nordamerika, 
p. 138. 

Wiist, Die Gallen und ihre Erzeuger. Uber 
Zucht result ate, p. 164. 

—, Studien an Cecidomyia rosaria Lw. 
und albipennis Wz., p. 164. 

Zametzer, Uber merkwiirdige Verwach- 
sungen an Waldbiiumen, p. 158. 

Zederbaner, E., Versuche iiber individuelle 
Auslese bei Waldbiiumen. I. Pinus sil- 
vestris, p. 136. 

Zellner, J., Die Symbiose der Pflanzen als 
chemisches Problem, p. 174. 

—, Zur Chemie der hoheren Pilze. V. Uber 
den Maisbrand (Ustilago Mayidis Tu- 
lasne). VI. ChemLsche Beziehungen zwi- 
schen hoheren parasitischen Pilzen und 
ill re m Substrate, p. 123. 

—, Zur Chemie der hoheren Pilze. IX. Uber 
die durch Exobasidium Vaccinii Woron 
auf Rhododendron ferrugineum L. er- 
zeugten (ialien, p. 150. 


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Inhalt. 


223 


ITnterguohiingsmethoden, Instrument© eto. 

Hager-Mez, Das Mikroskop und seine An- 
wendung. Handbuch der praktischen 
Mikroskopie und Anleitung zu mikro- 
skopischen Untersuchungen, p. 193. 

Klein, Richard, Uber Nachweis und Vor- 
kommen von Nitraten und Nitriten in 
Pflanzen, p. 195. 

Pringsheim, Ernst 0., Kulturversuche mit 
chorophyllfiihrenden Mikroorganismen I, 
p. 193. 

8chulow, Ew., Versuche mit sterilen Kul- 
turen hoherer Pflanzen, p. 194. 

Entwicklungshemmung and Vemichtung 
der Bakterien eto. 

Audebert, 0., La defense contre TAltise, 
la Cochylis et l’Eud^mis. l£tat actuel 
de la question, p. 209. 

Baker, Sarah M., Note on a new treatment 
for silver-leaf disease in fruit trees, p.200. 

Berlese, A., Come progredisce la Prospal- 
tella Berlesei in Italia, p. 211. 

Batten, R., Der Zweigabstecher, p. 205. 

Binder, W., Wichtige Fragen des Obstbaues, 
p. 204. 

Blanc, G. R., Revue g6n6rale de la famille 
des Tarson6mides, p. 214. 

Bretschneider, A., Die falschen Meltaupilze 
(Peronosporaceae) und ihre Bekiimpfung, 
p. 199. 

Burill, A. C. t Economic and biologic Notes 
on the giant Midge, Chironomus (Tendi- 
pes) plumosus Meigen, p. 212. 

'Catoni, Giulio, Parassiti dell’ Anthonomus 
pomorum (L.) osservato in Valle di Non 
(Trentino), p. 215. 

Chaine, J., Traitement des Buis contre le 
Monart hropalpus buxi Lab., p. 211. 

Elofson, A., Redogorelse for werksamheten 
vid Sveriges Utsadesforenings Ultana- 
filial ar 1911, p. 204. 

Essig, E. O., The natural Enemies of the 
Citrus Mealy Bug. IV, p. 206. 

Feytaud, J., La Punaise bleue, p. 211. 

V . Freyhold, Zur griindlichen Vertiigung der 
Wollaus an Topfgewachsen, p. 214. 

Fron, G., Note sur quelque Muc6din6es ob¬ 
serves sur Cochylis ambiguella, p. 209. 

—, Sur une Muc6din6e de la Cochylis 
(2e note), p. 210. 

Fuschini, C., Dei mezzi piu idonei per com- 
batter© la carie ed ll carbone, p. 203. 

—, II solfato ferroso contro la ruggine, 
p. 204. 

Gayon, U. et Lafforgue, G., L’Altise. Rap¬ 
port sur les travaux de la Comission de 
la Gironde pour Tann6e 1911, p. 210. 

Geret, L. t Heuschreckenplage in Uruguay 
und ihre Bekiimpfung, p. 215. 

Gossard, H. A, Entomological Review of the 
Year 1910, p. 198. 

Grosser, Zur Verwendung der kalifornischen 
Briihe (Schwefelkalkbriihe), p. 198. 


Hartley, C. P., Use of soil fungicides to 
prevent damping-off of conifervus seed¬ 
lings, p. 200. 

Heikertinger, Franz, Zur Praxis des Kafer- 
fanges mit dem Katscher, p. 215. 

d’Herelle, F., Sur une 6pizootie de nature 
bact^rienne s6vissant sur les sauterelles 
au Mexique, p. 214. 

Herrmann, E., Der Hallimasch, p. 204. 

Hewitt, G. C., Legislation in Canada to pre¬ 
vent the Introduction and Spread of In¬ 
sects, Pests and Diseases destructive to 
Vegetation with Regulations of Vegetation 
into Canada, p. 198. 

Hiltner und Korff, Neue Vorbeugungs- und 
BekampfungsmaBnahmen gegen den 
amerikanischen Stachelbeermehltau, 

p. 206. 

Hultsch, Max,Wie uberwintem unsereObst- 
baumfeinde und was kann man ira Win¬ 
ter zu ihrer Bekampfung tun? p. 205. 

Hyslop, J. A., The false Wire worms of the 
Pacific Northwest, p. 213. 

—, The legume pod moth, p. 207. 

Koczirz, Fritz, Die chemische Zusammen- 
setzung des Pilzbekampfungsmittels 
„Forhin“, p. 199. 

Kroemer, K., Wege und Ziele des neuen 
Weinbaues, p. 207. 

Kryz, Ferdinand, Uber die Aufnahme von 
Vaselinol durch Balsaminen, p. 196. 

—, t)ber die Wirkung eines graphithaltigen 
Bode ns auf darin keimende und wacli- 
sende Pflanzen, p. 196. 

Krzemecki, A., Uber Jod- und Bromein- 
wirkung auf Proteinkorper, p. 195. 

Knppke, Vertiigung der Maulwurfsgrille 
oder Werre in den Saatkampen, p. 215. 

Knrdjamov, N. V., Hym6nopteres parasites 
nouveaux ou peu conn us, p. 213. 

Lehmann, K. B., Die neuesten Arbeiten 
iiber Bestimmung, Konservierungskraft 
und Zulassigkeit der Benzoesaure, p. 197. 

Lemcke, Allred, Unsere Pflanzenscluidlinge 
im Monat Mai. Zur Beachtung fur die 
Sammler der Pflanzenschutzorganisation 
in OstpreuBcn, p. 200. 

MacDougall Stewart, R., Mustart Beetles, 
p. 215. 

Marsh, H. 0., The imported cabbage web- 
worm, p. 207. 

Martin, Fr., Contre le court-nou6, p. 209. 

Moore, W„ Notes on the Life History of 
several Species of Aphides, p. 214. 

Morill, W. and Back, E. A., Natural control 
of white flies in Florida, p. 206. 

Naumann, Gibt es ein Mittel zur Bekamp¬ 
fung der Kropfkrankheit? p. 207. 

Norton, J. B. S., Jonathan fruit spot, p. 206. 

Pantanelli, E., Esperienze sul ripianto di 
s vigne americane e sue conseguenze, 

' p. 208. 

| Paoli, Guido, Nuovi Laboulbeniomiceti 
i parassiti di Acari, p. 213. 


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224 


Inhalt. 


Petritsoh, E. F„ Neuere Bestrebungen auf 
dem Gebiete der Holzkonservierung, 
p. 197. 

Pfeiffer, F., Erganzungsbericht zu „Ver- 
suche zur Bekampfung der Rebschadlinge 
in Hessen im Jahre 1912“, p. 209. 

Pointtl, E., Les traitements contre le Mil- 
diou (de la Vigne), p. 211. 

Quaintance, A. L., The leaf blister mite, 
p. 205. 

—, The mediterranean Fruit-fly, p. 205. 

—, Jenne, E. L., Scott, E. W. and Braucher, 
R. W., The one-spray method in the 
control of the Codling moth and the 
plum curculio, p. 205. 

Russel, H. and Fet, Johnston, The Life 
History of Tetrastichus asparagi Crawf., 
p. 215. 

Russel, H. M., An internal Parasite of Thy- 
sanoptera, p. 212. 

—, The greenhouse Thrips, p. 212. 

Russell, E. J. and Petherbridge, F. R., Par¬ 
tial Sterilisation of Soil for Glasshouse 
Work, p. 196. 


Sohaffnit, E., Die Herstellung und Vorbe- 
reitung des Saatgutes, p. 202. 

Schellenberg, H., Zur Bekampfung der 
Milbenkrauseikrankheit, p. 209. 

Smith, H. S., The Chalcidoid genus Peri- 
lampus and its relations to the pro¬ 
blems of parasite introduction, p. 212. 

Snyder, T. E., Insect damage to mine props 
and methods of preventing the injury* 
p. 201. 

Sopp, Olav (Johann Olsen), Untersuchungen 
liber Insekten vertilgende Pilze bei den 
letztenKiefernspinner-Epidemien in Nor- 
wegen, p. 201. 

Stdrmer, K., u. Kleine, R., Die Drahtwiir- 
mer, p. 212. 

Webster, R. L., Spraying with Linseed Oil 
Wash for the Oyster Shellscale, p. 214. 

Wichgraf, F., Der Kampf gegen Kultur- 
schadlinge in Amerika, p. 211. 

Wiebecke, Moderne Anlage von Kiefern und 
Kiefembuchenbestanden, p. 200. 


Die Herren Mitarbeiter werden hdflichst gebeten, bereits fertiggesteUte 
Klischees — falls solche mit den Mannskripten abgeliefert werden — nicht 
der Redaktion, sondern direkt der Yerlagsbuchhandlnng Gustav Fischer 
in Jena einzusenden. 


Abgeschlossen am 10. August 1914. 


Hofbuchdruckeroi Rudolstadt. 


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CentralMatt fur Bakt etc. IL Alt Bd. 42. No. 10|14. 

Auegegeben am 12. Oktober 1914. 


Nachdruck verbotm. 

Beitrage zur Affinit&t eines neuen weifien Fadenpilzes 
(Aspergillus Okazakii). 

Von Keiichiro Okazaki. 

Unter den Fermenten, welche von den niederen Pflanzen ausgeschieden 
werden, sind besonders diejenigen, welche von den Schimmelpilzen sezeraiert 
werden, erst spater klargestellt worden. Das Ferment, welches von dem 
japanischen Kojipilze Aspergillus oryzae abgesondert wird, hat 
seiner kraftigen diastatischen Wirkung wegen ebenso in der Medizin wie in der 
Technologie Anwendung gefunden. Dagegen wurden die proteolytischen 
Fermente von den Schimmelpilzen bisher niemals technisch dargestellt. Ich 
glaubte daher, dab es einen groBen Fortschritt bedeuten wiirde, wenn man 
unter Anwendung von Schimmeln, aus welchen man auf passendem Wege 
uberall eine grofie Menge von Enzymen erhalten kann, ein Hilfsmittel fiir die 
Verdauung von EiweiB und Starke schaffen konnte. Ich habe mich daher seit 
vielen Jahren mit der Ziichtung von verschiedenen Schimmelpilzen beschaftigt, 
in der Hoffnung, eine passende Art zu finden. Im April 1904 habe ich 
zufallig einen neuen, weiBen Schimmelpilz auf alter Nuka-koji (d. h. eine aus 
Reiskleie bereitete Koji) gefunden, welcher beim Versuche die Nahrgelatine 
lings der Strichlinie gelost hat. Ferner fand ich, daB das aus diesem Pilze in 
gewohnlicher Weise dargestellte Ferment manche EiweiBkorper und Starke 
kraftig aufloste. Meine Kollegen, die Herren Dr. Yagi und Yamagata, 
betrachteten den Pilz als eine neue, noch nicht beschriebene Art, und gaben 
ihm den Namen Aspergillus Okazakii. Im Jahre 1907 habe ich in 
dem Centralbl. f. Bakt. Abt. IL Bd. 19, iiber seine Morphologie, Physiologie, 
Verwandtschaft und Diagnose eine Mitteilung veroffentlicht. Nachher hat auch 
Prof. Lindner im Jahre 1909 diesen PUz in seinem Handbuche „Mikro- 
skopischer Betrieb und Kontrolle in den Garungsgewerben‘‘ beschrieben und 
dabei besonders sein energisches eiweiBspaltendes Vermogen in Betracht 
gezogen. Die Methode der Darstellung von „Digestin“ aus diesem Pilze wurde 
in 13 Staaten, wie Japan, GroBbritannien, Vereinigte Staaten, Frankreich, 
KuBland usw. patentiert. 

Obgleich dieser Okazaki-Kojipilz unzweifelhaft eine neue Art weiBer 
Fadenpilze darstellt, ahnelt er doch in manchen Punkten dem Asper¬ 
gillus a 1 b u s u. A. c a n d i d u s. Ich habe seit der Veroffentlichung 
meines ersten Berichtes die Untersuchung fortgesetzt, und zwar habe ich beziig- 
lich der Morphologie, des Wachstums und der Wuchsform, Wachstums- 
geschwindigkeit und der Fermente dieser 3 Aspergillen vergleichende Unter- 
suchungen angestellt, deren Resultate ich hier mitteilen will: 

Zwatto Abt. Bd. 42. 15 

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226 


Keiiohiro Okazaki, 


Morphologisches. 

Zusammenstellung der auBeren Gestalt dieser 3 Aspergillen: 

Tabelle I. 



Aspergillus 

Okazakii 

Aspergillus 

albus 

Aspergillus 

candidus 

Durchme8ser des Mycelfadens 

2,0—4,0 

gegen 3,7 

2,5—5,0 

Lange der Konidientrager . . . 

150,0—560,0 

120,0—450,0 

700,0—2000,0 

Breite der Konidientrager . . . 

5,0—12,5 

3,5—7,0 

5,5—11,0 

Durch messer des Kopfchens . . 

12,0-40,0 

10,0—30,0 

10,0-40,0 

Lange der primaren Sterigmen . 

12,5—20,0 

8,5—117,5 

17,5—40,0 

Breite der primaren Sterigmen . 

5,0—8,5 

4,0—7,0 

2,5—5,0 

Lange der sekundaren Sterigmen 

6,0—14,0 

5,0—12,0 

gegen 5,0 

Breite der sekundaren Sterigmen 

2,5-4,0 

2,5—3,0 

gegen 2,5 

Durchmesser der Konidien . . . 

2,5—5,0 

2,6—3,5 

2,0—3,5 

Farbe der Konidienrasen .... 

weiB-gelblich- 

braun 

grauweiB- 
leicht gelb 

weiD-braun 


Die benutzten Nahrboden waren weiBer Reis, Reiskleie und ein fester 
Nahrboden, welcher aus Reiskojiextrakt (dessen Zuckergehalt am B o 11 i n g - 
schen Saccharometer 11 Grad gezeigt hat) und 1,5 Proz. Agar-Agar zu- 
sammengesetzt war. Die Pilze wurden bei ihrer betreffenden optimalen Tem- 
peratur geziichtet. 

Wachstum und Wuchsform. 

Die Versuche, welche sich auf die entsprechenden Eigenschaften dieser 
3 Aspergillen bezogen, wurden s&mtlich unter moglichst gleichen Bedingun- 
gen gleichzeitig und parallel ausgefiihrt, um dadurch die Fehler auszuschalten, 
welche sonst beim Vergleiche der Resultate leicht entstehen konnten. 

1. Optimale Temperatur fur das Wachstum: 

Tabelle II. 

Aspergillus Okazakii . . 23°—28° C 

Aspergillus albus . 17°—24° C 

Aspergillus candidus . . 20°—24° C 


2. Kulturversuche. 

Die Zahl der verschiedenen Nahrboden, welche zum Vergleichen von 
Wachstumsgeschwindigkeit und Wuchsform benutzt wurden, betrug mehr als 
10; sie werden unten einzeln aufgezahlt. Von jedem dieser fliissigen, bzw. 
festen Nahrboden wurden je etwa 6 ccm in Reagensglaser verteilt, mit Watte 
verstopft und regelmaBig im Koch schen Dampftopf dreimal fraktionell 
sterilisiert. Danach wurde je eine Platinose von jedem dieser Pilze auf diese 
Nahrboden ubergeimpft und im Thermostaten bei 22—25° C aufbewahrt. 
Die festen Nahrboden enthielten je 1,5 Proz. Agar-Agar, bzw. 10 Proz weiBer 
Gelatine. 

A. Ziichtung in der fliissigen Nahrldsung. 

1. Kojiextrakt. 

Diese Nahrflussigkeit wurde durch Abkochen von weiBer Reiskoji zu- 
bereitet; ihre Konzentration ergab am Bolling schen Saccharometer 11°. 


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Beitrage zur Affinitat eiaes neuen weiBen Fadenpilzes (Aspergillus Okazakii). 227 

Tabelle III. 


Tag 


Aspergillus 

Okazakii 


As 


1 . 

2 . 


Etwaige Mycelinsel 


pergillus 
a 1 b u s 


3. 


4. 

5 . 


Resume 


Die Mycelinsel iiberzog 
die ganze Oberflache. 
WeiBe Konidienrasen 
auch bemerkbar 
Oberflachliche Mycel- 
decke mehr und mehr 
verdickt und in der Mitte 
konkav ausgehohlt. Die 
Nahrfliissigkeit immer 
klar 


Entwicklung langsam. 
Etwaige Mycelmasse am 
Boden und in der Nahr- 
flussigkeit 

Vereinzelte Mycelinsel an 
der Glaswand erst am 
Fliissigkeitsniveau beob- 
achtet 

Danach Mycelinsel an der 
Glaswand entwickelt und 
schlieBlich wird eine ring- 
formige, steigende Mycel¬ 
masse gebildet. An der 
Oberflache und in der 
Fliissigkeit auBerst lang- 
same Entwicklung 


Aspergillus 

candidus 


Kraftige Entwicklung. 
Die Mycelfaden verbrei- 
teten sich auf der Ober¬ 
flache 


Myceldecke mehr und 
mehr verdickt, aber nie 
in der Mitte ausgehohlt 


2. Kojiextrakt rait Ajinomoto (glutaminsaurem Natrium). 

Das Eesultat war gleich dem oben angefiihrten. 

3. Malzextrakt. 

Dieses wurde durch ein Dekokt von Malz aus einer Bierbrauerei mit 
Brunnenwasser bei 55° C dargestellt; seine Konzentration betrug nach dem 
Bolling schen Saccharometer 11°. 

TabeUe IV. 


Tag 

Aspergillus 

Okazakii 

1 . 


2. 


3. 

Submerse Mycelien in der 
Mittelschicht der Losung 


und an der Glaswand 

4. 

Mycelring an der Glas¬ 
wand und auch Konidien 


gebildet 

5. 


6 . 

Mycelinsel iiberzog die 
ganze Oberflache; die 
Konidienrasen nahmen 
einen gelblichen Ton an 

7. 

. 



Aspergillus 
a 1 b u s 


Aspergillus 

candidus 


Oberflachliche Mycelinsel 
erschien; sie bedeckte die 
ganze Oberflache 


Mycelien nur an einem 
Teile der Glaswand am 
Fliissigkeitsniveau ent¬ 
wickelt; auch kleine My¬ 
celmasse am Boden. Die 
Mittelschicht der Nahr- 
losung ist klar geblieben 

An der Glaswand ein 
Mycelring gebildet 


VollkommeneMyceldecke 
gebildet. Konidienrasen 
auch iippig entwickelt 


| Konidienrasen von leiclit 
| brauner Farbe 

15 * 


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228 


Keiichiro Okazaki, 


Aspergillus Okazakii und A. a 1 b u s zeigten in dieser N&hr- 
fliissigkeit keine Besonderheiten; sie gediehen ganz so wie in dem Kojiextrakt. 
Nur war die Entwicklung um etwa y 2 Tag friiher als in dem letzten Nahr- 
medium. Dagcgen zeigte sich bei A. c a n d i d u s die Entwicklung um mehr 
als 1 Tag verspatet, wenn er in Kojiextrakt geziichtet worden war. 

4. Sojabohnenextrakt. 

5. Sojabohnenextrakt mit Traubenzucker. 

Diese Nahrflussigkeit wurde so bereitet, dab dem oben genannten Soja- 
bohnenextrakt Traubenzucker zugesetzt wurde, bis er 2 Proz. des gesamten 
Nahrstoffes ausmachte. Die 3 Arten gediehen in dieser Nahrflussigkeit besser 
als im obigen Sojabohnenextrakt. 

6. KUnstliche Nahrlosung. 

Diese Nahrlosung hatte folgende Zusammensetzung: 


Rohrzucker (kauflich).5,00 % 

K 4 HP0 4 .0,50 % 

MgS0 4 . 0,25 % 

CaCl 2 .0,50% 


Ajinomoto (glutaminsaurea Na) . . 2,00 % 
Brunnenwasser. 


Tabelle V. 

Tag 

Aspergillus 

Okazakii 

Aspergillus 
a 1 b u s 

Aspergillus 

candidus 


1 . 

2 . 

3. 


4. 


5. 

6 . 

Resura6 


Myceldecke auf der Ober¬ 
flache gebildet 
Myceldecke iiberzog die 
ganze Oberflache, auch 
Konidien waren gebildet. 
Die obere Schicht der 
Fliissigkeit etwas gelblich 


Myceldecke erstreckte 
sich allmahlich nach der 
unteren Schicht nnd 
machte schlieblich die 
ganze Fliissigkeit durch- 
sichtig und gelb 


Mycelinsel bedeckte etwa 
8 /io der ganzen Ober- 
fkiche 


Myceldecke iiberzog die 
ganze Oberflache 
Die Nahrflussigkeit 
durchsichtig und selbst 
nach 3 Monaten nicht 
gefarbt 


Mycelien schwammen auf 
der Oberflache 
Myceldecke iiberzog die 
ganze Oberflache 


Nach etwa 1 Monate be- 
gann die Fliissigkeit, von. 
der oberen Schicht aua 
allmahlich einen gelb- 
lichen Ton anzunehmea 


7. Hefewasser. 

Etwa 80 g Prebhefe wurden mit 1000 ccm Brunnenwasser aufgeschwemmt 
und durch Kochen extrahiert. Der Macerationssaft wurde nach Filtrierung^ 
sofort als Nahrflussigkeit benutzt. Das spezifische Gewicht derselben be- 
trug 1,0035. 

Das Resultat stimmte mit dem folgenden uberein, welches mit Hefen- 
wasser mit Traubenzucker gewonnen wurde. 

8. Hefenwasser mit Traubenzucker. 

Dem obengenannten Hefenwasser wurde Traubenzucker bis auf 2 Proz. 
zugesetzt. 

9. Peptonhefenwasser. 

Hefenwasser wurde mit 2 Proz. Pepton versetzt. Das Resultat war 
fast gleich demjenigen mit dem Hefenwasser mit Traubenzucker. 


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Beitr&ge zur Affinitat eines neuen weiBen Fadenpilzes (Aspergillus Okazakii). 229 


Tabelle VI. 


Tag 

Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 

Okazakii 

a 1 b u s 

candidus 

1 . 

2. 

3. 

Etwa 8 / 10 der Nahrfliis- 
sigkeit wurden von My¬ 


Myceldecke liberzog die 
ganze Oberflache 


celinseln bedeckt und | 



auch in der mittleren 
Schioht wurden submerse 
Mycelmassen beobachtet 

4. Konidien gebildet; in der 

Nahrlosung etwas sub¬ 
merse Mycelmasse beob¬ 
achtet 

5. Mycelinseln iiberzogen Ein kleiner Teii der Glas- 
die ganze Oberflache. Ko- wand wurde im Fliissig- 

nidien auch gebildet keitsniveau mit Mycel¬ 
masse bedeckt; auch am 
Boden kleine Mycelmasse 

10. Fleischwasser. 

Diese Nahrfliissigkeit wurde dadurch gewonnen, daB 500 g zerhacktes 
Pferdefleisch mit 1000 ccm Bnmnenwasser aufgekocht, filtriert, mit Pep- 
ton (1 Proz.) und Kochsalz (0,5 Proz.) versetzt und mit Natriumkarbonat 
neutralisiert wurden. 


Tabelle VII. 

Tag 

Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 

Okazakii 

a 1 b u s 

candidus 

1 . 

2. 

Sparliche Mycelmasse an 
der Oberflache und in der 


Oberflachliche Mycel¬ 

decke gebildet 


Fliissigkeit 


3. 



Mycelinseln bedeckten 




die ganze Oberflache 


4. Mycelinseln bedeckten 
8 / 10 der Oberflache und 
schwammen auch in der 


oberen wie unteren 
Schicht der Nahrlosung. 

Auch Konidien gebildet 

5. Dunne Myceldecke iiber- Am Boden etwas sub- Konidien gebildet 
zog endlich die ganze merse Mycelmasse beob- 
Oberflache. Entwicklung achtet. Die oberflach- 
der Konidien kiimmerlich liche Myceldecke nicht 

entwickelt 

11. Fleischwasser mit Traubenzucker. 

Das obengenannte Fleischwasser wurde mit 2 Proz. Traubenzucker 
versetzt und als Nahrlosung benutzt. Die 3 Arten verhielten sich ganzwie 
im Fleischwasser, nur war ihre Entwicklung etwas besser. 

B. Feste Nahrboden. 

Feste Nahrboden wurden dadurch bereitet, daB man den oben genannten 
flussigen Nahrbfiden Agar-Agar oder 1,5 Proz. bzw. 10 Proz. Gelatine, je 
nach ihren Zwecken, zusetzte. 

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230 


Keiichiro Okazaki, 


Tabelle VIII. 


Tag 


1 . 

2 . 


3. 


4. 


Resum6 


Aspergillus 

Okazakii 


Aspergillus 
a 1 b u s 


Aspergillus 

candidus 


Kolonien an der Strich- 
linie hier und da beob- 
aclitet 

Die Auflagerung schon 
5 mm breit; Konidien 
gebildet. Ein Teil der 
Auflagerung bereits braun 
gefarbt 

Die Mycelfaden, welche 
sich nahe an der Strich- 
linie entwickelten, waren 
ziemlich lang und von 
grobkornigem Aussehen 


Auflagerung zeigt nach 
auBen eine wellenformige 
Erhebung, an ihren Ran- 
dern gebuchtet. Die 
ganze Auflagerung mit 
transversalen Furchen 
versehen. Die Far be 
nahm allmahlich einen 
gelblicbbraunen Ton an. 
Der obere Teil der Auf¬ 
lagerung wurde nach eini- 
gen Tagen mit Luft- 
hyphen bedeckt 


Kleine, feuchte Auflage- 
rungen entlang derStrich- 
linie 


Die Auflagerung ent- 
wickelte Konidien von 
oben nach unten hin, je 
nach der allmahlichen 
Trocknung. Auflagerung 
uberhaupt eben, nur et- 
was hoch an der Strich- 
linie und niedriger nach 
beiden Randern hin 
Selbst nach einigen Tagen 
noch feuchte Auflagerung 
am FuBe desNahrbodens. 
Nach etwa 10 Tagen Ko¬ 
nidien an der ganzen Auf¬ 
lagerung; etwas graulich 
gefarbt, spater allmahlich 
leicht gelblich 


Grobe Kolonien erschie- 
nen hier und da 

Kolonien erstreckten sich 
liber die ganze Flache des 
Nahrbodens; Konidien 
auch gebildet 


Emporwachsende Mycel¬ 
faden sehr lang; ihre 
Wuchsform ahnelte etwas 
der des Aspergillus 
o r y z a e. Die Farbe der 
Myceldecke nahm all¬ 
mahlich einen braunen 
Ton an 


Tabelle IX. 


Tag 


Aspergillus 

Okazakii 


Aspergillus 
a 1 b u s 


Aspergillus 

candidus 


1 . 

2 . 

3. 


Resum6 


Schwache Entwicklung 
der Mycelien 


Auflagerung bedeckt 8 / 10 
der Bodenflache. Empor¬ 
wachsende Mycelfaden 
verhaltnismaBig lang. 
Konidienbildung kiim- 
merlich. Die Auflagerung j 
schon gelblichbraun 
Gegen den 10. Tag am 
oberen Ende des Nahr¬ 
bodens Lufthyphen 


Entlang der Strichlinie 
etwas feuchte Auflage¬ 
rung 

Der obere Teil der Auf¬ 
lagerung etwas getrock- 
net und mit sparlichen 
Konidien 


Gegen den 10. Tag ver- 
iinderte sich ein groBer 
Teil der Auflagerung in 
eine trockene Decke. Ko- 
nidienrasen anfanglich 
grauweiB, daim allmah¬ 
lich leicht gelb. Koni¬ 
dienbildung kiimmerlich 


Sparliche Mycelmasse 


Auflagerung bedeckte die 
ganze Oberfliiche. Ihr 
unteres 1 / 6 eine feuchte 
Decke. Konidien nur an 
der oberen Halfte 


Am 6. Tage Konidien auf 
der ganzen Decke, an¬ 
fanglich weiB, dann all¬ 
mahlich braun 


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Beitrage zur Affinitat eines neuen weiBen Fadenpilzes (Aspergillus Okazakii). 231 


a) Agarstrichkultur. 

1. Kojiagar. 

2. Malzagar. 

Das Resultat war kaum von demjenigcn zu unterscheiden, welches 
mit Kojiagar gewonnen worden war. 

Tabelle X. 


Aspergillus 

Okazakii 


Aspergillus 
a 1 b u s 


Aspergillus 

candidus 


Sparliche Mycelmasse 


Resumes Am 10. Tage hatten 
die kurzen Mycelien etwa 
2 3 der ganzen Flache ent- 
lang der Strichlinie be- 
deckt und hatten Koni- 
dien. Die Farbe etwas 
braunlich. In der Mitte 
der Auflagerung ein lan- 
ges Tal, dessen beide 
Rander ein grobes Aus- 
sehen hatten. Dieses Tal 
zeigte einigeQuerfurchen. 
Die Rander der Kolonien 
reichlich gebuchtet. Nach 
einigen Tagen wuchs ein 
Biindel von Lufthyphen 
am oberen Teil empor. 
Die Mycelmasse farbte 
sich allmahlich gelblich- 
braun 


Aspergillus 

Okazakii 


Etwas Mycelmasse 
Entlang der Strichlinie 
bedeckte die feuchte Auf¬ 
lagerung etwa 1 / 6 des 
Nahrbodens. Trockene 
Mycelmasse nur am obe¬ 
ren Ende des Nahrbodens. 
Konidienbildung mit blo- 
Bem Auge nicht wahrzu- 
nehmen 

Erst am 8 . Tage wurden 
weiBe Sporangien iiber % 
des oberenTeils des Nahr¬ 
bodens gebildet. Auf¬ 
lagerung spater braun¬ 
lich-gelb 


Tabelle XI. 


Aspergillus 
a 1 b u s 


Mycelien entwickelt 

Lange, grobe, weiBe My¬ 
celien iiber der ganzen 
Flache des Nahrbodens 


Auflagerung wird allmah¬ 
lich braun 


Aspergillus 

candidus 


4. Uber die ganze Ober- 
flache eine sehr kurze, 
dichte Mycelauflagerung 
mit Konidienrasen; leicht 
gelblich-brauner Ton 

Re 8 um 6 Auflagerung leicht gelb- 
lich-braun 


Auflagerung sehr kiim- 
merlich, etwa 3 mm breit, 
entlang der Strichlinie 


Erst am 8 . Tage die Auf¬ 
lagerung getrocknet und 
auf ihr weiBe Konidien, 
welche spater gelb werden 


Myceldecke iiber der gan¬ 
zen Oberflache, aber 
Wachstum etwas grober 
und kiimmerlich. Spor¬ 
angien nur am oberen y 3 
des Nahrbodens 
Die Auflagerung blieb 
weiB, selbst nach 2 Mo- 
naten 


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232 


Keiiohiro Okazaki, 


3. Kojiagar mit Ajinomoto (glutaminsaurem Natrium). 

4. Sojabohnenextrakt-Agar. 

5. Sojabohnenextrakt-Agar mit Traubenzucker. 

Das Resultat stimmte im groBen und ganzen mit dem obengenannten 
iiberein. 

6. Agar mit kiinstlicher Nahrlosung. 

7. Fleischwasseragar. 

TabeUe XII. 


Tag 

Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 

Okazakii 

albus 

oandidus 

1 . 

2 . 



Mycelfaden etwas ent- 




wickelt 

3. 

Entlang der Strichlinie 
sparliche, weiBe Myoel- 




decke 



4. 

Sparliche Konidien am 

Etwas Mycelmasse an 

Mycelien iiber der ganzen 


oberen Teile der Auflage- 

der Strichlinie; Konidien 

Flache 


rung 

hier und da 


5. 


Konidien sparlioh 

0 . 

Auflagerung 2 mm breit; 
Mycelf aden sehr kurz; 




Konidienrasen an der 




ganzen Oberflache gelb- 
Gch-braun und kiimmer- 




lich 



7. 


Breite der dicken Auf¬ 

Konidienrasen rauh und 



lagerung mehr als 4 mm; 

kiimmerlich 



grauweiB 



8. Fleisschwasseragar mit Ajinomoto glutaminsaurem Natrium). 

Das Resultat war dem mit Fleischwasseragar fast gleich. 

9. Gelatinestrichkultur. 

Dem 1-gradigen Kojidekokt wurde weiBe 10-proz. Gelatine zugesetzt 
und in Reagensglasern von gleichem Durchmesser verteilt und wie gewohn- 
lich je 30 Mmuten an 3aufeinanderfolgenden Tagen sterilisiert und in schiefer 
Stellung erstarren gelassen. Dann wurde jeder dieser 3 Aspergillen mit einer 
moglichst gleichen Platinose auf diesem Nahrmedium geimpft und im 
Arbeitszimmer stehen gelassen, dessen Temperatur zwischen 16—21° C 
schwankte. Dabei wurde bei Aspergillus albus und A. candi- 
d u s beobachtet, daB sie schon am 3. Tage entlang der Strichlinie zu wachsen 
begannen, wahrend A. 0 k a z a k i i erst am 4 Tage zur Entwicklung ge- 
kommen ist. Seitdem war die Entwicklung von A. 0 k a z a k i i immer um 
1 Tag verspatet gegeniiber der der beiden anderen. Am 9. Tage hat A. can- 
d i d u s schon die ganze Flache bedeckt und die Konidien waren auf der 
ganzen Vegetation zu beobachten. Bei A. albus haben die Mycelien da- 
gegen nur iiber y 3 der Flache sich verbreitet, und es wurden auch Konidien 
gebildct, wahrend A. Okazakii zu dieser Zeit noch keine Konidienrasen 
gebildet hat, wenn auch seine Vegetation sich iiber etwa y 3 der Oberflache 
verbreitet hat. 

Am Boden der Reagensglaser, in welchen A. Okazakii gezlichtet 
wurde, zeigte sich schon am 9. Tage verfliissigte Gelatine in einer Tiefe von 
etwa 6 mm, wahrend bei den anderen beiden Arten die Verfliissigung noch 


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Beitrage zur Affinitat ©ines neuen weiBen Fadenpilzes (Aspergillus Okazakii). 233 

Tabelle XIII. 



Zimmer- 

Wachstum und Sporangien 


Verfliissigung 

Tag 

tern- 


i 

i 


i 



peratur 

Aspergillus 

Aspergillus Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 



Okazakii 

albus 

| candidus 

Okazakii 

albus 

candidus 

1 . 

16,5 







2 . 

17,5 


Wachstum 

Wachstum 







begonnen 

begonnen 




3. 

17,0 

Wachstum 








begonnen 






4. 

16,0 







5. 

15,5 







6 . 

18,5 

i 




! 


7. 

19,0 



Konidien 


1 

! 






gebildet 


i I 

| 


8 . 

21,5 


Konidien 



1 

j 





gebildet 





9. 

18,5 

Konidien- 



Verfliissig. 





gebildet 



begonnen 



10 . 

19,0 





Verfliissig. 








begonnen 


11 . 

15,0 







12 . 

14,5 




Verfliissig. 








beendet 



13. 

20,5 





Verfliissig. 








beendet 


14. 

12,5 






Verfliissig. 








begonnen 


TabeUe XIV. 


Tag 

Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 

Okazakii 

albus 

candidus 


3. 


4. 


7. 


8 * 


Sparliche Mycelauflage- 
rung am Stichkanal 


Sparliche feuchte Mycel- 
decke an der Oberflache 


Feuchte Myceldecke 
iiberzog die ganze Ober¬ 
flache und kroch an der 
Glaswand empor, wah- 
rend sie im Stichkanal 
fast nicht entwickelt war 


Myceldecke an der Ober¬ 
flache 


Myceldecke iiber die 
ganze Oberflache; Koni- 
dienrasen erschienen 
fast ohne Entwicklung 
im Stichkanal 


10 . 


I Monat 


Mycelien bedeckten die 
ganze Oberflache; Koni¬ 
dien schon gebildet. Spar¬ 
liche Entwicklung am 
Stichkanal und gleich- 
zeitig Verfliissigung 
Das obere % des Nahr- 
bodens gelost; Mycelien 
zylindrisch entwickelt 


Verfliissigung kaum zu 
bemerken 


Selbst eine Spur von Ver- 
fliissigung war schwer zu 
entdecken 


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234 


Keiiohiro Okazaki, 


nicht eingetreten war. Am 10. Tage hat die Tiefe der Verflussigung bei A. 
Okazakii 17 mm erreicht, bei A. a 1 bus aber nur 9,5 mm. Die Ver- 
fltissigung der ganzen Nahrgelatine trat bei A. Okazakii schon um 9 Uhr 
morgens des 12. Tages, bei A. a 1 b u s aber erst am Mittag des 13. Tages 
ein. Dagegen hat A. candidus erst am 14. Tage die Nahrgelatine lang- 
sam zu verfliissigen begonnen. 

c) Gelatinestichkultur. 

Die Nahrboden wurden in der oben angegebenen Weise bereitet, nur 
wurden die Reagensglaser bei der Koagulation der Gelatine senkrecht ge- 
halten. Die betreffenden Arten wurden in der Mitte dieser Nahrboden mog- 
lichst gleichmaBig senkrecht mit Platindraht geimpft und in dem Zimmer 
stehen gelassen, dessen Temperatur zwischen 15—21° C schwankte. 

III. Reaktion gegen Ferrichlorid. 

Die 3 Aspergillus arten, welche auf den folgenden Nahrsubstraten 
geziichtet wurden, verhielten sich gegen Eisenchlorid wie unten angegeben. 
Die Ziichtung dauerte zwischen 22—25° C 7 bzw. 15 Tage. 


Tabelle XV. 


Nahrboden 

Aspergillus 

Okazakii 

Aspergillus 

albus 

Aspergillus 

candidus 

Polierter Reis. 

i 

Schwach rot- 
lich-braun 

— 

Blutrot 

Kojiextrakt. 

99 

— 

99 

Malzextrakt. 

Etwas rotlich 

— 

Schwach rot 

Sojabohnenextrakt. 

— 

— 

Etwas rot 

Sojabohnenextrakt mit Traubenzucker 

— 

— 

99 

in kiinstlicher Nahrldsung .... 

— 

— 


mit Hefenwasser. 

— 

— 

Etwas gerotet 

Peptonhefenwasser. 

— 

— 

Etwas gerotet? 

Hefenwasser mit Traubenzucker . . 

— 

— 

Etwas gerotet 

Fleischwasser. 

— 

— 

Etwas gerotet 

Pleischwasser mit Traubenzucker 

i — 

— 

99 


Die Ferrichloridreaktion war bei A. c a n d i d u s als eine auffallende zu 
bezeichnen, wogegen A. Okazakii nur etwas rotlich gefarbt wurde, wah- 
rend bei A. a 1 b u s diese Reaktion gar nicht zu beobachten war. 


Physiol ogisches. 

1. Untersuchung auf dem Extrakt der betreffenden Koii mit 70-proz. 
Alkohol. 

Der Zweck dieses Versuches war, die Menge der hier auftretenden Saure, 
Aminosaure und des Zuckers miteinander zu vergleichen, wenn man diese 
3 Aspergillus arten auf dem polierten Reis ziichtete. Das Nahrsub- 
strat wurde folgendermaBen hergestellt: Der polierte Reis wurde vorher 
24 Stunden in Wasser getaucht und dann 2 Stunden in dem Koch schen 
Dampftopf mit stromendem Dampf erhitzt. Nach Erkalten dieses gedampften 
Reises wurden nach 10 Minuten je 50 g dessclben genau gewogen und in 
Erlenmeyersche Kolbchen gebracht, welche je auf 1 Stunde an 3 auf- 
einander folgenden Tagen sterilisiert wurden. Die betreffenden 3 Aspergillen 
wurden dann auf diese Nahrboden geimpft und im Brutofen bei 22—25° C 


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Beitrage zur Affinitat eines neuen weiUen Fadenpilzea (Aspergillus Okazakii). 235 


4 bzw. 7 Tage aufbewahrt. Die auf diese Weise zubereitete Koji wurde 
anfangs durch je 150 ccm von 70-proz. Alkohol im Zimmer (Temperatur 17° 
C) 3 Stunden mazeriert. Anfangs und am Ende jeder Stunde wurden 
diese Mazerationen viermal gleichmafiig geschiittelt. Nach der letzten 
Schiittelung wurde sofort filtriert und mit diesen Filtraten wurden die 
folgenden Versuche angestellt: 

Die betreffenden 3 Arten haben, wie schon erwahnt, verschiedene ' 
optimale Wachstumstemperatur. Deshalb wurden sie sich nicht gleichmaBig 
entwickeln, sondern das Wachstum eines oder 2 derselben wiirde das der 
anderen Uberholen und so das Resultat fehlerhaft machen, wenn man nicht 
die Temperatur der Kultur sorgfaltig regelte. Bei den unten beschriebenen 
Versuchen wurde deshalb die Temperatur streng innerhalb der gemeinschaft- 
lichen optimalen Temperatur und auch die Dauer der Kultur auf zweierlei 
Weise gehalten. Das Resultat ist aus folgender Tabelle zu ersehen: 


Tabelle XVL 

4-tagige Kultur (Mittelwert von 3-maligen Versuchen): 



Aspergillus 

Okazakii 

Aspergillus 
a 1 b u s 

Aspergillus 

candidus 


o/ 

/o 

0 / 

/o 

% 

Gesamtsaure (als S0 4 H 2 ) • . . 

0,0403 

0,0330 

0,0769 

Aminosaure (Glykokoll) . . . 

0,0205 

0,0182 

0,0296 

Zucker (Traubenzucker) . . . 

0,664 

Spur 

0,7728 


Dabei wurde die Aminosaure nach Sorensens Formolmethode und 
der Zucker nach der verbesserten P a r y schen Methode bestimmt. 


Tabelle XVII. 

7-tagige Kultur (Mittelwert von 3-maligen Versuchen): 



Aspergillus 

Okazakii 

Aspergillus 
a 1 b u s 

Aspergillus 

candidus 

Gesamtsaure (als S0 4 H 2 ) . . . 

o/ 

/o 

0,0478 

0 / 

/o 

0,0519 

o/ 

0,0798 

Aminosaure (Glykokoll) . . . 

0,034 

0,0324 

0,0465 

Zucker (Traubenzucker) . . . 

0,740 

Spur 

0,984 


In den oben angefiihrten Versuchen wurde jede Kultur, welche anfang- 
lich dasselbe Gewicht gehabt hatte, auch bei der Analyse als von gleichem 
Gewichte angenommen. Aber dies war tatsachlich nicht der Fall, weil jede 
Art nicht in derselben Geschwindigkeit gewachsen war. Deshalb wurden 
in den folgenden Versuchen je 50 g von jeder Kultur abgewogen und ana- 
lysiert. Das Resultat ist folgendes (s. Tabelle XVIII und XIX). 

2. Untersuchung auf Extrakt mit kochendem Alkohol. 

Von jeder dieser Koji, welche mit den betreffenden Aspergillus- 
arten in der oben angegebenen Weise zubereitet waren, wurden je 25 g ab¬ 
gewogen, in Kolben mit RuckfluBktihler anfangs mit 150 ccm, von 80-proz. 
Alkohol, danach mit 150 ccm von 50-proz. Alkohol, jedesmal durch 20 Mi- 


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236 


Keiichiro Okazaki, 


Tabelle XVIII. 

4-tagige Kultur (Mittelwert von 2-maligen Versuchen): 



Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 

. 

Okazakii 

a 1 b u s 

candidus 


/o 

o/ 

/o 

0/ 

/O 

Gesamtsaure (als S0 4 H 2 ) . * . 

0,0352 

0,0343 

0,0758 

Aminosaure (Glykokoil) . . . 

0,0180 

0,0179 

0,0196 

Zucker (Traubenzucker) . . . 

0,659 

Spur 

0,874 


Tabelle XIX. 



7-tagige Kultur 

(Mittelwert von 2 

-maligen Versuchen): 


Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 


Okazakii 

al b u s 

candidus 


o/ 

/o 

0/ 

/o 

o/ 

/o 

Gesamtsaure (als S0 4 H 2 ) . . . 

0,0475 

0,0499 

0,0759 

Aminosaure (Glykokoil) . . . 

0,0299 

0,0304 

0,0467 

Zucker (Traubenzucker) . . . 

0,698 

Spur 

0,8015 


nuten langes Kochen extrahiert und sofort filtriert. Danach wurde der 
Riickstand mit 100 ccm 50-proz. Alkohol gewaschen und die gesamte Flussig- 
keit auf 500 ccm aufgefiillt. Das unten stehende Resultat stellt den Mittel¬ 
wert von 3-maligen Versuchen dar: 


Tabelle XX. 



Aspergillus 

Okazakii 

Aspergillus 
a 1 b u s 

Aspergillus 

candidus 


o/ 

/o 

°/ 

/O 

o/ 

/o 

Gesamtsaure (als S0 4 H 2 ) . . . 

0,0144 

0,0048 

0,0182 

Aminosaure (Glykokoil) . . . 

0,0132 

0,0061 

0,0155. 

Zucker (Traubenzucker) . . . 

1,156 

Spur 

1,625 

TotalNitrog. 

0,1964 

0,1852 

0,1954 


Fermente. 

a) Proteolytische Fermente. 

1. Aus den oben beschriebenen Versuchen iiber die Verfliissigung von 
Kojigelatine ist zu ersehen, daB alle diese Arten proteolytische Fermente 
in geringer oder groBerer Menge enthalten. 

2. 25 ccm roher Milch wurden mit 5 ccm sterilisierten, dcstillierten 
Wassers und 2 Tropfchen Salzsaure versetzt nach Zusatz von 2 ccm Koji- 
mazerationssaft. Diese Mazerationssafte wurden folgendermaBen herge- 
stellt: Je 50 g der betreffenden polierten Reiskoji, welche bei 22—25° C 
erst nach 10 Tagen reif geworden waren, wurden mit 100 ccm 80-proz. Alko- 
liols 24 Stunden mazeriert und bei 38° C 2 Stunden lang stehen gelassen. 
Die Reaktionen waren folgende: 

Die Eiuret-Reaktion war bei A. O k a z a k i i und A. candidus 
auffallend und bei A. a 1 b u s goring, die M i 11 o n sehe Reaktion war bei 
alien maBig stark. 

3. Je 30 ccm der obenerwalmten Kojimazeratipnssafte wurden 2 Tropfen 
Salzsaure und 2 g Fibrin zugesetzt; sie wurden bei etwa 38° C aufbewahrt. 


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Beifcrage zur Affinitat eines neuen weiBen Fadenpilzes (Aspergillus Okazakii). 237 


A. Okazakii hat das Substrat in 40 Minuten aufgelost, wahrend die beiden 
anderen mehr als 1 Stunde dazu brauchten. 

4. 50 ccm einer 3-proz. Peptonlosung wurden je 5 ccm der obenerwahnten 
MazerationssMte zugesetzt; sie wurden im Brutofen (36—38° C) 24 Stunden 
aufbewahrt. Die digerierten Fliissigkeiten farbten sich bei Zusatz von Bro- 
minen etwas rotlich, was auf die Entstehung von Tryptophan hinweist. 

Dieselben Fliissigkeiten gaben auch auffallende M i 11 o n sche Reac¬ 
tion. Diese beiden Tatsachen bewiesen, daft auch niedrige Zersetzungspro- 
dukte von EiweiB gebildet waren. 

5. Je 6 ccm von 10-proz. weiBer Gelatine wurden in Reagensgl&ser von 
demselben Durchmesser verteilt und in senkrechter Stellung erstarren ge- 
lassen. Diesen Reagensglasem wurden je 5 ccm der obengenannten Koji- 
mazerationssafte und 3 Tropfchen Toluol zugesetzt; sie wurden im Zim¬ 
mer (15—21° C) stehen gelassen. Das Resultat war folgendes: 


Tabelle XXI. 




Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 



Okazakii 

albus 

candidus 

Tiefe der ver- 

2 Wochen 

3,0 mm 

2,8 mm 

2,6 mm 

fliisaigten Gelatine 

3 Wochen 

3,5 mm 

3,2 mm 

3,0 mm 


b) Diastatische Fermente. 

1-proz. Agar-Agar, welcher 2 Proz. Starke und 0.5 Proz. Toluol enthielt, 
wurde in Petri schalen gegossen. In die Mitte dieser Agarschicht wurde 
je eine Platinose der betreffenden, auf Kojigelatine geziichteten Mycelmassen 
eingegraben, auch wurde in den gleichen Agarplatten je ein Korn der be¬ 
treffenden Reiskoji, welche unter denselben Bedingungen bereitet worden 
war, eingegraben. Die zwei Reihen von Petri schalen wurden im Brutofen 
(etwa 30® C) auf 24 Stunden stehen gelassen. Nach Ablauf dieser Zeit wurde 
gefunden, daB bei A. Okazakii und A. c a n d i d u s die Umgebungen 
der Mycelmassen betrachtlich durchsichtig geworden waren, wahrend bei 
A. a 1 b u s diese Erscheinung noch nicht aufgetreten war. Nach den nachsten 
24 Stunden erstreckte sich der weiBe Ring von A. Okazakii und c a n - 
d i d u s mehr und mehr nach auBen hin. Dagegen trat ein etwas durchsich- 
tiger Ring bei A. a 1 b u s erst in dieser Zeit auf. 

Beim ZugieBen von Jodlosung auf die 24 Stunden lang digerierten Agar¬ 
platten f&rbten sich die klaren Umgebungen von A. Okazakii und A. 
c a n d i d u s rotlich bis violett, wahrend die Umgebung von A. a 1 b u s 
gleichmaBig violett gefarbt wurde. Nach 2 Tagen waren die rotlich-violetten 
Umgebungen von A. Okazakii und A. candidus tiefer gefarbt und 
groBer geworden; gleichzeitig war auch die Umgebung von A. a 1 b u s etwas 
rotlich-violett geworden. 

2. Je 20 ccm 2-proz. Starke wurden 5 ccm der obengenannten Maze- 
rationssafte der betreffenden Pilzarten zugesetzt und auf 50—58° C er- 
warmt. Nach etwa 40 Minuten war bei A. c a n d i d u s die Verzuckcrung 
schon beendet, bei A. Okazakii nach etwa 50 Minuten, wogegen bei A. 
a 1 b u s die Verzuckerung nach 1 Stunde noch nicht vollzogen war. 

3. Je 4 Proben wurden von der betreffenden weiBen Koji, welche bei 
22—25° C 1 Woche kultiviert worden war, genommen. Das Gewicht jeder 
dieser Proben betrug genau 5 g. Davon wurden je 2 Proben nach Zusatz von 


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238 


Keiichiro Okazaki, 


50 ccm destillierten Wassers sofort im Koch schen Dampftopf iy 2 Stunden 
sterilisiert und filtriert. Die anderen 2 Proben wurden zum Zwecke der Ver- 
zuckerung 1 X Stunden bei 55° C aufbewahrt und nach Ablauf dieses Zeit- 
raums, wie die ersteren Proben, 1 y 2 Stunden gekocht und filtriert. Von 
jedem Filtrate wurden nach etwa 4-facher Verdiinnung mit Wasser der Zucker- 
gehalt nach der P a r y schen Methode bestimmt. Das Resultat war fol- 
gendes: 

Tabelle XXII. 



Aspergillus 

Aspergillus 

Aspergillus 


Okazakii 

albus 

candidus 

Sofort gekocht. 

1,08—1,05% 

Ohne Reduktion 

1,06—1,13% 

Gekocht nach 1 y 2 Stunden .... 

1,408—1,571% 

Spur 

1,513-1,799% 


Aus diesen Versuchen wurde es klar, daB alle 3 Arten in mehr oder minder 
groBer Menge Diastase enthalten. Wahrend aber A. Okazakii in seinem 
diastatischen Vermogen sich kaum von A. candidus unterscheidet, 
steht in dieser Beziehung A. a 1 b u s den beiden anderen Arten betracht- 
lich nach, da sein diastatisches Vermogen sehr gering ist und ofters ver- 
borgen bleibt. 

c) Labferment. 

Je 10 ccm roher Milch wurden in Reagensglaser verteilt und mit 2 ccm 
der oben genannten Mazerationssafte der weiBen Koji versetzt und in ein 
Wasserbad von 45—53° C getaucht. A. Okazakii koagulierte die Milch 
in 35 Minuten, A. candidus in etwa 2 Stunden, wahrend A. a 1 bus 
dazu mehr als 3 1 / 2 Stunden brauchte. 

d) Oxydative Fermente. 

Die weiBe Reiskoji, welche mit A. Okazakii zubereitet wurde, 
veranderte von dem 7. oder 8. Tage der Kultur an allmahlich die Farbe ihrer 
Oberflache in die schwarzbraune. Bei der Zlichtung derselben im Koji- 
dekokt oder in Wiirze nahmen auch die Nahrfliissigkeiten allmahlich einen 
braunlichen Ton an. Diese Erscheinungen sind vielleicht auf das Vorhanden- 
sein von starkeren Oxydasen zuriickzufiihren. 

Beim Zusatz von Hydrogenperoxyd zu den flussigen Kulturen dieser 
3 Aspergillen wurde die Entwicklung von Blasen in mehr oder minder groBer 
Heftigkeit beobachtet, und zwar bei A. 0 k a z a k i i am starksten, vielleicht 
infolge der Zersetzung von Hydrogenperoxyd im Wasser und Oxygen her- 
vorgerufen. 

Die Nahrfliissigkeit von A. Okazakii wurde bei Zusatz von Hydro¬ 
genperoxyd und Guajaktinktur verbraucht, was auf das Vorhandensein von 
Peroxydase hinweist. Die beiden anderen Arten gaben keine deutliche Reak- 
tion gegen dieses Reagens. 

e) Cytase. 

Je 2 g „Konnyaku“-Pulver wurden in 10 ccm Wasser gelost, mit je 
2 ccm der obengenannten Mazerationssafte versetzt und im Zimmer bei 
25—28° C stehen gelassen. Die „Konnyaku“-Schicht wurde allmahlich von 
oben aus gelost, und zwar bei A. Okazakii und A. a 1 b u s gleich stark, 
bei A. candidus aber ein wenig schwacher. 

f) Invertase. 

Je 20 com einer 3-proz. reinen Rohrzuckerlosung wurden unter Ver- 
wendung kleiner Mengen von Toluol 5 ccm der obengenannten Mazerations- 


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Beitrage zur Affinitat ernes neuen weiBen Fadenpilzes (Aspergillus Okazakii). 239 

sSfte zugesetzt und 1 Tag bei 38° C stehen gelassen. Die Digestionsfliissig- 
keiten von A. Okazakii and A. candidus haben die F e h 1 i n g sche 
Losung etwas reduziert, wogegen bei A. a 1 b u s diese Wirkung nicht klar 
hervortrat. 

g) Maltase. 

Je 100 ccm 2-proz. Malzzuckerlosung wurden 10 ccm der Mazerations- 
safte zugesetzt; sie wurden 5 Stunden bei etwa 38° C aufbewahrt, danach mit 
Essigsaure angesauert undibnen Phenylhydrazin zugesetzt. Nach stundenlanger 
Erwarmung auf 100° C wurde abgekiihlt. Bei A. Okazakii und A. can¬ 
didus traten gelbe Kristalle von Glykosazon auf, aber bei A. a 1 b u s 
nur spurenweise; sie entzogen sich der genaueren Bestimmung. 

Zusammenfassung. 

1. A. Okazakii sieht dem A. albus sehr ahn 1 ich, dessen 
Identifizierung einige Schwierigkeiten machen kann, 
wahrend bei A. c an di d u s einige charakteristische Merk- 
male vorhanden sind, wodurch er sich von den ersteren 
2 Arten unterscheidet, so daB eine Gefahr, ihn zu ver- 
wechseln, hier nicht vorliegt. In morphologischer Be- 
ziehung ist zu bemerken, daB A. Okazakii etwas groBer 
als A. albus ist. 

2. A. albus scheut Feuchtigk'eit sehr; er bildet daher 
selbstauffestenNahrbdden eine feuchte Decke. 

3. Die Myceldecke von A. Okazakii ist anfanglich weiB 
und wird dann gelblich-braun gefarbt; A. albus verandert 
seine grauweiBe Farbe allmahlich in die leichtgelbe und 
der weiBe A. candidus wird langsam braun. 

4 A. Okazakii bildet stets nach einigen Tagen, wenn 
auf einem passenden, schragen Nahrboden geziichtet, ein 
Biindel von Lufthyphen am oberen Ende des Nahrbodens. 

5. Die Optimaltemperatur fiir das Wachstum ist bei A. 
Okazakii die hochste, bei A. albus die niedrigste, da- 
zwischen kommt die des A. candidus. 

6. Die Entwicklung auf den verschiedenen Nahrsub- 
straten ist bei A. candidus stets iippigund bei A. Okazakii 
in manchen Fallen ziemlich gut, wahrend sie bei A. albus 
meist kummerlich ist. 

6. In kunstlichen Nahrlosungen macht A. Okazakii 
schon einige Tage nach der Impfung die Nahrlosung gelb- 
lich, A. candidus aber farbt erst nach 1 Monate dieselbe 
etwas gelblich. Dagegen bleibt die Nahrlosung bei A. albus 
selbst nach 3 Monaten ganz farblos. 

7. Ferrichlorid ruft bei A. candidus auf fast alien Nahr- 
substraten blutroteFarbung hervor, wahrend A. Okazakii 
eine ungewisse Reaktion gibt. A. albus reagiert in keinem 
Falle gegen dieses Reagens. 

8. Das Gelatine verfliissigende bzw. EiweiB spaltende 
Vermogen ist am starksten bei A. Okazakii, weniger bei 
A.albus und am schwachsten bei A. candidus. 

9. Wahrend in bezug auf die diastatische Wirkung A. 
Okazakii und A. candidus keinen groBen Unterschied 


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240 


Harold Schroeder, 


zeigen, ist sie bei A. albus so schwach, daB sie manchmal 
verborgen bleibt. 

10. Das Labferment wirkt bei A. Okazakii verh&ltnis- 
maBig stark, bei A. candidus maBig und bei A. albus am 
sch wachsten. 

11. Was oxydative Fermente anbetrifft, so entfaltet A. 
Okazakii eine kraftige oxydative Wirkung und auch in 
einem geringeren MaBe die beiden anderen. 

12. Die Wirkung von Cytase ist bei A. Okazakii und 
A. candidus eine geringe, bei A. albus aber ist ihr Vor- 
handensein zweif elhaf t. 

13. A. OkazakiiundA. candidus haben einefastgleiche 
Maltose spaltende Wirksamkeit, in A. albus aber kommt 
das Ferment in sehr geringem MaBe vor. 


Naehdruek verboten. 

On a certain Coccus. 

By Harold Schroeder. 

As the result of the examination of coal sampled at a depth of 2,700 metres 
below ground level (1) an organism was isolated possessing the appearance 
of a coccus, but which fermented glucose and lactose in the presence of the 
full McConkey concentration of sodium taurocholate. 

Insomuch as the fermentation of glucose and lactose in the presence 
of sodium taurocholate is regarded as presumptive evidence of the presence 
of a coliform organism, the further study of this organism was deemed of 
interest. 

The organism was, for laboratory purposes, named S 2 , and is so referred 
to below. 

Its cultural and morphological characteristics are given below. 

S 2 is a Gram-, non-sporing, non-liquifying, slightly motile coccus which 
sometimes occurs in pairs but never in chains. 

It stains well with the usual stains employed, but Gentian Violet was 
found to be the best. 

Its dimensions are remarkably constant, the diameter of S 2 being from 
0.6 to 0.7 i*.. 

G. P. B. c o 1 o n i e s are circular greyish translucent, zoned, convex, 
and appear in twenty four hours. 

A. P. B. c o 1 o n i e s are very similar to the above, but are less trans¬ 
parent. 

G. P. B. Streak greyish white, granular, flakey growth, which may 
sometimes assume a faint yellow colour. It does not spread very rapidly 
and exhibits a greenish blue fluorescence at the edge. 

A. P. B. Streak spreads very well, and is moister and more creamy 
than on gelatine. 

Peptone Broth growth appears in twenty four hours and is fine 
and silky. Although it settles well the supernatant broth is always turbid. 

Potato yellow-moist spreading growth. 

The more important bio-chemical reactions are: 


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On a certain Coccus. 


241 


Glucose 

Lactose 

Saccharose Acid and gas — in presence of Sodium Taurocholate. 

Raffinose 

Mannit 

Nitrates are reduced to nitrites. 

Milk is fermented with production of acid and clot. 

Of the purity of the culture there could be no reasonable doubt. The 
initial colony was picked from a plate containing not more than one hundred 
colonies, which is well inside the limit adopted by Houston and by 
Prescott and "Winslow. The plates, on which the organisms derived 
from the initial colony were allowed to develop, appeared perfectly homo¬ 
genous when examined under the microscope, and it was not until after 
two more sub-cultures that the actual examination of the organism was 
begun. 

Special attention was paid to the microscopical appearance of the orga¬ 
nism. Owing to its small dimensions special care had to be paid to the ad¬ 
justment of the microscope, and for much assistance on this point the author 
is indebted to Mr. E. M o o r e M u m f o r d , F. R. M. S., a microscopist 
of repute. 

Although many slides were examined under magnifications of 1000—1500 
no doubt could be thrown on the coccoidal appearance of the organism. At 
times and especially when staining with carbol-Fuchsin a bacillus-shaped 
appearance was obtained but this could invariably be. resolved into two 
adjacent cocci and moreover careful measurements with a L e i t z screw 
micrometer showed that the length of this ‘bacillus’ lay very close to twice 
the mean diameter of S 2 . 

When examined alive by means of the dark ground condenser the cir¬ 
cular shape of the organism was consistently apparent. The author did not 
find it possible to demonstrate the presence of flagellae but the occurrence 
of a haze around the image (which haze persisted through all variations in 
lighting such as did not destroy the image) suggested the possibility of their 
existence. 

In view of the striking similarity to the Colon group which S 2 . exhibits 
the action of this organism on glucose and mannitol was enquired into further. 

Apparatus and solutions similar to those used by H a r d e n (2) were 
employed and the methods used in examining the products were also based 
on those in the above paper. 

Both with glucose and with mannitol the products of fermentation 
were qualitatively identical with those found by H a r d e n (2) to result 
as the action of B. c o 1 i communis on the two substances named. 

Quantitatively the similarities were also striking 


S 2 B. Coli 



Glucose | 

Mannitol 

Glucose 

Mannitol 

CO, + Formic Acid. .... 

0.54 

0.94 

0.5 

1.38 

Ethyl Alcohol. 

Acetic, Lactic and Succinic 

0.3 

2.7 

0.8 

2.22 

Acids. 

Zweite Abt. Bd. 42. 

4.95 

3.67 

4.04 

3.26 

16 


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242 


Harold Schroeder, 


Four hypotheses to explain these consistent similarities may be brought 
forward. 

1. That the culture is impure. 

2. That the coccus is really a bacillus. 

3. That B. 0 o 1 i has lost its rod-shape and becomes a coccus. 

4. That the Colon group is not confined to bacilli. 


Evidence, adequate in the author’s opinion, has already been brought 
forward to dispose of the first two hypotheses. 

In regard to the third hypothesis that B. c o 1 i has lost its bacterial 
shape and become a coccus, it is not logical to argue back from evidence 
solely concerned with one product of the alleged change. Whilst under 
examination, a period of some six months, the organism did not at any time 
vary in the coccoidal shape, and as the author did not perform any experi¬ 
ments with the attempted mutation of B. c o 1 i as their end, a discussion 
of the pros and cons of this hypothesis would be devoid of scientific value. 

In this connection may be mentioned a paper by R e v i s (3) wherein 
may be found an account of a coccoidal form of B. c o 1 i. A culture of S, 
was sent to R e v i s for comparison with his organism but no similarities 
beyond those of microscopical appearance were to be observed. 

The Colon group has been defined in many ways and a precise under¬ 
standing has not even yet been arrived at. 

From the single B. coli communis Escherich with its cast iron 
morphological and cultural definitions the Colon group has sprung and been 
extended till, in a comparatively short space of time, it now includes many 
hundreds of organisms, but these, apart from their many inter bio-chemical 
variations, possess one common relationship in properties — their bacillial 
shape, the requirement for which is the sole constant factor in the many 
definitions of this group. 

The properties of S 4 and the Colon group may now for convenience be 
tabulated. 


Glucose 

Acid 

Lactose 

Acid 

Saccharose 

[Acid 

Raffinose 

[Acid 

Mannitol 

Acid 

Nitrates 


Milk 

Acid 

Spores 


Gram 


Motility 

Feebl< 


i Group 

S 2 

and gas 

Acid and gas 

and gas 

Acid and gas 

and gas] 

Acid and gas 

and gas] 

Acid and gas 

and gas 

Acid and gas 

+ 

+ 

and clot 

Acid and clot 

5 or none 

Slight 


Members of the Colon group do not as a rule ferment Saccharose but 
S m i t h (4) as long ago as 1893 showed that the Colon group could be divi¬ 
ded into two divisions according to whether Saccharose was or was not at¬ 
tacked and this was substantiated and extended by W i n s 1 o w and W a 1 - 
k e r (5) who showed that any organism of the Colon group fermenting Sac¬ 
charose, ipse facto, attacked Raffinose. It will be noticed that S 2 is possessed 
of a similar property. 

It has frequently been noted that members of the Colon group are able 
to reduce the Litmus used as indicator in the culture tubes and this by certain 
American investigators has even been put forward as an essential criterion of 
the colon group. This phenomenon takes place from time to time in the 
case of S 2 , and finally the colonies developing on a Lactose Hill McConkey 


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On a certain Coccus. 


243 


agar plate, closely resemble those produced by a normal colon bacillus and 
cannot in any way be held to be similar to the delicate Streptococcus 
colonies. 

In the author’s opinion a striking similarity between S 2 and the colon 
group has been shown, a similarity so striking and complete that it would 
be impossible, from biochemical results alone to successfully distinguish 
between a Colon bacillus and S 2 , and as the occurrence of B. c o 1 i in pairs 
of rods so short as to suggest diplococci is well known it might easily be that 
a cursory microscopic examination would also lead to a decision in favour 
of the colon bacillus. 

If S 2 did not occur in sewage then the whole foundations of the pre¬ 
sent methods of bacteriological water analysis would have to be rebuilt, but 
water bacteria have been so long and so carefully studied that the possibility 
of such an organism as S 2 being a normal constituent of any water is not 
great, and may be held to be negligible and if it be not a normal constituent 
than the water under examination is obviously polluted, though whether 
by sewage is an open question. 

Quite apart from the analogies which S 2 presents to the colon group 
it is possible from its other properties to offer presumptive evidence of its 
intestinal character. 

It is well known that intestinal organism usually develops better at 
37° than at 20° and moreover the colonies of such organisms usually are vi¬ 
sible in 24—36 hours, whereas on the same media and on the same plate 
normal water bacteria require at least three days for growth. 

S 2 develops better at 37° than at 20° and on gelatine the colonies are 
fully visible in 24 hours. 

It was also shown by the author that the mine from which this orga¬ 
nism was isolated was undergoing pollution from sewage. (The water collected 
at the 2700 metre level was a fair sample of a diluted sewage.) 

In the face of this evidence it seems likely that S 2 may occur in sewage 
though not necessarily in fresh faeces. 

Admitting then that by definition, a member of the Colon group must 
be a bacillus it is obviously not permissible to include S 2 in that group, although 
its strikingly similar biochemical properties might easily cause it to be mis¬ 
taken for a member. 

There seems to be no valid cause or reason why, because an organism 
carries its cell contents in a tube, it should be any more valuable an indicator 
of pollution than an organism, possessed of identical biochemical properties, 
but which happens to reproduce itself in a spherical shape. 

Although the precise nature of the work performed by B. c o 1 i in the 
intestines has not been determined yet it appears that the occurrence of an 
organism in the intestines is concomitant with the possession of certain 
definite and long recognised biochemical properties which are daily made 
use of in water analysis. 

There would seem to be no reason why, to argue back, i. e. given an 
organism possessed of these biochemical properties its intestinal origin should 
follow, would lead into error and indeed to omit any resort to microscopical 
examination and to rely on the dictates of biochemistry would set the art 
of bacteriological water analysis on a firmer and more scientific basis. 

Up till now it has been assumed that the Colon group held a patent, 
so to speak, as an indicator of pollution. It has been shown in this paper 

16 * 


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244 


J. E. Greaves and H. P. Anderson, 


how a coccus possessed of very similar biochemical properties to the colon 
group is yet debarred from serving as an indicator of sewage pollution simply 
because it is not a bacillus. 

Here may be quoted Prescott and W i n s 1 o w (6) who maintain 
that all lactose fermenters are indicative of pollution. The author wishes 
to go further and to discontinue any grouping of organisms based on a di¬ 
stinction of microscopical appearance but to classify all those organisms 
possessed of biochemical properties which the experience of years of prac¬ 
tise has shown to be concomitant with an intestinal origin and to employ 
these organisms as indicators of sewage pollution. 

Frankland Laboratory, University of Manchester. 

References. 

1 . Schroeder, CentralbL f. Bakt. Abt. II. Bd. 41. 1914. 

2. Harden, Joura. Chem. Soc. 1901. 

3. Bevis, CentralbL f. Bakt. Abt. II. Bd. 33. 1912. 

4. Smith, 13th Ann. Rep. of the State Board of Health of New York. 1893. 

—, Wilder Quarter Century Book. 187. 

—, CentralbL f. Bakt. Bd. 18. 

6 . Winslow and Walker, Science. N. Ser. 26. 

6 . Prescott and Winslow, Elements of Water Bacteriology, p. 103. 


Nachdruck verboten. 

The Influence of Arsenic upon the Nitrogen Fixing Powers of 

the Soil. 

[Utah Experiment Station, Logan, U. S. A. ] 

By J. E. Greaves and H. P. Anderson. 

With 1 Textourve. 

In a previous article 1 ) it was shown that arsenic applied to a soil stimula¬ 
ted the ammonifying and especially the nitrifying powers of that soil and 
that the stimulation varied with the form in which the arsenic was applied 
and, further-more, the quantity of arsenic present had to be very large before 
the toxic influence became marked. For these reasons it was desirable to 
determine the influence of arsenic upon the nitrogen fixing powers of the soil. 
For even though arsenic does not inhibit the action of the ammonifiers or 
nitrifiers, if it stops or materially retards the nitrogen fixing organism, one 
can not say that arsenic is not injurious to the soil flora. For these reasons 
this study has been carried out. 

The soil used was the same as that used in the previous series. It is a 
typical bench soil, a sandy loam, fairly high in calcium and iron content, 
and supplied with an abundance of all the essential elements of plant food, 
with the exception of nitrogen which was low, a characteristic of arid soils. 
The soil was air dried, sieved, and stored in a large box, so that all deter¬ 
minations could be made on the same soil. 

The determination of the nitrogen fixing powers of the soil was made 
as follows: Beakers covered with Petri dishes were sterilized and into 
these were weighed 100 gram portions of the air dried soil with two grams 

*) Greaves, CentralbL f. Bakt. Abt. IL Bd. 39. 1913. p. 542. 


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The Influence of Arsenic upon the Nitrogen Fixing Powers of the SoiL 245 


of mannite an then carefully mixed. Sodium arsenate was added from a 
standard solution with the proper proportion of sterile water, and the mix¬ 
ture thoroughly stirred with a sterile spatula. The other arsenical compounds 
were added in the dry state and then carefully mixed. Sufficient sterile distilled 
water was added to make the moisture content of the soil 18 per cent. The 
beakers and contents were weighed and the moisture content made up weekly 
to 18 per cent. 

The samples were incubated at 28° C. to 30° C. for eighteen days and 
then the nitrogen determined. The tumblers and contents at the end of 
this time were placed in an electric incubator and kept at 95° C. until dry. 
They were then carefully transferred to a mortar, ground, and then 20 grams 
weighed into K j e 1 d a h 1 flasks and the nitrogen determined according 
to the Li pm an and Sh ar p’s Method 1 ). The determinations were all 
made in duplicate and compared with sterile blanks, so that each result 
reported is the average of two or more closely agreeing determinations. The 
compounds used were sodium arsenate, lead arsenate, Paris green, zinc arse- 
nite and arsenic trisulfide. In each case the quantity of the compound added 
was such as to giev equivalent amounts of arsenic. The results reported as 
milligrams of nitrogen per 100 grams of soil are given in Table 1. 

Table 1 giving Milligrams of Nitrogen fixed in 100 grams of soil during 
18 days with varying amounts and different forms of arsenic. 


Arsenic parts 
per Million 

Sodium 

Arsenate 

Lead 

Arsenate 

Paris green 

Arsenic 

trisulfide 

Zinc 

Arsenite 

0 

18.2 

16.10 

15.22 

9.8 

9.1 

20 

22.4 

16.00 

13.72 

11.2 

11.9 

40 

14.0 

16.4 

13.02 

14.0 

9.7 

80 

14.0 

18.90 

14.00 

15.4 

9.6 

120 

15.0 

21.0 

8.82 

16.2 

10.5 

160 

15.4 

21.0 

8.32 

16.4 

9.7 

200 

14.0 

21.7 

7.42 

14.0 

8.4 

240 

12.6 

16.8 

6.72 

12.8 

8.4 

280 

0 

16.1 

6.02 

11.2 

8.4 

320 

0 

16.0 

6.00 

11.2 

9.0 

360 

0 

16.6 

6.02 

9.8 

9.1 

400 

0 

15.80 ' 

5.22 

9.8 

9.1 

0 

18.2 

16.10 j 

15.22 

9.8 

9.1 


In this series the concentration of the arsenic was not carried above 
400 parts per million, for the previous work had shown that the main stimu¬ 
lation occurs before this concentration is reached. Furthermore the arsenic 
occurring in agricultural soils 2 ), seldom exceeds 150 parts per million so it 
is certain that under agricultural practice it will never exceed the quantity 
used in this work. 

The results reported in the above table bring out some very interesting 
facts and show that the nitrogen-fixing organisms are very similar to the 
nitrifying organisms in so far as their relation to arsenic is concerned. We 
find that the addition of 20 parts per million of sodium arsenate stimulates 
the action of the organisms and that 40 parts per million and above has a 
toxic influence and when the concentration reaches 280 parts per million 


*) Li pm an and Sharp, Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 35. 1912. p. 647. 
2 ) Greaves, Biochem. Bull. Vol. 2. 1913. p. 519. 


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246 


J. E. Greaves and H. P. Anderson, 


it stops all nitrogen-fixing activity. The toxic influence which becomes so 
very prominent above this concentration must be due entirely to the arsenic 
and not to the sodium ion as L i p m a n and Sharp 1 ) have added many 
times this quantity of sodium in the form of sulphates, chlorides, and carbo¬ 
nates to the soil without influencing its nitrogen fixing-powers. 

The lead arsenate, at the lower concentrations, has no influence upon 
the nitrogen fixing-powers of the soil, but when the concentration reaches 
80 parts per million a stimulating influence becomes quite perciptable. This 
continues until the concentration exceeds 200 parts per million. Above 
this concentration the nitrogen fixed, within experimental error, is the same 
as that fixed in the untreated soil. It is interesting to note that the com¬ 
pound does not become toxic, even when the quantity added reaches 400 
parts of arsenic per million of soil. This series shows a very close simularity 
to the nitrification series previously reported and it is quite likely that part 
of the stimulating influence is due to the lead ion. 

Paris green is toxic even in the lowest concentration used and the toxi¬ 
city increases as the quantity of Paris green added increases. The toxic in¬ 
fluence is due mainly to the copper ion. However, as was shown in the pre¬ 
vious work the quantity of soluble arsenic present would be much higher 
where the Paris green was added than where the other compounds were 
used. The fact that no stimulation occurs in the Paris green series, points 
to the conclusion that the toxicity of the copper must increase much more 
rapidly than the stimulating influence of the arsenic. Yet it is quite possible 
that if lower concentrations of the substance had been taken a stimulation 
would have been noted. 

Arsenic trisulfide stimulates in the lowest concentration tested and in¬ 
creased in stimulating influence until a concentration of 160 parts per mil¬ 
lion is reached. In concentrations above this, it decreases in activity. In con¬ 
centration of 320 parts per million and above there is fixed no more nitrogen 
in the presence than in the absence of arsenic. But even at the highest con¬ 
centration tested, 400 parts per million, this compound exerts no toxic influence 
on the nitrogen fixers. 

Zinc arsenite probably stimulates slightly in low concentrations but 
aside from this it has little apparent influence on the nitrogen gathering 
organisms. 

The amount of nitrogen-fixed in the untreated soil of the above series 
shows a marked variation. This is probably due to various factors, chief 
amongst which was the fact that the nitrogen fixing powers of the soil with 
sodium arsenate, lead arsenate and Paris green were made in the order named 
on the air dried soil soon after it had been brought to the laboratory. While 
in the case of the arsenic trisulfide and zinc arsenite the soil had been in the 
laboratory in an air dried condition for about two months before the determi¬ 
nations were made. But each set of samples within each series was handled 
exactly the same and they are directly comparable with each other as has 
been done in the previous discussion. In order to make those containing 
different forms of arsenic more nearly comparable with each other, i. e. the 
lead arsenate with the arsenic trisulfide, etc., the per cent of nitrogen fixed 
in the untreated soil has been taken as 100 per cent, and from this the per 
cent calculated with each of the concentrations of arsenic. This gives us 
more nearly comparable results which are reported graphically in Figure 1. 

1 ) L i p m a n and Sharp, Ontralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 35. 1912. p. 647. 


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The Influence of Arsenic upon the Nitrogen Fixing Powers of the Soil. 247 


Comparing these results with those obtained for the ammonification 
and nitrification series 1 ) we find a marked simularity existing between them. 
In all of the series there is a marked stimulation with all of the compounds 
except Paris green. The arsenic trisulfide stimulates much more in the 
nitrogen fixing series than it does in the other series. If the concentrations 
yielding the highest fixation in the nitrogen fixation series be compared with 
the highest stimulation in the nitrification series we find the arsenic concen¬ 
tration to be almost exactly the same in each. It may be seen that the 
maximum stimulation was not obtained when equivalent quantities of arsenic 
in the various forms are applied to the soil. So it seems possible that there 
may be a relationship existing in the water soluble arsenic fouijd in the various 



Fig. 1. 


cases. In order to answer this, determinations were made of the water soluble 
arsenic existing in the soil. The soil and arsenic together with two grams 
of mannite were placed in sterile tumblers, the water content made up to 
18 per cent and then incubated at 28° C. for eighteen days. At the end of 
this period the soil was transferred by means of 100 cc. of carbon dioxide 
free distilled water to large acid bottles. The mixture was left in these bottles 
with occasional shaking for eight days, then filtered and the arsenic deter¬ 
mined 2 ) in an aliquot part. In another set the various forms of arsenic were 
mixed with 100 grams' portions of soil and two grams of mannite and the 
water soluble arsenic determined as above without incubation. 

The results are given in Table 2 as milligrams of water soluble arsenic 
occuring in 100 grams of the soil both before and after the three weeks incu- 

J ) Greaves, Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 39. 1913. p. 542. 

2 ) Greaves, Journ. Amer. Chera. Soc. Vol. 35. 1913. p. 150. 


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248 


J. E. Greaves and H. P. Anderson, 


bation. Each reported result is the average of three or more closely agreeing 
determinations. 


Treatment 

Lead 

Arsenate 

Arsenic 

trisulfide 

Sodium 

Arsenate 

Mg. of arsenic added. 

16.00 

16.00 

2.00 

Mg. „ „ found before incubation 

1.04 

.14 

1.08 

Mg. „ „ found after incubation . . 

1.26 

1.42 

1.44 

Average. 

1.15 

.78 

1.26 


The arsenic in each case became more soluble as bacterial activity pro¬ 
gressed. This is especially marked in the soil containing arsenic trisulfide, 
which yielded ten times the water soluble arsenic after incubation than it 
did before. There is a remarkable close agreement found to exist between 
the results obtained for water soluble arsenic existing at the close of the 
incubation period, which show that the maximum stimulating influence is 
obtained when soil contains between 10 and 15 parts per million of water 
soluble arsenic. This is a quantity that exceeds that found in agricultural 
soil 1 ). Hence the influence of the arsenic occuring in soil must be to increase 
and not to retard nitrogen fixation. The maximum fixation varies with the 
form of arsenic applied. This is undoubtedly due as was pointed out under 
nitrification, to the elements accompanying the arsenic which may have 
either a retarding or accelerating influence upon the bacterial activity. 

The finding of this marked stimulating influence of arsenic upon the 
nitrogen fixing powers of soil raises a number of very interesting and im¬ 
portant questions. Some of these are: does this stimulating influence exist 
in other soil or is there something inherent within this particular soil which 
makes its bacterial flora susceptible to the influence of arsenic? Is the sti¬ 
mulating influence brought about by the retarding of injurious species or 
is it a direct stimulant upon the soil organisms? Does the arsenic and arsenic 
compounds act as a source of energy to the nitrogen-fixing organisms or do 
they so influence the soil flora that it can utilize more economically, the 
carbon compounds available? What nitrogen-fixing organisms are there in 
the soil which are influenced by arsenic? 

In order to find whether arsenic influences the nitrogen fixing powers 
of other soils in a similar manner, three other soils were tested with and 
without arsenic. The soils varied greatly in chemical and physical compo¬ 
sitions. Soil No. A. is a black loam of very light texture and for an arid soil, 
high in nitrogen and humus. It is w r ell supplied with phosphorus, potassium, 
calcium carbonate, and had grown potatoes for 23 years. After this it was 
planted to oats for two years and during the last four had been into alfalfa. 
It had received some manure. Soil No. B. is a sandy loam of much lighter 
colour than No. A. and contained much less humus and nitrogen but. an abun¬ 
dance of the other elements. It had been cultivated 28 years and during 
this time had been fallowed twice. The remainder of the time it has been 
into wheat. The nitrogen is low, but the soil is well supplied with phos¬ 
phorus, potassium and calcium carbonate. While wet it is exceedingly sticky 
and on drying it bakes like an adobe. It has been tilled 23 years and during 
this time it has been fallowed three years. The remainder of the time it has 

*) Greaves, Biochem. Bull. 2. 1913. p. 520. 


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The Influence oi Arsenic upon the Nitrogen Fixing Powers of the SoiL 249 


been into wheat. While it has received no manure during this time, it is 
still very productive. 

All of the soils were very fertile and well supplied with azotobacter 
and previous work had shown them to have high nitrogen fixing powers. 

The soils were all air dried for twenty four hours, ground in a mortar, 
sieved, and weighed into sterile tumblers. Some were mixed with mannite 
and arsenic, others with mannite while others received only arsenic. They 
were all incubated in the regular manner and the nitrogen determined as 
in the previous series. The results are given in Table 3. Each reported result 
is the average of six closely agreeing determinations. 

Table 3. 

Giving milligrams of Nitrogen fixed in 100 grams of soil with and without arsenic. 

Lead Arsenate. 












250 


J. E. Greaves and H. P. Anderson, 


been found to fix appreciable quantities of nitrogen when incubated with 
an optimum moisture content without the addition of any carbon compound. 
It is likely that the arsenic makes the nitrogen gathering organism use more 
economically its usual source of carbon which in the absence of mannite 
is probably the plant debries which has been slowly added to the soil. That 
this is the case is strengthened by the fact that the soil rich in organic matter, 
soil No. A. fixes practically the same in the absence of mannite but in the 
presence of arsenic that it does where both arsenic and mannite are added 
to the soil. While the clay soil (C) which is low in organic matter fixes either 
less or about the same in the absence of arsenic as in the absence of man¬ 
nite. It is interesting to note that in soils B and C the total fixation in the soil 
containing mannite plus that fixed by the soil containing arsenic approxi¬ 
mates the series in which both arsenic and mannite are present. 

It was thought that some of the questions referred to above could be 
answered more readily with the solution method than with the soil and 
for that reason a series was incubated using a solution of the following com¬ 
position 

r 0.2 gm. KjHP0 4 

0.2 gm. MgS0 4 
0.2 gm. CaCl 2 
1 drop 10 % sol Fe 3 Cl 3 
1 gram of CaC0 3 . 


This was made up to 1000 cc. with tap water distributed in 100 cc. 
portions into 400 cc. Erlenmeyer flasks sterilized and used for inocu¬ 
lation. One series was inoculated with Azotobacter vinelandii. This 
was done by making a suspension in sterile tap water of the organism and 
adding 5 cc. of this suspension to each flask. In the other series the inocula¬ 
ting medium was 10 grams of soil. The solution were incubated at 28’ to 
30° C. for 18 days, and then the nitrogen determined as previously outlined. 
The results are given in Table 4, and are reported as milligrams of nitrogen 
fixed in 100 cc. of the solution. Each reported result is the average of three 
closely agreeing determinations. 

Table 4. 

Giving milligrams of Nitrogen fixed in 100 cc. of nutritive solution with and without 

the addition of arsenic. 


milligrams of nitrogen fixed 
in 100 cc. of solution 



Treatment 

Azotobacter 

vinelandii 

10 grams 
soil 

10 grams soil 
arsenical 
compound 
unsterilized 

Nutritive sol. 1.5 g. mannite. 

14.12 

15.19 

15.77 

99 

sol. 1.5 g. mannite and 

.0728 g. lead arsenate. 

1 o 

14.79 

13.72 

99 

.0728 g. lead arsenate. 

0 

1.45 

.52 

99 

sol. 1.5 g. mannite .0272 g. As 2 S 3 

1 .5 

5.98 

2.05 

99 

„ .0272 g. As 2 S 3 . 

! -o 

.28 

.08 


When the first series had been completed it was thought possible that 
the heat in the autoclave had changed the solubility of the arsenical com¬ 
pounds. For this reason analyses were made of the soluble arsenic in 100 cc. 
of the nutritive solution containing arsenic both before and after autocla¬ 
ving. The determinations were made as previously outlined. The lead arse- 


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The Influence of Arsenic upon the Nitrogen Fixing Powers of the Soil. 251 

nate yielded .91 milligrams of soluble arsenic before autoclaving and .85 
milligrams after autoclaving. The arsenic trisulfide yielded .40 milligrams 
before autoclaving and .42 milligrams after autoclaving. These results point 
strongly to the conclusion that the toxicity of the compound is not due to 
a difference in the solubility of the compound produced by the heat. In order 
to make more sure of this, a series was run in which the arsenic was added just 
before inoculation and after the solution had been autoclaved. These results 
are given in the last column of Table 4 and are slightly lower than those 
previously obtained with the arsenic. The A. v i n e 1 a n d i i fixed no ni¬ 
trogen in the presence of the arsenic. Even where the soil was used as the 
inoculating medium the lead arsenate retarded, to a certain extent, nitrogen 
fixation. The toxic influence of the arsenic as sulfide is very pronounced. 
These results show the care which must be used in drawing conclusions from 
the K e m y solution method as to what is to be expected in soils. They 
greatly strengthen the contentions of Johnson 1 ) that arsenic solutions 
which N o b b e 2 ) found to be toxic to seedlings in water culture and from 
which he concluded that arsenic, even in small quantities, is extremely toxic 
to plants, does not indicate that it will be toxic when in the soil. The results 
herein reported show arsenic to be extremely toxic to nitrogen fixing organisms 
while in solution, but the same concentration in the soil is not only devoid 
of toxicity but acts as a powerful stimulant. This therefore establishes for 
the bacteria what K a n d a 3 ) found to be true for the higher plants, that 
dilute solutions of substances may be toxic when used in water culture, but 
the same quantity when placed in the soil may act as a stimulant. 

The results reported for Azotobacter vinelandii when con¬ 
sidered in connection with those obtained for the soil make it very proble¬ 
matic as to the part played by Azotobacter, especially A. vinelandii 
in the soil. It does remain a question as to the exact mode of action of the 
arsenic. For these reasons the soil used in the first series was plated and the 
main nitrogen fixing organisms isolated. Three types of Azotobacter 
were obtained which we have designated Azotobacter A, Azoto- 
b a c t e r B, and Azotobacter C. Az otobacterA has a nitrogen 
fixing power of 6.86 milligrams of nitrogen per gram of mannite in Ashby 
solution, AzotobacterB with a nitrogen fixing power of 5.00 milligrams 
and Azotobacter C with a nitrogen fixing power of 6.44 milligrams 
of nitrogen. 

The proceeding results have shown that little information of value can 
be obtained with the Solution Method. Therefore, another series was plan¬ 
ned in which 100 gram portions of the soil used in the first series was weighed 
into covered sterile tumblers and autoclaved at a temperature of 120° C. 
for 30 minutes, cooled, the moisture content made up to 18 per cent and in¬ 
oculated with the various organisms which had been isolated from the soil. 
The soils were incubated for 18 days, the moisture content kept constant 
and then the total nitrogen determined. Sterile blanks were incubated and 
analyzed as checks. Each reported result is the average of four or more clo¬ 
sely agreeing determinations so that the analytical error has been reduced 
to a minimum. The results are given in Table 5. 

*) Johnson, Exp. Sta. Record. Vol. 8. p. 232—233. 

2 ) Nob be, Landw. Versuchsstat. Bd. 30. 1883. p. 381. 

3 ) Kanda, Journ. Coll. Sci. Imp. Univ. Tokyo. Vol. 19. 1904; Exp. Sta. 1904. 

p. 16. 228. 


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252 


J. E. Greaves and H. P. Anderson, 


Table 5. 

Giving nitrogen fixed in 100 grams of soil with and without arsenic and inoculated with 

various nitrogen fixing organisms, 
milligrams of nitrogen fixed in 100 grams of soil. 


Inoculated with 

Soil 2 grams 
mannite .0728 g. 
lead arsenate 

Soil 2 grams 
mannite 
no arsenic 

Soil .0728 g 
lead arsenate 
no mannite 

Azotobacter A. 

15.60 

21.70 

3.01 

„ B. 

24.15 

14.70 

8.80 

„ c. 

18.20 

18.20 

4.90 

,, A and B . . . 

26.31 

22.05 

5.81 

„ A, B and C . . 

18.40 

17.70 

6.65 


The results reported above show for each organism a fixation much 
higher in the soil than was found in the solution. The results without arsenic 
but with mannite are as high as is reported in Table 1 with both mannite 
and arsenic combined, a fact which would seem to indicate that arsenic acts 
upon injurious species. This, however, does not account for the entire phe¬ 
nomena for we find in this series a very small fixation of nitrogen in the ab¬ 
sence of mannite but in the presence of arsenic. While in the ordinary soil 
with its mixed flora as great a fixation was obtained in the presence of ar¬ 
senic as in the presence of only mannite. This probably indicates that some 
of the stimulation is due to the action of the arsenic upon allied species which 
are either gathering carbon which can be used by the Azotobacter, 
or else some species, possibly the cellulose ferments, are stimulated so that 
they render available to the Azotobacter the carbon carrying com¬ 
pounds of the soil faster in the presence of arsenic than in its absence. Only 
one of the organisms isolated Azotobacter B is directly stimulated 
by arsenic. The stimulation, however, is very large in this case. It also fixes 
large quantities of nitrogen in the presence of arsenic and absence of man¬ 
nite. These results are complicated by the carbonaceous material which occurs 
in the soil, for this reason a series simular to the above was incubated using 
silica sand in place of the soil. The silica used was devoid of organic matter 
and had the following composition: 

SiO, 97.5 % 

FeO .1 % 

A1 2 0, 1.7 % 

CaO .2 %. 

One hundred gram portions of this was sterilized in covered tumblers 
and to each was added one gram of calcium carbonate and 18 cc. of sterile 
distilled water to which had been added .02 gm K 2 HP0 4 .02 gm MgS0 4 and 
.002 gm CaCl 2 . The tumblers were inoculated with the various nitrogen 
fixing organisms, incubated with a constant moisture content at 18° C. for 
18 days and then the nitrogen determined as in the previous series. They 
were all compared with sterile blanks. The results are given in Table 6 as 
milligrams of nitrogen fixed in 100 grams of sand. Each reported result 
is the average of six or more closely agreeing determinations. 

Qualitatively the above results are the same as those obtained with 
the soil. Azotobacter B was the only one of the three organisms sti¬ 
mulated by the arsenic. Where the mixed flora was use*d the stimulation 
was very marked, but the fixation in the absence of arsenic where A z o t o - 


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The Influence of Arsenic upon the Nitrogen Fixing Powers of the SoiL 253 


Table 7. 

Giving milligrams of nitrogen fixed in 100 grams of quartz sand with and without arsenic. 


Inoculated with 

Sand Ashby sol. 
.0728 grams 
lead arsenate 

Sand Ashby sol. 
No arsenic 

Sand Ashby sol. 
.0728 grams 
lead arsenate 

No mannite 

10 cc. Soil extract . . 

19.60 

10.50 

4.70 

Azotobacter A . . . . 

17.01 

22.61 

.0 

Azotobacter B . . . . 

13.84 

12.60 

.0 

Azotobacter C . . . . 

16.10 

16.80 

.0 


bacter A or AzotobacterC was used is about the same as that 
obtained in the presence of arsenic where the soil extract was used. This 
fact would seem to indicate that the main stimulation brought about by 
arsenic is due to its action upon injurious species. The results obtained in 
the presence of arsenic and absence of mannite indicate that the Azoto- 
bacter cannot use the arsenic as a source of energy. The small fixation 
where the soil extract was used may be due to the nitrogen fixing organisms 
obtaining a small quantity of carbon compounds from algae which may be 
growing in the complex flora. 


Summary. 

Arsenic when applied to a soil in the form of lead arse¬ 
nate, sodium arsenate, arsenic trisulfide, or zinc arsenite, 
stimulates the nitrogen fixing powers of the soil. This is 
greatest when lead arsenate is applied and least when zinc 
arsenite is applied. Paris green did not stimulate in any of 
the concentrations tested. Paris green became very toxic 
when the concentration reached 120 parts per million, while 
the sodium arsenate became toxic when the concentration 
reached 40 parts per million and when 250 parts per million 
of sodium arsenate was added it entirely stopped nitrogen 
fixation. Lead arsenate was not toxic even at a concen¬ 
tration of 400 parts per million and the toxicity of arseni- 
trisulfide and zinc arsenite was very small at this concen¬ 
tration. The stimulation notedwhen arsenicis added to a 
soil is not due to any inherent pecularity of the soil used, 
for soils which vary greatly in physical and chemical pro¬ 
perties had their nitrogen fixing powers greatly increased 
when arsenic was applied to them. Soils high in organic 
matter fixed as much nitrogen in the presence of arsenic 
and in the absence of mannite as they did in the presence 
of mannite and absence of arsenic. The stimulation is 
greatest when the water soluble arsenic content of the 
soil is about 10 part per million, this quantity exceeds 
that found in most soils so it is likely that arsenic will 
stimulate in place of retard bacterial activities of soil. 

Only one type of Azotobacter was isolated which was 
stimulated by arsenic and in this case the stimulation was 
due to the organism utilizing in the presence of arsenic, 
more economically its source of carbon than it did in the 


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254 


A. W o j t k i e w i c z , 


absence of arsenic. Arsenic does not act as a source of ener¬ 
gy to the organism. Part of the stimulation noted in the 
soil with its mixed flora is probably due to the arsenic in¬ 
hibiting injurious species. 

Aquantity of arsenicwhich acts as a stimulant to bac¬ 
teria when placed in soil may become very toxic when tested 
by the Remy solution method. 


Nachdruck verbolm . 

Beitr&ge zu bakteriologischen Boden-Untersuchungen. 

[Aus dem Laboratorium der Bakteriologisch-agronomischen Station der 
K. Russischen Akklimatisationsgesellsehaft fiir Pflanzen und Tiere.] 

Von A. Wojtkiewicz, Moskau. 

Die vorliegenden Untersuchungen sind von mir iiber den Boden der 
Bogorodsker Farm (Gouv. Moskau) der Moskauer landwirtschaftlichen Ge- 
sellschaft ausgefuhrt worden. Der Zweck unsercr Untersuchung war, fest- 
zustellen, ob und in welcher Weise die mikrobiologischen Prozesse im Boden 
durch die Bewirtschaftungsart beeinfluBt werden. AuBerdem beabsichtigten 
wir, auch den Einflufi der Jahreszeiten auf dieselben Prozesse zu verfolgen. 
Zu diesem Zwecke wurden folgende Bodenproben von der Achtfelderwirt- 
schaft genommen: 

I. Schwarzbrache. 

II. Winterroggen. 

III. Kartoffel und Ruben. 

IV. Zweijiihriger Klee. 

V. Hafer (das 8. Jahr der Fruchtfolge). 

(Auf der Bogorodsker Farm werden folgende Fruchtfolgen angewendet: 
1. Schwarzbrache, 2. Roggen, 3. Gemischte Wurzelgewachse, 4. Hafer mit 
Untersaat von Klee und Timotheegras, 5, 6 u. 7. Klee mit Timotheegras 
und 8. Hafer.) 

Es wurden folgende Untersuchungen gemacht: 

1. Keimzahlbestimmung, 2. N-Assimilationsvermogen, 3. Nitrifikation, 

4. Denitrifikation, 5. Faulniskraft, 6. Harnstoffzersetzung, 7. C0 2 -Pro- 
duktion. 

Keimzahl. Fiir die Bestimmung der Keimzahl wurden folgende 
Nahrsubstrate benutzt: Bodenextraktagar nach L o h n i s 1 ), Bohnenextrakt- 
agar und Fleischgelatine. 

Die Zahlungen der Keime wurden nach 2-tagigem Aufbewahren der 
Agarschalen im Thermostaten bci 30° C und 3-tagigem der Gelatineschalen 
bei 20—22° C vorgenommen. 

Es wurden folgende Kolonien gezalilt (pro 1 g des feuchten Bodens). 

5. Tab. p. 255. 

Aus diesen Ziffern geht hervor, daB die Zahl der Bakterien im Friih- 
jahr am hochsten, dagegen im Winter am niedrigsten ist. 

Fast ahnliche Resultate haben auch H. J. Con n 2 ) und P. E. Brown 

l ) Das Extrakt wurde fiir alle Untersuchungen aus ein und demselbcn Boden 
bereitet. 

*) Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 28. 1910. p. 422. 


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Beitrage zu bakteriologischen Boden-Untersuohungen. 


255 



Bodenextrakt- 

Bohnenextrakt 

Fleisch- 

Gelatine- 

Feuchtigkeit 


agar 

agar 

gelatine 

verfliissigung 

0 / 

/o 


Winter 24. II. 12 


1 

1 200 000 

990 000 

530 000 

30 000 

26,35 

11 

2 470 000 

1 760 000 

1 117 000 

110 000 

25,83 

hi 

2 890 000 

2 187 000 

1 750 000 

110 000 

47,74 

IV 

1 325 000 

900 000 

770 000 

90 000 

27,92 

V 

650 000 

800 000 

250 000 

30 000 

28,68 


Friihling 27. IV. 


I 

1 

625 000 

1 

310 000 

810 000 

130 000 

28.95 

II 

2 

285 000 

2 

420 000 

1 070 000 

260 000 

27,22 

III 

4 

250 000 

5 

750 000 

2 445 000 

470 000 

26,00 

IV 

3 

400 000 

6 

500 000 

1 785 000 

230 000 

25,53 

V 


270 000 


532 000 

62 000 

20 000 

23,40 


Sommer 10. VII. 


I 

2 

130 000 

2 

160 000 

660 000 

110 000 

13,24 

II 

2 

305 000 

2 

650 000 

920 000 

220 000 

9,88 

III 

2 

625 000 

2 

940 000 

1 030 000 

280 000 

19,74 

IV 

1 

750 000 

1 

780 000 

710 000 

180 000 

13,20 

V 

1 

870 000 

1 

625 000 

840 000 

190 000 

11,84 


Herbst 24. IX. 


I 

1 835 000 

2 490 000 

1 050 000 

121000 

19,60 

II 

2 375 000 

2 380 000 

1 350 000 

103 000 

20,47 

III 

1 700 000 

2 445 000 

1 670 000 

89 000 

22,27 

IV 

1 160 000 

1 500 000 

650 000 

73 000 

20,74 

V 

1 170 000 

1 310 000 

1 100 000 

66 000 

20,42 


und R. E. Smith 1 ) erhalten. Die letzteren erklaren das Vorhandensein 
niner groBen Zahl von Bakterien im gefrorenen Boden dadurch, daB im Boden 
hygroskopisches Wasser ungefroren bleibt, was den Bakterien die Moglich- 
keit zum Leben und zur Vcrmehrung gibt. Vielleicht ist es aber richtiger, 
anzunehmen, daB im Boden wahrend der Sommermonate die Bakterien 
durch enorm sich entwickelnde Protozoen vernichtet werden, wahrend im 
Friihjahr die bakterienfressenden Organismen sich noch nicht so weit ent- 
wickeln, daB sie die Zahl der Bodenbakterien beeinflussen konnen. 

Der Vergleich des Bakteriengehaltes der von uns untersuchten Boden 
zeigt, daB die groBte Keimzahl im Boden III vorhanden war. Dieser Boden 
trug in demselben Jahre Hackfriichte, auBerdem muB hier bemerkt werden, 
daB dieses Feld im Friihjahr mit Gillie begossen worden war, was natUrlich 
nicht ohne EinfluB auf den Bakteriengehalt des Bodens bleiben konnte. 
Nachher kommt in dieser Hinsicht der Boden IV, I und V. 

N-Assimilation. Die Bestimmung der N-Assimilationsfahigkeit 
des Bodens wurde in folgender Nahrlosung vorgenommen: 

20,0 Mannit 
0,2 K 2 HP0 4 
5,0 Kreide 

1000,0 Leitungswasser. 


Je 125 ccm dieser Losung wurden in 500 ccm Erlenmeyerkolben 
verteilt und mit 10 g Boden in Form von Aufschwemmung infiziert. Was 


*) La P^dologie. 1913. p. 72. Refer. 


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256 


A. W o j t k i e w i c z, 


die optimale Temperatur fur die N-Fixierung anbelangt, so muB ich bemerken, 
daB die Angaben der Autoren nicht ubereinstimmen. Wahrend Beije- 
r i n c k 1 ) angibt, daB das Optimum der Temperatur fur Azotobacter 
bei 28° C liegt, sagt F. L o h n i s 2 ), daB dasselbe zwischen 20° und 30° schwankt, 
wobei er bemerkt, daB bei 10°, 20° und 30° fast gleiche Mengen von Stickstoff 
gebunden werden. Ich stellte dicsbeziigliche Versuche bei 20° und bei 30° C 
an. Da die pathogenen Mikroorganismen der Bluttemperatur der Wirtstiere 
sich angepaBt haben, ist es wohl moglich, daB auch die Mikroorganismen 
des Bodens sich den Temperaturschwankungen ihres Wohnortes angepaBt 
haben konnen. Diese Schwankungen bewegen sich, wie bekannt, in groBen 
Grenzen, besonders in Landern mit kontinentalem Klima, wie RuBland. 
Von diesem Gedankengange ausgehend, stellte ich Versuche mit wechselnden 
Temperaturen wie folgt an: Eine Anzahl von Versuchskolben wurde bei 20° C 
gehalten und taglich 6 Stunden bei 30° C aufgestellt. 

Es wurden folgende Resultate erhalten (die Zahlen geben N-Zunahme 
in mg pro Versuchskolben an): 


Winter. 



30° 

30° + 16° 

18° 

I 

0,0 

0,7 

0,4 

II 

7,3 

0,9 

5,5 

III 

0,4 

9,6 

8,5 

IV 

0,8 

0,7 

0,5 

V 

0,6 

0,6 

0,3 



Friihling 



30° 

30° + 20° 

20® 

I 

0,0 

0,7 

4,1 

II 

6,8 

3,8 

8,9 

III 

17,5 

17,6 

16,1 

IV 

0,5 

3,5 

5,8 

V 

0,0 

0,1 

10,1 



Sommer 

22® 

I 

4,5 

10,6 

11,8 

II 

9,4 

8,7 

9,9 

III 

9,7 

9,1 

14,0 

IV 

12,3 

3,9 

11,6 

V 

7,0 

9,9 

7,4 



Herbst 

20® 

I 

10,4 

6,7 

5,8 

II 

8,3 

10,0 

10,4 

III 

12,3 

12,2 

11,3 

IV 

9,5 

6,9 

4,4 

V 

13,2 

11,4 

12,0 


Aus diesen Zahlen ist zu ersehen, daB, soweit der EinfluB der Jahres- 
zeiten in Betracht kommt, das Minimum der N-Fixierungsfahigkeit des Bodens 
auf die Wintermonate fallt; sie zeigt folgende aufsteigende Reihe: Winters 
Friihjahr : Sommer : Hersbt = 1:2: 2% : 3. 

Der Vergleich der fiir jeden Boden erhaltenen mittleren Werte zeigt, 
daB die N-Assimilationsfahigkeit durch folgende Zahlen auszudriicken ist l 

l ) CentraJbl. f. Bakt. Bd. 7. p. 681. 

*) L 6 h n i a , F., Handb. d. landwirtsch. Bakteriologie. Bd. 2. 1910. p. 687.. 


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Beitriige zu bakteriologischen Boden-Untersuchungen. 


257 


Boden 

I . 

.4,6 

mg 

N 


II . 

.7,5 



M 

Ill. 

.12,4 



** 

IV . 

.5,1 

99 



V. 

.6,0 

99 

99 


Aus Obigem ist zu ersehen, daB im allgemeinen ein gewisses Verhaltnis 
zwischen der Keimzahl und N-Fixierungskraft der verschiedenen Felder 
konstatiert werden kann. 

Ich habe oben erwahnt, daB die Versuche zur Bestimmung der N-Fixie- 
rungsfahigkeit des Bodens bei 3 verschiedenenTemperaturen vorgenommen 
wurden. Es ist nun von Interesse, zu bemerken, daB in der Mehrzahl der 
Kolben eine mehr oder weniger machtige Haut beobachtet werden konnte; 
die mikroskopische Betrachtung derselben zeigte, daB sie vorwiegend aus 
Azotobacter bestand. 

Wenn wir die fur alle Bodenproben erhaltenen Zahlen summieren, so 
bekommen wir fiir jede Jahreszeit folgende Werte: 

30° 30° + 20° 20° 

mg N mg N mg N 


Winter. 19,1 12,5 16,6 

(30°+ 16 — 18°) (18°) 

Fruhjahr. 24,8 25,7 45,0 

Sommer. 32,9 42,2 54,7 

( 22 °) 

Herbst. 53,7 47,2 44,1 


Hieraus ist zu entnehmen, daB wahrend der Wintermonate die N-Assimi- 
lation bei 30° energischer ist als bei 20°. Es ist aber moglich, daB hier auch 
eventuell der Umstand mitgespielt hat, daB infolge einer Beschadigung 
des Thermostaten die Temperatur zwischen 18° und 20° schwankte. Dagegen 
ist im Friihling die Differenz der Einwirkung der Temperatur, und zwar zu- 
gunsten der niedrigeren (20°), sehr bedeutend. Dasselbe, obwohl nicht in so 
hohem Grade, ist fiir den Sommer zu sagen, Umgekehrt wirkt die hohe Tem¬ 
peratur (30°) im Herbste viel giinstiger als die niedrigere. 

Ich will hier noch konstatieren, daB das Optimum der N-Assimilations- 
fahigkeit des Bodens nicht konstant ist, sondem sich in den verschiedenen 
Jahreszeiten andert, wobei diese Veranderung mit dem Wechsel der Jahres- 
zeiten nicht Schritt halt, sondem etwas langsamer verlauft. 

Was die Versuche mit wechselnder Temperatur anbetrifft, so ist zu 
konstatieren, daB unsere Erwartungen sich nicht verwirklicht haben. Die 
fiir diese Versuchsreihe erhaltenen Werte stehen iiberall etwa in der Mitte 
zwischen den beiden vorerst genannten Temperaturen. 

Nitrifikation. Die Bestimmung der Nitrifikationskraft wurde 
wie folgt vorgenommen: Der Boden wurde durch ein 2 mm-Sieb gesiebt 
und die Feuchtigkeit bis auf 25 Proz. erhoht. Der so befeuchtete Boden 
wurde in Schalen von ca. 4 cm Tiefe gefiillt und 2 Tagc im Thermostat bei- 
30° C gehalten. Vor und nach dem Versuche bestimmte ich kolorimetrisch 
den Nitratgehalt des Bodens in Form von N 2 0 6 auf 100 g des Troekenbodens. 
Diese Methode ist von Prof. S. M. Bogdanoff 1 ) vorgeschlagen worden. 

Folgende Tabelle veranschaulicht die erhaltenen Resultate (s. p. 258). 

Ein Blick auf diese Zahlen zcigt uns, daB die Nitrifikation nicht beson- 
ders energisch vor sich gegangen ist. Ja, in 4 Fallen ist sogar ein kleines 
Minus von Nitraten nach dem Versuche zu konstatieren. Nur in 2 Fallen 

*) Bodenfruchtbarkeit (russisch). 

Zwelte Abt. Bd. 41. 17 


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258 


A. W o j t k i e w i c z , 


Winter 

Nach- Vor- 
Versuch Versuch 


Differ. 


Friihling 


Nach- Vor- 
Versuch Versuch 


Differ. 


I 

.... 1,76 — 

1,92 = — 

II 

.... 3,16 — 

2,03 = + 

III 

.... 29,84 — 

15,92 = + 

IV 

.... 1,32 — 

0,85 = + 

V 

.... 0,10 — 

0,06 = 


0,16 0,46 — 0,62 = — 0,16 

1,13 0,71 —0,23 = + 0,48 

13,92 0,94 — 0,31 = + 0,63 

0,47 0,57 — 0,13 = + 0,44 

0,04 0,05 — 0,04 = + 0,01 


I 

II 

III 

IV 
V 


Sommer 
Nach- Vor- 
Versuch Versuch 


Differ. 


. . . . 5,70— 4,05=+ 1,65 

. . . . 0,47 — 0,21 = + 0,26 

.... 18,70 — 8,00 = + 10,70 
. . . . 0,84 — 0,46 — + 0,38 

. . . . 1,12— 0,25=+ 0,87 


Herbst 

Nach- Vor- 
Versuch Versuch 


Differ. 


1,62 — 1,63 = —0,01 
0,17 —0,13 —+ 0,04 
0,46 — 0,40 = + 0,06 
0,12 — 0,19 = —0,07 
0,18 — 0,13= + 0,05 


ist eine abnorm hohe Nitratbildung in ein und demselben Boden vorgekom- 
men, was darauf zurUckzufiihren ist, dab dieser Boden, wie friiher angegeben, 
mit Guile begossen worden war. 

Eigentlich geben diese Yersuche fiir die Charakterisierung der von uns 
untersuchten Boden keine Anhaltspunkte, da die Zahlen zu klein sind und 
moglicherweise sich in Fehlergrenzen bewegen. Was aber aus diesen Versuchen 
geschlossen werden kann, ist, daft die Methode Prof. Bogdanoffs fiir 
mikrobiologische Zwecke ungeeignet ist. 

Denitrifikation. Die Versuche wurden in G i 11 a y - Lbsung 
ausgefiihrt, nur mit dem Unterschiede, daB nach dem Vorgange C h r. Bar¬ 
th e 1 s x ) statt 0,2 Proz. 0,3 Proz. KNO s genommen wurden. Die Lbsung 
hatte also folgende Zusammensetzung: 


Losung N 1. 

3,0 KN0 3 
1,0 Asparagin 
250,0 destiU. Wasser 


Losung N 2. 

7,6 zitronensaures Kalium 
2,0 KH 2 P0 4 (K a h 1 b a u m) 
2,0 kristallis. Magnesiumsulfat 
0,2 Calciumchlorid 
Spur Fc 2 C1 6 
500,0 destill. Wasser 


Die Losungen wurden gemischt, bis zu 11 gefiillt und je 50 ccm in 150 ccm 
Erlenmeyer - Kolben vcrteilt, sterilisiert und 5g Boden in Form von 
Aufschwemmung hinzugcfiigt. Die Kolben wurden im Thermostat bei 20° C 
gehalten und jeden Tag bis zum Verschwinden die Reaktion auf Nitrat und 
Nitrit gepriift. Die Resultate sind in folgender Tabelle zusammengestellt 
(die Zahlen zeigen die Zeit, in welcher die Reaktion auf Nitrate verschwunden 
ist). 


I 

II 

III 

IV 
V 


Winter 

Frii filing 

Sommer 

Herbst 

8 

7 

8 

6 

8 

5 

9 

5 

4 

8 

5 

4 

4 

8 

5 

4 

4 

7 

6 

6 

5 

8 

6 

7 

5 

7 

7 

6 

6 

7 

5 

4 

8 

9 

6 

6 

8 

die Reakt. in 15 T. 
niclit verschw. 

6 

7 


') Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 25. 1910. p. 108. 


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Beitrage zu bakteriologischen Boden-Untersuchungen. 


259 


(Die Zahlen geben die Zeit des Verschwindens der Nitratreaktion an.) 
Beim Durehsehen der Resultate stellten wir fest, dab die Denitrifikation im 
Herbst am schnellsten, im Friihling am langsamsten vor sich geht, wahrend die 
Sommer- und Wintermonate eine mittlere Stellung einnehmen. 

Was den Unterschied der Denitrifikationskraft der einzelnen Felder 
anbelangt, so zeigt die Tabelle, dab Feld II die grobte und Feld V die mini- 
malste Denitrifikationskraft aufweist. 

Leider konnte ich keine quantitativen Bestimmungen der N-Verluste vor- 
nehmen, und darum sehe ich von weiteren Betrachtungen und Schliissen ab. 

Faulniskraft. Der Versuch wurde in 1-proz. Pepton (Merc k-) 
Losung nach Kemy ausgefuhrt. Die Kolben wurden 4 Tage bei 20° C 
(fiir Winterproben 6 Tage bei 16—18° C) gehalten und das entbundene Am- 
moniak durch Destination mit Magnesiumoxyd bestimmt. Die in der folgen- 
den Tabelle enthaltenen Zahlen geben das Prozent des zersetzten Peptons an: 

Winter Friihling Sommer Herbst 




Mittel 


Mittel 


Mittel 


Mittel 

1 b 

52.8 

50.9 

51,8 

44,1 

46,3 

45,2 

50,5 

52,2 

51,3 

58,7 

55,9 

57,3 

II b 

55,4 

56,2 

65,8 

42,0 

46,8 

44,4 

50,9 

48,5 

49,7 

58,6 

60,9 

59,7 

III * 

51,9 

53,2 

52,5 

43,5 

45,3 

44,4 

53,9 

42,0 

47,9 

59,4 

57,2 

58,3 

IV J 

56,7 

51,2 

53,9 

49,1 

49,1 

49,1 

53,7 

53,7 

53,7 

58,1 

58,1 

58,1 

v b 

50,9 

51,6 

51,2 

42,9 

42,9 

42,9 

51,3 

52,8 

62,0 

59,8 

62,4 

61,1 

Mittel Zahlen 


63,0 


45,2 


50,9 


58,9 


Beim Vergleiche der erhaltenen Resultate sehe ich von den Zahlen der 
Winterproben ab, da, wie ich eben erwahnte, die Versuchsdauer bei diesen 
etwas langer war. Was die iibrigen Jahreszeiten anbelangt, so lassen sie sich 
in folgender aufsteigender Reihe anordnen: Herbst, Sommer, FrUhling. In 
dieser Hinsicht beobachten wir einen gewissen Parallelismus zwischen der 
Faulniskraft und Energie der N-Assimilation, denn im letzteren Falle lassen 
die Jahreszeiten sich in derselben Weise gruppieren. 

Was die Unterschiede in dieser Beziehung zwischen verschiedenen Boden- 
proben anbelangt, so zeigt die Tabelle, dab die Faulniskraft der von uns unter- 
suchten Felder keine besonders bemerkbaren Schwankungen aufweist. Da 
R e m y *) auf Grand der Bestimmung der Faulniskraft verschiedener Boden 
auf die Art und Frachtbarkeit der Boden Riickschliisse macht, so lasse ich 
es dahingestellt, ob die Gleichheit meiner Resultate auf die Ahnlichkeit der ver¬ 
schiedenen Felder schlieben labt oder ob sie in der Unzulanglichkeit der 
Methode begriindet ist. 

Harnstoffzersetzung. Fiir die Bestimmung der Harnstoff- 
zersetzung benutzte ich folgende Nahrlosung: Fleischbouillon (ohne Pepton) 
+ 0,5 Proz. Kochsalz + 10 Proz. Harnstoff. Die Versuchsbedingungen waren 
dieselben wie bei der Faulniskraft-Bestimmung. Versuchsdauer 2 und 4 Tage. 
Das gebildete Ammoniak wurde mit n/10 H 2 S0 4 titriert. Die in der Tabelle 
(p. 260) enthaltenen Zahlen geben das Prozent des zersetzten Harnstoffes an. 

"Wie aus der Tabelle zu sehen ist, stimmen die Zahlen der 2- und 4-tagigen 
Versuche nicht uberein. Ebenso sind die Parallelzahlen nicht besonders ein- 


') Centralbl. f. Bakt. Bd. 8. p. 657. 

17* 

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260 -A. Wojtkiewicz, Beitrage zu bakteriologischen Boden-Untersuchungen. 


Winter Friihling 



Nach zwei 

Tagen 

Nach zwei Tagen 

Nach vier 

Tagen 



Mittel 


Mittel 



Mittel 

1 b 

28,5 

68,7 

48,6 

21,6 

19,5 

70,5 


20.5 

66.6 

68,5 

n J 

38,7 

39,3 

39,0 

87,3 

40,5 

63,9 


75,6 

73,5 

74,5 

hi l 

23,7 

19,5 

21,6 

38,1 

? 

38,1 


73,5 

78,0 

75,7 

iv * 

21,0 

8,7 

14,9 

57,0 

22,8 

39,9 


66.9 

60.9 

63,9 

v a 

0,9 

2,7 

1,8 

40,0 

21,3 

31,0 


27,4 

28,2 

26,3 

Mittel Zahlen 

25,2 


38,7 



62,0 


Sommer 



Herbst 



Nach zwei Tagen 

Nach vier Tagen 

Nach 2 Tagen Nach vier Tagen 


Mittel 


mittel 

mittel 

mittel 

1 J 

19,5 1 A A 

13,8 16 ’ 6 

48,9 

48,3 

48,6 

5,7 

7,5 

6,6 

72,6 

73,8 

73,2 

11 a b 

120 11 8 

11,7 11,8 

48,0 

48,6 

48,3 

8,7 

9,6 

9,1 

63,9 

65,7 

64,8 

hi i 

31,5 Ol Q 

32,4 J1 ’ y 

48,3 

48,6 

48,4 

16,8 

15,6 

16,2 

75,0 

73,8 

74,4 

IV J 

19,8 Zi ' 6 

47,7 

49,5 

48,6 

9.6 

3.6 

6,6 

76,5 

78,9 

77,7 

v a 

22,2 23 i 

24,0 

47,4 

48,0 

47,7 

12,0 

9,9 

10,9 

81,9 

77,1 

79,5 

Mittelzahlen 20,9 48,3 9,9 73,9 

wandfrei. Aus diesen zwei Grunden enthalte ich mich der weiteren Erorte- 


rungen der Versuchsergebnisse. 

Kohlensaure-Produktion. Die Versuche wurden folgender- 
maBen vorgenomraen: 20 cm hohe und 7 cm breite Glaszylinder wurden mit 
500 g gesiebten und bis 25 Proz. befeuchteten Bodens gefiillt. Durch diese 
Zylinder wurden taglich 101 C0 2 -freie Luft hindurchgetrieben und die CO a 
in Liebigs Kaliapparat aufgefangen. Die Wagung geschah je nach 1 und 
5 Tagen. Die Versuchstemperatur schwankte zwischen 14°—18° C. Diese 
Bestimmung wurde nur fiir die Herbstproben ausgefiihrt. Die Resultate sind 
in der folgenden Tabelle zusammengestellt: 

(Die Zahlen zeigen mg C0 2 auf 1 kg Boden 28 Proz. feucht umgerechnet.) 


I. Boden 

46 

70 

116 


II. „ 

48 

100 

148 


III. „ 

58 

99 

157 


IV. „ 

60 

107 

167 


V. „ 

39 

72 

111 



Die Tabelle zeigt, dab die verschiedenen Felder ein und derselben Frucht- 
folge keine besonders nennenswerten Unterschiede aufweisen. Stoklasa 1 ) 
und van Suchtelen 2 ) sagen. daB die Intensitat der C0 2 -Produktion 
Hand in Hand geht mit dem Keimgehalt des Bodens. Der Vergleich der Zahlen 
dieser Versuche mit der Keimzahl der Boden fiihrt uns aber zu dem Schlusse, 
daB das nicht der Fall ist. Mit anderen Worten, es besteht kein eigentlicher 
Parallelismus zwischen diesen zwei Erscheinungen. Zu diesem letzten SchluB 

*) La Pedologie. Petersburg 1912. p. 103. Refer. 

2 ) Ontralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 28. p. 45. 


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Costantino Gorini, Verbesserte Bereitung von Sauerfutter. 261 


kommt auch Kalantarian bei seinen diesbeziiglichen Untersuchungen 
iiber Tschernosem 1 ). 

Die Resultate der vorliegenden Arbeit lassen sich in 
folgenden Worten kurz zusammenfassen: 

1. Die Keimzahl des Bodens unterliegt keinen extreraen 
Schwankungen wahrend des Jahres. Das Maximum der 
Keimzahl kommt dem Fruhling, das Minimum dem Winter 
zu. 

2 . Das N-Assimilationsvcrmogen des Bodens wechselt 
mit der Jahreszeit stark. Das Minimum kommt hier ebenso 
dem Winter zu, das Maximum aber dem Herbste. 

3. Im allgemeinen scheint ein gewisser Parallelismus 
zwischen Keimzahl und N-AssimilierungsfShigkeit zu be- 
stehen. 

4. Das Optimum der Temperatur fur N-fixierende Bak- 
terien Sndert sich mit der Jahreszeit, aber etwas lang- 
samer. 

5. Die Temperaturschwankungen wahrend des Tages 
iiben keinen EinfluB aus. 

6 . Die iibrigen von uns ausgefiihrten Untersuchungen, 
wie Nitrifikation (nach Prof. Bogdanoff), Denitrifikation, 
Faulniskraft, Harnstoffzersetzung, C0 2 -Produktion geben 
keine bestimmten, geniigenden Resultate. 


Nachdruck verboten . 

Verbesserte Bereitung von Sauerfiitter. 

(Milchsaureensilage.) 

Von Prof. Dr. Costantino Gorini, 

Direktor 

des bakteriologischen Laboratoriums derKgl. landwirtschaftlichen Hochschule zu Mailand. 

Mit 1 Abbildung. 

Seit 10 Jahren bin ich damit beschaftigt, bakteriologische Untersuchungen 
von Sauerfutter (Ensilage) auszufiihren. tlber diesen Gegenstand habe ich 
vom Wirtschaftsjahre 1904—1905 ab 7 Berichte in dem durch die hiesige 
landwirtschaftliche Hochschule herausgegebenen Jahrbuche des „Land¬ 
wirtschaftlichen Instituts Pont i“, welches meine Studien unterstiitzt, ver- 
offentlicht 2 ). 

Ich halte es fiir gut, hier eine Zusammenfassung dieser Versuche nach 
ihren Hauptpunkten zu geben: Im Jahre 1904 habe ich damit begonnen, die 
Mikroflora und die Garungsprozesse des Sauerfutters, das in verschiedener 
Weise, unter Anwendung verschiedener Futterarten und in versehiedenen 
Raumlichkeiten bereitet w r ar, zu untersuchen. Auf Grund von Milchkulturen 
habe ich ein bakteriologisches Kontrollverfahren aufgestellt, und 4 Typen 
von Sauerfutter unterschieden: 

x ) Kalantarian, P., Dissertation. Leipzig 1911. 

2 ) Gorini, C., Ricerche batteriologiche sui foraggi conservati nei silos. (An- 
nuario d. Istit. Agrar. Dr. Andrea Ponti, presso la R. Scuola Super, di Agricolt, 
di Milano. Anni rurali 1904, 1905, 1906, 1907, 1908, 1909, 1910, 1911, 1912, 1913). 

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262 


Costantino Gorini, 


1 . Silotypus mit einer Mikroflora, die vorwiegend aus Buttersaurebakterien 
besteht, 

2 . Silotypus mit einer Mikroflora, die vorwiegend aus Milchsaurebakterien 
besteht, 

3. Silotypus mit einer vorwiegend faulniserregenden Mikroflora, 

4. Silotypus mit auBerst geringer oder unbedeutender Mikroflora. 

In einer und derselben Sauerfuttereinlage konnen sich Partien befinden, 
die zu den verschiedenen Typen gehoren, und zwar je nach der Art der ein- 
gelegten Futtermittel und nach den beim Belasten befolgten Normen. Den 
beiden ersten Typen entsprechen die gut ausgefallenen normalen Sauer- 
futterarten, den beiden andem die schlecht ausgefallenen oder anormalen. 

Jedoch ist zwischen dem ersten und zweiten Typus, welche beide nach 
Farbe, Geruch, Feuchtigkeit und Konsistenz normal sind, ein gewisser Unter- 
schied vorhanden; der zweite Typus hat eine lebhaftere Farbe und einen 
weniger sauern Geruch. Dieses Sauerfutter, in welchem die Milchsaure¬ 
bakterien vorwiegen, kommt zustande, wenn die Temperatur niemals iiber 
50° C steigt, wahrend das Sauerfutter mit Buttersaurebakterien zuwege ge- 
bracht wird bei Temperaturen, die nahe an 60° C herankommen. Meine Ver- 
suche zeigen also den EinfluB, der auBer durch den Feuchtigkeitsgrad der 
Futterarten durch die bei der Belastung erreichte Temperatur des Sauer- 
futters auf die Mikroflora desselben ausgettbt wird. Die Temperatur steht 
bekanntlich in Beziehung zu dem Grade des Zusammendriickens des Futters 
und dieser wiederum in Beziehung zu der Art und Weise, wie die Futtergrube 
angelegt ist. Die Temperatur ist, im ganzen genommen, der zusammenfassende 
Exponent mehrerer Faktoren; nach ihr muB die Garung des Sauerfutters 
geregelt werden! 

Bisher hat man in praktischer Hinsicht immer einen Unterschied gemacht 
zwischen siiBer und saurer Ensilage, aber die jetzigen Untersuchungen haben 
gezeigt, daB es unter den normalen Silo eine wirklich stiBe, d. h. alkalische 
oder neutrale und nicht saure Ensilage gar nicht gibt. 

Alle Ensilagen, mit Ausnahme der anormalen, n&mlich derjenigen mit 
faulniserregender oder zu geringer Mikroflora, sind mehr oder weniger sauer. 
Aus meinen milchbakteriologischen Untersuchungen geht hervor, daB die nor¬ 
malen Sauerfutterarten einer Garung, die entweder von vorwiegenden Milch¬ 
saurebakterien oder von vorwiegenden Buttersaurebakterien bewirkt wird, 
unterworfen sind; diese Bakterienarten mvissen aber eine Sauerung des ein- 
gelegten Futters hervorrufcn. Der Unterschied zwischen der Milchs&ure- 
ensilage und der Buttersaureensilage ist festzustellen nicht 
nach dem Auftreten oder dem Ausbleiben der sauern Reaktion, sondern nach 
dem Sauregrade und nach der Saureart, welcher sich aus chemischen Be- 
stimmungen ergibt. Die Unterscheidung also von saurer und siiBer Ensilage 
liiBt sich nicht aufrechterhalten und muB ersetzt werden durch eine Unter¬ 
scheidung, die sich auf die verschiedenartige vorherrschende Garungsrichtung 
stiitzt, welche in dem Futter vor sich gegangen ist. 

Dieser L'nterschied ist im Sauerfutter von besonderer Bedeutung fur die 
Darmflora und die fakale Flora des Rindviehs und fur die Herstellung von 
Molkereiprodukten. 

Buttersaureensilage kommt, wie ich nur zu oft wahrgenommen habe, bei 
den meisten auf gewohnliche Weise bereiteten Sauerfuttern vor; sie ist am 
ehesten nachteilig, sei es wegen des Geruches und Geschmacks, den sie der 
Milch und der Butter erteilen kann, sei es wegen der Blahungserscheinungen, 


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Verbeaeerte Bereitung von Sauerf utter. 


263 


die ihre Mikroflora in den Kasen hervorzurufen vermag. AuBerdem kann 
sie auch nachteilig auf die Darmfunktionen des Rindviehs wirken, und zwar 
wegen des Gehalts an Buttersaurebakterien. Hingegen bietet die Milchsaure- 
ensilage, wie ich auch manchmal beobachtet habe, keine Unbequemlichkeiten, 
sondern erweist sich vielmehr als vorteilhaft fur die Verdauungsprozesse. Ich 
habe eine Beschreibung der Milchsaurebakterien gegeben, die sich in dem- 
selben vorfinden, und habe gezeigt, daB sie von derselben Art wie diejenigen 
der normalen Garungsprozesse der Milch und des Eases sind, welche ja be- 
kanntlich auch so forderlich fiir die gastrointestinalen Garungen sind. 

Aus diesen Griinden ist namentlich fiir das Milchvieh dasjenige Sauer- 
futter anzuempfehlen, das nach der von mir vorgeschlagenen milchbakterio- 
logischen Priifungsweise eine Flora besitzt, die vorwiegend aus Milchsaure¬ 
bakterien besteht. Ein solches Sauerfutter kommt durch eine nicht zu hohe 
Temperatur zustande; deswegen ist es ratsam, wahrend der Belastung des 
Futters die Temperatur zu iiberwachen, indem man darauf achtet, daB sie sich 
stets unterhalb 50° C befindet. AuBerdem sind noch andere Koeffizienten von 
Wichtigkeit, um eine gute Garungsrichtung zu sichern, namlich ein geeigneter 
Grad der Feuchtigkeit, des Drucks, der Anaerobiose; besonders aber diirfen 
niemals die gewiinschten Bakterien ausbleiben, die gerade den Charakter der 
Milchsauregarung hervorbringen. 

Die Milchsaurebakterien sind in der Natur weit verbreitet und finden sich 
uberhaupt in alien Futterarten vor (ich habe sie selbst in den hoheren Ge- 
birgen getroffen 1 ); sie sind aber darin nicht immer in einer solchen Menge und 
mit einer solchen Virulenz (Milchsaurebildung) vorhanden, daB diese Umstande 
ihre Vorherrschaft vor den andern Bakterien, die ihnen als Gegner gegeniiber- 
stehen, sichern. Daher erscheint es folgerichtig und empfehlenswert, dem ein- 
zulegenden Futter Reinkulturen von Milchsaurebakterien zuzusetzen, wie ich 
im Jahre 1907 vorgeschlagen habe. 

Um die praktische Bedeutung meines Vorschlages praktisch nachweisen 
zu konnen, nahm ich sehr gem die Dienste an, die mir die landwirtschaftlichen 
Wanderlehrinstitute zu Piacenza und Udine zur Veranstaltung von Ver- 
suchen anboten. 

Es wurden von 1910 ab zu Piacenza vergleichende Versuche mit zwei 
Sauerfuttersilos, welche kleine Dimensionen hatten und eigens zu dem Zwecke 
angelegt waren, ausgefiihrt. Das eine diente zur Kontrolle, in dem andern fand 
die Aussaat der Milchsaurebakterien statt. Das erhaltene Resultat sprach zu- 
gunsten der Zufiigung dieser Mikroben. 

Die Versuche wurden im Jahre 1912 zu S. Giorgio di Nogaro in der Provinz 
Udine auf den Giitern von Dr. Margreth wiederholt und fiihrten zu guten 
Resultaten, wie meine Untersuchungen des eingelegten Futters nach der 
bakteriologischen Seite und die chemischen Untersuchungen von Dr. Dome¬ 
nico Feruglio, Direktor des Laboratoriums fiir landwirtschaftliche 
Chemie der Landwirtsehaftsgesellschaft fiir Friaul, beweisen. 

Von besonderein Interesse sind die Resultate der chemischen Analysen, 
da aus denselben hervorgeht, daB das Futter mit den Milchsaurebakterien 
einen hohem Grad von Saure, einen geringeren Verlust an Proteinstickstoff 
und einen geringeren Verbrauch von Zuckerarten wahrend des Garungs- 
prozesses zeigte. Es hatte sich also, kurz gesagt, ein giinstiger EinfluB der 
Milchsaurebakterien auf die Erhaltung des Futters geltend gemacht. 

*) G o r i n i, C., Rendiconti R. Ist. Lomb. Sc. e Lett. Ser. 2. Vol. 48. 1910. 
p. 777. 


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264 Costantino Gorini, Verbesserte Bereitung von Sauerfutter. 


Im verflossenen Jahre wurden neue vergleichende Versuche zu Piacenza 
in den beiden Silos des Wanderlehrinstituts ausgefiihrt. Das angewandte 
Futter bestand aus Luzerne vom zweiten Sehnitt; die Silos wurden im Juni 
gefiillt und die Temperatur wurde wahrend der Belastung in der Weise geregelt, 
daB sie nienials 40—50° C uberechritt. Die Silos wurden oben mit einer 60 cm 
hohen Schicht Sand abgeschlossen. Im Verlaufe des Januars wurde geoffnet. 
und es zeigte sich, daB, wenn auch das Futter der beiden Gruben vollkommen 
erhalten war, dasjenige der Grube mit dem Zusatz von Milchsaurebakterien 
cine griinere Farbe aufwies und einen feineren Gerueh hatte, sowie daB die 



Fig. l. 

versehiedenen Teile der Pflanzen sich in einem Zustande besserer Erhaltung 
befanden. Die Stengel und die Blattchen hatten nichts von ilirem urspriing- 
lichen Aussehen verloren, so daB es geradezu schien, als ob man frisches 
Futter vor sich hatte 1 ). (S. Abbildung.) 

Ich entnahm Proben fiir die bakteriologischen Untersuchungen und die 
chemischen Analysen. Die ersteren bestatigten, was schon vorlaufig hinsichtlich 
der Entwicklung und der Wirkung der Milchsaurebakterien festgestellt 
worden war; die letzteren bestatigten die bei den Versuchen in Friaul erhalte- 
nen Resultate betreffs der Feuchtigkeit, der Gesamtsaure und des Stickstoffs. 

Diese Versuche sprechen also entschieden zugunsten der Anwendung der 
Milchsaurebakterien. 

*) Siehe am Ende: Anhang. 


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Fritz Zjw e i g e 11, Beitrage zur Kenntnia des Saugphanomens etc. 265 


Es wird nunmehr erforderlich sein, die Versuche auszudehnen und sie 
mit grofien Futtermassen zu wiederholen; dies gedenke ich in der nachsten 
Saison vorzunehmen. 

Ich hoffe, daB meine Studien eine nutzenbringende Umgestaltung des 
Einsauems herbeifiihren werden, da dies ein wirklicher Vorteil sowohl fur die 
Ernahrung des Rindviehs als auch fur den Molkereibetrieb sein wiirde. Dieser 
Vorteil wiirde auch eine weitere Verbreitung und eine reichlichere Anwendung 
des Sauerfutters auch beim Milchvieh herbeifiihren. 

Die Bereitung von Sauerfutter darf nun nicht mehr als ein letztes Hilfs- 
mittel fiir den schlimmsten Fall angesehen werden, um ein naB gewordenes, 
unbrauchbares Futter zu verwerten; sie muB vielmehr als ein normales und 
niitzliches Mittel gelten, um gutes Futter im griinen Zustande aufzubewahren. 
Das Sauerfutter darf nun nicht mehr fiir ein wenig nahrhaftes und geradezu 
nachteiliges Futter gehalten werden; es muB vielmehr als ein fiir die Er¬ 
nahrung der Tiere im Winter und fiir die Darmfunktionen derselben zweck- 
dienliches Futter betrachtet werden. Das Sauerfutter darf auch nicht mehr 
als ein fiir die Meiereien bedenkliches, sondern als ein auch fiir diese vor- 
teilhaftes Futter angesehen werden. 

Es geniigt, vermittelst des Zusatzes von Milchsaureerregera und der 
Herabsetzung der Garungstemperatur, wie ich vorgeschlagen habe, Milch- 
sauree nsilage anstatt, wie tiblich, Buttersaureensilage zu bereiten. 

Anhang. 

Die Photographic wurde von Prof. Dr. Ferruccio Zago, Direktor 
des landwirtschaftlichen Wanderlehrinstituts zu Piacenza, gemacht. („L’Italia 
Agricola“. Piacenza, 15. Marz 1914.) 


Nachdruek verboten. 

Beitrage zur Kenntnis des Saugphanomens der Blattlause und 
der Reaktionen der Pflanzenzellen. 

Anatomisch-cytologische Studien an PQanzen und Pflanzenlausen. 

[Mitteilungen aus dem botanischen Versuchs-Laboratorium und Laboratorium 
fiir Pflanzenkrankheiten des k. k. oenolog.-pomolog. Institutes in Kloster- 

neuburg. Neue Folge. No. 7.] 

Von Dr. Fritz Zweigelt. 

Mit 2 Tafeln und 7 Textfigureru 


Inhaltsverzeichnis. Seite 

Einleitung. 266 

Toten, Konservieren und Farben des Untersuchungsmaterials.267 

Der Saugapparat der Blattlause. 269 

Speicheldriisen. 271 

Vordringen der Borsten unter Ausscheidung von Speichelsekret.272 

Die Scheide.274 

Chemismus des Sekretes.280 

Das Saugphanomen.284 

Rolle der Epidermiszellen und Spaltoffnungen beim Eindringen der Borsten . . . 294 

Stichverlauf im Pflanzengewebe.298 

NahrungsqueUen.300 

Reaktionen der Zellen.304 


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266 


Fritz Zweigelt, 


Dor Gerbstoff und seine Ro!le.317 

Kristiillijehalter.319 

Old rii son.323 

Anthokyan.324 

]>or»t«*nspitze und Sinnesorgane.325 

Rlattlau.se an meristematischem Gewebe.328 

Rlattlause und Milben.329 

Resume.330 

Literaturnachwels.332 

Figurenerklarung .334 


Emleitung. 

Die Ursachen dafiir, daB iiber dieses unstreitig schwierige Kapitel aus 
dem Leben der Pflanzenlause in den meisten Handbiiehern und vielen Spe- 
zialarbeiten, namentlieh auf botanischem Gebiete, stillsc-hweigend hinweg- 
gegangen wird oder cine kurze AViedergabe alterer Beobaehtungen Platz 
greift, sind, wie mir seheint, in mehreren Momenten zu suchen: Einmal 
ist es bei der KJeinheit der Tierc auBerst schwer, dem Sauggesehaft nachzu- 
spiiren — und Rasiermesserschnitte geniigen in solchen Fallen meist wohl 
nicht — weitere Schwierigkeiten bietet es, die Tiere so zu toten, daB sie den 
Zusammenhang mit der AVirtspflanze bewahren und das so konservierte 
Material nachtraglieh ein naturgetreues Bild eines Augenblickszustandes in 
der Nahrungsaufnahme liefert, und dann liegt gerade eine solehe Untersuehung 
an der Grenze zweier AVissensgebiete, der Zoologie und Botanik, so daB die 
Bearbeitung — abgeselien davon, daB man aueh noeh Chemiker sein sollte — 
naturgeinaB etwas einseitig ausfalien wird. Die zahlreichen Abhandlungen, 
die zoologischerseits iiber die AVirkungsweise der Mundteile und deren An- 
hangsgel)ilde, wie des Oesophagus, geschrieben worden sind, uberschatzen, 
wie mir seheint und wie noeh spiiter zu erortern sein wird, zu sehr die Ar- 
beitskraft, die dem Meehanismus der Saugwerkzeuge in \ r erbindung mit 
komplizierten Muskelziigen innewohnt, tragen vielleieht aueh zu sehr An- 
sehauungen iiber die xXahrungsaufnahme blutsaugender Insekten in die 
Pflanzenpathologie heriiber, ohne allerdings irgend ein beweiskriiftiges Mo¬ 
ment anfiihren zu kbnnen. Auf botanischem Gebiete, wo, wenn ieh recht 
urteile, der Sehliissel zur Losung dieser eminent wiehtigen Frage gelegen ist, 
sind die Untersuehungen etwas sparlieher ausgefallen und es ist bezeichnend, 
daB die meisten Autoren, da sie nieht eigene Beobaehtungen angestellt 
liaben, auf B ii s g e n 1 ) zuriiekgreifen, dessen Untersuehungen in sehr vielen 
Jh-langen heute noeh als muBgehcnd gelten miissen. A r ersuehe, etwaige 
Mangel zu l>eseitigen und munches Unverstandliche auszusehalten, sind nur 
wenige unternommen worden, und namentlieh gebiihrt Petri 2 ) das A r er- 
dienst, manehe Detaill'rage korrigiert zu haben, was in A r erbindung mit mei- 
nen Beobaehtungen zur Aul'klarung der Frage naeh dem „AYie“ der Nah- 
rungsaufnahme bei Pllanzenlausen wesentlich beitragen wird. Auf noeh 
einen Mangel hinzuweisen, sei mir hier gestattet. Die Zoologen horen mit 
ihren Untersuehungen zu friili auf, die Botanikor fangen zu spat an und 
viele W(>nden erst dann ihr Augenmerk der Tatigkeit der Pllanzenlause zu, 
wenn bereits Gallenbildungen in die Krseheinung getreten sind. Die Folge 
davon ist eine cmplindliehc Uiieke in den Bildern. weil wir namentlieh iiber 

1 ) R ii s p o n , M., Dor Honigtau. Biologisohe Stud ion an Pflanzen und Pflanzen- 
lauson. Jona 1 HIM. 

2 ) Petri, L., Jn zahlreichen Arbeiten, auf die im einzolnon noeh zuriiekzukommen 
w*in wird. 


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Beitrage zur Kenntnis des Saugphanomens der Blattlause etc. 


267 


gewisse Erscheinungen, z. B. das Auftreten von Speichelsekret und seine 
Provenienz von den Speicheldriisen, nur auf Wahrscheinlichkeitsschliisse an- 
gewiesen sind, welche Frage sich allerdings kaum je auf dem Wege direkter 
Beobachtung, sondem hochstens genauer chemischer Analysen dieser sub- 
tilen Dinge wird beantworten lassen. Die Untersuchung der unmittelbaren 
Veranderungen, die an den Zellen der angestochenen Pflanzenteile vor sich 
gehen, hat aber nicht nur fur die Aufhellung des Saugphanomens selbst 
hohen Wert, sondem ist, wie mir scheint, auch in hervorragender Weise ge- 
eignet, Licht in die Atiologie der Gallenbildungen durch Lause zu werfen; 
stehen wir hier doch an jener Grenze, wo in vielen Fallen schon echte Gallen 
auftreten, in anderen aus uns nicht naher bekannten Griinden solche jedoch 
unterbleiben; und jede noch so unbedeutende Veranderung an den in Mit- 
leidenschaft gezogenen Zellen muB fiir uns von groBtem Interesse sein. tlber 
die Gallenbildungen durch Aphiden sind bereits einige Untersuchungen ab- 
geschlossen und werden demnachst veroffentlicht werden. 

Wenn ich nunmehr meine Untersuchungen der Offentlichkeit iibergebe, 
bin ich mir wohl all der Schwierigkeiten bewuBt, die sich der Losung solcher 
Fragen entgegenstellen, und bin weit davon entfernt zu glauben, damit 
bereits eine vollige Klarung herbeigefiihrt zu haben. Sehr viele Fragen: 
so die Rolle der Kristallbehalter, des Gerbstoffes und manches andere werden 
vielleicht noch lange of fen bleiben, da wir iiber die chemischen Vorgange 
im Pflanzenkorper vielfach zu diirftig unterrichtet sind, doch habe ich ge- 
glaubt, meine Beobachtungen nicht verschweigen zu sollen, da dieselben in 
Verbindung mit den Untersuchungsergebnissen spaterer Forscher zweifellos 
zur Befriedigung unserers Strebens nach Wahrheit und richtiger Erfassung 
der Vorgange in der Natur beitragen diirften. DaB in meinen Untersuchungen 
die Beobachtungen an den mikroskopischen Bildern in Verbindung mit 
mikrochemischen Reaktionen die Grundlage bildeten, schlieBt selbstverstand- 
lich nicht aus, daB vielerorts auch die Spekulation in ihre Rechte trat. Ge- 
rade bei Erklarungsversuchen von Vorgangen, die an sich nicht beobachtet 
werden konnen, und fiir welche uns im giinstigsten Falle eine Reihe von 
Augenblicksbildern zur Verfiigung stehen, werden wir in Ubereinstimmung 
mit alien Forschem auf ahnlichen Gebieten ihrer nicht vollig entraten konnen. 
Obwohl die Arbeit eine vorwiegend botanische ist, war es nicht zu umgehen, 
auch die zoologische Literatur zu verwerten und den Saugapparat der Tiere 
in gedrangter Form zu besprechen. Hier mochte ich es auch nicht ver- 
saumen, meinem hochgeschatzten Chef, Herm Prof. Dr. Ludwig Lins- 
b a u e r, fiir die vielen Anregungen wahrend der Untersuchungen und das 
jederzeit bekundete lebhafte Interesse warmstens zu danken. 

Toten, Konservieren und Fiirben des Untersuchungsmaterials. 

Wenngleich der Verlauf der Stiche auch nach dem Abfallen der Lause 
durch die Ablagerung von Speichel im Stichkanal festgehalten wird, ist es 
doch fiir eine Reihe von Detailfragen notwendig, die Tiere so zu konservieren, 
daB sie in Zusammenhang mit der Wirtspflanze verbleiben. Stoll 1 ) ver- 
wendete fiir diesen Zweck Ather, B ii s g e n eben noch nicht kochenden 
Alkohol, der die Tiere so rasch totete, daB sie nicht mehr Zeit fanden, die 
Borsten aus der Wunde zu ziehen. Mit Riicksicht auf die Wichtigkeit, an 
den Schnittserien auch die Tiere gut erhalten zu haben, ersetzte ich Ather 


*) Nach einer Angabe von B ii s g e n. 


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268 


Fritz Zweigelt, 


und heiben Alkohol zunachst durch eine wasserige Sublimatlosung, die mit 
einigen Tropfen Essigsaure versetzt in heibem Zustande (unter 50° C) auf 
kurze, stark mit Lausen besetzte Stengel- und Blattstiickchen gegossen 
wurde. Der Erfolg war ein ausgezeichneter: mindestens 90 Proz. aller Tiere 
blieben, sofort getotet, in der gewiinschten Lage. Selbstredend sind hierfiir 
nicht alle Aphiden in gleicher Weise geeignet. "Wahrend sich so zahlreiche 
trage grime und schwarze Lause und besonders die jungen Tiere sehr gut 
toten und fixieren lieben, gingen von der auf Artemisia Absin¬ 
thium lebenden Siphonophora absinthii die meisten schon 
beim Abschneiden der Stengelstiicke durch und namentlich fand ich auch 
die Lachnus -Arten sehr lebhaft, so dab in solchen Fallen die Unter- 
suchung auf die von den Tieren selbst konservierten Stichkanale beschrankt 
bleiben mubte. Wie ich mich allerdings Uberzeugen konnte, hatte dieses 
Verfahren mit Riicksicht auf das langsame Eindringen der Konservierungs- 
fliissigkeit in das Pflanzengewebe einen ftir das Studium der cytologischen 
Verhaltnisse unerwlinschten, merklichen Nachteil, weshalb ich spater eine 
alkoholische Sublimatlosung mit der wasserigen vertauschte. Allerdings 
war es dabei nicht zu umgehen, dab die Konservierung des Tieres dadurch 
beeintrachtigt wurde. Ein weiterer Vorteil der Verwendung alkoholischen 
Sublimats besteht darin, dab die Objekte rasch untertauchen und die zwischen 
den Tieren und der Pflanze oft hartnackig haftende Luft rasch vertrieben 
wird, wahrend im wasserigen Sublimat, namentlich wenn die Tiere in Blatt- 
rollen sitzen, die Luft, die die Objekte zum Schneiden untauglich macht, 
kaum zu entfernen ist. 

Es ist, wie ich mich auch beim Farben der Mikrotomschnitte uberzeugen 
konnte, nicht moglich, Tiere und Pflanzen gleichzeitig und gleich gut zu 
bekommen, da die Tiere gegeniiber Fixierungsmitteln viel empfindlicher 
sind, und hier die Farbstoffe viel rascher und intensiver einwirken als bei 
der Pflanze. Diese so fixierten, nachher gewasserten und mit Jod gewaschenen 
Praparate wanderten die Alkoholreihe hinauf iiber Xylol in Paraffin von 
mittlerer Harte, in dem sie mindestens eine Woche verblieben. Empfehlen 
mochte ich, die Ubertragung der Objekte von absolutem Alkohol in Xylol, 
von dort in Paraffin und schlieblich die Einbettung moglichst vorsichtig vor- 
zunehmen, ein rasches Vorbeistromen der Fliissigkeiten und direktes An- 
fassen der StUcke mit Instrumenten zu vermeiden, da die Tiere in diesen 
Medien sehr leicht abfallen und der Erfolg vereitelt werden konnte. Zur 
Farbung der Mikrotomschnitte, an denen mir es hauptsachlich gait, die Stiche 
rasch verfolgen zu konnen und die histologischen Details hinreichend deut- 
lich differenziert zu erhalten, verwendete ich hauptsachlich wasseriges oder 
alkoholisches Safranin, das die mit Speichelsekret erfiillten Stichkanale leb¬ 
haft rot farbte. Ebenso gut eignete sich zur Farbung Karbolsaurefuchsin, 
das das Sekret in blaurotem Ton erscheinen lieb, wahrend Hamatoxylin 
(nach Ehrlich) und Eosin, die beliebten Farbstoffe zur Doppelfarbung- 
der Tiere, das Sekret ebenso wenig farbten als Gentianaviolett. Da jedocE 
namentlich Hamatoxylin im Gegensatze zu Safranin Zellulose lebhaft farbt 
und auch andere cytologische Details gut zeigte, und bei einiger Ubung es- 
auch nicht schwer fallt, ungefarbte Stichkanale aufzufinden, nahm ich an, 
verschiedenen Objekttragern einer Schnittserie meist beide Farbungen vor. 
Fur Lebendfarbungen empfahl Biisgen Millons Reagens, wahrend, 
ich eine schwache Losung von Methylenblau (nach Gottheil) vorzog- 
Abgesehen davon, dab sich das Blattlaussekret leuchtend blau farbt, wird. 


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Beitrage zur Kenntnis des Saugphanomens der Blattlause etc. 


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auch der Gerbstoff der Zellen als gerbsaures Methylen gefallt deutlich sicht- 
bar und auBerdem farben sich die verholzten Wande der GefaBe. Auch wurde 
es an solchen Objekten moglich, iiber die physikalische Beschaffenheit des 
Speichels AufschluB zu gewinnen. 

Als Untersuchungsmaterial dienten mir Kolonien folgender Blattlause 
auf den beistehenden Wirtspflanzen: Aphis rumicis L. 1 ) (= Aphis 
evonymi F. = Aphis papaveris F.), auf Stengeln, Blattem und 
Triebspitzen von Evonymus europ.; Aphis grossulariae 
Kalt., in der Region der Triebspitzen wie an jungen Blattem und Stengeln 
von Kibes aureum und rubrum; die bekannte Rosenblattlaus, 
Siphonophora rosae (L.), an den Blattstielen und Blattem von 
Rosa; Siphonophora absinthiiL., an den von ihr dicht be- 
volkerten Stengeln von Artemisia absinthium, welche Pflanze 
allem Anscheine nach ohne Schaden den Parasiten vertragt; die dichten 
schwarzen Kolonien von Aphis sambuciL. auf Stengeln von Sam- 
bucus nigra; eine dunkel schwarzgriine Blattlaus (wahrscheinlich 
Aphis capsellae Koch), auf Stengeln von Capsella bursa 
pastoris; Aphis avenae Fabr. (syn. Aphis padiL. [Kalt.]), 
auf jungen Stengelpartien von Prunus padus, eine schwarze Blatt¬ 
laus (vermutlich eine Siphonophora), auf Weberkarde (Dipsacus 
F u 11 o n u m); die in zu blasigen Gallen umgewandelten Blattem des Apfel- 
baumes wohnende Aphis p i r i Boyer et Touse; griine Blattlause auf 
Pferdebohne, schlieBlich beobachtete ich die Empfindlichkeit der Lause 
gegen Wasserverlust in der Pflanze an Siphonophora millefolii 
F. auf Achillea Millefolium. 

Stichverlauf und Veranderungen in den getroffenen oder doch in Mit- 
leidenschaft gezogenen Zellen wurden vomehmlich an Querschnitten, teils 
auch Flachen- und radialen Langsschnitten studiert. Die auffallendste Er- 
scheinung ist an blattlausbefallenen Geweben stets das Auftreten lebhaft 
sich farbender, vielfach verzweigter und verastelter Kan ale und Linien, die 
mit verschiedenen Variationen von der Peripherie meist gegen die Elemente 
der GefaBbiindel zu vordringen und sich dort durch besonders reiche Ver- 
astelung auszeichnen. Die ganze Erscheinung erinnert lebhaft an das Hyphen- 
system eines parasitaren PUzes, der durch die Epidermis in das innere Gewebe 
eingedmngen, dieses bald inter-, bald intrazellular durchsetzt. Bevor wir 
uns jedoch auf eine genaue Behandlung dieser Erscheinung in chemischer, 
physiologischer und biologischer Beziehung einlassen konnen, ist es not- 
wendig, an der Hand der beziiglichen Literatur den Bau der Mundwerkzeuge 
der Pflanzenlause kennen zu lemen; fallweise wird es auch wichtig sein, 
raanche zoologischerseits geauBerte Auffassung liber den Saugvorgang auf 
ihre Berechtigung zu priifen, oder mit den Ansichten, die sich dem Botaniker 
aufdrangen, in Einklang zu bringen. 

Der Saugapparat der Blattlause. 

Die Mundwerkzeuge, die ausschlieBlich fliissige Nahrung aufzunehmen 
haben, reprasentieren bei alien Rhynchoten einen Schnabel (Russel), in dem 
sich die Mandibeln und Maxillen als vier gratenartige Stechborsten vor- 
und zuriickschieben lassen. Der Schnabel, dessen Hauptbestandteil die Unter- 

1 ) Die Nomenklatur folgt C. L. Koch, Die Pflanzenlause, Aphiden. Xiimberg 
1857, und es wurde, soweit die Tiere dort genannt sind, Sorauers Handbuch der 
Pflanzenkrankheiten. 3. AufL Bd. 3. beriicksiehtigt. 


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Fritz Zweigelt, 


lippe darstellt, ist eine drei- bis viergliedrige, nach der Spitze zu ziemlich ver- 
schmalerte Rinne, die von der verlangerten dreieckigen Oberlippe an der 
breiteren Basis bedeckt wird. AuBer Mar k 1 ) und W i 11 a c z i l 2 ) beschaf- 
tigt sieh eine Reihe zoologischer Arbeiten mit dem Studium und der Er- 
klarung des Saugapparates verschiedener Gruppen der Sehnabelkerfe, wobei 
nicht selten entgegengesetzte Anschauungen zutage treten und einander be- 
kampfen. Besonders cingehend bcfaBt sich G e i s e 3 ) mit den beziiglichen 
Verhaltnissen bei den Hydrocoren, bei denen er den Bau der von der Ober- 
und Unterlippe umschlossenen vier Borsten sehr kompliziert fand. Von den 
beiden kleineren, mit einem Lumen versehenen Mandibeln teilweise umfaBt, 
liegen in der Mitte die mit gewaltigem Lumen versehenen und an ihrer Innen- 
flache doppelt ausgehohlten, miteinander verfalzten, machtiger entwickelten 
Unterkiefer, die Maxillen; diese Verhaltnisse sind namentlich aus seiner Fig. 8 
sehr deutlich zu ersehen. Uber die Bedeutung der Lumina, von denen samt- 
liehe vier Borsten durchzogcn sind, auBert sich G e i s e p. 28 folgender- 
maBen: „Ich habe mich schon im Anfange meiner Untersuchungen durch 
Injektion mit Karmin uberzeugt, daB die Lumina blind endigen und die Hoh- 
lung lcdiglich von der Matrix der Borste durchsetzt wird. DaB diese so lange 
persisticrt, erklart sich aus dem Umstande, daB die Borsten trotz ihrer Fein- 
heit an der Hautung teilnehmen. Auch fand ich einige zellige Gebilde, welche 
ich als Restc der Matrix deuten zu diirfen glaubte.“ 

Mit der allgemeinen Auffassung iiber die Konstituenten der zusammen- 
gesetzten Mittelborste, namentlich fiber die Entstehung der beiden voll- 
kommen getrennten Rohren aus der Aneinanderlegung je zweier Rinnen 
stimmcn auch die Untersuchungen \V e d d e s 4 ) und Leon s 5 ), von hier 
minder wichtigen Details abgesehen, iiberein, von denen der erstere sein 
Augenmerk den Geocoren zugewandt hatte. Wahrend G e i s e die Ver- 
einfaehung des Saugapparates bei Li gar a, welche Form im Gegensatze 
zu Notonecta bloB einen Gang in der Maxille als gemeinsames Rohr 
fUr den Schlundkopf und die Spritze besitzt, aus der ungewohnlichen Ver- 
kiirzung samtlicher Mundteile zu erklaren versucht, vermutet Wedde 
beziiglich Cimex lectularius, bei welcher Form der Landwanzcn 
der Speichelkanal in Wcgfall gekommen ist, bzw. sich mit dem Nahrungs- 
kanal zu einem Gange vereinigt hat, daB infolgc des Reichtums an vorhan- 
dener Nahrung und der sehr diinnen Epidermisschicht die Injektion eines 
stark alkalischen Speichelsekretes behufs gesteigerten Saftezustromes gar 
nicht nbtig sei. Uber die Bedeutung der beiden auch bei den Blattlausen 
nach B ii s g e n und meinen Beobachtungen vorhandenen Rohre des Maxillar- 
stabes herrscht zoologischerseits mit Riicksicht darauf, daB das obere Rohr 
mit dem Schlundkopf in Verbindung steht, eine einheitliche Auffassung: 
Das eigentliche und alleinige Saugrohr bilden die Maxillen 
und zwar in dem o b e r e n von ihnen umselilossenen Hohlraum, 
wahrend deruntere Kanal aussehlicBlichals Ausfiihrungs- 
gang des Speichelsekretes gilt. Uber den Bau der "Wanzen- 
sj)ritze und deren morphologischen Zusammenhang mit den iibrigen Organen 

x ) M ark, E. L., Buitriigc zur Anatomic der Pflanzcnlausc, insbesondere der 
Cocciden. Jk>nn 1870. 

2 ) W i t 1 a e z i 1, E., Zur Anatomie dur Apliiden. Wien 1882. 

3 ) (ieise, O., J)it* Mundteile d( k r Rhynehoten, naeh I’ntersueliungen an einigen 
Wasserwanzen. Bonn 1883. 

4 ) Wedde, H., Beitriige zur Kenntnis des Rhynchotenriissels. Berlin 1885. 

5 ) Leon, X., Beitriige zur Kenntnis der Mundteile der Hemipteren. Jena 1887. 

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Beitrage zur Kean to is des Saugphiinomens der Blattlauso etc. 


271 


des Saugapparates kommt Wedde zu dem hier wichtigen Schlusse, daB 
bei den Aphiden und Cocciden die Spritze durchaus nichts mit der Nahrungs- 
aufnahme zu tun hat, sondem ausschlieBlich damit betraut ist, ebenso \vie 
bei den Hemipteren und Cicaden, das Sekret der Speicheldriisen mit ziem- 
licher Gewalt nach auBen zu befordem. Meine Beobachtungen beschranken 
sich auf Querschnittsbilder durch die Borstenbiindel von Aphis avenae 
und Aphis grossulariae und iiberzeugten mich inUbereinstimmung 
mit B ii s g e n *) von dem Vorhandensein der beiden Kanale in den Maxillen; 
dieselben scheinen an der Spitze zu miinden, wenigstens habe ich fiir den 
groBeren diese Auffassung gewinnen konnen. Busgen spricht ferner von 
noch nicht mehr recht erkennbaren Zeichnungen am Blindelquerschnitt von 
Aphis avenae, deren Deutung er dahingestellt sein laBt. Auch mir 
sind diese Bilder nicht entgangen und ich habe den Eindruck gehabt, als 
wiirde neben den beiden Kanalquerschnitten noch ein weiterer kleiner Kreis 
zu sehen sein, wie ahnlich auch Busgen Taf. I, Fig. 2 abbildet. Jeden- 
falls scheint es wiinschenswert, wenn namentlich zoologiseherseits hieriiber 
noch genauere Untersuchungen angestellt werden. Ob, wie G e i s e will, 
die bei den Geokoren blind endenden Kanale funktionell bei den Aphiden 
bedeutungslos sind, mochte ich bezweifeln. Denn abgesehen davon, daB ich 
bei Siphonophora ulmariae eine Mundung gesehen zu haben 
glaube, fand ich bei Aphis rumicisan einem im Gewebe von 
Evonymus steckenden Borstenbiindel, dessen drei abgebrochene Borsten- 
graten aus der Epidermis hervorragten und auseinander klafften (Taf. I, 
Fig. 9) an der einen Mandibularborste ein kleines, dem Kanal anhaftendes 
triibes Wolkchen, das sich auch bei heftigem Driicken auf das Deckglas 
nicht entfernen lieB und seiner Beschaffenheit nach auch nicht gut als Matrix- 
bcstandteil gelten kann. An demselben Bilde sah ich ferner, daB die Maxillar- 
borste von einem Doppelrosafaden durchzogen war, daB also die bei¬ 
den Kanale tatsachlich mit der S a u g t a t i g k e i t in 
engster Beziehung stehen, so zwar, daB der eine den Speichel 
injiziert, der andere die mit Speichel teilweise gemengten und daher eben- 
falls farbbaren Pflanzensafte aufnimmt. Dieses Bild erscheint mir von be- 
sonderer Wichtigkeit, weil das erstemal die beiden Kanale gewissermaBen 
„in Tatigkeit“ beobachtet werden konnten. 

Speicheldriisen. 

Eines der wichtigsten Organe des Tierkorpers sind die Speicheldriisen- 
Besonders eingehend beschaftigte sich mit dem histologischen Bau derselben 
Mark (1. c.). Gegenstand seiner Untersuchungen waren hauptsachlich die 
Coccidengattungen: Aspidiotus, Chionaspis, Lecanium, 
Coccus und Dorthesia, ferner die Aphidengattungen: Aphis, 
Schizoneura und C h e r m e s. Die Speicheldriisen der Pflanzenlause 
zeigen in Hirer inneren Organisation die grbBte Mannigfaltigkcit. Einmal 
sind zwei oder drei Paare dieser Organe vorhanden und auBerdem liegcn 
nicht unbedeutende Verschiedenheiten zwischen den Cocciden und Aphiden 
vor. Mark hat beziiglich der Sekretionstatigkeit der paarigen, sclilauch- 
formigen, mehr oder weniger gelappten Driisen der Cocciden gefunden, daB 
dieselbe nicht in gleicher Weise auf bestimmte Partien des Schlauchcs be- 
schrankt ist, sondem daB bei Chionaspis und Aspidiotus die 

*) B ii s g e n, M., 1. c. p. 34 ff. 

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272 


Fritz Zweigelt, 


ganze Lange des Schlauches, beiLecanium, Dorthesia und Coccus 
nur die Zellen der sphaerischen Gebilde Speichel sezernieren, wahrend die 
Funktion der den Schlauch zusammensetzenden Zellen sich nur auf die Ab- 
scheidung einer chitinigen Masse beschrankt. Marks Auffassung iiber die 
Lappenbildung bei den Aphiden widerlegend, pflichtet W i 11 a c z i 1 ihm 
darin bei, dafi nicht alle Zellen der Speicheldriisen bei den Aphiden sekre- 
torische Funktion haben, sondern daB sich vielmehr zweierlei Typen unter- 
scheiden lassen: einmal solche, welche sich um den Ausfiihrungskanal grup- 
pieren, einen hellen, grober granulierten Inhalt haben, wahrend sich nur 
der Kern mit dem Nukleolus farbt, und dann die eigentlichen Driisenzellen, 
von einem sehr fein granulierten, ziemlich intensiv braun gefarbtcn Zellinhalt, 
wodurch sie sich scharf von den ersteren unterscheiden. Auf meinen Schnitten 
durch die Tiere habe ich nur einen auffallenden Unterschied in tinktorieller 
Beziehung vorgefunden, der mit Riicksicht auf das farberische Verhalten 
des Speichelsekretes im Pflanzengewebe verdient, hervorgehoben zu werden. 
Wahrend Hamatoxylin nur die sich um den Ausfuhrungsgang gruppierenden 
Zellen intensiv blau farbt, bleiben die eigentlichen Driisenzellen vollig farb- 
los, bzw. treten in ihrer eigenen braungrauen Farbe deutlich hervor und stim- 
men in dieser Chromophobie auffallend mit dem Verhalten des Stichkanal- 
stoffes iiberein. Safranin farbt nun die Speicheldriisen und namentlich die 
riickwartigen Partien derselben so intensiv rot, daB sie an Schnitten vor allem 
ins Auge fallen, wahrend Muskulatur, Darmepithel, Nervensystem und Binde- 
gewebe viel langsamer den Farbstoff speichem. Und gerade Safranin hat 
sich als Farbemittel der mit Sekret erfullten Stichkanale im Pflanzengewebe 
vorziiglich bewahrt. Ohne die Bedeutung dieser Tatsachen iiberschatzen zu 
wollen, glaube ich doch hiermit einen teilweisen Beweis dafiir erbracht zu 
haben, daB das Sekret, das die Tiere beim Einstechen ins Pflanzengewebe 
ergieBen, von den Speicheldriisen stammt. Die groBe Bedeutung der Speichel¬ 
driisen scheint mir schliefllich in der bedeutenden GroBe dieser Organe an 
den sich im Mutterleibe entwickelnden Embryonen eine weitere Illustration 
zu finden. DaB die Speicheldriisen trotz ihrer relativen Kleinheit im Laufe 
der Saugtatigkeit dennoch sehr groBe Sekretmengen zu liefern vermogen, 
darf uns nicht wundemehmen, wenn wir bedenken, daB tierische Driisen sehr 
leistungsfahig sein konnen (die Gonaden im allgemeinen, ferner die Spinn- 
driisen der Schmetterlingsraupen, der Spinnen und andere mehr). 

Vordringen der Borsten unter Ausscheidung von Speichelsekret. 

Von der Art und Weise der Durchbohrung der Epidermiszellen, welche 
Kolle sie und die in ihrem Verbande liegenden SchlieBzellen der Spaltoffnungen 
spielen, wollen wir an andercr Stelle sprechen. Hier interessiert uns vor allem 
das Vordringen der Borsten im Pflanzengewebe iiberhaupt und namentlich 
die Rolle des Speichels, dessen Vorhandensein uns, wie oben erwahnt, die 
Auffindung der Stichkanale auch dann noch ermoglicht, wenn die betreffende 
Laus bereits abgewandert war. B ii s g e n *) orientiert sich iiber diese Frage 
in dcr Weise, daB er den Ober- und Unterkieferborsten eine verschiedene 
Rolle zuweist; die Oberkiefer haben die hauptsachlichste Aufgabe, die zahl- 
reichen Hindernisse, welche die Blattlausborsten beim Vordringen im Pflanzen¬ 
gewebe bis zur Erreichung der Nahrung spendenden Zellen antreffen, zu iiber- 
winden: „Da die Tiere gewohnlich nicht aus den oberflachlichen Zellen trinken, 

l ) Biisgen, M, 1. c. p. 37. 

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Beitrage zur Kenntnia des Saugphanomens der Blattlause etc. 


273 


sondem oft sehr tief einstechen, kommt hierzu noch eine ganze Reihe anderer 
Zellwande, Interzellularsubstanz und eventuell festere Bestandteile der Zell- 
inhalte. Alle diese Widerstande werden von den Oberkieferborsten durch 
Zerstoren und Auscinanderdrangen beseitigt. 1st so das Saugrohr gliicklich 
an Ort und Stelle gelangt, so wird es allein in die Nahrzelle eingestochen, 
worauf seine beiden Teile an der Spitze etwas auseinanderklaffen, um dem 
Nahrungsstrom einen bequemeren Zutritt zu gewahren. Die Oberkiefer¬ 
borsten sind im Innern der angesaugten Zelle nicht zu entdecken. Sie liegen 
auBerhalb derselben, vielleicht mit lhren Rauhigkeiten, wo solche vorhanden 
sind, gleichsara verankert und verhindern so, daB wahrend des Saugprozesses 
der ganze Apparat sich von der Stelle bewegt.“ Gleichzeitig mit dem immer 
weiteren Vordringen der Borsten tritt nun das so auffallige Speichelsekret 
auf, das die Borsten als mehr oder minder starke Hiille so ziemlich iiberall 
begleitet und namentlich in den Interzellularraumen besonders machtig wird. 
Auf die Bedeutung der Speichelfliissigkeit, die ihr B U s g e n und andere 
zusprechen, kommen wir noch an anderer Stelle zuriick. B ii s g e n s An- 
sichten von Zerstorungen im Pflanzengewebe stehen keineswegs allein. Wit- 
1 a c z i 1 behauptet, daB das Vermogen der Borsten, zu federn, welches sie 
aus ihrer Bildung in den retortenformigen Organen ubemommen haben, es 
den Tieren ermoglicht, eine groBere Verwundung im Pflanzengewebe zu er- 
zeugen, indem zwei von den Borsten bei ihrer Vorschiebung immer mehr 
auseinandertreten. Nach B1 a t h 2 ) vermag die Blutlaus, deren Kiissel 
nicht ganz die Lange des Korpers hat, also kaum bis ein Millimeter tief in die 
weiche Oberhautschicht eindringen konnte (?), diese kurze Wunde (!) durch 
das VorstoBen von vier harten, pfriemlich gestalteten Saugborsten bis auf 
das vier- bis fiinffache zu vertiefen, und damit in die safteflihrenden Schichten 
der Rinde und des Splints einzudringen, wahrend List 2 ) fiir die mit starken 
Zahnen an den Stechborsten bewahrte Orthecia die Ansicht vertritt, 
daB dieselben beim Einbohren wie eine Sage zu funktionieren hatten. Sehr 
richtig weist B u s g e n diese Auffassung zuriick mit der Begriindung, daB 
eine Sage eher hemmend als fordernd wirken muBte. H. J. K o 1 b e 3 ) ver- 
mutet, daB die Tatsache, daB sich die Blattlause mit den vier vorderen FUBen 
und dem Schnabel gegen die Rinde stemmen, abgesehen von dem Bestreben, 
mit den HinterfuBen die Ameisen abzuwehren 4 ), auch mit der Schwicrigkeit 
des Eindringens des Saugapparates in das Pflanzengewebe zusammenhangen 
diirfte. Ein solch riicksichtsloses rein mechanisches Vordringen der Stech¬ 
borsten in das. Nahrgewebe habe ich jedoch bei meinen zahllosen Bildem 
nur auBerst selten beobachten konnen, und zwar meist dann, wenn die Tiere 
sehr groB waren und ihre Borstenbiindel eine im Verhaltnis zu den Dimen- 
sionen der durchbohrten Zellen bedeutende Dicke besaBen: Etliche Male 
sah ich ein solches Durchbohren mehrerer Zellagen bei Aphis rumicis 
auf Evonymus, bei Siphonophora absinthii auf Ar¬ 
temisia absinthium und einige Male auch bei Siphonophora 
R o s a e auf Blattstielen von Rosa. Die beziigliche Textfigur 1 zeigt deut- 
lich, daB durch' das Eindringen des Borstenbiindels die in der Zeichnung 

*) B 1 a t h , Die Blutlaus, ihr Auftreten und ihre Vertilgung. Magdeburg 1899. 

2 ) Nach B ii s g e n zitiert. 

3 ) K o 1 b e , H. J., Beitrag zur Biologie der Aphiden. (Berl. Entom. Zeitschr. 
1884. H. 2.) 

4 ) t)ber diese Verhaltnisse vgl. vor allem: Mordwilko, A., Die Ameisen und 
Blattlause in ihren gegenseitigen Beziehungen und das Zusammenleben von Lebewesen 
uberhaupt. (Biol. Centralbl. 1907. p. 212 u. 233 ff.) 

Zweite Abt. Bd. 42. 18 


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Fritz Zweigelt, 


links liegende Epidermiszelle teilweise gedrtickt wurde und in den darunter 
liegenden Zellschichten mechanische Zerstorungen Platz gegriffen haben. Der 
Stichverlauf nimmt auf die Lage der Zellwande keine Riicksicht. Hingewiesen 
sei hier auch vorlaufig auf die in der Zeichnung schwarz gehaltene Bildung 
einer Scheide von wechselnder Dicke, welehe uns den Stichkanal in seiner 
urspriinglichen Lage und Gestalt gewissermaBen konserviert hat. Einen 
analogen Fall werden wir spater bei Besprechung des Spaltoffnungsapparates 
kennen lernen. 

Wesentlich anders aber liegen die Dinge bei jenen mindestens 95 Proz. 
umfassenden Fallen des Einstechens, wobci sich die Tiere mehr oder minder 
streng bei Durchquerung des Rindengewebes an die Mittellamellen der Zell¬ 
wande halten und gleiehzeitig stets eine groBe Mengc von Speichelsekret 
ausscheiden. In den oben erwahntcn Fallen vorwiegend mechanischen Vor- 
dringens der Borsten will ich mich der Auffassung B ii s g e n s darin an- 
schlieBen, daB es vorwiegend die Oberkieferborsten sind, die diese Arbeit 

zu leisten haben. Die Frage, ob eine 
Verankerung des Saugapparates notwendig 
ist oder nicht, ja ob sie iiberhaupt zweck- 
maBig sein kann, konnen wir erst nach 
Erklarung des Saugphanomens anschnei- 
den. Soviel sei jedoch hier schon bemerkt, 
daB die Auffassung vom mechanischen 
Vordringen des Borstenbiindels im allge- 
meinen nicht befriedigt und daB dem 
Speichelsekret eine gerade hier sehr wich- 
tige Aufgabe zukommt, die wir als Funk- 
tion seiner chemischen Beschaffenheit 
kennen lernen werden. Vorerst wollen wir 
jedoch die in der Literatur vertretenen 
Anschauungen liber die Bedeutung des 
Speichelsekretes und dessen Chemismus erortern, um sodann das Saugphano- 
men und damit auch schon das Vordringen erklaren zu konnen. Die Aus- 
spritzung des Speichels erfolgt nach N. Leon 1 ) in der Weise, daB, sobald 
das Tier seinen Schnabel (bei Pflanzenparasiten?) in die Wunde eindringen 
laBt, der Kolbenmuskel erschlafft, der Stiefcl vorschnellt und die Fliissigkeit 
der Hohle durch den unteren, von den Maxillen gebildeten Kanal in die Wunde 
eingespritzt wird, wahrend ein Riickstromen der Fliissigkeit durch ein Ventil 
an der Miindung des Speichelkanals, welches sich von innen nach auBen 
offnet, verhindert wird. 



Fig. 1. 


Die Scheide. 

Im Mittelpunkte des Interesses steht nun jene Substanz, die zwar schon 
von alteren Forschern beobachtet, jedoch erst von B ii s g e n richtig als 
tierisches Sekret gedeutet worden war und in der Literatur unter dem Namen 
Scheidensubstanz Eingang gefunden hatte. Diese als Speichelsekret uns bereits 
bekannte Substanz vcrrat nach B ii s g e n durch seine Farbbarkcit mit 
M i 11 o n s Reagcns seine EiweiBnatur, sowie durch die sinnreichen Vcrsuchc 
mit abgckochten Blattern seine Provenienz vom Tiere. Es wird nach meinen 
Beobachtungen schon vor dem Einstechen in die W r irtspflanze haufig abge- 

') Leon, X., L c. p. 35. 


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Bei tr age zur Kenntnis des Saugphanomens der Blattlauae etc. 


275 


sondert und beginnt bei stark behaarten Pflanzen, wie Artemisia ab¬ 
sinthium, sehon bei Beriihrung des Haustellums mit den zu oberst 
liegenden Haaren zu flieben. Morstatt 1 ) untersuchte die beziiglichen 
Ausscheidungen an den Borsten der roten, austernformigen Schildlaus. Er 
fand, dab dieses farblose, die Saugborsten als eine dtinne Rohre umhiillende 
Sekret sich hauptsachlich in inhaltsarmen Zellen des Korkes und Inter- 
zellularraumen der Rinde als Saugriisselscheide vorfindet, dab es jedoch nur 
in der Mehrzahl der Falle und nicht unter alien Umstanden vorhanden ist. 
Seine Versuche, die Reaktionen, die B ii s g e n vorgenommen hatte, zu 
wiederholen, miblangen interessanterweise, indem weder mit M i 11 o n s 
Reagens noch mit Pikrinsaure irgendeine Farbenreaktion sich zeigte; die 
griindlichsten diesbeziiglichen Untersuchungen stammen von Petri 2 ). In 
seiner Abhandlung iiber die Wurzelfaule an phylloxerierten Reben kommt 
auch der Reblausspeichel zur Sprache. Nach Petri bcsteht der warzige 
Niederschlag um die Borsten, wie sein tinktorielles und chemisches Verhalten 
beweist, aus Kallose, zum Teil aus unloslichcm Calciumpektat, dessen aubere 
Schichten sich dann mit Gerbstoff beladen. Nach der Ansicht Petris ist 
die Rotfarbung mit M i 11 o n s Reagens auf eine Eiweibgerbstoffverbindung 
zuriickzufiihren. Die Braunfarbung alter Scheiden steht mit dieser Auffassung 
in vollem Einklang, sie labt auf eine Oxydation des Gerbstoffgehaltes schlieben. 
Auch bei anderer Gelegenheit kommt Petri 8 ) auf dieses Thema zuriick: 
„Wie bei vielen Aphiden und Cocciden entsteht auch um das Dactylo- 
p i u s - Borstenbiindel, nachdem es in das Gewebe eingedrungen ist, eine 
glanzende Scheide. Im Gegensatz zu B ii s g e n betrachte ich den Stoff, 
welch er den Stichkanal bildet, als aus einer Verbindung von einem Sekret 
des Tieres mit einer in den verletzten Zellen enthaltenen Substanz (Pektin- 
saure, Tannin) bestehend. Die rote Farbe, welche die Scheide bei Anwendung 
des M i 11 o n s Reagens annimmt, schliebt, obgleich sie die Anwesenheit 
einer Eiweibsubstanz verrat, jedoch die Moglichkeit nicht aus, dab dieser 
Eiweibstoff von anderen Substanzen begleitet ist. In der Tat steht der Gerb¬ 
stoff, welcher in den Rindenzellen der Wurzeln und des Stockes reichlich 
vorhanden ist, oft in Zusammenhang mit dem Eiweibstoffe und auch diese 
Verbindungen nehmen mit Millons Reagens eine rote Farbe an.“ „Das 
Vorhandensein verwandter Insekten, von welchen einige ihr Borstenbiindel 
bei dem Einstechen in die Gewebe durch eine besondere Scheide umgeben 
zeigen, wahrend bei anderen keine Spur davon zu sehen ist, bestatigt mich 
in meiner Annahme von einer zweifachen, d. h. einer tierischen und einer 
vegetabilischen Natur der Stichkanalstoffe. Das Braunwerden der Scheiden, 
desgleichen jenes der Zellwande in den absterbenden Geweben,welches auf 
die Oxydation der Gerbstoffe oder der Phenole zuriickzufiihren ist, ist als 
eine bei der Bczeichnung dieser Scheiden nicht zu vernachlassigende Er- 
scheinung zu betrachten.“ Diese von Petri an Phylloxera und 
Dactylopius vorgenommene Modifikation des B ii s g e n sehen Er- 
klarungsversuches kann ich fiir die Blattlausc im allgemeinen bestatigen. 
Es zeigte sich, dab iiberall dort, wo die Borsten und mit ihnen das Speichel- 

*) Morstatt, H., Untersuchungen an der roten austernformigen Schildlaus 
Di&spis fallax nov. nom. Horwath. (Central!)], f. Bakt. Abt. II. Bd. 21.) 

2 ) Petri, L., Uber die Wurzelfaule phylloxerierter Weinstocke. (Zeitschr. f. 
Pflanzenkrankh. 1909.) 

3 ) P e t r i, L., Bemerkungen iiber die Rolle der Milben bei der Dactylopius* 
krankheit der Rebe. (Centralbl. f. Bakt. Abt. II. Bd. 21. p. 377.) 

18 * 

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276 


Fritz Zwei.gelt, 


sekret Zellen durchquerten, das letztere infolge einer Reaktion mit dem Zell- 
saft eine chemische Veranderung erfuhr, was in seinem tinktoriellen Verhalten 
zum Ausdruck kam. Wahrend die Stichkanalstoffe bei ihrem interzellularen 
Verlaufe eine intensiv rote Farbe aufwiesen, wurden sie unmittelbar bei 
ihrem Eintritt in eine Zelle schwach rosa und waren von einem noch helleren 
Kanal durchzogen, wie aus Textfigur 5, an einer wiederholt durchstochenen 
Zelle zu sehen ist. In anderen Fallen wieder, namentlich dort, wo groBe 
Sekretmassen sich in das Innere einer Zelle ergossen, kommt es zu einer 
formlichen Durchdringung zwischen Speichelsekret und Zellsaft, wahrend sich 
der Protoplast und seine Inhaltskorper von aufien anlegen, so daB es oft 
schwer halt, eine scharfe Grenze zwischen tierischen und pflanzlichen Bestand- 
teilen^zu ziehen. Dazu kommt eine noch spater zu besprechende Anreicherung 
von (jerbstoffen in den getroffenen Zellen und deren Wandcn, so daB die 
Safraninfarbung solche Partien in dunkelroter Farbe hervortreten laBt. Von 

diesen wenig differenzierten einheitlich 
rot gefarbten Zellen strahlen nicht selten 
rote Aste und Adern in das benachbarte 
Gewebe aus, weil reiche Gerbstoffablage- 
rungen in den Zellwanden sich zu den 
interzellularen Stichkanalen gesellen. Mit 
dem Absterben solcher Zellkomplexe an- 
dern auch die Protoplasten, die gleich- 
falls mit Tannin bereichert werden, ihr 
tinktorielles Verhalten. Die nebenstehende 
Textfigur 2 zeigt einen solchen Fall. Die 
mit Safranin im Praparate rot gef&rbten 
Partien sind in der Zeichnung grau ge- 
halten. Charakteristiseh- ist, daB sich 
der Stichkanal ttber die Hypodermis hinaus 
nicht mehr mit Sicherheit verfolgen laBt. 

DaB aber der Gerbstoff mit dem 
Speichel in direkte Beziehungen tritt, 
kann man am deutlichsten an mit Gerb¬ 
stoff reichlich beladenen Zellen aus der 
Rinde von Ribes rubrum verfolgen, wo diese von den Stechborsten 
durchbohrt werden. Es umgibt sich das Speichelsekret, das an und fur sich 
schon lebhaft rot gefarbt ist, mit einer noch dunkleren Kontur von der In¬ 
tensity der Gerbstoffvakuolen der besagten Zellen, eine Erscheinung, die 
sich in gerbstoffarmen oder -freien Parenchymzellen der Rinde niemals beob- 
achten liefi. 

Es steht also tatsachlich eine enge Beziehung zwischen Speichel und 
Gerbstoff fest, mit welch letzterem sich der erstere in seinen auBeren Partien 
reich beladet, welche Tatsache der Auffassung Petris auch fiir die Blatt- 
lause Geltung verschafft. Weiter mochte ich auf die Moglichkeit hinweisen, 
daB die lebhafte Farbbarkeit des Speichels mit Methylcnblau, welches den 
Gerbstoff als gerbsaures Methylenblau ausfallt 1 ), eben durch den Gerbstoff- 
gehalt der Stichkanalstoffe bedingt ist. DaB die Stichkanale an von den 
Lausen langst verlassenen Geweben allmahlich ihre Farbbarkeit mit Safranin 
verlieren, sei beilaufig erwahnt. 



l ) M o 1 i 8 c h , H., Mikrochemie der Pflanzen. Jena 1913. p. 157. 


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Beitrage zur Kenntnia dea Saugphanomens der Blattlauae etc. 


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In Erorterung der Frage, auf welchem Wege die Scheidensubstanz in 
die Wunde gelangt, diskutiert B ii s g e n die physikalische Beschaffenheit 
des Blattlaussekretes und findet, daft dasselbe gleich nach seiner Ausscheidung 
erstarrt, „woraus wohl hervorgeht, daB das Saugrohr zu seinem Transport 
in die Wunde nicht benutzt werden kann.“ Bei Untersuchungen, die ich 
an mit Blattlausen besetzten Exemplaren der Pferdebobne anstellte, hat sich 
beim Schneiden mit dem Rasiermesser auch zufallig ergeben, daB die ganze 
Sekretmasse, die eben von einem Tier ausgeschieden worden war, aus dem 
Zusammenhange mit dem Gewebe herausgerissen worden war und nun auf 
dem Objekte zu liegen kara. Und da zeigte sich nun, daB das Sekret eine 
zahflussige, fadenziehende Konsistenz hat und in klumpigen Massen dem 
Objekt anhaftete, wahrend die einzelnen Portionen durch feine, brttcken- 
darstellende Faden, wie solche nie als Scheiden gedeutet werden konnten, 
miteinander verbunden waren. Diese Beobachtung widerspricht der all- 
gemeinen Auffassung, daB das Sekret gleich nach seiner Ausscheidung er- 
starre. Wir werden iibrigens am Schlusse dieses Kapitels auf den Begriff 
starrer Scheiden zuruckkommen. 

Uber den Weg, den das Speichelsekret nimmt, sagt B ii s g e n, daB 
zwei Moglichkeiten bestehen, entweder tritt das Sekret zwischen den Mandi- 
bularborsten und dem Saugrohre hervor oder aber es kommt bloB an der 
Spitze der Maxillen zum Vorschein. Gegen diese zweite Moglichkeit scheint 
Biisgen jedoch die Schwierigkeit zu sprechen, das Zustandekommen 
starrer Scheiden im Innern grofierer Hohlraume, seien es Zellumina- oder 
Interzellulargange bei ausschlieBlichem Ausstromen an der Spitze zu erklaren. 
B ii s g e n halt also an der Moglichkeit fest, daB Sekret auch zwischen den 
Borsten austrete, da die zweite Methode nicht so groBe Sekretmengen liefern 
konne. Wenn wir jedoch die oben zitierte Funktion des Speichelausspritzungs- 
apparates, wie sie Leon festgestellt hat, beriicksichtigen, ferner in Er- 
wagung ziehen, daB vom Standpunkte des Baues der Mundwerkzeuge ein 
Austreten von Sekret zwischen den Borsten kaum denkbar ist, diirfen wir 
wohl an die Fahigkeit des Tieres glauben, in kurzer Zeit groBe Sekretmassen 
zu liefern. Es scheint mir iiberdies unverstandlich, wieso die Tiere, nament- 
lich wenn der Stichverlauf interzellular in einem interzellularenarmen Gewebe 
erfolgt, lokal groBe Sekretmengen liefern konnten, wo doch eine Regulierung 
und Prazision in der Speichelentleerung ohne Benutzung eines vollstandig ge- 
schlossenen Rohrensystems nicht erwartet werden kann. Nach meinen Beob- 
achtungen, wie die Figur 9 zeigt, beginnt die Sekretabsonderung meistens 
schon vor dem Einstich in die Epidermiszellen; dieses Speichel¬ 
sekret flieBt nun — an dieser einzig plausiblen Erklarung mochte 
ich unbedingt festhalten — dem ti'efer dringenden Borsten- 
biindel stets voraus, so daB das letztere gewissermaBen immer 
schon in Sekret eintaucht und sich so nachtraglich mit einer erst spater teil- 
weise hart werdenden Scheide umgibt. Diese Art der Sekretausscheidung: 
das VorausfheBen desselben und das Nachdringen des Borstenbiindels bringt 
es naturgemaB mit sich, daB in Interzellulargangen sich groBere Mengen 
des mit einer gewissen Gewalt injizierten Sekretes ansammeln konnen, wahrend 
Uberall dort, wo das Borstenbundel lediglich die Mittellamelle und die Zellen 
auseinanderdrangt, das bereits vorhandene Sekret auf ein Minimum, auf eine 
SuBerst diinne, oft nur mit scharfen Linsensystemen mehr nachweisbare 
zarte Borstenhiille reduziert wird. Diese Auffassung vom Voraus- 
flieBen des Sekretes, die auch vom tierphysiologischen Standpunkt 


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Fritz Zweigelt, 


— es ist ja doch ein Speichel — meines Erachtens die richtige ist, tut der 
Erklarung des Saugphanomens selbst gar keinen Abbruch, ja sie ist vielmehr 
notwendig, wenn wir die zahlreichen anatomischen Bilder, die sich mir im 
Laufe raeiner fast zweijahrigen Untersuchungen ergaben, richtig deuten und 
verstehen wollen. 

Wenden wir uns nun der biologischen Bedeutung dieser Scheidensubstanz 
zu. Die von Biisgen begriindete Auffassung iiber die Funktion‘starrer 
Scheiden, die auch von Petri 1 ) ubernommen wurde, besteht in Folgendem*): 
„Fast ixberall bildet die Scheidensubstanz ein allseits geschlossenes Rohr, 
welches dem Borstenbiindel dicht anliegt und nur da Unterbrechungen zeigt, 
wo es durch Zellulose .ersetzt ist, d. h. an den Stellen des Bimdels, welche im 
Innern von Zellwanden verlaufen. Das Rohr wirkt im Innem der Pflanze 
ahnlich wie das Rostrum auf ihrer AuBenflache.“ Weiter argumentiert 
Biisgen, dab ahnlich wie ein starkes Haar, das auf Paraffin aufgesetzt, 
nicht eindringen konnte und sich kriimmen miiBte, wenn es sich nicht in 
sicherer Fiihrung befande, sich auch die Borsten an der AuBenseite der Pflanze 
wie im Innern kriimmen miiBten. „Derartige Kriimmungen aber verhindert 
eben das Rohr, dessen Wande im Verhaltnis zum Borstenbiindel recht dick 
sein konnen und an den bezeichneten Stellen noch besondere Verstarkungen 
zu haben pflegen. Es sorgt dafiir, daB der Druck in moglichster Starke sich 
bis zu den Borstenspitzen fortpflanzt und liefert somit eine der wesentlichsten 
Bedingungen fur ein kraftiges Vordringen derselben. DaB ohne die Scheiden¬ 
substanz die Borsten, wo Platz dazu ist, wirklich auseinanderklaffen, zeigt 
jeder Schnitt, der ein Stiick eines Borstenbiindels aus seiner Scheide zerrt. 
Durch einen solchen kann man mitten in einem Gewebe das Borstenbiindel 
dreigeteilt sehen, wie es sich sonst nur auf der Oberflache der Pflanze findet.“ 
Treten wir nun dieser Anschauung iiber die Scheidensubstanz naher. B ii s g e n 
erblickt also in der Scheidenbildung die ausschlieB- 
liche Aufgabe des Speiche1sekretes und erkl&rt die 
groBen Sekretmassen in den Interze11 u 1 argangen 
lediglich im Sinne einer mechanischen Verstarkung 
dieser Scheiden. Zunachst abgesehen von den unten zu bringenden Differen- 
zierungen, die der Ansicht Biisgens iiber faktische Scheidenbildung ent- 
gcgenkommen, und abgesehen von der zalifliissigen Konsistenz des Speichels, 
dessen Erhartung erst einen spiiteren ProzeB bildet, drangen sich zwei Fragen 
in den Vordergrund: 1. Welchen Zweck haben die Speichel- 
drUsen und von ihnen produzierte Sekrete? und 2. I s t 
eine Scheidenbildung untcr alien Umstanden abso- 
lut notwendig? 

Zur ersten Frage: Soil die Bildung starrer Scheiden tatsachlich der 
Zweck sein, dem die Tiere sb groBe Speichelmengen opfern? Ist das d i e 
urspriingliche Bedeutung von Sekreten, die den Speichel- 
driisen entstammen? Ist es ferner notwendig, daB zuweilen ganze Zellcn mit 
Speichel aufgefiillt werden, um eine borstenunikleidende Scheide zu bilden? 
Und waruin sollcn in den Intcrzellularraumen die beziiglichen Verhaltnisse 
ungiinstiger sein, als in den turgorschwachen bis plasmolysierten Zellen, so 
daB die Tiere gezwungen werden, lediglich zur Scheidenbildung so groBe 

*) Petri, L., (I'Ikt die Wurzclfaule . . .): „Das iillgemeine Vorkommen solcher 
starrer Seheiden in bereits vor lancer Zeit aiigesaugten Wurzeln beweist zur Geniige, 
daB. 

2 ) Biisgen, M., 1. c. p. 47. 


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Beitrage zur Kenntnis des Saugphanomens der Blattlause etc. 


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Sekretmassen abzusondem, wie aus den Figuren 4 und 21 ersichtlich ist? 
Wir werden im nachsten Kapitel noch eingehend auf diese Fragen zuriick- 
kommen und die physiologische Rolle des Speichels zu erortern haben, aus 
deren Verstandnis sich nicht nur der Zweck des Speichelsekretes, sondern 
auch das Wesen des Saugphanomens klar ergeben wird. 

Und nun zur zweiten Frage: Biisgen hat erklart, dab das Borsten- 
biindel iiberall dort, wo ihm dazu Gelegenheit gegeben ist, auseinanderklafft, 
so dab ein Vordringen ohne feste FUhrung unmoglich ist. Auch ich habe 
dieses Auseinanderklaffen der Borsten wiederholt sowohl innerhalb als auch 
auberhalb der Gewebe gesehen. Jedoch will ich hier eine an Aphis gros- 
sulariae auf Ribes rubrum gemachte Beobachtung nicht ver- 
schweigen. Bei vielen Tieren, die mit Alkohol getotet und unter Glyzerin 
beobachtet wurden und deren Borstenbiindel durchwegs weit aus dem Rostrum 
hervorragte, sah ich dieselben entgegen den gewohnten Bildem nicht auf- 
gerollt, sondern es bildeten alle Konstituenten einen einheitlichen aus der 
Proboscis hervorragenden Stift. Bei anderen im gleichen M dium liegenden 
Tieren waren die einzelnen Borsten teilweise wieder aufgerollt. Diese Beob¬ 
achtung scheint mir von grober Wichtigkeit, denn sie zeigt, dab die A u f - 
rollung der f r e i 1 i e g e n d e n Borsten keine Naturnot- 
wendigkeit ist und dab dieselben auch, ohne von ein'em 
festen Rohr umgeben zu sein, imstande sind, beisammen 
z u b 1 e i b e n. Vielleicht ist die Zuriickrollung der Borsten, eine Erschei- 
nung, die mit deren Entstehung aus retortenformigen Organen in Zusammen- 
hang gebracht wird, lediglich eine Folge der Einwirkung der verschiedenen 
Reagentien, in denen die Beobachtungen vorgenommen werden, und es ist 
leicht moglich, dab solche Momente bereits auf das physikalische Verhalten 
so zarter Organe einen Einflub ausiiben konnen. Und noch etwas: Wenn 
die Tendenz vorliegt, sich aufzurollen und namentlich von den Spitzen her 
auseinanderzuweichen, dann ware unter alien Umstanden auch bei 
interzellularem Verlaufe zwischen den beiden Lamellen einer 
Zellwand eine sofort gebildete feste Rohre notwendig, da die Elastizitat 
der Zellwand nicht verhindern konnte, dab an ihr seitliche Einbuchtungen 
und damit Hemmungen in der Vorwartsbewegung eintreten. Und wenn 
schlieblich wirklich die sofortige Bildung starrer Scheiden fUr das Eindringen 
der Borsten eine Condi io sine qua non ware, dann frage ich: W i e s o 
konnen andere Lause. welche keine Borstenscheide 
bilden, dennoch im Pflanzengewebe vordringen? Wie 
ist es zu verstehen, dab, wie Morstatt erwahnte und worauf auch Petri 
iinwies, bei manchen Lausen, so bei der roten, austernformigen Schildlaus, 
nur in der Mehrzahl der Falle und nicht in alien um die Borsten Scheiden 
gebildet werden und dennoch alle diese Tiere dem Sauggeschaft obliegen 
konnen, wo doch die starre Borstenscheide den Schliissel ins Pflanzengewebe 
darstellen soli!? 

Und nun mochte ich eine weitere Differenzierung vornehmen. Als Scheide 
bezeichnen die Autoren ohne Unterschied auf irgendwelche Details die Sekret¬ 
massen, die sich im Pflanzengewebe auberhalb des Borstenbiindels vorfinden, 
mogen dieselben nun auf wenige Tropfen beschrankt sein, als feine Borsten- 
hiille ausgebildet oder grobe Sekretklumpen der Interzellularraume entwickelt 
sein. Wenn wir zahlreiehe Bilder vergleichen, so drangen sich Verschieden- 
heiten auf, die nicht unerwalint bleiben diirfen. l)a gibt es Falle, dab nament¬ 
lich dort, wo das Borstenbiindel schon tief ins Gewebe vorgedrungen ist, der 


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Fritz Zweigelt, 


Stichkanalstoff als homogene, mit Safranin rot gefarbte, meist sehr feme, 
hyphenahnliche Aste bildende Substanz auftritt und einzelne Zellen oft form- 
lich umgreift. Von irgendeiner Differenzierung im Innern ist hier nichts zu 
sehen; die Kanale sind grobtenteils so diinn, dab man auf den ersten Blick 
sieht, von einer Scheidenbildung, deren Durchmesser an- 
nahemd dem des Borstenbiindels entsprechen miibte, ist hier keine Rede. 
Beziigliche Bilder zeigen die Figuren 4 und 8 in den zwischen den beiden 
Lamellen von Zellwanden verlaufenden Teilen des Stichkanals. In diesen Fallen 
ist vielmehr das Speichelsekret in dem vom Borstenblindel besuchten und 
durch dasselbe unter Mitwirkung des Sekretes geschaffenen Interzellular- 
raum infolge des, wie wir beim Saugphanomen noch sehen werden, vermin- 
dertenTurgorsderNachbarzellenzuriickgeblieben. In anderen Fallen 
aber b 1 e i b t auch nach Verlassen der Saugstelle durch die Blattlaus das 
Lumen, das die Borsten eingenommen hatten, er- 
h a 11 e n ,. mag es nun mit Speichelsekret angefiillt worden sein oder nicht. 
Es findet sich in diesen Rbhren stets eine zarte HUlle vom Umfange des 
Borstenbiindels, welcher von auben her in den einzelnen durchquerten Inter- 
zellulargangen sich kleinere oder grobere Sekrettropfen anlagern. Hier ist 
also tatsachlich eine starre Scheide entstanden, von der wir aller- 
din£s noch nicht wissen, welche Momente fur ihre Bildung mabgebend sind. 
Diese Scheide im engeren Sinne hat biologisch und physiologisch 
mit dem Speichel, von dem sie gewissermaben die innerste an der Beriihrungs- 
zone mit den Borsten entstandene Schicht reprasentiert, nichts mehr zu tun. 
Sie ist also jene diinne Sekrethiille, die beim Tiefertauchen der Borsten diese 
umzieht, ist aus noch nicht naher bekannten Griinden schlieblich hart ge- 
wordenund iibernimmt so nachtraglich, nie aber primer 
die Rolle einer Rohre, in deren Fuhrung die Borsten- 
b U n d e 1 bei wiederholten Vorstechen in das Nahrgewebe eine gewisse 
Bewegungssicherheit erzielen, ohne dab die Rindenpartien 
zu sehr beschadigt wiirden. Dab die Scheidenbildung erst nachtraglich er- 
folgt, dab alle die Speichelsekrettropfchen friiher eine ganz andere, viel wich- 
tigere Aufgabe zu erfiillen haben, die nur verstandlich und moglich ist, wenn 
keine a priori feste Schoide sich um das Ende des Borstenbiindels legt, wird 
sich noch aus dem Studium des Saugphanomens ergeben. Figur 3 und 17 
zeigen leere, Figur 18 eine sekreterfiillte Scheide, Figur 3 speziell noch die 
Scheidenbildung in einem tieferliegenden Gewebe, dem Leptom eines Gefab- 
biindels. Uber die Verteilung dieser Scheiden im engeren Sinne labt sich 
im allgemeinen sagen, dab die Hauptstichkanale und ihre 
peripher liegenden h a u p t s a c h 1 i c h s t e n Verzweigun- 
gen fast immer damit ausgestattet sind, wahrend sie 
den feineren Verzweigungen und letzten Auslaufern des- 
„Blattlaushyphensystems“ zwar keineswegs immer, aber doch 
in der Mehrzahl der Falle f e h 1 e n. 

Chemismus des Sekretes. 

Obwohl speziell iiber Aphiden und Cocciden direkte chemische Unter- 
suchungen iiber die Eigenschaften des Speichelsekretes fehlen, halte ich es 
doch fiir notwendig, die reichhaltige Literatur, die in dieser Hinsicht bereits. 
iiber andere Rhynchoten besteht, aufzufiihren, weil wir eincrseits wohl an- 
nehmen diirfen, dab mit Riicksicht darauf, dab bei alien untersuchten ver- 
schiedenen Gruppen angehorenden Schnabelkerfen die Verhaltnisse nahezu. 


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Beitrage zur Kenntnis dea Saugphanomens der Blattlause etc. 


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gleich liegen, auch die Blattlause mit diesen an jenen gefundenen Tatsachen 
im wesentlichen ubereinstimmen werden und andererseits, wie wir im nachsten 
Kapitel aus den anatomischen Bildern sehen werden, deren genaues Studium 
geradezu dazu zwingt, den Chemismus des Aphidenspeichels mit dem der 
ubrigen Rhynchote'n zu identifizieren. Bemiihungen, die Eigenschaften des 
Rhynchotenspeichels zu ermitteln, sind scbon ziemlich alt. Schon B u r - 
meister 1 ) spricht dem Speichel die Rolle einer Art von Gift zu, welches 
die Nahrungsmittel gleichsam totet, sie ihrer natUrlichen lebenden Kraft 
beraubt und dadurch gleichsam in einen gebriihten Zustand versetzt. „Auch 
iiberzeugt uns der Stich blutsaugender Kerfe teils durch den Schmerz der 
Wunde von der atzenden, teils durch die bald hernach entstehende Ent- 
ziindung um die Wunde von der verandernden Kraft des Speichels auf das 
bestimmteste. “ Botaniker, Chemiker und vor allem Zoologen haben sich 
mit den beziiglichen Eigenschaften und namentlich der Wirkung der Stiche 
blutsaugender Insekten beschaftigt. So sagt G e i s e 2 ) beziiglich der Hydro- 
koren, daB dem Speichelsekrete eine stark alkalische, atzende Kraft inne- 
wohnt, vermoge deren ein gesteigerter SaftezufluB nach der angestochenen 
Stelle hin erfolgt. „Dies liegt natiirlich sehr im Interesse des Tieres, welches 
jetzt leichter und schneller sein Nahrungsbediirfnis befriedigen kann. u G e i s e 
betont, daB durch die atzende Kraft des tief in die Wunde gepreBten Speichels 
eine Wirkung erzielt wird, die bloB durch eine mechanische Verletzung des 
Gewebes nie erreicht werden konnte. Einen direkten Beweis fur die Alkalitat 
der Driisenflussigkeit bringt W e d d e 3 ). Es gelang ihm, Wanzen, und zwar 
Geokoren, so lange zu reizen, bis an der Schnabelspitze ein winziges Tropf- 
chen eines wasserklaren Liquidums zum Vorschein kam, das gerotetes Lack- 
muspapier blaute. Beziiglich der Aphiden, vermutet W e d d e, daB das 
Speichelsekret ebenso die Aufgabe habe, in der Wunde einen erhohten Safte¬ 
zufluB zu erzeugen. Auch die Ansichten Leons 4 ) stimmen mit diesen 
Angaben uberein, vor allem halt er dafiir, daB es gleichgiiltig sei, um welche 
Nahrung, ob Pflanzensafte oder Blut, es sich dabei handle. In seiner Arbeit 
tiber die Blattlauskrankheit spricht sich B u s s e 6 ) dahin aus, daB die von 
Gruner 6 ) und anderen als Ursache ftir erhohten SaftezufluB herangezogene 
alkalische Eigenschaft des Speichelsekretes dem Botaniker zwar nicht ver- 
standlich sei, daB aber immerhin die alkalische Reaktion fur die Wirksam- 
keit des Fermentes, auf dessen Bedeutung wir im folgenden zuriickkommen, 
von groBem Werte sei. Einen solchen SaftezufluB als Ursache fur die An- 
schwellungen an blutlausbefallenen Pflanzen erwahnt auch B1 a t h 7 ), ohne 
allerdings, wie es scheint, selbst beziigliche Untersuchungen angestellt zu haben. 
Von groBter Wichtigkeit ist nun aber eine andere Funktion des Speichel¬ 
sekretes, ftir welche zuerst Plateau 8 ) auf Grund eingehender Versuche 
eine ausfiihrliche Darstellung gibt: „J’ai broye l’ensemble des quatre glandes 
de deux Nepes avec un peu d’empois d’amidon, et j’ai abandonne le melange 


J ) Burmeister, Handbuch der Entomologie. Bd. 1. Berlin 1832. p. 388. 

2 ) Geise, O., 1. c. p. 40. 

3 ) Wedde, H., 1. c. 

4 ) Leon, N., 1. c. 

: ) Busse, W., Untersuchungen iiber die Krankheiten der Sorghumhirse. (Arb. 
a. d. Biol. Abt. f. Land- u. Forstw. Berlin 1904.) 

6 ) Gruner, M., Biologische Untersuchungen an Scliaumzikaden. Berlin 1901. 

7 ) B 1 a t h , 1. c. 

8 ) Plateau, F., Recherches sur les ph6nomenes de la digestion cliez les Insectes. 
Bruxelles 1874. 


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Fritz Zweigelt, 


4 lui meme pendant trente minutes. Au bout de ce temps, il 4ta.it facile de 
deceler la presence de sucre dans le melange. La salive de ces insectes a done, 
comme la salive mixte des mammiferes, le pouvoir de transformer les matieres 
fSculentes en glucose.“ Wetter fand Plateau eine Verschiedenheit 
zwischen den vorderen und hinteren Driisenlappen: „Les glandes post6rieures 
ont done, tres probablement, chez les Hemipteres examines, une autre fonction 
que celle des glandes en greppes anterieures, et les resultats .. . prouvent. . . 
que les glandes en tubes ne sont pas les simples reservoirs du liquide produit 
par les autres; car, dans ce cas, leur action sur l’amidon eut du etre identique 
4 celle des glandes en grappes." 

Diese fUr N e p a gegebenen wichtigen Beweise der starkever- 
zuckernden Fahigkeit des Speichelsekretes hat nun 
" Gruner fiir die Aphrophora salicis -Larven weiter ausgebaut. 
Die von 20 Larven herauspraparierten Speicheldriisen wurden mit destillier- 
tem Wasser zerrieben, und dem Gemisch ein Tropfen Starkekleister zuge- 
setzt. In diesem Zustande verblieben nun dieselben durch 24 Stunden bei 
einer Temperatur von 40° im Thermostaten. Nach Ablauf dieser Zeit hat 
sich eine bedeutende Verminderung des St4rkegehaltes unter gleichzeitiger 
Bildung von Zucker (Maltose) als Resultat einer unmittelbaren Einwirkung 
eines in den Speic